Mareike Fallwickl

 4,3 Sterne bei 1.241 Bewertungen
Autorin von Dunkelgrün fast schwarz, Die Wut, die bleibt und weiteren Büchern.
Autorenbild von Mareike Fallwickl (©Gyöngyi Tasi)

Lebenslauf

Für das Schreiben geboren: Mareike Fallwickl wurde 1983 in Hallein bei Salzburg geboren und studierte Allgemeine und Historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft in Salzburg. Seit 2008 arbeitet sie als freie Lektorin, Texterin und Konzeptionistin.

Schon als Kind entdeckte sie ihr Faible für Sprache und verschlang Bücher über Bücher, inzwischen sind es 100 pro Jahr. Darüber hinaus bloggt sie seit 2009 in ihrem Literaturblog „Bücherwurmloch“. 2017 war sie zum ersten Mal offizielle Bloggerin des Deutschen Buchpreises und zum zweiten Mal Jurorin für den Blogbuster – einem Preis für literarische Nachwuchstalente ohne Verlagsvertrag.

Irgendwann entschied sie sich, nicht mehr nur rezensieren und lektorieren zu wollen, sondern griff selbst zu Papier und Stift. Dass ihr das Schreiben im Blut liegt, war schon früh klar. Ihre Deutschlehrerin bat sie, kürzere Hausaufgaben zu verfassen, da sie nicht so viel Zeit hätte, dies alles zu korrigieren. 

Austoben konnte sich Mareike Fallwickl Jahre später in ihrem Romandebüt „Auf Touren“ (2012), ein erotischer Roman, der durch Salzburgs Straßen führt. Für ihren zweiten Roman „Dunkelgrün fast schwarz“ erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Bundeskanzleramts der Republik Österreich. 

Alle Bücher von Mareike Fallwickl

Cover des Buches Dunkelgrün fast schwarz (ISBN: 9783328104841)

Dunkelgrün fast schwarz

(345)
Erschienen am 12.08.2019
Cover des Buches Die Wut, die bleibt (ISBN: 9783499009129)

Die Wut, die bleibt

(328)
Erschienen am 17.10.2023
Cover des Buches Und alle so still (ISBN: 9783499009235)

Und alle so still

(212)
Erschienen am 11.11.2025
Cover des Buches Das Licht ist hier viel heller (ISBN: 9783328106500)

Das Licht ist hier viel heller

(141)
Erschienen am 08.03.2021
Cover des Buches Leseglück (ISBN: 9783845831879)

Leseglück

(38)
Erschienen am 23.08.2019
Cover des Buches Bücher auf Rezept (ISBN: 9783845831909)

Bücher auf Rezept

(3)
Erschienen am 23.08.2019

Neue Rezensionen zu Mareike Fallwickl

Cover des Buches Die Wut, die bleibt (ISBN: 9783499009129)
leseleas avatar

Rezension zu "Die Wut, die bleibt" von Mareike Fallwickl

leselea
Nach dem Sprung

Eine Mutter kann nicht mehr und springt in den Tod. Eine Tochter bleibt zurück und gibt sich der Wut hin. Eine kinderlose Freundin lernt, was Care-Arbeit bedeutet. So lässt sich der Plot von Mareike Fallwickls Roman Die Wut, die bleibt zusammenfassen, wobei der Sprung in den Tod auf der ersten Seite steht und im Zentrum der Geschichte die Auswirkungen dieses Selbstmordes auf ihr Umfeld erzählt wird. Dabei wird schnell klar, dass Helene – die springende Mutter – den Freitod wählt, um den Erwartungen und dem Druck zu entkommen, die ihre Familie im Kleinen und die Gesellschaft im Ganzen an sie als Mutter stellt. Aufgerieben von einer Pandemie, gefangen in einer Beziehung mit einem Mann, der Arbeit über Familie stellt, bleibt sie mit Kindern, Haushalt und Mental Load zurück – bis sie keinen Ausweg mehr sieht. Ihre Tochter Lola, woke und belesen, erkennt die strukturellen Zusammenhänge. Nachdem sie Opfer männlicher Gewalt wird, kennt sie statt Trauer nur noch Wut und gibt sich dieser Emotion radikal hin. Sarah, Helenes Freundin seit Kindergarten-Tagen, springt der zurückgebliebenen Familie zur Seite und muss auf schmerzliche Weise lernen, wie schnell man als Frau in einer Familie verpflichtet wird – auch wenn es nicht die eigene ist – und wie gering dies honoriert wird.

Mareike Fallwickl thematisiert in Die Wut, die bleibt viele wichtige Themen: Gender Care Gap, Mental und Emotional Load von Frauen, abwesende Väter, männliche Gewalt, Körperbilder und Schönheitswahn, weibliches Altern. Es ist eine Rundumkritik des Patriarchats und auch wenn die Fülle dieser Themen überzogen erscheint, zeigt Fallwickl, dass und wie die einzelnen Motive ineinander wirken und dabei leider gar nicht unrealistisch erscheinen, sondern den Alltag vieler Frauen widerspiegeln.

Alles in Die Wut, die bleibt ist wichtig und richtig – und dennoch finde ich den Roman nicht überzeugend. Fallwickl will nämlich belehren, das verhehlt die Geschichte nicht, und sie entscheidet sich leider, dies mit der Holzhammer-Methode zu tun. Alle ihre Figuren sind minimal überzeichnet, sodass die Geschichte insgesamt zu gewollt wirkt: Das beginnt mit dem drastischen Selbstmord am Anfang des Romans und endet mit der Racheengel-Formation, der sich Lola anschließt, um Gerechtigkeit durch Faustschläge herzustellen. Dazwischen finden sich Männer, die reine Klischees sind und eine Sprachlosigkeit, die die Figuren nicht einmal versuchen zu überwinden, da Fallwickl sich ganz auf die titelgebende Emotion fokussiert: Wut. Dabei möchte ich nicht falsch verstanden werden: Es gibt unzählige Gründe, als Frau wütend zu sein und ich verstehe jede, die nicht mehr bereit ist, Mitleid und Verständnis für Männer aufzubringen; doch im Roman wird diese Wut überhöht und kritiklos präsentiert, Momente der Reflexion – gerade bei Lola – werden dadurch unmöglich gemacht.

Die Wut, die bleibt lässt sich sehr gut lesen, die Sprache ist alltagsnah. Fallwickl entscheidet sich dazu, die Geschichte abwechselnd aus Lolas und Sarahs Perspektive zu erzählen, was eine gewisse Dynamik erzeugt, die jedoch nicht komplett über die zähen Momente der circa 370 Seiten langen Erzählung hinwegträgt. Lolas Kapitel haben mich dabei persönlich sehr angestrengt, die hier langsam entwickelte Utopie (oder doch eher Dystopie?) konnte mich nicht überzeugen; Sarahs Entwicklung ist stimmiger, gerade ihre Kapitel werden jedoch durch die bewusst schwach gezeichneten männlichen Figuren geschwächt.

Im Endeffekt präsentiert mir Fallwickl in Die Wut, die bleibt eine zu einfache Antwort, obwohl sie hervorragend aufzeigt, wie komplex das Leben als Frau im Patriarchat des 21. Jahrhunderts (Stichwort: Wir sind doch schon längst gleichberechtigt) ist. Die Wut mag berechtigt sein, aber wohin führt sie mich? Ich nehme wenig aus der Lektüre mit und kann daher nur 3 Sterne vergeben.

Cover des Buches Und alle so still (ISBN: 9783499009235)
G

Rezension zu "Und alle so still" von Mareike Fallwickl

Globalsoulpreneur
Wichtiges Thema, aber leider nichts für mich

An einem Sonntag im Juni legen sich Frauen überall einfach hin. Auf Straßen, in Parks, in Supermärkten. Sie bewegen sich nicht, sie sprechen nicht – sie streiken. Mit ihrem Körper. Mit ihrer Stille.

Um diesen Moment herum erzählt Mareike Fallwickl die Geschichten dreier sehr unterschiedlicher Menschen: Elin, eine junge Influencerin mit einem tiefen Riss in ihrer Vergangenheit, Nuri, ein neunzehnjähriger Fahrradkurier, der sich irgendwie durchs Leben hangelt, und Ruth, eine Pflegerin Mitte fünfzig, die seit Jahren für andere funktioniert und dabei sich selbst verliert. Alle drei werden von diesem stillen Aufstand erfasst – auf ihre eigene, sehr unterschiedliche Weise.
Das Thema ist ohne Frage relevant: weibliche Erschöpfung, unsichtbare Care-Arbeit, der leise Kollaps von Menschen, die das System am Laufen halten. Fallwickl greift etwas auf, das viele kennen und das dringend erzählt werden muss. Daran zweifle ich keine Sekunde.

Aber ein wichtiges Thema allein trägt noch keinen Roman. Zumindest nicht für mich. Schon auf den ersten Seiten hat mich die Sprache befremdet – rau, kantig, manchmal absichtlich verstörend. Ich verstehe, dass das ein stilistisches Mittel ist. Ich verstehe auch, dass andere Leserinnen genau darin die Stärke des Buches sehen. Für mich persönlich war es eine Wand, gegen die ich immer wieder gelaufen bin.

Dazu kommt ein Erzähltempo, das mich nie wirklich mitgerissen hat. Die Geschichte breitet sich aus, schichtet Perspektiven übereinander – aber das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu müssen, hat sich bei mir schlicht nicht eingestellt.

Nach der Hälfte war die Energie weg.

Die vielen begeisterten Kritiken zeigen, dass dieser Roman etwas auslöst – bei manchen Menschen sehr Starkes. Ich gehöre offenbar nicht zur Zielgruppe, und das ist auch in Ordnung. Nicht jedes gute Buch ist für jeden das richtige Buch.
Fazit: Gesellschaftlich relevant, stilistisch mutig – und für mich trotzdem eine Lektüre, die ich nicht beenden konnte.

Cover des Buches Die Wut, die bleibt (ISBN: 9783499009129)
lilalisas avatar

Rezension zu "Die Wut, die bleibt" von Mareike Fallwickl

lilalisa
Lesenswert und super aktuell

Ein sehr lesenswertes Buch! Ein wichtiges präsentes Thema. Es zeigt eindringlich wie viele Probleme oft übersehen oder unterschätzt werden. Wie viele Frauen über ihrer Grenzen gehen bis irgendwann alles zu viel wird und trotzdem niemand hinschaut. 

Das Buch ist direkt und emotional geschrieben. Es gibt Momente die schwer auszuhalten sind, aber genau das macht für mich die Geschichte so bedeutend. Es sind Situationen die so viele Frauen erfahren müssen und wie wichtig es ist etwas dagegen zu unternehmen. 

Ein starkes Buch dass ich definitiv weiterempfehlen würde!

Gespräche aus der Community

Brauchen wir den Feminismus noch? Was für eine Frage!

Sieben Essays, sieben feministische Perspektiven – und 10 wunderschöne, kartonierte Exemplare zur Verlosung.

Weil jeder Tag ein SEHR guter Tag ist, das Patriarchat abzuschaffen!

311 BeiträgeVerlosung beendet
Paulina86s avatar
Letzter Beitrag von  Paulina86

Gute Frage🤔. Wahrscheinlich gibt es das auch, ich denke aber mal vergleichsweise weniger

In meinem neuen Booktube Video stelle ich euch meine liebsten Bücher 2020 vor

Zum Thema
0 Beiträge

Mit diesem Buch zieht das »Leseglück« bei Euch ein.

99 Leseempfehlungen für gute Laune, zusammengestellt von zweien, die man mit Fug und Recht als Experten bezeichnen kann: Autorin und Buchbloggerin Mareike Fallwickl sowie Buchblogger und Buchhändler Florian Valerius.

Macht mit, um eines von 25 Exemplaren zu gewinnen und Euch mit den beiden Autoren über ihr Leseglück auszutauschen.

305 BeiträgeVerlosung beendet
Buechergartens avatar
Letzter Beitrag von  Buechergarten

Ich möchte mich von Herzen entschuldigen, dass meine Rezension zur Leserunde erst jetzt kommt! Beim Abschluss meines Lesetagebuches 2019 habe ich, voller Entsetzen, festgestellt, dass ich die Rezension zu "Leseglück" zwar geschrieben, aber dann anscheinend nicht online gestellt habe. Dies möchte ich jetzt nachholen und mich dabei auch nochmal, für die Möglichkeit dieses schöne Büchlein kennen zu lernen, bedanken!


https://www.lovelybooks.de/autor/Florian-Valerius/Lesegl%C3%BCck-1989577811-w/rezension/2425229455/

(Auch auf WLD, Lesejury, etc.)

Zusätzliche Informationen

Mareike Fallwickl im Netz:

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

1.081 Bibliotheken

289 Merkzettel

36 Leser*innen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks