Margaret Atwood Das Jahr der Flut

(60)

Lovelybooks Bewertung

  • 69 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 2 Leser
  • 10 Rezensionen
(25)
(24)
(10)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Jahr der Flut“ von Margaret Atwood

Es ist das Jahr der »wasserlosen« Flut: Eine tödliche Pandemie ist über die Menschheit hereingebrochen. Hoch über den Dächern der Stadt leben die wenigen Überlebenden, die Gottesgärtner, bei denen die robuste Toby und die zarte Prostituierte Ren Zuflucht gefunden haben. In ihrem biologisch bepflanzten Garten Eden kämpfen sie ums Überleben in einer Welt, die unter der Herrschaft verantwortungsloser Großkonzerne zugrunde gegangen ist. Eine Zukunftsvision, die vielleicht weniger fern liegt, als wir gerne glauben möchten.

Erschreckende Dystopie über das Ende der Welt aus Furcht vor dem Tod. Eine Anklage a die Biotechnologie voller stärker Frauencharaktere.

— Zeilenende

Besser als Teil 1!

— doceten

Außergewöhnliche Dystopie, die trotz wenig Handlung fesselt und den Leser unvermittelt in eine Welt wirft, die er gemächlich erkunden muss.

— Lothen

Auf eine ganz eigene Art fesselnd und beklemmend.

— Tatsu

Obwohl anfangs etwas gewöhnungsbedürftig konnte mich auch der 2. Band fesseln und einnehmen.

— chuma

Die Geschichte von "Oryx und Crake" aus der Sicht der Gottesgärtner. Spannend zu lesen. Freue mich auf den letzten Teil!

— Dupsi

Zurück auf Anfang in "Das Jahr der Flut". Mit den Gottesgärtnern erleben wir die Katastrophe erneut. Wieder Spannung & großartige Atmosphäre

— Alexandra_Luchs

Randfiguren aus Oryx&Crake tauchen hier als Hauptfiguren auf. Beide Bücher verknüpfen sich zu einem spannenden Szenario. Ein tolles Buch!

— Tree_Trunks

Stöbern in Romane

Die Ermordung des Commendatore Band 2

Eigentlich liebe ich Murakamis Romane, aber dieser zweite Teil hat es mir echt schwer gemacht...

hannipalanni

Die Geschichte des Wassers

Kommt nicht an "Die Geschichte der Bienen" heran

vielleser18

Eine Liebe in Apulien

unterhaltsam, romantisch und auch etwas spannend

vronika22

Kraft

Ein pseudo-intellektueller mit Verweisen gespickter Roman über einen Pessimisten in der Midlife-Crisis. Klischeehaft & neoliberal.

simone_richter

Das schönste Mädchen der Welt

typisch nostalgisch und lebensecht. Figuren, die nicht das Leben manifestieren, sondern das Leben sind. Klassisch - Fantastisch!

Literatur-Universum

Das Eis

Ein Ökothriller mit dem Thema Arktis, der sich um das Thema Umweltschutz und Machtinteressen dreht

johanna21

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Die Indianische Kalenderchallenge 2016/2017"

    Indianisches Horoskop / Geburtstagskalender (Wandkalender immerwährend DIN A3 quer)

    stebec

    Halli Hallo meine Lieben, Vorab: Es handelt sich hier um eine Challenge. Der Kalender kann nicht gewonnen werden!.Wie wir es schon angekündigt haben, möchten kattii und ich euch dieses Jahr auch wieder mit einer Horoskop-Challenge bespaßen. Da wir uns gedacht haben, dass zwei Jahre hintereinander das gleiche Horoskop ziemlich langweilig werden kann, haben wir uns dazu entschlossen dieses Jahr die Chinesischen Sternzeichen durch die Indianischen zu ersetzen. Wir haben auch noch ein paar kleine Änderungen vorgenommen, damit das Punktesammeln nicht mehr so kompliziert ist, wie letztes Jahr und somit das Lesevergnügen ganz im Vordergrund steht. Außerdem gibt es am Ende der Challenge auch eine Kleinigkeit zu gewinnen. Kommen wir also erstmal zu dem wichtigsten. Die Regeln:1. Wir sammeln diesmal Totems und keine langweiligen Punkte ;)2. Jeden Monat bekommt ihr zwei Aufgaben zu einem Tierkreiszeichen. Die Aufgaben beziehen sich immer auf eine negative und eine positive Charaktereigenschaft. 2.1. Für jede gelöste Monatsaufgabe gibt es ein Totem.3. Zusätzlich bekommt ihr von uns 12 Jahresaufgaben, die ihr über den gesamten Challengezeitraum lösen könnt. Die sind sozusagen eure Joker, falls ihr mal eine Monataufgabe nicht lösen könnt. Diese sind dafür etwas aufwändiger bzw. kniffliger.3.1. Für jede Jahresaufgabe gelöste Jahresaufgabe gibt es ein Totem.4. Denn um am Ende der Challenge in den Lostopf zu hüpfen, müsst ihr mindestens 24 Totems gesammelt haben.5. Gerne könnt ihr die Jahresaufgaben auch zusätzlich lösen. Eure Chance auf den Gewinn beeinflusst das jedoch nicht. 6. Wie auch letztes Jahr bekommt ihr die doppelten Totems, wenn ihr die Monatsaufgaben zu dem Tier löst, was euer Sternzeichen ist. ACHTUNG: Die Jahresaufgaben sind hiervon ausgeschlossen. 7. Eine Rezension oder Kruzmeinung zu den Büchern ist diesmal Pflicht und muss in einem Sammelpost festgehalten werden. Ob ihr diesen in dem Thread erstellt oder doch lieber mit eurem Blog teilnehmen wollt, ist euch überlassen. 8. Die Rezensionen oder Kurzmeinungen müssen immer bis zum 5ten des Folgemonats online sein. 9. Die Monatsaufgaben postet katti immer am 20ten des vorherigen Monats.10. Da noch nachträglich viele Anfragen eingehen. Ist die Anmeldefrist aufgehoben. Man kann jederzeit in die Challenge einsteigen, aber die gelesenen Bücher können nicht nachträglich gezählt werden. Es gelten die Bücher die ab Zeitpunkt der Challenge gelesen wurden.11. Sagt uns bitte bei der Anmeldung, wann ihr Geburtstag habt, damit wir die doppelten Totems nachvollziehen können.12. Wir behalten uns vor jeden Teilnehmer, der drei Monate abwesend war/ist, anzuschreiben und ggf. aus der Challenge auszuschließen.Natürlich interessiert euch auch, was es zu gewinnen gibt:Die Gewinne:1. Ein Überraschungpaket im Wert von 20-30€2. Zweimal einen Buchgutschein im Wert von 10 € von der Bockumer Buchhandlung.Ihr seht wir haben einiges geändert, sodass die Challenge etwas einfach und vielleicht auch attraktiver wird. Wir wünschen euch jetzt erstmal viel Spaß und hoffen, auf eine rege Teilnahme.Fragen können wie immer gerne im dazu vorgesehenen Thread gestellt werden.Die Teilnehmer:Ann-Kathrin Speckmann 07.09.1995 => 8 TotemsBücherwurm 25.06.=> 6 TotemsBuchgespenst 07.01.1981 => 16 TotemsFederzauber 20.06.1982 => 10 TotemsInsider2199 26.03.1968 => 15 Totemsjanaka 02.10.1965 => 14 TotemsJisbon 06.09.1994 => 8 TotemsLadySamira091062 09.10.1962 => 8 Totemslouella2209 22.09.1978 => 17 TotemsPaulamybooksandme 18.04.1993 => 4 Totemssomebody 01.03.1980 => 3 TotemsTatsu 08.10.1988 => 16 Totems

    Mehr
    • 367
  • Das Buch des Monats August für den FISCHER Leseclub: "Am Ende aller Zeiten" von Adrian J Walker

    Am Ende aller Zeiten

    Marina_Nordbreze

    Wie weit würdest du gehen … für die, die du liebst? Es wird apokalyptisch im Buch des Monats August! Adrian J Walker erzählt in "Am Ende aller Zeiten" die Geschichte von Ed, der als typischer Mittelklasse-Mann mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Seine Ehe läuft nicht rund, die Kinder nerven, er wird immer fauler und träger und jetzt steht auch noch der Weltuntergang bevor. Ed versucht mit allen Mitteln, seine Familie zu retten. Dafür muss er über seinen eigenen Schatten springen und laufen. 500 Meilen durch das zerstörte Großbritannien.Ob ihm das gelingt, erfahrt ihr in unserem Buch des Monats August! Mehr zum Buch:Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt. Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang? Edgar und seine Familie werden während der Evakuierung voneinander getrennt, und ihm bleibt nur eine Wahl: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er 500 Meilen weit laufen, durch ein zerstörtes Land und über die verbrannte Erde, von Edinburgh nach Cornwall. Zusammen mit einigen wenigen Gefährten begibt sich Edgar Hill auf einen Ultra-Marathon durch ein sterbendes Land. Doch sein Weg ist gefährlich: Im postapokalyptischen England kämpft jeder gegen jeden ums blanke Überleben.Wir vergeben gemeinsam mit FISCHER Tor 50 Exemplare von "Am Ende aller Zeiten" unter allen, die sich bis einschließlich 21. August 2016 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button für das Buch des Monats bewerben und uns verraten, warum sie gerne mitmachen möchten.* In den folgenden Wochen stellen wir euch verschiedene Aufgaben, bei denen ihr Buchlose erhalten könnt. (Alle Informationen zum System der Buchlose findet ihr hier)Bitte beachtet, dass es in dieser Challenge zudem Spezialaufgaben geben wird, die jeweils nur an einem einzigen Tag erfüllt werden können. Regelmäßiges Vorbeischauen in der Challenge lohnt sich also!Wer 10 Buchlose sammelt, gewinnt ein Buch aus den S. Fischer Verlagen aus dem Genre seiner Wahl. Zusätzlich verlosen wir unter allen, die mindestens 11 Buchlose gesammelt haben, einen Gutschein für einen Ausflug in einen Escape-Room. Damit seid ihr bestens gerüstet für stressige Zeiten – wie den Weltuntergang. Alle, die mit ihrem eigenen Exemplar an der Aktion zum Buch des Monats teilnehmen möchten, sind natürlich herzlich willkommen. Ihr könnt jederzeit mit einsteigen.Die Frist für die Bearbeitung der Hauptaufgaben für das Buch des Monats August endet am Sonntag, den 25. September 2016 – d.h. alle Aufgaben müssen bis einschließlich dieses Datums vollständig bearbeitet sein, damit sie in die Buchlos-Wertung mit einfließen. Mitglieder des FISCHER Leseclubs erhalten das Abzeichen für das jeweilige "Buch des Monats", wenn sie mindestens 5 Beiträge und eine Rezension geschrieben haben.Ihr möchtet beim FISCHER Leseclub mitmachen? Alle Infos dazu findet ihr hier.Ihr müsst aber kein Mitglied im FISCHER Leseclub sein, um an der "Buch des Monats"-Aktion teilzunehmen. Die Buchlose gelten immer nur für den jeweiligen Monat und können nicht in den nächsten Monat übertragen werden. * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme, am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Erfüllen aller Hauptaufgaben der "Buch des Monats"-Aktion bis spätestens 25. September 2016. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für ein Testleseexemplar schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas verschicken!Ein allgemeiner Hinweis: Bitte markiert eure Beiträge nur dann als Spoiler, wenn es sich wirklich um Spoiler handelt und beispielsweise nicht eure Beiträge für die einzelnen Aufgaben!

    Mehr
    • 2661
  • Verstörend, fesselnd und witzig

    Das Jahr der Flut

    sursulapitschi

    Ich hätte nicht gedacht, das das möglich ist, aber während mich der erste Band der Reihe begeistert hat, hat mich der zweite komplett weggefegt. Das Szenario ist hier das gleiche, nur der Blickwinkel anders. Inmitten dieser brutalen, untergehenden Welt ist eine Sekte entstanden, die Gottesgärtner, die eine sehr eigene Form des Christentums entwickelt haben. Täglich begrüßt AdamEins seine Freunde und Mitsäugetiere, gibt Weisung und Neuigkeiten von sich und erklärt religiöse Zusammenhänge, die bei aller Skurrilität oft auch erstaunlich plausibel sind. Zwei der Gärtnerinnen sind Ren und Toby, die hier abwechselnd ihre Geschichte erzählen, ihre persönliche und auch die, der wasserlosen Flut, die kommen soll und dann tatsächlich kommt, im Jahr Fünfundzwanzig. Während man im ersten Teil durch Jimmy und Cake das Entstehen der Pandemie erleben konnte, sieht man hier den Alltag in dieser verstörenden Welt voller Dekadenz und Brutalität. Die abartigsten Erfindungen sind im Umlauf. Da werden Tiere und Menschen designt, der Gärtnernachwuchs sind die Jungbioniere, man liebt GeheimBurger (die so heißen, weil niemand weiß, was drin ist) und benutzt gerne die violette Biolette. Auch hier hat Margaret Atwood wieder ihre finstersten Fantasien ausgelebt, die erschreckend logisch erscheinen, aber zugleich mit triefender Ironie präsentiert werden. In grandiosem Erzählstil schafft sie den Spagat zwischen fesselnder Geschichte und finsterster Atmosphäre, gewürzt mit allerschwärzestem Humor. Man staunt, amüsiert sich und ist auch entsetzt.Dieses Buch gehört ab sofort zu meinen persönlichen Highlights. Ich bin höchst gespannt auf den dritten Teil. 

    Mehr
    • 2
  • "Das Jahr der Flut" von Margaret Atwood

    Das Jahr der Flut

    Jacynthe

    Klappentext Hoch auf den Dächern der Stadt, dem Himmel am nächsten, liegt das Paradies. Seine Bewohner nähren sich von Gemüse, Früchten und Honig und kultivieren ihren Garten eden, den sie dem Waste Land einer Stadt jenseits der drohenden Klimakatastrophe abgetrotz haben. Die junge, kämpferische Toby findet Zuflucht in dieser Gemeinschaft der "Gärtner Gottes", nachdem sie durch die Maschen der Gesellschaft gefallen ist, die von einer rigiden, militärisch organisierten Wirtschaftsprganisation regiert wird. Hier trifft sie auf Ren, die spätere Trapezkünstlerin, auf die anarchische Amanda und auf Jimmy, der zu ihnen allen in einer ganz speziellen Beziehung steht.  [...] Meine Meinung Anfangs wusste ich nicht recht, wo ich dieses Buch einzuordnen hatte. Ich wusste, dass es sich um Science Fiction handelt und laut Inhaltsangabe um eine Pandemie, die einen Großteil der Menschheit getötet hat. Doch die Aufmachung und der erste Leseeindruck entsprach nicht dem, was mir bisher aus dieser Kategorie bekannt war, was das Buch umso reizvoller für mich machte. Die "Flut" beschreibt keine tatsächliche wasserführende Flut, sondern eine Pandemie, die die Erde überschemmt. Diese wurde von den Gottesgärtnern, einer Sekte, die Atwood für den Roman erschaffen hat, lange vorhergesagt. Die Gottesgärtner leben in dem Glauben, Erde, Tiere und Pflanzen bewahren zu müssen und bemühen sich, im Einklang mit der Natur zu leben. Atwood hat für sie eigene Liedtexte und Gebete geschrieben, sowie Feiertage und Heilige erfunden, was dem Ganzen einen sehr realistischen Anstrich gibt. Anfangs erschien mir die Gruppe schlicht und ungefährlich. Doch nach und nach kristallisierte sich heraus, dass es auch hier keine weißen Westen gibt, die Anhänger (vor allem die Anführer, die Adams und Evas) sogar teilweise eine gefährliche Doppelmoral an den Tag legen. Diese Vielschichtigkeit und teilweise Undurchschaubarkeit hat mir sehr gefallen, denn sie macht die Geschichte unvorhersehbar und spannend. Jedes größere Kapitel beginnt mit einem Lied aus dem Gesangbuch der Gottesgärtner, worauf eine kleine Rede von Adam Eins, dem Anführer, folgt, in der er den jeweiligen Feiertag erklärt. Die Lieder sind wunderbar poetisch und erzählen davon, wie wertvoll unsere Erde und wie wichtig ihre Erhaltung ist. Im Nachwort verrät Atwood, dass es dazu sogar tatsächlich Musik gibt, die durch einen "glücklichen Zufall" zustande kam und gerne "für Andachtszwecke oder im Zusammenhang mit Umweltschutz" verwendet werden kann. Die CD Hymns of the God's Gardeners findet ihr hier. Obwohl der Titel des Roman anderes vermuten lässt, behandelt das Buch überwiegend die Jahre vor "der Flut", genauer gesagt das Leben der Protagonistinnen Toby und Ren. Häppchenweise erfährt man alles über sie: Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter, teils bei den Gärtnern verbracht, teils außerhalb. Beide leben in einer Welt, die ich mir nur schwer vorstellen konnte. Eine futuristische Welt mit allen möglichen absurden Neuerungen, die das Leben in der Gesellschaft gefährlich machen. Ich meinte auch, stets einen ironischen Unterton herauszuhören, nach dem Motto: seht, wo wir landen könnten, und tatsächlich ist Atwood bekannt für ihr "waches politisches Gespür für die unterschwelligen und gefährlichen Entwicklungen der Welt" (Klappentext). Toby und Ren und auch viele andere Charaktere konnte ich bis zum Schluss nicht richtig einschätzen. Von Toby weiß man, dass sie sich nie wirklich den Gärtnern zugehörig gefühlt hat, aber dennoch irgendwie in die obersten Kreise gerutscht ist. Ich mochte ihre Ehrlichkeit und ihren Pragmatismus sehr gerne, sie spiegelt die Zerrissenheit der modernen Welt wider. Die jüngere Ren ist ebenfalls nicht überzeugt von den Gärtnern und lässt sich - typisch Teenager - viel zu leicht von den Verlockungen der restlichen Welt blenden. Ihre Geschichte habe ich besonders gespannt verfolgt, da sie stets von jugendlichem Leichtsinn getrieben wird, der Toby fehlt.  Erst gegen Ende sind beide Erzählstränge in der Gegenwart angekommen und Toby und Ren treffen wieder aufeinander. Jetzt kommen auch Endzeit-Fans auf ihre Kosten, denn die Nahrungsmittel werden knapp und die beiden müssen sich in die weite Welt hinaus wagen, wo noch einige Gefahren auf sie lauern. In diese Situation konnte ich mich besonders gut hineinversetzen und habe mit großer Spannung verfolgt, wie Toby über sich hinauswächst. Dennoch hat mich etwas am Ende gestört und ich konnte die Puzzleteile auch nicht so zusammensetzen, wie es von der Autorin vermutlich angedacht war. Das würde sich aber wahrscheinlich bei erneutem Lesen ändern. Insgesamt ist "Das Jahr der Flut" ein ganz besonderes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der die technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen kritisch beäugt und etwas für Science Fiction übrig hat. Ich vergebe 4 von 5 Wolken und werde die anderen Bücher der Autorin, die teilweise von der gleichen Welt und den gleichen Figuren handeln, auf meine Merkliste setzen.

    Mehr
    • 2
  • Zurück auf Anfang

    Das Jahr der Flut

    Alexandra_Luchs

     „Das Jahr der Flut“ spielt in derselben Zeitebene wie zuvor „Oryx und Crake“. Das heißt wir beginnen in einer zwar angeschlagenen, aber noch intakten Welt und erleben den Untergang der Gesellschaft noch einmal mit. Diesmal wird die Geschichte aus der Perspektive einzelner Mitglieder der „Gottesgärtner“ berichtet, einer religiösen Gruppe, die sich auf die wasserlose Flut vorbereitet und nach einer eventuellen Katastrophe die Erde befreien möchte. Das Konzept, in zwei Büchern dieselbe Zeitschiene aus verschiedenen Winkeln zu betrachten ist mir bisher noch nicht begegnet und macht für mich den besonderen Reiz dieses Buches aus. Während in „Oryx und Crake“ quasi hinter den Kulissen berichtet wird, wie es zur Katastrophe kam, wird in „Das Jahr der Flut“ eine ganz andere Seite des Geschehens dargestellt. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft kommen in den Schilderungen der Gottesgärtner noch viel direkter herüber. Anfangs mag man die Gärtner noch belächeln, wie sie auf Hausdächern Kartoffeln anbauen und Notfall-Lager anlegen, später werden ihre Prophezeiungen traurig war. Und alles kommt dabei noch schlimmer, als es selbst die Gärtner erwartet hätten. Die Gottesgärtner wirken wie ein Haufen gutmütiger und manchmal realitätsferner Hippies. Ihre Glaubensmaximen lehren Friedlichkeit und Zusammenhalt, es wird gemeinsam gearbeitet und möglichst energisch demonstriert. Jedes Kapitel wird durch eine Predigt von „Adam Eins“, dem Glaubensführer der Gruppe, und einem Lied des Blumenblütenchors eingeleitet. Das ist umso spannender, weil man merkt, wie sich auch die Gottesgärtner den wandelnden Bedingungen stellen müssen. Das die Ansprachen von Adam Eins zum Teil sehr skurril wirken und die Glaubenssätze auf Biegen und Brechen den aktuellen Umständen angepasst werden, hat mich besonders unterhalten. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich hier eine Metapher auf die skurrile Wirkung, die wohl jede Religion auf Außenstehende hat, findet. Das hat mich neben vielen herzhaften Lachern auch immer wieder zum Grübeln gebracht. Ich hoffe ich interpretiere nicht einfach zu viel in diese Passagen hinein. Da die Geschichte völlig neue Charaktere begleitet und auch deren Lebensgeschichten wieder wunderbar mit der Gesamtgeschichte verwoben werden, hatte ich nicht erwartet bekannte Gesichter aus „Oryx und Crake“ wieder zu treffen. Umso begeisterter war ich, als sich viele lange vorbereitete Handlungsfäden beider Bücher verbanden und ich immer mehr Beziehungen zwischen Menschen und Handlungssträngen aus beiden Büchern entdeckte. Diese Verwebungen werden zum Ende des Buches hin immer stärker und stärker. Bis „Das Jahr der Flut“ schließlich exakt in derselben Szene mündet, in der schon „Oryx und Crake“ endete und mich vor Spannung kaum zu Atem kommen lies. Ich musste also sofort zu „Die Geschichte von Zeb“ greifen um zu erfahren was weiter passiert. Ohne Abstriche kann ich sagen, dass „Das Jahr der Flut“ genauso stark wie „Oryx und Crake“ ist, mich von der ersten Seite gefesselt und unterhalten hat und mich dabei ganz nebenbei immer wieder zum nachdenken bringt.

    Mehr
    • 2

    tinderness

    10. December 2014 um 08:45
  • Rezension zu "Das Jahr der Flut" von Margaret Atwood

    Das Jahr der Flut

    mehrsonntag

    21. July 2011 um 15:21

    *Die Maden und die Würmer, die An düstern Stellen aasen: Sie räumen unsere Reste auf Und schaffen neuen Rasen* Eine Zukunft, apokalyptisch und nah. Bedrohlich. Entweder, du gehst konform mit der angepassten Masse, gehörst zum Konzern und lebst somit in relativer Eintönigkeit, jedoch sicher vor Hass und Verfolgung, in die Norm gepresst, ohne eigentliche Individualität, futterst eifrig GeheimBurger, gepresstes Kunstfleisch, in Zeiten der Not auch gern mit Knochen und Menschenfleisch angereichert oder du gehörst nicht dazu. Versteckt vor der Übermacht der Konzerne leben die Gottesgärtner, eine Ansammlung von Menschen, die in der Zeit der Bedrohung, der nahenden wasserlosen Flut, die die Erde überrollen wird, die Welt, die ER erschuf mit all seinen kleinen Wesen und Mikroben, lobpreisen und als Außenseiter ständig auf der Hut vor Entdeckung und Vernichtung in ihrem Dachgärten, wo sie versuchen, die Pflanzen und Kräuter und zum Überleben notwendige Nahrungsmittel zu retten und anzupflanzen, für die Zeit der Flut. Eine Gruppe, die durch Lebensfrohsinn und Gemeinschaftsgefühl ein Leben nach ganz eigenen Regeln und Wünschen zu schaffen versucht. Jedes Wesen dieser Welt ist ein Teil des Lebens, die grünen Kaninchen, die Löwämmer, die Pilze, ja, die Bienen, zu denen gesprochen wird, die freundlich umherschwirren und durch ihren Honig nicht nur Nahrung sondern auch Heilung bringen. Toby, Gottesgärtnerin und Eva Sechs (die Organisationsstruktur der Gottesgärtner ist gut durchdacht, für jeden ist eine Aufgabe zum Wohle und zur Erhaltung einer lebenswerten Welt vorgesehen) schildert im Rückblick die Zeit vor der wasserlosen Flut und auch das Leben danach. Die Rettung der Welt scheint unmöglich, angesichts der großen Zahl leichtgläubiger manipulierter Menschen, die sich einfügen ins System oder als Plebs (kurz gesagt: ungeliebtes Gesindel) durch die Straßen und Viertel ziehen, auf der Suche nach einer Möglichkeit zu überleben. Irrsinnige Spiele sind zur Strafverfolgung eingeführt, Painball beispielsweise: rote oder goldene Spieler, die bei Eintritt in das Spiel mittels eines Tattoos gekennzeichnet werden, die durch Beschuss durch das Spraygewehr ausgelöscht werden - nur wenige überleben, doch die, die es schaffen, sind gefährlich. AnuYu ist ein Spa-Park, in dem es nicht nur Erholung sondern auch eine komplette Neugestaltung gibt, Persönlichkeit, Aussehen (Mo'Hair-Transplantation oder Bimplantate) dort kann sicher eine Zeitlang entspannen. Oder doch lieber ins Scales und mit Biokörperstrumpf an den Stangen tanzen? Eine Jagd. Eine Verfolgung. Eine Gemeinschaft. Ein Angststaat. Welch eine Geschichte. Unglaublich. Nah. Beängstigend. Real-Utopie.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Jahr der Flut" von Margaret Atwood

    Das Jahr der Flut

    literat

    16. May 2011 um 11:35

    Ich finde die Autorin immer noch super-gut. Aber dieses Buch, finde ich, kann mit den Anderen nicht mithalten. Der Schluss war für mich recht enttäuschend. Die Geschichte an sich fand ich gut, einige Dinge waren sogar erschreckend real. Der Schluss allerdings mit diesen "gen-gespleißten" Menschen, die anscheinend die neue Gattung "Mensch" auf der Erde begründen werden - fand ich dann doch etwas sehr abgedreht. Das hat einfach nicht zu der ansonsten absolut realen Geschichte (zumindest könnte unsere Zukunft in 150 Jahren so aussehen) gepasst.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Jahr der Flut" von Margaret Atwood

    Das Jahr der Flut

    RudeLady

    04. April 2011 um 14:03

    Ich habe schon einige Dystopien gelesen, jedoch noch keine, die so realitätsnah ist wie diese. Denn die Entwicklung, die in dem Buch beschrieben wird, ist durchaus auch in unserer Zukunft denkbar. Auch heute schon gibt es Forschungen, die sich z.B. mit der Regenerationsfähigkeit von Extremitäten bei einigen Tierarten beschäftigt und wie dies auf den Menschen übertragen werden kann. Im Buch wird dies auf die Spitze getrieben. Dort gibt es transgene Tiere, in denen Organe für Menschen herangezüchtet werden oder auch so sinnlose Kreuzungen wie ein Löwamm (eine Kreuzung aus Löwe und Lamm). Das alles mag phantastisch wirken, ist aber alles andere als unrealistisch. Für mich als angehende Biologin war das interessant zu lesen, jedoch mehr noch sehr erschreckend. Daneben geht es im Buch vor allem um die Misswirtschaft in der Gesellschaft. Es gibt fast nur noch genetisch veränderte Lebensmittel; die Menschen werden von der Pharmaindustrie ohne deren Wissen als Versuchskaninchen missbraucht; eine Fast-food-Kette namens „Geheimburger“ verarbeitet das Fleisch von streunenden Tieren und Leichen, die sie auf der Straße findet. Das Leben der Menschen ist nicht mehr viel wert und verschiedene Banden regieren die Straße. Dem gegenüber steht das Leben der sogenannten „Gärtner“, einer religiösen Gemeinschaft, die auf dem „Felsen Eden“ leben, dem Dach eines Hochauses. Auf diesem züchten sie sich selbst ihr Gemüse heran, denn sie leben rein vegetarisch. Außerdem sind sie der Überzeugung, dass bald die „wasserlose Flut“ über sie hereinbricht, die alle Menschen auslöschen wird, die weniger rücksichtsvoll mit der Umwelt zusammenleben wie sie. Exemplarisch wird das Leben der Gärtner aus der Sicht von zwei Frauen beschrieben: Ren und Toby. Die beiden kamen auf unterschiedliche Weise zu den Gärtnern und glauben mehr oder weniger fest an die Grundsätze dieser. Die Geschichte spielt in der Zeit nach der wasserlosen Flut aus der Perspektive von Ren und Toby. Beide sind alleine, scheinbar sind alle anderen Menschen tot. Was genau passiert ist, erfährt man erst nach und nach, weshalb die Spannungskurve von Anfang an recht hoch ist. Die Geschichte besteht aus zahlreichen Rückblenden und erzählt, wie Ren und Toby zu den Gärtnern kamen und wie sich ihr Leben dort entwickelt hat. Außerdem werden noch Ansprachen von Adam1, dem Anführer der Gärtner, und Lieder in die Geschichte eingeflochten. Auch wenn ich den Aufbau der Geschichte sehr gelungen finde, hat er es mir zu Anfang nicht leicht gemacht, mich in die Geschichte einzufinden. Durch die vielen Eigennamen und dadurch, dass viel von der Geschichte erst im Nachhinein klar wird, jedoch von Anfang an vorausgesetzt wird, braucht man schon einiges an Konzentration, um nicht den Faden zu verlieren. Was jedoch keinen abschrecken sollte, das Buch zu lesen! Denn es ist mal eine Dystopie, die anders ist. In vielen anderen Büchern dieses Genres ist die Geschichte sehr weit hergeholt und wirkt damit nicht halb so erschreckend wie diese, denn sie ist zu weit von der heutigen Realität entfernt, als dass man sie für eine zukünftige halten könnte. Hier ist das jedoch anders. Dieses Buch sollte jeder mal gelesen haben, denn es stellt meiner Meinung auch eine Warnung dar, die ethischen und gesellschaftlichen Grundsätze auch in Zukunft als heilig anzusehen, denn diese Zukunft - so phantastisch sie auch ist - sollte nicht angestrebt werden.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Jahr der Flut" von Margaret Atwood

    Das Jahr der Flut

    michael_lehmann-pape

    16. November 2010 um 15:58

    Endzeit und Garten Eden Die nun über 70jährige Margaret Atwood schriebt mit klarer Sprache und hohem Beobachtungsvermögen ein Buch, dass in seiner Form und Sprache in beeindruckender Weise eine Zukunft vorwegnimmt und beschreibt, die gut und gerne eintreffen könnte, wenn die politischen Versuche zur Bewahrung dieser Welt weiterhin so kläglich und zögerlich, beständig von kurz denkenden, gegenwärtigen wirtschaftlichen Interessen dominiert wird. Auch wenn der Auslöser der Katastrophe (die im Buch 25 Jahre bereits zurückliegt) eher eine Krankheit denn eine ökologische Katastrophe ist, baut das gesamte Buch doch auf einer Sicht der ökologischen Misswirtschaft und des achtlosen Umgangs des Menschen mit den natürlichen Ressourcen auf. Dem entspricht als Gegenpol jene Welt des „Gartens Eden“ in dem Atwood einen großen Teil ihres Buches ansiedelt. Sie erzählt ihre Geschichte aus der Sicht der jungen Frauen Toby und Ren, beide Teil einer landwirtschaftlich-vegetarisch überzeugt lebenden Gruppe von Menschen, die die Katastrophe des Jahres Null der neuen Zeitrechnung überlebten und nun, auf den Dächern von Hochhäusern, Nutzgärten anlegen und weitestgehend selbstversorgt Leben. In einer Welt, die sich langsam wieder erholt hat, aber scheinbar wenig aus den ökologischen Zusammenbrüchen und der Seuche selbst gelernt hat. Aus einer Geschichte, die im Buch in Rückschauen jeweils erzählt wird und innerhalb derer klar wird, dass der bedenkenlose und profitorientierte Umgang mit der Natur letztlich erst zur Seuche und damit zur Ausrottung fast der gesamten Menschheit geführt hat. Wiederum aber ist auch die neue Welt des Jahres 25 in der Hand weniger Großkonzerne, die hemmungslos mit dem genetischen Erbe der Natur experimentieren und in einer rechtlosen Welt ohne regulierende Staatswesen von privaten Sicherheitsdiensten geschützt werden. So zerfällt die geschilderte Welt in drei Gruppen. Die Elite in ihren gesicherten Wohnbereichen mit starkem Drang zum Luxus, zum zweiten kleinere Gruppen wie die „Göttergärtner“, denen auch die beiden Protagonisten angehören und zum dritten der große Rest, der in zerfallen Städten, marodierenden Banden ausgesetzt, letztlich nur versucht, zu überleben. Atwood gestaltet ihre Geschichte in klarer Sprache. Mit viel Fantasie schildert sie das Leben der Überlebenden in den verschiedenen Lebenshaltungen, teils mit drastischen Beschreibungen allein schon der widerlichen Nahrung, die dem großen Rest nur mehr verbleibt. In den vielfachen Veröffentlichungen von Endzeit-Epen und Thrillern der letzten Monate setzt Atwood damit einen ganz eigenen Akzent konstruktiver Möglichkeiten. Die Gärtnerkolonie samt ihrem „Paradies“ hat schon jene Haltungen in sich, die Margaret Atwood sicherlich auch gerne bereits in der Gegenwart als menschliche Grundhaltung positiv kennzeichnen würde. Trotz mancher spannender Elemente ist das Buch kein Thriller, sondern eher eine romanhafte Fiktion einer möglichen Katastrophe und der verschiedenen Weisen des Umganges mit einer solchen. Interessant ist das Buch und die Geschichte auf jeden Fall in seinen genauen Betrachtungen und Schilderungen der menschlichen Natur, die auch nach einer Katastrophe nur schwer eine grundlegende Änderung erfahren würde. Flüssig und anregend geschrieben mit einer originären Grundidee und einer vielfach bildhaft dargestellten post-apokalyptischen Welt ein durchaus empfehlenswertes Buch mit leichten Hängern und manchem Leerlauf.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Jahr der Flut" von Margaret Atwood

    Das Jahr der Flut

    sabisteb

    13. August 2010 um 11:31

    Eine Stadt an der Ostküste der USA in nicht allzu ferner Zukunft. Die Klimaerwärmung hat so große Ausmaße angenommen, dass es kaum noch zu unterscheidende Jahreszeitegen gibt, es ist immer heiß und ohne UV Schutz und UV Mäntel kann man sich kaum noch hinauswagen. Ein Großteil der uns bekannten Arten ist ausgerottet und durch genetische neue Spezies, sogenannte Spleiße ersetzt worden, wie den Pfaureiher, das Löwamm (eine Mischung aus Löwe und Lamm), grüne Kaninchen, Schweine mit menschlichen Hirnzellen oder Lumirosen (Rosen, die im dunkeln leuchten). Der Staat hat sich aus seiner Verantwortung zurückgezogen und diverse Konzerne haben das Territorium unter sich aufgeteilt. Private Sicherheitsunternehmen haben die militärische Macht im Auftrag der Konzerne übernommen. Verbrecher werden nicht mehr hingerichtet, sondern zur Unterhaltung der Massen in einem Spiel namens "Painball" in zwei Gruppen gegeneinander gehetzt. Die Konzerne handeln wie Staaten, sie entführen Wissenschaftler der Konkurrenten um deren Wissen zu erpressen oder Lösegeld zu verlangen, und die Gesellschaft gliedert sich in Konzernmitglieder oder Plebs, Menschen ohne Konzernausweis, die durch alle Raster gefallen sind. Zu diesen Plebs zählen auch die Gottesgärtner. Eine Ökosekte, die ein puritanisches Antikonsumhaltung verfolgt, nur wiederverwertetes Material verwendet und nur selbstangebautes Obst und Gemüse isst, das sie in einem Garten auf einem Hochhaus, namens Felsen Eden anbauen. Die Gottesgärtner predigen die "Wasserlose Flut", die die Menschheit auslöschen wird, und bereiten sich mit verborgenen Ararats (Nahrungsverstecken) auf diese Katastrophe vor. Sie wollen keine unnötigen Spuren auf der Erde hinterlassen, sie verweigern sogar schriftliche Aufzeichnungen und sie erheben Menschen, die ihr Leben für die Erhaltung der Natur gaben zu ihren Heiligen, so wie St. Jane Jacobs, St. James Lovelock, St. Dian Fossey. Zu diesen Gottesgärtnern gehören auch Ren und Toby, Überlebende der "wasserlosen Flut". Diese Buch erzählt ihre Geschichte. Margaret Atwood erzählt diese Geschichte aus zwei Blickwinkeln, zum einem aus Tobys Sicht. Toby verschlug es zu den Gottesgärtnern, nachdem sie als Angestellte bei "GeheimBurger" von ihrem Chef in jeder Mittagspause vergewaltigt wurde, die Gottesgärtner retten sie und geben ihr die Chance auf ein neues Leben. Zum anderen aus der Sicht Rens, die bei den Gottesgärtnern aufwuchs, bis ihre Mutter sie wieder in den Schoß des Konzerns mitnahm. Mit diesem Buch kehrt Margaret Atwood zum zweiten Mal in diese Welt zurück, die sie schon in Oryx und Crake beschrieb. Sie erzählt diese Geschichte nicht nur aus verschiedenen Blickwinkeln, sondern auch aus verschiedenen Zeitperspektiven. Zum einen gibt es den Zeitstrang nach der wasserlosen Flut im Jahr 25 nach der Zeitrechnung der Gottesgärtner, zum anderen wie es zu dieser wasserlosen Flut kam, bis diese beiden Zeitstränge miteinander verschmelzen. Jedes Kapitel wird von einer Predigt von Adam Eins, dem gestigen Führer der Gottesgärtner eingeleitet, in welchem man mehr über diese Religion erfährt, die eine Mischung aus Christentum und moderner Wissenschaft ist. Diese Predigt wird immer mit einem passenden Lied aus dem Gesangbuch der Gottesgärtner beschlossen, die man vertont auf der Webseite des Buches (yearoftheflood.com) anhören kann. Dieses Buch ist kein einfaches Endzeitepos und wird auch nicht unbedingt den normalen Leser von SF Geschichten ansprechen, denn dieses Buch ist auch ein literarisches Kleinod. Es ist voller bildreicher Wortneuschöpfungen und lebendiger, expressiver Sprache. Nicht umsonst wird die bereits siebzigjährige Margaret Atwood immer wieder als Kandidatin für den Literaturnobelpreis gehandelt. Natürlich sind die meisten der Aspekte dieser Geschichte nicht neu. Konzerne, die die Macht ergreifen, das Territorium unter sich aufteilen und wie Kleinstaaten agieren kennt man aus Shadowrun Regelbuch. Verbrecher, die zur Belustigung der Massen gegeneinander antreten kennt man aus Running Man und Geschichten, in welchen Seuchen die Menschheit ausrotten gibt es zu viele, um sie hier aufzuzählen, die bekannteste Version dürfte wohl The Stand - Das letzte Gefecht sein. Das Besondere an diesem Buch ist die Erzählweise der Autorin. Fesselnde Science Fiction, sozialkritisch und doch literarisch anspruchsvoll, eine seltene Mischung.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Jahr der Flut" von Margaret Atwood

    Das Jahr der Flut

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. July 2010 um 17:12

    Margaret Atwood wirft den Leser in eine andere Welt wie ihre Hauptpersonen die Schnecken vom Hochhausdach. Man kennt weder den Ort noch den Zeitpunkt der Handlung, etwas ist passiert, aber was ist unklar, um was der Roman sich eigentlich dreht wird auch durch den Klappentext nicht wirklich deutlich. Deutlich wird: Protagonistin Tony befindet sich gar nicht in einer anderen Welt, sondern in der unseren, irgendwann in einer grausamen Zukunft, die unbegreiflich ist und gleichzeitig die Frage aufwirft: Kann uns das auch passieren? Nach und nach konstruiert sich aus Tonys, teilweise Rens, Erinnerungen die ganze Geschichte bis hin zum jetzigen Zeitpunkt. Eine riesige Sicherheitsfirma hat das ganze korrupte Wirtschaftssystem an sich gerissen, Konzerne schleusen Krankheiten mit Vitaminpillen ins Volk (weil wirtschaftlich rentabel), im Burger der billigen Fast-Food-Kettefindet man nebst Katzenhaaren im schlimmsten Fall auch Menschenzähne. Kein Wunder also, dass sich verschiedene Widerstandsgruppen bilden, zu denen auch die pazifistischen und daher geduldeten Gottesgärtner gehören, die auf den Dächern der Großstadt Gemüse anbauen und Fleisch verweigern. Weil sie auf der Flucht ist, schließt sich Tony ihnen an und lebt fortan ein Leben, an das sie nicht glaubt, das sie aber letztendlich retten soll.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Jahr der Flut" von Margaret Atwood

    Das Jahr der Flut

    nickido

    07. May 2009 um 15:00

    hoch auf den Dächern der Stadt, dem Himmel am nächsten, liegt das Paradies. Seine bewohner ernähren sich von Gemüse, Früchten und Honig und kultivieren ihren Garten Eden, den sie dam Waste Land einer Stadt jenseits der drohenden klimakatastrophe abgetrotzt haben. Die junge, kämpferische Toby findet Zuflucht in dieser Gemeinschaft der " Gärtner Gottes ", nachdem sie durch die Maschen der Gesellschaft gefallen ist, die von einer rigiden, militärisch organiesierten Wirtschaftsorganisation regiert wird. Hier trifft sie auf Ren, die spätere Trapeztänzerin, auf die anarchische Amanda und Jimmy, der zu ihnen allen in einer ganz speziellen beziehung steht. Großenteils aus Tobys Perspektive erzählt Margret Atwood von einer Welt, in der die globaliesierte Wirtschaft die Exekutive übernommen hat, in der die Forschung lediglich ökonomischer Kontrolle unterworfen ist. Dieser Erzählerin folge ich mit Vergnügen.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks