Marcus Stiglegger Terrorkino

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Inhaltsangabe zu „Terrorkino“ von Marcus Stiglegger

Mit dem weltweiten Erfolg der amerikanischen Filmreihen HOSTEL und SAW erfährt das Horrorgenre in Form eines zynisch anmutenden Terrorkinos gegenwärtig eine erstaunliche Renaissance. Auch aus Frankreich, Japan, Italien und anderen Ländern kommen ähnliche Produktionen. Von der Feuilletonkritik als "torture porn" verdammt, werden die Filme in Deutschland einer umfassenden Zensur unterworfen. Schaut man genauer hin, kann das Terrorkino als Spiel mit der Angstlust und den sadomasochistischen Fantasien des Publikums verstanden werden. Zudem reflektieren die Filme die Gewalteskalation und den Folterdiskurs nach 9/11 sowie den realen Schrecken eines globalisierten Kapitalismus mit seinem Krieg aller gegen alle. Stigleggers Essay untersucht die Ursprünge des Terrorkinos im Horrorfilm, erörtert Themen und Motive und bietet Ansätze für eine gesellschaftskritische und philosophische Lesart dieses geächteten Genres.

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  • Rezension zu "Terrorkino" von Marcus Stiglegger

    Terrorkino

    Kittie

    10. September 2011 um 22:06

    Bevor man sich jetzt voller Vorfreude auf dieses Buch stürzt, sollte man nochmal im Geiste durchgehen welche Terror-, Horror- und Splatterfilme man eigentlich kennt. Weil es macht keinen Sinn dieses Buch zu lesen, wenn man die meisten besprochenen Filme nicht selber gesehen hat. Man kann zwar Stiglegger in seinen Ausführungen leicht folgen, aber ich meine, dass wenn man die Filme selbst kennt, wird es deutlicher was Stiglegger aufzeigt. Und weiterhin sind stellenweise auch böse Spoiler enthalten. Besonders bei Martyrs, der bis zum Ende hin ziemlich zerpflückt wird. Es werden über 140 Filme erwähnt und/oder mal mehr oder weniger besprochen. Ich kenn nicht alle der über 140 Filmen, aber die Meisten. Daher ist dieses Buch mehr etwas für Fans und Freaks. Wenn man noch nicht so tief drin steckt in der Materie, kann dieses Buch Anreize liefern, aber da habe ich wieder die Befürchtung, dass es bei manchen falsch ankommt. Kommen wir nun aber zum Buch selbst... als Einstieg werden die Filme An American Crime und Jack Ketchums The Girl Next Door (Fall der Sylvia Likens) heran gezogen um das "Grauen" auf zu zeigen und sich langsam zu (meinem persönlichen Hasswort überhaupt) "torture porn" vorzuarbeiten. So gleich stellt Stiglegger auch den Schwachsinn im Zusammenhang mit diesen Wort da. Ähnlich wie bei dem Begriff "Killerspiele" drehen sie alle ab und jeder gebraucht dieses Wort (dieses Wörter) so wie es ihm am besten passt. Und eine der größsten Schweinereien in Zusammenhang mit diesem Wort oder besser gesagt die Filme auf denen dieses Wort gemünzt wird, ist die Zensur. Freunde dieser Filme werden dieses Problem kennen... das Bangen ist doch immer groß ob die FSK ihren Segen gibt oder nicht. Wie es scheint, ist dies meist nicht der Fall und sollte dann doch über Umwege eine unzensierte Fassung des Films veröffentlicht werden, dauert es meist nicht lange bis eben jene Fassung auf dem Index landet. Ich glaube keine anderen Genrefans haben so sehr darunter zu leiden wie wir Freunde dieser speziellen Filme. Ich brauch hier nicht näher drauf eingehen, denn auf Porta Caliginis gibt es das passende Video zu diesem Thema wo Stiglegger auch selbst aus eben diesem Buch vorträgt. Stiglegger lehrt nun auch Filmwissenschaften und liefert eine Erklärung zum "Terrorkino" und weitere interessante Ansätze, aber dennoch kam es mir stellenweise vor als ob mit dem Begriff "Exploitationsfilm" nicht richtig umgegangen wird. Dafür gibt es noch keine konkrete Definition und das macht die Sache auch nicht einfacher. Ich als bekennender Freund von Exploitationsfilmen hatte stellenweise meine Probleme als mancher Filmtitel im Zusammenhang mit Exploitation genannt wurde. Ist aber einfach nur eine Auslegungssache. Was dabei auch auffällt ist, dass man immer wieder auf Pornographie zu sprechen kam. Das Horrorgenre hat zwar viele sexuelle Motive bzw. Anspielungen, aber so manche Bezug zur Pornographie ist dann doch arg überzogen. Das Buch bietet auch unterschiedliche Lesarten. Entweder als Leitfaden durch den Terrorfilm, ebenso auch als Inspirationsquelle, aber auch als Kritik (sowohl an den "Menschen mit ihrer Lust am Schmerz" und auch ein bisschen an den Medien selbst) und Aufklärung über eben diese Medien - was genau oder auch als Mischung aus allem muss jeder letztlich für sich selbst entscheiden. Hier sei auch schon mal erwähnt, dass diesen September in Kultur & Kritik (2) das Buch Killerspiele: Videogames, Mediengewalt und Zensur über den Bertz+ Fischer erscheinen wird. Man darf also weiterhin gespannt sein und ich hoffe, dass diese Reihe weiterhin um solch interessante Themen/Bücher bereichert wird.

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