Margaret A. Farley Verdammter Sex

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Inhaltsangabe zu „Verdammter Sex“ von Margaret A. Farley

Ein Aufschrei ging durch den Vatikan, ein Prüfungsausschuss wurde gegründet, die Glaubenskongregation warnte vor einer 'großen Gefahr für die Gläubigen'. Doch was war passiert? Eine Frau hatte ein Buch veröffentlicht, in dem sie eine neue, moderne christliche Sexualmoral entwickelt. Sie behauptet, dass es theologische Begründungen auch für homosexuelle Beziehungen, Masturbation und Wiederheirat gibt. Themen, die laut Vatikan mit katholischer Theologie nicht vereinbar sind. Umso ärgerlicher für die Kirche, dass die Autorin nicht nur Professorin an der Universität Yale ist, sondern auch Ordensschwester. Schwester Margaret A. Farley löste mit ihrem Buch ›Just Love. A Framework for Christian Sexual Ethics‹ weltweit Kontroversen aus. Sie behandelt darin die wichtigsten Fragen aus den Bereichen Körperlichkeit, Gender und Sexualität, um dann ausführlich ihr Konzept einer gerechten Sexualethik zu beschreiben. Ein Muss für alle, die an der aktuellen Diskussion zu Sexualität und christlichem Glauben interessiert sind.

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  • Fundierte Thesen

    Verdammter Sex

    michael_lehmann-pape

    Fundierte Thesen „Was im sexuellen Bereich des menschlichen Lebens geschieht, ist nicht unabhängig davon, was in anderen Bereichen geschieht“. Als Faustformel könnte man somit formulieren: je toleranter eine Gesellschaft in Fragen der Sexualität sich darstellt, desto freier können sich Menschen allgemein entfalten. Gesellschaftliche Freiheit und individuelle sexuelle Entfaltung gehen Hand in Hand. Weil Sex nicht an oberster Stelle steht, sondern in Verbindung zu sehen ist mit „der Macht“, mit der Haltung zur Sexualität an sich und dann erst Fragen des „praktischen Vollzuges“ auftauchen. So ist es allein schon erhellend und interessant, was Farley über Geschichte der Sexualethik zu vermitteln hat. Wie in ihrer Ideologie durchaus anders geprägte Gesellschaften (Griechen der Antike philosophisch, Rom eher pragmatisch, Europa dann religiös christlich, der Orient religiös jüdisch und islamisch geprägt) doch zu ähnlichen (rigiden) Haltungen gelangen. Ob im einzelnen das „Chaos der Leidenschaften“ und die „Sicherung des Nachwuchses“ aus philosophischer Setzung der Ratio als „Kontrolle der Leidenschaften“ greift oder die strikte Reglementierung durch Androhung von Höllenfeuer stattfindet oder durch physische Strafen wie in manchen Gesellschaften des Islams auch heutiger Tage, ist dabei eigentlich nur theoretisch von Interesse, die praktischen Auswirkungen ähneln sich doch sehr. Und die Motive ebenfalls. Die der Sicherung der Macht und der gesellschaftlichen Stabilität, welche „Mächtige“ durch „unkontrollierbares Verhalten der Leidenschaft“ gefährdet sehen. Dass allein schon bei dieser Untersuchung des historischen Befundes und der klaren Sprache, in der Farley ihre Ableitungen ins Buch setzt, eine katholische Kirche (mit den auch im Buch herauszulesenden Elementen der Macht, der autoritären Zügelung, der Ablehnung künstlicher Geburtenkontrolle, des Zölibats als höherwertigen Umgangs mit der Sexualität, Sex nur im Rahmen einer „legitimen Partnerschaft“ und auf keinen Fall außerhalb dieser noch gar in gleichgeschlechtlicher Form etc.) irritiert und kritisch auf eine ihrer Mitarbeiterin (Professorin für Sozialethik und katholische Ordensschwester) schaut, das ist dann nur allzu verständlich. Dass die Ablehnung, fast Flucht, rigider Religionen vor der Leidenschaft, der ungezügelten Lust, egal wie wohlfeil dies rational-theologisch argumentiert werden mag, keine gute Voraussetzung für eine konstruktive Haltung zum Thema ist, das wird ebenso (natürlich nicht nur durch dieses Buch) überzeugend deutlich. Denn auf „Lehrbelange“ nimmt Farley auf ihrem Weg zu einer aktuellen Form der Sexualethik nicht a priori Rücksicht. Allerdings stellt sie sich auch nicht einfach nur provokativ außerhalb religiöser, speziell katholischen Normen, sondern bietet durch ihre sehr fundierte, sehr saubere Argumentation der Trennung von „menschlichem „Macht-Überbau“ von dem, was psychologisch, biologisch und soziologisch zu wissen sein könnte über den Sex und die Sexualität Ansatzpunkte für eine offene Diskussion auch innerhalb der katholischen Sexual-Lehre und für diese (was ebenso für andere Normgebende Gruppen und Religionen gilt). Vom Wissen über den Menschen und seine Sexualität lernen und diese dann integrieren in die religiösen Parameter, das wäre ein Weg, der Frucht bringen könnte und für den Farley klar argumentiert. Strikt im Blick behält die Autorin ja auch die andere Seite. Die destruktiven Kräfte und Folgen völlig ungezügelter Sexualität, die durchaus zu Recht seit Menschengedenken Gesellschaften und Einzelne immer wieder ins Nachdenken über eine „gute Sexualität“ als Bereicherung, nicht als gewalttätige Zerstörung menschlichen Lebens setzen wollten. Eine „gerechte Sexualität“ entfaltet Farley in ihrem Buch, Schritt für Schritt in sieben Normen, überzeugend argumentiert und mit Fakten unterfüttert. In welcher aber eben nicht die „Handlungen“ ständig reglementiert und unter Strafe eingeschränkt werden. Auch Polygamie kann Sinn machen, auch homosexuelle Formen der Sexualität sind konstruktiver Ausdruck menschlichen Seins (unter entsprechend konstruktiven Haltungen). Haltungen, die partnerschaftlich vor allem „verhandelt“ werden und nicht von außen als gesetzt zu gelten haben (oder nur ins ehr geringem Umfang zum Schutz vor nicht einvernehmlichen Übergriffen). Als „verbindlich“ und „beziehungsorientiert“ setzt Farley den Sex am Ende ihrer intensiven ethischen Betrachtungen. Nicht gedacht als „von oben dirigiert“, sondern eruiert aus dem, was der aktuelle Stand der interdisziplinären Forschung aktuell setzt. Farley legt beileibe kein einfach verfasstes Buch mit Provokationen vor und auch kein Werk, „um sich einmal Luft zu machen“. In komplexer Sprache und ethisch-philosophisch im wissenschaftlichem Diskurs verfasst, bedarf das Werk einer sehr konzentrierten Erarbeitung und einer Offenheit für die „Offenheit der Sexualität“ einerseits, aber auch für die „Grenzen des völlig Freien“ auf der anderen Seite. Bietet dann aber fundierte und klare Thesen und Argumente, die sehr überzeugend den Diskurs befördern könnten. Wenn man aus Gewohnheit und / oder Angst nicht sofort die Flucht ergreift.

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    • 6

    wandablue

    29. July 2014 um 19:49
    michael_lehmann-pape schreibt Die sieben Normen in einer Rezension bereits zu "verraten" würde aber zu viel vom Buch vorwegnehmen, denke ich. Zudem versteht man die Thesen des Autors nicht durch reine Schlagworte, sondern ...

    Ich habe mir schon gedacht, dass du deine Gründe dafür hast ;-) aber trotzdem ....

  • Fundierte christlich begründete Sexualethik

    Verdammter Sex

    WinfriedStanzick

    02. July 2014 um 08:53

      In den USA schon im Jahr 2006 erschienen, wird das Buch der mittlerweile emeritierten Professorin für Sozialethik n der Universität Yale, Margaret A. Farley, nun im Theiss Verlag auch einem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht. Seine Sprengkraft gewinnt das Buch nicht zuletzt dadurch, dass Margarte Farley Mitglied des katholischen Ordens der Barmherzigen Schwestern ist. Nach seinem Erscheinen in den USA urteilte der Vatikan sehr schnell über das grundlegende Buch, es sei mit einer „authentischen katholischen Theologie“ nicht zu vereinbaren. Wenn man das Buch gründlich studiert, muss man sehr schnell zu dem Schluss kommen, dass dieses Urteil an den Haaren herbeigeholt ist. Denn die ausführlichen historischen Grundlegungen, mit denen die Autorin ihre Leserinnen und Leser an ihre zentrale Fragestellung einer „gerechten Liebe und gerechtem Sex“ heranführt, bevor sie dann Leitlinien für eine Sexualethik und Beziehungsformen im Kontext einer gerechten Liebe formuliert, sind nachhaltig biblisch fundiert und versuchen in einer Welt, in der eine Sexualität ohne ethische Fundierung die Menschen unfrei macht und versklavt, eine wichtige und notwendige Orientierung zu geben.   Das Buch zeigt überzeugend auf, wie dringlich die aktuellen Probleme der Sexualethik sind und vor allem, wie eng sie mit anderen aktuellen ethischen Problemen in dieser Welt zusammenhängen. „Was im sexuellen Bereich des menschlichen Lebens geschieht, ist nicht unabhängig von dem, was in anderen Bereichen geschieht – seien es Familie, Religion, Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft. Ob sich Menschen frei entfalten können, ist nicht zuletzt eine Frage der Sexualität. Jeder weiß um die Erfüllung Freude, welche die menschliche Sexualität verspricht aber auch um die Verletzungen, die Gewalt, die Stigmata und die Ungerechtigkeiten, die unserem sexuellen Selbst zugefügt werden können. Vielleicht waren Worte des Heilens und der Hoffnung noch nie so notwendig wie heute, besonders vonseiten der Kirchen.“   Die ethischen Leitlinien für sexuelle Beziehungen und Handlungen die Farley aufstellt, sind es wert, ernstgenommen und diskutiert zu werden: 1.   Unversehrtheit 2.   Einvernehmlichkeit 3.   Gegenseitigkeit 4.   Gleichheit 5.   Verbindlichkeit 6.   Fruchtbarkeit 7.   Soziale Gerechtigkeit So manches, was sich heutzutage unter den Banner einer freien und selbstbestimmten Sexualität selbst feiert, kann und wird diesen Leitlinien nicht gerecht werden. Vielleicht hilft dieses Buch dazu, dass ethische und christlich fundierte an der biblischen Botschaft von  der Freiheit des Menschen orientierte Positionen in der Debatte wieder mehr ins Spiel gebracht werden, auch in der Verkündigung der Kirchen.       

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