Margaret Atwood Oryx und Crake

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Inhaltsangabe zu „Oryx und Crake“ von Margaret Atwood

Crake und Jimmy sind Freunde, und sie lieben dieselbe Frau: die rätselhafte Oryx. Sie leben in einer ständig von Klimakatastrophen bedrohten Welt in einer gar nicht so fernen Zukunft. Crake, ein Genie genetischer Manipulation, ist Wissenschaftler und arbeitet an der Entwicklung neuer Medikamente, die die Menschen gegen Epidemien im Gefolge der Umweltkatastrophen immunisieren sollen, aber er verfolgt darüber hinaus ganz eigene Pläne.

Planet geschrottet,Menschheit ausgerottet.Einer lebt und versucht,in der nutzlosen Plastikwüste zu überleben.Atwood erzählt nüchtern&trifft.

— franzzi

Dystopie mal anders! - Trotz ruhigerer Atmosphäre lesenswert.

— katha_strophe

Etwas verwirrend, teilweise langatmig, aber trotzdem fesselnd.

— katha_dbno

Verstörend, genial, unglaublich, Margaret Atwood pur

— Amke

Dies ist schlichtweg die beste Dystopie/ Utopie seit Huxleys Brave New World.

— bookwyrm

Eine intelligente, nachdenklich stimmende Anti-Utopie, die fasziniert u. zugleich abstößt. Vielversprechender Start der MaddAddam-Trilogie.

— chuma

Ein Endzeitszenario, beklemmend, irritierend und voller beißender Ironie.Man schwankt zwischen Verwunderung und Entsetzen und amüsiert sich.

— sursulapitschi

Erwachsen, intelligent und aktuell

— raven1711

Klug, ruhig, spannend ohne Action, philosophisch, erschreckend und beängstigend. Ein brisantes apokalyptisches Szenario, sehr lesenswert!

— Tatsu

Eine schräge Geschichte über die letzten Tage der Menschheit... - irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn

— miro76

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  • Oryx&Crake

    Oryx und Crake

    franzzi

    Die Menschheit hat es geschafft, erst den Planeten zu schrotten und sich dann selbst nahezu auszurotten. Nur wenige sind noch da und sie sind anders als die früheren Menschen, das wird sehr früh klar in Margaret Atwoods Roman «Oryx&Crake». Alles andere blättert sie nacheinander auf. Nüchtern. In einem fast schon unbeteiligten Erzählton. Die Frauengeschichten des Erzählers Jimmy (allen voran die Frau und Titelgeberin Oryx), das Wesen einer ungewöhnlichen und bedeutenden Freundschaft (mit dem extrem klugen, extrem erfolgreichen und extrem vage bleibenden Crake) mit dem Leben nach dem Weltuntergang mischend. Auf die Spitze getriebenen Schönheitswahn einer unübertrefflich hässlichen Gefühlskälte dem Schicksal der eigenen Spezies gegenüber aufzeigen. Absolut wertfrei. Unhysterisch. Schnörkellos. Und genau deshalb brutal entlarvend. Diese egomane, zersplitterte Karikatur einer Weltgesellschaft auf einem völlig erschöpften und nahezu unwirtlichen Planeten ist ein ekelhaft realistisches Zukunftsszenario. Einer nahen Zukunft. Der Protagonist Schneemensch, der früher Jimmy hieß, und als letzter irgendwie noch lebt, kann als einziger erleben, wohin alles geführt hat: Nutzlose, stromlose vor sich hinrottendr Plastik-&Betonlandschaften, die ihm, der nicht mehr weiß, wie man in MacGyver-Manier ein Baumhaus zimmert, keinen wirtlichen Lebensraum mehr liefert. Er, der zu ungeschickt ist, Tiere zu jagen, auf einem Planeten vegetierend, der für die meisten Nutzpflanzen zu heiß geworden ist, plündert verlassene Dörfer auf der Suche nach Konserven, um irgendwie zu überleben. Was ihm wirklich fehlt, ist die Kunst: die Literatur, die Musik, die seltenen antiquierten Worte, die schon vor dem Untergang kaum einer sprach. Trostlos lässt das Buch zurück, weil es so unausweichlich scheint. Aufwühlend, in eine innere unangenehme Unruhe bewegend. Atwood demaskiert konsequent die impliziten Logiken globalen Zusammenlebens und die Brüchigkeit der sogenannten Menschlichkeit. Es funktioniert tadellos und erschreckt auf jeder Seite. So wie auch beispielsweise Jose Saramagos «Stadt der Blinden». Nur dass es unversöhnlicher bleibt. Und mit einer klaren Botschaft: #savetheplanet - now!

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    • 5
  • Außergewöhnlich

    Oryx und Crake

    katha_dbno

    28. October 2016 um 16:59

    Rezension auf Buntes TintenfässchenVon allen Dystopien, die ich bisher gelesen habe, war diese definitiv die ungewöhnlichste und am schwersten zu lesende. "Schwer" ist hier aber keineswegs gleichzusetzen mit "schlecht", das möchte ich vorab sagen. Was "Oryx und Crake" von anderen Dystopien abhebt, ist deren Aufbau. Es gibt zwei Zeitebenen: Gegenwart und Vergangenheit, die beide durch die Augen von Snowman bzw. Jimmy (wie er sich vorher nannte) erzählt werden. Die vergangenen Ereignisse sind hier aber wesentlich zentraler als das gegenwärtige Geschehen. Genau genommen passiert in der Gegenwart eigentlich nichts Nennenswertes, außer dass Jimmy aufbricht, um Proviant zu besorgen. Dreh- und Angelpunkt sind die Ereignisse, die im Vorfeld passiert sind, denn ohne sie macht nichts, was Snowman/Jimmy tut und sagt einen Sinn. Demnach war ich vor allem am Anfang extrem verwirrt und musste mich durch die ersten Seiten und auch einige spätere Passagen regelrecht durchquälen. Sie haben sich gezogen wie Kaugummi und ich wollte schon frustriert aufgeben. Sobald Jimmy jedoch einmal beginnt, seine Vergangenheit und die Ereignisse, die zur Katastrophe geführt haben, zu rekonstruieren, wurde es tatsächlich für mich interessant. Atwood rollt quasi das Feld von hinten auf. Je mehr man erfährt, desto besser kann man sich in der "Ist-Welt" (wie ich sie mal bezeichnen möchte) zurechtfinden, bis dann am Ende alle Fäden zusammenführen. Dann hat es endlich bei mir Klick gemacht und alles ergab einen Sinn: warum Jimmy jetzt Snowman heißt, warum die "Crakers" (die Leute, um die er sich kümmert) so naiv sind und man ihnen alles Mögliche erklären muss, wo Crake und Oryx sind, warum Jimmy/Snowman nie auf andere Menschen trifft. Dieser Aha-Effekt ist es, der mich zum Weiterlesen animiert hat. Ebenso die im Inhaltsverzeichnis angedeutete Dreiecksgeschichte zwischen Jimmy, Oryx und Crake. In der Beziehung war ich jedoch nicht ganz zufrieden. Was man hier definitiv nicht bekommt, ist eine emotionale, herzerweichende Liebesgeschichte. Ein Hin und Her à la Tribute von Panem bleibt einem hier also erspart (Ich finde die Trilogie toll, keine Frage, aber hier hätte so ein Durcheinander nur vom Wesentlichen abgelenkt). Das liegt zum einen an dem recht sachlichen Ton, in dem Jimmy seine Geschichte erzählt. Zum anderen liegt es an den Charakteren selbst. Alle drei sind nicht gerade Figuren, die einem sofort ans Herz wachsen. Crake beispielsweise ist das, was man wohl als (gutaussehenden) Nerd bezeichnen würde, weshalb er auch als Wissenschaftler bei CorpSeCorps arbeitet. Für mehr als seine Arbeit hat er eigentlich keinen Blick - abgesehen von Oryx. Und in der Beziehung kann man nicht wirklich von einer leidenschaftlichen Liebe sprechen. Jimmy ist da schon etwas emotionaler und handelt impulsiver, ordnet sich jedoch immer Oryx' Bedürfnissen unter. Das hat mir zunehmend missfallen. Und Oryx wiederum ist so undurchschaubar, dass ich kaum eine Bindung zu ihr aufbauen konnte. Um ehrlich zu sein, mochte ich sie nicht besonders. Mir ist schleierhaft, was Crake und Jimmy an ihr gefunden haben. Ich verstehe zwar, dass Jimmy das Bedürfnis hatte, sie zu "retten", aber das war's dann auch schon. Vielleicht ist es auch Oryx' Backgroundstory, die mich schlicht abgeschreckt hat. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie so grausam hätte sein müssen bzw. ob man sie so ausführlich hätte beschreiben müssen. Denn anstatt mich deshalb mit ihr verbunden zu fühlen oder Mitleid mit ihr zu empfinden, konnte ich nur den Kopf schütteln, weil sie sich scheinbar nicht bewusst ist, wie schrecklich ihre Kindheit eigentlich gewesen ist. Dadurch kam sie mir etwas dumm vor. Durch diese merkwürdige Konstellation war es mir fast schon ein bisschen egal, wie sich das Liebesdilemma auflösen würde. Wie aber oben angemerkt, war das ganz gut so, da der Fokus einfach auf den Vorgängen bei CorpSeCorps lag.  Fazit"Oryx und Crake" war für mich eine Überraschung in jeder Hinsicht, da nichts so ablief, wie ich es gewohnt war, auch wenn man auf typische Elemente nicht verzichten muss. Wissenschaft ist hier wesentlich bedeutsamer als rohe Gewalt und kann manchmal sogar mehr Schaden anrichten. Es gibt demnach kein actionreiches Gemetzel mitzuverfolgen, aber dennoch fließt Blut. Das Besondere ist aber, was und vor allem wie Margaret Atwood erzählt. Das Gegenwärtige geschehen wirft mehr Fragen als Antworten auf und kann nur entschlüsselt werden, wenn man die Vergangenheit kennt, die jedoch nur puzzleteilartig aufgelöst wird. Das macht es zu einem zunächst verwirrenden, aber faszinierenden Leseerlebnis.

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  • Beste Dystopie/ Utopie seit Brave New World

    Oryx und Crake

    bookwyrm

    24. April 2016 um 10:05

     Atwood hat den wahrscheinlich besten SF-Roman der letzten Jahre abgeliefert. Sie geht auf nahezu alle gesellschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fragen unserer Zeit ein und verpackt sie in eine bitterböse bewegende, aber auch oft humorvolle Geschichte.

  • Zukunftsvision, bitterböse und amüsant

    Oryx und Crake

    sursulapitschi

    Die Polkappen schmelzen, das Klima spielt verrückt, der Sommer ist jetzt im Februar und mittags kann man sich nicht im Freien aufhalten, weil dann die Mittagsgewitter kommen. Die Welt ist am Ende. Das hat man schon gelegentlich gelesen. Und obwohl Margaret Atwood dieses Buch lange vor dem großen Dystopien-Hype geschrieben hat, meint man, man liest hier eine neue, sehr finstere Variante. Voller Zynismus und sehr eloquent erzählt hier Schneemensch, wie es so weit kommen konnte. Früher, als die Welt noch in Ordnung war, hieß er Jimmy. Allerdings lassen die Zustände in dieser „heilen“ Welt schon staunen. Mit unglaublichem Ideenreichtum und gnadenloser Konsequenz spielt Margaret Atwood den Ernstfall durch. Wohin führen wohl Genexperimente, wenn Wissenschaftler Narrenfreiheit bekommen? Wie sieht die Gesellschaft aus, wenn Arm und Reich weiter auseinanderdriftet? Auch wenn der Klappentext eine zarte Liebesgeschichte andeutet, haben wir hier keine leichte Kost. Die zarte Liebesgeschichte ist eine Randerscheinung und man kann sie durchaus auch verstörend finden. Es geht um Jimmy, der Schneemensch wurde, seinen genialen Freund Crake, der ein Gott wurde und die geheimnisvolle Oryx, die ein Mythos wurde. Dieses Endzeitszenario ist düster, beklemmend, irritierend und trieft vor beißender Ironie. Die ausgefeilte Sprache macht großen Spaß. Man schwankt zwischen Verwunderung und Entsetzen und amüsiert sich dabei. Oryx und Crake stand lange unbeachtet in meinem Regal, was es wirklich nicht verdient hat. Es ist etwas ganz Besonderes, unterhält, beeindruckt und wirkt lange nach. Die beiden Folgebände stehen bereit, die werde ich jetzt direkt in Angriff nehmen und freue mich drauf.

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    • 3

    monerl

    13. March 2016 um 01:04
  • Als "Schneemensch" noch Jimmy war

    Oryx und Crake

    NiWa

    „Schneemensch“ wird er von den Crakern genannt. Diesen Kreaturen, nicht Mensch, nicht Tier, perfekte genetische Konstruktionen, die Crake im Labor gezüchtet hat. Und Schneemensch erinnert sich an die Zeit, als Crake sein bester Freund war, er noch Jimmy genannt wurde und sie beide in die mysteriöse Oryx verliebt waren. Und er erinnert sich an eine Welt, vom Klimawandel gebeugt, von Naturkatastrophen durchgeschüttelt und von Menschen bewohnt, die dem Jugendwahn verfallen waren und die sich durch Genmanipulation ein besseres Leben erhofften, jedoch ohne zu ahnen, dass dadurch aus Jimmy Schneemensch wird … Schneemensch wirkt auf mich wie ein moderner Robinson Crusoe, auf sich allein gestellt, bewohnt er eine unwirtliche Welt, hat nur die Gesellschaft der Craker, auf die er gut und gern verzichten könnte und erinnert sich an die Zeit davor, als er noch Jimmy war. Es ist der Beginn der MadAddam-Trilogie aus der Feder von Margaret Atwood. Dabei schafft die große Erzählerin es auf’s Neue mich durch ihren fragmenthaften Schreibstil für sich einzunehmen. Denn es sind mehrere Geschichten, die uns die Autorin erzählt. Einerseits behandelt sie die Lebensgeschichte von Jimmy, seine Kindheit und sein Leben in der von Naturkatastrophen bedrohten Welt, andrerseits berichtet sie von einer Gesellschaft, die der unsrigen gar nicht so fremd ist und webt viele aktuelle Themen, wie zB den Jugendwahn, Organspende und Genmanipulation, ein. Dann erzählt sie von Schneemensch, der einst Jimmy war, wie er sich um die Craker kümmert, weil er ansonsten ganz alleine wäre, und wie er sich im Überleben versucht, denn er scheint der Letzte seiner Art zu sein. Und er erinnert sich, wie es dazu kam, dass aus Jimmy Schneemensch wurde. Margaret Atwood spielt mit den verschiedenen Erzählsträngen, hält den Leser mit gerade so viel Informationen an der Stange, dass man nicht ganz orientierungslos davon treibt und vereint die Fragmente letztendlich leise zu einem ausgefallenen, doch bestürzenden, Trilogie-Auftakt, der einem sofort nach dem 2. Band greifen lässt. Die MaddAddam-Trilogie: Oryx und Crake Das Jahr der Flut Die Geschichte von Zeb

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    • 9
  • Erwachsen, intelligent und aktuell

    Oryx und Crake

    raven1711

    29. October 2015 um 11:32

    Inhalt aus dem Klappentext: Crake und Jimmy sind Freunde, und sie lieben dieselbe Frau: die rätselhafte Oryx. Sie leben in einer ständig von Klimakatastrophen bedrohten Welt in einer gar nicht so fernen Zukunft. Crake, ein Genie genetischer Manipulation, ist Wissenschaftler und arbeitet an der Entwicklung neuer Medikamente, die die Menschen gegen Epidemien im Gefolge der Umweltkatastrophen immunisieren sollen, aber er verfolgt darüber hinaus ganz eigene Pläne. Meinung: Auf dieses Buch wurde ich durch eine Empfehlung aufmerksam, denn gekannt hatte ich es vorher noch nicht. Intelligente Endzeit-Romane mag ich wirklich sehr und dementsprechend neugierig war ich auf dieses Werk. Etwas über den Inhalt zu schreiben, fällt mir bei diesem Buch recht schwer, denn man möchte nicht zu viel über die Geschichte verraten. In diesem Buch begegnen wir Schneemensch, der in einer entvölkerten Zukunft lebt. Als Leser merkt man schnell, dass etwas sehr schlimmes mit der Menschheit passiert ist. Schneemensch nimmt uns mit in seine Erinnerungen und nach und nach zeichnet sich das Bild der Katastrophe und seiner Ursachen ab. Dabei spielen die Namensgeber dieses Romans natürlich auch eine Rolle... Hm, auch über die Protagonisten zu sprechen wird schwierig, ohne zu spoilern. Ich halte es daher mal eher allgemein: Die Charaktere sind sehr interessant umgesetzt und wirken authentisch und glaubhaft. Besonders werden sie vor allem dadurch, dass sie auch Schwächen haben, und mit diesen Entscheidend den Verlauf der Geschichte prägen. Das macht das Buch erschreckend real und ich denke, jeder wird sich in der einen oder anderen Charaktereigenschaft wiederfinden können. Geschrieben ist das Buch in der dritten Person, der Blickwinkel liegt dabei auf Schneemensch, bzw. Jimmy. Die Kapitel sind moderat und übersichtlich gehalten und unterteilen sich in mehrere Unterkapitel. Der Schreibstil ist fesselnd, die Geschichte intelligent und packend umgesetzt. Die Autorin weiß, wie sie ihre Leser bei der Stange hält und den Spannungsbogen aufrechterhält. Aber auch, wenn ich einige Dinge gegen Ende hin absehen konnte, hat es das Buch nicht weniger fesselnd gemacht. Margaret Atwood hält mit diesem Science-Fiction-Buch der Gesellschaft einen Spiegel vor die Nase. Sie weist auf Missstände in der Forschung und auf Größenwahn hin, zeigt mögliche draus resultierende Folgen auf und ist mit ihrem Werk zu jeder Zeit am aktuellen Zeitgeschehen. Denn obwohl das Buch 2003 im Original erschienen ist, hat es nichts von seiner Aktualität verloren. Fazit: Science-Fiction oder Endzeit? Egal in welches Genre man das Buch packen möchte, es ist eines der erschütterndes und packendes Werke, die ich bisher gelesen habe. Ich bin wirklich froh, dass ich auf diese Trilogie aufmerksam gemacht wurde, denn die Geschichte wirkt sehr lange nach. Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

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  • Ein spannendes und wichtiges Thema, Potenzial leider nicht ausgeschöpft

    Oryx und Crake

    Weltverbesserer

    Unsere Welt in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft. Eine Welt in der unsere Nahrungsmittel fast ausschließlich synthetisch erzeugt werden, Länder existieren in ihrer heutigen Form nicht mehr, sie sind in Komplexe und das "Plebsland" unterteilt. Eine freie Meinungsäußerung ist schwer möglich, zumindest für "Andersdenkende", immer wiederkehrende Verhöre gehören sonst zur Tagesordnung. In dieser Welt leben die beiden Jungen Jimmy und Crake. Sie werden richtig dicke Freunde und verbringen fast jeden Tag miteinander. Sie surfen täglich im Internet, vor allem auf dubiosen Pornowebseiten. Auf einer dieser Webseiten sehen sie auch das erste Mal Oryx, ein junges Mädchen in das sich Jimmy sofort verliebt. Als junge Männer gehen sie dann unterschiedliche Wege, Jimmy wird eine Art Werbetexter und Crake geht in die Forschung. Ihr Kontakt wird immer seltener, bis Crake Jimmy eines Tages um einen Gefallen bittet. Auch Oryx ist in diesen Gefallen involviert. Kurze Zeit später gerät die komplette Menschheit außer Kontrolle. ---------- Leider blieb mir dieser Roman an vielen Punkten zu oberflächlich. Ich konnte mir anhand der Beschreibungen überhaupt kein Bild davon machen wie die Umgebung (also das Plebsland) aussieht. Weder als es noch Menschen gab, noch, als die Menschen dann fast gänzlich verschwunden waren. So fand ich es auch unheimlich schwer mir die Umgebung vorzustellen in der Jimmy (aka Schneemensch) allein haust. Ein grobes Bild hatte ich zwar schon, aber mir haben Details gefehlt. Auch der Charakter von Oryx ist für mich nicht greifbar geworden. Ich habe mich ab der Hälfte nur noch bemüht, bis zum Ende durchzuhalten. Das Ende wurde weitaus spannender, da der Leser dort erfährt wie es zur Katastrophe kam. Trotzdem blieb bei mir nur der Beigeschmack einer faden Unterhaltung; der Funke ist nicht über gesprungen, daher 3 Sterne. Ich denke, dass die Aufteilung der Geschichte dazu beigetragen hat, dass ich mich ein wenig gelangweilt habe, da der Leser erst am Ende erfährt, wie es zur Katastrophe gekommen ist. Vielleicht wäre es anders herum besser gewesen, aber das ist sicherlich auch eine Geschmackssache. ---------- Ich werde die Fortsetzung "Das Jahr der Flut" auch lesen, da ich trotzdem neugierig bin wie es weiter geht und ob die Story noch etwas an Fahrt gewinnt.

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    • 3

    Weltverbesserer

    01. November 2014 um 21:26
  • Realitätsnahe, kluge Dystopie

    Oryx und Crake

    Alexandra_Luchs

    08. June 2014 um 11:14

    Die Welt, in der Jimmy und Crake aufgewachsen sind, ist schon sehr befremdlich. Die Eliten leben in abgeschirmten Bereichen und werden von dem „einfachen Volk“ strickt getrennt, sie genießen höhere Bildung und gesonderte Privilegien. Doch die Welt, in der Jimmy jetzt lebt, ist noch um einiges härter. Aus den anfangs zukunftsträchtigen Forschungen einiger Wissenschaftler entwickelt sich Stück für Stück eine apokalyptische Vision. Die Geschichte die Jimmy (alias Schneemensch) erzählt, ist die einer globalen Katastrophe und einer ganz persönlichen Liebesbeziehung. Ich fand diese Verbindung von Anfang an sowohl ungewöhnlich, als auch äußert gelungen. Da ist einmal der dystopische Teil des Buches. Ich habe bisher kaum eine so kluge, realistische und darum so beängstigende Dystopie gelesen wie „Oryx und Crake“. Alle Entwicklungen scheinen so nah im Bereich des Möglichen und spiegeln tatsächliche Entwicklungen unserer Welt, dass ich diesen Schilderungen fassungslos folgen musste. Besonders überzeugt hat mich, dass alle Entwicklungen, vom Organschwein über die politischen Konflikte wegen einer nur auf Gewinn ausgerichteten Argrarkultur, so ehrlich beschrieben schienen. Nichts ist einfach nur schlecht, weil es neu ist. Aber es passiert, dass auch kleine Eingriffe in die Natur oder gut gemeinte Forschungen in schlimme Folgen münden. Der Teil über die Beziehungen von Oryx, Crake und Schneemensch ist dagegen deutlich leiser und privater. Crake und Schneemensch sind beide in die schöne aber geheimnisvolle Oryx verliebt, wirklich haben kann sie keiner. Und auch die Lebensgeschichten der drei Protagonisten sind schon, jede für sich, besonders erzählenswert. Alles verwebt sich in diesem Buch zu so einer dichten Handlung, dass ich völlig von der Geschichte gefangen war. Wen „Oryx und Crake“  jetzt nicht schon allein wegen der Thematik und der grandiosen Szenerie in seinen Bann zieht, der sollte spätestens von der tollen Atmosphäre und dem grandiosen Schreibstil gefangen werden. Die Stimmung hat von der ersten Seite gestimmt und die Erzählweise aus Jimmys Sicht ist perfekt gewählt. Alle Beschreibungen sind so stimmungsvoll und detailliert, dass sich ein genaues Bild dieser Welt entwickelt. Dabei wird man nicht mit einer langen Vorgeschichte in die Szenerie eingeführt, sondern erfährt nur Stück für Stück, was dazu führte, dass sich Schneemensch nun ganz allein durchschlagen muss. Dieser Aufbau der Geschichte war für mich deutlich spannender als lange, konstruierte und im schlimmsten Fall unglaubwürdig beschriebene Vorgeschichten, die in anderen Dystopien auf Krampf für Stimmung sorgen sollen. „Oryx und Crake“ ist mein zweites absolutes Highlight in diesem Jahr und hat mich restlos begeistert. Ich konnte das Buch in keiner freien Minute zur Seite legen, bis ich es ausgelesen hatte. Und auch die Tage danach hing ich noch völlig in der Welt von Oryx und Crake fest. Das Buch bietet so viel Unterhaltung, aber auch so viele ernste Themen, denen man sich selbst stellen muss, dass ich es nur unbedingt jedem empfehlen kann.

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  • Eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe

    Oryx und Crake

    Tapani

    18. January 2014 um 15:22

    So wie George Orwells "1984" recht nah an unsere Gegenwart kommt, könnte Margaret Atwood "Oryx und Crake" eine realistische Einschätzung für unsere Zukunft sein. Darüber hinaus habe ich noch kein Buch gesehen, dessen Klappentext und das Cover so irreführend sind wie hier. Hier geht es nicht um eine bezaubernde und romantische Liebesgeschichte, sondern hauptschlich um den Untergang der menschlichen Zivilisation. Davor und danach. Die Romantik, die das Cover und unterschwellig auch der Klappentext verspricht ist kaum bis garnicht vorhanden. Es geht um Postapokalypse, Gentechnik und Geheimnisse. Die Geschichte handelt von Jimmy, der sich nach einem einem vernichtenden Virus alleine, ohne andere Menschen, in einer mittlerweile feindlichen Umgebung durchschlagen muss. Die Tierwelt ist gefährlich geworden, Naturkatastrophen wüten und verwüsten den Planeten, Nahrungsmittel sind aum auffindbar. Alles, was er bisher kannte, ist verschwunden. Auch sein bester Freund Crake. In seiner Einsamkeit erinnert sich Jimmy Stück für Stück daran, wie es zu einem Ereignis kommen konnte, das Geschichte geschrieben hätte. An seinen besten Freund und an seine große Liebe. Hätte Jimmy die Menschheit retten können? Margaret Atwood mag zwar einen flüssigen und gut leserlichen Schreibstil haben, ist aber alles andere als eine leichte Kost. Man muss kein Experte in Biologie oder Genforschung sein, um dem Buch folgen und es verstehen zu können, aber es ist doch recht anspruchsvoll. Folglich dauerte es ein bisschen länger, bis ich mich durch die knapp 400 Seite gearbeitet hatte. Ihre Zukunftsvisionen sind überzeugend, und es würde einen nicht wundern, wenn die Menschheit sich wirklich zu dem entwickeln würde, was sie in "Oryx und Crake" beschreibt. Die Tendenz weist ja schon den Weg. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das gesamte Buch über ein ziemlich mulmiges Gefühl hatte. Sie hat ihre Welt sehr autenthisch präsentiert und es sich auch nicht nehmen lassen, einige Überraschungen einzubauen. Das Buch braucht etwas Zeit zum Nachwirken. Man muss nochmal (zwangsweise) in Ruhe darüber nachdenken, um sich wirklich bewusst zu werden, wie genial das gesamte Zusammenspiel der Geschichte ist. Einige Dinge fügen sich erst nachträglich als wichtig ins Gesamtbild ein, weil sie im ersten Moment eher nebensächlich und banal erschienen sind. Von der Liebesgeschichte, die der Klappentext für sich beansprucht, findet man allerdings nicht viel. Meine lieben Romantiker unter euch: Falls ihr nach einer Liebesgeschichte sucht, dann werdet ihr hier enttäuscht. Es gibt kein romantische Gesäusel und so ziemlich alles, was mit dem Thema Liebe und Sex zu tun hatte, wurde sehr distanziert berichtet. Die Liebesgeschichte läuft eher im Hintergrund ab. Ab und an taucht sie auf und ist dann wieder für eine Weile verschwunden. Und das ist auch gut so, denn romantisches Rumgeschmachte hätte hier einfach nicht reingepasst. Weder von den Beteiligten noch von den Ereignissen. Es wäre einfach lächerlich geworden. Daher finde ich diese dezenten Bahnen, in der dieses Thema behandelt wird, sehr passend. Die Geschichte wird so dennoch etwas aufgelockert und man verliert trotz alledem das Wesentliche nicht aus dem Blick. Ich verstehe nicht, wie dieses Buch so wenig Aufmerksam bekommen hat, da es sich hier um ein wirklich tolles Buch handelt. Dennoch verstehe ich jeden, der aufgrund des Covers und des Klappentextes einen komplett falschen Eindruck bekommen hat und enttäuscht wurde. Hier wurde wirklich Mist gebaut und ich hätte mir auch etwas komplett anderes unter "Oryx und Crake" vorgestellt.

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  • As a species we’re doomed by hope, then?

    Oryx und Crake

    sabisteb

    31. December 2013 um 17:42

    Oryx und Crake ist der erste Band der Mad Addam Trilogie, der bereits 2003 erschien. Der erste Band erzählt die Geschichte von Jimmy (Snowman). Jimmy ist das einzige Kind zweier Genetiker, die für einen Konzern arbeiten, der maßgeschneiderte Tiere für Xenographs (Transplantationen von tierischen Organen (vorzugsweise Schwein) in Menschen). Die Gesellschaft ist zweigeteilt, entweder man gehört zu einem der Konzerne und lebt auf deren (Staats-)Gebiet mit allen Annehmlichkeiten, oder man gehört nicht dazu und lebt in den Pleeblands vom Abfall der Konzern Compouds. Die Konzerne bekriegen sich gegenseitig mit Biowaffen und so die Produktentwicklungen der anderen auszubremsen oder zu vernichten, ohne Rücksicht auf die Folgen für Mensch und Umwelt, es geht nur um den Profit. Jimmies Mutter leidet unter dieser Welt und verschwindet eines Tages, um sich Umweltaktivisten anzuschließen. Jimmy bleibt bei seinem Vater und wird den Rest seines Lebens überwacht, falls er doch weiß, wo seine Mutter ist. Jimmies bester Freund ist Cracke, ein genialer junger Mann, der anders als Jimmy auf eine der Eliteunis für Genetik kommt, während Jimmy Werbefachmann wird. Die beiden jungen Männer halten Zeit ihres Studiums Kontakt zueinander, denn Cracke hat etwas Besonderes mit Jimmy vor. Oryx und Crake spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt insgesamt 3 Geschichten. Zum einen beschreibt eine nicht allzu ferne Zukunft. Die Konzerne haben die Macht übernommen und die Territorien und das Kapital unter sich aufgeteilt, nachdem die Polkappen geschmolzen waren und die Staaten Bankrott gegangen waren. Gebiete, die sie nicht beanspruchen verwahrlosen. Sie picken sich die Intelligenz heraus, der Rest kann verrecken, das ist ihnen egal, genau wie der Planet an sich. Das Klima ist schon im Eimer, es ist meist einfach nur heiß und schwül und daher hat man einfach neue Spezies geschaffen, die mit dem neuen Klima klar kommen, der Rest stirbt halt aus, das ist Evolution. Die Angestellten der Konzerne sind eher Gefangene und Sklaven als freie Menschen, sie haben ein bequemes Leben gegen eine permanente Überwachung eingetauscht. „ Jimmy’s mother said that didn’t change the fact that she felt like a prisoner. Jimmy’s father said she didn’t understand the reality of the situation. Didn’t she want to be safe, didn’t she want her son to be safe? […] According to Jimmy’s mother their phones and e-mail were bugged, and the sturdy, laconic HelthWyzer housecleaners that came twice a week – always in pairs – were spies. Jimmy’s father said she was getting paranoid, and anyway they had nothing to hide, so why worry about it?” Die zweite Zeitebene, jene der eigentlichen Handlung, denn die zweite Zeitebene sind letztendlich nur Jimmies Erinnerungen, während er entweder auf die Crackers aufpasst oder etwas zu Essen sucht, spielt einige Monate nach dem Ende der ersten Zeitebene. Während sich Jimmy also daran erinnert, was damals passierte, erlebt man parallel als Leser die Folgen dessen, was Crake getan hat: Die Menschheit ausgerottet, mit einem synthetischen hämorrhagischen Virus. In diese beiden Haupterzählebenen ist noch eine dritte eingebettet: Die Lebensgeschichte von Oryx, eines asiatischen Mädchens, das sowohl Jimmy als auch Crake lieben. 2003 mag diese Vision möglicherweise pessimistisch erschienen sein. Permanente Überwachung und eine Welt, in der sich alles nur um Profit dreht. Heute jedoch klingen Sätze wie diese leider nur allzu überzeugend und leider auch logisch: “The best diseases, from a business point of view,” said Crake, “would be those that cause lingering illnesses. Ideally – that is, for maximum profit – the patient should either get well or die just before all of his or her money runs out. It’s a fine calculation.” Und wenn es keine lukrativen Krankheiten mehr gibt, dass erschafft man eben welche: “But once you’ve got a hostile bioform started in the pleeb population, the way people slosh around out there it more or less runs itself. Naturally they develop the antidotes at the same time as they’re customizing the bugs, but they hold those in reserve, they practise the economics of scarcity, so they’re guaranteed high profits.” Heutzutage, Hand auf’s Herz, das trauen wir den Konzernen 10 Jahre später alles durchaus zu, sie haben schon mehr als eine Krankheit erfunden, die man eigentlich entweder nicht als Krankheit ansehen sollte bzw. die nicht behandlungsbedürftig ist (ADHS, z. Bsp. nannte man früher halt Zappelphilipp und das war OK). Atwoods Bild der Menschheit ist leider auch nicht sonderlich positiv, und damit wohl leider nur zu realistisch „Human society, they claimed, was a sort of monster, its main by-products being corpses and rubble. It never learned, it made the same cretinous mistakes over and over, trading short-term gain for long-term pain. It was like a giant slug eating its way relentlessly through all the other bioforms on the planet, grinding up life on earth and shitting it out the backside in the form of pieces of manufactured and soon-to-be-obsolete plastic junk.” Man merkt streckenweise jedoch schon, dass die Autorin nicht ganz sattelfest ist, in Sachen Biologie: Proteonom statt Proteom. Auch ist sie noch der Meinung, dass es reicht, einen Computer physikalisch zu zerstören, um seine Spuren zu verwischen, als wenn E-Mails nicht schon 2003 auf externen Servern gespeichert gewesen wären. Auch die Genetik und das manipulieren von Genen und Spezies stellt sie sich ein wenig zu einfach vor. Zudem fragt man sich erneut, warum fragen amerikanische Autoren keine Muttersprachler, wenn sie deutsche Sätze einbauen?! „Du musz dein Leben andern“ – Ein Satz und gleich zwei Fehler (wenn man dein nicht als Anrede sieht, dann währen es drei Fehler in 5 Worten). Fazit: Oryx und Crake ist ein vielschichtiges Buch einer komplexen Welt. MaddAddam klingt nur manchmal an. Im ersten Band betreibt er hauptsächlich ein Onlinespiel namens EXTINCTATHON (Adam named the living animals, MaddAddam names the dead ones), wer Adam war und ist, erfährt man erst im dritten Band. Man kann auch zuerst Band 2 lesen und dann Band 1, da die ersten beiden Bände parallel verlaufen und erst Band 3 die Geschichte weiter erzählt. ------------------------------- You could tell a lot about a person from their fridge magnets, not that he’d thought much about them at the time.

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  • Rezension zu "Oryx und Crake" von Margaret Atwood

    Oryx und Crake

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. January 2013 um 07:21

    Oryx und Crake – was kann sich hinter dem Titel verbergen? Eine Liebesgeschichte? Ein Drama? Eine Dystopie! Es geht dabei um Schneemensch, der eine schwere Katastrophe überlebt hat. Während er sich in der Gegenwart um Crakes Kinder kümmert, erzählt er in seinen gedanklichen Ausflügen seine Geschichte – wie er aufgewachsen ist, welchen Ausbildungsweg er eingeschlagen hat und welchen beruflichen Werdegang er bis zur Katastrophe hatte. Dabei trifft man immer wieder auf Crake, seinem besten Freund aus Schultagen. Was hat er mit der Katastrophe zu tun? Und dann ist da noch die wunderschöne, aber geheimnisvolle Oryx… welche Rolle spielt sie dabei? Meine Meinung zu diesem Buch ist gemischt. Die Rückblicke – insbesondere den zu Oryx Kindheit – sind meines Erachtens zu langweilig geschrieben. Wirklich fesseln konnten sie mich erst an dem Punkt, als die Vergangenheit auf die Gegenwart traf. Die Schilderungen des Hier und Jetzt fand ich dagegen sehr interessant und anschaulich. Der Charakter von Schneemensch ist auch gut nachzuvollziehen. Die Umgebungsbeschreibungen erinnerten mich hin und wieder an die Stadt Prypjat (Tschernobyl-Katastrophe). Alles in allem war es schön zu lesen, aber man verpasst auch nichts, wenn man es nicht gelesen hat.

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  • Rezension zu "Oryx und Crake" von Margaret Atwood

    Oryx und Crake

    kleinfriedelchen

    27. August 2012 um 20:14

    In einem entvölkerten, von Klimakatastrophen und Seuchen heimgesuchten Amerika lebt Schneemensch, scheinbar der einzige Überlebende seiner Art. Um sich vor wilden Tieren zu schützen, schläft er in einem Baum, Nahrung holt er sich aus den längst verfallenen Ruinen der Zivilisation und tagsüber versteckt er sich vor den quälend heißen Strahlen der Sonne. Gesellschaft leisten ihm nur Crakes Kinder mit ihren leuchtend grünen Augen, die ihm unaufhörlich Fragen über ihren Schöpfer stellen. Doch die Wahrheit kann er ihnen nicht erzählen. Nichts von den Zeiten, als Schneemensch noch Jimmy hieß und Crake sein bester Freund Glenn war. Bevor Crakes Experimente zunehmend außer Kontrolle gerieten... ------- Margaret Atwood konnte mich vor einigen Jahren bereits mit "Der Report der Magd" überwältigen, welches in einem christlich fundamentalistisch beherrschten Amerika der Zukunft spielte. Mit "Oryx und Crake" beweist sie erneut ihr Talent für erschreckende Zukunftsvisionen unserer Welt, die gar nicht so abwegig erscheinen, wie man auf den ersten Blick denken mag. Hier hat der Mensch die Natur vollkommen unterjocht, jedes beliebige Lebewesen, ob Tier oder Pflanze, kann manipuliert und optimiert werden. Organschweine produzieren 12 Nieren gleichzeitig, alte faltige Haut wird einfach durch frische neue ersetzt und auch die Unsterblichkeitspille scheint nicht mehr fern zu sein. Die Geschichte von Schneemensch, Oryx und Crake beginnt im Danach, nach der Katastrophe, die die Menschen selbst herbeigeführt haben. Rückblickend schildert Schneemensch, früher Jimmy genannt, wie das alles passiert ist und was sein Freund Crake damit zu tun hatte. Crake, der schon immer hochintelligent, doch gefühlskalt war und der die Genetik als eine Art faszinierenden Spielplatz für Wissenschaftler betrachtete. Und er erzählt von seiner Liebe zu Oryx, einer mysteriösen Frau, welche er als Achtjährige auf einer Kinderpornografie-Seite gesehen hat und die ihn seitdem nicht mehr losgelassen hat. Es ist eine erschreckend kalte Gesellschaft, in der Jimmy aufwächst. Zwar leben die Menschen in einer hochtechnologisierten Welt, in der der Wissenschaft scheinbar keine Grenzen gesetzt sind; damit einher geht jedoch ein moralisches Abstumpfen. Gewalt ist scheinbar normal und Selbstmorde und Hinrichtungen werden im Internet übertragen und avancieren zum beliebten Zeitvertreib. Die gebildeten, reichen Bürger verschanzen sich in abgeriegelten Komplexen, während die restliche Bevölkerung im verwilderten, rohen Plebsland haust, voller Gewalt, Krankheit und Armut. Terroranschläge sind fast an der Tagesordnung - ständig versuchen Widerständler, die Forschungsarbeiten in den Komplexen zu sabotieren, was nicht selten mit dem Ausbruch von gefährlichen Erregern endet. Atwood hat ihre ganz eigene Art zu erzählen. Sie lässt sich viel Zeit, legt Wert auf Details, die anfangs banal erscheinen, deren Bedeutung man jedoch erst zum Ende hin tatsächlich erkennt. Obwohl mich die Geschichte und die Komplexität der Erzählung sehr faszinieren konnte, hat das Buch aber leider auch seine Längen. Besonders die Passagen, die von Oryx Kindheit handelten, fand ich etwas langgezogen und rückblickend betrachtet nicht so relevant. Oryx Vergangenheit hat jedenfalls keine größere Bedeutung für den Verlauf der Geschichte. Sie beeinflusst Jimmy lediglich in seiner Liebe zu ihr, insofern, dass er für sie Rache nehmen will an dem Unrecht, dass ihr als Kind angetan wurde. Trotz seiner Längen ist "Oryx und Crake" jedoch ein spannender, bis ins kleinste durchdachter Entwurf einer möglichen Zukunft, der eine eindeutige mahnende Botschaft enthält: Wie weit sollte man in der Genforschung gehen? Wann ist der Punkt erreicht, an dem man mit seinen moralischen Grundsätzen endgültig bricht? P.S: Mit "Das Jahr der Flut" erschien 2009 ein Roman, der in derselben Welt angesiedelt ist und vielleicht noch etwas mehr Einblick in das Schicksal der Menschen und in Schneemenschs Verbleib gibt. Ich werde es mir jedenfalls nicht entgehen lassen :-)

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  • Rezension zu "Oryx und Crake" von Margaret Atwood

    Oryx und Crake

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. November 2010 um 21:36

    "Oryx und Crake" ist, ganz im Erzählstil Margaret Atwoods, in einer nahen Zukunft angelegt, deren Schrecken von unserem Jetzt nur ein Geringes entfernt sind. Man fühlt sich an das Bild des Schlangeneis erinnert. Umweltzerstörung, und profitorientierte Gentechnik haben die Gesellschaft kollabieren lassen. Der Messias kommt aus den Genlabors und hat eine ganz eigene Antwort auf die Probleme der Welt. Spannend erzählt und mit glaubwürdigen Charakteren. Im "Jahr der Flut" wird es ein Wiedersehen geben.

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  • Rezension zu "Oryx und Crake" von Margaret Atwood

    Oryx und Crake

    karlotta herzkasper

    17. November 2009 um 15:51

    ich liebe es.es ist ein realistischer sci-fi roman,der keiner ist.ha! das mach mal einer nach.

  • Rezension zu "Oryx und Crake" von Margaret Atwood

    Oryx und Crake

    Cibo95

    11. October 2009 um 16:59

    Ein beängstigendes Buch über eine mögliche nahe Zukunft, die ich nicht erleben möchte. Genforschung und -manipulation sind außer Kontrolle geraten. Die Forscher und ihre Angehörigen leben in künstlich angelegten und massiv geschützen Komplexen, der Rest der Menschheit vegetiert in den Plebslands außerhalb. Die Forscher haben Menschen, Tiere und pflanzen verändert, so dass das Ökosystem nicht mehr funktioniert und alles zusammenbricht. Die Klimakatastrophe zerstört das Land, genmanipulierte Nahrung und Medizin zerstört die Menschen, nur eine von Crake geschaffene Menschenart kann in diesem Chaos überleben ... und Jimmy, der die Geschichte rückblickend erzählt und sich jetzt Schneemensch nennt. Er ist einer der wenigen Überlebenden Menschen, die von einem Mega-Virus getötet wurden und für die Craker (die neue Art) eine Art Priester. Oryx und Crake ist mein erstes Buch von M. Atwood und macht mich neugierig auf mehr. Eine düstere Dystopie, die von mir volle Punktzahl bekommt.

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