Marco Maurer Du bleibst, was du bist

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Inhaltsangabe zu „Du bleibst, was du bist“ von Marco Maurer

Von 100 Akademikerkindern schaffen 71 den Sprung auf die Universität, von 100 Nichtakademikerkindern nur 24. Diese Zahlen sind das Resultat einer sozialen Auslese. Denn immer noch hält sich das Vorurteil, die Intelligenz von Kindern habe etwas mit ihrer sozialen Herkunft zu tun. Marco Maurer zeichnet das Bild eines zutiefst ungerechten Landes. Er hat mit dem deutschen Außenminister, dem Chef der Deutschen Bahn, einem Vorstandsmitglied eines Dax-Unternehmens, einem Tatort-Kommissar und vielen anderen gesprochen und beschreibt die Hindernisse, die sich den Kindern aus bildungsfernen Schichten entgegenstellen. Und er erzählt von einem Land, in dem das alles als unveränderbar hingenommen wird. Die interviewten Bildungsforscher, Neurowissenschaftler und Psychologen machen deutlich, was das bedeutet: Wir setzen unsere Zukunft aufs Spiel!

Marco Maurer wirft einen scharfen Blick auf unser Bildungssystem. Was wir sehen, ist nicht schön.

— Liebes_Buch

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    Du bleibst, was du bist

    Liebes_Buch

    03. April 2015 um 21:32

    Meine Schulzeit war nicht schön. Dass an unserem Bildungssystem etwas komisch ist, wissen wir alle. Trotzdem hat es mich kalt erwischt, wie tief dieses Buch mich trifft. Marco Maurer ist ein sogenanntes Arbeiterkind, das keine Empfehlung fürs Gymnasium bekommt, nach der Ausbildung aber das Abi nachholt und erfolgreich studiert. Mein Vater ist auch so ein Arbeiterkind, das studierte. Unser ganzes Familienleben drehte sich um diese Heldentat. Da ich als  Akademikerkind gelte, konnte ich mit meiner Leistung niemanden beeindrucken, im Gegenteil, man gab mir das Gefühl, mir etwas unverdient erschlichen zu haben. Deshalb hat es mich schockiert, in den Beschreibungen des Lebenshintergrunds der Arbeiterkinder meine Situation recht genau wiederfinden zu können. Maurer thematisiert zudem psychische Probleme, die Arbeiterkinder, die sozial aufsteigen, bekommen können. Zum ersten Mal habe ich verstanden, warum mein Vater ein regelrechtes Doppelleben führte und wir mit ihm! Warum meine Eltern sich immer so anders verhielten und ich immer anders war als meine Mitschüler, die aus echten Akademikerfamilien stammten. Maurer entschärft hier, indem er sich vorstellt, Arbeiterkinder oder Ausländer, die aufgestiegen sind, würden anderen Benachteiligten den Weg ebnen, selber also besonders sozial anderen gegenüber sein. Das sehe ich anders. Jetzt erst verstehe ich, warum bei uns zuhause die Situation eskalierte als ich aufs Gymnasium kam. Vor Lektüre dieses Buches war mir nie bewusst, durch welchen Bildungsneid unsere Gesellschaft zerfressen ist. Vielleicht ist es gar kein Zufall, dass die Agenda 2010 von einem Arbeiterkind stammt, das studierte. Wer etwas Besonderes ist, möchte das vielleicht auch bleiben?  Das nur nebenbei. Die Stärke Maurers ist seine scharfe Beobachtungsgabe, die er mit Zahlen unterstützt. Er schildert die Probleme von Arbeiterkindern im Bildungssystem sehr verständlich und einfühlsam.  Seine Schwäche sind die abgedroschenen Lösungsvorschläge und linke Floskeln. Wenn man darlegt, wie das Schulsystem soziale Benachteiligung verschärft anstatt sie zu lindern, muss man nicht zu dem Schluss kommen, Vorschule sei die Lösung. Ein Kind, das sein Selbstwertgefühl verliert, wenn es mit 9 hört, es sei zu nichts nutze, wird sich nicht besser fühlen, wenn es mit 4 diskriminiert wird. Der Einblick in ein anderes Schulmodell hingegen erschien mir interessant. Auch der Hinweis auf freies Spielen mit anderen Kindern. Marco Maurer erklärt, warum viele Kinder im Bildungssystem scheitern bzw im Grunde ausgeschlossen bleiben. Man könnte vielleicht noch betonen, dass hier nicht Arbeiter oder Ausländer diskriminiert werden, sondern KINDER. Ich frage mich jetzt, ob die Todesrate von Kindern auch so hoch ist, weil der Staat selbst eine gewisse Feindseligkeit gegenüber Kindern an den Tag legt, die wir gelernt haben, normal zu finden. Ich hatte mit diesem Buch ein sehr persönliches Aha-Erlebnis. Andere werden das vielleicht nicht haben. Obwohl Maurer sehr grosse Reaktion auf Artikel zum Thema bekommt. Das lässt vermuten, dass sehr viele Menschen im Bildungssystem verletzt werden und diese Wunden auch als Erwachsene mit sich herumschleppen. Ich halte "Du bleibst was du bist" für realitätsnah und mit Achtung für Menschen beobachtet.

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