Sieh mich an

von Mareike Krügel 
3,7 Sterne bei117 Bewertungen
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Positiv (68):
Magicsunsets avatar

So stelle ich mir moderne Frauenliteratur vor. Aktuelle Themen, ernst, aber nie larmoyant, humnorvoll und letztendlich positiv

Kritisch (18):
-Leselust-s avatar

Auf knapp 300 Seiten fast nur Gejammer. Die Bezüge zur Musik haben mir gut gefallen. Insgesamt aber anstrengend zu lesen.

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Inhaltsangabe zu "Sieh mich an"

Man kann ja nicht einfach sterben, wenn die Dinge noch ungeklärt sind. Das denkt Katharina, seit sie vor Kurzem das Etwas in ihrer Brust entdeckt hat. Niemand weiß davon, und das ist auch gut so. Denn an diesem Wochenende soll ein letztes Mal alles wie immer sein. Und so entrollt sich das Chaos eines ganz normalen Freitags vor ihr. Während sie aber einen abgetrennten Daumen versorgt, ihren brennenden Trockner löscht und sich auf den emotional nicht unbedenklichen Besuch eines Studienfreundes vorbereitet, beginnt ihr Vorsatz zu bröckeln, und sie stellt sich große Fragen: Ist alles so geworden, wie sie wollte? Ihre Musik, ihre Kinder, die Ehe mit dem in letzter Zeit viel zu abwesenden Costas? Als der Tag fast zu Ende ist, beschließt sie, endlich ihr Geheimnis mit jemandem zu teilen, den sie liebt. – Die Heldin in Mareike Krügels rasantem, klugem Roman gehört ganz sicher zu den einnehmendsten Frauengestalten in der deutschen Gegenwartsliteratur.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492314169
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:02.10.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.08.2017 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Icemariposas avatar
    Icemariposavor 5 Monaten
    [Rezension] Mareike Krügel - Sieh mich an

    Sieh mich an, ist ein Buch, was ich mir nur aufgrund des Covers gekauft habe. Bei einem Fuchs konnte ich nicht Nein sagen und ich wollte wieder ein Buch lesen, wo von ich nichts weiß. Ich kannte das Buch nicht, wollte den Klappentext nicht lesen und mich einfach nur überraschen lassen. Diese Überraschung ist geglückt, denn das Buch ist interessant und spricht ein sensibles und heikles Thema an.


    Eigene Meinung:

    Das Buch hat es geschafft, einen Tag in 256 Seiten zu verpacken ohne das es langweilig wurde. Wir begleiten Katharina durch ihren Alltag. Wir lernen ihren ruhigen Sohn Alex und ihre laute und anstrengende Tochter Helli kennen. Ihr Mann arbeitet auswärts und so muss sie Klischeehaft sich um alles alleine kümmern. Doch dieses Klischee machte mir nichts aus, ihr Alltag war witzig und bis auf ein paar Kleinigkeiten realistisch dargestellt. Kennt ihr diese Tage, wo alles schief läuft und man ein paar Sachen nach den anderen erfährt, und man innerlich „Stop ich brauch eine Pause“ schreit? So fühlt sich ihr Freitag an!  Bei ein paar Punkten hatte ich das Gefühl „So müsste sich meine Mutter auch gefühlt haben“, wir waren auch für sie keine leichten Kinder und haben es ihr oft auch nicht leicht gemacht.

    Oft erleben wir von Katharina die Gedanken Gänge, was wäre, wenn. Was wäre, wenn sie wirklich Todkrank ist? Wie wird es weiter gehen, hat sie alles gemacht und erreicht, was sie wollte? Wir lernen Katharina durch diese Gedanken als Person besser kennen. Wir erfahren was sie im Leben erreichen wollte und was sie tatsächlich geschafft hat. Diese Gedankengänge sind wirklich interessant, doch leider driften sie auch ab. Sie bleiben nicht immer bei „Ich bin eventuell krank“, sondern die gehen schon ein Schritt weiter und sagen „Ich bin todkrank“.  

    Katharinas Leben ist nicht einfach und ziemlich stressig. Helli beansprucht viel von ihrer Zeit, dazu hat sie noch Musikprojekte zuleiten, macht ihren Haushalt, hat ihre Nachbarn die sie auch Beanspruchen und um das alles unter einem Dach zubekommen, führt sie ein Notizbuch. Nur hier kann sie ihre Gedanken frei im Lauf lassen und sich ihren Alltag organisieren. Wir erfahren einige Dinge aus ihrer Vergangenheit und dadurch verstehen wir ihr Entscheidungen besser kennen. In ein paar Punkten hätte ich wohl anders reagiert oder anders gehandelt, doch ich konnte mich so gut in sie hineinversetzten, das ich ihre Entscheidungen verstehe.

    Viele Szenarien sind lustig verpackt und lassen einen kurz Auf schmunzeln. Trotz der vielen kleinen Witze und typischen Klischees, die zum Teil Humorvoll verpackt sind, brachten mich ein paar Punkte zum Augenverdrehen.

    Im Laufe des Tages erfährt Katharina von Alex Freundin und ist schockiert. Sie dachte Jahre lang, dass ihr Sohn schwul sei. Dieser Punkt hatte mich tierisch gestört. Alex, ein 17-jähriger Junge, der in der Vergangenheit offenbar noch keine Interesse an Frauen zeigte, muss direkt schwul sein. Meine Güte, einige haben einfach noch keine Interesse an Beziehungen gehabt, nicht die richtige Person gefunden, sind  A-Sexuelle und es gibt noch Tausende weitere Gründe, warum man zuvor noch keine Beziehung hatte oder jemanden Vorgestellt hat. Nicht jeder ist sofort Homo-Sexuelle, nur weil  sie zuvor noch keine Interesse gezeigt haben. Dieses Klischeedenken regt mich persönlich sehr auf, da ich sowas selbst miterleben durfte. Ja, es kann sein das die Person eventuell Homo-Sexuelle ist, aber es kann auch andere Gründe geben. In diesem Buch wurden viele Klischees angesprochen, also wundert mich auch dieses hier nicht.

    Kennt ihr auch dieses Thema „Sind es deine eigenen Kinder, dann denkst du anders!“. Auch das Thema wurde hier aufgegriffen und ich glaube, beim Lesen hat meine Augenbraue gezuckt, zumindest habe ich innerlich die Augen verdreht. Du willst keine Kinder? Ach über deine eigenen Kinder denkst du anders, glaub mir. Wie oft habe ich diese Gespräche miterlebt und nun durfte ich das auch noch lesen. Wenn jemand persönlich mit mir darüber redet, bin ich die Person, die das Thema abbricht, doch hier wollte ich weiter lesen. Katharina hatte den Gedanken gehabt, jemanden zu erklären, das es mit eigenen Kindern nicht so stressig ist, wie mit Fremden Kindern. Sie war so von sich überzeugt, dass eigene Kinder nicht anstrengend wären, oder zumindest nicht so sehr wie Fremde Kinder. Hier im Buch hat man allerdings nicht das Gefühl, das sie es mit ihren Kindern so leicht hat, wie sie es gerne hätte. Da musste ich wirklich über ihren Gedankengang schmunzeln. So leicht und einfach sind eigene Kinder dann wohl doch nicht.

    Ein Punkt was mich auch zum Schmunzeln gebracht hat,  war das Thema „Männer haben es schwerer als Frauen“. Kilian, ein Freund von Katharina erklärt ihr, das es Männer schwerer haben als Frauen. Die Punkte, die er anspricht waren, Mimimimi-Themen. Wenn ich eine Frau Schwängere und von diesem Kind nichts wissen will, muss ich Unterhalt zahlen. Das geht gar nicht! Mimimimi, das Leben ist so Unfair mimimi. Leider hat sich Katharina sich ihren Teil hier nur gedacht. Sie hatte viele  Punkte in ihren Gedankengang gehabt, was im Leben einer Frau so schwer ist und was Männer gar nicht im Blick haben. Ich hätte mir gewünscht, dass sie diese Punkte angesprochen hätte, doch sie nickte Kilian nur stimmend zu. Schade, dieses Thema wäre spannend gewesen und bin gespannt, wie Kilian darauf reagiert hätte.

    In diesem Buch gibt es aber nicht nur Themen, wo ich die Augen verdrehen musste und mich fragte „Warum taucht dieses Klischee auf?“, sondern es tauchte etwas auf, was mich wirklich stört.

    Heinz. Heinz ist in diesem Buch ein Trans-Mann. Und wie wir alle wissen, ist ein Mann ein Mann, egal ob Trans oder Cis. Er bleibt ein Mann. Hier wird von der Umwandlung zu einem Mann gesprochen, was wiederum falsch ist! Transgender sind Personen die sich unzureichend, bis hin zu gar nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren können. Sie durchleben keine Umwandlung. Katharina spricht ihn zwar auch mit Heinz an, in ihren Gedanken taucht dann aber oft das sie und sein Deadname auf. Auch ihr Freund Kilian spricht mit Heinz und fragt ihn, ob er nicht eigentlich eine Frau sei. Für mich auch ein Absolutes No Go. Ich weiß nicht, ob es beabsichtigt war das dieser Fehler passieren, doch für mich ist und bleibt es ein No Go.

    Fazit:

    Trotz Themen die mich dazu gezwungen haben die Augen zu verdrehen, wurde dieses Ernste Thema humorvoll und interessant in einem stressigen Alltag verpackt. Ich wusste nicht was mich erwartet und bin zufrieden mit diesem Buch. Es geht nicht tief in die Materie ein und kratz an der Oberfläche der eventuellen Krankheit an, was in Ordnung ist.

    https://klopferinbookland.com/rezension-mareike-kruegel-sieh-mich-an

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    Magicsunsets avatar
    Magicsunsetvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: So stelle ich mir moderne Frauenliteratur vor. Aktuelle Themen, ernst, aber nie larmoyant, humnorvoll und letztendlich positiv
    Ein intensives Wochenende, einfühlsam, humorvoll und sprachlich überzeugend

    „All das hier wird weiter existieren, mal wird das Meer einen Eisrand haben, mal wird es glatt und gleißend im Sonnenlicht liegen, mal werden Herbststürme seine Oberfläche aufpeitschen, und ich werde nicht dabei sein.“ (Zitat Seite 183)

    Die komplexe Geschichte spielt an einem einzigen Wochenende, in Ich-Form aus Sicht der Hauptprotagonistin Katharina. Ihr bisheriges Leben wird durch ihre Erinnerungen, Rückblenden, erklärt. So erscheint der Zeitraum für den Leser weitaus länger, auch auf Grund der Dichte der Ereignisse – und es passiert eine Menge an diesem Wochenende. Tochter Hella, mit 11 Jahren irgendwo am Beginn der Pubertät und durch ADHS ohnedies schwierig und jederzeit für Überraschungen gut, ist daran nicht unbeteiligt. Dadurch hält die Autorin den Leser im Bann, bis zum Finale furioso steigt der Spannungsbogen langsam aber stetig und ohne Längen an. 

    Katharina fühlt sich durch ihren Mann in Berlin allein gelassen, während sie in ländlicher Umgebung mit den Tücken des Alltags  kämpfen muss. Durch ihren ausgeprägten Beschützerinstinkt ist ziemlich chaotisch, obwohl sie ihr Leben in einzelne Listen zu vielen Themen ordnet. Haushalt ist definitiv nicht ihr Lebensinhalt. Insgesamt macht sie gerade das unfreiwillige Chaos, in das sie immer wieder schlittert, sehr liebenswert und lebensnah.

    Es geht in diesem Roman nicht darum, wie eine Frau Krebs bewältigt, die Protagonisten müsste ja zunächst einen Arzt aufsuchen, um Gewissheit zu haben. Genau dieser Phase der Vermutungen, Unsicherheit, aber auch, was ist wenn, lässt die Autorin die Geschichte spielen.

    Die Thematik reicht jedoch weit über das vordergründige Problem „Frau entdeckt ein Etwas an ihrer Brust“ hinaus. Die Hauptprotagonistin hatte sich ihren Berufsweg völlig anders vorgestellt, wollte ihre Dissertation in Musikwissenschaften beenden und eine interessante Lehrstelle in diesem Bereich suchen, als der Frauen gut bekannte Unterbruch durch die Familiengründung entstand. So stellt sich auch Katharina zwischendurch die Frage „was wäre gewesen, wenn“, besonders, da ihre drei Jahre jüngere Schwester Sissi ebenfalls an der Musikhochschuhe studiert hat und Cellistin geworden ist.

    Buch ist trotz der ernsten Themen in einer humorvollen, wunderbar fließenden Sprache geschrieben, jede Seite birgt Sätze, die man am liebsten alle würde zitieren wollen. In keiner Phase der Geschichte gleitet die Hauptprotagonistin in jene wehleidige Larmoyanz ab, die sich in manchen Büchern zu ähnlichen Themen wie Alltagsleben, Probleme mit dem Partner, Verlust der Träume durch die banale Realität, findet, wo sich dann erwachsene Frauen wie Teenager gebärden und die mich als Leserin überlegen lassen, das betreffende Buch ärgerlich zur Seite zu legen. Hier ist es völlig anders, die Umsicht, Humor und Sprachqualität, mit der diese Autorin an das Thema herangeht ist beeindruckend und überzeugt. Vor allem gelingt es ihr, in der gesamten Geschichte einen positiven Unterton mitschwingen zu lassen. 

    Es ist das erste Buch von Mareike Krügel, das ich gelesen habe, aber es wird keinesfalls das einzige bleiben. So sollte ein moderner Frauenroman geschrieben sein, keine Trivia, sondern Themen, die uns alle betreffen, überzeugend und sprachlich großartig umgesetzt. 

     

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    Franzis2110s avatar
    Franzis2110vor einem Jahr
    Spritzig, tiefgängi, erfrischend

    Katharina ist Mutter zweier Kinder. Alex der schon langsam erwachsen wird, seine erste Freundin hat, Musical-Darsteller werden möchte und ansonsten eher ruhig ist. Und Helli, die ganz am Anfang der Pubertät steht, ziemlich wahrscheinlich ADHS hat, laut, hibbelig, anstrengend, die sich absichtlich Nasenbluten verursacht und damit die Schule dekoriert, aber äußerst sympathisch ist. Sie hat einen Mann, der allerdings berufsbedingt in Berlin ist und somit rund 3 Stunden entfernt, weshalb sie eine Zwangs-Fernbeziehung führen müssen.

    Und so lernen wir Katharina kennen. An einem Tag in ihrem turbulenten, chaotischen Leben zwischen Musiklehrerin für Kindergartenkinder, hilfsbereiter Nachbarin, SMS von Costas, ihrem Mann und dem verzweifelten Versuch jeden Katastrophen-Herd rechtzeitig zu erreichen und zu löschen. Und dann ist da noch dieses Etwas in der Brust.

    Die volle Rezension findet ihr hier: https://www.lovelymix.de/sieh-mich-an-von-mareike-kruegel/

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    Nusseiss avatar
    Nusseisvor einem Jahr
    Sieh mich an

    Man kann ja nicht einfach sterben, wenn die Dinge noch ungeklärt sind. Das denkt Katharina, seit sie vor Kurzem das Etwas in ihrer Brust entdeckt hat. Niemand weiß davon, und das ist auch gut so. Denn an diesem Wochenende soll ein letztes Mal alles wie immer sein. Und so entrollt sich das Chaos eines ganz normalen Freitags vor ihr...

    Mareike Krügel hat mit Katharina einen Charakter erschaffen der lebensnah und real ist. Der Leser bekommt einen Einblick in einen einzigen Tag voller Gedanken, Fragen und Erinnerungen, einer Frau, die sich erst um alle anderen kümmern muss, bevor sie sich um sich selbst kümmern kann.

    Ein tiefgehender Roman, rasant, chaotisch und konfus, mit einer farbigen und nahe gehenden Sprache. Als Hörbuch hervorragend gelesen von Bibiana Beglau.

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    bootedkats avatar
    bootedkatvor einem Jahr
    Das große Ungewisse

    „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“, schreibt Tolstoi am Anfang von„Anna Karenina“. Und irgendwie lässt sich dieser Satz auch problemlos auf „Sie mich an“ von Mareike Krügel übertragen. Katharina managt Kinder, Haushalt, Beruf, Nachbarn und ihren durch Abwesenheit glänzenden Mann. Ihre eigenen Sorgen und Probleme aber schiebt sie gerne auf. Namentlich den Arztbesuch, der ihr wegen eines Knotens in der Brust noch aussteht. Bei all dem Chaos, bei dem Katharina beinahe zur diplomierten Krisenmanagerin wird, ist es aber eigentlich eher eine Frage, ob sie sich überhaupt die Zeit nehmen kann, um über eigene Probleme nachzudenken.

    Mareike Krügel erzählt ihre Geschichte mit viel Einfühlungsvermögen und doch relativ sachlich. Da der Leser die Ereignisse aus Katharinas Sicht wahrnimmt, schleicht sich aber hin und wieder doch eine gewisse wertende Haltung ein. Etwa, wenn Katharinas Nachbar Heinz seine Homöopathieexpertise zum Besten gibt.
    Allerdings erfährt man nicht nur etwas über Katharinas Umfeld. Rückblenden, die durch Katharinas Sicht wie Erinnerungen wirken, fügen sich nahtlos in das Geschehen ein. Nach und nach setzt sich so für den Leser ein Bild zusammen, das es ermöglicht bestimmte Reaktionen und Verhaltensweisen der Protagonistin nachvollziehen zu können.

    Am Ende steht deshalb nicht mehr die Frage, warum Katharina bestimmte Dinge nicht tut, die auf Anhieb logisch erscheinen, sondern die Erkenntnis, dass Krisenbewältigung von außen deutlich einfacher zu beurteilen ist.

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    V
    Venicevor einem Jahr
    Ein ganz gewöhnlicher Freitag

    Katharina entdeckt eines Tages einen Knoten in ihrer Brust. Bevor sie zum Arzt geht erzählt sie teils in Rückblicken von ihrem Leben. Die 11-jährige Helena, genannt Helli leidet an ADHS und rätselhaften Nasenbluten. So muss Katharina sie an diesem Tag schon früh wieder aus der Schule holen. Ihre eigene Tätigkeit bleibt dabei auf der Strecke. Auch der 17-jährige Alex kommt früher aus der Schule und sie erwartet einen ehemaligen Studienkollegen am Abend. Ihre Schwester möchte dringend mit ihr reden und sie erledigt alles am liebsten nach einer Liste.

    Zwischendurch geschieht in der Nachbarschaft ein Unfall und später brennt der Trockner. Der Abend endet mit zu viel Alkohol bei einer Betriebsfeier ihres Mannes.

    Das ganze Buch ist rasant und konfus aber doch auf seine eigene Weise lesenswert. Der Schreibstil, teilweise humorvoll oder nachdenklich.

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    G
    Gisevor einem Jahr
    Ein ganz normaler Freitag?

    Katharina weiß seit kurzem, dass sie sterben muss (vermutlich). Ihre Familie weiß es noch nicht. Und so geht ihr ganz normales Alltagschaos weiter wie bisher auch: Ihr Mann Costas ist berufsbedingt in Berlin, diesmal auch übers Wochenende, die Haustiere wollen versorgt werden, ihre Kinder alters- und temperamentsgerecht angesprochen werden. Und all die anderen kleineren und größeren Vorkommnisse im Alltag tauchen auf, genauso wie Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Ein scheinbar ganz normaler Freitag. Das ist meistens sehr chaotisch, doch wie auch immer, den Alltag packt Katharina mal mehr, mal weniger gut. Und doch wirft der Gedanke an das Etwas, das sie in ihrer Brust entdeckt hat, sie völlig aus der Bahn.

    Meistens erzählt die Autorin sehr sachlich über Katharinas Leben, über das Kennenlernen mit Costas, über Hellis Probleme (vermutlich ADHS), über die Zielstrebigkeit ihres älteren Sohnes. Genau deswegen aber wird manche Szene dadurch unfreiwillig komisch, sei es, wenn ihre Tochter Nasenbluten in der Schule bekommt, genau dann, wenn sie keine Lust mehr auf den Unterricht hat, oder wenn ihre beiden Nachbarn in der Erzählung auftauchen. Manches wurde für mich aber auch überhaupt nicht nachvollziehbar, ich dachte beim Lesen immer wieder, sie lässt sich einfach treiben, da könnte man mit ein bisschen Struktur viel erreichen. Verwirrend für mich war, dass das Buch selbst kaum strukturiert ist, die Geschichte hüpft von Episode zu Episode, es bleibt viel Raum für den Leser, um die Handlungsfäden selbst zu verknüpfen. Das Ende ist zwar ein wenig versöhnlich, und doch bleibt mir zu vieles völlig offen. Und ja, ein Fuchs taucht kurz in der Geschichte auf, doch was macht er auf dem Titelbild? Viele Themen werden in diesem Buch angeschnitten, die Grundidee finde ich nicht schlecht, doch mit der Umsetzung bin ich kaum klar gekommen.

    Leider kann ich das Buch deswegen nicht wirklich weiterempfehlen.

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    YH110BYvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Konnte mich leider nicht überzeugen!
    Nichts für mich!

    Katharina ist mit Costas verheiratet, mit dem sie aber aus beruflichen Gründen nur eine Wochenendbeziehung führt. Mit ihm hat sie zwei Kinder, Helena und Alexander. An einem Freitag entdeckt Katharina beim Duschen einen Knoten in ihrer Brust. Doch sie will erst noch ein normales Wochenende erleben, bevor sie zum Arzt gehen und mit ihrer Familie reden will. Doch dieses Wochenende wird alles andere als normal, denn es passieren einige unvorhergesehene Dinge...Die ersten 40 Seiten des Romans haben mir ganz gut gefallen, doch dann hat sich die ganze Geschichte total zäh dahingezogen, ohne mich richtig überzeugen zu können. Die Charaktere konnten mich kein bisschen für sich einnehmen. Die ganze Geschichte plätscherte ohne jede Gefühlsregung einfach nur vor sich hin und konnte mich leider nicht mitreißen.

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor einem Jahr
    Der letzte "normale" Freitag

    in Katharinas Leben? Vielleicht, denn sie hat irgendwas Störendes in ihrer Brust entdeckt,  etwas richtig Fieses, was ihr zu denken gibt, zumal sie genetisch vorbelastet ist.

    Also, eigentlich ist sie sich fast sicher, dass sie nicht mehr lange leben wird, so jedenfalls kommt es bei mir rüber. Aber sie klammert es aus, da es ja viel Wichtiges gibt in ihrem Leben, über das sie nachzudenken fast keine Zeit hat. Zwischen Familie, Job, aber auch ihrem Innenleben - Reflexionen, Erinnerungen - zerrissen bricht er doch immer wieder hervor, dieser böse kleine Gedanke, bis - ja, bis es gewissermaßen kracht.

    An diesem Freitag spitzt sich nämlich alles auf eine Explosion zu. Auch wenn es nicht so scheint, aber dieser Knall findet statt und ich muss sagen, in meinen Augen hat er eine Menge vom Charme des Buches geraubt. Ohne wäre besser gewesen, denn Katharinas spitzzüngige Wahrnehmung ihrer Umgebung, vor allem der sie umgebenden Personen ist einfach herrlich geschrieben, trotz oder auch gerade wegen der Tragik ein wahrer Lesegenuss.

    Denn Autorin Mareike Krügel versteht es hervorragend, Situationen in Worte zu fassen, Emotionen rüberzubringen, ihrer Protagonistin Katharina Gestalt zu verleihen - nämlich die einer nicht gerade unkomplizierten Mittvierzigerin, die schon so einiges mitgemacht hat. Was sie quasi so nebenher rüberbringt. Sehr gelungen. Außer dem Knall halt, der wirkt unglaubwürdig, finde ich. Aber sonst ein wirklich eindrucksvoller und eindringlicher Roman.
           

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    MsChilis avatar
    MsChilivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gut, aber mir fehlt der rote Faden.
    Wo ist der rote Faden?

    „Sieh mich an“ von Mareike Krügel handelt von Katharina mit ihrer Familie, die ein chaotisches Wochenende nach Entdeckung eines Knotens in ihrer Brust erlebt.

     

     

    Die Leseprobe klingt sehr vielsprechend und hat mich neugierig gemacht. Wir begleiten Katharina an einem Tag ihres Lebens zwischen ihrer Familie und ihren Sorgen. Diese Tatsache, dass es in einen Tag gepackt ist und der Knoten in der Brust eher in den Hintergrund rückt, hat mich etwas gestört. Zeitgleich gibt es aber auch Einblicke in die Vergangenheit, was mir positiv aufgefallen ist. Doch wirklich retten kann es das Buch nicht. Allein Helli und ihr Umgang, der alte Freund, der auftaucht und die schrägen Nachbarn sind zuviel des Guten. Die Geschichte wirkt überladen und mir fehlt der rote Faden. Es entstehen einfach zu viele Nebenstränge, das die Hauptgeschichte in den Hintergrund rückt. Zudem sind mir die Charaktere zu blass und nicht greifbar, hier allen voran Katharina, die ja im Mittelpunkt steht.

     

    Mir fehlt der rote Faden in diesem Buch, es passiert einfach zu viel außen herum.

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