Margaret Atwood Hexensaat

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Inhaltsangabe zu „Hexensaat“ von Margaret Atwood

Alles ist Illusion – Margaret Atwoods Verneigung vor dem großen Bühnenmagier William Shakespeare
Felix ist ein begnadeter Theatermacher und in der Szene ein Star. Seine Inszenierungen sind herausfordernd, aufregend, legendär. Nun will er Shakespeares „Der Sturm“ auf die Bühne bringen. Das soll ihn noch berühmter machen – und ihm helfen, eine private Tragödie zu vergessen. Doch nach einer eiskalten Intrige seiner engsten Mitarbeiter zieht sich Felix zurück, verliert sich in Erinnerungen und sinnt auf Rache. Die Gelegenheit kommt zwölf Jahre später, als ein Zufall die Verräter in seine Nähe bringt.
In ihrem brillanten Roman schafft die große kanadische Autorin Margaret Atwood mit der Figur des Theaterdirektors Felix ein würdiges Pendant zu Shakespeares Prospero aus „Der Sturm“, jenes Zauberers, der als ein Selbstporträt des alternden Barden aus Stratford-on-Avon gilt.

Eine Großartige Erzählung einer einzigartigen Autorin!

— Equida

Ein großartiges Buch!

— Angie*

Eine großartige Neuinszenierung vom Sturm! Lesenswert auch für Shakespeare Neulinge!

— miro76

Ein unglaubliches Buch von einer absolut großen Erzählerin.

— ThomasChristen

Shakespeares "Der Sturm" auf eher unkonventionelle Art neu und modern inszeniert - mir hat's gefallen :)

— SomeBody

hat mir sehr gut gefallen, schade das Atwood mich aber trotzdem nie so richtig in die Geschichte reinzieht

— sternchennagel

Beste Shakespeare-Adaption ever!

— Petris

Mir hat Atwoods Interpretation und Übertragung Shakespeares in unsere moderne Zeit sehr gut gefallen.

— NiWa

Schwungvolle Neuerzählung, die leider gerade am Ende ins Hinken kommt.

— killmonotony

Großartige Umsetzung von Shakespeares "Sturm"

— leserattebremen

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  • Prosperos Rache

    Hexensaat

    Giselle74

    13. January 2018 um 13:51

    Innerhalb der Hogarth Shakespeare-Reihe erscheinen Neubearbeitungen von Shakespeares Werken und zwar von international bekannten Autoren. So hat z.B. Anne Tyler "Der Widerspenstigen Zähmung" ein neues Kleid verpasst oder Edward St Aubyn sich mit "König Lear" auseinandergesetzt. Margaret Atwood, die Grande Dame der kanadischen Literatur, hat "Der Sturm" gewählt. "Der Sturm" gilt als Shakespeares letztes Werk, von dem die Sage geht, der Zauberer Prospero sei er selbst, der am Ende seines Lebens den Zauberstab zerbricht und die Bücher vernichtet. Das ist begrenzt glaubwürdig, wenn man die vielen noch offenen Fragen in der Shakespeare-Forschung bedenkt, zu denen unter anderem die Frage zählt, wer eigentlich der Autor war, den wir Shakespeare nennen... Margaret Atwood hat es sich also definitiv nicht leicht gemacht mit der Wahl dieses Stückes. Für eine Komödie ist es zu tragisch, für eine Tragödie gibt es zu wenig Tote und das Ende ist zu freundlich, was ist es also? Prospero, ehemals Herzog von Mailand, wird von seinem eigenen Bruder gestürzt und in einem lecken Boot im Meer ausgesetzt. Er erreicht in letzter Not eine Insel, auf der er zusammen mit seiner Tochter Miranda die kommenden Jahre verbringen wird. Und nun wird es kompliziert: es gibt dort Luftgeister, Göttinnen, Hexen, Trolle und den im Umgang etwas schwierigen Caliban. Der Zauberer Prospero schwingt sich zum Herrscher der Insel auf und schlußendlich gelingt es ihm sogar, Rache zu nehmen und seine Tochter geschickt zu verheiraten. Dafür braucht es viele Worte und Verwicklungen und so einiges an Personal. Mrs Atwood verlegt die Geschichte auf eine moderne Insel, einen Ort, der mehr oder weniger abgeschlossen ist von der Aussenwelt, ein Männergefängnis. Dort probt der gealterte, ehemals berühmte Regisseur und Schauspieler Felix Phillips mit den Insassen für eine Aufführung von "Der Sturm". Auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Leiter eines Theaterfestivals wurde er von seinem Freund und Mitarbeiter Tony betrogen und aus dem Amt entfernt. Er hat Rache geschworen und jetzt endlich scheint die Gelegenheit da zu sein... Was für ein Kunstgriff! Die ursprüngliche Geschichte wird also quasi umrahmt von der Neubearbeitung. Und der Leser darf rätseln, wer nun in der Jetztzeit welchen Charakter des Stückes darstellt. Zeitgleich bekommen wir aber auch noch eine Stückanalyse frei Haus, da Felix mit den Strafgefangenen, und somit ja auch mit dem Leser, das Drama in seine Bestandteile zerlegt, um es für den ungebildeten Laien verständlich zu machen. Denn in einem Gefängnis sitzen ja nun meistens alles andere als gebildete Theaterkenner. Natürlich muss man das Buch als das lesen, was es ist: eine Bearbeitung mit einem in groben Zügen vorgegebenen Inhalt. Es ist nicht zu vergleichen mit anderen Werken der Autorin, die besser durchkomponiert sind und prägnanter formuliert. Man sollte es als das sehen, was auch Margaret Atwood offensichtlich darin gesehen hat: einen riesengroßen Spass und eine Spielwiese für kreative Ideen. Sie hatte sicherlich nicht die Absicht, mit diesem Buch nobelpreiswürdige Lektüre abzuliefern. Sie hat sich ausprobiert, hat Raps im Shakespeare-Stil geschrieben, hat an den passenden Stellen Glitzerkonfetti verstreut und nicht jede Handlung auf ihre Wahrscheinlichkeit überprüft. Mir hat sie mit der Idee, dass während der Proben nur Schimpfwörter aus dem shakespeare'schen Original benutzt werden dürfen, viel Freude gemacht. Ich war im Übrigen überrascht, wie viele das Stück hergibt, aber das nur am Rande. Ich finde, Margaret Atwood hat ihre Aufgabe sehr selbstbewusst erledigt, aber auch sehr achtungsvoll vor dem Werk des Mannes, den man Shakespeare nennt. Für einen Schriftsteller, egal wie berühmt, ist es nicht leicht, sich mit dieser Ikone zu messen. Eine Neubearbeitung muss, verglichen mit dem Original, mit großer Sicherheit abfallen. Sie hat sich also gar nicht erst auf einen Vergleich eingelassen, sondern eher eine Hommage geschrieben oder auch eine kleine Werkanalyse verpackt in einen Roman. Wer das vor Augen hat, kann mit diesem Buch zum einen viel Spass haben und zum anderen auch einiges über den Sturm lernen. Und ganz unabhängig davon, ob man diesen Roman nun als großen Wurf betrachtet oder nicht, kann Margaret Atwood hervorragend schreiben. Ubd damit, ich sage es ganz unverblümt, wird die Kritik, das Werk wäre zu oberflächlich und nicht aussagekräftig genug, zu Jammern auf hohem Niveau. Daher meine Empfehlung: lesen, lernen, Spass haben.   Ich danke dem Knaus Verlag sehr herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

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  • Beeindruckendes Werk,,,

    Hexensaat

    Angie*

    15. November 2017 um 12:07

    REZENSION INHALT: Felix, eine etwas exzentrischer, älterer Theaterregisseur wird von seinen Kollegen gemobbt und verliert seinen Job am Stück *Der Sturm* . Seine Adaption an das gleichnamige Drama von William Shakespeare wird ihm rücksichtslos genommen. Er leidet darunter sehr, zieht sich in das Privatleben zurück, lebt  sehr lange abgeschieden, einsam und ärmlich in einer Hütte. Er ändert sogar seinen Namen. Nach einigen Jahren des Dahinsiechen ohne Lebensperspektive nimmt er einen Job als Theatermacher in einem Gefängnis an. Ungeahnte Möglichkeiten während seiner Arbeit als Regisseur tun sich für ihn auf. Er möchte mit den Gefangenen *Der Sturm* proben und aufführen. Zufällig bekommt er die Gelegenheit zum Kontakt zu seinen damaligen Widersachern und nun arbeitet er zielstrebig nur auf eines hin. Rache auszuüben an den ehemaligen  Kollegen,,,,,,MEINE MEINUNG:Diese ganz besondere Art der Erzählform, eine  Umarbeitung (Adaption) eines literarischen Stückes in eine andere Umgebungs - und Zeitform hat mich absolut fasziniert. Margaret Atwood hat in ihrer Erzählform das Niveau von William Shakespeares Dramen gespiegelt und für unser heutiges Leseverständnis perfekt dargestellt.  Das Buch liest sich flüssig,angenehm und erzeugt viele Bilder im Kopf. Mit leiser, humorvoller Erzählkunst bringt Margaret Atwood dem Leser die Gestalt des Felix ( bei Shakespeare Prospero) sehr nahe und stattet seinen Charakter mit sympathischer Gerissenheit und Schläue aus.  Man leidet mit ihm und wünscht sich sogar, dass seine Rachepläne , mit denen er es seinen Kollegen heimzahlen möchte, in Erfüllung gehen. Stimmungsvoll beschreibt die Autorin die Gefängnisatmosphäre , die Charaktere und Möglichkeiten der Insassen zum Schauspielern, Fähigkeiten , die von Felix intelligent auf den jeweiligen Menschen-Typ zugeschnitten werden. *Hexensaat* ist eine superschöne Hommage von Margaret Atwood an den grossen  William Shakespeare und steht an Dramatik und Bildhaftigkeit dem Stück des grossen Meisters in nichts nach. Wer möchte, kann am Ende des Buches  vorher eine kurze Inhaltsangabe des Originalstückes *Der Sturm* von Shakespeare zum besseren Verständnis des Buches erlesen, aber das ist absolut nicht zwingend. Lasst Euch unvoreingenommen auf dieses tolle Meisterwerk  und die Ausführungen von Margaret Atwood ein und ihr werdet einige wundersame, interessante, ganz andere Lesestunden, weitab vom Mainstream erleben,,,Meine Wertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch!

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  • Rache wird am besten kalt genossen

    Hexensaat

    miro76

    07. November 2017 um 21:17

    Felix Phillips ist ein begnadeter Regisseur und Leiter der Makeshiweg –Festspiele. Er inszeniert Shakespeare Stücke auf revolutionäre Weise und sein nächstes Meisterwerk, „Der Sturm“ soll ihn noch berühmter machen. Außerdem soll es ihn von seiner privaten Tragödie ablenken. Doch es kommt alles anders. Sein engster Mitarbeiter hat ihn schwer hintergangen und nimmt seinen Platz ein. Phillips zieht sich entthront in ein selbstgeschaffenes Exil zurück und versteckt sich hinter einer erfundenen Identität. Aber er behält seine Feinde im Auge. Nach Jahren des Versteckens lockt ein Zufall seine Widersacher in sein Revier. Er inszeniert mittlerweile Stücke im Gefängnis, als Lese- und Schreibunterrichtsmethode. Ein Bildung-durch-Literatur Programm, das ihm über die Jahre sehr ans Herz wächst. Als die Zeit der Rache naht, inszeniert er den Sturm im Gefängnis. Alles ist bereit für seinen großen Auftritt und seine Widersacher sehen sich plötzlich mitten im Stück. Margret Atwood hat es meisterhaft geschafft, den Sturm in unsere Zeit zu bringen. Es gibt eine spannende Arrestsituation, eine Revanche, die sich gewaschen hat, ein bisschen Zauberei und natürlich auch Versöhnung und einen Neubeginn. Es ist beeindruckend, wie nah die Autorin am Original bleibt und trotzdem ist alles stimmig und spannend. Hexensaat ist nicht vorhersehbar. Das Buch überrascht immer wieder, obwohl der Handlungsverlauf irgendwie bekannt ist. Aber den Schluss finde ich im neuen Sturm definitiv schöner! Empfehlenswert, nicht nur für Shakespeare Freunde. Man muss das Original nicht gelesen haben, um Hexensaat zu mögen. Aber man wird es vielleicht nachholen wollen. 

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  • Schöne neue Inszenierung

    Hexensaat

    momkki

    21. September 2017 um 22:53

    Bisher habe ich ja alle Bücher aus dem Shakespeare-Projekt verschlungen – Da musste das neue aus der Reihe natürlich auch direkt auf meinem Nachttisch. „Der Sturm“ wird hier sowohl in der Theaterlandschaft als im Gefängnis gespielt – Felix ist passionierter Theatermacher und lebt für seinen Job. Eines Tages wird er durch fiese Machenschaften seiner Mitarbeiter entlassen und verliert den Grund und Boden seines Lebens. Doch man sieht sich immer zwei Mal im Leben und so inszeniert er 12 Jahre später seine Rache. Er inszeniert „Der Sturm“ im Gefängnis, um so die böse Seite seines Widersachers in Szene zu setzen. Das schöne ist hier, dass viele Auszüge aus dem Original enthalten sind. Es gibt witzige und ironische Dialoge, auch wenn das Buch nicht ganz so gesellschaftskritisch ist wie man es bei Atwood gewöhnt ist. Ein Lesevergüngen für Herbstabende. Insgesamt bekommt der Roman 3/5 Sterne. Weitere Rezensionen und Podcast unter: www.zeilenfuchs.com :-)

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  • Hexensaat

    Hexensaat

    franzzi

    21. September 2017 um 09:06

    "Kreativität. Talent. Die zwei überstrapaziertesten Wörter in diesem Geschäft, dachte Felix bitter. Und die drei unnötigsten Dinge auf Erden: der Schwanz eines Priesters, die Titten einer Nonne und ein tiefempfundenes Dankesschreiben."Dieses Geschäft von dem dieser Felix in Margaret Atwoods "Hexensaat" spricht, ist das Theater. Felix war lange jahre Festivaldirektor eines de-Facto-Shakespeare-Festivals in Kanada - und seinen eigenen Schilderungen zufolge gehört er selbst zur Gattung Überstrapazierer. Regietheater, Blut, Provokation, Nacktheit, Glitzerkanonaden bis zum Eklat. Dummerweise hat sich besagter Felix so in sein Künstlersein verrannt, dass ihm erst auffällt, dass er hinter seinem Rücken heimlich abgesägt wird, als er seine Kündigung auf dem Tisch hat. Nicht die einzige Krise, die ihn schüttelt und so verschwindet er und fängt neu an. Das ist das Setting, das Atwood ausbreitet. Ein gefallener und gebrochener Mann, der sich wieder berappeln muss. - Und sie lehnt sich in ihrem Roman ganz offensichtlich und mit voller Absicht an einem früheren Werk der Weltliteratur an: William Shakespeares "Der Sturm", man könnte sogar sagen, sie webt das Werk in ihres ein, behaucht es neu, denkt es wieder und wieder um und versteckt es mal mehr mal weniger subtil in so vielen Ebenen ihrer Geschichte. Das ist an einigen Stellen übertrieben gewollt, in der Reststrecke mit Blick auf die denkenden Figuren unlogisch akademisch, im Großen und Ganzen aber unterhaltsam leichtfüßig - und, was bei der Kombination der beiden Autoren auf den ersten Blick nicht so logisch scheint: hoffnungsvoll. Ich kenne bisher nur Atwood-Werke, die an Dystopie kaum zu überbieten sind, und in der der Witz eher weh- als guttut. Die Hoffnung? Nie ganz tot, aber doch ziemlich. Und Shakespeare? Nun gut, sein Sturm wird eher seinen Komödien zugerechnet, von denen es nicht wenige gibt, aber wir kennen heute letztlich doch hauptsächlich seine Dramen, die sich nicht selten mit: Am Ende sind alle tot! zusammenfassen lassen. In "Hexensaat" kreist Atwood mit ihren zahlreichen Shakespeare-Anleihen auch um alles Destruktive, Hoffnungslose und Gewalttätige, doch es hält sich wunderbar mit den helleren Tönen des Lebens die Waage. Wunderbar tröstlich.

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  • Eine shakespearsche Hommage

    Hexensaat

    Nespavanje

    06. August 2017 um 10:49

    Als Felix durch eine Intrige seines Assistenten als Theaterdirektor abgesetzt und seine letzte Inszenierung von - Der Sturm - abgebrochen wird, ist er untröstlich. Als fast gänzlich gebrochener Mann zieht er sich und seine imaginäre und verstorbene Tochter Miranda in ein altes Haus, ohne fließend Wasser und Strom, zurück. Wie ein Stalker verfolgt er aus der Ferne, die Karriere seiner Peiniger - und entwirft mit der Zeit einen Plan zur Vergeltung, einen Plan der Rache. Vor einigen Jahren hat der britische Verlag Hogarth Press ein faszinierendes Projekt angekündigt: Der Verlag würde eine Reihe von Romanen - die auf Shakespeares berühmtesten Werke basieren publizieren und letztes Jahr im April 2016 (zum 400. Todestag von Shakespeare) war es soweit: Einige berühmte Schriftsteller haben ihre Shakespeare-inspirierten Werke veröffentlicht. Was mir besonders gut an diesem Projekt gefallen hat ist, dass sich der Deutsche Knaus Verlag entschloss, die jeweilige Übersetzungen zu veröffentlichen. Nachdem nun Margaret Atwood, die genauso wie der von mir verehrte Haruki Murakami, zu den ewigen Anwärtern auf den Literaturnobelpreis gehört und ich im Gegensatz zu Murakami bisweilen von ihr noch nichts gelesen habe, ihr Werk zum Thema - Der Sturm - zu dieser Reihe beigetragen hat, wurde es an der Zeit die Hexensaat zu lesen. Hauptcharakter in diesem Werk ist Felix, ehemaliger künstlerischer Leiter eines Theaterfestivals - und zeitgleich Atwood als Figur des Prospero dient - der ja im ursprünglichen Stück von seinem Bruder als Herzog von Mailand abgesetzt worden ist. Hexensaat ist aber auch so etwas wie ein Stück im Stück, denn es geht auch hauptsächlich darum, dass Felix das Theaterstück - Der Sturm - aufführen möchte, was ihm durch Tonys, seinem ehemaligen Assistenten, indizierten Absetzung nicht mehr gelungen ist. Hier liegt wohl auch die Komplexität von Hexensaat verborgen und eine gewisse Affinität zum Meisterbarden wäre für den geneigten Leser vom Vorteil, wobei ich mir traue zu behaupten, dass Atwoods kurzweilige Beschreibungen von - Der Sturm - beide Leser gleichermaßen überzeugen kann und damit einerseits den Kenner und andererseits den Neuling für sich und Shakespeare gewinnt. Mir hat es sehr gut gefallen und bin nun verleitet Margaret Atwoods Werke, genauso wie die anderen Werke der Hommage an Shakespeare zu lesen.

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  • Der Sturm im Sturm

    Hexensaat

    michael_lehmann-pape

    31. July 2017 um 14:07

    Der Sturm im SturmEr ist ein großer Theatermacher. Und er hat ein noch größeres Leid zu tragen. Eine gute Idee somit, das Leid zu bearbeiten und zu verarbeiten, indem er das tut, was er am besten kann. Ein Stück zur Aufführung bringen.„Die Ärzte taten, was sie konnte. Jede Plattitüde wurde aufgefahren“.Doch das wird eine ungeahnte Pause von 12 Jahren bedürfen und dann auch an einem Ort und mit „Schauspielern“ langsam, aber sich Gestalt annehmen, die sich Felix Philips so nicht vorher gedacht hätte.„Dieser heimtückische, hinterhältige Scheißkerl“. Und das ist er. Der vormalige Vertraute und aktuelle Verräter und Karriererist.Wobei es ganz gut ist, dass 12 Jahre vergangen sind. Vielleicht kann er so eine Weile noch unerkannt bleiben auf seinem Weg der „Rache“ einerseits und der „inneren Wiederbelebung“ andererseits. Vielleicht wird „Der Sturm“ von Shakespeare ihm Gelingen, ganz vielleicht sogar echten Frieden bringen.Und während man dem Unglück des „Felix“ (lateinisch: „Der Glückliche“ folgt, miterlebt, wie er mitten im Schaffen „ausgebootet“ wird und umgehend ein „Refugium“, eine „Insel“ findet, erinnert man sich, dass in Shakespeares „Der Sturm“ der Held Prosperos auch 12 Jahre auf einer Insel verbrachte. Und ebenfalls zuvor von einem engen Vertrauten, im Sütck vom eigenen Blut, und, wie im Buch nun auch, von je dessen „Gönner“ zunächst gründlich aus dem Spiel genommen wird. Atwood gestaltet das Buch wie die Handlung wie das zur Aufführung kommende Stück im Buch im Gesamten nach „Der Sturm“. Verlegt die Handlung in die „moderne Welt“ und ist wunderbar in der Lage, sowohl die formalen Aspekte (Orte, Personen und Ereignisse“ völlig neu zu füllen und je zu übertragen, wie sie sorgsam auch der inneren Dramatik des Stückes nachgehet, hier das Leiden ihres Felix ein wenig steigert, dort die „Insel“ ein wenig glättet und so alle Protagonisten in bester Weise Schritt für Schritt „antreten“ lässt zur großem Aufführung und zum ebenfalls wunderbar passend gestaltetem Finale.Mit all de Bildern eines realen Gefängnisses, eines inneren Gefängnisses (Trauer), eines inneren Exils, mit den Mitteln der Täuschung, der Illusion, der Doppelbödigkeit agieren alle Beteiligten. Atwood in ganz klarer und mitreißender Sprache, Shakespeare im Aufbau seines Stückes und an dessen Ende mit der Bitte um Applaus und damit Erlösung aus der Unsicherheit und Felix mit seinem Weg zur neuen Reputation, vor allem aber zum inneren Frieden in seiner Trauer. Die ihn in Kontakt zur „Geisterwelt“ bringt und erst am Rande des Wahns ihn in die Welt zurückführt. Geändert, aber nicht geläutert, zunächst.„Lavinia, Julia, Cordelia, Perdita, Marina. All die verlorenen Töchter. Einige von ihnen wurden wiedergefunden, warum nicht auch Miranda“? Was dennoch schwer erden wird, denn Töchter können ja auf verschiedene Weise verschwinden. Und je nachdem den Vater vor fast unlösbare Aufgaben stellen. Was wiederum den Leser interessiert, animiert, sich der Frage mit anzuschließen,, ob und wie das Felix im Buch wohl unter diesen konkreten Umständen gelingen kann.Und so spielt es am Ende keine Rolle, ob Insel oder Gefängnis, ob Unwetter oder Schneesturm, ob lebendig oder tot, ob Bruder oder Günstling, eng folgt Atwood dem Faden des Stückes und jede Seite kündet von ihrer gelungenen Mission, den Geist Shakespeares in die moderne Welt zu übertragen.Ein hervorragender Roman mit vielen Ebenen, ebenso vielen menschlichen Erkenntnissen, sprachlich hervorragend umgesetzt und mit einigen eigenen Schwerpunkten versehen.

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  • Das Theater im Theater – ein vollumfängliche gelungenes Doppelspiel!

    Hexensaat

    Mira20

    24. July 2017 um 11:51

    Um es vorweg zu nehmen: Ich bin kein Theaterfan und auch kein grosser Shakespearekenner, aber dieses Buch hat es mir angetan und nun lese ich tatsächlich „ Der Sturm“ von William Shakespeare!Deshalb finde ich, man muss kein Shakespearekenner sein um sich von diesem Buch packen zu lassen!Felix war ein Star in der Theaterszene, bis er 12 Jahren zuvor durch eine Täuschung und Intrigen von seinem einflussreichen Posten als künstlerischer Direktor des Makeshiweg-Theaterfestivals entlassen wurde. Er verschwindet völlig aus der Öffentlichkeit und nimmt sogar einen neuen Namen an. Neue Herausforderungen findet er als Lehrer in einer Justizvollzugsanstalt zum Programm Bildung durch Literatur. Hier führt er nun jedes Jahr mit viel Erfolg Shakespeare Stücke auf. Nun nach 12 Jahren erhält er die einmalige Chance mit seiner Theatergruppe „Den Sturm„ aufzuführen. Ein Doppelspiel beginnt, denn im Publikum sitzen seine ehemaligen Gegner.Brillant wie die Autorin das Bühnenstück zerlegt. Gemeinsam mit den Gefängnisinsassen der Theatergruppe lernt der Leser vieles über Shakespeares „Der Sturm“ und über die Möglichkeiten der Interpretationen. Das war absolut faszinierend. Aber auch das doppelte Spiel, das die Autorin einfädelt, ist absolut genial umgesetzt. Felix inszeniert nicht nur auf der Bühne der Sturm, nein, er erlebt Shakespeares Sturm im echten Leben mit all seinen Facetten.Als Leser fiebert man richtiggehend der Vorführung entgegen und wünscht Felix nur bestes Gelingen!Das Buch unterhält aber auch hervorragend, die Dialoge sind witzig und je weiter die Geschichte fortschreitet desto dynamischer wird sie. Meine einzige Kritik gilt deshalb auch der Vorgeschichte. Diese ist zwar sehr interessant in den Roman integriert und für das Verständnis auch notwendig, aber doch eher lang und ruhig geraten. Von mir erhält der Roman eine absolute Leseempfehlung!  

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  • Hexensaat

    Hexensaat

    thenight

    18. July 2017 um 08:52

    Inhalt: Der exzentrische Theaterregisseur Felix ist der Star eines bedeutenden Festivals, seine Inszenierungen locken die Massen in die Vorstellungen. Bis nach dem Tod seiner Frau und dem kurz darauf folgenden Tod seiner kleinen Tochter, sein engster Vertrauter gegen ihn intrigiert und er noch vor der Uraufführung seines nächsten Stückes "der Sturm" von Shakespear entlassen wird. Mit diesem Stück wollte Felix den Tod seiner kleinen Tochter Miranda verarbeiten, sein Kind ein stückweit unsterblich werden lassen.12 Jahre später, in denen Felix allein in einer kleinen abgelegen Hütte lebt und mittlerweile als Schauspiellehrer unter dem Namen Mr. Duke, an einem Gefängnis arbeitet, bietet sich ihm die Gelegenheit zur Rache.Meine Meinung:Margaret Atwood schrieb dieses Buch im Rahmen eines Projekts, das der Verlag Hogarth Press anlässlich Shakespears 400. Geburtstag ins Leben gerufen hatte.Die deutsche Umsetzung realisiert der Knaus Verlag. Aufgabe der Autoren war es ein Stück des berühmten Schriftstellers zu adaptieren, es in die heutige Zeit zu holen.Meiner Meinung nach ist dies der Autorin hervorragend gelungen, sofern ich das beurteilen kann, denn leider muss ich zugeben das mir dieses Stück vollkommen unbekannt war. Eine Zusammenfassung des Stückes am Ende des Buches, half mir aber sehr.Felix Phillips, stand meiner Meinung nach zu Beginn des Buches am Rande des Wahnsinns und so erschien es mir logisch, das sein Vertrauter Tony die Gelegenheit ergriff um ihn aus seiner Position entfernen zu lassen, geschickt machte er sich Felix Kummer und Schmerz zunutze.Und auch im Laufe seines selbst gewählten Exils gesundete Felix nicht, sondern badete in Selbstmitleid. In seiner Vorstellung lebte seine Tochter mit ihm in der Hütte er ließ sie in seiner Vorstellung sogar älter werden. Erst die Arbeit mit den Häftlingen gab dem Regisseur neuen Halt.Margaret Atwood hat den Focus eindeutig auf Felix gelegt und so blieben die weiteren Protagonisten leider etwas blass. Nichts desto trotz bekommt Hexensaat eine absolute Leseempfehlung von mir. Es hat Spaß gemacht eine alte Geschichte in neuem Gewand zu lesen und bestimmt werde ich auch noch eine weitere Adaption lesen, vielleicht die eines Stückes das mir auch bekannt ist, die Auswahl ist ja groß genug: Jeanette Winterson  „Das Wintermärchen“ neu mit „Der weite Raum der Zeit“, Howard Jacobson „Der Kaufmann von Venedig“ neu mit „Shylock“, Anne Tyler  „Die Widerspenstige Zähmung“ neu (Herbst 2016), Margaret Atwood  „Der Sturm“ neu (Frühjahr 2017), Jo Nesbø  „Macbeth“ neu (Herbst 2017), Tracy Chevalier  „Othello“ neu (Frühjahr 2018), Edward St. Aubyn „König Lear“ neu (Herbst 2018), Gillian Flynn „Hamlet“ neu (Herbst 2018)

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  • Meine Rezension zu "Hexensaat"

    Hexensaat

    Belladonna

    14. July 2017 um 08:25

    Beschreibung Felix lebt für das Theater und liebt seine Arbeit als Direktor und Regisseur bei dem Makeshiweg Theater Festival. Mit seine Aufführrugen die durch ihre Ausergewöhnlichkeit bestechen, zählt Felix zu den Stars der Theaterszene. Demnächst möchte er mit „Der Sturm“ ein Stück von Shakespeare auf die Bühne bringen, mit dem er gleichzeitig einen privaten Schicksalsschlag zu verarbeiten hofft. Durch seine rechte Hand Tony kann sich Felix rein auf die kreative Schaffensphase konzentrieren und bemerkt dabei die sich langsam anbahnende Katastrophe nicht. Durch eine hinterhältige Intrige wird Felix von seinem Posten enthoben und sein geplantes Stück auf Eis gelegt. Seiner Hoffnung beraubt zieht sich Felix vollkommen von der Gesellschaft zurück und beginnt ein einsames Dasein als Einsiedler. Jahre später bekommt Felix die Gelegenheit Rache an seinem Verräter zu nehmen… Meine Meinung Margaret Atwoods Roman „Hexensaat“ ist bereits das vierte Buch aus der Hogarth Shakespeare Reihe, in der zu Ehren seines 400. Todestages am 23. April 2016 einige seiner Werke im modernen Gewand erstrahlen. Kürzlich habe ich bereits mit „Die störrische Braut“ die neu erzählte Geschichte von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ gelesen und war von der frischen Komödie begeistert. Neugierig geworden, habe ich mir mit dem Roman„Hexensaat“ von Margaret Atwood die Adaption von Shakespeares „Der Sturm“ zur Hand genommen. Das Cover passt mit der Farbgestaltung rot und schwarz sehr gut zum düsteren und rachelüsternen Inhalt. Der Titel „Hexensaat“ sowie der Titel des adaptierten Werkes „Der Sturm“ finden sich auf Vorder- und Rückseite des Buchumschlages. "Es war sein Taj Mahal, ein überladenes Mausoleum zu Ehren eines geliebten Schattens, oder eine Urne, die mit Juwelen von unschätzbarem Wert besetzt war und doch nur Asche enthielt." (Seite 25) Zum ersten Mal habe ich nun ein Buch der großartigen Margaret Atwood gelesen und ich kann getrost unterstreichen, dass man sie tatsächlich in die Riege der großen Schriftsteller einreihen kann. Der mitreisende Erzählstil und ihre treffsichere, pointierte Sprache haben mich auf Anhieb für sich eingenommen. In ihrem Roman wird Shakespeares Werk „Der Sturm“ zu einem großen Bestandteil der Handlung, denn die Geschichte des Zauberers Prospero soll als Theaterstück aufgeführt werden und wird somit von allen Blickwinkeln durchleuchtet. Sehr gelungen fand ich die Auswahl des Gefängnisses als Kulisse und Felix einsamen Rückzugsort, der sich als perfektes Pendant zu Prosperos Insel entpuppt. Die Gefängnisinsassen stellen als Theaterschauspieler das passende Werkzeug bereit, um die Themen des Sturms aufzunehmen und in seine Einzelteile zu zerlegen. "Verloren auf hoher See, treibt er hierhin und dorthin. In einem fauligen Wrack, das selbst die Ratten schon verlassen haben." (Seite 172) Im Vordergrund steht zum Einen der fein gezeichnete und egozentrische Theaterregisseur Felix als moderner Prospero und zum Anderen das Theaterstück „Der Sturm“ als gespitzte Waffe für seine Rache. Felix polarisiert als Hauptprotagonist gegenüber den anderen Charakteren stark, so das diese bis zum Ende in seinem Schatten stehen. Leider waren sogar die kreativen und einfallsreichen Gefängnisschauspieler blass und boten nicht genügend Kontrast zu Felix. Star des Romans war für mich eindeutig die intensive Auseinandersetzung mit Shakespeares Werk und die interessanten Einblicke in den Entstehungsprozess eines Theaterstückes. "Man erfährt so viel Zurückweisung, so viele Enttäuschungen, so viele Fehlschläge. Man braucht ein eisernes Herz, eine Haut aus Stahl, die Willenskraft eines Tigers, noch mehr sogar als Frau." (Seite 180)Margaret Atwood ist es hervorragend gelungen sich mit den Kernstücken des Sturms auseinander zu setzen und diese in eine moderne und unterhaltsame Lektüre zu packen. Allerdings empfiehlt es sich die Geschichte und Charaktere aus Shakespeares „Der Sturm“ im Vorfeld zu kennen. Am besten man liest sich dafür die kurze Zusammenfassung am Ende des Romans durch oder hört sich das Hörbuch aus der Reihe „Shakespeare kurz und bündig“ an. "Aber wenn man die Leiter einmal erklommen hat, welchen Nutzen hat sie dann noch? Man tritt sie beiseite, wenn man nicht vorhat, sie wieder hinunterzusteigen." (Seite 221) Fazit Rache, Vergeltung, Liebe und Illusion machen Atwoods Roman zur perfekten Adaption eines Shakespeare Klassikers. --------------------------------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 13.07.2017

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  • Tolle Umsetzung

    Hexensaat

    raven1711

    30. June 2017 um 09:43

    Rezension Margaret Atwood - Hexensaat Klappentext:Felix ist ein begnadeter Theatermacher und in der Szene ein Star. Seine Inszenierungen sind herausfordernd, aufregend, legendär. Nun will er Shakespeares „Der Sturm“ auf die Bühne bringen. Das soll ihn noch berühmter machen – und ihm helfen, eine private Tragödie zu vergessen. Doch nach einer eiskalten Intrige seiner engsten Mitarbeiter zieht sich Felix zurück, verliert sich in Erinnerungen und sinnt auf Rache. Die Gelegenheit kommt zwölf Jahre später, als ein Zufall die Verräter in seine Nähe bringt.Meinung:Ich bin ja ein großer Fan von Margaret Atwood. Dementsprechend gespannt war ich auf ihre Umsetzung von Shakespeares „Der Sturm“. Dieses Stück war mir selber weniger geläufig. Doch obwohl mir der Stoff unbekannt war, hatte ich keine Schwierigkeiten, der Geschichte zu folgen.Denn der Regisseur Felix erleidet hier eine Schmach, an der er sich an denen, die ihm diese zugeführt haben, rächen möchte. Er wird Theaterleiter in einem Gefängnis und inszeniert dort mit den Gefangenen Shakespeares Stück, als seine Peiniger wieder auf den Plan treten, um so Rache an Ihnen üben zu können.Margaret Atwood hat wieder gezeigt, dass sie eine großartige Schriftstellerin ist. Nicht nur ist es ihr gelungen, den Stoff in einem modernen Gewand zu präsentieren. Sie hat auch die Sprache Shakespeares gekonnt eingefangen und sie ihren Protagonisten geschickt in den Mund gelegt, ohne überzogen oder altmodisch zu wirken. Immer wieder wird auf das klassische Stück und die Handlung verwiesen und dem Leser zeigen sich somit die Parallelen zum aktuellen Geschehen.Auch die Protagonisten sind spannend ausgearbeitet, werden den ihnen zugedachten Rollen gerecht und runden diesen Roman gekonnt ab. Am Ende des Romans gibt es dann nochmal eine Zusammenfassung des originalen Bühnenstücks, das den Leser dazu verleitet, sich mit der Umsetzung Atwoods auseinanderzusetzen und die Parallelen zu finden. Fazit:Eine großartige Umsetzung eines klassischen Stücks. Gekonnt verwebt Atwood hier ihre moderne Variante mit dem Original und sorgt für Frische in diesem etwas unbekannteren Stück von Shakespeare.Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.Vielen Dank an den Knaus Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Das richtige Buch für Shakespeare - Fans

    Hexensaat

    Janinezachariae

    29. June 2017 um 23:19

    Dieses Buch hat mir wirklich gefallen. In dieser Shakespeare – Neuerzählung von ‘Der Sturm’ inszeniert Margaret Atwood eindrucksvoll das Stück ‘Der Sturm’ und geht dabei so detailliert und gewissenhaft vor, dass ich es unheimlich genossen habe – endlich mal eine genaue Analyse und Interpretation eines William Shakespeare Stückes. Dabei fängt das Buch direkt mit einem Teil einer Aufführung an, die man erst am Ende zu lesen bekommt, denn Felix Phillipps, einst ein erfolgreicher Theaterregisseur, sinnt nach Rache und was eignet sich da besser als eine Aufführung, die er zusammen mit einigen Gefängnisinsassen aufführt? Aber von vorne: Felix ist ein Opfer einer Intrige geworden und seiner Position bei einem Theater-Festival geraubt, unmittelbar nachdem seine Tochter gestorben war. Felix zieht sich ins Exil zurück, voller Trauer und Kummer, Selbstvorwürfen und auf Rache gesinnt. Viele Jahre später arbeitet er, getarnt als Mr Duke, in einem Gefängnis bei einem Theater-Projekt und nimmt Werke von William Shakespeare dran – jedes Jahr ein anderes. Bis er endlich zu seinem “Der Sturm” kommt, was er damals nicht mehr zustande bekam, da der Komplott ihn daran gehindert hatte. Doch nun bekommt er seine Chance – auch für seine Rache. ** Dieses Werk hat mir sehr gefallen, zumindest was die Szenen im Gefängnis angeht. Denn diese waren eindrucksvoll und sehr liebevoll erzählt. Man spürt, wie viel ‘Der Sturm’ Margaret Atwood bedeutet und ich bin so froh, dass sie es im Gefängnis spielen lässt, denn die Insassen sind clever, intelligent und sehr einfallsreich. Sie analysieren, thematisieren und nehmen das komplette Stück auseinander. ** Was mir gar nicht gefallen hat, ist die Fahrlässigkeit die man der Tochter entgegengebracht hat als sie mit drei Jahren gestorben ist. Dazu habe ich mich im Video ausführlich ausgelassen, weshalb ich es hier nur kurz erwähnen werde. **

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  • Von Shakespeare & Company gäbe es 'Standing Ovations'

    Hexensaat

    Federfee

    28. June 2017 um 10:23

    Ich schicke voraus: mir gibt Shakespeare nichts und ich kann ein Theaterstück nicht wie einen Roman lesen, sondern muss es auf der Bühne sehen. Warum dann eine Adaption von Shakespeares 'Sturm' lesen? Weil sie von der großartigen Margaret Atwood geschrieben wurde. Und ich wurde nicht enttäuscht.Wer einfach nur einen gut geschriebenen Roman lesen will, bitte schön. Wer mehr möchte, tiefere Ebenen, der wird auch das finden. In diesem Roman steckt so viel, dass ein zweites oder gar drittes Lesen weitere bereichernde Entdeckungen bringen wird.Felix, ein avantgardistischer Theaterregisseur, wird von seinem Partner Anthony grob und bösartig ausgebootet und aus dem Theaterbetrieb gedrängt. Entlassen. Nun steht er da, der alternde Mann, seine Frau ist gestorben und die Tochter kurz danach mit drei Jahren. Der Schmerz ist noch lange nicht verarbeitet und ausgerechnet in einer Neufassung vom 'Sturm' wollte er seine Tochter Miranda wieder aufleben lassen."Und was den Gipfel seiner Möglichkeiten anbetraf: Der Gipfel ist immer gefährlich. Vom Gipfel aus kann der Weg nur abwärts führen." (HC 20)Er verschwindet ohne sich von irgendjemand zu verabschieden, verwischt planvoll seine Spuren und fristet jahrelang sein Dasein in einer primitiven Hütte irgendwo auf dem Land. Er hat nur noch zwei Ambitionen: seine 'Sturm'-Inszenierung zurückzubekommen und RACHE.Eine Aufgabe gibt seinem Leben ein wenig Sinn: er arbeitet als Mr Duke mit Strafgefangenen sehr erfolgreich an der Umsetzung von Theaterstücken von Shakespeare, wobei es primär um die Verbesserung der Lese- und Schreibfähigkeiten geht. Mit großem pädagogischen Geschick bringt er die 'schweren Jungs' dazu, sich für Shakespeares Theater zu begeistern. Schon mit seiner Einführungsrede in den Kurs hat er 'die Truppe' am Haken. Nur wenige springen wieder ab und die Aufführungen - nicht live, sondern auf Video - sind jedes Mal ein großer Erfolg.Wunderbar, wie er die Strafgefangenen begeistern kann. Nur ein Beispiel: Sie dürfen zwar fluchen, jedoch ausschließlich mit den von Shakespeare in dem jeweiligen Stück gebrauchten Wörtern. Die sind auch nicht ohne (Bastard, Hexenbalg), aber oft lustig (Kauz und Kröte über euch) und müssen erst mal erlesen und aufgeschrieben werden. Felix' Kontrahenten – Anthony und die anderen Beteiligten – sind inzwischen skrupellos die Karriereleiter weiter hoch geklettert. Felix hält sich über das Internet auf dem Laufenden:"Er hatte beobachtet, wie Tony Sals Beispiel gefolgt und in der Bundespolitik untergeschlüpft war, wo die Ernte reichhaltiger und die Veranstaltungen prestigeträchtiger waren." (HC 78)Klar, dass Margaret Atwood diese Chance zu kritischen Anmerkungen zu Politikern nicht ungenutzt hat verstreichen lassen. Als die Minister vorhaben, das Gefängnis zu besuchen und sich die ungewöhnliche Theatermethode anzuschauen, ergibt sich nach so vielen Jahren für Felix eine Möglichkeit, seine Rachegedanken in die Tat umzusetzen.Es bleibt spannend: Wird er es schaffen, sich zu rächen? Was wird er machen? Wie schlimm wird es werden? Wird er seine Trauer um seine Tochter überwinden? Wird auch dieses Theaterstück ein Erfolg?Die Antworten sind im Buch zu finden, das quasi ein Theaterstück im Roman beinhaltet, so wie Felix über einen Schauspieler sagt: "Ein Hochstapler, der einen Schauspieler spielt. Ein doppelter Irrealis." (HC 199).Die Sprache ist zwar einfach, aber hat es trotzdem in sich. Da fallen so schöne Sätze wie: "Der Fußboden ist grau, aus einem Belag, der wie Granit aussehen möchte, es aber nicht schafft." (HC 86)Man muss den 'Sturm' von Shakespeare nicht gelesen haben. Wer will, findet hinten im Buch eine inhaltliche Zusammenfassung.Nicht zuletzt ein Wort zum Cover, zum Schutzumschlag, der in seiner vorwiegend schwarzen Gestaltung sehr auffällig wirkt. Ich finde immer, eine liebevolle Gestaltung hat auch Erwähnung verdient, hier besonders die inneren Seiten, die raffiniert mit schwarz-weiß-roten Müsterchen versehen sind, Bildchen in Wiederholung, toll gemacht.Kurz: ich bin begeistert und habe dieses Buch mit großem Genuss gelesen.Wer mehr über das Shakespeare-Projekt wissen möchte: http://shakespeare-projekt.de/

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    • 4
  • Shakespeare reloaded

    Hexensaat

    Doryzz

    24. May 2017 um 23:13

    Dem Theaterregisseur Felix wird auf ziemlich unkollegiale Weise ohne Vorankündigung und mit fragwürdigem Grund die Stellung gekündigt. Er ist zutiefst verletzt und zieht sich daraufhin in fast einsiedlerischer Manier in eine abgelegene Hütte zurück. Lediglich seine verstorbene Tochter Miranda leistet ihm in seiner Fantasie Gesellschaft. Nach etwa zwölf Jahren erfährt Felix von einem Job als Bildungsbeauftragter an der örtlichen Justizvollzugsanstalt, bewirbt sich und bekommt die Stelle. Nun kann er wieder als Regisseur tätig sein und arbeitet zusammen mit den Häftlingen erfolgreich Inszenierungen für Shakespeare-Dramen aus. Als der Besuch zweier Minister angekündigt wird, die sich ein Bild von der Arbeit der Theatertruppe machen wollen, stellt Felix fest, dass es sich bei den Besuchern um genau die zwei Männer handelt, die ihm zwölf Jahre zuvor seinen Job genommen haben. Felix sieht die Chance gekommen sich zu rächen, und er beschließt, das mittels des Stückes „Der Sturm“ in die Tat umzusetzen. „Hexensaat“ ist kein Mainstream-Roman nach dem üblichen Schema. Shakespeares Stück spielt die wesentliche Rolle – das Covermotiv ist nicht ohne Hintergedanken auf der Rückseite nochmals mit dem Titel „Der Sturm“ abgebildet. Margaret Atwood erzählt die Geschichte des Regisseurs mit viel Situationskomik und beginnt mit einem geschickten Schachzug, indem sie die Aufführung des Gefängnisensembles im Prolog vorwegnimmt und an der spannendsten Stelle abbricht. Damit weckt sie beim Leser Neugier und Erwartungen und lässt reichlich Platz für Spekulationen. Der Schwerpunkt wird bald deutlich, denn besonders in Bezug auf Felix lassen sich viele Gemeinsamkeiten mit Shakespeares Helden entdecken. Seinen Charakter lernt man im Verlauf der Handlung hinreichend gut kennen, doch sein ganz persönliches Schicksal stellt über weite Strecken nur die Rahmenhandlung dar. Auch den Darstellern, die nicht nur als Schauspieler sondern auch als Menschen interessant sind, wird bedeutend weniger Aufmerksamkeit gewidmet. Sie bleiben als Charaktere weitgehend oberflächlich. Ebenso geht die Handlung abseits der Theaterthematik zu wenig in die Tiefe.  Auf „Hexensaat“ muss man sich einlassen, sowohl in stilistischer als auch inhaltlicher Hinsicht. „Der Sturm“ wird auf unkonventionelle Art neu inszeniert und eröffnet dabei ganz neue Sichtweisen. Es ist sozusagen eine Interpretationshilfe auf sehr unterhaltsame Art, die den Wunsch erweckt, auch andere Stücke auf diese Weise kennen zu lernen. Doch wie erlebt jemand das Buch, der sich nicht für Shakespeare oder für das Theater interessiert? Der es einfach deshalb liest, weil er Atwood-Fan ist? Wenn man den „Sturm“ in der Originalfassung nicht kennt, könnte es schwierig werden (daher sei hier auf die Inhaltsangabe am Ende von „Hexensaat“ verwiesen), aber vielleicht macht für einige Leser gerade das den Reiz aus. Für meinen Geschmack war es nicht zu viel Shakespeare, aber definitiv zu wenig vom Ensemble und der Handlung um Felix. Für das Shakespeare-Projekt beim Knaus Verlag ist das Buch auf jeden Fall ein Gewinn.

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  • Klassiker neu interpretiert, was hier super gelungen ist.

    Hexensaat

    YvisLeseecke

    22. May 2017 um 21:27

    Meine Meinung:Ich muss tatsächlich sagen, dass ich schon immer etwas von der Autorin lesen wollte. Daher habe ich die Gunst der Stunde genutzt und dieses Buch angefragt. Was soll ich sagen, das Buch konnte mich zu 100% überzeugen. Es fängt mit dem tollen Schreibstil an. Die Autorin schafft es, in kurzen knappen Sätzen und Kapiteln, Emotionen und Bilder zu schaffen. Das Buch war an keiner Stelle langatmig oder langweilig. Die Spannungsbögen sind perfekt gesetzt. Unsere Hauptcharaktere war sehr gut ausgearbeitet und man konnte sich super in Ihn und vor allem seine Gedanken hineinversetzten. Bei den Nebencharakteren, vor allem den Gefängnisinsassen hätte ich ruhig noch ein bisschen Tiefe haben können. Die Geschichte war aber das, was mich am Ende restlos überzeugte. Ich kenne „Der Sturm“ von Shakespeare leider nicht. Aber ich fand es einfach grandios wie dieses Original Stück Beschrieben wurde und in die Gefängnis-Situation eingearbeitet wurde. Wie unser Hauptcharakter mit den einzelnen Szenen arbeitet und welch Intelligenz in ihm steckt, für jeden die passende Rolle zu finden. Diese Interpretationen der Charakter und die Übertragungen auf die „realen“ Personen die er nur zur Verfügung hat waren einfach toll. Die Umsetzung von einen Klassiker ins Moderne, ohne das es langweilig geworden ist, ist hier sehr gut gelungen. Es war an keiner Stelle für mich vorhersehbar und durchgehend spannend Fazit: Klassiker neu interpretiert, was hier super gelungen ist.

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