Marcel Reich-Ranicki

 4.3 Sterne bei 375 Bewertungen
Autor von Mein Leben, Thomas Mann und die Seinen und weiteren Büchern.
Marcel Reich-Ranicki

Lebenslauf von Marcel Reich-Ranicki

Marcel Reich-Ranicki wurde am 2. Juni 1920 in Polen geboren. Berühmt wurde er vor allem durch die TV-Serie "Das Literarische Quartett", das er insgesamt 13 Jahre moderierte. Auch noch nach seinem Tod gilt Reich-Ranicki als einer der wichtigsten Literaturkritiker überhaupt und war vielen als der "Literaturpapst" schlechthin bekannt. In seiner Biografie berichtet er von seinem spannenden Leben, das in seiner Jugend stark von den Auswirkungen des zweiten Weltkrieges geprägt wurde. Neben dem Dasein als Autor, war Reich-Ranicki auch als Herausgeber tätig. Für sein Schaffen und seine Verdienste erhielt er Zeit seines Lebens zahlreiche Ehrungen, unter anderem den Thomas-Mann-Preis, den Hessischen Verdienstorden und die Goldene Kamera. Zuletzt lebte der Literaturkritiker in Frankfurt, wo er am 18. September 2013 nach einem Krebsleiden verstarb.

Alle Bücher von Marcel Reich-Ranicki

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Mein Leben

Mein Leben

 (237)
Erschienen am 09.01.2012
Thomas Mann und die Seinen

Thomas Mann und die Seinen

 (8)
Erschienen am 01.04.2007
Meine Geschichte der deutschen Literatur

Meine Geschichte der deutschen Literatur

 (6)
Erschienen am 14.11.2016
Die besten deutschen Gedichte

Die besten deutschen Gedichte

 (5)
Erschienen am 21.10.2012
Über Literaturkritik

Über Literaturkritik

 (5)
Erschienen am 26.06.2002
Ein Jüngling liebt ein Mädchen

Ein Jüngling liebt ein Mädchen

 (6)
Erschienen am 26.03.2001
Die besten deutschen Erzählungen

Die besten deutschen Erzählungen

 (5)
Erschienen am 21.06.2010

Neue Rezensionen zu Marcel Reich-Ranicki

Neu
D

Rezension zu "Mein Leben" von Marcel Reich-Ranicki

Respekt vor diesem Mann.
DerBergvor 6 Monaten

Beeindruckende Biografie - man hört beim Lesen seine Stimme!

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Rezension zu "Meine deutsche Literatur seit 1945" von Marcel Reich-Ranicki

Ein Ausflug in die deutsche Literaturgeschichte nach 45
Franzis2110vor 3 Jahren

Marcel Reich-Ranicki war ein halbes Jahrhundert lang einer der erfolgreichsten und bedeutendsten aber auch einer der umstrittensten deutschen Literaturkritiker. Er hat die literarische Nachkriegszeit wie kein anderer bis in das 21. Jahrhundert geprägt. Er war Teil der „Gruppe 47“, schrieb Kritiken für Feuilletons einflussreicher Zeitungen und war Teil des populären „Literarischen Quartett“ das wohl jeder von uns Buchfreunden kennt. 2014 erschien bereits der Band zur Geschichte der Literatur seit dem Mittelalter. „Meine deutsche Literatur seit 1945“, das von Thomas Anz herausgegeben wurde, beschäftigt sich mit der Literatur der Nachkriegszeit und DDR bis hin zur Gegenwart, also mit der tpyischen Gegenwartsliteratur.

„Das außergewöhnliche intensive Interesse deutscher Autoren Anfang der sechziger Jahre für psychiatrische Motive ist also vollauf begreiflich – und dennoch beunruhigend. Bisweilen will es nämlich scheinen, dass wir es hier mit zwar naheligenden, aber auch bequemen literarischen Lösungen zu tun haben.“ (S. 34) – Aus Die deutschen Schriftsteller und die deutsche Wirklichkeit.

Wir haben eine hervorragende und bunt gemsichte Auswahl an Essays und Kritiken von Marcel Reich-Ranicki vor uns, die zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören. Wir bekommen Einblicke in Lobreden, die bei ihm wahrlich selten sind, und seine Verrisse bekannter, für uns sehr großer Schrifsteller, die mit viel Ironie und Sarkasmus gespickt sind. Dabei sind sie aber immer ehrlich, tiefgründig und gerecht. Trotz teilweiser sehr harrscher Worte kann man Reich-Ranicki doch nie böse sein, denn er nimmt ein Buch richtig auseinander. Er zersetzt es, analysiert es, setzt es wieder zusammen und bringt es ihn den geschichtlichen, gesellschaftlichen Kontext und berücksichtigt dabei immer auch das Gesamtwerk und die Lebensgeschichte, den Werdegang eines jeden Autors. Nachrufe, Laudatien und Berichte aus Treffen der Gruppe 47 sowie Teile aus dem berühmten Literarischen Quartett runden diese exzellente Auswahl ab.

„Neben dem Hang zum Sachlichen und zum Nüchternen kann man den Debütanten der sechziger Jahre auch einen sicheren Blick für reale Gegebenheiten und für konkrete gesellschaftliche Milieus nachsagen.“ (S. 36) – Aus Die deutschen Schriftsteller und die deutsche Wirklichkeit.

„Meine deutsche Literatur seit 1945“ ist kein leichtes Buch, dass man einfach mal zwischenrein liest. Es ist ein Zeugniss der deutschen Literaturgeschichte. Hautnah erleben wir den Wandel in der Literatur der Nachkriegszeit bis heute, die viel die Kriegszeiten und die DDR als Rahmen hat. Egal ob Verriss oder Lobrede, Reich-Ranicki bleibt sich dabei immer treu, ganz egal, ob das Buch bereits gelobt wurde oder nicht. Er steht zu seinem Standpunkt und begründet dabei jedes Detail, das ihm wichtig ist. Gerade die Kritiken zu Beginn des Buches schweifen dabei oft sehr ausführlich in die Umwelt ab und in die Gegebenheiten unter denen die Geschichte entstand. Sehr interessant waren für mich vor allem die Aritkel, in denen es um die Literatur und Literaturkritik selbst geht, wie beispielsweise „Kritik auf den Tagungen der Gruppe 47“.

„Dieses Buch ist eine Provokation und eine unglaubliche Zumutung. Dieser Anfänger ist eine ganz große Hoffnung.“( S. 65) – Aus Ein Eisenbahner aus der DDR: Zu Uwes Johnsons Roman „Mutmaßungen über Jakob“.

Zwar habe ich mehrer Wochen gebraucht, um diese Auswahl von Marcel Reich-Ranickis wichtigsten Texten zu lesen, aber es waren einige spannende Wochen durch die Welt der deutschen Literatur seit 1945. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der einen Einblick in Reich-Ranickis Gedanken und in die deutsche Literaturgeschichte der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart möchte.

„[…] Er wird immer wieder geschwätzig. Wäre der Roman um mindestens zweihundert Seiten kürzer, es wäre – wenn auch sicher kein bedeutendes Werk – doch weit besser.“ (S. 70) – Aus Auf gut Glück getrommelt: Spielereien und Schaumschlägereien verderben die Zeitkritik des Günter Grass.

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Rezension zu "Über Literaturkritik" von Marcel Reich-Ranicki

Die Wurzeln der Kritik
Eva-Maria_Obermannvor 3 Jahren

Reich-Ranicki geht systematisch vor und der Kritik dabei auf den Grund. Er beginnt bei den von ihm aufgezeigten Anfängen der Kritik in Deutschland und zitiert dabei einen französischen Aufsatz, der die Deutschen ganz schön schlecht wegkommen lässt. Die Unfähigkeit der Deutschen zur Kritik und auch die große Gegenwehr der deutschen Autoren wird dabei durch verschiedene Beispiele und Zitate belegt. Reich-Ranicki ist dabei aber nicht dogmatisch, sondern lässt Raum und wägt das für und wieder ab.

Dadurch wird der Essay zu einem interessanten, aber nicht rein wissenschaftlichen Werk. Vielmehr ist er für ein breiteres Publikum zugänglich, verständlich und mit Beispielen und einem klaren roten Faden durchaus gelungen. Dass er dabei vor allem in der Geschichte bleibt und lediglich zuletzt, in Bezug zu seinen eigenen Erfahrungen als Autor in die Gegenwart rutscht, mag dem Anspruch des Textes zu verschulden sein, lässt den Text aber etwas historisch wirken und die Frage nach der „aktuellen“ Position der Kritik bleibt.

Gleichzeitig zeigt sich hier der größte Raum des Essays, denn indem Reich-Ranicki zugibt, als Autor ebenso hart an Kritik kauen zu haben, wie alle, die er im Laufe der Zeit kritisiert hat, öffnet sich der Text der Gefühlsebene, die bei wissenschaftlichen Texten oft kurz kommt. Die eigene Verbindung und die Selbstwahrnehmung durch das eigene Werk machen Kritik, auch konstruktive, schwer anzunehmen, die Kritik selbst aber nicht weniger berechtigt.

Erstaunlich flüssig und angenehm zu lesen, wissensreich, aber nicht belehrend, ein durchweg gelungener Essay, der zurecht aus einem Buch von 1970 herausgesucht wurde. Wer sich mehr mit Literaturkritik auseinandersetzen möchte und auch ihren Wurzeln auf den Grund gehen will, ist hier genau richtig.

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Gespräche aus der Community

Neu
L
Die Autobiografie von Marcel Reich-Ranicki ist ebenfalls als Hörbuch erhältlich. Da diese nur 2 CDs beinhaltet, wollte ich euch fragen, ob die Kürzung den Inhalt stark beeinträchtigt? Komme leider in nächster Zeit nicht zum Lesen, wohl aber zu Hörbüchern (Außenhandelsvertreter). Würde mir aber gerne sein Werk anhören. Ein kleiner Trost: gelesen von MRR.
Letzter Beitrag von  Bella5vor 9 Jahren
Hb sind leider meistens gekürzt
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Marcel Reich-Ranicki wurde am 02. Juni 1920 in Wloclawek (Polen) geboren.

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