Erstens ist zu sagen, dass dieses schmale Büchlein sehr fundiert ist - der Autor ist Anthropologe, Philosoph und Religionswissenschaftler. Damit hebt sich das Buch sehr gut vom mehr oder weniger banalen Esoterik-Brei ab, den man sonst so in den Regalen findet. Prinzipiell geht es Messing darum, darzustellen, dass das Leben an sich reine Energie ist, die man am Besten spürt, wenn man alles Begehren ausschaltet und sich für die reine Liebe öffnet. Zwar habe ich ähnliche Erfahrungen bei der Meditation gemacht, aber die Ausführungen des Autors, dass wir eigentlich keine Persönlichkeit haben und alles auf der Welt eigentlich Nichts ist, fand ich doch etwas pessimistisch, auch wenn es der Autor positiv auszudrücken versucht. Auch bleibt das Buch sehr theoretisch-predigerhaft, und praktische Ratschläge gibt es fast keine. Konsequent argumentiert Messing allerdings auch, dass Religion meist eine Illusion ist, und, dass wer die Lebensenergie spüren will, nicht in einen Tempel zu gehen braucht, was ich wiederum sehr interessant fand. Schlussendlich habe ich gemischte Gefühle gegenüber dem Buch, aber interessant war es allemal.
Rezension zu "Unwegsamens Land" von Marcel Messing


