Marc Freund

 4.2 Sterne bei 28 Bewertungen

Alle Bücher von Marc Freund

Sortieren:
Buchformat:

Neue Rezensionen zu Marc Freund

Neu

*Die Fähre von Dover legte in den frühen Morgenstunden ab. Pünktlich und ohne Zwischenfälle. Diese sollten sich erst später ereignen.*


Phileas Fogg Band 1


Phileas Fogg erhält eine mysteriöse Nachricht, die ihn auf die Spur seines totgeglaubten Bruders bringen soll. Dies führt ihn, seine Frau Aouda und seinen Diener Passepartout auch auf die Jungfernfahrt des Luftschiffes der Brüder Quimby. Bereits auf den Weg zum Start in Paris werden sie in Gefahren verwickelt, die sich im Luftschiff zuspitzen. Was aber hat das Ganze mit seinem Bruder zu tun, und was verbirgt sich hinter dem Geheimnis der schwarzen Perle?



Der Beginn zeigt Fogg in einem Londoner Gentlemenclub. Der Eindruck des typischen Gentleman allerdings verschwimmt recht bald. Weder er noch die restlichen Hauptcharaktere werden mit mehr als einer kurzen Beschreibung versehen – vielleicht auch, weil sie dem Roman Jules Vernes „In achtzig Tagen um die Welt“ entnommen wurden und von daher bekannt sein können. Neben Fogg, seinem Diener und seiner Frau tauchen auch andere Charaktere aus dem bekannten Roman wieder auf und es wird immer wieder Bezug darauf genommen.


Bereits die mysteriöse Nachricht, aber auch einige der nachfolgenden Ereignisse geben der Geschichte den Hauch eines Detektivromans. Allerdings liegen hier die Abenteuer dichter beieinander. Durch die Kürze der Geschichte folgt eine dramatische Szene der nächsten, besonders mit Beginn der Fahrt im Luftschiff. So bleibt wenig Zeit für Ermittlungen und Enthüllungen die aus Zusammenhängen und nicht dem unmittelbaren Geschehen entstehen. Mir wäre ein detektivischer Ansatz lieber gewesen, da ich Fogg weniger als Abenteurer als viel mehr als Mann sah, der aus den passenden Informationen die richtigen Schlüsse ziehen kann.


Fazit: Eine sehr abenteuerliche Geschichte, die den Auftakt einer Reihe rund um den Jules Verne Helden Phileas Fogg bildet.

Kommentieren0
30
Teilen

„Thorn zuckte heftig zusammen, als er die sieben Gestalten erkannte, die auf hohen Stühlen hinter Tischen saßen, die zu einem Halbkreis formiert worden waren. Sieben Augenpaare starrten ihn an. Die Blicke lasteten schwer auf ihm. Thorn konnte nicht erkennen, um wen es sich bei den Gestalten handelte. Sie alle trugen lange Kapuzenmäntel, den Kutten von Mönchen nicht unähnlich.“

 

STORY
Innerhalb weniger Wochen gelingt es gleich drei Verbrechern, aus verschiedenen Haftanstalten zu fliehen. Mycroft Holmes hegt den Verdacht, dass die Männer bei ihrer Flucht die Hilfe des Zirkels der Sieben hatten, der damit zu einem endgültigen Vernichtungsschlag gegen England ausholt. Doch Holmes hat auch einen starken Verdacht, wer als Nächstes befreit werden soll. Kate Irving, die zu ihrer Zeit in Freiheit über zwanzig Verbrecher befehligte. Dazu hat Holmes einen Trumpf in der Hand, von dem seine Gegner nichts ahnen. Sein neues Hausmädchen Lindsay Coolidge hat unübersehbare Ähnlichkeit mit Kate Irving. Während Miss Coolidge als Kate Irving in den inneren Kreis des Zirkels vordringt, macht Inspektor Frobisher im Scotland Yard Gebäude eine alarmierende Entdeckung. Offenbar hat der Zirkel in nächster Nähe der Beamten einen Informanten. Dann gelingt auch noch der echten Kate Irving die Flucht, was Lindsay Coolidge in allerhöchste Lebensgefahr bringt.

 

„Wilde lockerte den obersten Kopf seines Hemds. Schweiß stand ihm auf der Stirn. Wieder waren seine Gedanken bei Lindsay, die der Bande auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war. Sie hätten sich nie auf diesen Wahnsinn einlassen sollen. Der Dichter wünschte Mycroft Holmes zum Teufel. Dann bemühte er sich, seine morbiden Gedanken beiseitezuschieben.“

 

MEINUNG
Mit dem letzten Band ebook-Serie liefert Marc Freund noch einmal ein Highlight, das sich ganz auf den Thrilleraspekt konzentriert und (beinahe) ganz ohne phantastische Elemente funktioniert. Der Aufbau, die Schritte und Aktionen des Zirkels, sowie auch die Aktionen auf der Seite des Gesetzes sind stringent durchgeplant bis hin zum finalen großen Coup als Höhepunkt. Den aktiven Part muss Oscar Wilde dieses Mal mit der sympathischen Lindsay Coolidge teilen, was eine schöne Abwechslung innerhalb der Serie bedeutet. Und trotz einiger Situationen, in denen es gefährlich eng wird, erweist sich das Hausmädchen als veritable Agentin der Krone, die sich den patriotischen Schneid nicht so einfach abkaufen lässt. Autor Marc Freund, der inzwischen auch für JOHN SINCLAIR und DARK LAND schreibt, präsentiert dies einmal mehr als ausgewogene Mischung aus Spannungsmomenten und der grauen Atmosphäre des nebelverhangenen viktorianischen London, gemischt mit einigen humorigen Momenten, die sich aus den gegensätzlichen Charakteren von Mycroft Holmes und Oscar Wilde ergeben.

So bietet SIEBEN GESICHTER DES TODES einen schönen Abschluss der ebook-Serie, auch wenn am Ende offensichtlich nicht die Vernichtung des Zirkels der Sieben steht. Für die gleichnamige Hörspielserie muss dieser doch erhalten bleiben.

 

FAZIT
Der Abschluss der Serie bietet noch einmal ein sauber konstruiertes Abenteuer, das sich beim Agententhriller bedient. Da die ebook-Serie als Nebenzweig der Hörspielhandlung gelesen werden kann, bleiben am Ende einige Punkte offen.

Kommentieren0
1
Teilen

„Was haben wir also? Wir haben einen ermordeten Adligen und nicht die Spur einer Spur, richtig? Es existieren keinerlei Hinweise auf irgendwelche Feinde. Jemand kommt daher, öffnet das Dachfenster und schüttet dem Ahnungslosen eine seltsame Substanz ins Badewasser, die ihm binnen kürzester Zeit das Fleisch von den … von den Knochen schält und in der Wanne einen trüben Brei zurücklässt.“

 

STORY
Am selben Abend, als Sir Hamish Urquard einen Empfang mit höchst adligen und höchst prominenten Gästen gegeben hatte, wird er in seinem eigenen Haus das Opfer eines perfiden Mordanschlags. Die einzig brauchbare Spur, die Inspektor James Frobisher gemeinsam mit Sonderermittler Oscar Wilde, verfolgt, ist die Kippe einer exklusiven Zigarette. Schon am nächsten Abend wird Richter Richard Godfrey, im Beisein von Mycroft Holmes, auf seiner eigenen Abendgesellschaft vergiftet. Am Tatort findet sich ein ebensolcher Zigarettenstummel wie bei Urquard, eine Marke, die unter anderem der an beiden Abenden anwesende Thronfolger, Prinz Albert „Bertie“ Eduard, raucht. Holmes weiß zu berichten, dass beide Mordopfer an einem Gerichtsprozess beteiligt waren, der den des Mordes verdächtigen Raymond Prescott ohne stichhaltige Beweise in die Todeszelle gebracht hat. Liegt hier das Motiv für die Morde begründet?

Ein anonymer Informant rückt Bertie in den Fokus der Presse. Zusätzlich zu seinen Verbindungen mit den beiden Morden will man wissen, dass der Thronfolger Verbindungen zu Londons Amüsierviertel unterhält. In der Hoffnung, etwas über den unbekannten Tippgeber und die Quelle seiner Informationen zu erfahren, folgt Wilde dem Reporter Joshua Gardener und gerät damit in Teufels Küche.

 

„Der Schriftsteller und Sonderermittler blickte auf eine scheinbar wahllos angeordnete Folge von mathematischen Formeln und hastig dahingekritzelt wirkenden Zeichen. Er schüttelte den Kopf, sodass ihm sein dunkles, leicht gelocktes Haar bis fast auf die Schultern herabfiel. »So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Ich meine, ich erkenne natürlich einige chemische Zeichen und Begriffe, allerdings erschließt sich mir ihr Sinn überhaupt nicht.«“

 

MEINUNG
Nachdem der Fall „Homunculus“ glimpflich beendet wurde, bietet HETZJAGD IN LONDON einen eher nüchtern gelagerten Kriminalfall ohne phantastische Elemente. Nach dem ersten skurrilen Todesfall im Säurebad, der einem Dr. Phibes zur Ehre gereichen würde, nimmt Oscar Wilde gemeinsam mit dem fähigen Yard-Beamten James Frobisher die Ermittlungen auf. Dass in der engeren Liste der Verdächtigen der englische Thronfolger auftaucht, macht den Fall zu einem heißen Eisen. Um einiges delikater erweist sich jedoch Bertis Verbindung zu Amanda Prescott, die als ehemalige Komplizin des Zirkels der Sieben schon einige Male Oscar Wildes Weg gekreuzt hat. Sehr geschickt baut Autor Marc Freund eine Verbindung zwischen Bertie, Amanda und deren Vater, eben jenem zum Tode verurteilten Raymond Prescott, auf, die weit in die Vergangenheit reicht. Außerdem gibt die „Affäre“ Gelegenheit, einige schöne Charaktermomente unterzubringen und mit den Lesererwartungen zu spielen. Grundsätzlich gefällt Amandas weitere Beteiligung am Geschehen, die sich zwar vom Zirkel der Sieben losgesagt hat aber immer noch auf eigene Rechnung arbeitet, auch wenn zwischen ihr und Wilde mehr als bloße Sympathie besteht.

Natürlich gehen auch die aktuellen Todesfälle wieder auf Konto des Zirkels, der hier, um die Monarchie zu destabilisieren, einen neuen Schergen ins Rennen geschickt hat. Im Rahmen einer ebook-(Romanheft-)Serie wiederholt sich dieses Schema natürlich zwangsläufig, doch versteht sich Marc Freund immerhin auf eine flotte, atmosphärische und treffsichere Inszenierung, was Dialoge und Figurendynamik angeht. Der Titel ist außerdem Programm, denn es werden gleich einige Verfolgungsjagden durch die Gassen Londons geboten. Die finale Hatz endet in einer starken Szene, die Amanda auf Augenhöhe mit Wilde präsentiert.

 

FAZIT
Überzeugend konstruierter Histo-Thriller, der gleichsam von Action- wie von Charaktermomenten lebt.

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 20 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks