Mareike Krügel Sieh mich an

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Inhaltsangabe zu „Sieh mich an“ von Mareike Krügel

Man kann ja nicht einfach sterben, wenn die Dinge noch ungeklärt sind. Das denkt Katharina, seit sie vor Kurzem das Etwas in ihrer Brust entdeckt hat. Niemand weiß davon, und das ist auch gut so. Denn an diesem Wochenende soll ein letztes Mal alles wie immer sein. Und so entrollt sich das Chaos eines ganz normalen Freitags vor ihr. Während sie aber einen abgetrennten Daumen versorgt, ihren brennenden Trockner löscht und sich auf den emotional nicht unbedenklichen Besuch eines Studienfreundes vorbereitet, beginnt ihr Vorsatz zu bröckeln, und sie stellt sich große Fragen: Ist alles so geworden, wie sie wollte? Ihre Musik, ihre Kinder, die Ehe mit dem in letzter Zeit viel zu abwesenden Costas? Als der Tag fast zu Ende ist, beschließt sie, endlich ihr Geheimnis mit jemandem zu teilen, den sie liebt. – Die Heldin in Mareike Krügels rasantem, klugem Roman gehört ganz sicher zu den einnehmendsten Frauengestalten in der deutschen Gegenwartsliteratur.

Unglaublich toller Schreibstil, der mich absolut begeistert hat. Allerdings konnte das Ende mich nicht überzeugen ...

— Marion2505
Marion2505

48 Stunden, die am Ende eine schwere Entscheidung fordern

— Leserin3
Leserin3

Ein kleiner Knoten bringt ein ganzes Leben durcheinander.

— bookworm01
bookworm01

Hatte mir mehr von dem Buch erwartet, es war langatmiger als gedacht und ich konnte mich nicht in die Figuren hineinversetzen.

— Kitosvea
Kitosvea

Ein Tag im Leben einer Mutter, die den Spagat schaffen muss zwischen Kindern, Beruf und Alltag. Leider unsympathische Protagonistin

— TanyBee
TanyBee

Enttäuschende Umsetzung

— sabine3010
sabine3010

Als Katharina einen Knoten in ihrer Brust entdeckt bricht ihre Welt zusammen.

— hexenaugen
hexenaugen

Sprachlich toll, inhaltlich spannend, ich mochte kaum aufhören zu lesen - wieso fehlt dann das letzte Fünkchen Begeisterung?

— once-upon-a-time
once-upon-a-time

Guter Schreibstil, leider langweilig

— planty
planty

Anders und besonders

— myra16
myra16

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Tolles & spannendes Buch, das ich weiterempfehlen kann. Leider etwas abruptes Ende.

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  • Ein Tag mit Katharina

    Sieh mich an
    Marion2505

    Marion2505

    15. September 2017 um 15:47

    Inhalt:Katharina hat vor Kurzem ein "Etwas" in ihrer Brust entdeckt. Bisher weiß niemand davon. Bevor Katharina sich dem Etwas und seinen Folgen stellt, möchte sie noch ein letztes "normales" Wochenende erleben. Doch auch wenn der Alltag sie voll in Anspruch nimmt, beginnt ihr Vorsatz zu bröckeln und sie blickt immer mehr auf ihr bisheriges Leben. Ist alles so geworden wie sie wollte? Am Ende entscheidet sie sich doch dazu, ihr Geheimnis mit demjenigen zu teilen, den sie liebt.Meine Meinung:Das Cover ist mir sofort aufgefallen, da es mal etwas ganz anderes ist. Allerdings konnte ich mit dem Fuchs und seinem Zusammenhang zum Buchtitel und Klappentext nicht wirklich etwas anfangen. Mittlerweile bin ich der Sache allerdings näher gekommen. Ich finde das Cover schön, da es etwas sehr Spezielles hat und im Gedächtnis haften bleibt.Der Schreibstil von Mareike Krügel hat mir sofort gut gefallen und ich habe nicht lange gebraucht, um in der Geschichte anzukommen. Der Leser wird sozusagen sofort in den chaotischen Alltag von Katharina geworfen und ist mitten im Geschehen. Da die Geschichte von Katharina in der "Ich"-Form erzählt wird, ist der Leser noch näher an den Gedanken und Gefühlen von Katharina dran. Mich hat dieser Schreibstil komplett für sich eingenommen, so dass ich das Gefühl hatte, immer weiterlesen zu müssen.Katharina wurschtelt sich durch ihren Alltag, der nicht immer leicht ist. Ihr Mann Costas ist berufsbedingt nur am Wochenende zu Hause und ihr somit keine allzu große Stütze. Ihre 11-jährige Tochter Helli hat ADHS, aber noch keine Therapie und ist dementsprechend schwer zu bändigen. Gedanklich schweift Katharina oft in die Vergangenheit und natürlich sind da jede Menge Geschichten von Helli dabei. Diese Passagen sind sehr humorvoll geschrieben und ich habe oft über das Chaos von Helli lachen müssen, das sie im Laufe ihres Lebens schon angestellt hat. Mit Katharina möchte ich da allerdings auf keinen Fall tauschen. Das Zusammenleben mit so einem Kind ist alles andere als leicht, was auch des Öfteren absolut klar wurde. Dennoch spürt man Katharinas Liebe zu Helli immer sehr deutlich, was mich oft sehr berührt hat.Alex, der 17-jährige Sohn von Katharina, ist da das komplette Gegenteil. Er ist ausgeglichen und für Katharina oft auch eine Hilfe im Umgang mit Helli. Er durchlebt gerade seine erste große Liebe, was Katharina natürlich auch zu denken gibt. Dennoch ist er kein Kind, um das sie sich Sorgen machen muss.Costas ist mir leider eher unbekannt geblieben, da er im Buch keine allzu große Rolle hat. Er ist zwar in Katharinas Gedanken allgegenwärtig und es wird schnell klar, dass ihre Ehe einige Belastungen auszuhalten hatte, aber richtig greifbar ist er für mich leider nicht geworden. Außerdem fand ich sein Auftreten am Ende des Buches sehr enttäuschend, da ich mir von ihm mehr - oder besser gesagt - andere Reaktionen erhofft hatte.Die Nachbarn Theo und Heinz wiederum haben mir sehr gut gefallen. Vor allem Heinz, der Homöopath ist, und gerne seine Theorien verbreitet, hat mich echt begeistert. Mit Heinz als Nachbarn gibt es auf jeden Fall immer Antworten auf egal welche Fragen :-)Das Buch und seine Handlung hat mich wirklich absolut fasziniert und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich mitten in Katharinas Gedanken war, die ich oftmals auch sehr gut nachvollziehen konnte. Allerdings hatte ich auch relativ häufig das Bedürfnis, dem stressigen und chaotischen Alltag zu entkommen und einmal kurz Luft zu holen. Denn Katharina hetzt wirklich von Termin zu Termin und ist dabei mit ihren Gedanken beschäftigt. Erst Kilian, ihr ehemaliger Studienfreund, schafft es, sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.Umso trauriger war ich dann, dass das Ende mich leider absolut nicht begeistern konnte. Gegen Ende des Buches wurde mir die Handlung etwas zu unrealistisch, womit ich eigentlich auch überhaupt nicht gerechnet hatte. Natürlich passt das Ende auch wieder irgendwie zu Katharina, aber ich hätte es gerne anders gehabt :-)Mein Fazit:Eine fesselnde und berührende Geschichte, die für mich absoluten Suchtfaktor hatte. Es ist eine Geschichte aus dem Leben, die jedem von uns in ähnlicher Form so passieren könnte und wirkt auf mich sehr real. Ich hatte außerordentlich tolle Lesestunden und möchte das Buch daher absolut weiterempfehlen!

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  • Ein Wochenende wie immer?

    Sieh mich an
    Leserin3

    Leserin3

    12. September 2017 um 19:12

    Innerhalb von zwei Tagen durchlebt Katharina die wichtigsten Stationen ihres Lebens, die einschneidenden Ereignisse, die ihr Leben bisher geprägt und gelenkt haben. Warum dieser plötzliche und radikale, schonungslose Rückblick? Sie spürt und weiss noch vor der Untersuchung durch einen Facharzt, dass sie Brustkrebs hat und was alles ihr bevorstehen wird. Sie kennt das zur Genüge, sah sie doch ihre Mutter unter derselben Krankheit leiden und sterben. Einen langsamen Tod will sie aber nicht durchleiden, lieber bereitet sie ihrem Leben selbst ein Ende, und das bald. Doch lässt sie sich weder gehen noch suhlt sie sich in Selbstmitleid, sondern verrichtet ihre Alltagsarbeiten und versucht, sich nichts anmerken zu lassen. Die Familie und ihr engeres Umfeld bleiben ahnungslos. Eine quälende Frage treibt sie um: Wie sieht es in Zukunft mit ihren Angehörigen aus? Wie können sie alle ihren Weg weitergehen? Und doch: Bei allem Kummer, bei aller Angst bricht immer wieder so viel Komik durch, dass man unwillkürlich lachen muss, obwohl man mit Katharina leidet, ihre Angst ebenfalls spürt und ihr einen Teil am liebsten abnehmen würde. Diese Quäntchen Humor helfen dem Leser über die Hürden des Schmerzes, dem man sich nicht entziehen kann in diesem eindringlich geschriebenen Buch. Da sind die beiden Kinder, alles andere als pflegeleicht, die seltsamen Nachbarn, dazu Haushaltsgeräte, die ihren Zweck ins Gegenteil zu verkehren scheinen. Ein turbulenter Alltag, der Katharina aber keinen Augenblick ihre beginnende Krankheit vergessen lässt. Es gibt so viel noch Ungeklärtes, das sie ihrer Familie nicht einfach hinterlassen kann, wenn sie stirbt. Und dann entschliesst sie sich zur Offenheit und zum Reden. Ein tiefgehender Roman, in einem ungeheuren Tempo geschrieben, mit einer farbigen und nahe gehenden Sprache. Atemlos möchte man um eine Pause bitten und kann doch nicht aufhören, mit erhöhtem Puls bis zur letzten Seite zu lesen.   

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  • Chaos pur

    Sieh mich an
    bookworm01

    bookworm01

    07. September 2017 um 21:06

    Der Inhalt: Katharina lebt ihr Alltagschaos: Ihre kleine Tochter hat ein Aufmerksamkeitsdefizit, ihr Sohn bringt die erste Freundin mit nach Hause und ihr Mann Costas ist bei alledem die ganze Woche weit weg in Berlin, um dort zu arbeiten. Als Katharina dann zu allem Übel noch einen Knoten in ihrer Brust entdeckt, ist sie sich sicher, das ist ihr Todesurteil. Sie beschließt, noch ein Wochenende in Normalität zu verbringen, bevor der Knoten alles ändern wird. Doch der Plan geht nicht auf und ein Wochenende in vollem Chaos nimmt seinen Lauf. Mein Eindruck: Anfangs klingt das Buch sehr spannend, man erwartet großes Chaos und lernt gleich die Hauptpersonen darin kennen. Recht schnell bemerkt man jedoch, dass die Handlung meist weiter weg von jeglicher Realität ist, man kann sich schlecht in die Protagonistin hinein versetzen, da die Ereignisse zu überspannt und absurd dargestellt werden. Sowohl die beiden Nachbaren als auch der alte Freund von Katharina spielen eine seltsame Rolle in dem Buch. Beide sind so verrückt dargestellt, dass man kaum noch wirklich mitfühlen kann. Der Knoten in Katharinas Brust steht zwar irgendwie immer im Mittelpunkt, jedoch wird durch viele wirre Geschichten und Handlungen die Thematik weich gekocht und nicht wirklich ernst genommen. Alles in allem war ich etwa enttäuscht am Ende des Buches, da ich doch eine etwas andere Geschichte erwartet hatte. Wenn jemand nur eine nette Lektüre für nebenbei sucht, ist das Buch okay, jedoch sollte man keine tiefgründige Behandlung der Thematik erwarten. Dann wird man nur enttäuscht, so wie es bei mir der Fall war.

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  • Ein Tag, der alles verändert

    Sieh mich an
    Simi159

    Simi159

    07. September 2017 um 10:52

    Die Ü-40 jährige Katharina steckt in ihrem Leben fest. Sie kämpft mit ihren pubertierenden  Kinder, mit den Haustieren, ihrer Schwester, die meint Zuwenig Aufmerksamkeit von ihr zu bekommen, mit ihrer rumpelnden Wochenendehe. Rettet Nachbarn, wenn sie mit Haushaltsgeräten prob Elke haben, bereitete das Haus für einen Wochenendbesuch vor, und kämpft mit sich selbst, da sie gerade erst erfahren hat, dass sie einen Knoten in Brust hat. Bis jetzt hält sie ihre  Krankheit geheim, nur noch dieses eine Wochenende, möchte sie möglichst normal haben, danach wird sie sich operieren lassen, ihrer Lieben sagen, dass sei sie Krebs hat.  Doch erst mal muss sie diesen Freitag überstehen. Der Nachbar trennt sich einen Daumen ab, sie kümmert sich, ihre an ADHS- erkrankte Tochter macht wieder Terror in der Schule, sie kümmert sich, ihr Mann will nicht am Wochenende nach Hause kommen, sie kümmerst nicht. Ihre Ehe, ihre Kinder, ihre Nachbarn, ihre Freunde, ihre Schwester alle scheinen immer wichtiger zu sein, als Katharina selbst. Fazit: Als Leser ist man hautnah in den Gedanken von Katharina, die Autorin  Mareike Krügels, macht es sehr geschickt, denn man hat wie die Protagonistin keinen Moment Ruhe, zum Nachdenken-zum Entschieden, immer stürzen neue Dinge auf Katharina, und damit Gedanken  auf sie und den Leser ein.  Am liebsten würde man schon nach wenigen Kapitel stop sagen, setzt dich hin, ruhe dich aus, das läuft auch ohne dich. doch es dauert bis der ehemaligen Studienfreund zu Besuch kommt und Katharina genau die richtigen Fragen stellt.  Und dann fängt ihr Gedankenkarussell an sich langsamer zu drehen, ihr Vorsatz bis Montag zu warten bröckelt. Zum Glück. Und so erzählt sie endlich all ihren Lieben, wie krank sie ist…. Den Charakter, den Mareike  Krügel, da mit Katharina erschaffen hat ist so real, wie lebensnah, eine Frau die mitten im Leben, steht und von diesem, und all den Dingen, die sie darin gerecht werden will, zerrissen wird. Wegen der Vielzahl an Aufgaben, für die sich verantwortlich fühlt, ohne es immer zu sein, und weil sie ihren eigenen Ansprüchen nur sehr selten gerecht wird.Dass ausgerechnet sie dann auch noch so schwer krank wird, ist wie wenn Katharina einfach nur wieder „Hier“ geschrien hätte. Dabei stellt die Autorin, die Krankheit und die Ängste, nie in den Vordergrund, sie schwingen immer mit, doch Katharina nimmt sich erst mal nicht die Zeit, sich mit den Ängsten und ihrer Krankheit auseinander zu setzen.  Als Leser stellt man sich damit auch die Frage, wie würde ich das an ihrer Stelle machen. Würde ich es sofort sagen?  Erst mal warten, es nur bestimmten Personen erzählen? Die Sprache ist dabei eingehend, wie emotional und läßt sich dennoch sehr gut und schnell lesen. Auch weil die Geschichte einen nach wenigen Seiten packt und man wissen will, wie Katharina es schafft, sofern sie es schafft. Ein einziger Tag im Leben eines Menschen kann alles verändern, das wird einem nach der Lektüre von „Sieh mich an“ mal wieder klar. Ein tolles lesenswertes Buch. Von mir gibt es 5 STERNE.

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  • Midlife Crisis

    Sieh mich an
    TanyBee

    TanyBee

    04. September 2017 um 11:21

    „Sieh mich an“ spielt an nur einem einzigen Tag und wird erzählt aus der Sicht von Katharina. Sie ist Mutter von zwei Teenagern und muss den Spagat schaffen zwischen Kindern, Job, Haushalt und Ehemann. Vor einigen Tagen hat sie ein „Etwas“ in ihrer Brust entdeckt, dass irgendwie alles in Frage stellt. Was, wenn es Krebs ist? Wie bei ihrer Mutter damals. Diese Frage lässt sie im Kopf Bilanz ziehen über ihr bisheriges Leben. Doch die alltäglichen Katastrophen, die an diesem Tag passieren, wollen auch noch bewältigt werden: Der Nachbar ist verletzt, der Trockner brennt, die Tochter muss früher aus der Schule geholt werden. Katharina hat eine Art Midlife Crisis: Die Kinder sind schon groß (17 und 11), aber natürlich muss sie immer noch für sie da sein. Im Job läuft es nicht so gut, in der Ehe auch nicht. An diesem Tag läuft alles schief und ihr Zeitplan wird ordentlich durcheinander gewirbelt. Die Idee des Buches gefällt mir gut, die alltägliche Überforderung als Mutter an Hand eines einzigen Tages darzustellen. Manche Situationen sind fast schon lustig. Leider fand ich Katharina relativ unsympathisch und das hat mir die Lektüre nicht unbedingt leicht gemacht. Obwohl sie natürlich viel für ihre Familie tut, kam sie mir doch sehr egozentrisch vor. Sie merkt kaum, was in anderen vorgeht und lässt sich sehr ausführlich darüber aus, wie schwierig ihre Tochter doch ist. Einige der Nebencharaktere mochte ich wesentlich lieber, zum Beispiel die schrulligen Nachbarn. Am Ende hat sich Katharina noch einmal richtig unbeliebt bei mir gemacht mit einer sehr exzentrischen Aktion (die auch dem Alkohol geschuldet war). Ich tue mir immer schwer mit unsympathischen Protagonisten und der Humor kam auch nicht so richtig bei mir an, deswegen kann ich dem Buch nur drei Sterne geben. Katharina und ich haben einfach nicht so gut zusammen gepasst.

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  • Anders als erwartet

    Sieh mich an
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    03. September 2017 um 17:51

    Katharina hat Etwas in ihrer Brust entdeckt. Aber das hat sie für sich behalten. Sie möchte nun ein Wochenende erleben, welches verläuft wie immer. Danach will sie sich dem Etwas stellen. So können wir einen ganz „normalen“ Freitag mit ihr erleben. Es geht drunter und drüber an diesem Freitag. Sie ist sowieso permanent mit Familie und Beruf überlastet. Tochter Helli braucht ständig Aufmerksamkeit, der Sohn ist dabei, sein eigenes Leben zu gestalten. Mit ihrem Ehemann führt sie eine schwierige Wochenend-Beziehung und er kann an diesem Wochenende auch nicht nach Hause kommen. Dann hat sich noch ein früherer Freund angesagt. Ich muss sagen, dass ich etwas total Anderes erwartet habe. Da ist eine Frau, die den Verdacht hat, dass da ein Krebs in ihr wächst. Aber statt zu klären, ob es wirklich so ist oder mit jemandem darüber zu reden, macht sie Business as usual. Wie das aussieht, verrät der Klappentext. Ein wenig kann ich Katharina verstehen, wenn sie sich einem solchen Thema noch nicht stellen will und daher versucht auszuweichen. Aber aufgrund der familiären Disposition wäre eine engmaschige Kontrolle sowieso angesagt gewesen und auch wenn man Angst hat, bringt es doch nichts, die Augen vor den Tatsachen zu verschließen. Katharinas Gedanken drehen sich im Kreis, während sie sich durch den Tag kämpft. Sie hängt Erinnerungen nach, macht Pläne und wir lernen ihre Gedanken gut kennen. Ich habe mich gefragt, warum sie keinen einzigen Gedanken hatte, der sich mit einem gutartigen Etwas beschäftigt hat. Aber wenigstens denkt sie darüber nach, ob sie ihr Leben so führen wollte, wie sie es nun führt. Katharina ist eine sympathische Frau, die überall da ist, wo Not am Mann ist und die sich selbst ein wenig darüber vergessen hat. Aber dann stellt sie fest, dass sie nun Unterstützung braucht. Aber wie endet es? Das bleibt offen. Mich hat das Buch nicht so recht überzeugt, was aber wohl auch daran gelegen hat, dass meine Erwartungen andere waren. Ich wurde nicht wirklich warm mit Katharina und ihre Handlungsweise war mir unverständlich. Ich bleibe etwas zwiespältig zurück.

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  • Enttäuschende Umsetzung

    Sieh mich an
    sabine3010

    sabine3010

    02. September 2017 um 17:21

    Inhaltsangabe:Man kann ja nicht einfach sterben, wenn die Dinge noch ungeklärt sind. Das denkt Katharina, seit sie vor Kurzem das Etwas in ihrer Brust entdeckt hat. Niemand weiß davon, und das ist auch gut so. Denn an diesem Wochenende soll ein letztes Mal alles wie immer sein. Und so entrollt sich das Chaos eines ganz normalen Freitags vor ihr. Während sie aber einen abgetrennten Daumen versorgt, ihren brennenden Trockner löscht und sich auf den emotional nicht unbedenklichen Besuch eines Studienfreundes vorbereitet, beginnt ihr Vorsatz zu bröckeln, und sie stellt sich große Fragen: Ist alles so geworden, wie sie wollte? Ihre Musik, ihre Kinder, die Ehe mit dem in letzter Zeit viel zu abwesenden Costas? Als der Tag fast zu Ende ist, beschließt sie, endlich ihr Geheimnis mit jemandem zu teilen, den sie liebt. – Die Heldin in Mareike Krügels rasantem, klugem Roman gehört ganz sicher zu den einnehmendsten Frauengestalten in der deutschen Gegenwartsliteratur.Mein Fazit:Die Inhaltsangabe hat mich sehr neugierig gemacht - daher habe ich dieses Buch auch gelesen um mehr über die vierzigjährige Protagonistin und ihr Leben zu erfahren. Die Idee ist gut - die Umsetzung hat mir leider ganz und gar nicht zugesagt. Es ist keine Spannung aufgekommen und ich habe mich mühsam durch die Seiten gearbeitet. Ich finde das ganze etwas lieblos aufbereitet - es geht um einen Schicksalsschlag, und die Wörter der Autorin können die Emotionen nicht wiedergegeben; ich ich würde den Schreibstil als lieblos bezeichnen. Das ganze kam einfach nicht bei mir an. Auch gibt es viele gedankliche Sprünge im Text die für Verwirrung sorgen.

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  • Ernstes Thema humorvoll verpackt

    Sieh mich an
    hexenaugen

    hexenaugen

    02. September 2017 um 12:48

    Katharina ist Mutter von zwei Kindern, arbeitet Teilzeit in einem Kindergarten, hat ihre geplante Musikkarriere für ihre Familie platzen lassen und plagt sich nun durch den Familienalltag. Von ihrem Ehemann Costa hat sie sich inzwischen etwas distanziert, da sie aufgrund seiner beruflichen Situation nur noch die Wochenenden miteinander verbringen und so hat sie ihm auch verheimlicht, dass sie „Etwas“ in ihrer Brust entdeckt hat. Rückblick, Bestandsaufnahme, Vorausschau und immer wieder ihre heimlich geführten Listen. Das alles beschäftigt Katharina und wird doch immer wieder unterbrochen von dem ganz alltäglichen Chaos und Wahnsinn, der ihr Leben bestimmt. Der Autorin ist eine wundervolle Gratwanderung gelungen zwischen ernsthaften, teilweise fast philosophischen Gedanken und schreiend komischen Situationen. Katharinas Leben ist alles andere als banal und langweilig. Ein pflegeleichter, angepasster Siebzehnjähriger mit Goldkehlchen und eine pummelige, chaotische Elfjährige mit ADHS - unterschiedlicher könnten Kinder nicht sein. Dazu die beiden Nachbarn, die einmal Nachbarinnen waren, ein alter WG-Freund, abenteuerlustige Ratten und Haushaltsgeräte mit Mord- bzw.- Selbstmordabsichten ... Das Buch ist zugleich tiefsinnig und kurzweilig. Man ist so sehr in das Buch vertieft, dass es einen erstaunt, plötzlich am Ende angelangt zu sein. Ich finde den Roman unbedingt lesenswert, er ist aus Sicht von Katharina traurig schön beschrieben.

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  • Sprachlich toll und in seiner Alltäglichkeit spannend

    Sieh mich an
    once-upon-a-time

    once-upon-a-time

    29. August 2017 um 10:47

    „Denn das Meer ist niemals profan, langweilig und grau. In Wirklichkeit ist es das Einzige, das zu sehen sich lohnt in dieser Welt.“ (S. 181) Zusammenfassung. Ein einziger Tag und ein Etwas in der linken Brust reichen aus, um Katharina ihr Leben rekapitulieren zu lassen: Kindheit, Studium, Familie, eigene Kinder, die Ehe – was hatte sie erreichen wollen, an welcher Stelle in ihrem Leben befindet sie sich nun? Erster Satz. Ich will nicht sterben, und ich will auch nicht durch diese Tür gehen. Cover. Das Cover von „Sieh mich an“ gehört zu denen, in die ich mich schon verliebt hatte, ehe mir überhaupt klar war, worum es in diesem Buch geht. Eigentlich war da schon festgelegt, dass ich das Buch würde haben müssen. Etwas kritischer müsste man nun wahrscheinlich festhalten, dass der Zusammenhang zwischen dem Inhalt des Romans und dem Fuchs auf dem Cover mit der Lupe zu suchen ist (es gibt ihn, aber es dauert, bis man ihm im Buch begegnet), doch das ändert nichts daran, dass dieses Cover im Buchladen für mich absolut überzeugend gewesen wäre. Inhalt. Ich war etwas überrascht als ich feststellte, dass es Krügel tatsächlich gelungen war, einen einzigen Tag über 250 Seiten interessanter und fesselnder Unterhaltung zu strecken. Und dieser Tag ist dabei so widersprüchlich: Zwar passiert eine ganze Menge, von Unfällen über körperliche Entwicklungssprünge bis hin zu alkoholinduzierten Weinkrämpfen, doch zugleich fühlte es sich für mich so an, als sei gar nicht so richtig etwas passiert. Was genau macht denn aber nun die Faszination dieses Romans aus? Es wird nicht langweilig, Katharinas Gedankensprüngen nachzuschauen, es macht Spaß, den Weg nachzuvollziehen, den sie hinter sich gebracht hat, bevor sie die Frau wurde, die sie heute ist. Es sind so viele Kleinigkeiten, so vieles, das eigentlich belanglos scheint, das aber im Kontext des Familienlebens keineswegs belanglos ist. Personen. Wie sich das in einer Familie so gehört, treffen in diesem Buch gleich eine ganze Reihe sehr verschiedener Figuren mit sehr unterschiedlichen Ansichten aufeinander. Da ist der Kerl, der früher mal eine Frau war und nun damit kämpft, männliche Geschlechterrollen möglichst umfassend auszufüllen; da ist der Kerl, in dessen Augen den armen Männern das Leben ungebührlich schwer gemacht wird (und dem ich von Herzen beherzten Widerspruch gewünscht hätte); da ist die alte Schulfreundin, die das mit den Ehemännern für unnötig hält; und schließlich unsere Protagonistin selbst, die eigentlich immer geplant hatte, deutlich emanzipierter zu sein als es sich am Ende als praktikabel erweist. Diese Vielfalt ist in meinen Augen die beste Besonderheit dieses Romans. Lieblingsstellen. „Umarmungen machen etwas mit meiner Stimme, sie entziehen ihr Energie.“ (S. 21) „Es gibt Wahrheiten, die sind so offensichtlich, dass es nicht wehtut, sie auszusprechen.“ (S. 27) „Es gibt Fragen, denen so viele weitere Fragen folgen würden, dass man sie besser beiseiteschiebt.“ (S. 64) „Aber heute, hier und jetzt, frage ich mich doch, ob es sein kann, dass eine Mutter erst dann ein Etwas findet – dass sie sich erst dann überhaupt erlauben kann, ein Etwas zu finden –, wenn sie spürt, dass sie sich aus dem Staub machen kann, ohne allzu großen Schaden anzurichten.“ (S. 103) „Es ist eher wie die unbewusste Erinnerung an das Dasein im Mutterleib: Es klebt als unstillbare Sehnsucht an jeder Stunde des Tages und vermiest einem als Referenzfolie selbst die weniger chaotischen Zeiten.“ (S. 130) „Costas‘ Anwesenheit in diesem Moment hätte absolut nichts genützt, aber alles verändert.“  (S. 158) „Und ich finde, es gibt nichts Schlimmeres als Männer, die besoffen sind und trotzdem meinen, jede Situation beurteilen zu können.“ (S. 227) Fazit. Dieser Roman ist eines der seltenen Exemplare, bei denen mir so viele Textstellen wahnsinnig gut gefallen haben, dass ich eigentlich völlig begeistert sein müsste – es aber trotzdem nicht so ganz bin, und ich weiß einfach nicht, woran das liegt. Das erschwert mir die Bewertung erheblich, denn wo mir sonst zur vollen Punktzahl die sprachliche Überzeugungskraft fehlt, ist es in diesem Fall einfach nur gefühlt am Ende keine Begeisterung. Ach, es ist gar nicht so einfach…

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  • Guter Schreibstil, leider langweilig

    Sieh mich an
    planty

    planty

    29. August 2017 um 03:53

    Ich weiß gar nicht so genau, was ich von diesem Buch erwartet habe.... Ein paar mehr Gefühle und Emotionen zu diesem Ding in ihrer Brust. Ein paar mehr Gedanken zu den Möglichkeiten, wie es weiter geht. Ein früheres Aufklären der Familie und anschließend den Umgang miteinander.Bekommen habe ich seitenlanges Schreiben über Alltägliches. Es ist nichts besonderes passiert. Emotionen waren kaum enthalten. Jedenfalls nicht zum Thema "Ding in der Brust" und sollte es darum nicht gehen? Es gab keine Auseinadersetzung mit dem Thema. Zwei drei Sätze im ganzen Buch. Das war alles. Dieses Buch war weder unterhaltsam, noch wachrüttelnd. Es war einfach langweilig. Und das "große Finale" beschämend. Weiß echt nicht, wer sich sowas ausdenkt und auch noch glaubt, dass das dem Leser gefallen könnte. Einen Punkt gebe ich für den wirklich guten Schreibstil.

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  • Das Leben in einem einzigen Tag

    Sieh mich an
    myra16

    myra16

    27. August 2017 um 19:14

    Sympathisch und mit einer guten Prise Humor bringt uns Mareike Krügel die Hauptfigur mit ihren alltäglichen Problemen näher. Sprachlich manchmal ein wenig ungewöhnlich passt es perfekt zu ihrer Hauptfigur. Bereits nach den ersten Seiten fieberte ich mich Katharina mit, obwohl ihre Welt gar nicht meine ist und ihre Entscheidungen nicht meine wären. Dennoch konnte und musste ich geradezu mitempfinden, was an diesem Tag passiert. Mit dem Thema "Brustkrebs" im Hintergrund und den skurilen Problemen, mit denen die Protagonistin kämpfen muss, ist es nicht nur leichte Lektüre, aber dadurch auch eine, die besonders ist und berührt. Grundsätzlich mag ich ein offenes Ende nicht, trotzdem passt es für dieses Buch, diese Figur einfach. Zusätzlich war das mein erstes eBook in diesem Format und ich wurde positiv überrascht, wie gut es sich sowohl auf dem Tablet als auch auf dem Smartphone lesen lässt.

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  • enttäuscht

    Sieh mich an
    Tara01092012

    Tara01092012

    24. August 2017 um 13:54

    Ein Buch, das absolut das ist, was ich NICHT erwartet hätte... und ich muss sagen, ich bin sehr enttäuscht, denn die Inhaltsangabe hörte sich für mich vielversprechend und interessant an...Die Hauptperson hat mir vom ersten Moment an nicht gefallen und auch die Geschichte konnte mich null packen und überzeugen...Ich finde es aufgrund der Vorgeschichte und den familiären Hintergründen irgendwie seltsam, dass Katharina keinen Arzt aufsuchen will, aber schon damit rechnet, dass sie daran stirbt... das hat mir leider schon das ganze Buch verdorben. Ich mag keine Menschen, die sich Diagnosen selber stellen und dann im Selbstmitleid ertrinken...Ein absolutes No Go zum Lesen und somit abgebrochen.

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  • Anders als erwartet..

    Sieh mich an
    loverosie1111

    loverosie1111

    22. August 2017 um 21:37

    Ein Tag im Leben einer 40-jährigen Frau. Katharina ist Mutter, Ehefrau, fanatische Listenschreiberin und Besitzerin eines Etwas. Dieses Buch handelt von einem einzigen Tag in ihrem Leben. Natürlich ist es ein aufregender Tag, mit viel Chaos und unerwarteten Situationen. Wie schon im Klappentext verraten, muss sie sich mit abgetrennten Daumen und brennenden Trocknern herumschlagen. Anders könnte man diese Seitenzahl auch nicht füllen.Noch hinzu kommen viele Anekdoten aus dem Leben der Mutter. Sie erinnert sich immer wieder an ihre Jugend, an das Kennenlernen mit ihrem Mann und an die Zeiten als junge Mutter. Schließlich schaut Katharina ja auch dem Tod ins Auge.Man könnte meinen, es ist ein Buch über das Leben und den Tod. Eine Geschichte einer toughen, beeindruckenden Frau, die dem Leser ein Vorbild für solche Situationen sein kann. Ich gebe zu, deswegen habe ich mich für dieses Buch entschieden, denn ich habe auf eine beeindruckende, spannende und fesselnde Geschichte gehofft. So fing sie auch an und ich möchte nicht behaupten, dass sie es nicht auch zwischendurch war.Die Charaktere in diesem Buch sind sehr verschieden und toll durchdacht. Die beiden Kinder zum Beispiel. Der große Bruder hat gerade seine erste Freundin, widmet sich, wie schon seine Mutter, der Musik und weiß genau was er will. Die kleine Schwester ist etwas schwieriger. Schon am Anfang der Geschichte wird man mit ihr konfrontiert und auch mir kamen als erstes die Gedanken an ADHS in den Kopf. Sie ist aufmüpfig, hibbelig und ihre Mutter ist mit ihr völlig überfordert. Noch dazu kommen die Nachbarn, die zwar verrückt aber liebenswert sind.Von ihrem Ehemann Costas lernt man nur ihre Sicht kennen. Natürlich fällt diese nicht sehr gut aus. Schließlich führen sie eine Wochenendbeziehung und halten diese auch nur durch regelmäßige Streitereien am Leben.Natürlich betont sie mehrfach, wie schrecklich ihre Mutter und Großmutter schon in jungen Jahren starben. Deshalb traut sie sich nicht zum Arzt. Ihr Mann weiß auch nichts von dieser Vergangenheit und sie weiß ja schon was auf sie zukommen wird. Chemo, Bestrahlung, Glatze – das dieses Etwas auch einfach nur ein harmloser Knoten sein könnte, kommt ihr nicht einmal in den Sinn.Unter anderen ist dies auch der Grund, warum ich so lange an diesem Buch gesessen habe. Trotz der geringen Seitenzahl habe ich ewig gebraucht, es zu lesen. Ich habe kein Interesse gehabt, zu wissen, wie es weitergeht. Immer wenn es spannend wurde, wurde eine elend lange Nebengeschichte eingeworfen, die meistens nichts mehr mit der eigentlichen Handlung zu tun hatte. Oder aber die Protagonistin hat sich ihren Tod vorgestellt. Für mich unbegreiflich, wie man mit zwei Kindern so egoistisch sein kann, denn auch das Thema Selbstmord ging ihr des Öfteren durch den Kopf.Zusammengefasst ist es ein Buch, welches ich leider nicht weiterempfehlen würde. Natürlich hat es witzige, spannende und erfrischende Stellen (wer ist schließlich nicht von einem abgetrennten Daumen gefesselt?), doch haben mich ihre Sturheit und die ewigen Anekdoten einfach zu sehr genervt.Was ich aber dennoch einwerfen möchte ist, dass dieses Buch in Schleswig-Holstein spielt. Die Protagonistin lebte damals in Lübeck und heute in Kiel. Auch Flensburg (die Stadt in der ich lebe), Leck und ein bisschen Dänemark kommen vor, was mich zwischendurch wieder ein bisschen aufwecken konnte.

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  • Eine Achterbahn der Gefühle

    Sieh mich an
    skaramel

    skaramel

    22. August 2017 um 10:10

    Katharina schreibt gerne Listen. Was muss heute noch erledigt werden? Welche Musikstücke lösen eine Gänsehaut aus? Welche Fragen kann ich nicht mehr hören? Welcher Spruch wäre passend für den eigenen Grabstein? Letzteres ist nicht Katharinas makabren Humor geschuldet, sondern dem Knoten in ihrer Brust. Dieser ist das unausweichliche Thema von Mareike Krügels „Sieh mich an“. Doch hier geht es nicht um den Kampf gegen die Krankheit, die Tage nach der Diagnose oder dem Neuanfang nach dem Sieg gegenüber dem Krebs, sondern um einen Tag. Es sind gerade mal 24 Stunden, die wir Katharina begleiten. Doch es ist ein ganzer Tag voller Gedanken, Fragen und Erinnerungen, die sich wie ein Kreis zusammenfügen. Denn wie akzeptiert man dieses Ding in seiner Brust, wenn man nebenbei noch Mutter, Haus- und Ehefrau und Musiklehrerin ist? Wenn man eigentlich sich um die Tochter kümmern müsste, die unter AHDS leidet und schon wieder mit Nasenbluten aus der Schule nach Hause kommt? Oder wenn der Sohn die erste Freundin nach Hause bringt? Oder die SMS mit dem Mann, der auf Dienstreise ist, immer nüchterner und kalkulierender werden? Wenn der ehemalige Mitbewohner aus Studentenzeiten anreist und den Kopf mit Martini und Apfelmus verwirrt? Wie soll man da Zeit haben zu realisieren, verstehen und akzeptieren?Katharina ist sicherlich kein einfacher Charakter, der zusätzlich in einer schwierigen Situation steckt und sie zusätzlich zum eh schon chaotischen Alltag vollkommen überfordert. Ihre Affinität für abstruse Listen und die Gedanken in alle Richtungen kreisen zu lassen, macht sie auf den ersten Blick nicht sympathisch, aber menschlich. Die kleinen Rückblenden auf die Vergangenheit, sei es Costas und ihre Geschichte oder die Erklärungen ihrer Universitätskarriere, machen so manches Verhalten verständlicher und schaffen einen wunderbaren Rahmen, in dem Katharina nicht mehr nur verzweifelt und zeitweise wunderlich wirkt, sondern man ganz genau die Konsequenzen diverser Schicksalsschläge und Entscheidungen sehen kann. Die Thematik ist hart, Katharinas gedankliche Eskapaden keine leichte Kost und trotzdem kann das Buch nur schwerlich aus der Hand gelegt werden. Durch die Vermischung aus Vergangenheit und Gegenwart erklärt sich Katharinas Geschichte wie von selbst und jede Seite beantwortet wieder ein kleines bisschen mehr. Hinzu kommt Krügels brillanter Schreibstil, der das Buch auch literarisch wertvoll macht. Doch dann kam das Ende und die Krux ist wie üblich aus einer guten Idee einen guten Abschluss zu schaffen. Leider verliert sich Krügel samt Katharina irgendwo auf einer Autobahn Richtung Berlin. Die letzten dreißig Seiten wirken zu temporeich, zu impulsiv und zu abstrus – für die Autorin und für ihre Protagonistin. Es hinterließ mich mit einem leichten Kopfschütteln und Unverständnis. Nicht weil es ist nicht klar ist, dass traurige Menschen verrückte Dinge anstellen, sondern weil ich mich fragte, was nun die Perspektive für unsere Katharina ist. Warum hat sie das getan? Was passiert nun weiter? Das Ende ist so offen, dass die Fragen, die uns Krügel so beharrlich erklärt hat, wieder offen sind. Alles in allem hinterlässt durch das seltsame Ende „Sieh mich an“ einen faden Beigeschmack. Als hätte man etwas Wundervolles gefunden, das einem gewaltsam aus den Händen gerissen wurde.

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    Sieh mich an
    bri114

    bri114

    21. August 2017 um 13:28

    Die Hauptprotagonistin des Romans, Katharina, fand sofort meine Sympathie. Sie weiß seit kurzem, daß sie nicht mehr lange leben wird, dennoch bewältigt sie ihren Alltag mit einer humorvollen Kraft, die mir tiefen Respekt abverlangte. Es ist kein kurzweiliger Roman, sondern verspricht Tiefe und die Akteure überzeugten bereits zu Beginn durch Authentizität. Das Cover ist etwas untypisch mit der Hervorhebung einer Fuchs-grafik, die jedoch einen Bezug zur Handlung hat. Katharina ist 40, Mutter von 2 (eigentlich eher 3, ihr Mann verhält sich kindisch) Kindern, verheiratet mit Costa und lebt an der Ostsee.... sie hält ihr Leben für recht normal- und dann entdeckt sie ein "Etwas" in ihrer Brust und nichts ist wie zuvor. Ihr ist aufgrund von familiärer Häufung der Erkrankung sofort klar: Sie wird sterben. Doch sagt sie es niemanden- noch nicht. Sie möchte die letzten Tage genießen, bevor die "unschönen" auf sie alle zukommen. Und so stellt sie sich mehrfach an diesem Tag die Frage, ob ihr Leben das ist, was sie sich vorgestellt hatte. Dabei muß sie dringend ihre Tochter Helli aus der Schule abholen, sie hat ADHS und benötigt viel Aufmerksamkeit, nebenbei ihren Nebenjob kurzfristig absagen und sich dabei fragen, ob das der Job ist, den sie wirklich machen will. Sie realisiert, daß sie bei ihrem Sohn doch nicht mehr an allem Teilhabe hat und daß sie sich von Costa durch die Wochenendbeziehung immer mehr entfremdet, ihre Ehe auf dem Spiel steht. Ein befreundeter Nachbar erleidet einen Unfall, auch hier unterstützt Katharina.... aber wer ist für sie da? Die Geschichte wird in der Ich-Form erzählt. Es lebt von und durch Katharina- ihren Gedanken, wie sie versucht, mit ihren Erkenntnissen zurechtzukommen, mit ihrer Familie, mit sich selbst. Es ist unglaublich berührend. Dieser einzige Tag enthält so vieles... Hoffnungen, Innehalten, Zweifel, Fragen, Mut, Kraft. Vor allem zeigt es eine starke Frau, die nun zugeben muß, daß sie jetzt auch mal Hilfe benötigt- und zwar dringend und ohne Ausflüchte. Der Schreibstil der Autorin ist dabei locker, klar und leicht verständlich, die Seiten flogen nur so dahin, um der Geschichte Raum zu geben. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das viel Emotionen anspricht und sich mit dem Thema Tod auseinandersetzt, das zu oft verschwiegen wird.

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