Margaret Atwood Hag-Seed

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Inhaltsangabe zu „Hag-Seed“ von Margaret Atwood

William Shakespeare's The Tempest retold as Hag-Seed   Felix is at the top of his game as Artistic Director of the Makeshiweg Theatre Festival. His productions have amazed and confounded. Now he's staging a Tempest like no other: not only will it boost his reputation, it will heal emotional wounds.   Or that was the plan. Instead, after an act of unforeseen treachery, Felix is living in exile in a backwoods hovel, haunted by memories of his beloved lost daughter, Miranda. And also brewing revenge.   After twelve years, revenge finally arrives in the shape of a theatre course at a nearby prison. Here, Felix and his inmate actors will put on his Tempest and snare the traitors who destroyed him. It's magic! But will it remake Felix as his enemies fall?   Margaret Atwood’s novel take on Shakespeare’s play of enchantment, retribution, and second chances leads us on an interactive, illusion-ridden journey filled with new surprises and wonders of its own. From the Hardcover edition.

Großartig geschriebene Hommage an "Der Sturm"!

— littleowl
littleowl

Mein liebster Shakespeare von Atwood, der Sturm im Roman wie in einer Matroschka verschachtelt , mit überraschend viel Humor- großartig.

— GetReady
GetReady

Die Theaterszenen im Knast: Sehr originell! Aber leider auch etwas zu langatmig, im Drumherum.

— Buchstabenliebhaberin
Buchstabenliebhaberin
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  • Hag-Seed

    Hag-Seed
    littleowl

    littleowl

    26. August 2017 um 18:58

    Meine Meinung „Hag-Seed“ ist Teil der Reihe Hogarth Shakespeare, in der berühmte zeitgenössische Autoren Stücke des Briten für die Moderne adaptieren. Bei Margaret Atwood stand „Der Sturm“ Pate für die Geschichte. Ich habe das Stück nicht gelesen, aber vor einiger Zeit im Theater eine Aufführung gesehen. Dummerweise habe ich erst nach dem Lesen bemerkt, dass hinten im Buch auch eine Zusammenfassung des Originals angefügt ist. Ich denke aber, dass man in diesem Fall sowieso sehr viel mehr von der Lektüre hat, wenn das man Stück gelesen oder gesehen hat. Ich würde eigentlich gern viel öfter in Theaterstücke gehen und habe diesen Vorsatz nach „Hag-Seed“ noch einmal erneuert: Der Roman vermittelt nämlich jede Menge Begeisterung für Theater im Allgemeinen und Shakespeare im Besonderen. Ich fand die Passagen unheimlich interessant, in denen Felix mit seiner ungewöhnlichen Theatertruppe „Der Sturm“ analysiert – nicht trocken und wissenschaftlich, sondern ganz nah am eigenen Leben. Insgesamt ist der Roman großartig geschrieben: Margaret Atwood hat für diese Geschichte aus den Vollen geschöpft, was schriftstellerische Darstellungsformen angeht: Es gibt Drehbuch-Ausschnitte, Notizen zum Casting und sogar selbstgeschriebene Rap-Songs zum Stück. Der alternde Theaterregisseur Felix ist eine faszinierende Hauptfigur mit zahlreichen Ecken und Kanten. Gerade die Widersprüche machen seine Persönlichkeit so faszinierend: Exzentrisch und pragmatisch, scharfsinnig und sentimental, nachtragend und gutherzig. Ich habe diesen facettenreichen Protagonisten schnell ins Herz geschlossen und ihm bei seinem Rachefeldzug die Daumen gedrückt. Unterstützt wird er dabei von zahlreichen gut ausgearbeiteten Nebenfiguren, von der im wahrsten Sinne des Wortes schlagfertigen Schauspielerin Anne-Marie bis zum Computer-Genie 8Handz. Obwohl Rache in „Hag-Seed“ genau wie im Original das zentrale Motiv ist und obwohl ernste Themen wie Trauer angesprochen werden, ist daraus insgesamt eine hoffnungsvolle und warmherzige Geschichte geworden. Ich fand es sehr rührend zu lesen, wie die jungen Häftlinge in der Theatergruppe „The Flechter Correctional Players“ über sich selbst hinauswachsen und ihre Begeisterung für Theater entdecken. Felix selbst erkennt, dass es ab einem gewissen Zeitpunkt gar nicht mehr um Rache geht, sondern darum, zusammen etwas Großartiges auf die Beine zu stellen. Für mich war das Buch ein echter Herzwärmer, was ich auch aufgrund des Covers überhaupt nicht erwartet hätte. Fazit Wer nach diesem Roman kein Shakespeare-Fan ist, dem ist nicht zu helfen! „Hag-Seed“ ist eine großartig geschriebene Liebeserklärung an den Barden und sein Werk „Der Sturm“.

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  • Furiose Rache

    Hag-Seed
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    08. April 2017 um 12:05

    Rache, ein zeitloses Thema. Wobei der beste Stoff nichts taugt, wenn man ihn nicht an den Mann bringen kann. Felix hat diese Gabe. Gestrandet im Knast als derjenige, der mittels Shakespeare-Klassikern den Insassen Theater als Resozialisierungsprojekt nahebringt. Unglaublich spannend und originell, wie hier verstaubte Sprache und schwierige Charaktere auf aktuelle, lebensnahe Situationen und Geschmäcker der Gefangenen umgemünzt werden. Man sitzt quasi mitten drin, zwischen den selbstgebastelten Palmen, Taucherbrillen und Spielzeugbooten, mit denen gestandene Verbrecher zu leidenschaftlichen Akteuren werden. Vor allem das große Showdown, eine Meisterleistung! Sowohl handwerklich als auch vom unglaublich komplizierten Setting, dem ich atemlos und mit großem Vergnügen einfach folgte. Was kommt jetzt?!?! Super.Was ich schwierig fand: Ich habe das Original in Englisch gelesen, und das war mir eine Herausforderung, die mich unglaublich schnell ermüdet hat! Die imaginäre Tochter. Die hätte ich nicht gebraucht. Ja, Felix hat es echt nicht leicht gehabt, das war schon Grund genug für seine Handlungen. Seine leicht irre Art fand ich als Charakter reizvoll genug, dieser wurde durch Geist Miranda für mich eher wieder unglaubwürdiger.Und ich muss mich den anderen Rezensisten anschließen, die Szenen außerhalb des Gefängnisses waren langweilig und langatmig.Mein Fazit: Ein ungewöhnliches Buch, dass ich Freunden ungewöhnlicher Bücher gern empfehle. Von mir 3,5 Sterne.

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    • 2
  • Shakespeare's 'The Tempest' neu erzählt

    Hag-Seed
    Tsubame

    Tsubame

    Acht Autoren wurden anlässlich des 400. Todestags William Shakespeares damit beauftragt, ihre persönlichen Lieblingsdramen des Dichters neu zu interpretieren und im Rahmen des Hogarth Shakespeare-Projekts in die Moderne zu überführen. Nach Jeanette Winterson, Howard Jacobson und Anne Tyler ist nun Margaret Atwood an der Reihe und hat mit ihrer Neuinterpretation von 'The Tempest' ein kluges, witziges und ideenreiches Werk vorgelegt, das mir auf fast 300 Seiten unglaublichen Spaß bereitet hat. Ich hatte mir im Vorfeld dieser Leserunde die Verfilmung mit Helen Mirren angesehen, die ich zwar nicht schlecht fand, die aber auch irgendwie in einer fernen Zeit und fremden Welt angesiedelt ist. Man schaut das Stück und denkt "na ja, Shakespeare eben ..." Dass man aus dieser Geschichte um die Rache eines Verbannten und seiner Tochter Miranda so eine aktuelle und spannende Geschichte stricken könnte, hätte ich im Leben nicht gedacht. Bei Margaret Atwood spielt 'The Tempest' nicht auf einer Insel, sondern im Gefängnis. Hier probt Felix, der unfreiwillig 'Verbannte', mit einer Gruppe mehr oder weniger junger Straftäter Shakespeare-Stücke und hat sich in jahrelanger Kleinarbeit auf seine Rache an seinem ehemaligen Assistenten Tony und dessen Mittätern, denen er den unfreiwilligen Verlust seines Postens als ehemaliger Artistic Director des Makeshiweg Theatre Festivals verdankt, vorbereitet. Felix leidet außerdem unter dem Verlust seiner kleinen Tochter, die im Alter von 3 Jahren starb und die er in seiner Gedankenwelt nicht nur am Leben erhält, sie wird auch mit den Jahren älter ... Zwar hält sich Margaret Atwood auf der einen Seite streng an die Shakespearesche Vorlage, sie bringt auf der anderen Seite aber auch viele frische Ideen und Interpretationsansätze ein und erweckt die Figuren durch ihre Darsteller zu neuem Leben. Ich jedenfalls hatte wahnsinnig viel Spaß bei der Lektüre und dank Margaret Atwood ist das, was ich bei Shakespeare sonst immer als etwas 'hölzern' empfinde, wie von Zauberhand verschwunden.

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    • 3
  • Interessant, aber fast keine Spannung...

    Hag-Seed
    sarahalimuhsin

    sarahalimuhsin

    01. January 2017 um 19:05

    Felix, ein Theaterregisseur, lenkt sich mit Arbeit ab nachdem seine Frau und sein Kind gestorben sind. So rackert er für das Stück the Tempest. Doch er bemerkt nicht, dass sein Assistent Tony ihn betrügt, und so er seinen Job verliert. Jahre später hat er nur eines im Sinn: Rache.Klingt spannend, war es aber nicht. Wie ihr hier seht hatte ich Probleme mit dem Buch. Aber erst mal zum Positiven:Es gab einige Szenen, die ich sehr genossen habe, z.B. die Arbeit mit den Insassen im Gefängnis. Bei dieser Szene hatte ich als Leser die Chance meiner Kreativität freien Lauf zulassen und Ideen zu bilden. Einerseits gab es auch hier clevere Gedanken, die der Protagonist Felix uns erzählt, z.B. Wie bringt man Menschen Shakespeare nahe, obwohl diese es nie gelesen haben? Ganz einfach für unseren Protagonisten, man verändert die Story: Die Texte werden in Raps umgewandelt und Charaktere werden zu Aliens. Das war wirklich toll mitzuerleben. Doch das eine Problem war, dass Felix keine Verbindung zu seinen Lesern aufbauen konnte oder "wollte" und so es für mich ziemlich unsympathisch rüber kam. Das nächste Problem: Es wurde keine oder entweder sehr wenig Spannung aufgebaut. Ich kam auch nicht in die Gedanken oder Gefühle von Felix ran. Das Ende hat mich auch ein wenig fertig gemacht, da es eigentlich nur vom originalen Stück kopiert worden ist, sodass man wirklich ein bisschen origineller rüber bringen sollte. Es war auch ziemlich langweilig, da es ein Happy End ohne Realismus war. Ich habe mir das Ende wirklich anders vorgestellt. Ansonsten hat mich an dem Schreibstil nichts gestört. War dennoch etwas schwierig zu lesen, da es nicht in meiner gewohnten Perspektive geschrieben ist. ich hoffe dennoch, dass ihr Freude an der Story finden könnt. Viel Spaß!Lg, Sarah;)

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  • Echt gut gemacht

    Hag-Seed
    BooksAreGreat

    BooksAreGreat

    30. December 2016 um 23:33

    Meinung:Auf diese moderne Umsetzung von Shakespeare war ich sehr gespannt und wurde auch nicht enttäuscht. Diese Umsetzung zeigt vielmehr wie aktuell dieser Stoff auch in der heutige Zeit noch ist. Die Verbindung zum Shakespeare Werk scheint stetig zu bestehen und reißt auch nicht ab. Trotzdem findet Atwood ihren ganz eigenen Weg und macht es wohl auch für die heutige Generation interessant.Der einzige negative Punkt ist die Spannung. Im Mittelteil habe ich sie wirklich vermisst. Erst am Ende kam sie und hat mich dann gleich richtig gepackt.Der Schreibstil ist zwar sehr anspruchsvoll, aber er lässt sich auch gut lesen. Ich hatte keine Schwierigkeiten. Selbstverständlich wird auch mal ein Wort nachgeguckt. Man muss das Original von Shakespeare nicht kennen, um dieses Buch zu verstehen. Innerhalb des Buches wird es genau analysiert und dem Leser näher gebracht.Mir hat es richtig gut gefallen und ich kann es wirklich empfehlen.

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  • Niedertracht und späte Rache

    Hag-Seed
    Waschbaerin

    Waschbaerin

    25. December 2016 um 21:59

    Wer kennt sie nicht, die hinterlistigen Zeitgenossen. Sie liegen in Lauertellung wie eine Katze vorm Mauseloch und warten darauf, bis das Opfer geschwächt ist. Und kaum wähnen sie sich im Vorteil, schlagen sie ohne Gewissensbisse erbarmungslos zu. So auch in diesem Roman von Margret Atwood, nach einer Shakespeare Vorlage. Felix verlor zuerst seine Frau und einige Zeit später seine kleine Tochter Miranda. Genau diesen Zeitpunkt der Schwäche, als er vor Schmerz über sein Schicksal am Boden liegt, passt sein Mitarbeiter Tony ab, ihn als director des Makeshiweg Theatre Festifals mit Hilfe von abzusetzen. Tony überbringt die Kündigung mit leichten Worten, ohne ein schlechtes Gewissen oder einem Gefühl der Reue. Mit den Ereignissen in diesem Kapitel haderte ich eine gewisse Zeit. Ja, es empörte mich geradezu, dass Tony und sein Hintermann damit Erfolg hatten und sich auch noch darin sonnen konnten. Felix nimmt einen anderen Namen an und vergräbt sich in einem abgelegenen und heruntergekommenen Haus auf dem Land. Durch Zufall bekommt er die Chance, mit den Insassen eines Gefängnisses Theaterstücke zu proben, die auch auf Video aufgenommen werden. Damit beginnen seine Rachepläne, die ich nicht näher verraten möchte. War ich bisher der Meinung kein rachsüchtiger Mensch zu sein, so fing ich an über mich selbst zu wundern, denn von diesem Moment an gefiel mir das Buch immer besser und ich freute mich über Felix' Pläne. Ja, ich empfand Bewunderung dafür, wie er seinen Gegnern mitspielte, diese mit deren eigenen Waffen schlug. Zwei oder drei Theaterstücke erlebte ich bisher Shakespeare in moderner Fassung die mir zwar gefielen, aber nur bedingt vom Hocker rissen. Doch dieses Buch fesselte mich von der ersten Seite an. Ich fühlte mich mitten in dieses Geschehen versetzt. Margret Atwood verwendet keine einfach Sprache. Obwohl ich mehr als ein normales Schulenglisch kann, musste ich doch öfters zum Wörterbuch greifen, die feinen Nouancen zu verstehen. Es machte Freude, das Buch zu lesen. Meinem Sprachverständnis hat dieser Roman sehr gut getan.

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  • William Shakespears The Tempest wurde hier in eine Theatergeschichte eingebaut

    Hag-Seed
    Caroas

    Caroas

    11. December 2016 um 14:43

    In dieser Geschichte geht einen schrägen Theaterregisseur Felix Philipp der durch eine Intrige seine Job verloren hat und unter einem falschen Namen erfolgreich eine Theatergruppe in einem Gefängnis leitet.Felix wird hier von seiner rechten Hand Tony ausgebootet und auf die Straße gesetzt. Er hängt in den folgenden Jahren seinen Rachegedanken nach und baut nebenbei seine eigene Bewusstseinsebene auf indem er Miranda – seine verstorbene Tochter – leben lässt.Die Autorin schreibt hier einen Roman der sich um die Themen der Shakespearstücke dreht. Sie transportiert das Stück Temptest in die heutige Zeit und zeigt auch damit auf, dass die Thematiken nicht veraltert sind und dass Shakespear auch heut noch aktuell ist.Fazit, eine Geschichte die zwar nicht wirklich fesselt, trotzdem aber interessant ist. Shakespear kann, muss man aber nicht vorher gelesen haben.

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  • Hag-Seed

    Hag-Seed
    CanYouSeeMe

    CanYouSeeMe

    02. December 2016 um 21:58

    William Shakespeare's The Tempest retold as Hag-Seed Felix is at the top of his game as Artistic Director of the Makeshiweg Theatre Festival. His productions have amazed and confounded. Now he's staging a Tempest like no other: not only will it boost his reputation, it will heal emotional wounds. Or that was the plan. Instead, after an act of unforeseen treachery, Felix is living in exile in a backwoods hovel, haunted by memories of his beloved lost daughter, Miranda. And also brewing revenge. After twelve years, revenge finally arrives in the shape of a theatre course at a nearby prison. Here, Felix and his inmate actors will put on his Tempest and snare the traitors who destroyed him. It's magic! But will it remake Felix as his enemies fall? Hag-Seed ist das erste Buch, dass ich von der Autorin gelesen habe und wird wohl nicht das letzte sein. Obwohl ich das Original von Shakespeare nicht kannte, hatte ich keine Probleme, mich in die Thematik rein zu finden und die besondere Atmosphäre zu spüren. Der Schreibstil ist relativ anspruchsvoll, ich bin sowohl vom Satzbau als auch von dem allgemeinen Sprachgebraucht stellenweise arg gefordert worden – verständlich war für mich aber alles. Die Szenen haben sich für mich unterschiedlich flüssig gelesen, langatmige Stellen haben sich mit rasanten, stimmungsgeladenen Szenen abgewechselt. Hauptcharakter Felix ist interessant charakterisiert, ich habe eine Weile gebraucht um mit ihm warm zu werden und seine Motive und Antriebe zu verstehen. Die Nebencharaktere sind weitaus weniger facetten- bzw. detailreich beschrieben, dennoch konnte ich mir von weiteren wichtigen Rollen ein gutes Bild machen. Generell hätte ich mir mehr Details bei den Charakterbeschreibungen gewünscht, das wäre dann das Tüpfelchen auf dem i. Der Spannungsaufbau der Handlung ist durchaus gelungen, wenn auch nicht geradlinig. Die Szenen, die im Gefängnis spielen haben weitaus mehr Spannung innegehabt als alle anderen. Insgesamt habe ich ‚Hag-Seed‘ als interessantes und durchaus anspruchsvolles Buch erlebt, dass einem als Leser schöne Momente bereiten kann, wenn man sich darauf einlässt.

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  • Theater im Theater

    Hag-Seed
    Estrelas

    Estrelas

    20. November 2016 um 17:17

    Felix, ein enommierter Theaterregisseur, landet im Gefängnis - nicht als Insasse, sondern als Leiter der Theatergruppe der Häftlinge und erhält so die Gelegenheit, mit der Vergangenheit abzuschließen. In einer Reihe von Shakespeare-Adaptionen beschäftigt sich Margaret Atwood mit "The Tempest" auf eine Art, die den alten Stoff nicht nur näherbringt, sondern ihn auch in die heutige Zeit transportiert. Einerseits analysieren und interpretieren die Gefangenen Shakespeares Drama. Andererseits lebt der Regisseur mit der Aufführung die Rachegelüste aus, die dessen zentrales Thema sind, und wird damit zu Prospero, der personifizierten Hauptfigur Shakespeares. Die Autorin schafft es wunderbar, einen Bogen zu schlagen, gleichzeitig dem Original gerechtzuwerden und die Herausforderungen des Protagonisten darzustellen. Das ist wie Theater im Theater und höchst unterhaltsam.

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  • Shakespeare für dich, Shakespeare für mich!

    Hag-Seed
    wandablue

    wandablue

    17. November 2016 um 21:26

    Shakespeare für dich, Shakespeare für mich! Felix Phillips, Theaterdirektor der Theaterfestspiele in Makeshiweg, wird auf dem Höhepunkt seiner Karriere von seiner rechten Hand, Tony, ausgebootet und fertiggemacht. Er zieht sich zurück in ein abgelegenes Dorf, wo er inkognito und angeschlagen bzw. verwirrt, in mehreren Bewusstseinsebenen (gleichzeitig dargestellt) lebt, sowie Rachegelüsten nachhängt. Die feine, psychologische Analyse Felixens macht einen guten Teil des Reizes dieses Romans aus! Margaret Atwood zieht mithilfe des Genres des Erziehungsromans ein Remake von Shakespeares „Der Sturm“ aus der Traufe des Vergessens. Man muss das Stück nicht kennen, obwohl die Kenntnis nicht schadet, wenn man mit der Lektüre beginnt, denn es wird einem nach und nach auf sehr lustige und innovative Weise nähergebracht, immer näher, bis man es zur Gänze versteht und schätzen lernt. Denn Shakespeare war genial. Seine Figuren waren weder eindimensional noch von gestern. Denn es steckt eine Menge Psychologie in seinen Aufführungen und Stücken. Margaret Atwood jedoch ist nicht minder genial! Die ganze Welt des Theaters wird aufgetan und Illusion und Wahrheit fließen ineinander. Diese spannende Adaption von Shakespeares „Der Sturm“ durch Margaret Atwood, in der sie wie gewohnt alle Register ihres Könnens zieht, muss eigentlich jedem den Shakespearschen Geist näherbringen. Fazit: Vorhang auf! Shakespeare lebt! Hag-Seed von Margaret Atwood ist ein weiteres Lesehighlight des Jahres 2016! Kategorie: Anspruchsvoller Roman Verlag: Hogarth bei Penguin Random House, 2016

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    • 7
  • Leserunde zu "Hag-Seed" von Margaret Atwood

    Hag-Seed
    PenguinRandomHouseUK

    PenguinRandomHouseUK

    Liebe Leser,Unser Buch des Monats im Oktober ist Hag-Seed von Margaret Atwood, welches Teil unserer Hogarth Shakespeare-Reihe ist. Nach Jeanette Winterson, Howard Jacobson und Anne Tyler ist Margaret Atwood jetzt die vierte im Bunde, die mit ihrer Neuinterpretation von The Tempest eines von Shakespeares Werken in die heutige Zeit versetzt. DAS BUCH‘It’s got a thunderstorm in it. And revenge. Definitely revenge.’ Felix is at the top of his game as Artistic Director of the Makeshiweg Theatre Festival. His productions have amazed and confounded. Now he’s staging a Tempest like no other: not only will it boost his reputation, it will heal emotional wounds. Or that was the plan. Instead, after an act of unforeseen treachery, Felix is living in exile in a backwoods hovel, haunted by memories of his beloved lost daughter, Miranda. And also brewing revenge. After twelve years, revenge finally arrives in the shape of a theatre course at a nearby prison. Here, Felix and his inmate actors will put on his Tempest and snare the traitors who destroyed him. It’s magic! But will it remake Felix as his enemies fall? Margaret Atwood’s novel take on Shakespeare’s play of enchantment, revenge and second chances leads us on an interactive, illusion-ridden journey filled with new surprises and wonders of its own.DIE AUTORINMargaret Atwood is the author of more than forty books of fiction, poetry and critical essays including The Handmaid’s Tale, the Booker-winning The Blind Assassin, the MaddAddamtrilogy and her latest novel, The Heart Goes Last. Her work has received many awards around the world. She has also worked as a cartoonist, illustrator, librettist, playwright and puppeteer. Her first encounters with Shakespeare took place in the 1950s at her Toronto high school, and she has consistently named him as one of the most important influences on her own work. 'The Tempest is, in some ways, an early multi-media musical. If Shakespeare were working today he’d be using every special effect technology now makes available. But The Tempest is especially intriguing because of the many questions it leaves unanswered. What a strenuous pleasure it has been to wrestle with it!'HIER GEHT’S ZUR LESEPROBEIch verlose wieder 25 Exemplare und jeder der mir folgende Frage beantwortet kann gewinnen:Wie gefallen euch moderne Adaptionen von Klassikern?Viel Glück und liebe Grüße,Svenja

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    • 383
    wandablue

    wandablue

    17. November 2016 um 17:34
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    luv_books schreibt Auch Felix' Miranda hat wieder ihren Auftritt... sie ist sogar auf dem Video zu sehen, und 8Handz hört sie auch? Damit kann ich nicht so viel anfangen.

    Felix lebt in mehreren Welten. In einer davon weiß er ganz genau, dass Miranda tot ist, aber in einer anderen hält er sie gedanklich am Leben. Diese Bewusstseinsebenen (sagen wir mal so) ...

  • Hag-Seed von Margaret Atwood.

    Hag-Seed
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. November 2016 um 21:22

    Soundtrack zur Rezension: What a beautiful day von Levellers. Ich habe das Buch für die Lovelybooks-Leserunde kostenlos von Penguin Random House bekommen. Danke dafür. Ich hatte Probleme mit dem Buch. Es gab Teile, die habe ich geradezu geliebt. Die Szenen mit den Insassen des Gefängnisses, in dem Felix nach seiner Kündigung arbeitet, waren übersprühend vor Ideen. Wie bringt man Leuten, die kaum lesen können, Shakespeare nahe? Natürlich, indem man Ariel in einen Alien verwandelt und die Texte in selbst geschriebene Raps umbaut. Die Analysen haben mir sehr viel Freude bereitet. Ich hatte Spaß mit ihnen. Womit ich keinen Spaß hatte waren die Szenen außerhalb des Gefängnisses. Es hat einfach die Spannung gefehlt und jedes mal, wenn ich das Buch zur Seite gelegt habe, hatte ich es schon vergessen und musste mich Tage später beinahe zwingen, weiter zu lesen. Es war nicht fesselnd. Der größte Punkt ist, dass es keinen Gegner gibt. Es fehlte jemand, der Felix balanciert, das Gegengewicht zu seiner Rache. Seine Gegenspieler sind bis zum Finale weder zu sehen noch zu spüren. Das andere Problem war, dass der Leser so gar nicht in Felix’ Rache mit einbezogen wurde. Er googelt Tony regelmäßig. Er denkt oft das Wort Rache, aber es passiert nichts. Er wartet, bis sie ihm zufällig über den Weg laufen, und schlägt dann zu. Mit dem warten hätte ich keine Probleme, da das auch im Original der Fall war, aber dass man überhaupt nicht mitbekommt, was er plant, fand ich sehr schade. Tut er was für seine Rache? Nein. Denkt er sich Szenarien für seine Rache aus? Nein. Plant er letztendlich etwas für seine Rache? Ja, aber ohne den Leser. Vielleicht hätte es dem Buch da ganz gut getan, sich etwas vom Original zu entfernen. Schön fand ich, dass am Ende des Buches eine Zusammenfassung des eigentlichen Theaterstück stand, damit man sich noch mal die Details ins Gedächtnis rufen und Parallelen ziehen kann. Vermutlich sind dafür dann auch die 5 leeren Seiten im Buch: Damit man seine eigenen Interpretationen gleich aufschreiben kann. Anders kann ich sie mir nicht erklären. Den Schreibstil fand ich ansprechend. Mit wenigen Worten werden ganze Bilder gezeichnet, und das mag ich. Auf jeden Fall eine interessante Interpretation mit schönen Ideen, der es leider an Spannung gefehlt hat. Wer allerdings auf Theater und Regiearbeit steht ist mit diesem Buch sicherlich glücklich.

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    • 3
  • Lieber Shakespeare im Original

    Hag-Seed
    Kalliope1958

    Kalliope1958

    15. November 2016 um 16:57

    Von Beginn an stellte sich für mich die Frage, wie und ob dieses Werk auch ohne Kenntnis von Shakespeares Drama "Der Sturm" bestehen könnte. Es war ja Absicht des Hogarth Press Verlags, dass bekannte GegenwartsautorInnen die Werke des großen englischen Dichters nacherzählen. Meine Antwort nach dem Lesen: nein.Margaret Atwood gelingt es immerhin, eine Handlung zu erfinden, die Parallelität zu jener des vertriebenen Fürsten und der Rache an seinen Widersachern bietet. Es scheint aber, dass die Autorin so sehr bemüht war, den Plot in die Gegenwart zu verlegen, dass ihre eigentliche Sprach- und Imaginationskraft in den Hintergrund treten musste.Es mangelt den beschriebenen Charakteren an Authentizität und Tiefe. Der erfolgreiche Festivalleiter Felix, der sich schmollend in den hintersten Winkel eines Waldes zurückzieht und dort stumpf abwartet, ist weit von der Entschlossenheit und Faszination eines Prospero entfernt. Und warum ist Miranda der Welt der Lebenden entrissen? Dass sie die Funktion Ariels übernehmen soll, war für mich eine der größten Enttäuschungen an diesem Konstrukt.Unglaubwürdig auch die enthusiastische Mitarbeit der Gefängnisinsassen ( die Problematik des Bildungsprogramms zu durchleuchten wäre ein interessanter Ansatz gewesen). Langweilig jedenfalls die seitenlangen Ausführungen der Akteure über das mögliche Schicksal der Charaktere. Mit der Handlung von "Der Sturm" vertraut, ist man immerhin motiviert weiterzulesen, um die Auflösung des Dramas in dieser Version zu erfahren. Der Handlungsverlauf irritiert aber immer wieder durch unglaubwürdige Reaktionen und oberflächliche Aktionen. Wenn man davon absieht, könnte man dem Roman einen gewissen Unterhaltungswert zugestehen. Wer jedoch etwas von der Poesie, Sprachkraft und Weisheit Shakespeares wiederfinden möchte, wird durch die Lektüre enttäuscht sein und wird die Entscheidungen der Autorin nicht nachvollziehen können.Fazit: lieber Shakespeare im Original und jene empfehlenswerten Werke von Margaret Atwoods lesen, die ihrer eigentlichen Lebens- und Gedankenwelt entsprungen sind.

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  • Einer meiner Favoriten in diesem Jahr

    Hag-Seed
    HarIequin

    HarIequin

    12. November 2016 um 12:02

    Felix Karriere ist eigentlich auf dem Höhepunkt angelangt. Er ist Artistic Director im Makeshiweg Theatre Festival und arbeitet gerade daran „The Tempest“ auf die Bühne zu bringen. Da wird er von seinem Assistenten hintergangen, verliert seinen Job und beschliesst sich vollkommen von der Gesellschaft zu isolieren. In einer einsamen Hütte sinnt er auf Rache und sieht seine Chance, als ihm im örtlichen Gefängnis ein Job angeboten wird. Er soll den Insassen Theater und Shakespeare näher bringen. Nach Jahren sieht Felix endlich die Gelegenheit Rache zu nehmen und ins Leben zurückzukehren.  „Hag-Seed“ – Hexenbrut, von Hexen gesät? Der Titel bezieht sich auf Caliban, eine Art Sklave in Shakespeares „The Tempest“. Wieso er dem Stück den Titel gibt, ist mir bis jetzt schleierhaft, aber immerhin klingt er gut. Da das Ganze eine Art Adaption von Shakespeares „The Tempest“ (dt. „Der Sturm“)ist, stellt sich natürlich zuerst die Frage, ob man das Original lesen sollte. Ich persönlich habe es vorher gelesen und fand es sehr hilfreich, bzw. interessant die Parallelen selbst ziehen zu können. Margaret Atwood geht aber selbst in ihrem Roman sehr detailliert darauf ein und man kommt vermutlich auch ohne das Original mit. Insofern würde ich die Frage mit einem „kann man, muss man aber nicht“ beantworten. Womit wir auch schon bei der Handlung wären; diese ist sehr nah am Original angelegt, an für sich aber auch kein Abklatsch davon. Der Protagonist Felix war mir anfangs noch unsympathisch, kam mir aber im Verlauf immer menschlicher und sympathischer vor. Anfangs noch in seiner Hütte isoliert, nimmt das Buch immer mehr an Fahrt auf, sobald  das örtliche Gefängnis involviert wird. Felix Vorträge sind dabei vor allem hilfreich, wenn man „the Tempest“ vorher nicht gelesen hat. Aber auch ansonsten sind sie sehr interessant und das Zusammenspiel mit den Insassen gibt dem Roman einen humorvollen Ton. Ihre Theaterproduktion driftet bald ins surreale ab und endet mit einem fantastischen Finale. Zugegeben ist manches arg theatralisch – aber was soll man auch bei einem Theaterleiter erwarten? Mir hat der Aspekt super gefallen, ich kann aber auch verstehen, wenn es manchen zu überspannt ist. Allgemein lässt sich der Roman sehr gut lesen – die Sprache ist zwar eher anspruchsvoll, aber trotzdem noch flüssig. Alles in allem ist „Hag-Seed“ eine tolle, vielschichtige Adaption, die in diesem Jahr zu einem meiner Favoriten zählt. Ich habe den Roman in 2 Tagen verschlungen und auch noch 2 Wochen später wirkt er in mir nach.

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  • Merrily, merrily, merrily, merrily ... life is but a dream ...

    Hag-Seed
    engineerwife

    engineerwife

    09. November 2016 um 16:57

    Bei diesem Buch handelt es sich um eine Art Neufassung des Shakespeare Klassikers The Tempest. Felix wurde aus seinem Job als Artistic Director eines kleinen Theaters gedrängt und sinnt nun auf Rache an den Schuldigen. Er nimmt eine Stelle als eine Art Literatur- und Theaterlehrer am örtlichen Gefängnis an und beginnt eine Gruppe von Häftlingen in Shakespeare zu unterrichten. Er tastet sich langsam heran bis er seinen Höhepunkt mit genanntem Klassiker aufführt. Schnell stellt sich heraus, dass Felix keineswegs nur die Rolle als Prospero vorbereitet, er verkörpert diesen durch seine großzügige Rolle als der typische Antiheld. Obwohl er verbissen an seiner Rache arbeitet, gelingt es ihm, die Leben der inhaftierten „Schauspieler“ auch positiv zu beeinflussen. Gleichzeitig wird ihm in seinem ganz privaten Leben eine tragische Rolle zuteil. Er trauert um seine Tochter, die er im zarten Alter von drei Jahren verloren hat. Er kann nicht loslassen und so begleitet sie ihn wie ein Geist auf all seinen Wegen. Die Autorin schafft es wunderbar hier ein neues Schauspiel zu erschaffen, das nicht lediglich die alte Geschichte nacherzählt, sondern sie durch die Schauspieler neu interpretiert. Wie in einem Kurs an der Uni erforscht sie die Charaktere, taucht tief ein und sucht Gemeinsamkeiten. Selbst Leser wie ich, die das Original nur als kurze Zusammenfassung kennen, können Zusammenhänge schaffen. Mit einem Grand Finale lässt sie Felix seine Rache nehmen und gibt ihm auch seinen inneren Frieden zurück. Beim Lesen dieses tollen Buchs entstand bei mir Kopfkino vom Feinsten. Der skurrile Sinn für Humor, die Dramatik und der bildhafte Erzählstil machten es mir leicht, mich mal wieder mit Shakespeare zu befassen.  Auch Margaret Atwood werde ich mir auf jeden Fall näher ansehen!

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