Marcel Vaarmeijer

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Louise und die Liebe

Louise und die Liebe

 (3)
Erschienen am 28.09.2018

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Rezension zu "Louise und die Liebe" von Marcel Vaarmeijer

Louises Blick auf die Vergangenheit
Dreamworxvor 19 Tagen

Louise Veldman ist am Ende ihres Lebens angekommen, mit 90 Jahren hat sie keine großen Erwartungen mehr. Sie lebt in einem Altersheim und wartet auf das Ende. Als eines Tages ein Paket für sie kommt, glaubt sie an einen Irrtum. Wer sollte ihr etwas schicken? Louise will das Paket nicht, doch ihr Lieblingspfleger bleibt hartnäckig und nutzt seine gesamte Überredungskunst, vielleicht ist aber auch seine eigene Neugier? Für Louise tut sich eine große Überraschung auf, als sie sich einverstanden erklärt, das Paket zu öffnen. Ihr altes Leben breitet sich auf ihre alten Tage noch einmal vor ihr aus, denn es sind ihre Tagebücher, die zum Vorschein kommen und mit Fabios Stimme Louises Vergangenheit erneut zum Leben erwecken. Die ewige Suche nach der wahren großen Liebe hat Louise täglich begleitet, aber ist die Suche bereits beendet?

Marcel Vaarmeijer hat mit seinem Buch „Louise und die Liebe“ einen gefühlvollen und berührenden Roman vorgelegt. Der Erzählstil ist flüssig mit humorvollen Einlagen, gleichzeitig aber auch mit dem gebotenen Ernst ob der Ereignisse in der Vergangenheit. Der Autor lässt den Leser nahezu mühelos an die Seite von Louise gleiten, wo er diese in ihren alten Tagen erlebt, ihren Gedanken nachhängt und sich langsam vom Leben verabschiedet, jeden Tag ein wenig mehr. Aus wechselnden Perspektiven bringt der Autor dem Leser Louise näher, zum einen lernt man Louise in der Gegenwart in hohem Alter kennen, zum anderen wird durch die Tagebucheinträge die Vergangenheit präsent und eine junge und verliebte Louise zum Leben erweckt, die einige Schicksalsschläge zu verkraften hat, denn die Liebe zu einem Juden in Kriegszeiten verlangte der Frau einiges ab und ließ ihre Träume zerplatzen. Kunstvoll sind beide Erzählstränge miteinander verwoben, so dass sich ein rundes Bild von Louise ergibt. Kraftvoll und zugleich mit der nötigen Wärme und Fingerspitzengefühl geleitet der Autor den Leser durch Louises Lebensjahre und lässt die Seiten regelrecht an dessen Händen kleben.

Die Charaktere sind sehr individuell und lebendig ausgestaltet, aufgrund dessen wirken sie sehr real und authentisch. Der Leser kann sich gut in sie hineinversetzen, ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen und mit ihnen fühlen, leiden, hoffen und bangen. Louise ist eine Frau mit vielen Facetten. Sie wirkt als junge Frau impulsiv, offen, hoffnungsvoll und energiegeladen, als alte Dame eher gesetzt, in sich gekehrt und der Vergangenheit nachhängend, dabei nie polemisch, sondern ehrlich zu sich selbst. Sie hat sich ein Leben lang an eine Hoffnung geklammert und diese inzwischen verloren, weshalb ihr der Abschied vom Leben nicht schwer fällt. Pfleger Fabio ist ein sympathischer Mann, der wieder etwas Farbe in Louises Alltag bringt, vor allem bringt er ihr die Vergangenheit zurück, denn beim Lauschen ihrer eigenen Worte durch seine Stimme scheint es, dass Louise sich auf geheimnisvolle Weise verjüngt und wieder zu der hoffnungsvollen jungen Frau wird, die sie einmal war.

„Louise und die Liebe“ ist ein wunderschöner Roman über die Tragik der Liebe und die lebenslange Hoffnung und die Suche nach ebendieser. Eine verdiente Leseempfehlung!

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katikatharinenhofs avatar

Rezension zu "Louise und die Liebe" von Marcel Vaarmeijer

Ein Blick zurück mit viel Gefühl und schicksalsträchtigen Ereignissen
katikatharinenhofvor einem Monat

Louise hat ein Leben lang nur eines gekannt - die Suche nach der echten, einzigen Liebe. Jetzt, da ihre Tage immer kürzer werden, scheint diese Suche beendet. Doch eines Tages erhält sie ein Paket ins Altersheim, das den Blick zurück ermöglicht, denn es sind Louises Tagebücher, die ein Unbekannter ihr geschickt hat. 
Louise will aber erst nichts von den Tagebüchern wissen und sträubt sich. Als Pfleger Fabio doch die Wand der Ablehnung durchdringen kann, ist Louise bereit, sich den Erinnerungen zu stellen. Fabio darf ihr aus den Aufzeichnungen vorlesen und Louise muss sich der Frage stellen, ob tatsächlich ihre Suche nach der Liebe vorbei ist...

"Louise und die Liebe" überzeugt durch ganz viel Gefühl, einen warmherzigen Schreibstil und glänzt mit einer Protagonistin, die mich von Anfang an komplett für sich einnimmt. 
Ihre ganze Art, wie sie mit den schwindenden Tagen, die man Leben nennt, umgeht, finde ich sehr treffend zum Charakter gewählt und ich kann nachvollziehen, dass sie langsam verschwinden will, so wie Nebel sich aus den Auen zurückzieht.
Louises Tagebucheinträge lesen sich voller Wehmut und und ich werde Teil dieser Liebesgeschichte, die von den schicksalsträchtigen Ereignissen der Judenverfolgung heimgesucht wird. Der Blick zurück ist mit leisen, aber eindringlichen Worten erzählt und so habe ich das Gefühl, Fabio beim Vorlesen direkt zuhören zu können, das Timbre seiner Stimme zu vernehmen und so wirkt Louises Geschichte greifbarer und lässt mich alles hautnah miterleben.
Die Erzählstränge fließen schön ineinander, ergeben ein stimmiges Gesamtbild und wirken wie ein Film, der sepiafarben an mir seine Bilder vorüberziehen lässt. Ein Blick zurück, der nachdenklich macht, viele tragische Ereignisse hervorbringt und aufzeigt, was ein liebendes Herz ertragen kann. Die eine, große Liebe kann man halt nicht vergessen...

Herzlichen Dank an den Verlag, der mir dieses Leseexemplar kostenfrei über NetGalley zur Verfügung gestellt hat. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst.

#LouiseUndDieLiebe #NetGalleyDE

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Dominikuss avatar

Rezension zu "Louise und die Liebe" von Marcel Vaarmeijer

Tagebücher
Dominikusvor einem Monat

Der Niederländische Autor Marcel Vaarmeijer schreibt einen warmherzigen Roman.

Mit „Louise und die Liebe“ zeichnet er ein tragisches, tapferes Frauenleben. Übersetzt wurde der Roman von Simone Schroth.

Louise Veldman ist inzwischen 90 Jahre alt und lebt in einem Heim, aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt. Sie will langsam verschwinden, wie sie es nennt. Sie bekommt ein Päckchen zugeschickt, in dem ihre alten Tagebücher sind. Erst will sie sie nicht haben, dann überredet ihr Lieblingspfleger Fabio dazu, das er sie ihr vorliest. So erfahren wir abwechselnd von ihrem jungen Leben und der Zeit im Altersheim.

Das erste Tagebuch beginnt 1934 in Looburg und endet in Amsterdam 1960. Louise hat sich in den Mitschüler Daniel Beck verliebt. Daniel ist Jude und als die Deutschen nach Holland kamen, begann das Drama. Er wird deportiert und Louise will ihn finden.

Im Altersheim erfahren wir wie es Louise und ihren Mitbewohnern ergeht. Manchmal ziemlich deftig aber nachvollziehbar.

Der Roman ist aufregend und interessant. Mit wunderbarer spritziger Sprache geschrieben.




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