Marcel Hunecke Psychologie der Nachhaltigkeit

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Inhaltsangabe zu „Psychologie der Nachhaltigkeit“ von Marcel Hunecke

Geld und Konsum allein machen bekanntlich nicht glücklich. Wie und wodurch aber erlangen wir Lebenszufriedenheit jenseits von materiellem Konsum und Wirtschaftswachstum? Und wie lässt sich das Wissen über die Ursachen des subjektiven Wohlbefindens für die Förderung nachhaltiger Lebensstile nutzen? Dem Umweltpsychologen Marcel Hunecke gelingt es, die bisher in der Nachhaltigkeitsforschung eher vernachlässigten Erkenntnisse der Positiven Psychologie und der ressourcenorientierten Beratung systematisch für die sozial-ökologische Forschung zu erschließen. Dabei identifiziert er sechs wesentliche psychische Ressourcen zur Förderung nachhaltiger Lebensstile: Genussfähigkeit, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Sinnkonstruktion und Solidarität. Praktische Relevanz erhalten seine Untersuchungen indem er zeigt, wie diese Ressourcen in Gesundheitsförderung, Beratungs- und Coachingprozessen, Schulen und Hochschulen, Unternehmen und Non-Profit-Organisationen und generell im Gemeinwesen anwendbar sind.

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    Psychologie der Nachhaltigkeit

    michael_lehmann-pape

    08. August 2013 um 15:46

      „Das Individuum im Nachhaltigkeitskontext“ ist, was Hunecke im vorliegenden Buch sehr systematisch zum Mittelpunkt seiner Betrachtungen setzt.   Einerseits wissend, dass Lebenszufriedenheit ein wichtiges Moment im menschlichen Leben ist, ebenso auch, dass materieller Konsum eine solche Lebenszufriedenheit nicht wirklich herzustellen vermag, andererseits aber auch klar darüber, dass Menschen zunächst sich dieser „Krücken“ bedienen und weiterbedienen werden, wenn nicht andere, sinnvolle, praktisch umsetzbare alternative Wege für eine Lebenszufriedenheit gesehen und wahrgenommen werden können.   Diese individuelle Ebene der Lebenszufriedenheit verknüpft Hunecke nun überzeugend mit dem zweiten, großen Thema, der Nachhaltigkeit. Einen Lebensweg zu wählen, der Zufriedenheit schafft, der aus der Falle ständig offen gehaltener Konsumwünsche herausführt und dadurch dem, was tatsächlich zufrieden macht, näherkommt und zudem im ökologischen Sinne Nachhaltigkeit in sich trägt.   Einen solchen Weg zu finden und zu gehen benötigt innere Ressourcen, diese zu benennen und in ihrer Wirksamkeit aufzuzeigen ist der innere Weg dieses Buches.   Wichtig für diesen Weg ist die deutliche Förderung „immaterieller Zufriedenheitsquellen“, die Hunecke nun nicht zwanghaft „missionieren“ will, sondern als „Befähigungsansätze“ versteht. Wohl wissend und ebenso klar betonend, dass es im Rahmen dieses Buches dann auch nur um den individuellen Bereich des Menschen gehen, einiges wichtige und wesentliche für den Bereich der Nachhaltigkeit ist der individuellen Ebene enthoben und auf politischer und öffentlicher Ebene angesiedelt.   Mit einer fundierten Betrachtung vor allem der Positiven Psychologie und der Ressourcenorientierten Beratung filtert Hunecke erste Erkenntnisse für einen solchen Weg von Zufriedenheit und Nachhaltigkeit heraus, entfaltet im Folgenden die „Genuss-Ziel-Sinn-Theorie des subjektiven Wohlbefindens“, in der er Gedanken Seligmanns aufnimmt und verändernd für seine Zielrichtung präzisiert. Drei Strategien hält Hunecke fest: Positive Emotionen, Engagement (im Sinne eines Erreichens selbstgesteckter Ziele) und Sinn. Eine möglichst gute Balance dieser drei Strategien ergäbe eine hohe Förderung einer nachhaltigen Lebensweise.   Zur Umsetzung der Strategien setzt Hunecke Genussfähigkeit, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Sinnkonstruktion und Solidarität als wichtige und vorhanden, aber zu entfaltende Ressourcen des Menschen vor die Augen des Lesers.   Trotz der anspruchsvollen Sprache des Buches sind die jeweiligen Erläuterungen und Begründungen schlüssig nachzuvollziehen  und bieten eine fundierte Synthese von positiver Psychologie, ressourcenorientierter Denkweise und Handlung im Sinne eines zu entfaltenden zufriedenen und nachhaltigen individuellen Lebensstils.   Wo und wie die Förderung dieser Strategien und Ressourcen sich verankern sollten (auf individueller und organisationaler Ebene) führt Hunecke im Folgenden ebenso im Buch aus, wie er differenziert auf die Möglichkeiten und Grenzen der Förderung psychischer Ressourcen für nachhaltige Lebensstile verweist.   Ein interessantes Buch mit einem interessanten Ansatz, in dem die Trennung zwischen einem „Ich will anders als ich müsste“ oder „Ich muss anders, als ich wollte“ in überzeugender Weise aufgehoben werden und die methodischen Möglichkeiten für einen Lebensstil, der einerseits zufriedener macht als es materielle Dinge bisher vermochten und die notwendige Entfaltung eines nachhaltigen Lebensstiles überzeugend in eins setzt.

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