Mareike Krügel

 3.7 Sterne bei 125 Bewertungen
Autorin von Sieh mich an, Die Tochter meines Vaters und weiteren Büchern.
Mareike Krügel

Lebenslauf von Mareike Krügel

Mareike Krügel wurde 1977 in Kiel geboren. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt heute in der Nähe von Schleswig. Sie leitet das Schreiblabor im Literaturhaus Hamburg und ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Die Autorin erhielt zahlreiche Stipendien, unter anderem 2007 im Kloster Cismar und 2006 im Künstlerhaus Lukas. 2003 wurde sie mit dem Literaturförderpreis der Stadt Hamburg ausgezeichnet und 2006 mit dem Friedrich-Hebbel-Preis. Sie ist mit Jan Christophersen verheiratet, der ebenfalls Autor ist.

Neue Bücher

Sieh mich an
 (116)
Neu erschienen am 02.10.2018 als Taschenbuch bei Piper.

Alle Bücher von Mareike Krügel

Mareike KrügelSieh mich an
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Sieh mich an
Sieh mich an
 (116)
Erschienen am 02.10.2018
Mareike KrügelDie Tochter meines Vaters
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Die Tochter meines Vaters
Die Tochter meines Vaters
 (6)
Erschienen am 03.04.2018
Mareike KrügelBleib wo du bist
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Bleib wo du bist
Bleib wo du bist
 (2)
Erschienen am 01.08.2010
Mareike KrügelDie Witwe, der Lehrer, das Meer
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Die Witwe, der Lehrer, das Meer
Die Witwe, der Lehrer, das Meer
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Erschienen am 01.10.2003
Mareike KrügelZelten mit Meerschwein
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Zelten mit Meerschwein
Zelten mit Meerschwein
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Erschienen am 21.06.2018
Mareike KrügelSieh mich an
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Sieh mich an
Sieh mich an
 (1)
Erschienen am 01.08.2017
Mareike KrügelSieh mich an
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Sieh mich an
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Erschienen am 01.08.2017

Neue Rezensionen zu Mareike Krügel

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Rezension zu "Sieh mich an" von Mareike Krügel

[Rezension] Mareike Krügel - Sieh mich an
Icemariposavor 4 Monaten

Sieh mich an, ist ein Buch, was ich mir nur aufgrund des Covers gekauft habe. Bei einem Fuchs konnte ich nicht Nein sagen und ich wollte wieder ein Buch lesen, wo von ich nichts weiß. Ich kannte das Buch nicht, wollte den Klappentext nicht lesen und mich einfach nur überraschen lassen. Diese Überraschung ist geglückt, denn das Buch ist interessant und spricht ein sensibles und heikles Thema an.


Eigene Meinung:

Das Buch hat es geschafft, einen Tag in 256 Seiten zu verpacken ohne das es langweilig wurde. Wir begleiten Katharina durch ihren Alltag. Wir lernen ihren ruhigen Sohn Alex und ihre laute und anstrengende Tochter Helli kennen. Ihr Mann arbeitet auswärts und so muss sie Klischeehaft sich um alles alleine kümmern. Doch dieses Klischee machte mir nichts aus, ihr Alltag war witzig und bis auf ein paar Kleinigkeiten realistisch dargestellt. Kennt ihr diese Tage, wo alles schief läuft und man ein paar Sachen nach den anderen erfährt, und man innerlich „Stop ich brauch eine Pause“ schreit? So fühlt sich ihr Freitag an!  Bei ein paar Punkten hatte ich das Gefühl „So müsste sich meine Mutter auch gefühlt haben“, wir waren auch für sie keine leichten Kinder und haben es ihr oft auch nicht leicht gemacht.

Oft erleben wir von Katharina die Gedanken Gänge, was wäre, wenn. Was wäre, wenn sie wirklich Todkrank ist? Wie wird es weiter gehen, hat sie alles gemacht und erreicht, was sie wollte? Wir lernen Katharina durch diese Gedanken als Person besser kennen. Wir erfahren was sie im Leben erreichen wollte und was sie tatsächlich geschafft hat. Diese Gedankengänge sind wirklich interessant, doch leider driften sie auch ab. Sie bleiben nicht immer bei „Ich bin eventuell krank“, sondern die gehen schon ein Schritt weiter und sagen „Ich bin todkrank“.  

Katharinas Leben ist nicht einfach und ziemlich stressig. Helli beansprucht viel von ihrer Zeit, dazu hat sie noch Musikprojekte zuleiten, macht ihren Haushalt, hat ihre Nachbarn die sie auch Beanspruchen und um das alles unter einem Dach zubekommen, führt sie ein Notizbuch. Nur hier kann sie ihre Gedanken frei im Lauf lassen und sich ihren Alltag organisieren. Wir erfahren einige Dinge aus ihrer Vergangenheit und dadurch verstehen wir ihr Entscheidungen besser kennen. In ein paar Punkten hätte ich wohl anders reagiert oder anders gehandelt, doch ich konnte mich so gut in sie hineinversetzten, das ich ihre Entscheidungen verstehe.

Viele Szenarien sind lustig verpackt und lassen einen kurz Auf schmunzeln. Trotz der vielen kleinen Witze und typischen Klischees, die zum Teil Humorvoll verpackt sind, brachten mich ein paar Punkte zum Augenverdrehen.

Im Laufe des Tages erfährt Katharina von Alex Freundin und ist schockiert. Sie dachte Jahre lang, dass ihr Sohn schwul sei. Dieser Punkt hatte mich tierisch gestört. Alex, ein 17-jähriger Junge, der in der Vergangenheit offenbar noch keine Interesse an Frauen zeigte, muss direkt schwul sein. Meine Güte, einige haben einfach noch keine Interesse an Beziehungen gehabt, nicht die richtige Person gefunden, sind  A-Sexuelle und es gibt noch Tausende weitere Gründe, warum man zuvor noch keine Beziehung hatte oder jemanden Vorgestellt hat. Nicht jeder ist sofort Homo-Sexuelle, nur weil  sie zuvor noch keine Interesse gezeigt haben. Dieses Klischeedenken regt mich persönlich sehr auf, da ich sowas selbst miterleben durfte. Ja, es kann sein das die Person eventuell Homo-Sexuelle ist, aber es kann auch andere Gründe geben. In diesem Buch wurden viele Klischees angesprochen, also wundert mich auch dieses hier nicht.

Kennt ihr auch dieses Thema „Sind es deine eigenen Kinder, dann denkst du anders!“. Auch das Thema wurde hier aufgegriffen und ich glaube, beim Lesen hat meine Augenbraue gezuckt, zumindest habe ich innerlich die Augen verdreht. Du willst keine Kinder? Ach über deine eigenen Kinder denkst du anders, glaub mir. Wie oft habe ich diese Gespräche miterlebt und nun durfte ich das auch noch lesen. Wenn jemand persönlich mit mir darüber redet, bin ich die Person, die das Thema abbricht, doch hier wollte ich weiter lesen. Katharina hatte den Gedanken gehabt, jemanden zu erklären, das es mit eigenen Kindern nicht so stressig ist, wie mit Fremden Kindern. Sie war so von sich überzeugt, dass eigene Kinder nicht anstrengend wären, oder zumindest nicht so sehr wie Fremde Kinder. Hier im Buch hat man allerdings nicht das Gefühl, das sie es mit ihren Kindern so leicht hat, wie sie es gerne hätte. Da musste ich wirklich über ihren Gedankengang schmunzeln. So leicht und einfach sind eigene Kinder dann wohl doch nicht.

Ein Punkt was mich auch zum Schmunzeln gebracht hat,  war das Thema „Männer haben es schwerer als Frauen“. Kilian, ein Freund von Katharina erklärt ihr, das es Männer schwerer haben als Frauen. Die Punkte, die er anspricht waren, Mimimimi-Themen. Wenn ich eine Frau Schwängere und von diesem Kind nichts wissen will, muss ich Unterhalt zahlen. Das geht gar nicht! Mimimimi, das Leben ist so Unfair mimimi. Leider hat sich Katharina sich ihren Teil hier nur gedacht. Sie hatte viele  Punkte in ihren Gedankengang gehabt, was im Leben einer Frau so schwer ist und was Männer gar nicht im Blick haben. Ich hätte mir gewünscht, dass sie diese Punkte angesprochen hätte, doch sie nickte Kilian nur stimmend zu. Schade, dieses Thema wäre spannend gewesen und bin gespannt, wie Kilian darauf reagiert hätte.

In diesem Buch gibt es aber nicht nur Themen, wo ich die Augen verdrehen musste und mich fragte „Warum taucht dieses Klischee auf?“, sondern es tauchte etwas auf, was mich wirklich stört.

Heinz. Heinz ist in diesem Buch ein Trans-Mann. Und wie wir alle wissen, ist ein Mann ein Mann, egal ob Trans oder Cis. Er bleibt ein Mann. Hier wird von der Umwandlung zu einem Mann gesprochen, was wiederum falsch ist! Transgender sind Personen die sich unzureichend, bis hin zu gar nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren können. Sie durchleben keine Umwandlung. Katharina spricht ihn zwar auch mit Heinz an, in ihren Gedanken taucht dann aber oft das sie und sein Deadname auf. Auch ihr Freund Kilian spricht mit Heinz und fragt ihn, ob er nicht eigentlich eine Frau sei. Für mich auch ein Absolutes No Go. Ich weiß nicht, ob es beabsichtigt war das dieser Fehler passieren, doch für mich ist und bleibt es ein No Go.

Fazit:

Trotz Themen die mich dazu gezwungen haben die Augen zu verdrehen, wurde dieses Ernste Thema humorvoll und interessant in einem stressigen Alltag verpackt. Ich wusste nicht was mich erwartet und bin zufrieden mit diesem Buch. Es geht nicht tief in die Materie ein und kratz an der Oberfläche der eventuellen Krankheit an, was in Ordnung ist.

https://klopferinbookland.com/rezension-mareike-kruegel-sieh-mich-an

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Magicsunsets avatar

Rezension zu "Sieh mich an" von Mareike Krügel

Ein intensives Wochenende, einfühlsam, humorvoll und sprachlich überzeugend
Magicsunsetvor 9 Monaten

„All das hier wird weiter existieren, mal wird das Meer einen Eisrand haben, mal wird es glatt und gleißend im Sonnenlicht liegen, mal werden Herbststürme seine Oberfläche aufpeitschen, und ich werde nicht dabei sein.“ (Zitat Seite 183)

Die komplexe Geschichte spielt an einem einzigen Wochenende, in Ich-Form aus Sicht der Hauptprotagonistin Katharina. Ihr bisheriges Leben wird durch ihre Erinnerungen, Rückblenden, erklärt. So erscheint der Zeitraum für den Leser weitaus länger, auch auf Grund der Dichte der Ereignisse – und es passiert eine Menge an diesem Wochenende. Tochter Hella, mit 11 Jahren irgendwo am Beginn der Pubertät und durch ADHS ohnedies schwierig und jederzeit für Überraschungen gut, ist daran nicht unbeteiligt. Dadurch hält die Autorin den Leser im Bann, bis zum Finale furioso steigt der Spannungsbogen langsam aber stetig und ohne Längen an. 

Katharina fühlt sich durch ihren Mann in Berlin allein gelassen, während sie in ländlicher Umgebung mit den Tücken des Alltags  kämpfen muss. Durch ihren ausgeprägten Beschützerinstinkt ist ziemlich chaotisch, obwohl sie ihr Leben in einzelne Listen zu vielen Themen ordnet. Haushalt ist definitiv nicht ihr Lebensinhalt. Insgesamt macht sie gerade das unfreiwillige Chaos, in das sie immer wieder schlittert, sehr liebenswert und lebensnah.

Es geht in diesem Roman nicht darum, wie eine Frau Krebs bewältigt, die Protagonisten müsste ja zunächst einen Arzt aufsuchen, um Gewissheit zu haben. Genau dieser Phase der Vermutungen, Unsicherheit, aber auch, was ist wenn, lässt die Autorin die Geschichte spielen.

Die Thematik reicht jedoch weit über das vordergründige Problem „Frau entdeckt ein Etwas an ihrer Brust“ hinaus. Die Hauptprotagonistin hatte sich ihren Berufsweg völlig anders vorgestellt, wollte ihre Dissertation in Musikwissenschaften beenden und eine interessante Lehrstelle in diesem Bereich suchen, als der Frauen gut bekannte Unterbruch durch die Familiengründung entstand. So stellt sich auch Katharina zwischendurch die Frage „was wäre gewesen, wenn“, besonders, da ihre drei Jahre jüngere Schwester Sissi ebenfalls an der Musikhochschuhe studiert hat und Cellistin geworden ist.

Buch ist trotz der ernsten Themen in einer humorvollen, wunderbar fließenden Sprache geschrieben, jede Seite birgt Sätze, die man am liebsten alle würde zitieren wollen. In keiner Phase der Geschichte gleitet die Hauptprotagonistin in jene wehleidige Larmoyanz ab, die sich in manchen Büchern zu ähnlichen Themen wie Alltagsleben, Probleme mit dem Partner, Verlust der Träume durch die banale Realität, findet, wo sich dann erwachsene Frauen wie Teenager gebärden und die mich als Leserin überlegen lassen, das betreffende Buch ärgerlich zur Seite zu legen. Hier ist es völlig anders, die Umsicht, Humor und Sprachqualität, mit der diese Autorin an das Thema herangeht ist beeindruckend und überzeugt. Vor allem gelingt es ihr, in der gesamten Geschichte einen positiven Unterton mitschwingen zu lassen. 

Es ist das erste Buch von Mareike Krügel, das ich gelesen habe, aber es wird keinesfalls das einzige bleiben. So sollte ein moderner Frauenroman geschrieben sein, keine Trivia, sondern Themen, die uns alle betreffen, überzeugend und sprachlich großartig umgesetzt. 

 

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Franzis2110s avatar

Rezension zu "Sieh mich an" von Mareike Krügel

Spritzig, tiefgängi, erfrischend
Franzis2110vor 10 Monaten

Katharina ist Mutter zweier Kinder. Alex der schon langsam erwachsen wird, seine erste Freundin hat, Musical-Darsteller werden möchte und ansonsten eher ruhig ist. Und Helli, die ganz am Anfang der Pubertät steht, ziemlich wahrscheinlich ADHS hat, laut, hibbelig, anstrengend, die sich absichtlich Nasenbluten verursacht und damit die Schule dekoriert, aber äußerst sympathisch ist. Sie hat einen Mann, der allerdings berufsbedingt in Berlin ist und somit rund 3 Stunden entfernt, weshalb sie eine Zwangs-Fernbeziehung führen müssen.

Und so lernen wir Katharina kennen. An einem Tag in ihrem turbulenten, chaotischen Leben zwischen Musiklehrerin für Kindergartenkinder, hilfsbereiter Nachbarin, SMS von Costas, ihrem Mann und dem verzweifelten Versuch jeden Katastrophen-Herd rechtzeitig zu erreichen und zu löschen. Und dann ist da noch dieses Etwas in der Brust.

Die volle Rezension findet ihr hier: https://www.lovelymix.de/sieh-mich-an-von-mareike-kruegel/

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