Margaret Atwood Der Report der Magd

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Inhaltsangabe zu „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood

Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben ... Margaret Atwoods »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation und von Volker Schlöndorff unter dem Titel »Die Geschichte der Dienerin« verfilmt.

Die historische Anmerkung am Schluss macht das Buch erst besonders!

— Bibliomania
Bibliomania

auch heute noch aktuell. Spannend, aufwühlend und wichtig.

— Even
Even

Ein dystopischer Roman von Margaret Atwood mit einer Hauptprotagonistin - die aus der Masse an Charakteren&Werken deutlich hervorsticht.

— Nespavanje
Nespavanje

großartig - es scheint alles so realistisch!

— Moonwishes
Moonwishes

Das beste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe!

— wortkulisse
wortkulisse

Unglaublich packendes + spannendes Buch mit einer erschreckenden + grausamen Zukunfts-Vision!Start etwas schwierig,aber dann Hammer!

— LadyOfTheBooks
LadyOfTheBooks

Eine erschreckende Gesellschaftsform, einzigartig geschrieben!

— libreevet
libreevet

Eine erschreckende Dystopie, die sich wie ein realistischer Gegenwartsroman liest, mal leidend,mal hoffnungsvoll u. immer höchst intelligent

— Poesiesoso
Poesiesoso

Erschreckend, beklemmend, feminitisch – Margaret Atwood zeichnet eine Gesellschaft die tatsächlich sein könnte.

— TanjaMaFi
TanjaMaFi

Eine Wucht von Roman. Ich bin absolut beeindruckt und restlos begeistert!

— PaulaAbigail
PaulaAbigail

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    Der Report der Magd
    Bibliomania

    Bibliomania

    04. September 2017 um 23:21

    Margaret Atwood hat mit "Der Report der Magd" ein Buch geschrieben, mit dem sie sich in die Dystopien von Huxley und Orwell einreiht.Desfred ist die Erzählerin. Sie schildert ihr Leben, seit sie nicht mehr die zweite Frau eines Mannes ist, kein Kind mehr hat und einem Kommandanten und seiner Frau als eine Art Kelch dienen muss. Sie hat zwar kaum andere Pflichten, vielleicht Essen mit entsprechenden Marken besorgen, zu Zeremonien auftauchen, in denen Menschen "errettet" werden oder einer Geburt beiwohnen, doch sie hat auch nichts, dass ihr aus dieser Lage hilft. Nur ein kleiner Lichtschimmer am Ende des Tunnels lässt sie durchhalten: es gibt eine Art Widerstand. Eine Ansammlung von Personen, die versuchen Mägde und andere tatsächlich aus dieser Lage zu befreien. Der Kommandant will eines Tages sehr viel mehr von Desfred und bringt sie in große Gefahr. Gut, dass Desfred eine Kumpanin hat, die dem Widerstand angehört.Es fällt mir ziemlich schwer überhaupt etwas über dieses Buch zu sagen. Es ist ein Bericht über eine furchtbare Zeit. Eine Zeit, die Frauen diskriminiert, einigen Macht gibt und über das Leben aller bestimmt. Der Bericht ist sachlich, nahezu emotionslos. Ich sehe eine starke Frau in der Erzählerin. Sie gefällt mir und obwohl sie bei Weitem nicht vorlaut ist, wie ihre Freundin, mogelt sie sich irgendwie durch, gibt nicht auf, verliert auch die Hoffnung nicht.Erst durch die historische Anmerkung am Schluss machte sich das wahre Grauen dieser Geschichte für mich bemerkbar. Wenn dieser Bericht tatsächlich auf wahren Begebenheiten beruht, ist er weitaus mehr als skandalös.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    • 2270
  • Der Report der Magd - Margaret Atwood

    Der Report der Magd
    wortkulisse

    wortkulisse

    22. July 2017 um 14:51

    Margaret Atwood entwirft in ihrer Dystopie ein düsteres Bild der Zukunft, in der vor allem Frauen kaum mehr Rechte haben. Sie ist ein großartiger Roman, aus dem wir viel lernen können.Nach nuklearen Katastrophen ist ein Großteil der Menschen unfruchtbar geworden. Christliche Fanatiker sehen die Zukunft Amerikas in Gefahr und stürzen mittels Staatsstreich den Kongress. Sie setzen die Verfassung außer Kraft und etablieren die Republik Gilead, eine patriarchale Militärdiktatur mit theokratischen Tendenzen, deren Ideologie auf aus dem Zusammenhang gerissenen Bibelversen beruht. Die Gesellschaft ist von nun an strikt nach Geschlecht, Klasse und der zugeschriebenen Aufgabe unterteilt. Während es für die Männer jedoch möglich ist, Klasse und Aufgabe zu wechseln, bleiben Frauen Ehefrauen, Ökonofrauen, Mägde oder Unfrauen. Desfred ist durch ihre rote Kleidung, die sich so stark von dem zarten hellblau der Ehefrauen abhebt, für alle als Magd und damit als fruchtbar zu erkennen. Ihre einzige Aufgabe ist es, dem Kommandanten Fred („Des Fred“; im englischen Original „Offred“) und seiner Ehefrau ein gesundes Kind zu gebären.SELIG WERDEN DURCH KINDERZEUGEN, DENKE ICH. WAS HABEN WIR IN DER ZEIT DAVOR GEGLAUBT, WAS UNS SEELIG MACHEN WÜRDE? – S. 297Die Zukunft die Margaret Atwood entwirft ist düster: Frauen haben kaum Rechte, dürfen kein Eigentum besitzen, kein Geld, sie dürfen keiner Arbeit nachgehen, die ihnen nicht zugeschrieben wurde, haben keine Kontrolle über ihr Leben oder ihren Körper. Ihre einzige Aufgabe ist es, Kinder zu bekommen und damit das Fortbestehen der Menschheit zu sichern. Unfruchtbare Frauen und Frauen, die zu alt geworden sind, um Kinder zu bekommen, werden zu Unfrauen erklärt und in Kolonien geschickt, wenn sie ihr gesellschaftlicher Stand als Ehefrau eines einflussreichen Mannes nicht schützt. Babys, die aufgrund der Strahlenbelastung körperliche oder geistige Unzulänglichkeiten aufweisen, werden zu Unbabys erklärt und verschwinden. Gegner der verqueren Ideologie, Ärzte aus der Zeit davor, die Abtreibungen durchführten, Geistliche, Verräter werden öffentlich gehängt und anschließend zur Schau gestellt. Es ist eine Zukunft der vollkommenen Unterdrückung und Frauenverachtung. Dabei wird die Regierung durch Spione, so genannte Augen, unterstützt. Das hat mich sehr an die Stasi in der DDR erinnert. Du kannst niemandem vertrauen, weil du nicht weißt, ob er dich vielleicht verrät.ES GIBT MEHR ALS NUR EINE FORM VON FREIHEIT, SAGTE TANTE LYDIA, FREIHEIT ZU UND FREIHEIT VON. IN DEN TAGEN DER ANARCHIE WAS ES DIE FREIHEIT ZU. JETZT BEKOMMT IHR DIE FREIHEIT VON. UNTERSCHÄTZT SIE NICHT. – S. 39Während des Lesens bin ich geschockt über die Seiten geflogen und habe mich immer wieder gefragt: Warum? Wie konnte sich ein solcher Staat, der sich die Frauenverachtung und die Unterwerfung der Menschen zur obersten Maxime gemacht hat, etablieren? Wie war es möglich, dass unzähligen Frauen Arbeit, Familie und das Recht auf Selbstbestimmung genommen wurde? Die Ich-Erzählerin Desfred gibt in dem Roman Antworten, in dem sie sich zurück erinnert, an die Zeit davor. An ihren Mann Luke und ihr Kind, an ihre Katze und an ihren gescheiterten Versuch, gemeinsam nach Kanada zu fliehen. Die Gedanken Desfreds sind eindringlich, zeugen von Sehnsucht und Hoffnung, aber auch von Resignation. Die Perspektive der Leser bleibt auf die Erlebnisse Desfreds beschränkt. Wir erleben entscheidende Situationen ihrer Vergangenheit, den Weg zum Einkaufen, die Geburt eines Kindes in einem anderen Haus, die Exekution von Straftäterinnen und der Akt der Kindszeugung, der keinesfalls erotisch, sondern pragmatisch in Anwesenheit der Ehefrau vollzogen wird.„JA, WIR SIND SEHR GLÜCKLICH“, MURMELE ICH. DENN IRGENDETWAS MUSS ICH SAGEN. UND WAS KANN ICH ANDERES SAGEN? – S. 46In Margaret Atwoods Roman geht es um Macht und Machtverhältnisse. Um die Macht von Männern über Frauen. Die kanadische Autorin zeigt in dem Roman, der bereits 1985 erschien, dass alle Fortschritte auf dem Weg zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau bedroht sind und rückgängig gemacht werden können. Sie erinnert daran, dass unzählige Frauen auf der Welt in patriarchalen Staaten leben und nicht die Entscheidungshoheit über ihren eigenen Körper und ihr eigenes Leben haben. Und sie zeigt, was heute wieder erschreckend aktuell ist, dass ein Polizeistaat zwar Sicherheit, aber auch die absolute Einschränkung der individuellen Freiheit bedeutet.Margaret Atwood zeichnet in ihrem dystopischen Roman „Der Report der Magd“ ein erschreckendes Bild der Zukunft, in der Frauen unterdrückt und auf ihre biologische Fähigkeit bzw. Unfähigkeit reduziert werden. Desfred, die Magd des Kommandanten Fred, fügt sich anfänglich in ihre Rolle, bricht aber zusehends geistig und schließlich auch durch ihre Taten aus dem engen Korsett der Benimmregeln heraus. Der Roman ist ein Appell, sich nicht auf den eigenen Rechten und Freiheiten auszuruhen, denn sie können einem schneller genommen werden, als man vielleicht denkt.Weitere Rezensionen von mir findest du auf Wortkulisse.net

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  • Leserunde zu "Du erinnerst mich an morgen" von Katie Marsh

    Du erinnerst mich an morgen
    Knorke

    Knorke

    Diese Leserunde ist für die Mitglieder der Challenge "Zukunft vs. Vergangenheit".                        Monatsgenre "Romane und                                                Gegenwartsliteratur" Auch diesen Monat wollen wir wieder den Austausch wagen. Was für Romane stehen in eurem Regal? Was sollte jeder mal gelesen haben? Wer braucht eine Entscheidungshilfe, was als nächstes gelesen werden soll?

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    • 31
  • Erschreckende Fiktion die, in einigen Gegenden der Welt fast Realität ist

    Der Report der Magd
    awogfli

    awogfli

    31. May 2017 um 06:51

    Diese dystopische Welt der Margret Atwood ist teilweise sehr schwere Kost. Der im Roman dargestellte totalitäre theokratische Überwachungsstaat Gilead im Norden Amerikas hat alle Frauen komplett entrechtet und mit ihnen auch einige Männer. Die gesamte Gruppe der Frauen ist in mehrere Schichten segregiert, die gemäß der gesellschaftlichen Regeln ordentlich gegeneinander ausgespielt werden: Eine doch relativ privilegierte Schicht der alternden Ehefrauen der wichtigen Kommandanten, die sich mit Luxusgütern vom Schwarzmarkt ablenken, die Jungen weiblichen Arbeitssklaven, die Hausarbeiten erledigen und die Dienerinnen, quasi die Fickfetzen, deren einziger Zweck es ist, den alternden wichtigen Kommandanten Kinder zu schenken. Weiters noch die Frauen der armen Bevölkerungsschicht, die entrechtet alle drei Aufgaben (Küche, Bett, eheliche Repräsentation) erledigen müssen und außerhalb der Gesellschaft gibt es noch sterilisierte Prostituierte im Untergrund und ältere Frauen werden als Zwangsarbeiterin zur Beiseitigung von radioaktivem Giftmüll beziehungsweise in der Landwirtschaft eingesetzt. Eingebettet ist dies alles in ein irres theologisches Konstrukt, einem Staat der zur Bespitzelung aufruft und somit die Bevölkerung zum Exzess treibt und ganz krude moralische Lebens- bzw. Bekleidungsvorschriften entwickelt hat. Zum Beispiel ist alles, das nicht direkt die Empfängnis fördert,  für die Sex-Dienerinnen verboten, das fängt sogar bei der Körperhygiene an. Die jungen empfängnisbereiten Frauen werden sommers wie winters in rote Kutten und weiße Flügelhüte gesteckt, damit sie immobil sind und auch von der Umgebung nichts sehen können. Auf der Straße dürfen sie sich nur kurz und nicht alleine bewegen, im Prinzip sind sie auf ihre biologische Funktion des Gebärens reduziert und völlig entmenschlicht. Dies wird auch noch durch Religion grausam unterstützt und institutionalisiert. Alleine die Szene im Schlafzimmer zu dritt im Bett mit der Ehefrau und dem Kommanden ist widerlich, gruselig und grausam mit dem theologischen Begleitbrimborium regelrecht grotesk.Nach und nach enthüllt uns auch die Autorin glaubwürdig, wie es zu einer derartigen dystopischen Zukunft kommen konnte. Ein Putsch von Religionsfanatikern setzte zuerst alle Gesetze außer Kraft. Da alle Barvermögen nur noch virtuell vorhanden waren, konnten die Frauen sehr schnell ihrer ökonomischen Selbständigkeit beraubt werden. Ihre Vermögen wurden zuerst auf die Ehemänner übertragen, die sich vorerst gerne korrumpieren ließen und sich zunächst in der Rolle des allmächtigen Totalversorgers nur allzusehr gefielen. Nach und nach wurden dann die einzelnen weiblichen Bevölkerungsschichten Zug um Zug entrechtet. Zuerst nur die jungen ledigen Frauen dann jene, die bereits ihre zweite Ehe eingegangen waren und erst nach und nach die anderen Gruppen. Getreu dem Motto: "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte." wurde die weibliche Bevölkerung ausgetrickst. Vereinzelt auftretende Demonstationen wurden mit einer Spezialpolizei beinhart niedergemetzelt, und so kristallisiert sich in Rückblenden der Weg zur dystopischen Welt heraus.    Wer in diesem Roman die Parallelen zu George Orwell findet, mag bezüglich Überwachungsstaat Recht haben, ich kann aber dieses Werk als Hauptquelle der Inspiration so gar nicht ganz nachvollziehen, zu sehr unterscheidet sich die Fiktion von Orwell von Atwoods Gedankenwelt. Viel mehr glaube ich, hat sich die Autorin wahrscheinlich von realen Ereignissen und den radikalen Umbrüchen im theokratischen Staat Iran in der 70er Jahren inspirieren lassen. Wer diese Welt nämlich nur als Dystopie sieht, verschließt leider die Augen davor, dass 90% der geschilderten Welt 1979 im Iran und eigentlich schon immer schleichend in Saudi Arabien aber auch bei den Taliban passieren:Zum Beispiel: Die weibliche saudische Oberschicht, völlig eingespert, als einzige Daseinsberechtigung zum Lebenszweck der Reproduktion geduldet, zwangsverheiratet, in Unbildung und Untätigkeit gehalten und ihre völlige emotionale Leere Luxusartikel shoppend und ihr filipinisches und anderes ausländisch-muslimisches komplett entrechtets Hauspersonal quälend, ertragend. Die Männer, die bei jeglicher Vergewaltigung das Opfer bestrafen dürfen und ohne irgendwelche Grenzen auch Gewalt über Leben und Tod in ihrer Familie und in ihrem Haushalt ausüben können.. Lediglich die Farbe des Ganzkörperkondoms variiert. In Saudi Arabien ist es schwarz, bei den Taliban blau und in der Dystopie der Margret Atwood rot. Übrigens sehe nicht nur ich dies so, sondern auch die New York Times verglich grad letzte Woche ganz aktuell Saudi Arabien mit der Atwood Dystopie. https://www.nytimes.com/2017/05/24/opinion/why-saudi-women-are-literally-living-the-handmaids-tale.html?_r=0Da gruselt es mich ob der prophetischen Wirkung dieses Werkes und eigentlich der genauen Bechreibung der Realität, wenn man sich denn wirklich auf den Vergleich einlassen will und nicht immer verdrängt, dass diese Welt weit weit weg ist bzw. utopisch sein möge.Fazit: Harte Kost, teilweise schwer zu ertragen, aber sehr lesenswert.

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    • 9
  • Beeindruckende Lektüre

    Der Report der Magd
    PaulaAbigail

    PaulaAbigail

    30. May 2017 um 09:06

    Die letzten Wochen ist mir dieses Buch auf den sozialen Kanälen öfters begegnet als ein anderes und die vielen positiven Rückmeldungen haben auch mich neugierig gemacht. Also habe ich mir das Buch dann gekauft und die erste Hälfte regelrecht inhaliert. Danach kam das Wochenende und ich wollte mir eine kleine Auszeit nehmen, denn das Buch ist fordernd, selbst für Vielleser.Der Report der Magd wurde bereits wenige Jahre nach Erscheinen von Volker Schlöndorff unter dem Titel Die Geschichte der Dienerin verfilmt und wird seit Frühjahr 2017 als Serie unter dem Titel The Handmaid's Tale ausgestrahlt.Der Präsident wurde gestürzt und in der neuen Republik Gilead funktionieren nun christliche Fundamentalisten als Regierung. Erzählt wird die Geschichte von Desfred, deren echten Namen man leider nie erfährt, denn Namen sind nicht mehr wichtig und der Körper dient nur noch als Gefäss. Frauen sind zum Gebären da, um den Haushalt zu führen und ihrem Kommandanten zu dienen. Durch Sterilisierung und Umweltkatastrophen sind viele Männer unfruchtbar geworden und das Geschenk menschlichen Lebens deshalb umso wertvoller - doch zu welchem Preis? Mägde, die kein Kind gebären können, werden in die Kolonie geschickt, um dort - zur Bestrafung - Atommüll zu entsorgen. Der Mann indess schnappt sich die nächste Magd.Die Bewohner werden ganz genau beobachtet von einer Regierungsorganisation, die den passenden Namen DAS AUGE trägt; wer nicht folgt, der wird bestraft.Lesen oder Bildung im Allgemeinen ist untersagt, insbesondere für die weibliche Vetretung der Gesellschaft; als schönes Beispiel dient hier das Büro des Kommandanten, das als verbotener Raum gilt, da sich die Bücher hier in den Wänden reihen.Desfred ist keinesfalls ein wunderlicher Name, denn die Namen der Mägde sind nicht ihre eigenen, sondern zeigen auf, wem sie dienen. DesFred, DesGlenn, DesGeorge. Ihr versteht.Auf den Inhalt will und kann ich nicht mehr eingehen, denn was Atwood auf 400 Seiten alles unterbringt, ist eine Wucht.Als Frau war es nicht immer einfach zu lesen, man fühlt sich durch die Sicht der weiblichen Erzählerin zumindest angesprochen, wenn nicht sogar betroffen. Immer wieder musste ich mich selbst daran erinnern, dass Atwood dieses Buch bereits Mitte der 80er veröffentlicht hatte und es in der Zukunft spielt, eine Dystopie also - und dass diese Zukunft heute sein könnte. Angesichts der momentanen Lage - und ich rede hier auch von der westlichen Gesellschaft - ein gar nicht allzu fernes Szenario. Natürlich alles überspitzt und gar dramatisch - aber leider nicht unrealistisch. Nicht umsonst wird Atwood in einem Satz mit Aldous Huxley und George Orwell genannt. Atwood selbst sagt über dieses Buch, es sei speculativ fiction, sie schreibe über nichts, was es nicht schon gibt - tendenziell.Was mich an diesem Buch besonders getroffen hat, war die Atmosphäre; man glaubt wirklich mit der Magd in ihrer Kammer zu hocken, während sie einem im Flüsterton von damals erzählt und in Erinnerungen schwelgt, und ihre jetzige Situation schildert. Auch das Thema Sehnsucht ist ein wichtiger Faktor im Report der Magd. Sehnsüchte, wie jeder Mensch sie hat: nach Nähe, Aufmerksamkeit, Wertschätzung, nicht zuletzt, die Sehnsucht nach Liebe.Der Klappentext des Verlages ist meiner Meinung nach völlig unpassend und lenkt von der Tiefe und Ernsthaftigkeit dieses Buches ab - hätte ich nicht so viel über dieses Buch gelesen, hätte ich es mir aufgrund des Klappentextes nicht mal näher angeschaut.Ich kann nur sagen: Bitte lest das! Es scheint mir ein ganz wichtiges Buch zu sein in der heutigen Zeit.Ein Buch, das definitiv fünf Sterne ★★★★★ verdient

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  • Eine außergewöhnlich aktuelle Dystopie

    Der Report der Magd
    TanjaMaFi

    TanjaMaFi

    28. May 2017 um 11:20

    "Der Report der Magd" stand schon länger auf meiner Leseliste, aber irgendwie habe ich es doch nie so wirklich geschafft, dass Buch zu lesen. Jetzt, da ich es aber endlich doch gelesen habe, weiß ich nicht, warum es so lange gedauert hat. Dieses Buch muss man gelesen haben!Margaret Atwood skizziert eine Gesellschaft, die scheinbar schleichend und heimlich aus den heutigen USA entsteht. Aufgrund verschiedener, vor allem nuklearer, Katastrophen, sind nur noch sehr wenige Frauen in der Lage, Kinder zu bekommen. Aus dieser Prämisse entwickelt sich ein totalitärer Staat, in dem Frauen keinerlei Rechte haben und allem, was das Leben für uns bedeutet, entbehren müssen. Trotzdem hat die Protagonistin noch nicht aufgegeben ...Das Erschreckendste an dieser Zukunftsversion ist, dass sie so nah an der früheren Gesellschaft liegt, dass sich die Protagonistin Desfred, noch an das "Früher" erinnern kann. In den meisten Dystopien, die derzeit erscheinen, ist genau das gar nicht mehr relevant und die gezeichneten Systeme und Figuren, nur mit unserer heutigen Situation zu vergleichen. In "Der Report der Magd" erhalten wir quasi eine Doppelansicht: Wir können unser System mit dem von Gilead vergleichen und bekommen außerdem das frühere Leben von Desfred aufgezeigt. Wir müssen uns unweigerlich fragen, ob so ein Wandel auch bei uns möglich wäre und ob wir irgendetwas dagegen tun könnten. Würde die Ohnmacht, die "Der Report der Magd" vorschlägt, auch bei uns stattfinden oder würden wir tatsächlich etwas ändern können. Nach der Lektüre scheint die Antwort nicht mehr ganz so einfach ...Dazu kommt die unvorstellbare Position der Frauen (und im nächsten Atemzug auch die der Männer) in der Gesellschaft Gileads. Nicht nur, dass sie keine Rechte haben, nicht besitzen dürfen und nicht hingehen können, wo sie möchten, sie haben nicht einmal mehr die Gewalt über ihren eigenen Körper. Sie sind Besitz, werden verteilt und haben im Fall der Magd, keinen eigenen Namen (Desfred ist Eigentum von Fred). Egal ob Desfred zum Kinderzeugen herumgereicht wird, Serena Joy ständig vorgehalten wird, dass sie unzureichend ist oder sich Coras Leben nur darum zu drehen scheint, wann ein Kind ins Haus einzieht, sie alle werden auf eines reduziert: eine gesellschaftliche Funktion, und nur diese, zu erfüllen, die das System stabilisiert. Ein System, dass anscheinend von Männern entwickelt worden ist und letztendlich auch dazu führt, dass deren Leben eingeschränkt wird. Die unfassbare Entwürdigung erstreckt sich über die ganze Gesellschaft. So kann der Kommandant, bei dem Desfred lebt, nicht einmal mit (s)einer Frau Scrabble spielen.Dieses Buch sollte tatsächlich jeder lesen, denn es ist heute möglicherweise aktueller als jemals zu vor!

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  • Leserunde zu "Der Report der Magd" von Margaret Atwood

    Der Report der Magd
    Piper_Verlag

    Piper_Verlag

    Piper liest Atwood – lest mit! #LiesAtwood Margaret Atwoods »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation. Die Dystopie erfährt in Zeiten von Trump und der Diskussion um Fake News neue Aktualität. Atwoods Roman wird momentan online und offline so viel diskutiert wie kaum ein anderes Buch. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Buch durch den US-Serienstart von The Handmaid’s Tale, der Verfilmung des dystopischen Romans, mit Elisabeth Moss und Alexis Bledel in den Hauptrollen.Gründe genug, um den Klassiker selbst einmal oder noch einmal zur Hand zu nehmen, dachte sich das Piper-Team. Daher nehmen wir unsere Neuauflage von »Report der Magd« zum Anlass um uns gemeinsam mit euch hier in der Leserunde über das Buch auszutauschen.Mehr zum Buch:Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben ... Mit »Der Report der Magd« hat sich Margaret Atwood in die Nachfolge von Aldous Huxley und George Orwell hineingeschrieben. – Der SpiegelMehr zur Autorin:Margaret Atwood, geboren 1939 in Ottawa, gehört zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit. Ihr »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation. Bis heute stellt sie immer wieder ihr waches politisches Gespür unter Beweis, ihre Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Man Booker Prize, dem Nelly-Sachs-Preis und dem Pen-Pinter-Preis. Margaret Atwood lebt in Toronto.>>> Hier geht es zur LeseprobeHabt Ihr Lust bekommen Margaret Atwood für Euch neu oder wieder zu entdecken? Dann macht mit bei unserer Leserunde zu »Der Report der Magd«! Wir lesen in der Zeit vom 15.05.2017 bis 29.05.2017 und laden Euch herzlich zum Mitlesen, Diskutieren und Austauschen hier in der Leserunde und unter dem Hashtag #LiesAtwood ein!

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    • 124
  • Tiefgründig, vielschichtig, schwierig und nicht zuletzt spannend

    Der Report der Magd
    Federfee

    Federfee

    21. May 2017 um 13:40

    Atwoods Roman geht unter die Haut: die Unterdrückung von Frauen in einem totalitären Staat, die Entmenschlichung, die die gesamte Gesellschaft erfasst, Gewalt, Verluste - und das alles in einer wunderschönen bildhaften und detailreichen Sprache, voller kluger Gedanken, voller versteckter Hinweise, voller Anregungen, nachzudenken. Kurz und gut: ein schöner, aber schwieriger Roman, den man mit 'einmal lesen' kaum erfassen kann.Wir erfahren die Geschichte aus der Sicht von Desfred, die ihren richtigen Namen nicht benutzen darf. Sie ist 'Magd' in einem totalitären Staat, der 'Republik' Gilead, einer theokratischen Diktatur auf dem Gebiet der früheren USA. Sie beschreibt das entmenschlichte Leben, die Unterdrückung und Überwachung und in Versatzstücken dazwischen immer wieder das Leben 'vorher', Erinnerungen an ihren Mann und die kleine Tochter und die missglückte Flucht."Ich versuche, nicht zu viel zu denken. Wie manches andere neuerdings muss auch das Denken rationiert werden. Es gibt vieles, was kein Nachdenken verträgt." (16)Desfred darf quasi NICHTS: nicht schreiben oder lesen, nicht mit anderen sprechen, sich nicht pflegen oder schmücken. Alle 'Mägde' müssen Rot tragen, rote Umhänge und weiße 'Scheuklappen', damit sie nicht zu viel sehen und damit ihr Gesicht nicht gesehen wird. Desfred ist keine Person mehr, sondern ein Ding, eine Gebärmutter auf zwei Beinen. Sie soll Kinder empfangen und gebären. Einmal im Monat muss sie sich dem Geschlechtsakt mit dem Kommandanten unterwerfen. Das geschieht in einer so abstoßenden, entwürdigenden, aber ritualisierten Situation, dass man sich nur schütteln kann. Der Kommandant, dem sie zugeteilt ist und dessen Namen sie auch trägt – Des-Fred – muss im Beisein seiner unfruchtbaren Ehefrau ein Kind zeugen. In dieser Gesellschaft sind viele steril; die Gründe bleiben vorerst im Dunkeln, eine Umweltkatastrophe vielleicht.Wird Desfred ein Kind bekommen? Wird sie etwas über den Verbleib des eigenen Kindes und von Luke, ihrem Mann, erfahren? Wird sie Kontakt zur Widerstandsbewegung bekommen, die sie im Untergrund vermutet? Will sie gar versuchen, zu fliehen? Wie ist überhaupt diese Gesellschaftsform entstanden, dieser totalitäre Staat? Welches sind die ersten Anzeichen, welches die Mechanismen?Mit all diesen Fragen beschäftigt sich das Buch und gibt doch auf vieles keine abschließende Antwort, denn es gibt keine. Jeder muss selber lesen und sich seine Gedanken machen. Und obwohl dieses Buch voller Beschreibungen von Dingen und voller kluger Gedanken ist, liegt auch eine erzählerische Spannung über der ganzen Geschichte.Vielse erinnert in bestürzender Weise an gewisse Vorkommnisse heutzutage. Und da Atwood keine Hellseherin ist – Erstveröffentlichung 1985 - kann das nur bedeuten: die Mechanismen, mit denen sich eine Diktatur etabliert, sind immer die gleichen.***Zur Vorbereitung auf diesen Roman sammelte Margret Atwood Zeitungsnachrichten und Zeitschriftenbeiträge, z.B. über fundamentalistische Sekten oder den Einfluss von TV-Predigern und sie reiste in den Iran und nach Afghanistan.In einem Interview sagt sie: "Mein Buch handelt von Macht und davon, wie sie funktioniert. Die fundamentalistische Rechte ist das Banner unter dem am ehesten sich irgendwelche Leute formieren könnten, die eine solche Machtergreifung anstreben." (Das ganze Interview im 'Spiegel' hier: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13522893.html)Des Weiteren: "Alle meine Dystopien basierten auf der Realität. Ich hätte zwar nie gedacht, dass es mal so schlimm kommen würde, wie es gerade kommt, aber schon in den Achtzigerjahren redeten die Ultrarechten in den USA schreckliches Zeug." Und: "Es ist nicht nur Trump, der mir Kopfschmerzen bereitet. Überall auf der Welt brennt es: Der Klimawandel, Bürgerkriege, die Flüchtlingskrisen, alles hängt miteinander zusammen." (Das ganze Interview in der 'Süddeutschen' hier: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/45938/)

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  • Ein aufrüttelndes Gedankenexperiment

    Der Report der Magd
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    21. May 2017 um 13:11

    „Da Rahel sah, daß sie dem Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wo nicht, so sterbe ich.Jakob aber ward sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will.Sie aber sprach: siehe, da ist meine Magd Bilha: gehe zu ihr, daß sie auf meinem Schoß gebäre, und ich durch sie aufgebaut werde.“ – 1. MOSE, 30, 1-3In Gilead nimmt man so eine Bibelstelle wörtlich. Die Gesellschaftsstruktur richtet sich streng nach Gottes Wort, was in letzter Konsequenz dazu führt, dass Frauen ganz neue Rollen zufallen. Es gibt Mägde, Marthas, Ehefrauen, Tanten und auch Unfrauen. Desfred ist eine Magd. Ihr Lebenszweck ist es, zu dienen und der Ehefrau des Kommandanten ein Kind zu schenken. In diesem Buch berichtet sie von ihrer Situation und auch von ihren Erinnerungen an die Zeit davor, als sie ein ganz normales Leben führte und sich einen Staat wie Gilead gar nicht vorstellen konnte. Inzwischen kommt ihr das Davor vor wie ein Traum. Die Welt, die Margaret Atwood hier entwirft, ist erschreckend, verstörend und zeigt auf perfide Art, wie Fundamentalisten einen „Gottesstaat“ errichten, der „im Namen Gottes“ unfassbar grausam Menschen unterdrückt. Originellerweise schlagen hier christliche Extremisten zu, was in unserer Vorstellungswelt nicht vorkommt, was einem aber dennoch gar nicht so unwahrscheinlich erscheint, wenn man dieses Buch liest.In wunderschöner Sprache, bildhaft, eindrucksvoll, manchmal zynisch und mit leisem, sehr bissigem Humor erzählt sie eine Geschichte, die einem die Haare zu Berge stehen lässt und die immer absurder wird. Es ist keine leichte Kost. Desfreds Gedanken springen hin und her zwischen dem Davor, dem Jetzt und den Tagen des Umbruchs, als sich die Welt veränderte. Aus ihren Worten spricht Trauer, Verzweiflung und Resignation. Das Lesen nimmt einen mit.Man rätselt lange, was dort wohl passiert sein mag und erhält nach und nach Einblick in eine grauenhafte Geschichte. Unvorstellbares wird hier bis zur letzten Konsequenz durchgespielt. „Es tut mir leid, dass in dieser Geschichte so viel Schmerz ist. Es tut mir leid, dass sie aus Fragmenten besteht – wie ein Körper, der in einen Kugelhagel geraten ist oder gewaltsam auseinandergerissen wurde. Aber ich kann nichts daran ändern.“ „Der Report der Magd“ ist ein fantastisch grauenhaftes Buch, das einen poetisch und anspruchsvoll das Gruseln lehrt. Und obwohl es in den 80er Jahren geschrieben wurde, ist es doch auf erschreckende Weise aktuell. Ein aufrüttelndes Gedankenexperiment, ein großartiges Buch.

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    • 3
  • Eine Art Dystopie, anspruchsvoll, nachdenklich machend, wie eine Art Mahnmal.

    Der Report der Magd
    Buchraettin

    Buchraettin

    20. May 2017 um 07:03

    Es ist eine Zukunftsversion eines Staates in Nord Amerika. Die Rolle der Frau ist stark reglementiert. Die Frauen werden in Gruppen eingeteilt, Ehefrau, Magd, Dienerin. Die Aufgabe der Dienerinnen ist es Kinder zu bekommen für Ehefrauen, die selbst unfruchtbar sind. Das Buch wird aus Sicht einer Dienerin erzählt, Desfred.  Es ist ein System voller Regeln, Vorschriften, härtester Strafen Verfolgungen. Es ist ein Buch, das mich als Leser in seinen Bann zog. Das ich schon immer wieder gelesen habe und das immer neu auf mich wirkt.  Es ist schockierend, macht nachdenklich, bedrückend, beklemmend. Als Leser frage ich mich, wie konnte es dazu kommen- diese Gesellschaft, die Rolle der Frau hier? Ich begleite die Hauptfigur in ihrem Leben in diesem Haushalt. Hautnah erfahre ich von den Einschränkungen, die sie erfährt. Immer wieder kurze gedankliche Rückblenden an damals- als es normal war, ein Leben wie wir es kennen. Es ist mir anfangs nicht klar gewesen, wieviel Zeit vergangen ist, als sich diese Gesellschaft verändert hat. Da muss ich als Leser schon sehr genau lesen, weil es sind kleine Momente, kleine Szenen, die Andeutungen geben, wie der zeitliche Rahmen ist- und die die Erkenntnis auch bei mir als Leser offenbaren, wie schnell es passiert ist. Sie spricht auch immer wieder darüber, dass sie die neuen Regeln, Gesetze, schon verinnerlicht zu haben scheint. Die Gedanken an das Leben früher, sieht sie nun schon mit den Regeln von heute, den Regeln die in dieser Gesellschaft gelten. Der Stil ist anschaulich, bildreich. Der Autorin gelingt es mit Worten, Empfindungen zu beschreiben- anschauliche Bilder zu malen, die mir als Leser eine Gänsehaut verursachen. Es wird nur aus Sicht der Frau erzählt, die Ich – Erzählerin. Ihr Empfinden, ihre Beobachtungen, ihre Erinnerungen. Ich bekomme keine Informationen von außen. Aber für mich machte gerade diese Erzählweise das Buch so intensiv. Abhängigkeit, eine Art Käfig, durch die Kleidung gekennzeichnet, keine Rechte, aber Pflichten. Es wirkt manchmal distanziert, aber es wirkt dadurch auf mich als Leser so realistisch, als ob sie wirklich selbst erzählt, in einer Art Käfig, den sie um sich errichtet hat und den sie nur in den Erinnerungen ausbrechen kann. Ihre Erinnerungen an ihre Vergangenheit, ihr früheres Leben, der Versuch, Abstand zu bekommen, das Vergessen einzuleiten, dann wieder neue Rückblenden, Erinnerungen, das war wirklich bedrückend. Es ist ein Buch, das mir Gänsehaut verursacht.  Im Mittelpunkt der Geschichte steht für mich die Rolle der Frau. Eine Gesellschaft, voller Regeln, Strafen, der Verlust an Individualität. Die Rolle der Frau, ihre Stellung in dieser Gesellschaft, das ist für mich der Mittelpunkt in dieser Gesellschaft. Eine Art Dystopie, anspruchsvoll, nachdenklich machend, wie eine Art Mahnmal.

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    • 7
  • Lesen, lesen, lesen !

    Der Report der Magd
    supersusi

    supersusi

    11. May 2017 um 18:07

    Dieses Buch ist ein unglaublich starkes Buch, eines, von dem man wie erschlagen ist, eins das einen nicht mehr loslässt, eines, das man sich kaum traut ein zweites mal zu lesen. Ich kann es nur jedem empfehlen, der ein wirklich gutes Buch lesen will. Es handelt von einer Gesellschaft in der Frauen entweder Mägde (Gebärmaschinen für andere) oder Sklavinnen oder Hausfrauen höher gestellter Ehemänner sind. Da die Hausfrauen selbst keine Kinder in die Welt setzen, halten sich die Highsociety -Familien eine Magd dafür. Diese Mägde sind Eigentum des Hausherrn, was sich auch in ihrem Namen wiederspiegelt. Die Geschichte ist aus der Sicht der Magd namens Desfred erzählt, denn sie ist die Magd des Mannes namens Fred. Desfred lernt andere Mägde kennen und ist überrascht, dass sich bei manchen etwas wie Widerstand entwickelt. Wie in der DDR oder im 3. Reich wird dies natürlich mit dem Tode bestraft und geschieht nur in allergrößter Heimlichkeit. Erschütternd sind auch die öffentlichen Hinrichtungen, bei denen die Opfer vom wütenden Volk mit bloßen Händen zerfetzt werden. Es ist ein bedrückendes Buch, grausam und beklemmend, aber es macht auch deutlich, dass man es nie nie wieder soweit kommen lassen darf. Ich fand es sehr verstörend, wozu Menschen fähig sind, aber die Wirklichkeit (Genitalverstümmelung, Zwangsprostitution, Kinderehen, Folter und Versklavung, Unterdrückung, Hinrichtungen auf Bestellung zur Organausschlachtung, Kinderarbeit, Massenvergiftung der Lebensmittel durch Chemiekonzerne aus Profitgier, skrupellose Ausbeutung und Urteile wie 1000 Stockschläge, Steinigung oder Videos, wie Menschen der Kopf abgeschlagen wird um Angst und Schrecken zu verbreiten, Schwimmwesten, die gefälscht sind und die Flüchtlinge schneller ertrinken lassen, weil sie sich voll Wasser saugen und und und) ist oft noch schrecklicher und obwohl es geschieht ebenso unvorstellbar. Aber zurück zum Buch. Es ist sehr ergreifend und man hofft, dass der Magd die Flucht schließlich gelingt... Wie gesagt, ein unglaublich starkes Buch, das unter die Haut geht. Sehr lesenswert

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  • teils beängstigende reale Bezüge

    Der Report der Magd
    dominona

    dominona

    01. May 2017 um 12:38

    Frauenbilder gibt es viele in der Geschichte und obwohl ich recht lange brauchte, um mich in das beschriebene System hinein zu finden, spürt man schnell Beklemmung beim Lesen. Ich hoffe, dass es nie zu einer solchen Unterdrückung eines Geschlechts kommen wird. Die Geschehnisse sind aus heutiger Sicht menschenunwürdig, aber es sind schon oft Gesellschaftsentwürfe veröffentlicht worden und ein Körnchen Wahrheit ist immer dabei.Mich hat die klare Vorstellung überrascht und ich habe viel aus dem Buch mitgenommen. Wer gerne Huxley, Dick oder Orwell liest, sollte sich dieses Buch anschauen.

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  • Der Report der Magd

    Der Report der Magd
    BeaSwissgirl

    BeaSwissgirl

    15. April 2017 um 17:01

    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)Schon etwas länger stand dieses Buch hier auf meinem Wunschzettel, nun da es neu aufgelegt wurde habe ich endlich dazu gegriffen.Der Schreibstil ist recht anspruchsvoll, nüchtern, sachlich, liest sich teilweise sogar wie ein Bericht und vieles wird nur angedeutet,  gerade auch bezüglich der Vergangenheit.Erzählt wird aus der Sicht von Desfred in der Ich- Form, trotzdem verspürte ich ihr gegenüber eine gewisse Distanz. Ihre Gedankengänge werden zwar in Form von inneren Monologen dargestellt, dennoch fehlte mir irgendwie ihre emotionale Seite.Auf mich wirkte sie oft sehr teilnahmslos, ja schon fast abgestumpft und resigniert. Wir kriegen es hier also mit keiner Heldin oder Rebellin zu tun und obwohl ich sie manchmal hätte schütteln können bezüglich ihrem passiven Verhalten konnte ich sie doch irgendwie auch verstehen.Weitere Charaktere, die für die Handlung wichtig sind, werden nur grob gezeichnet, was aber gar nicht gross störte.Die Geschichte verbreitet eine düstere, melancholische, beklemmende Atmosphäre und hat mich emotional doch sehr berührt, aufgewühlt und auch schockiert, obwohl sie so rational und leidenschaftslos erzählt wird.Ebenso konnte ich das Buch fast nicht aus der Hand legen, weil es einfach einen gewissen Sog bewirkt, obschon der Plot eigentlich recht verschachtelt und ruhig verläuft.Fans von romantischen, dramatischen, rebellischen und actionsgeladenen Dystopien werden hier nicht auf ihre Kosten kommen.Wer aber gerne einen fiktiven, utopischen Roman im Stil von " 1984" oder " Schöne neue Welt" lesen möchte, welcher zum nachdenken anregt und noch lange nachhallt, der ist hier genau richtig!Ich vergebe 4,5 Sterne 

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