Maren Schwarz Gesichtsverlust

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Inhaltsangabe zu „Gesichtsverlust“ von Maren Schwarz

In unterkühlter Atmosphäre lebt Jan Winter mit seinem strengen Vater und der schweigsamen Großmutter im Plauen der 1970er Jahre. Vergeblich auf Wärme und Zuneigung hoffend, ist der Junge stets bemüht, die hohen Erwartungen des Vaters zu erfüllen und dessen Sympathie durch sein tadelloses Verhalten zu erringen. Einzig bei seinem älteren Freund Lorenz und dessen Familie findet er die Geborgenheit, die er zu Hause seit jeher vermisst hat. Kurz vor dem Schulabschluss scheitert der sechzehnjährige Jan an der alles entscheidenden Mathematikarbeit. Auf dem Heimweg wartet ein fremder Mann auf den niedergeschlagenen Jungen. Er soll eine zweite Chance bekommen – wenn er dem Fremden mit einigen Informationen über Lorenz behilflich ist …Aus Angst vorm Versagen und vor seinem Vater ergreift Jan diese zweite Chance – und trifft damit eine Entscheidung, die ihm und Lorenz die Tür zum Erfolg öffnet, für einen von beiden aber schließlich tödlich enden wird.

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  • Rezension zu "Gesichtsverlust" von Maren Schwarz

    Gesichtsverlust
    Claudias-Buecherregal

    Claudias-Buecherregal

    20. August 2011 um 20:50

    Jan Winter sitzt im Gefängnis. Er wurde wegen Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt und dabei ist er unschuldig, aber das glaubt ihm niemand. In seiner Zelle hat er genügend Zeit sich mit seiner eigenen Vergangenheit zu beschäftigen, denn er weiß, dass er zwar den Mord nicht begangen, aber trotzdem eine große Schuld auf sich geladen hat. Hat er seine Strafe im Grund doch verdient, auch wenn er für die falsche Tat verurteilt wurde? "Gesichtsverlust" wurde auf dem Cover als spannender Krimi angekündigt. Für mich ist der Roman größtenteils aber lediglich eine Erzählung der Lebensgeschichte Jan Winters, der in der ehemaligen DDR aufwuchs. Sie beginnt in seinen Teenagerjahren und endet mit der Verurteilung wegen Mordes. Die Handlungsstränge sind gut mit einander verwoben und es war interessant zu sehen, wie immer wieder eine Tat eine weitere nach sich zog und sich somit nach und nach das ganze verselbständigte, während Jan Winter gar nicht in der Lage war die Konsequenzen seines Handelns hervorzusehen. "Hatte es damals eine andere Möglichkeit für ihn gegeben? Hatte er eine Wahl gehabt? Wann hatte er den Punkt überschritten, an dem es zu spät gewesen war?" (Seite 6) Das Buch lässt sich gut lesen und die Geschichte an sich ist auch interessant, aber trotzdem konnte mich das Buch nicht fesseln. Es geht um eine Organisation zur Staatssicherheit der DDR, um Rache, um Schuld und um eine Grenze zwischen Opfer und Täter, die immer weiter verwischt. An sich also eine interessante Handlung. Trotzdem kam für mich keinerlei Spannungsgefühl auf, da es sich für mein Empfinden lediglich als einfache Schilderung seines Lebens und nicht als Krimi darstellte. Des Weiteren empfand ich den Roman zum Teil langatmig, obwohl die Handlung nicht uninteressant war, aber sie wird einfach nicht spannend präsentiert. Lediglich die letzten 40 Seiten konnten mich überzeugen und haben auch endlich etwas von der Spannung gezeigt, die versprochen wurde. Die Handlung auf diesen Seiten war gut ausgearbeitet, überraschend und interessant. Allerdings habe ich auch dieses eher auf eine dramatische Art und Weise erlebt, als dass ich das Gefühl bekommen hätte, ich würde einen Krimi lesen. Trotzdem hat das Ende einiges wieder gut gemacht und gezeigt, wie die Vergangenheit einen Menschen immer wieder einholen kann und dass auf sich geladene Schuld nicht einfach so verschwindet. Fazit: Eine interessante Handlung mit einem überzeugenden Schluss, die jedoch keinerlei Krimi-Gefühl aufkommen lässt. Broschiert: 188 Seiten Verlag: Fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (19. Mai 2011) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3942829231 ISBN-13: 978-3942829236

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