Marc Wittmann Wenn die Zeit stehen bleibt

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Inhaltsangabe zu „Wenn die Zeit stehen bleibt“ von Marc Wittmann

Außergewöhnliche Bewusstseinserfahrungen sind vom Mainstream der Naturwissenschaften lange Zeit ignoriert oder gar als Spinnerei verunglimpft worden. Das beginnt sich zu ändern. Der Neuropsychologe Marc Wittmann zeigt in seinem neuen Buch, wie Erlebnisse, die das Alltagsverständnis unseres Selbst erschüttern, dazu beitragen, das Rätsel unseres Bewusstseins zu entschlüsseln. Rauschzustände, Schrecksekunden, außerkörperliche Erfahrungen und Nahtoderlebnisse führen uns an die Grenzen unseres Bewusstseins. Fortgeschrittene Meditierende verlieren während der Meditation gar das Gefühl für Zeit. Aber auch bei seelischen Störungen wie der Depression oder der Schizophrenie bleibt die Zeit mitunter stehen, und diese Erlebnisse sind ein Schlüssel zum Verständnis der Erkrankung. Die empirischen Befunde und konzeptionellen Erkenntnisse Marc Wittmanns lassen uns staunen über die Funktionsfähigkeit unseres Gehirns sowie die Entstehung und die Bedingungen des menschlichen Bewusstseins.

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  • Die Verlangsamung des Zeitempfindens

    Wenn die Zeit stehen bleibt

    michael_lehmann-pape

    07. April 2015 um 14:36

    Die Verlangsamung des Zeitempfindens Es gibt sie. Jene Augenblicke, in denen das „dahingehen“ oder gar „dahin rasen“ der Zeit als, natürlich, subjektive Empfindung, sich plötzlich verlangsamt, gar manches Mal „wie zum Stillstand“ kommt. Wahrnehmung und Denken des Menschen sind in Zeit und Raum organsiert, Erinnerungen, aktuelle Erfahrungen und Erwartungen bestimmen nicht nur den emotionalen Zustand eines Menschen, sondern im Kern die gesamte, sich selbst gewahrende Person. Und dies gilt auch für die Zeit und das Zeitempfinden. Soweit, dass Wittmann überzeugend formulieren kann: „Ich bin meine Zeit“. So gilt, dass die bessere Kenntnis über das subjektive Zeiterleben ein besseres Verständnis des Selbst-Bewusstseins des Menschen in sich trägt. Um diesem wesentlichen Teil der Existenz näher zu kommen, geht Wittman in diesem schmalen Buch auf hochinteressante Weise dem Zeiterleben nach und nutzt hierzu Grenzerfahrungen für seine Betrachtungen und daraus zu folgernden Schlüsse. Schlüsse, die nicht ehern dann im Raume stehen, sondern eher Annäherungen, die eine Vielzahl weiterer Fragen nach sich ziehen und damit ein ganzes Forschungsfeld eröffnen und anregen. Die extremste Grenzerfahrung ist hierbei sicherlich der eigene Tod. Nahtoderfahrungen geht Wittmann daher unter anderem im Buch nach, mit erstaunlichen Beobachtungen. Wenn er von jener Patientin spricht, deren Gehirn für eine Operation blutentleert und gekühlt wurde, mithin der klinische Tod herbeigeführt wurde und dennoch nach der Operation von eben jener Patientin Eindrücke geschildert wurden vom Stillstand der Zeit, der Verdichtung des Moments, aber auch dessen, was um sie herum während der Operation geschehen ist. Bewusste Erfahrung ohne Hirntätigkeit? Und das unter einer ganz anderen „Zeiterfahrung“? Ein vom biologischen Funktionieren abgelöstes Bewusstsein, das auch auf einer anderen Zeitebene zu erleben scheint? Hoch interessante Fragen für Psychologie und Neurowissenschaften, die Wittmann nicht nur an solchen sehr extremen Fallbeispielen aufwirft, sondern schon bei der Grenzerfahrung der „normalen“ Langweile bis hin zur bewussten Meditation, Mystik oder dem Erleben unter bestimmten Drogen aufweist. Man könnte als Faustregel herauslesen, dass, je näher der Mensch nur sich selbst kommt, nur sich selbst wahrnimmt, je mehr der reine Augenblick erlebt wird und Erinnerung und Erwartung aus dem Kopf geraten, desto langsamer und verdichteter wird das Zeitempfinden bis fast zum Stillstand hin. Oder umgekehrt: Je „langweiliger“ es dem Menschen wird, je mehr die Zeit zu stehen scheint oder nur zäh vergeht, desto näher kommt der Mensch sich selbst und seinem „Selbst-Bewusstsein“. Das alles ist kein einfacher Stoff, den Wittmann hier wissenschaftlich argumentiert vorlegt. Die Lektüre bedarf eines gewissen Abstraktionsvermögens und einer hohen Konzentration in ihren Verweis auf die möglichen Selbsterfahrungen in außergewöhnlichen Umständen (wie auch im Isolationstank). Eine Lektüre aber, die sich durchaus lohnt, schon in der ganz simplen Frage, worum es wirklich gehen könnte bei einer Existenz, die das „Ich“ möglichst intensiv wahrnehmen möchte. So das gewollt ist. Und eine Lektüre, die vor allem zeigt, dass die „Mainstream Antworten“ auf die eigene Existenz (möglichst viel „Ablenkung und Action“ zu finden im Tagesablauf) eines auf keinen Fall bewirkt: Näher zu sich selbst zu kommen.

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