Marcel Hänggi Ausgepowert

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Inhaltsangabe zu „Ausgepowert“ von Marcel Hänggi

Zurück in die ZukunftWenn wir nur über CO2-Bilanzen, Vor- und Nachteile von Sonne, Wind oder Atom sprechen, dann verpassen wir es, über wirkliche Alternativen zu sprechen. Eine solche Alternative könnte eine gerechtere Gesellschaft sein, in der die Starken weniger Macht hätten und die Schwachen weniger marginalisiert würden; eine Gesellschaft, in der die Menschen weniger konsumieren, aber mehr Zeit und Raum für sich haben; eine Gesellschaft mit teureren Lebensmitteln, aber weniger Hunger; eine freiere Gesellschaft.Dass das Verbrennen von Erdöl die Umwelt schädigt, wissen mittlerweile alle. Der hohe Energieverbrauch unserer Gesellschaft indes wird kaum je infrage gestellt: Wird Energie nur 'sauber' produziert, gilt sie als unproblematisch. Marcel Hänggi hinterfragt diesen Konsens und zeigt auf, dass wir den Klimawandel nur dann stoppen können, wenn wir unser Verhältnis zur Energie ändern. Denn Energie prägt die Art, wie wir Nahrung produzieren und uns ernähren; wie wir uns bewegen; wie wir konsumieren; wie die Macht in Wirtschaft und Politik arbeitet.

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  • Rezension zu "Ausgepowert" von Marcel Hänggi

    Ausgepowert

    WinfriedStanzick

    02. July 2011 um 11:06

    Von einem Nischenthema grün-ökologischer Zirkel in den siebziger Jahren hat sich der Klimawandel zu einem Thema der Weltpolitik gewandelt. 2007 wurde der Kampf gegen die Erderwärmung gar mit einem Oscar und einem Nobelpreis ausgezeichnet. Dennoch, so schrieb der Züricher Journalist Marcel Hänggi, in seinem Buch „Wir Schwätzer im Treibhaus“ 2008, ist die Bedrohung des Klimas größer als je zuvor und auch nach 20 Jahren internationaler Klimaverhandlungen sieht er keine einzige wirkliche Verhaltensänderung, die doch nötig wäre um einen Turnover einzuleiten. Die Aufwärmung der Erde geht rasanter vonstatten, als das die pessimistischsten Prognosen noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten hätten. Jänggi ging es damals nicht darum, mit dem Zeigefinger auf die USA und noch mehr auf China und Indien beispielsweise zu zeigen, deren Co 2 Ausstoß sich vervielfacht hat und alle Anstrengungen der europäischen Länder etwa zunichte macht. Hänggi ging es darum, aufzuzeigen, dass die Menschen in den industrialisierten Ländern, ihre Wissenschaftler, Wirtschaftsbosse und Politiker nach wie vor einem Denken verhaftet sind, das er als die eigentliche Bremse einer wirklichen Veränderung identifizierte. Wir denken nämlich, und dabei sind die Grünen oder hochgelobten Vordenker wie Al Gore geradezu die Vorreiter, beim Klima und dessen Schutz instrumentell, wie ich das nennen möchte. Alle Lösungen der Probleme vom Wachstum etwa und der vom technischen Fortschritt zu erhoffen ist der entscheidende Denkfehler. Ob da die Rede ist vom "umweltfreundlichen Auto", von erneuerbaren Energien, hier ist Deutschland absoluter und stolzer Spitzenreiter, oder von mehr Energieeffizienz, immer wird immer mehr getan und verbraucht, wo es, so Hänggi, darum ginge, immer weniger zu tun. "Es gibt ein würdiges Leben ohne Flugreisen", sagt er, und kann es sich leisten. Ein deutscher Finanzminister hat vor einigen Jahren mit weniger deutlichen Bemerkungen in diese Richtung fast sein Amt aufs Spiel gesetzt. Hänggi entzaubert mit vielen Beispielen die Rede und die Thesen von der Energieeffizienz als die eigentliche Ursache und geradezu den Motor des klimaschädigenden Wachstums. Er hört nicht auf, gegen dieses "immerwährende Mehr" auch in alternativen Szenarien zu wettern. Es brauche nicht mehr erneuerbare Energien, sagt er, nicht noch mehr Öko-Autos, sondern es geht einzig und allein um weniger Treibhausgase. Das aber lässt sich nicht erreichen durch Effizienz oder Emissionshandel, sondern durch geringeren Verbrauch und Förderung. Doch das Buch hatte bei aller scharfer Analyse eine große Schwäche: es konnte nicht aufzeigen, "wie eine Volkswirtschaft denn organisiert werden kann, deren Sozialprodukt schrumpft, ohne dass sie zusammenbricht." Dass weniger mehr sei, darauf haben in der ersten Ökologiebewegung schon viel hingewiesen (Schumacher, Small is beautiful war ein Kassenschlager), aber ich persönlich habe ehrlich gesagt keine Hoffnung, dass Menschen freiwillig verzichten, wenn andere gleichzeitig so weitermachen. Außerdem darf man nicht gering achten, dass die Früchte des Wachstums massenhaft Loyalitäten binden, die die Politik und Wirtschaft braucht, um ihre Macht zu erhalten. Mit weniger glücklicher zu leben war immer schon auf kleine Gemeinschaften und Einzelne beschränkt, die sich losgelöst hatten, entweder politisch, meistens aber spirituell begründet , vom Mainstream des Materialismus. Massenfähig ist so etwas in der Geschichte noch nie gewesen. Doch Hänggi gibt nicht auf. In seinem neuen, eben wieder bei Rotpunkt in Zürich erschienenen sehr viel umfangreicheren Buch „Ausgepowert“ will er „das Ende des Ölzeitalters als Chance“ begreifen Und er zitiert zu Beginn Tony Judt aus dem Buch „Dem Land geht es schlecht“: „Irgendetwas ist grundfalsch an der Art und Weise, wie wir heutzutage leben., Seit dreißig Jahren verherrlichen wir eigennütziges Gewinnstreben (…) Wir wissen was die Dinge kosten, aber wir wissen nicht, was sie wert sind. Bei einem Gerichtsurteil oder einem Gesetz fragen wir nicht , ob es gut ist. Ob es gerecht und vernünftig ist. Ob es zu einer besseren Gesellschaft, zu einer besseren Welt beitragen wird. Früher waren das die entscheidenden politischen Fragen, auch wenn es keine einfachen Antworten gab. Wir müssen wieder lernen, diese Fragen zu stellen.“ Bei aller Skepsis, die ich auch nach drei Jahren auch den im neuen Buch vorgeschlagen Wege noch habe, , eines spüre ich mit jedem Jahr meines Leben mehr: es wird tatsächlich keinen anderen Weg geben. Auch wenn es zunächst nur wenige sind … Auch die Menschen, die als erste einer noch viel größeren Gedanken- und Lebenswende vertrauten in der Nachfolge Jesu, waren nur wenige.

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