Marco Dzebro Dorian

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Inhaltsangabe zu „Dorian“ von Marco Dzebro

Was ist mit Dorian geschehen? Er ging nach New York, in die Stadt der ungezählten Möglichkeiten. Dann hat man nie wieder von ihm gehört. In seinem Hotelzimmer hat er lediglich eine alte Schreibmaschine und einen Stapel beschriebener Postkarten zurückgelassen – und eine Menge Fragen. Die Texte machen kein Sightseeing, keinen Besuch bei der Freiheitsstatue und den nicht mehr vorhandenen Türmen, ganz im Gegenteil, sie tauchen tief ein in den Moloch New York, in einen Strudel aus Dreck, Sex und Gewalt. Sie lassen das Scheitern Dorians an der Stadt erahnen. New York hat Dorian regelrecht ausgespuckt – während er bis heute als vermisst gilt, lebt und wuchert die Stadt unbeschadet weiter wie bisher.

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  • Rezension zu "Dorian" von Marco Dzebro

    Dorian
    buecherwurrrm

    buecherwurrrm

    30. September 2010 um 02:17

    Habe dieses Buch schon vor Wochen vorbestellt, heute mittag bekommen - und in einem Zug durchgelesen! Meine Empfehlung: Lasst Euch darauf ein! Kauft und lest es! Es ist schmutzig, gewaltig, verwirrend, verrückt, sensibel, krass - einfach "dunkelschön"! Ich mag nicht solche Klischees wie "Sex, Drugs & Rock´n Roll" - denn sie sind zu leeren Floskeln verkommen, und doch reizt diese Rock-Prosa in Mosaik-Steinchen dazu. Ich mag es jedoch differenzierter: Was ich heute in diesem Buch erleben durfte war ein Bogen von Hermann Hesse über Charles Bukowski bis hin zu Heinrich Böll - ein verwirrendes Stück neuer deutscher Literatur mit vielen Gedanken-Fetzen und krassen Blitz-Lichtern, in denen Mord, Blut, Tod und Verzweiflung kurz und grell aufleuchten, um dann wieder in tiefste Nacht gehüllt zu werden - danach noch geheimnisvoller und beängstigender als davor... Wer will so etwas lesen? Leichte Unterhaltung ist das nicht - wie eine gute Rock-Platte wirkt dieses Text-Mosaik (aus - fiktiven? - Postkarten an den Autor zitiert) nach. REVOLVER von den Beatles konnte man 1966 stundenlang am Stück immer wieder hören - und immer ist noch eine andere Facette aufgetaucht, die scheinbar beim letzten Hör-Durchgang nicht bemerkt wurde - ebenso wie damals bei Bob Dylan und - nicht ganz so lange her - bei NIRVANAs "Nevermind" und "IN UTERO"... Ich wünsche dieser literarischen Perle, dass ihre "dunkelschöne" Seite bei vielen Lesern nach und nach zum Vorschein kommt - und diesem jungen Autor eine große Zukunft! So etwas will ich eigentlich nicht nur lesen, sondern auch hören und/oder in einem Film sehen - beeinflusst von SIN CITY müsste er wohl schwarz-weiß sein - mit Blutspritzern durchdrungen - oder manchmal auch ganzen Blutbächen - gibt es eine FSK für Literatur? Hier würde ich wohl eine 16 oder - besser - 18 vergeben! Meine Kinder sollen sowas bitte noch nicht lesen...! Oder - als Platte - müßte die verantwortungsvolle Record-Company mit dem Sticker "Explicit Lyrics" warnen! Und damit wäre ich auf der sicheren Seite, dass dieses Buch auf jedem Schulhof zirkuliert, Passagen illegal runtergeladen werden - und jeder coole Zwölfjährige ganze Passagen auswendig rezitieren kann - besser als Sarrazin "Wanderers Nachtlied" - aber ich schweife ab... Abschweifen kennt der Postkarten-Schreiber in diesem Prosa-Text nicht - denn jeder Gefühls-Gedanken-Blitz steht scheinbar für sich - oder auch nicht... Aber immer wieder kommt es zu sündigen Ausschweifungen, die ob ihrer Gewalttätigkeit und Trostlosigkeit zunächst nur Verwirrung übrig lassen im Leser... Die Stärke dieser literarischen Blitzlichter ist genau das: das Hirn versucht sich einen Reim zu machen auf all die Grausamkeiten - und die Lakonie, mit der sie - scheinbar - zusammenhanglos vorgetragen werden. Dabei gibt es sogar Leitmotive wie in einer klassischen Symphonie - z. B. von Beethoven: was hat es mit der Prostituierten auf sich, die immer wieder umgebracht wird - und romantisch verklärt "Trostfrau" genannt wird - und warum taucht immer wieder ein Pfarrer auf - oder das unglückliche Ehepaar - war da mal Glück in New York? Ist der Pfarrer wirklich nur Fassade, wirklich auf so ganz verlorenem Posten? Hat sich der Held des Gedanken-Mosaiks, DORIAN, wirklich umgebracht - oder hat er endlich eingesehen, dass er in dieser monströsen Stadt zugrunde gehen wird - und ist noch rechtzeitig geflohen - vielleicht aufs Land...?!? Marco Dzebro hat sich sicherlich bei zahlreichen Vorbildern bedient - ohne in der Gesamtheit epigonal zu wirken - er hat etwas Eigenes, Echtes, Mutiges, Wahres geschaffen. Und der schönste und beste Satz steht ganz am Schluss - und sei hier nicht verraten... Kauft das Buch - und lernt eine andere Welt kennen, die dunkler, weiter und spannender ist als so mancher epische Roman - dieses Buch ist alles, nur nicht ein "Roman" - weder im Aufbau noch in der Handlung - im fehlt vor allem die Struktur, aber das liegt in der Natur der Sache - und dadurch liest es sich nicht schlechter... Es wird nicht weniger gezeigt als der Verlust von Geborgenheit, die wachsende Entfremdung eines sensiblen Geistes, die häßliche Seite der menschlichen Seele - oder die ewig blutende, tödliche, verletzliche... New York fungiert dabei als Projektions-Fläche und damit Leinwand, als Rahmen eines Spiels "Ich sehe was, was Du nicht siehst", wird immer wieder als Erklärung aller Abgründe bemüht - und nur in diesem Punkt ist das Werk etwas bemüht... Diese Stadt hat sicher eine Seele, und die ist nicht rein - aber es bleibt eine Stadt, die durch ihre Einwohner lebt - oder eben stirbt (meist gleichzeitig und immer wieder neu...). Marco Dzebro ist kein Unbekannter mehr! Er schreibt schon seit einiger Zeit regelmäßig für das "Fantasy Filmfest", hat fröhlichere Projekte in der Pipeline, u. a. auch ein Drehbuch, denn sein Herz gehört auch dem Film und der Dramaturgie. Jetzt aber bittet er uns, auf den hässlichen Klang der Metropole New York zu hören - und genau hinzusehen, was und wie jemand vom Leben und seinen Gefühlen und Ängsten berichtet. Er kehrt New Yorks vielfältige und oftmals monströse Unterwelt nach oben - und zeigt seelische Trümmerlandschaften, die vor allem eins sind: "dunkelschön"! Ich wünsche Marco Dzebro nochmals viele Leser in New York - wo sein Herz lebt - und überall auch in Deutschland, wo er selbst immer mehr auflebt - wo auch immer... Ralf G. Moser, 29.09.2010 - 22:30 Uhr

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