Marcin Szczygielski

 4.4 Sterne bei 55 Bewertungen
Autor von Flügel aus Papier, Hinter der blauen Tür und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Marcin Szczygielski

Marcin Szczygielski wurde 1972 in Warschau geboren. Er ist ein preisgekrönter Journalist und Autor. Seit 2009 schreibt er auch Kinderbücher. Für „Flügel aus Papier“ wurde er mit dem Astrid-Lindgren-Manuskriptpreis ausgezeichnet und die polnische IBBY-Sektion wählte den Titel als Buch des Jahres.

Alle Bücher von Marcin Szczygielski

Flügel aus Papier

Flügel aus Papier

 (33)
Erschienen am 24.08.2017
Hinter der blauen Tür

Hinter der blauen Tür

 (15)
Erschienen am 22.08.2018
Hinter der blauen Tür

Hinter der blauen Tür

 (6)
Erschienen am 25.05.2016
Sanato

Sanato

 (1)
Erschienen am 01.01.2014

Neue Rezensionen zu Marcin Szczygielski

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HEIDIZs avatar

Rezension zu "Flügel aus Papier" von Marcin Szczygielski

Rafals Odyssee
HEIDIZvor einem Jahr

Diese berührende Geschichte erzählt von bzw. wird vom Protagonisten Rafal erzählt, der mit seinem Großvater im Warschauer Ghetto des Jahres 1942 lebt. In Not und Elend hausen die beiden in einer kargen Wohnung, müssen dann aber aus dieser flüchten und der Großvater schafft es, es seinem Enkel zu ermöglichen, aus dem Ghetto geschmuggelt zu werden. Zwei Kinder lernt Rafal kennen. Sie tauchen gemeinsam unter und planen die Flucht .....

Der Schluss ist ein genialer, hätte man besser nicht wählen können. Ich möchte mich dazu nicht äußern, um die Spannung nicht zu nehmen. Lest selbst, Marcin Szczygielski hat ein wahres Meisterwerk geschaffen.

Mich hat das Buch sehr berührt. Dass es aus Sicht des Jungen zu lesen ist, fand ich sehr gut gelungen. So kann man sich perfekt in die Handllung und die Gefühlswelt Rafals hinein versetzen. Das, was ihm passiert, was sein Leben mit dem Großvater im Ghetto ausmachte, das bisschen Normalität, was man sich erhielt, dass sein Großvater musizierte, um die beiden am Leben zu erhalten, dann sein Instrument verkaufte, um dem Enkel die Flucht zu ermöglich, all das hat mich emotional gefangen genommen. Authentisch lebendig geschrieben, war es während des Lesens, als wäre ich dabei gewesen.

Gelungener Roman !!!

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lex-bookss avatar

Rezension zu "Hinter der blauen Tür" von Marcin Szczygielski

Hinter dem unschuldigen Cover...
lex-booksvor einem Jahr

Jetzt, wo es draußen richtig fies, nass und kalt ist, machen wir es uns nachmittags oft zuhause mit einem Hörbuch gemütlich. „Hinter der blauen Tür“ passte da perfekt - die Geschichte ist für Kinder und Erwachsene spannend und wird von Peter Shaw alias Jens Wawrczeck fantastisch gelesen. Wir hatten das Buch aufgrund des Covers allerdings völlig falsch eingeschätzt und mit einem verträumten Abenteuer gerechnet. Wie man sich irren kann! 

Es beginnt direkt mit einem Schock, bei dem uns kurz die Luft wegblieb. Im einen Moment begleitet man Lukasz und seine Mutter noch auf einer Autofahrt in den Urlaub, im nächsten Moment … rast der Wagen gegen einen Baum. Schwer verletzt kommen beide ins Krankenhaus und Lukasz' Leben ändert sich auf einen Schlag. Sein Bein macht Probleme. Die Mama liegt im Koma. Dann taucht eine Frau auf, die behauptet die Schwester seiner Mutter zu sein und die Lukasz mit ins "Hohe Kliff" nimmt, eine einsame Pension auf dem Lande, in der Lukasz eines Tages eine Tür zu einer anderen Welt entdeckt - die Silberwelt.

Lukasz’ Verzweiflung, nichts am Schicksal der Mutter ändern zu können, seine Wut darüber, in die blöde Pension zu müssen, seine Einsamkeit und seine körperlichen Schmerzen nach dem Unfall und schließlich der Besuch in der Silberwelt - das alles ist so echt beschrieben und akkustisch so gut umgesetzt, dass man meint, wirklich dabei zu sein. Während man anfangs glaubt, eine traurige Schicksalsgeschichte zu hören, kommt es ab der Mitte zu einem Bruch und es wird überraschend unheimlich. Immer wenn das Hörbuch bei uns lief, war es mucksmäuschenstill im Zimmer. Manchmal haben wir regelrecht den Atem angehalten.  

Action gibt es kaum. Der Erzählton ist eher ruhig und der Autor nimmt sich für alles viel Zeit. Das könnte langweilig sein, aber Marcin Szczygielski beschreibt nicht einfach, sondern zeigt die Dinge und macht sie dadurch lebendig, spannend und sehr aufregend für den Leser/Hörer. Was sich hinter der blauen Tür verbirgt, ist beunruhigend, weil man zunächst wenig versteht und nicht weiß, was passieren wird. Lukasz trifft hier seltsame Wesen und es kommt zu Veränderungen, die man sich auch gut in einem Gruselfilm vorstellen könnte. Beispiel? Ein einsames dunkles Zimmer. Eine Frau reglos im Halbschatten. Das Gesicht hinter einem Vorhang aus strähnigem Haar verborgen. Plötzlich ... ich schätze, ihr versteht, was ich meine. Marcin Szczygielski reizt solche Szenen gerne aus, was die Altersempfehlung ab 10 Jahren zumindest teilweise überdenkenswert macht.
 
Auf ein Genre lässt sich das Buch schwer festlegen - es ist zunächst ein Drama und geht dann durchaus anspruchsvoll in den Science-Fiction-, Mystery- und Fantasybereich hinein. Schwung bringen Floh, Biss und Mona in die Story, drei Kinder, die es anfangs auf Lukasz abgesehen haben. Vor allem der dicke Floh ist erstmal richtig fies. Damit spielen auch Themen wie Mobbing und Ausgrenzung, später Freundschaft und Zusammenhalt eine Rolle. Am Ende gibt es eine Überraschung, die für Erwachsene, die gerne ins Kino gehen, nicht ganz so überraschend ist. Kinder werden sicher verblüfft sein. Leider muss man mit einem halboffenen Ende leben. Vieles wird weder erklärt, noch aufgelöst. Das ist für die Geschichte zwar sehr passend, aber vermutlich nicht für alle befriedigend. Unserem 13-jährigen Sohn hat der Schluss dann auch nicht ganz so gut gefallen.

In Polen ist Autor Marcin Szczygielski übrigens sehr bekannt. „Hinter der blauen Tür“ wurde sogar verfilmt und ins Deutsche synchronisiert. Die FSK-Empfehlung liegt - ganz nebenbei - bei 12 Jahren.

Fazit: Eine ungewöhnliche und fantasievolle Geschichte, die sich ab der Mitte vom Drama zum SciFi-/Fantasy-/Mystery-Mix wandelt. Teilweise sehr unheimlich und mit einem nicht vollständig geschlossenen Ende, aber hervorragend erzählt und so spannend, dass wir manchmal kaum zu atmen wagten.

Kommentare: 2
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booklovings avatar

Rezension zu "Flügel aus Papier" von Marcin Szczygielski

Ergreifender, einfühlsam erzählter Kinderroman gegen das Vergessen
booklovingvor einem Jahr

INHALT
Warschau, 1942: Der achtjährige jüdische Rafal lebt mit seinem Großvater im sogenannten „Bezirk“. Sie führen ein entbehrungsreiches Leben voller Leid, Elend, Hunger und Sorge. Um dem schrecklichen Alltag zu entgehen, flüchtet er sich in die sichere Welt der Bücher aus der Bibliothek des Ghettos. Zum Glück gelingt es dem Großvater, Rafals Flucht aus dem Ghetto zu organisieren. Im Warschauer Zoo findet er zunächst „seine Arche“ und in zwei anderen untergetauchten Kindern neue Freunde. Doch müssen sie sich bald erneut vor den Nazis in Sicherheit bringen …

MEINE MEINUNG
Dem polnischen Autor Marcin Szczygielski ist es gelungen, mit dem Thema Warschauer Ghetto und Holocaust ein dunkles Kapitel der Geschichte auch für jüngere Leser anschaulich, eindringlich und zugleich sehr einfühlsam zu schildern.
Im Mittelpunkt der bewegenden Geschichte steht der sympathische jüdische Junge Rafal, den man schnell in sein Herz schließt. Aus seiner kindlich-naiver Perspektive werden der für ihn so selbstverständliche Alltag, die trostlosen Zustände und die angsterfüllte Atmosphäre sehr offen und unbekümmert geschildert, so dass man rasch Anteil an Rafals Schicksal nimmt. Sehr rührend ist auch sein Verhältnis zum Großvater beschrieben, der versucht, die grausame Wirklichkeit vor ihm geheim zu halten. Die anfangs unterschwellige Spannung steigt mit Rafals abenteuerlicher Flucht immer mehr, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.
Sehr glaubwürdig ist Rafals charakterliche Weiterentwicklung beschrieben, wie er die Zusammenhänge immer besser begreift, Freunde gewinnt und über sich hinaus wächst. Hierbei bleibt er aber immer noch ein Kind, das manchmal unvorsichtig handelt und sich in seine Bücherwelt hineinträumen kann. Der Autor macht in seinem Roman sehr deutlich, dass vor allem Freundschaft, Menschlichkeit, Liebe und die Kraft der Hoffnung in solchen schicksalhaften Zeiten am wichtigsten sind. Das geschickt eingeflochtene „Zeitreise“-Element aus Rafals Lieblingsbuch die „Zeitmaschine“ von H.G. Wells verleiht der Geschichte eine unerwartet fantastische Komponente.
Der flüssige, aber nicht anspruchslose Schreibstil ist perfekt an jüngere Leser angepasst und überzeugt mit einigen schönen Formulierungen. Gelungen sind die bildhaften Beschreibungen von Schauplätzen und Stimmungen, die einen in die bedrückende historische Vergangenheit zurückversetzen. Auch die vielen gut recherchierten historischen Details wurden gekonnt in die fesselnde Handlung eingebunden.
Der Ausgang des bewegenden Romans ist überraschend, wirkt aber insgesamt glaubwürdig und nachvollziehbar. Im „Nachwort oder Was die erste Leserin dieses Buches von mir wissen wollte“ findet man noch einige interessante Informationen zum historischen Hintergrund und den erfundenen Teilen der Geschichte. Zusammen mit dem Epilog erhält der Roman so einen nachdenklich stimmenden und zugleich versöhnlichen Ausklang.

FAZIT
Ein ergreifender, einfühlsam erzählter Roman über den Holocaust und das Warschauer Ghetto, den man nicht so schnell vergisst! 
Ein empfehlenswerter Roman auch für jüngere Leser ab 10 Jahren! 

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