Marc Deckert

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Die Kometenjäger

Die Kometenjäger

 (16)
Erschienen am 09.12.2013

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Rezension zu "Die Kometenjäger" von Marc Deckert

Ein überzeugendes Debüt
Knigaljubvor 4 Jahren

"Sehen ist schwieriger als Glauben. Ohne meinen Freund Tom hätte ich das wohl nie begriffen, also muss ich ihm für etwas dankbar sein."

So beginnt 'Die Kometenjäger', der erste Roman des Journalisten Marc Deckert. Erzählt wird aus Sicht des Protagonisten Philipp, einem jungen Mann Ende 20, der zunächst nicht weiß, dass Dunkelheit nicht gleich Dunkelheit ist. Er trifft auf Tom, einen außergewöhnlichen 23-Jährigen, der die meiste Zeit im von seinem Großvater geerbten Observatorium verbringt oder nachts durch die Dunkelheit fährt. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine Freundschaft, die auf der Faszination für das Beobachten des nächtlichen Himmels basiert.

Obwohl ich zunächst skeptisch war, weil ich nicht wusste, ob der Roman mich thematisch erreichen kann, bereue ich keine Zeile. Auf wunderbar einfühlsame Weise charakterisiert Deckert seine (Haupt-)Figuren, haucht den Situationen Leben ein und lässt den Leser gemeinsam mit Philipp eine Ahnung davon bekommen, mit welcher Hingabe echte Kometenjäger ständig auf der Suche nach... ja, wonach eigentlich genau?... sind. Warum ist es so wichtig, einen Kometen zu finden? Und: "Wo ist der dunkelste Ort Deutschlands?" (Klappentext).

 Der Roman ist nicht nur eine Hommage an die Astrologie, sondern vielmehr die Geschichte einer Freundschaft, in gewisser Weise ein Abenteuerroman, mit Höhen und Tiefen, voller Nostalgie und Liebe zu Details.

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Rezension zu "Die Kometenjäger" von Marc Deckert

Rezension zu "Die Kometenjäger" von Marc Deckert
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Philipp, Ende 20, weiß nicht was er mit seinem Leben anfangen soll. Neben dem Zeichnen von Comicfiguren jobbt er. Als Philipp den Auftrag annimmt eine Probeillustration für ein Kinderbuch über Astronomie zu zeichnen, trifft er auf Tom.
Tom (23) ist, obwohl er alles über Sterne weiß, kein Astronom, kein Amateur, sondern, wie er sich selbst bezeichnet, Beobachter.
Sie verbindet eine Freundschaft. Sie fahren nachts durch ländliche Gebiete Deutschlands und suchen nach dem perfekten, dunkelsten Ort, um Sterne zu beobachten.
Zu seinem kranken und verschuldeten Vater hat Tom ein schlechtes Verhältnis. Als dieser Tom dazu drängt das Erbstück seines Großvaters, ein uraltes Teleskop zu verkaufen, bleibt ihm nichts anderes übrig.
In den USA findet sich ein Käufer, doch bevor Tom es endgültig verkauft, möchte er es in guten Händen wissen. Also reist er mit Philipp nach Kalifornien, um den Käufer persönlich kennenzulernen.

Die 413 Seiten sind in drei Teile aufgeteilt, die wiederum in 11, 8 und 11 Kapitel gegliedert sind.

Das Buch war von Anfang an sehr spannend. Toms Beschreibungen zu den Astronomen aus früheren Jahrhunderten und ihren Entdeckungen machen das Lesen auf keinen Fall langweilig. Im Gegenteil, sie vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch die Ergebenheit, die Demut und die Faszination der Astronomen für den nächtlichen Himmel, die in keiner Dokumentation auf N24 jemals zum Ausdruck kommen könnte.
Tom personifiziert das Altmodische, den Widerstand gegen den Fortschritt der Technik, in dem die Kometenjäger mehr keinen Platz haben.

Philipp scheint nur “Mitläufer” zu sein, obwohl das Buch aus seiner Perspektive verfasst ist. Die Handlung dreht sich hauptsächlich um Tom.

Der Inhalt bezieht sich aber nicht nur auf die Sterne, es wird vieles über das Privatleben der Charaktere geschildert.

Der Mittelteil des Buches behandelt überwiegend den Verkauf von dem Teleskop und stellt die schönen Schilderungen über das Dasein eines Kometenjägers in den Hintergrund. Das habe ich sehr vermisst und habe schon geglaubt das wars jetzt bis zum Schluss. Doch ich wurde noch einmal positiv überrascht.
Außerdem treten im zweiten Teil des Buches viele Naturbeschreibungen auf.

Ein sehr schönes, lesenswertes Buch über ein besonderes, interessantes Thema. Mir hat es den nächtlichen Himmel, auf den ich nun noch mehr achte, näher gebracht.

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M

Rezension zu "Die Kometenjäger" von Marc Deckert

Rezension zu "Die Kometenjäger" von Marc Deckert
michael_lehmann-papevor 7 Jahren

Sehnsucht

Es braucht im Leben hier und da eine „spinnerte“ Idee. Eine Merkwürdigkeit, um nach vorne zu gehen, um sich auf eine Lebensreise zu machen, um Dynamik zu spüren und sei es auch noch so unsinnig fast in den Augen der anderen (vielleicht sogar in den eigenen), mit was man da seine Sehnsucht füllt.

Insofern könnten die beiden Protagonisten des Debütromans von Marc Deckert durchaus zunächst als zwei Seiten einer Person wirken, von denen die eine die andere dann kraftvoll mitreißt, mitten in das Leben hinein. Zunächst im tiefsten Bayern in Landsberg am Lech.

Hier lebt Phillip. Ein wenig ab von der Welt (auch innerlich), aber doch einigermaßen in ruhigen Bahnen, auch wenn man nicht gerade behaupten kann, dass er in seinem Leben schon so richtig angekommen ist. Seine Kunst besteht allerdings durchaus (zunächst) darin, sich mit dem, was ist und wie es ist einfach zufrieden zu geben. Für größre Veränderungen, den „großen“ Wurf oder einfach neue Wege fehlt ihm auch oft die Entschlossenheit. Ein Sinnbild für die ängstliche, auf das Gewohnte, weil Sichere bedachte Seite, die jeder Mensch auch in sich trägt. Phiilip, aus dessen Sicht in der Ich Form die Geschichte erzählt wird und der sagt:
„Einer der Hauptgründe, warum ich immer noch hier war, war natürlich reine Bequemlichkeit“.

Und daneben Tom. Den Phillip zufällig in einer Sternwarte kennenlernt. Den leidenschaftlich Besessenen. Den Abenteurer. Der einen Kometen neu entdecken will, sich der Astronomie verschrieben hat. Und dafür braucht es Dunkelheit, möglichst tiefe Dunkelheit, um die Sterne umso heller leuchten lassen zu können. Tom nimmt Phillip mit auf seine Suche, seine Reise. Ein Sinnbild für die nach außen drängende, Sinn-Suchende Seite des Menschen. So, wie Phillip über Tom urteilt: „Du bist der ewige Sucher. Das ist Dein Ding. Und Du bist lieber einsam, als Dich mit weniger zufrieden zu geben“.

Und wenn sich beide Seiten, beide Charaktere zusammentun, dann entsteht ein Geflecht gegenseitiger Erfahrungen und gegenseitigen Lernens. Welches im Buch nicht schwerfällig und abstrakt im Raume steht, sondern als eine innere und äußere Erlebnisgeschichte und eine weite Reise (von Landsberg bis nach Kalifornien) munter, flüssig und durchaus auch emotional berührend von Marc Deckert erzählt wird. Wobei natürlich auch die Liebe, die Frauen ein gewichtige Rolle einnehmen werden auf dieser reisenden Suche der beiden ungleichen jungen Männer. Ob Constanze oder Claire, auch die Dinge der Liebe geraten für die beiden nicht auf einfache Art und Weise. Es ist eben einfacher, das „große Ganze“ zu betrachten als „die wichtigen Einzelheiten“ darin zu erkennen. Wie beim Sternehaufen, so auch im Leben. So ist auch die Suche nach einem „neuen“ Kometen ein Bild für die Suche nach einem Ankommen, einem echten Ziel. Zweier Menschen, die, ganz anders und jeder für sich, besser mit dem „Besondern“ zurechtkommen als mit dem „ganz normalen, alltäglichen Leben“.

Es wird sich im Lauf der Geschichte herausstellen, wie viel Geduld man dafür braucht. Wie es ebenso deutlich werden wird, dass auch ein Finden nicht unbedingt das Ende einer Suche bedeutet. Oder dass eine Suche an sich unbedingt notwendig wäre, um zu Finden.

Marc Deckert hat einen sprachlich überzeugenden Roman über ein vordergründig exotisches „Hobby“ verfasst, in dem er durchaus fundiert Grundlagen der Astronomie mit einfließen lässt. Wie er, im Hintergrund, das eigentliche Thema vom Suchen und Finden, von Leidenschaft und Zurückhaltung in seine Charaktere ebenso überzeugend mit einbringt. Trotz einiger Längen ein überzeugender und lesenswerter, vielschichtiger Debütroman.

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