Marente de Moor

 3.6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Amsterdam und zurück, Die niederländische Jungfrau und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Marente de Moor

Marente de MoorAmsterdam und zurück
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Amsterdam und zurück
Amsterdam und zurück
 (4)
Erschienen am 13.02.2012
Marente de MoorDie niederländische Jungfrau
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Die niederländische Jungfrau
Die niederländische Jungfrau
 (1)
Erschienen am 19.09.2011
Marente de MoorAus dem Licht
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Aus dem Licht
Aus dem Licht
 (0)
Erschienen am 18.02.2019
Marente de MoorDe Nederlandse maagd (Dutch Edition)
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De Nederlandse maagd (Dutch Edition)
De Nederlandse maagd (Dutch Edition)
 (0)
Erschienen am 31.10.2011

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Nils avatar

Rezension zu "Amsterdam und zurück" von Marente de Moor

Rezension zu "Amsterdam und zurück" von Marente de Moor
Nilvor 8 Jahren

'Amsterdam und zurück' von Marente de Moor ist ein sehr holländischer Roman über Exilrussen in Amsterdam. Es geht um Witali der Anfang der 90er Jahre mit dem Zug nach Amsterdam kommt und sich dort durchschlägt und mit anderen Osteuropäern ein Haus besetzt und Bilder an Touristen verkauft. Witali findet sich zu Recht, aber kommt mental nie wirklich an. Es wird das Bild der melancholischen russischen Volksseele fern ab der Heimat gezeichnet. Im Roman wird dies auch als 'Russen können nicht reisen, nur fortgehen. Bleischwer beladen mit Taschen voller lebensnotwendiger Dinge und dem Gedanken an ihr Ziel.' Zu allem Übel quält ihn immer noch der Gedanke an einen Deserteur, den er als Grenzsoldat hat entwischen lassen. Dieses Thema zieht sich als roter Faden durch die Geschichte.
Schade ist, dass zwar einige russische Eigenheiten in einem Verzeichnis am Ende des Romans erklärt werden, aber eben auch nicht alle. Sogar Fehler haben sich eingeschlichen, wie auf S. 179 im Verzeichnis mit astronom und im Text mit grastronom bezeichnet...

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yokos avatar

Rezension zu "Amsterdam und zurück" von Marente de Moor

Rezension zu "Amsterdam und zurück" von Marente de Moor
yokovor 8 Jahren

Die Schatten der Vergangenheit sind hartnäckiger, als wir manchmal glauben. Sie saugen sich in den Köpfen fest, stehlen leidenschaftlich gern ruhige Träume und jagen uns durch komische Gebiete. Der Ohnmacht nahe winden wir uns und können ihnen doch nicht entfliehen – egal, wohin wir flüchten. Das muss auch Witali am eigenen Leib erfahren. Der junge Russe spielt eine tragende Rolle in dem Debütroman „Amsterdam und zurück“ von Marente de Moor.

Witali ist ein Denunziant. So sieht es die sowjetische Armee, als er eines Tages einen fahnenflüchtigen Soldaten auf seinen Skiern laufen lässt. Plötzlich durchstreift er die Grenze zwischen Finnland und der Sowjetunion. Witali reagiert nicht. Wie ein festgefrorener Schneemann steht er im Wald und beobachtet wortlos die Szene und überlegt, überlegt, überlegt, wie dieser Kamerad heißt. Es fällt ihm verdammt noch mal nicht ein, auch später nicht. Seitdem träumt er den gleichen Traum und wacht jedes Mal mit einem dumpfen Gefühl auf, weil der Soldat namenlos bleibt. Um sich aus der Misere zu befreien, hat Witali eine Idee: „Er könnte sich auf die Suche nach dem Soldaten machen. Wenn er ihn fände, könnte er ihm etwas zurückgeben. Etwas von zu Hause, eine Erinnerung, die er verloren hatte. Sich selbst. Nicht schlecht! Doch der Name blieb verschwunden.“ Diese Gedanken kommen Witali im Zug, als er auf dem Weg nach Amsterdam ist. Dort erwartet ihn sein Cousin Ilja. Und mit ihm eine Welt, die in mir ein Schmunzeln hervorruft, nur allein, wenn ich daran denke.

Die Russen haben sich in den Achtziger Jahren in Amsterdam ein Kleinod gebastelt und sich wie Schiffbrüchige auf der frisch entdeckten Insel gemütlich eingerichtet. So fiel es selbst dem Heimweh schwer, sich dauerhaft durchzusetzen. Es kam, blieb für kurze Zeit, bis es mit dem nächsten Windzug in den engen Gassen verschwand. Die Witalis und Iljas aus dem Osten lebten meist in windschiefen Häusern am Rand des Rotlichtviertels. Auf engem Raum und zügigen Wohnungen saßen sie zusammen, aßen zusammen und tranken zusammen den guten Wodka. Der fließt hier reichlich. Tagsüber treffen wir sie alle auf dem Rembrandtplein. Dort sitzen sie und verkaufen die selbst gemalten Aquarelle an vorbeilaufenden Touristen.

Marente de Moor hat einen rasanten und unterhaltsamen Roman geschrieben. An den richtigen Stellen hat sie einen Tiefgang hineingestreut, dem ich gern gefolgt bin. Ich habe mit großem Ergötzen der russischen Seele gelauscht, was ich aus russischen Werken kenne. Dieses Nachdenkliche und Schwermütige, das an eine schwarze Nacht ohne Mondschein erinnert. Hier habe ich übrigens auch ein schönes Wort aufgeschnappt: „Heimwehsuppe.“ Die löffeln die Russen eines Abends, nachdem sie in einem Wald Pilze gesammelt haben. Schweigend, zufrieden und ein wenig sentimental. Wem so etwas schmeckt, der wird mit dem Buch eine sehr schöne Zeit haben.

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