Marcel Proust

 4,1 Sterne bei 300 Bewertungen
Autorenbild von Marcel Proust (©Gemeinfrei)

Lebenslauf

Valentin Louis Georges Eugène Marcel Proust wurde 1871 in Paris geboren. Der Schriftsteller und Sozialkritiker veröffentlichte in seinen 51 Jahren einige Romane, sein Hauptwerk war dabei "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", ein Roman der in sieben Bänden erschien und sich mit der subjektiven Welt des "Ich" beschäftigt. In dieser fiktiven Autobiograhie beschäftigt er sich vorwiegend mit dem Thema der Erinnerung, aber auch mit der mondän-dekadenten Gesellschaft der Jahrhundertwende. Dieses Motiv der versagenden Erinnerungen, kombiniert mit den Konsequenz der Subjektivität der menschlichen Wahrnehmung, macht Prousts Romane zu literaturhistorisch bedeutenden Werken. Proust beendete nach dem Gymnasium ein juristisches Studium ohne Examen, absolvierte aber einen geistenwissenschaftlichen Studiengang erfolgreich. !895 nahm er eine unbezahlte Stelle als Bibliothekar an. 1919 erhielt Proust den Prix Goncourt, die höchste französische Auszeichnung für Literatur. Außerdem wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Marcel Proust starb am 18. November 1922. Eine beachtliche Zahl seiner Jugendbriefe wurde seit 1926 posthum veröffentlicht.

Neue Bücher

Cover des Buches Klassische Moderne / Tage der Freuden (ISBN: 9783565375172)

Klassische Moderne / Tage der Freuden

Neu erschienen am 31.03.2026 als Taschenbuch bei epubli.
Cover des Buches Sommer (ISBN: 9789175898001)

Sommer

Neu erschienen am 25.03.2026 als Taschenbuch bei Novellix.

Alle Bücher von Marcel Proust

Cover des Buches Eine Liebe Swanns (ISBN: 9783935890229)

Eine Liebe Swanns

(36)
Erschienen am 01.03.2004
Cover des Buches In Swanns Welt (ISBN: 9783518391716)

In Swanns Welt

(30)
Erschienen am 06.10.2010
Cover des Buches Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (ISBN: 9783518468081)

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

(16)
Erschienen am 13.09.2017
Cover des Buches Werke. Frankfurter Ausgabe (ISBN: 9783518474068)

Werke. Frankfurter Ausgabe

(8)
Erschienen am 20.11.2024
Cover des Buches Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (ISBN: 9783518468302)

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

(9)
Erschienen am 13.09.2017

Neue Rezensionen zu Marcel Proust

Cover des Buches Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (ISBN: 9783518468081)
gagijus avatar

Rezension zu "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Marcel Proust

gagiju
Spricht mich nicht an

Schon sehr lange stand dieses Buch auf meiner Lese-wunschliste, wird es doch als MUSS und Kultbuch seit Jahrzehnten gehyped.

Ich halte mich für einen literarisch sehr interessierten Menschen, der sich für eine kunstvolle Sprache begeistern kann. Aber dieses Buch hat mich tatsächlich an meine Grenzen gebracht. Ich habe mich regelrecht Seite für Seite hindurch gequält. Und war erleichtert, als es zu Ende war.

Ja, es gibt stellenweise sehr schöne, poetische, philosophische und kluge Stellen. Die sind jedoch meist einzelne Sätze - auch wenn sich diese schon einmal über zwei Seiten hinziehen können -. Aber der komplette Text ist für mich einfach zu langatmig und konnte mich in keiner Weise fesseln.

Vielleicht liegt es ja an der Übersetzung, aber ich kann die Begeisterung nicht teilen.

Cover des Buches Combray (ISBN: 9783458345787)
M

Rezension zu "Combray" von Marcel Proust

Malte_Hermann
Wo Erinnerung beginnt: Meine Rückkehr nach Combray mit Marcel Proust

Combray bildet den ersten Abschnitt von Marcel Prousts Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit und ist für mich der poetischste Einstieg in eine literarische Welt, in der Zeit nicht gemessen, sondern empfunden wird.

In Combray erinnert sich der Ich-Erzähler an seine Kindheit in dem gleichnamigen Dorf, das sinnbildlich für den Ursprung seiner Identität steht. Proust (Mehr zu Proust: https://love-books-review.com/de/rezensionen-nach-autor/marcel-proust/ ) entfaltet diese Welt nicht chronologisch, sondern durch die berühmte unwillkürliche Erinnerung – ausgelöst durch das Eintauchen einer Madeleine in Tee. Dieses scheinbar banale Sinneserlebnis öffnet ein Tor in die Vergangenheit, und genau das macht den Text so besonders: Hier beginnt Literatur nicht mit Handlung, sondern mit Empfindung.

Was mich als Lesenden sofort gefesselt hat, ist die außergewöhnliche Tiefe, mit der Proust Orte, Menschen und Gefühle beschreibt. Combray wird nicht nur erinnert – es wird wiedererlebt. Die Figuren, insbesondere die Mutter, Großmutter und die schrullige Tante Léonie, sind Träger emotionaler Bindung, aber auch Spiegel innerer Entwicklung.

Prousts Sprache ist reich, verschachtelt, fast musikalisch. Sie verlangt Geduld – und belohnt mit feinstem psychologischen Gespür. Combray ist weniger Erzählung als Zustand.

In dieser Rückschau offenbart sich auch Prousts zentrale Fragestellung: Wie lässt sich das Vergangene bewahren, ohne es zu verfälschen?

Für mich war Combray nicht nur der Anfang einer großen Lektüreerfahrung, sondern ein stiller Beweis, dass Erinnern ein schöpferischer Akt ist. Proust zeigt: Die wahre Reise beginnt nicht im Außen, sondern im Innern.

Cover des Buches Eine Liebe von Swann (ISBN: 9783518012673)
Klugscheissers avatar

Rezension zu "Eine Liebe von Swann" von Marcel Proust

Klugscheisser
Ein Gott der Sprache

„Eine Liebe von Swann“

ist der Mittelteil des ersten, 1913 erschienenen Bandes von insgesamt sieben Bänden des epischen Mammutwerkes „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ des französischen Autors Marcel Proust und spielt in der gehobenen Gesellschaft im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Im Mittelpunkt steht der erbreiche und gebildete Müßiggänger Swann, der "..in oberflächlichen Vergnügungen die Gaben seines Geistes verschwendet."

Sein Verhältnis zu den Frauen beschreibt Proust mit der folgenden seiner großartigen Metaphern: „Er baute nicht Hütten in dem, was er sich in Beziehungen geschaffen hatte, sondern schlug…überall da, wo eine Frau ihm gefiel eines jener leicht abzumontierenden Zelte auf…“

Nachdem Swann in punkto Frauen die Weide des französischen Adels abgegrast hatte, wendet er sich nun den Damen niedrigerer Schichten zu und lernt die Halbweltdame Odette de Crécy kennen, die es in höhere Kreise geschafft hat. Obwohl er an ihrem Äußeren einiges Auszusetzen hat, beginnt er ein Verhältnis und verliebt sich allmählich in sie bis seine Liebe „inoperabel“ geworden ist und es beginnt ein amouröses Katz- und Maus-Spiel zwischen beiden.

„Was Proust hier bietet, ist die subtilste, die genaueste Beschreibung und Analyse der Liebe, welche wir aus der neueren Literatur kennen. So genau und erschöpfend, daß man sich mit Recht gefragt hat, ob der Literatur nach Proust in dieser Hinsicht überhaupt noch etwas zu tun übrigbleibt.« (Rudolf Hartung)

Wenn Thomas Mann, die Menschen mit ihren Gefühlen, ihrem Wesen und Verhalten mit der Lupe beobachtet, dann legt Marcel Proust diese unter das Elektronenmikroskop. Wie ein Präparator zerlegt Proust die Gefühle, Motive und soziale Strukturen und Interaktionen in ihre kleinsten Bestandteile und untersucht diese aufs Genaueste und läßt es dabei nicht an äußerst unterhaltsamer Ironie fehlen.

In wahren Satzlabyrinthen in grandioser präzisier Sprache und mit laufender Aneinanderreihung von  Metaphern und Vergleichen dringt er ins innerste Wollen und Sein der Figuren vor.

Sie lieben Action und normal lange Sätze ? Thomas Mann war Ihnen zu langatmig und detailverliebt ? Dann lassen sie die tunlichst die Finger von Proust, denn sonst werden sie sich am Ende des Buches selbst auf die Suche nach Ihrer verlorenen Zeit machen müssen.

Wenn aber die Liebe zur Sprache und zum Philosophieren und Psychologisieren, sowie eine Vorliebe für nicht enden wollende Sätze Ihr Himmelreich sind, dann werden Sie dieses mit Proust betreten, denn dort ist er Gott.

Mich hat das nachlässige Wesen von Proust's Odette an Clawdia Chauchat in Thomas Mann’s Zauberberg erinnert. Ob sich hier Mann von Proust „inspirieren“ ließ, ist nicht bekannt.

Ich kann nicht anders, als 5 Sterne vergeben. 5 für Sprache, Philosophie und Psychologie.

Gespräche aus der Community

Hat überhaupt irgendwer hier bei Lovelybooks Prousts gesamte "Suche nach der verlorenen Zeit" gelesen? Wenn ja, dann wie (in einem Rutsch, alle 7 Bände hintereinander oder über viele Jahre hinweg)?
Zum Thema
14 Beiträge
Fauns avatar
Letzter Beitrag von  Faun
Bücher, in die man sich nicht hineinkämpfen muss, lohnen nicht. Irgendwann löst sich der Kampf in Geniessen auf, ein ähnlicher Effekt soll sich ja angeblich auch beim Marathonlaufen einstellen ;-) Den "Ulysses" habe ich zuerst mit ca. 14 gelesen (in einer deutschen Übersetzung). Ich fand den Stil bzw. die Erzählweise zwar faszinierend, aber Vieles habe ich nicht verstanden, zumal ich damals gar nicht wusste, dass Ulysses der englische Name für Odysseus ist, ich also auch nicht verstanden habe, dass Mr. Bloom seine persönliche Odyssee an einem Tag durchlebt, obwohl ich Ilias und Odyssee (in Prosa aufgelöst, als so eine Art Volksbuch) vorher bereits mehrmals gelesen hatte. Ungefähr 20 Jahre später habe ich den "Ulysses" im englischen Original gelesen, dann schon mit wesentlich mehr Genuss und weniger Kampf. Ich bin mal gespannt, wie lange es bis nächsten Durchgang dauert ;-) Falls man sich noch etwas "motivieren" muss, den "Ulysses" zu lesen, empfehle ich die Lektüre von Arno Schmidts (Funk)Essays, insbesondere "Der Triton mit dem Sonnenschirm" und "Das Buch Jedermann". Die wahre Herausforderung ist dann natürlich noch "Finnegan's Wake", auch dazu gibt es etwas von Arno Schmidt ("Das Geheimnis von Finnegans Wake"). Laut Schmidt hat das Werk von Joyce "zwei Gipfel", "Finnegans Wake" und "Ulysses", wobei hier "Gipfel" in erster Linie etwas mit Erklimmen zu tun hat! Aber Vorsicht!: Auch in Arno Schmidt (der ja selbst mit "Zettels Traum" ein Werk von odysseeischen Ausmaßen verfasst hat) muss man sich hineinkämpfen ;-)

Zusätzliche Informationen

Marcel Proust wurde am 09. Juli 1871 in Paris (Frankreich) geboren.

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