Schon sehr lange stand dieses Buch auf meiner Lese-wunschliste, wird es doch als MUSS und Kultbuch seit Jahrzehnten gehyped.
Ich halte mich für einen literarisch sehr interessierten Menschen, der sich für eine kunstvolle Sprache begeistern kann. Aber dieses Buch hat mich tatsächlich an meine Grenzen gebracht. Ich habe mich regelrecht Seite für Seite hindurch gequält. Und war erleichtert, als es zu Ende war.
Ja, es gibt stellenweise sehr schöne, poetische, philosophische und kluge Stellen. Die sind jedoch meist einzelne Sätze - auch wenn sich diese schon einmal über zwei Seiten hinziehen können -. Aber der komplette Text ist für mich einfach zu langatmig und konnte mich in keiner Weise fesseln.
Vielleicht liegt es ja an der Übersetzung, aber ich kann die Begeisterung nicht teilen.
Marcel Proust

Lebenslauf
Neue Bücher
Klassische Moderne / Tage der Freuden
Sommer
Alle Bücher von Marcel Proust
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Band 1
Eine Liebe Swanns
In Swanns Welt
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Frankfurter Ausgabe
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Frankfurter Ausgabe
Werke. Frankfurter Ausgabe
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Neue Rezensionen zu Marcel Proust
Combray bildet den ersten Abschnitt von Marcel Prousts Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit und ist für mich der poetischste Einstieg in eine literarische Welt, in der Zeit nicht gemessen, sondern empfunden wird.
In Combray erinnert sich der Ich-Erzähler an seine Kindheit in dem gleichnamigen Dorf, das sinnbildlich für den Ursprung seiner Identität steht. Proust (Mehr zu Proust: https://love-books-review.com/de/rezensionen-nach-autor/marcel-proust/ ) entfaltet diese Welt nicht chronologisch, sondern durch die berühmte unwillkürliche Erinnerung – ausgelöst durch das Eintauchen einer Madeleine in Tee. Dieses scheinbar banale Sinneserlebnis öffnet ein Tor in die Vergangenheit, und genau das macht den Text so besonders: Hier beginnt Literatur nicht mit Handlung, sondern mit Empfindung.
Was mich als Lesenden sofort gefesselt hat, ist die außergewöhnliche Tiefe, mit der Proust Orte, Menschen und Gefühle beschreibt. Combray wird nicht nur erinnert – es wird wiedererlebt. Die Figuren, insbesondere die Mutter, Großmutter und die schrullige Tante Léonie, sind Träger emotionaler Bindung, aber auch Spiegel innerer Entwicklung.
Prousts Sprache ist reich, verschachtelt, fast musikalisch. Sie verlangt Geduld – und belohnt mit feinstem psychologischen Gespür. Combray ist weniger Erzählung als Zustand.
In dieser Rückschau offenbart sich auch Prousts zentrale Fragestellung: Wie lässt sich das Vergangene bewahren, ohne es zu verfälschen?
Für mich war Combray nicht nur der Anfang einer großen Lektüreerfahrung, sondern ein stiller Beweis, dass Erinnern ein schöpferischer Akt ist. Proust zeigt: Die wahre Reise beginnt nicht im Außen, sondern im Innern.
„Eine Liebe von Swann“
ist der Mittelteil des ersten, 1913 erschienenen Bandes von insgesamt sieben Bänden des epischen Mammutwerkes „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ des französischen Autors Marcel Proust und spielt in der gehobenen Gesellschaft im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Im Mittelpunkt steht der erbreiche und gebildete Müßiggänger Swann, der "..in oberflächlichen Vergnügungen die Gaben seines Geistes verschwendet."
Sein Verhältnis zu den Frauen beschreibt Proust mit der folgenden seiner großartigen Metaphern: „Er baute nicht Hütten in dem, was er sich in Beziehungen geschaffen hatte, sondern schlug…überall da, wo eine Frau ihm gefiel eines jener leicht abzumontierenden Zelte auf…“
Nachdem Swann in punkto Frauen die Weide des französischen Adels abgegrast hatte, wendet er sich nun den Damen niedrigerer Schichten zu und lernt die Halbweltdame Odette de Crécy kennen, die es in höhere Kreise geschafft hat. Obwohl er an ihrem Äußeren einiges Auszusetzen hat, beginnt er ein Verhältnis und verliebt sich allmählich in sie bis seine Liebe „inoperabel“ geworden ist und es beginnt ein amouröses Katz- und Maus-Spiel zwischen beiden.
„Was Proust hier bietet, ist die subtilste, die genaueste Beschreibung und Analyse der Liebe, welche wir aus der neueren Literatur kennen. So genau und erschöpfend, daß man sich mit Recht gefragt hat, ob der Literatur nach Proust in dieser Hinsicht überhaupt noch etwas zu tun übrigbleibt.« (Rudolf Hartung)
Wenn Thomas Mann, die Menschen mit ihren Gefühlen, ihrem Wesen und Verhalten mit der Lupe beobachtet, dann legt Marcel Proust diese unter das Elektronenmikroskop. Wie ein Präparator zerlegt Proust die Gefühle, Motive und soziale Strukturen und Interaktionen in ihre kleinsten Bestandteile und untersucht diese aufs Genaueste und läßt es dabei nicht an äußerst unterhaltsamer Ironie fehlen.
In wahren Satzlabyrinthen in grandioser präzisier Sprache und mit laufender Aneinanderreihung von Metaphern und Vergleichen dringt er ins innerste Wollen und Sein der Figuren vor.
Sie lieben Action und normal lange Sätze ? Thomas Mann war Ihnen zu langatmig und detailverliebt ? Dann lassen sie die tunlichst die Finger von Proust, denn sonst werden sie sich am Ende des Buches selbst auf die Suche nach Ihrer verlorenen Zeit machen müssen.
Wenn aber die Liebe zur Sprache und zum Philosophieren und Psychologisieren, sowie eine Vorliebe für nicht enden wollende Sätze Ihr Himmelreich sind, dann werden Sie dieses mit Proust betreten, denn dort ist er Gott.
Mich hat das nachlässige Wesen von Proust's Odette an Clawdia Chauchat in Thomas Mann’s Zauberberg erinnert. Ob sich hier Mann von Proust „inspirieren“ ließ, ist nicht bekannt.
Ich kann nicht anders, als 5 Sterne vergeben. 5 für Sprache, Philosophie und Psychologie.
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Marcel Proust wurde am 09. Juli 1871 in Paris (Frankreich) geboren.
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