Marcel Weiher

 5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor*in von Die Hüter der Siegel.

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Cover des Buches Die Hüter der Siegel (ISBN: 9783987183492)

Die Hüter der Siegel

(4)
Erschienen am 19.02.2025

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Cover des Buches Die Hüter der Siegel (ISBN: 9783987183492)
Literaturskis avatar

Rezension zu "Die Hüter der Siegel" von Marcel Weiher

Literaturski
Geheimbünde, Dämonen, Engel und ein Auserwählter, das schmeckt!

4, 5 Sterne 

(Rezensionsexemplar) Ich freue mich immer, wenn ich Fantasybücher abseits von Trends entdecke. Wenn sie mich dann noch so mitnehmen, freue ich mich wie eine Schneekönigin. 

Inhalt: Gwin ist ein junger Novize, als er plötzlich zum "Siegelhüter" auserkoren wir, stellt sich seine Welt auf den Kopf. Mit einem Mal findet er sich in einem Mix aus Sagengestalten, Geheimbünden und Kräften, die er nicht ansatzweise ergründen kann wieder. Zu allem Überfluss jagt ihn die Kirche des heiligen Brieoch und nichts Geringeres als die Schöpfung selbst steht auf dem Spiel. 

Marcels Schreibstil hat mich im Handumdrehen in die Geschichte eintauchen lassen. Er ist einfach zu lesen, dennoch bildlich und an den richtigen Stellen poetisch. Er versteht es zu Beginn jeder Szene direkt die Atmosphäre zu transportieren. Die Dialoge sind unterhaltsam und schön zu lesen. 

Den Ausgangspunkt der Geschichte bildet ein Kloster. Die Struktur der Kirche, die Sagen und Geschichten, lehnen sich stark an den christlichen Glauben an. Ich finde das sehr clever gemacht, denn durch die Entfremdung kann der Autor in seiner Welt nach Lust und Laune Fantasyelemente ergänzen, der Leser versteht die Anspielungen aber dennoch. Geheime Siegel, Kirchenverschwörung, das alles gab mir totale Dan Brown Vibes, im weiteren Verlauf kamen dann die Fantasyelemente und die Heldenreise(n) dazu, gewürzt mit einem feinen Kampf am Ende. Das hat mich sehr glücklich gemacht. 

An manchen Stellen fühlte sich das Buch ein bisschen an, wie eine Rollenspiel-Kampagne à la  DnD/ Baldurs Gate. Zwischendurch ein paar Sidequests, einen Bossfight etc. (Pax, einfach natural 20 bei Charisma gewürfelt.). Mir hat das sehr viel Spaß gemacht. 

Mit "nur" knapp über 500 Seiten handelt es sich hier um einen High-Fantasy Snack. Chapeau, dass es der Autor in dieser Zeit schafft sechs Charaktere und POVs unterzubringen. Die Stimme der Charaktere ist klar zu erkennen und auch die Motive nachvollziehbar. Insbesondere Mockel sorgt auch für den ein oder anderen Schmunzler. 

Spice gibt es in diesem Buch übrigens nicht und das wäre auch mehr als unpassend. 

Wo wir von Spice reden: Das Buch ist im Vajona Verlag erschienen, welchen ich eigentlich eher für Dark Romance auf dem Schirm hatte. Nach "Road of Bones" ist dies aber bereits der zweite sehr gute Fantasy Roman, aus dem Hause Vajona. 

Das Ende ist mitreißend und episch! Charaktere die über ihren Schatten springen und über sich hinaus wachsen, das mochte ich ebenfalls sehr.  Das Buch ist beendet, es gäbe aber durchaus noch einen Anknüpfpunkt für weitere Geschichten aus diesem Universum, insofern werde ich Marcel definitiv auf dem Schirm behalten und das solltet ihr auch. 

Die 5 Sterne kann ich leider nicht ganz voll machen, es gibt einen Punkt im Buch, an dem sich die Gruppe etwas auflöst und die recht schnell in den einzelnen POVs abgehandelt wird. Hier hätte ich mir etwas mehr Raum gewünscht, aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau.

Alles in allem, empfehle ich dieses Buch allen Fantasy Liebhabern die gerne in eine ganz andere Atmosphäre als üblich eintauchen möchten, die kurzweilig unterhalten werden wollen und trotzdem die volle Breitseite Plot abbekommen wollen und die sich freuen auch mal ein Buch ohne Spice zu lesen. 

Zum Schluss bleibt mir nur noch Marcel zu danken, dass er mich mit auf dieses Abenteuer genommen hat. Gerne wieder!


Cover des Buches Die Hüter der Siegel (ISBN: 9783987183492)
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Rezension zu "Die Hüter der Siegel" von Marcel Weiher

Jasmin_Nemo
Die Hüter der Siegel

Ich habe Die Hüter der Siegel mit großen Erwartungen begonnen – und wurde in eine komplexe, vielschichtige Welt voller Magie, Legenden und geheimnisvoller Wesen hineingezogen. Von Anfang an spürt man, wie viel Herzblut und Fantasie in dieser Geschichte steckt. Die Welt ist reich an Details, bevölkert von Faunen, Zwergen, Engeln und Menschen, und berührt immer wieder auch tiefgründige Themen wie Herkunft, Verantwortung und Identität.

Besonders spannend und nachhaltig beeindruckend war für mich die Szene, in der Gondar von seinem Erlebnis der neun Tage und neun Nächte erzählte. Seine Sicht auf die Welt, auf Entstehung und Entwicklung, lag weit außerhalb meiner Vorstellungskraft – gerade das fand ich faszinierend. Diese Szene hat einen ganz besonderen Eindruck bei mir hinterlassen.

Auch das Zusammenspiel der Gefährten hat mir gut gefallen – ihre Dynamik, ihr Zusammenhalt und die Art, wie sie miteinander agieren. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Mokel mit seinen sarkastischen Sprüchen (definitiv einer meiner Favoriten!) und Pax. Beide Figuren haben so viel Tiefe, dass ich mir sogar noch mehr über ihre Hintergründe gewünscht hätte. Auch Gondar, mit seiner einzigartigen Art zu erzählen, hat mich sehr beeindruckt – ich hätte gern noch länger in seiner Nähe verweilt.

Ein Zitat, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, stammt ebenfalls von Mokel:

„Ihr fühlt euch zur Sonne hingezogen, obgleich ihre Strahlen euren Leib verbrennt und euch blendet. Ihr fürchtet den Mond und die Nacht, obwohl ihr unter ihm wandeln könnt, ohne Schaden zu erleiden, und auf ihn blicken könnt, ohne dass euch seine Strahlen in den Augen brennen.“ (Seite 224)

Die Geschichte springt teils recht schnell von einer Szene zur nächsten, und es gibt viele Perspektivwechsel. Für mich hätte das Buch an einigen Stellen gern etwas mehr Raum einnehmen dürfen – um tiefer in bestimmte Themen oder Figuren einzutauchen. Manche Ansätze waren so spannend, dass ich sie gern ausführlicher erlebt hätte.

Tristram hätte ich mir im späteren Verlauf noch präsenter gewünscht – da gab es so viele starke Ansätze, die nicht weitergeführt wurden. Jetzt stehe ich einfach hier mit all den offenen Fragen… aber genau das macht mir auch richtig Lust auf einen weiteren Band. Vielleicht erfahren wir ja noch mehr?

Das Finale war spannend und auf seine Art episch, wenn auch dicht erzählt. Der Krieg, die Enthüllung rund um Samael Magnus und all die Geschehnisse waren sehr spannend zu verfolgen – da konnte ich richtig gut mitfiebern. Wobei ich das Ende so nicht erwartet hätte, denn es fühlt sich für mich noch offen an. Ich bin sehr gespannt, ob wir mit einem zweiten Band beglückt werden, denn es bleiben doch einige Fragen unbeantwortet.

Ob es eine Fortsetzung geben wird, weiß ich aktuell nicht – aber wenn ja, würde ich sie auf jeden Fall lesen. Die Welt von Die Hüter der Siegel hat noch so viele verborgene Winkel und Geschichten, die erzählt werden könnten.

Insgesamt ist dieses Buch eine beeindruckende Mischung aus High Fantasy, religiös-philosophischen Ansätzen und spannender Abenteuergeschichte – mit Ecken, Kanten, Tiefe und viel Potenzial zum Nachdenken.


Cover des Buches Die Hüter der Siegel (ISBN: 9783987183492)
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Rezension zu "Die Hüter der Siegel" von Marcel Weiher

MiN0DE
Die Kraft, die eigenen Wünsche zu verwehren - für andere.

In dem High-Fantasy-Roman von Marcel Weiher begleiten wir Gwin, einen jungen, strebsamen Mönch, dabei, wie er nach dem heimlichen Belauschen eines Waldphänomens alles, was ihm je gelehrt wurde, zu hinterfragen beginnt. Machenschaften und Intrigen treten ans Licht und lassen den angehenden Hüter an allem zweifeln, woran er je glaubte. Gejagt von der Kirche, die nur ihre Wahrheit in dieser Welt zulässt, begibt er sich auf eine ungewollte, beschwerliche, aber notwendige Reise, die nach und nach von wertvollen Gefährten begleitet wird. Aus Feinden werden Freunde - aus Aberglauben wird Realität.


Was mir in dieser Konstellation sehr gut gefallen hat, ist, dass ich zuerst dachte, Gwin wäre der Hauptcharakter. Für mein Empfinden war das jedoch nicht so, denn sehr viele Charaktere tauchen auf, und alle spielen eine wichtige Rolle. Jeder einzelne ist essenziell für das große Ganze. Jeder von ihnen ist sehr durchdacht und hat seine ganz persönlichen Eigenschaften, die immer wieder hervortreten. Obwohl wirklich viele Namen auf dem Papier erscheinen, ist es Marcel gelungen, dass ich durchgehend den Überblick behalten konnte - wer wie wo mit wem (oder auch mit wem nicht). 


Des Weiteren möchte ich unbedingt betonen, wie unglaublich passend die bildhafte Sprache an die dortige Zeit gewählt wurde. Ich konnte mich so gut hineinversetzen, dass ich mich selbst wiedergefunden habe, als meine Uromi mir Geschichten erzählte - so wie es Mockel bei Gwin tat. Ich habe die Aufrichtigkeit gespürt, die Begeisterung, die Furcht - die Wärme.


Besonders fand ich auch, dass ich mit sämtlichen Wendungen nicht gerechnet habe, obwohl ich mich anfangs sehr wohl dabei ertappt habe zu denken: „Na, das wird doch so und so ausgehen“ - Denkste.


Meine persönlichen Lieblinge, die sich am Ende herauskristallisiert haben, sind tatsächlich Gilbert, Micha und Mockel. Warum das so ist, das überlasse ich euch, herauszufinden.

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