Marc Fischer Eine Art Idol

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Inhaltsangabe zu „Eine Art Idol“ von Marc Fischer

Wir alle haben das schon einmal gemacht: eine Reise angetreten in der Hoffnung, während unseres Wegseins möge sich zu Hause etwas verändern - was selbstredend nie passiert. Der Ich- Erzähler in Marc Fischers Roman versucht es mal etwas anders: Anstatt sich nach der Rückkehr von einer Japanreise wieder auf die europäische Zeit umzustellen, lebt er sein Leben mit acht Stunden Zeitverschiebung - wenn er schläft, wachen die anderen und umgekehrt. Ständiger Begleiter auf seinen Reisen durch die Nacht ist dem arbeitslosen Journalisten dabei das "Hagakure", die Bibel der Samurai. Da mit einem solchen Leben aber kein Geld zu verdienen ist, hat sich der Erzähler bald ruiniert, so dass ihn eigentlich nur noch ein Wunder retten kann. Das tritt auf in Gestalt eines Mädchens, in Form anonymer Geldsendungen und einer mysteriösen Untergrundorganisation, die offenbar in ganz Deutschland operiert. Doch was so viel versprechend beginnt, treibt den Erzähler bald in eine Schattenwelt, in der Zufälle nicht mehr zufällig sind und in der es immer mehrere Wahrheiten zu geben scheint. "Eine Art Idol" ist eine gigantische Beichte. Sie handelt von den ewig gültigen Themen Einsamkeit, Liebe und dem Wunsch nach echtem, beständigem Ruhm - und dazu beantwortet das Buch einige längst überfällige Fragen: Was wurde eigentlich aus dem Punksänger Johnny Rotten? Sollte man Politiker entführen oder lieber deren Ehefrauen? Und wie genau sieht es eigentlich aus, wenn es Nacht wird in Deutschland?

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  • Rezension zu "Eine Art Idol" von Marc Fischer

    Eine Art Idol
    Jerron

    Jerron

    14. April 2010 um 22:47

    Der namenlose Ich-Erzähler (ein kürzlich gekündigter Journalist und großer Samurai-Fan und glühender Verehrer des Hagakure, der Samurai-Bibel) kriegt es einfach nicht hin, nach einer Japan-Reise die Zeitumstellung mitzumachen und beschließt, fortan ein Nachtleben zu führen. Natürlich kann er auf diesem Wege keiner vernünftigen Arbeit nachgehen und droht, in die Gosse abzurutschen, wenn ihn nicht ein Wunder rettet. Dieses Wunder äußert sich in Form rätselhafter Geldgeschenke und eines Mädchens, das ihn nach und nach in eine geheimnisvolle Organisation einführt, die sich weit über ganz Deutschland auszubreiten scheint und die sich anschickt, den Umsturz des Staates voranzutreiben. Er gerät in den Bann Max Höllers, des charismatischen Gründers der Organisation, der ihn beauftragt, der Organisation ein Manifest, ein Programm zu verpassen. Der Ich-Erzähler steigert sich immer mehr in diese Organisation herein in dem Streben, ein historisch bedeutendes Werk zu schaffen - und ist dabei, das Mädchen zu verlieren. Als das Manifest schließlich ausformuliert ist, wird er dazu ausersehen, die dort beschriebenen Maßnahmen auch in die Tat umzusetzen... Bis zu einem gewissen Punkt ein gutes Buch und eine interessante Charakterstudie. Aber als dann plötzlich bei der tollen Gehimorganisation mit ihren tausenden von Mitgliedern herausstellt, dass keiner so recht weiß, wofür sie eigentlich steht und was sie beabsichtigt, kommen erste Unmutsgefühle auf. Und als schließlich der bislang als weise und tiefgründig beschriebene Organisations-Chef vom verfassten manifest hoch begeistert ist und naive Umsturzpläne schmiedet, da fragt man sich, ob der Autor nicht zwischendruch sein eigenes Konzept vernachlässigt hat. OK, es geht um das Bestreben, historisch bedeutsame Taten zu vollbringen, aber was der Ich-Erzähler hier vollbringt, ist nichts weiter als recht zielloser Protest gegen... irgendwas, so genau weiß er das selber nicht. Immerhin sieht er gegen Ende doch noch ein, was er da ein ganzes Buch lang für Hirngespinsten nachgejagt ist, und er erkennt, worauf es wirklich ankommt. Na immerhin...

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