Mareile Seeber-Tegethoff

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Mareile Seeber-TegethoffVon einem, der stets die Gelegenheit ergriff
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Von einem, der stets die Gelegenheit ergriff
Mareile Seeber-TegethoffFlüchtlingswege 1945-2015
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Flüchtlingswege 1945-2015
Flüchtlingswege 1945-2015
 (1)
Erschienen am 21.04.2018
Mareile Seeber-TegethoffHaiti "Wir müssen stark bleiben": Bericht über eine Reise ins erdbeben zerstörte Haiti, um zwei Kinder nach Deutschland zu holen.
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Haiti  "Wir müssen stark bleiben": Bericht über eine Reise ins erdbeben zerstörte Haiti, um zwei Kinder nach Deutschland zu holen.

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Rezension zu "Flüchtlingswege 1945-2015" von Mareile Seeber-Tegethoff

Acht Flüchtlingsschicksale werden nebeneinander lebendig und regen Leser/innen zum Nachdenken an.
GiannaLuvor 2 Monaten

Die Autorin lässt acht Menschen völlig verschiedenen Alters und Herkunft selbst zu Wort kommen. Etwa 30 Seiten, zwei Fotos und eine Landkarte stehen für jede Lebensgeschichte nebeneinander. Dabei werden nicht nur die persönlichen Erlebnisse eines jeden mit all‘ ihren Höhen und Tiefen lebendig, sondern auch historische sowie politische Zusammenhänge und der jeweilige Zeitgeist. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, jede/r Einzelne säße direkt vor mir.

Wie erwartet erkannte ich - Jahrgang 1956 - in den Worten der 97-Jährigen so manche Fluchtgeschichte, mit der ich aufgewachsen bin, wieder. Überrascht war ich allerdings, dass die Körpersprache der 1957 aus der DDR geflüchteten Frau mich an meine Schwiegermutter erinnert. Obwohl Letztere zehn Jahre älter als die Erzählerin ist, ihre Lebensumstände völlig andere sind und waren, habe ich doch Parallelen erkannt. Kindheit und Jugend wurden von zwei totalitären Systemen geprägt. Durch die Flucht von Ost- nach West-Berlin im Jahr 1957, mit späterem Umzug nach Rheinland-Pfalz, wurde auch sie entwurzelt. Dieses Buch hat mir die Lebensgeschichte meiner Schwiegermutter (und meiner eigenen darin verwobenen) unter einem neuen Blickwinkel gezeigt.

Exemplarisch ausgewählte Schicksale lassen trotz ähnlicher Not als Ursache die Verschiedenartigkeit der Fluchtwege erkennen. So kommen z. B. die heutigen Bootsflüchtlinge unter ungleich schwereren Bedingungen in Deutschland an als die vietnamesischen Boat-People in den 70er/80ger Jahren. Obwohl jede/r etwas anderes braucht, um in der neuen Heimat Fuß zu fassen, wird doch an mehreren Beispielen klar, wie wichtig der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung ist. Die erste Hürde zur Integration ist für die einen das Erlernen der Sprache und das Kennenlernen von Land und Leuten, für die anderen das Hören von Lebensgeschichten der Neuankömmlinge. Dazu kann dieses Buch einen wichtigen Beitrag leisten. Vielleicht bewirkt es auch bei anderen Lesern wie bei mir, einen Schritt auf Geflüchtete zuzugehen und sich einem Helferkreis anzuschließen.

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GernotUhls avatar

Rezension zu "Von einem, der stets die Gelegenheit ergriff" von Mareile Seeber-Tegethoff

Kindheit im Krieg
GernotUhlvor 7 Monaten

Link zur Rezension: https://www.eulengezwitscher.com/single-post/rezension/wittrin

Unaufhörlich grollt der Donner der russischen Artillerie durch die kalte Nacht im Februar 1945. Irgendwo zwischen Danzig und Gotenhafen müht sich der 16-jährige Günther Wittrin auf einem platten Fahrrad ab. Er muss ein Schiff erreichen, um dringende Nachrichten nach Berlin zu bringen, aber die Chancen stehen schlecht. Plötzlich hält neben ein ihm ein deutscher Militärlaster und bietet eine Mitfahrgelegenheit auf der Ladefläche an. Wittrin zögert nicht. Er nutzt die Gelegenheit, und quetscht sich zwischen hoch gestapelten Zeitungen. Derart geschützt überlebt er den Kugelhagel russischer Angriffe und schafft es rechtzeitig zum Dampfer. Nicht lange nachdenken, sondern gute Chancen beim Schopf packen - das ist das Lebensmotto von Günther Wittrin. "Von einem, der stets die Gelegenheit ergriff" erzählt seine Autobiografie, die er zusammen mit Mareile Seeber-Tegethoff geschrieben hat. 

 Nicht nur Spitzensportler engagieren geübte Biografen, die dabei helfen, die eigene Lebensgeschichte zu erzählen. Auch Privatpersonen wie das Kriegskind Günther Wittrin können so genannte Lebensbücher in Auftrag geben. Seltener ist es dagegen, dass solche Bücher in den Handel kommen.

 Um es vorweg zu nehmen: Dieses Buch hat es verdient, weil sowohl die Lebensgeschichte als auch die dahinter stehende Lebenseinstellung lesenswert und einfühlsam im Stil der Erzählung eingefangen sind. Zunächst fallen die vielen kurzen Sätze auf, fast ein Telegrammstil, die Erwähnung zahlreicher, Details und Erinnerungsfetzen, die - bunt zusammengewürfelt - keine große Linie erkennen lassen. Aber unmerklich rücken die Mosaiksteine zu einem Stimmungsbild des bewegten Teils der Weltgeschichte zusammen, in dem Günther Wittrin lebt und wirkt. Wittrin ist ein Kriegskind, das in einer friedlichen deutsch-polnischen Mischgesellschaft aufgewachsen ist, bis Rassismus und Nationalismus dieses Miteinander gewaltsam auseinander gerissen haben.

 Diese Kindheits- und Jugenderfahrungen prägen Wittrins Leben und seine Lebensgeschichte. Über die Hälfte seines Lebensbuches widmet Wittrin der Zeit bis 1945. Die Bruchstücke seiner Erinnerungen erscheinen von Seite zu Seite zusehends sympathisch vertraut hingeworfen, ganz so, als habe man diese Lebensgeschichte selbst erlebt. Dabei werden die Erinnerungen ohne Wertungen und Urteile präsentiert, die Urteile vielmehr dem Leser überlassen. Das ist bisweilen härter, als sie bereits leicht verdaulich serviert zu bekommen!So scheint Günther Wittrin auch im Leben vorzugehen: er vermeidet im Wesentlichen Wertungen und beschränkt sich auf eine Beobachterrolle. Und dabei fackelt er nicht lange: Er entscheidet schnell, lässt Stillstand nicht zu, unterwirft sich im Notfall dem Unausweichlichen, hält Anspannung, harte körperliche Arbeit, wie auch Erniedrigung, ohne Murren aus. Er schildert die Wirkungen der Entscheidungen der großen Entscheider auf die Basis, auf die Bevölkerung, in einer undramatischen Weise. Von Bedeutung sind die Handlungen nur dort, wo sie geschehen. Der Atomtest auf Novaja Semlja ist nur das Zittern einer 0,5µ dicken Membran, „der Engländer“ richtet Sperrzonen ein und der Bauer hat die Frühjahrsbestellung abgeschlossen.

 Die Botschaft: Du hast die Chance durch zu kommen, wenn du die Gelegenheiten beim Schopf packst, es hat keinen Zweck, Unabänderliches zu bekämpfen, aber du kannst „nein“ sagen! Seine Arbeit muss man fröhlich ausführen – oder siceine andere suchen.

 Günther Wittrins Autobiografie prahlt nicht, langweilt nicht und beschönigt nicht. Sie lädt die Leserinnen und Leser mit verschmitztem Lächeln und freundlicher Umarmung ein zu einer Lesereise durch ein Leben voller Höhen und Tiefen, das mit frohem Mut gemeistert wurde, auch an seinen übelsten Stellen. Das geht unter die Haut.

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G

Rezension zu "Von einem, der stets die Gelegenheit ergriff" von Mareile Seeber-Tegethoff

Interessant und warmherzig notiert, was (im) Leben (er)zählt
GiannaLuvor einem Jahr

Berührende Lebensgeschichte, die man in einem Zug lesen möchte. Habe dazu ein anderes lesenswertes Buch aus der Hand gelegt und bin nun gespannt auf weitere Biographien dieses jungen Verlags.

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