Marcel Theroux Far North

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(0)
(1)
(1)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Far North“ von Marcel Theroux

Out on the far northern border of a failed state, Makepeace patrols the ruins of a dying city and tries to keep its inhabitants in check. Into this isolated world comes evidence that life is flourishing elsewhere - a refugee from the vast emptiness of forest, whose existence inspires Makepeace to take to the road to reconnect with human society. (Quelle:'Flexibler Einband/03.06.2010')

Stöbern in Historische Romane

Die Fallstricke des Teufels

Muss man gelesen haben

winniehex

Das Geheimnis jenes Sommers

Ich habe es geliebt!

ChristinaOslo

Die Farbe von Milch

Unfassbar fesselnd - unfassbares Ende! Großartig!

Mondfrau

Das Fundament der Ewigkeit

ich war etwas enttäuscht

gelifi

Die fremde Königin

Hervorragende Fortsetzung der Reihe - eine Geschichtsstunde mit Genuss

Thommy28

Das Hexenzeichen

Sehr schön geschrieben,machte sehr viel Freude zu lesen und in die Zeit ein zu tauchen!

Katzenmicha

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine Geschichte, die sich schwer auf das Gewissen legt.

    Far North

    Wortmagie

    18. December 2015 um 12:26

    „Far North“ ist ein dystopischer Roman des Autors Marcel Theroux und lag lange, lange auf meinem SuB, bevor seine Zeit endlich gekommen war. Ich meine, ich habe es gekauft, kurz nachdem ich „Die Straße“ von Cormac McCarthy gelesen habe. Mein Verlangen nach düsteren Endzeitgeschichten war in dieser Phase enorm, da ich das Gefühl hatte, McCarthys Pulitzerpreis-gekröntes Meisterwerk habe mir eine ganz neue Welt der Literatur offenbart. Und auf gewisse Weise war das ja auch tatsächlich so. Mittlerweile ist meine Begeisterung für das Genre weniger euphorisch, doch hin und wieder lasse ich mich auch heute noch gern in eine dunkle, beunruhigende Zukunftsvision entführen. „Far North“ erschien mir die ideale Winterlektüre zu sein, voller Eis, Schnee und klirrender Kälte. Das Leben im hohen Norden ist kalt und hart. Die Einsamkeit ist ein ständiger Begleiter. Seit sich die Welt gegen die Menschen wandte, sind all die technischen Errungenschaften der vergangenen Jahrhunderte nur noch Erinnerungen. Das Land liegt brach und Siedlungen sind verlassen. Makepiece ist der letzte Mensch in Evangeline, bereit, das Dorf zu schützen und die Ordnung aufrecht zu erhalten. Eines Tages jedoch schleicht sich ein Schimmer Hoffnung in Makepiece‘s sorgsam gehütete Routine. Ein Flüchtling versteckt sich in Evangeline. Trotz anfänglichen Misstrauens ist die Bedeutung seiner Existenz unleugbar: es gibt noch immer Leben in der Welt. Mutig übergibt sich Makepiece der Wildnis, auf der Suche nach einer Zukunft. Doch Kälte und Härte finden sich nicht nur in der Natur, sondern auch in den Herzen der Menschen. Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig Dystopien aus der erwachsenen Literatur mit dystopischen Young Adult – Abenteuern gemeinsam haben. Nicht nur verzichten sie häufig vollständig auf die Fixierung auf Hauptfiguren, die Herangehensweise ist einfach komplett anders. Erwachsene Dystopien sind mahnend, drohend und geben mir beim Lesen das Gefühl, dass das Wesen der Menschheit unausweichlich zu ihrem Untergang führen wird. Das Erstaunliche daran ist, wie viel Hoffnung sich meist trotz dessen in diesen Geschichten versteckt. „Far North“ ist in seiner Reinheit außergewöhnlich. Es ist eine ruhige, leise Endzeitgeschichte, die tief in die Seele der Menschheit blickt und die in einer wunderschönen, atemberaubenden, wilden Landschaft spielt. Marcel Theroux hat die Atmosphäre des hohen Nordens hervorragend eingefangen und transportiert sie mühelos. Wer hätte gedacht, dass ein Dokumentarfilmer Bilder auch in einem anderen Medium so spielend in Szene setzen kann. An Makepiece’s Seite konnte ich den Schnee unter meinen Stiefeln knirschen hören und sah, wie mein Atem zu kleinen Wölkchen kondensierte. Ich konnte mir die überwältigende Natur lebhaft vorstellen und empfand Ehrfurcht angesichts all der unbeschreiblichen Schönheit, die selbst in der größten Katastrophe liegen kann. Worin genau diese Katastrophe besteht, lässt Theroux offen. Obwohl ich sonst unheimlich neugierig bin und darauf bestehe, alles zu wissen, gefiel mir diese Vagheit in „Far North“ sehr gut. Die Geschichte – Makepiece’s Geschichte – thematisiert das Hier und Jetzt, die Kaltherzigkeit der Menschen in ihrem Überlebenskampf, nicht die Vergangenheit. Es ist nicht wichtig, was mit der Erde passiert ist. Wichtig ist in diesem Roman nur, wie die Menschen mit der „neuen“ Situation umgehen. Interessanterweise glaube ich, dass Theroux selbst jedoch eine ziemlich eindeutige Vorstellung davon hat, was vorgefallen ist. Die wenigen Informationen, die er preisgibt, wirkten realistisch und gut durchdacht. Ich bewundere ihn für die mutige Entscheidung, seinen Leser_innen nicht alles zu offenbaren und dadurch den Fokus strikt auf seiner Botschaft zu halten. Diese hat in meinen Augen fast etwas Darwinistisches. Nur, wer sich anpasst, überlebt. Wie allerdings nicht anders zu erwarten, gelingt das den meisten Menschen eher schlecht als recht. Ich muss ehrlich sagen, dass „Far North“ mein zuweilen reichlich zynisches Bild meiner eigenen Art voll und ganz bestätigte. Wenn ich eines aus diesem Buch mitnehme, dann die Überzeugung, dass wir verloren sind, wenn uns unser Planet im Stich lässt, aus welchen Gründen auch immer. Die Menschen in „Far North“ scheinen das Ausmaß ihrer eigenen Ignoranz überhaupt nicht zu begreifen; sie machen einfach weiter wie bisher, rücksichtslos und skrupellos. Auf mich wirkten sie wie verzweifelte, kopflose Ratten, die versuchen, ein sinkendes Schiff zu verlassen und dabei doch nur Wasser tretend im Kreis schwimmen. Es war erschreckend und tat mir im Herzen weh, zu erleben, welch bittere Enttäuschungen Makepiece auf der simplen Suche nach Kontakt erfährt. Es sind nicht die Menschen, die die Hoffnung in „Far North“ tragen. Es ist die Natur selbst. Eine Natur, die immer einen Weg findet. Eine Natur, die streng, aber gütig und großzügig zu denjenigen ist, die sie schätzen, respektieren und die verstehen, dass sie nur zu Gast sind. Nach dem Lesen empfinde ich „Far North“ weniger als buchstäbliche Wintergeschichte, sondern eher als Wintergeschichte im übertragenen Sinne, obwohl das Setting selbstverständlich häufig von Schnee und Eis bedeckt ist. Es behandelt den Winter in der Seele der Menschheit. Die Kälte lebt in uns allen und zeigt sich, wann immer wir egoistisch und rücksichtslos handeln. Mich hat dieses Buch daher sehr nachdenklich gestimmt. Wie oft wird uns gesagt, wir sollen leben, als gäbe es kein Morgen? Diese Einstellung ist fatal, denn es gibt ein Morgen. Wir können uns weder aus der Verantwortung für einander noch aus der Verantwortung für unseren Planeten heraus schummeln. Ich danke Marcel Theroux dafür, dass er mich daran erinnert hat, dass wir keine zweite Chance erhalten werden. Ich kann euch „Far North“ von Herzen empfehlen, möchte euch aber davor warnen, dass sich diese Dystopie nicht so nebenbei weg liest. Es ist eine Geschichte, die sich schwer auf das Gewissen legt.

    Mehr
  • Rezension zu "Far North" von Marcel Theroux

    Far North

    TheRavenking

    27. May 2010 um 22:41

    Der Weltuntergang ist wieder einmal über die Menschheit hereingebrochen. Die einzige (?) Überlebende Makepeace Hatfield patrouilliert einsam durch die Straßen eines menschenverlassenen Kaffs im Norden Sibiriens. Was sie dort verloren hat und wie es zum Zusammenbruch der menschlichen Gesellschaft gekommen ist, erfährt man erst nach und nach. Zunächst geht es um Fragen des alltäglichen Überlebens. Die Beschaffung von Nahrung, das Abwehren eventueller Angreifer... Makepeace ist eine toughe Einzelgängerin, die sich, wenn es hart auf hart kommt, durchaus zu wehren weiß. Als ausgebildeter Marshall kann sie gut mit Waffen umgehen. Erst als sie einem weiteren Überlebenden begegnet, der sich später als schwangere Frau entpuppt, lässt sie ihr Herz erweichen, was später zu katastrophalen Folgen führen wird. Das Ende der Welt ist immer ein dankbares Thema, nicht nur weil wir Menschen uns den Untergang redlich verdient haben, sondern vor allem, weil es interessant ist Charaktere in Extremsituationen zu beobachten. Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass dieses Subgenre in den letzten Jahren regen Zuwachs zu verzeichnen hat. Sei es wegen Hiobsbotschaften über einen kommende Klimakatastrophe oder wegen der miserablen weltwirtschaftlichen Lage, aber auch immer mehr namhafte Autoren nehmen sich des Themas an. Am berühmtesten ist natürlich Cormac McCarthy´s Meisterwerk, Die Straße über den Überlebenskampf eines Vaters und seines kleinen Jungen. Marcel Theroux erzählt eine ähnliche Geschichte, wobei er allerdings nicht McCarthy`s sprachliche Meisterschaft erreicht, was nicht unbedingt überraschend ist. Viel schwerer wiegt, dass es seiner Story an echter Tiefe und ab dem zweiten Drittel leider auch an Spannung mangelt. Wenn man eine äußerst toughe, aktive Heldin hat, sie aber schon nach wenigen Kapiteln in eine passive Rolle zwingt, tut man ihr damit wahrlich keinen Gefallen. Dem Autor gelingen einige schöne Landschaftsbeschreibungen,aber das Erzähltempo kommt zwischendurch fast vollständig zum Erliegen. Während es McCarthy gelingt, einem durch die poetische Beschreibung postapokalyptischer Landschaften neue Horizonte zu eröffnen, fühlt man hier eher eine seltsame Leere. Auch wenn der Autor auch Fragen über den Sinn des Seins stellt, kommt er dabei keineswegs zu neuen Erkenntnissen. Und das Ende führt einfach nirgendwo hin. Es verläuft einfach im Sand. Es gibt keine Katharse, keine finale Wendung, keine Botschaft, ja, man weiß am Ende nicht mal mehr warum man dieses Buch überhaupt gelesen hat.

    Mehr
  • Rezension zu "Far North" von Marcel Theroux

    Far North

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. October 2009 um 17:56

    [i]Seit ich fünfzehn bin sehe ich der Welt, die ich kenne, zu wie sie zur Hölle fährt.[/i] So genannte Entvölkerungsromane sind meist in der Domäne von Si Fi, Fantasy oder auch Horror beheimatet, eher selten schafft es ein Roman diese einschlägigen Grenzen zu überwinden. Einer der es geschafft hat war, wir erinnern uns, Cormac McCarthy mit [i]The Road[/i] (Die Strasse) und auch jener Roman ist es an den man sich erinnert fühlt wenn man Marcel Theroux´s neuestes Buch [b]Far North[/b] (Weit Nördlich) zu lesen beginnt. Der Leser steht einer scheinbar leeren Welt gegenüber dessen einziger Bewohner unser Hauptcharakter Makepeace ist. Tod und Feuer sind durch das Land gezogen und haben alles menschliche hinweggerafft. Lediglich vereinzelt sieht man Menschen ums nackte überleben kämpfen und als Makepeace noch ein Kind aufgabelt scheint man schon fast zu ahnen wie das Buch weitergehen könnte…aber, glücklicherweise, beginnt der Schreiberling vom Weg abzubiegen und macht sein ganz eigenes Ding. Solche Romane haben eigentlich nur zwei Punkte wo man als Leser wirklich ansetzen kann. Zum einen ist es der Schauwert, die Wucht und das Ausmaß von geschilderten Katastrophen, Zerstörung und Häresie. Das große Sterben von Mensch und Natur, meist einer sehr beflügelten Fantasie entsprungen. Wie McCarthy hält sich auch Theroux in diesen Belangen eher bedeckt. Zwar bringt die Erzählweise, es wird aus der Sicht von Makepeace erzählt, eine etwas deutlichere und auch zugänglichere Sicht mit sich und man kann sich aus den wenigen Informationen zwischen den Zeilen ein bisschen was zusammenreimen aber größtenteils bleibt der Leser im Ungewissen. Und zum anderen sind da die Charaktere zu denen ich aber nicht viel sagen will/kann da der Schriftsteller es hier wirklich geschafft hat mich das eine oder andere mal zu überraschen und zu verblüffen und es schade wäre dem potenziellen Leser diese sehr gelungenen Momente hier nun zu nehmen. Es gibt in diesem Buch keine eindeutige Handlung. Auch wenn man es nicht vermuten mag umspannen die gerade mal 300 Seiten fast 6 Jahre im Leben von Makepeace. 6 Jahre voll von Reisen, Entbehrungen, Krankheit und immer wieder mit dem sicheren Tod konfrontiert. Heruntergebrochen, nur auf den einzigen Erzählstrang, folgt der Leser einem puren, unverfälschten und von allen Beiwerk befreiten roten Faden. Fern von allen Pathos und Hollywoodgehabe zeigt das Buch Menschen die versuchen wieder zurück zu kehren. Nach Süden oder Norden, Nachhause in andere Länder einer ungewissen Zukunft entgegensehend oder ganz einfach auch zurück zu sich. Zu erfahren was es heißt ein Mensch zu sein auch wenn schon lange niemand mehr da ist der dies bewerten könnte. Wer nach [i]The Road[/i] auf ein Buch mit verwandter Thematik gewartet hat und sich nicht am kargen Erzählstil stört dürfte dieses kleine Juwel sehr schätzen.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks