Die steinerne Matratze: Erzählungen

von Margaret Atwood 
4,2 Sterne bei6 Bewertungen
Die steinerne Matratze: Erzählungen
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Richtig begeistert haben mich die letzten zwei Geschichten. Erschütternd, beängstigend und, das ist das erschreckenste, durchaus irgendwann

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7 von 9 Erzählungen konnten überzeugen; zwischen bissigem Humor und brillanten Ideen und seltsamen Verirrungen war es aber eine Gratwanderun

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Inhaltsangabe zu "Die steinerne Matratze: Erzählungen"

»Verna hatte anfänglich nicht vorgehabt, jemanden zu töten.« Mit diesem fulminanten ersten Satz beginnt die titelgebende Erzählung und sofort befindet man sich im Atwood-Kosmos, sofort wird man hineingezogen in eine Geschichte, die hintergründig, spannend und unglaublich komisch zugleich ist. Verna begibt sich auf eine Arktisreise, um endlich alles hinter sich zu lassen, um abzuschalten. Doch statt Ruhe, Weite, Eis und Schnee trifft sie unerwartet auf den Mann, der ihr Leben für immer veränderte, als er sie vor über fünfzig Jahren zum Schultanz lud, die unscheinbare, fleißige Verna Pritchard an der Seite des begehrten Footballstars. Wie Verna nun späte Rache übt, erzählt Atwood so lakonisch und souverän, wie es nur die »Queen der kanadischen Literatur« (Literarische Welt) vermag, erzählt in einer einzigen Geschichte ein ganzes Leben. All ihre stilistische Virtuosität, die Leichtigkeit, den Witz und die Ironie legt Margaret Atwood in diesen Band, ein Glanzstück ihrer Erzählkunst.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783827079077
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:304 Seiten
Verlag:eBook Berlin Verlag
Erscheinungsdatum:02.11.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    supersusis avatar
    supersusivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Richtig begeistert haben mich die letzten zwei Geschichten. Erschütternd, beängstigend und, das ist das erschreckenste, durchaus irgendwann
    klasse

    Habe nach "Der Report der Magd" einige Bücher von Atwood gelesen, die nie an den Report d. Magd rangekommen sind, aber dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Die ersten 3 Geschichten sind lose miteinander verknüpft; jede erzählt von einer anderen Person, deren Schicksale miteinander verbunden sind über Jahrzehnte hinweg und am Schluß schließt sich der Kreis. Auch die anderen Geschichten lassen sich gut lesen und die Art, wie Margret Atwood das Leben, den Alltag und die Gewohnheiten der Menschen sieht und beschreibt ist immer wieder toll. Aber richtig begeistert haben mich die letzten zwei Geschichten. "Die steinerne Matratze" ist wie ein spannender Krimi und "Fackelt die Alten ab" geht richtig unter die Haut. Vor allem die letzte Geschichte kann dem Report der Magd durchaus das Wasser reichen. Erschütternd, beängstigend und, das ist das erschreckenste, durchaus irgendwann mal möglich, vor allem, wenn man mitbekommt, wie Flüchtlingsheime angesteckt werden, menschenverachtende Parolen wieder lauter werden, der Haß sich ausbreitet und die Strafverfolgung bei den Brandsstiftungen größtenteils beide Augen zudrückt. Schon allein wegen der letzten beiden Geschichten lohnt sich das Buch.

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    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: 7 von 9 Erzählungen konnten überzeugen; zwischen bissigem Humor und brillanten Ideen und seltsamen Verirrungen war es aber eine Gratwanderun
    Rezension: Die steinerne Matratze

    Bisher habe ich zu meiner Schande noch nichts von Margaret Atwood gelesen, „The Handmaid’s Tale“ steht bei mir seit Jahren ungelesen im Regal. Aber als ich die Beschreibung zur „steinernen Matratze“ gelesen habe, dachte ich, dass es doch interessant wäre, mit Kurzgeschichten in die Welt der Margaret Atwood einzutauchen.

    9 Erzählungen sind in diesen Band gefasst, teilweise verknüpft, teilweise komplett anders als die anderen. Jede erzählt uns auf ein paar Seiten fast die ganze Lebensgeschichte der jeweiligen Personen, und das auf eine Art, die ganz wunderbar funktioniert: Bissig, verrückt und mit jede Menge trockenem Humor lässt Atwood uns an den Geschichten dieser Menschen teilhaben. Alle dieser Personen sind etwas besonderes, ob sie nun meisterhafte Fantasy-Literatur schreiben, winzige Persönchen sehen, ein großer Dichter gewesen sind oder einfach nur jemanden ermordet haben. Atwood schafft es, auf diesen wenigen Seiten, die sie für diese Geschichten nutzt, einen kleinen Mini-Kosmos zu schaffen, in den man sofort reingezogen wird, ob man will oder nicht. Man will unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht, und teilweise ist das Ende befriedigend, manchmal aber auch offen gelassen.

    Sie fest in seinen Armen zu halten – nein, sie festzuhalten – ist das Elektrisierendste, was er je erlebt hat. Sie surrt vor Gefahr wie eine Hochspannungsleitung, sie ist eine offene Steckdose; sie ist die Summe seiner eigenen Unwissenheit, die Summe aus allem, was er nicht begreift und niemals begreifen wird.   (aus: „Der gefriergetrocknete Bräutigam“)

    Nicht alle der 9 Geschichten haben es geschafft, mich anzusprechen, manche waren einfach etwas wirr und ich musste zeitweise zurückblättern, um noch einmal die Namen nachzulesen, oder wer jetzt wer ist. Ich fand es schön, dass die ersten drei Geschichten lose aneinander geknüpft waren, und habe mich gefreut, dass die Geschichte der in „Alphinland“ erwähnten Personen noch weiter ausgeführt wird. Schon an der Inhaltsangabe sieht man jedoch, dass diese drei von den anderen Geschichten abgetrennt sind. Die Erzählungen nach den ersten dreien fand ich alle unterschiedlich gut, die Erzählperspektiven wurden gewechselt, teilweise wurde leider auch gar nicht die gesamte Story aufgedeckt, die mich aber sehr interessiert hätte („Der gefriergetrocknete Bräutigam“), wieder andere waren jedoch auf ihre Art sehr wirr und ich konnte nicht wirklich etwas damit anfangen („Bezaubernde Zenia“). Im Nachwort wird erzählt, dass die „bezaubernde Zenia“ für ein Projekt gewesen sei, in dem eine Person aus einem früheren Werk wieder auferstehen sollte. Da ich das Werk („Die Räuberbraut“) leider nicht kenne, konnte ich dementsprechend auch nichts mit dieser Geschichte anfangen.

    Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com



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    YukBookvor 2 Jahren
    Boshaft und skrupellos

    Wer Probleme mit dem Älterwerden hat, sollte nicht unbedingt zu diesem Buch greifen. In neun Kurzgeschichten zeichnet die kanadische Autorin ein ziemlich abstoßendes Bild dessen, was uns mit fortschreitendem Alter erwarten kann. Wie schonungslos sie dabei vorgeht, zeigt eine Geschichte, die in einem luxuriösen Seniorenheim spielt. Die langsam erblindende Wilma ist kaum in der Lage, auch nur irgendetwas ohne Hilfe zu bewerkstelligen. Sie lebt in ständiger Angst, in der Dusche auszurutschen, vereinbart Termine zum Zehennägel-Schneiden und hat ständig seltsame Halluzinationen. Von Tobias lässt sie sich erzählen, welche Dramen sich draußen abspielen: Verkleidete Demonstranten blockieren den Eingang und rufen „Fackelt die Alten ab“, so auch der Titel dieser Erzählung. Es sei Zeit, dass die Alten den Mittelalten ihren Platz überlassen.

    Auch die übrigen Charaktere haben mit dem stetigen Abbau ihres Körpers und der jüngeren Generation, von der sie verdrängt werden, zu kämpfen. Statt zu resignieren oder in Selbstmitleid zu baden, entwickeln sie jedoch ungeahnte Energien und Fantasien, um mal stolz, mal boshaft, ihren Platz in der Welt zu behaupten. Constance zum Beispiel hat einen Fantasykosmos namens Alphinland erschaffen, wo sie mit ihrem verstorbenen Ehemann Ewan weiterlebt. Irena war klug genug, einen Vertrag mit ihrem Geliebten und Autor eines erfolgreichen Horrorklassikers abzuschließen, der sie zur Millionärin macht. Und Verna, die auf einer Arktisreise Bob wiedertrifft, der sie einst nach einem Highschool-Ball vergewaltigte, tüftelt einen perfiden Plan aus, um Rache zu üben. 

    Während der Lektüre läuft es einem immer wieder kalt den Rücken runter – und das liegt nicht am eisigen Ambiente dieser „wicked tales“, wie die Autorin ihre Geschichten genannt hat, sondern vielmehr an der morbiden und dystopischen Zukunftsvision, die Atwood in Edgar Allan Poe-Manier vor unseren Augen entfaltet.

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    Alexandra_Luchss avatar
    Alexandra_Luchsvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: "Die steinerne Matratze" sammelt Geschichten einer begnadeten Erzählerin über das Alter, Literatur und das ungeschminkte Selbst.
    Das ungeschminkte Ich

    Auch Margaret Atwoods neueste Kurzgeschichtensammlung “Die steinerne Matratze” war für mich wieder eine reine Freude. Ihre Geschichten sind abwechslungsreich und hängen doch gleichzeitig eng zusammen. Sie drehen sich um das ehrliche, ungeschminkte Ich aber auch um das Alter und die Literatur.

    Die ersten drei Geschichten “Alphinland”, “Wiedergänger” und “Black Lady” könnten für sich schon einen kleinen Roman bilden, da die Geschichten beziehungsweise ihre Protagonisten so eng zusammenhängen. Für mich war dabei schon “Alphinland” ein Highlight. Wir lernen eine betagte Schriftstellerin kennen, für die einfachste Erledigungen des Alltags eine schwere Last sind, die durch ihre Literatur aber nach wie vor völlig frei ist. Die von ihr entworfene Welt Alphinland ist Basis für viele Bestseller, das Schreiben für sie jedoch mehr Rettung als Beruf. Wie still und sanft Margaret Atwood die Geschichte dieser Frau erzählt, hat mich beeindruckt. In wenigen Sätzen erscheint das Bild einer gebrechlichen und doch löwenstarken Frau, allein durch die kluge Beschreibung ihres Handelns.
    Umso begeisterter war ich, als ich Figuren aus der ersten Geschichte auch in den folgenden beiden wiedertraf. Auch in “Wiedergänger” steht ein Schriftsteller (oder eher: Poet) im Zentrum. Anders als in der ersten Geschichte wurde dieser vom Erfolg verbittert und verstockt. Die Kontraste zwischen den Geschichten könnten nicht größer sein, die Verbindungen dennoch kaum enger. In beiden Geschichten spielt die Literatur und das Schreiben eine wichtige Rolle, ich fragte mich, ob Margaret Atwood dadurch auch über ihre eigene Beziehung zum Schreiben spricht.
    Besonders spannend ist, dass in den Geschichten immer wieder ein Kontrast oder Konflikt der Figuren deutlich wird: ihr inneres Ich und das Bild, welches andere von ihnen haben, klafft manchmal Kilometerweit auseinander.

    An diese drei Geschichten anschließend folgen weitere, losgelöste Erzählungen. Da ist das kurze und düstere “Lusus Naturae”, welches wie ein böses Märchen wirkt. Obwohl diese Geschichte sehr abstrakt erzählt ist, ohne Einordnungen und Namen auskommt, behandelt auch sie ähnliche Themen wie die ersten Geschichten. Es geht um das eigentliche Wesen eines Menschen, was es ausmacht und wie es seinen Lauf findet.

    Die titelgebende Erzählung “Die steinerne Matratze” wiederum ist gegründet auf Überlegungen, die viele Krimileser kennen: die Frage nach dem perfekten Mord. Sie ist toll konstruiert und dazu noch in wenigen Sätzen in eine erschütternde Hintergrundgeschichte eingeordnet. Auch erzählerisch, merkt man einen deutlichen Wechsel zwischen den Geschichten. Margaret Atwood schafft es immer wieder neu, ihre Botschaft genau richtig zu verpacken. Sie ist kurz und knapp um Spannung aufzubauen, sanft und eindringlich wo es angebracht ist.

    Ein bisschen schwächelnd zwischen all der Pracht scheint übrigens “Der gefriergetrocknete Bräutigam”, eine Geschichte die für mich wie ein kurzes, geschriebenes Bild wirkte. Eher der Anfang einer Geschichte, als wirklich eine vollständige Erzählung. In einer Sammlung ist es aber auch völlig normal, dass die verschiedenen Geschichten nicht jeden Leser gleich begeistern.

    Insgesamt hat “Die steinerne Matratze” für mich wieder all jene Qualitäten, für die ich Margaret Atwood so liebe: ihre Geschichten sind klug und offenkundig unterhaltsam, bringen aber auch hintergründig zum Nachdenken. Jede Geschichte bietet genügend Facetten und kann auch nach mehrmaligem Lesen immer noch neue Seiten offenbaren.

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    lesemauss avatar
    lesemausvor 2 Jahren
    Karin-Ls avatar
    Karin-Lvor 2 Jahren

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