Marci Lyn Curtis Alles, was ich sehe

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Inhaltsangabe zu „Alles, was ich sehe“ von Marci Lyn Curtis

***Hinreißendes Debüt aus den USA*** Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen. Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt. Dann kommt heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann.

Ein supersympathisches junges Mädchen, lustige Dialoge und ein knappes Entkommen. Dieses Buch entführt seine Leser aus dem Alltag.

— MerveAkal
MerveAkal
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  • Dieses Buch ist eine gute Freundin

    Alles, was ich sehe
    MerveAkal

    MerveAkal

    27. March 2017 um 11:56

    Wir begegneten uns zum ersten Mal in der Bibliothek. Erst sah ich nur etwas Blaues und Sterne, wie aus einem Graphikprogramm. Dann las ich: “Ich vermisste den Himmel. Die Sterne. Die Farben des Sonnenuntergangs.” Ja, ich auch. Vor allem an trüben Tagen wie diesen. Moment mal, hat das Buch keinen Titel? Aufschlagen, blättern, lesen: “Alles, was ich sehe”, so lautet also der Titel. Und ich merke, dieses Buch ist lesenswert. InhaltMaggie ist siebzehn Jahre alt. Und sie wurde von einem Tag auf den anderen blind. Die Welt da draußen scheint nun bedrohlich. Ständig stürzt sie oder sie stößt sich an Gegenständen. Der weiße Langstock nervt. Ihre Freundinnen von früher melden sich kaum noch. Doch der zehnjährige Ben krempelt Maggies Leben gehörig um und zwar nicht nur wegen seinem gut aussehenden Bruder Mason, der übrigens der Lead-Sänger von Maggies Lieblingsband ist. Maggie kann Ben sehen! Das ist zunächst ein Geheimnis, dass sie zusammen schweißt. Maggie findet in Ben einen wundervollen Freund, doch sie verletzt ihn. Und liegt es nicht an ihrer unfreundlichen Art, dass alle sie verlassen? Maggie kämpft hart gegen ihre inneren Konflikte. Und dann sind da noch die hohen Erwartungen ihrer Mutter, die ihre Träume durch Maggie verwirklichen wollte.Gut erzählt!Der Jugendroman von Marci Lyn Curtis erschien 2016 im Carlsen Verlag. Der Roman ist 432 Seiten stark und packt die Leser schon mit dem ersten Satz: “Blumensträuße sind nicht so meins.” Das ist so unverschämt ehrlich, dass sie damit unser aller Sympathie hat. Zu Beginn werden die vagen Vorstellungen, die die meisten Leute über die Blindheit haben besprochen. Stimmt es, dass andere Sinne gerschärft werden, wenn man erblindet? Sehen blinde Mitmenschen alles in grau, weiß oder schwarz? Orte und Personen werden in dem Roman genauso häufig beschrieben, wie in anderen auch. Das liegt zum Einen daran, dass die Hauptfigur nicht von Geburt an blind ist und aus geheimnisvollen Gründen zeitweise sehen kann. Zum Anderen ist das Buch auf diese Weise lesefreundlich für ein junges Publikum, die eigentliche Zielgruppe.Sequenzen mit Beschreibungen von dem Sichtbaren und Unsichtbaren wechseln sich ausgewogen ab. Mal sind es haargenaue Beschreibungen der Gegenstände im Umfeld, mal sind es Düfte, Geräusche und die Erinnerungen, die sie in Maggie wach rufen. Immer wieder heitert Maggie den Leser durch ihren Sarkasmus auf, etwa wenn sie nach einem Sturz lauthals flucht oder wenn sie ihren Opa als “Unterwasserfurz” bezeichnet, weil er sich so schrecklich langsam bewegt. Sie bezeichnet sich selbst als eine “talentierte Erfinderin von kreativen Flüchen”. Mit ihrer erfrischend ehrlichen Art findet sie den Weg in die Herzen der Leser. Insgesamt ist die Handlung witzig erzählt, deswegen war ich nach nur einer Woche mit dem Buch durch. Maggies Art brachte mich überall, ob in der Bahn oder zu Hause, zum kichern. Der Roman entführt den Leser aus dem Alltag. Erstaunlich ist, wie reflektiert Maggie im Laufe des Geschehens mit ihrer Situation umgeht. Sie packt längst verdrängte Gedanken aus und traut sich sogar mit einem selbstkritischen Blick ihr Handeln zu überdenken. Doch darauf kommt sie erst, als Ben sie scharfzüngig kritisiert.Lustige Dialoge und liebenswerte FigurenAb und an liefern sich Ben und Maggie einen rhetorischen Schlagabtausch. Der hat es nämlich faustdick hinter den Ohren und flucht ebenso frech wie Maggie. Ben ist genauso jung wie weise oder er ist einfach nur altklug. Flüche wie “heilige Scheiße” findet man überwiegend am Anfang und im mittleren Bereich des Romans. Daher wirken sie künstlich hineingestreut. Anscheinend sollten sie die Jugendsprache authentischer machen. Amüsant finde ich einen Dialog zwischen Maggie und einem kleinen Mädchen am Waschbecken einer öffentlichen Toilette, aber die Stelle müsst ihr schon selber finden. Und wenn ihr sie habt, freue ich mich über einen Kommentar. Wie gefällt euch die Stelle? Und welchen Eindruck habt ihr von den beiden Mädchen?Einmal scheint die Autorin durch: Ben sagt im ersten Trialog mit Maggie und der Sekretärin “fürs Protokoll” und wenige Seiten später benutzt Maggie dieselbe Wendung in einem Gedankengang. Vielleicht interpretiere ich auch zu viel hinein oder es liegt an der Übersetzung?FazitDieser Roman ist ein Mutmacher. Die Leser erleben zusammen mit Maggie, wie traurig die Isolation ist und wie befreiend die Freundschaft. Seine Hauptaussage ist: “Egal was passiert, du bist wertvoll und du hast verborgene Talente, die dich zum Sieg führen werden.” Vermutlich werden eher Mädchen und junge Frauen Interesse daran finden.Maggie ist eine supersympathische Figur. Nach einer langen Zeit der Isolation und der inneren Konflikte, schließt sie endlich Frieden mit ihrer eigenen Person und ihrem Leben. Die anderen Figuren begleiten Maggie auf ihrem Weg mit Ratschlägen und leben Akzeptanz, sogar Altruismus, vor. Jetzt wo ich das Buch durchgelesen habe, merke ich, dass ich es vermissen werde, wie man eine gute Freundin vermisst. Einen Kauf ist es allemal wert.

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  • Berührende Geschichte - locker zu lesen

    Alles, was ich sehe
    Lilli33

    Lilli33

    10. August 2016 um 20:14

    Format: E-BookDateigröße: 3779 KBSeitenzahl der Print-Ausgabe: 432 SeitenVerlag: Königskinder (18. März 2016)Sprache: DeutschOriginaltitel: The One ThingVom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 JahrenPreis: 10,99€auch als gebundenes Buch erhältlich Berührende Geschichte – locker zu lesen Inhalt:Die 17-jährige Maggie ist seit einem halben Jahr blind und tut sich alles andere als leicht mit ihrer neuen Situation. Als sie sich durch ein Missgeschick den Kopf anschlägt, kann sie plötzlich einen Jungen vor sich sehen, den 10-jährigen Ben. Warum sieht sie ausgerechnet ihn? Als sie sich dann noch in Bens großen Bruder Mason verliebt, ist das (Gefühls-) Chaos komplett.Meine Meinung:Ich war sehr gespannt auf dieses Jugendbuch, nachdem die Bewertungen fast durchweg bei 5 Sternen liegen. Vielleicht waren dadurch meine Erwartungen etwas zu hoch, oder meine Ansprüche sind einfach höher als die anderer Leser. Das Buch ist toll und lässt sich super lesen, keine Frage! Der Schreibstil hat mich mitgerissen. Die Geschichte ist eigentlich ziemlich ernst, aber durchsetzt mit humorvollen Dialogen und Gedanken. Hierfür ist die Protagonistin Maggie mit ihrem Sarkasmus verantwortlich. Als Ich-Erzählerin zieht sie den Leser ganz nah an ihre Seite. Sie war mir sofort sympathisch und ich konnte ihre, gelinde gesagt, Unzufriedenheit mit ihrer Blindheit und ihr leicht rebellisches Wesen absolut gut nachvollziehen. Aber es geht in diesem Buch noch um viel mehr, um das Verhältnis zu ihren Eltern und zu ihren Freundinnen, das seit der Erblindung doch sehr gelitten hat. Dieser Aspekt wurde zwar immer wieder aufgegriffen, wurde aber doch recht schnell und oberflächlich abgehandelt. Auch mit der Liebesgeschichte kam ich nicht ganz klar. Das ging mir zu hoppladihopp. Die Entwicklung war mir etwas zu sprunghaft. Vor allem blieb Mason für mich ziemlich unscheinbar. Was bei ihm den großen Reiz ausmachen soll, sodass ihm die Mädchen in Scharen zu Füßen liegen, ist leider nicht zu mir durchgedrungen. Aber den kleinen Ben mit seiner großen Klappe und seinem noch größeren Herzen muss man einfach mögen. Mal wirkt er ganz kindlich, dann wieder so reif und altklug, dass es einen schier von den Socken haut. Sein Frohsinn ist furchtbar ansteckend und so musste ich während der Lektüre ganz oft vor mich hin schmunzeln. Trotz kleiner Kritikpunkte empfehle ich das Buch gerne weiter, denn es sorgt ganz sicher für ein paar schöne Lesestunden und auch etwas Stoff zum Nachdenken. Als Zielgruppe werden Jugendliche ab 14 Jahren angegeben. Ich denke aber, dass auch 12-Jährige schon gut damit klarkommen. ★★★★☆ Herzlichen Dank an NetGalley und an Königskinder, ein Imprint des Carlsen Verlags, die mir ein Gratis-E-Book zukommen ließen.

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