Marc Buhl DreiSiebenFünf

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Inhaltsangabe zu „DreiSiebenFünf“ von Marc Buhl

»Das hier ist die rote Mühle, da kommen Sie oben rein und ganz klein wieder unten raus.« Irgendwo am Rande des Schwarzwalds wird der Antiquitätenhändler Paul Cremer mit einer Kugel im Kopf aufgefunden. Doch wie durch ein Wunder überlebt er den Selbstmordversuch und wird in mehreren Operationen gesundheitlich wiederhergestellt. Als er aus dem Koma erwacht, ist er davon überzeugt, 22 Jahre alt zu sein und im Ost-Berlin des Jahres 1989 zu leben, genauer: im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Er erkennt weder seine Ehefrau noch seinen Sohn, und nur mit Mühe ist er davon zu überzeugen, dass es inzwischen den Staat, der ihn willkürlich festgenommen hatte, nicht mehr gibt. In einem schmerzhaften Erinnerungsprozess nähert sich Cremer mit Hilfe eines Neuropsychologen der verloren gegangenen Lebensgeschichte wieder an und entdeckt, wer sein Leben zerstört hat. Ein fast erfolgreicher Selbstmord ist grausam - vor allem, wenn man nicht mehr weiß, warum man es getan hat. Marc Buhls faszinierender Roman über einen Mann, der sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit macht.

Ein Stück deutscher Geschichte, die in einem Lächeln endet

— Lienz
Lienz

Ein Roman, der mich tief beeindruckt hat und den ich mir als Schullektüre wünschen würde.

— Barbara62
Barbara62

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    DreiSiebenFünf
    Lienz

    Lienz

    Wie eine federleichte Hand legt sich 375 auf mein Herz und streichelt es – zumeist. Denn manchmal, da drückt es schmerzhaft zu… drei sieben fünf habe ich hier auf LB entdeckt, und zwar durch die großartige Rezension von Barbara62. Das inzwischen (leider!!!) vergriffene Buch habe ich über ein Antiquariat erworben und bin froh, sehr froh, es gelesen zu haben. Eines der wenigen Bücher, die mein Regal NICHT verlassen wird. Warum? Marc Buhl erzählt eigentlich eine traurige Geschichte: die eines der letzten Gefangenen des Stasi-Untersuchungsgefängnisses Hohenschönhausen. Der Mann erschießt sich knapp 20 Jahre nach der Wende. Also fast. Dank moderner OP-Methoden wird sein Leben gerettet. Nur – er hat eine retrograde Amnesie und wähnt sich 20 Jahre jünger. Oft erzählt, die Geschichte des Gedächtnisverlustes und der Suche nach dem eigentlichen Ich. – Was ist also besonders daran? Es sind das Wie der Erzählung und die unglaublich gelungene Zeichnung der Charaktere. Ein Stück deutscher Geschichte in Menschen gepackt und dem Leser aufs (genau!) Herz gelegt. Marc Buhl findet einfach die richtigen Worte, um die besondere Stimmung und das zerbrechliche Innenleben eines „Wiedergeborenen“ zu zeichnen. Menschlich und voller warmen Humors samt einer Prise weicher Melancholie. Charaktere, die man selbst gerne kennen lernen will. Situationen, die so kantig sind, dass wir Leser mit ihnen auf Du und Du stehen. Weil wir sie selbst erlebt haben. Kapitel für Kapitel begreift der Leser das große Warum. Und versteht. Absolute Leseempfehlung!

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    Janosch79

    Janosch79

    27. August 2015 um 10:36
  • Erinnern oder vergessen?

    DreiSiebenFünf
    Barbara62

    Barbara62

    November 2007: Paul Cremer, erfolgreicher Antiquitätenhändler aus dem Schwarzwald, 40 Jahre alt, fährt mit seinem Mercedes auf den Schauinsland und schießt sich eine Kugel in den Kopf. Warum? Diese Frage kann er, als er nach langem Koma in der Universitätsklinik Freiburg allmählich erwacht und in eine neuropsychiatrische Rehaklinik in Badenweiler verlegt wird, nicht beantworten, denn es fehlen ihm in seiner Erinnerung 18 Jahre. Paul Cremer wähnt sich Frühjahr 1989, 22-jährig, als einer der letzten politischen Gefangenen im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Und Hannah, von der er immer wieder spricht, kennt hier niemand. Sein Psychiater weiß nur von Christiane, der Frau, mit der Paul Cremer verheiratet ist, und dem gemeinsamen 17-jährigen Sohn Thomas. Und die wieder sind Cremer gänzlich unbekannt. Die Erlebnisse Cremers in Hohenschönhausen als Häftling 375 sind bruchstückhaft in die Geschichte eingestreut und setzen sich für ihn wie für den Leser wie ein Puzzle zusammen. Marc Buhl hat für diesen Teil seines Romans ein Jahr lang recherchiert und zahlreiche Gespräche mit Exinsassen von Hohenschönhausen geführt. Ein Roman, der mich tief beeindruckt hat und den ich mir als Schullektüre wünschen würde. Es ist mir unverständlich, warum der Eichborn Verlag das Buch nicht mehr auflegt und keine Taschenbuchlizenz vergeben hat.

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