Mareike Daum High Heels an die Macht: Feminismus, aber sexy

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Inhaltsangabe zu „High Heels an die Macht: Feminismus, aber sexy“ von Mareike Daum

Der alte Feminismus hat ein gewaltiges Imageproblem. Man könnte sogar sagen, er liegt im Koma. Er ist unsexy, unweiblich und altmodisch. Mareike Daum gelingt in diesem Buch ein kurzweiliger, humorvoller, aber dennoch tiefsinniger Einblick in das Thema. Auf dem Weg zur Gleichstellung zwischen Männern und Frauen verpasst die Autorin den männlichen Strukturen und den, in alten Denkmustern stecken gebliebenen, Emanzen einen ordentlichen Tritt mit ihren High Heels. Sie prangert provokant die wahren Diskriminierungen von Frauen an und zeigt klar formulierte Ziele auf. High Heels an die Macht ist eine Hommage an die Weiblichkeit!

Barbie fordert doch bitte als seriös anerkannt zu werden - nur warum bleibt offen.

— miss_mesmerized
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    High Heels an die Macht: Feminismus, aber sexy
    miss_mesmerized

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    05. April 2015 um 06:50

    Ein weiteres Buch der Reihe: Warum machen Frauen in Deutschland keine Karriere. Dieses Mal von einer jungen Frau, die selbst betroffen ist – und auch keine Lösung hat. Da beginnt mein Problem mit diesem Buch. Mareike Daum beklagt nicht nur die Schwierigkeiten für Frauen die gläserne Decke zu durchstoßen und Karriere und Kinder unter einen Hut zu bringen (bekannte Zahlen und Fakten werden hier einmal mehr angeführt), ihr Hauptargument liegt wo ganz anders und wir etwas patzig wie bei einer Dreijährigen mantramäßig wiederholt: ich will rosa Rüschen und High Heels tragen und trotzdem ernstgenommen werden. Es geht ihr weniger um die gesellschaftlichen Probleme als um ihre ganz persönliche Situation als Barbiekopie nicht als seriös anerkannt zu werden. Und das widerholt sie immer und immer und immer wieder. In der Grundaussage stimme ich ihr ja durchaus zu: Frauen sollten nicht ihre Weiblichkeit aufgeben müssen, um beruflich voran zu kommen. Es wäre durchaus wünschenswert, wenn die den Frauen eigene Attraktivität in der Berufswelt nicht hinter schwarzen Hosenanzügen und biederer Frisur verschwinden müsste. Aber das ist mir in der Gesamtthematik zu wenig. Weder neue Erkenntnisse zur Thematik noch passende Lösungsansätze für die Frauenbenachteiligung im Job finden sich in dem Buch, noch wird ein neuer Blick – mit Ausnahme der Forderung nach mehr rosa – geliefert. Die Erfahrungen der jungen Autorin mögen durchaus exemplarischen Wert haben, einiges scheint mir jedoch auch sehr personenbezogen problematisch. Wer damit kokettiert, dass er bzw. sie sich keine ernsthaften Gedanken zum Studienfach gemacht hat, sondern dieses einfach da war und sie Politikwissenschaft „sexy“ fand – wen wundert es da, dass es manchem schwer fällt, sie als ernsthaften Gesprächspartner anzusehen. Ihre Vorbilder bezieht sie ausschließlich aus Film und Fernsehen – vielleicht könnte man ihr nahe bringen, dass dort nicht unbedingt die Realität zu finden ist. Einen Job bei der CSU anzunehmen und sich zu wundern, dass dort Frauenförderung nicht das große Thema ist, nun ja, sie hätte sich statt nur mit politischer Theorie auch mit dem politischen Alltag beschäftigen können, dann wär ihr klar gewesen, dass die „Frauen an den Herd Partei“ womöglich nicht die beste Wahl für sie ist. Am nervigsten ist jedoch ihre Pseudoauseinandersetzung mit dem Feminismus, den sie auf die Kleidung von Alice Schwarzer reduziert, über Inhalte spricht sie lieber nicht – aber das ist ja auch nicht ihr Thema.

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