The Handmaid's Tale

von Margaret Atwood 
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The Handmaid's Tale
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Beängstigend und aktuell. Ein Weckruf!

Kritisch (9):
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Inhaltsangabe zu "The Handmaid's Tale"

Offred is a Handmaid in the Republic of Gilead. She has only one function: to breed. If she deviates, she will, like dissenters, be hanged at the wall or sent out to die slowly of radiation sickness. But even a repressive state cannot obliterate desire - neither Offred's nor that of the two men on which her future hangs.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9780099511663
Sprache:Englisch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Vintage
Erscheinungsdatum:29.06.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 22.07.2014 bei BRILLIANCE CORP erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    paevalills avatar
    paevalillvor einem Monat
    Kurzmeinung: Beängstigend und aktuell. Ein Weckruf!
    Handmaid's Tale

    "The Handmaid's Tale" von Margaret Atwood gilt schon lange als Klassiker. Mit der auf dem Buch basierenden und mehrfach ausgezeichneten Serie erhielt es in letzter Zeit erneut Bekanntheitsgrad.


    Thematisch dreht sich "The Handmaid's Tale" um ein recht plötzlich ausgerufenes totalitäre System, in dem Frauen in ihren Rechten beschnitten werden.
    Die fiktive Erzählerin berichtet dabei in Rückblenden in die Vergangenheit sowie im sehr subjektiven Blick auf die aktuellen persönlichen Ereignisse über das sehr erschütternde Gesellschaftsbild.

    Der Grundtenor ist sehr düster und bedrohlich. Vertrauen ist ein seltenes Gut, der Wille zu überleben absolut notwendig. Jeder Satz und jeder Blick könnten zum unmittelbaren Abtransport in eines der schwarzen Busse führen, die stets mit Hinrichtung und Folter assoziiert werden.

    Zunächst wirkt das Gesellschaftsbild sehr abstrus. Auf den zweiten, näheren Blick glaubt man jedoch die ein oder andere Parallele zur heutigen Zeit zu erkennen, die eine solche rasche Entwicklung schlimmstenfalls gar nicht so sehr ausschließen würde: Grundlage sind u.a. klimatische Veränderungen, eine damit verbundene weit verbreitete Unfruchtbarkeit vieler Frauen und der Wunsch nach starrer Struktur und "dem starken Mann".

    Was jener Mann (allg.) innerhalb der Welt von Gilead genau bewerkstelligt, jenseits von Militär und der - sofern berechtigt - Befruchtung von Frauen, bleibt ein offenes Geheimnis bzw. wird nur äußerst vage angedeutet. Der Schwerpunkt des Buchs liegt schlichtweg auf der subjektiven und angstbeladenen Beschreibung aus der Welt der Protagonistin Offred. Das mag negativ angekreidet werden, da dadurch die Möglichkeit verwehrt wird, einen vollständigen Blick auf die fiktive totalitär geführte Gesellschaft zu erhalten.
    Dass Gilead jedoch auch für Männer kein Zuckerschlecken und nicht von allen Seiten her als Gesellschaftsmodell bevorzugt wird, kommt an einigen Stellen immer wieder sehr stark durch.

    Auf die Brutalität, aus der die Frauen aus dem gleichberechtigten Leben herausgerissen wurden, folgt beinahe willenlose Unterwerfung, Angst und 100%ige Anpassung. 
    Dies repräsentiert Protagonistin Offred selbstverständlich. Während man sie stellenweise schütteln und zu Gegenwehr drängen möchte, verfällt man wenige Seiten später in die selbe Starre, die so häufig zum Vorschein kommt.
    Die vielen weiteren Charaktere zeigen oftmals ein ähnlich ambivalentes Bild, was positiv zu bewerten ist, weil sie dadurch realistischer und "tiefer" wirken.

    Der Aufbau des Buchs ist relativ klassisch. So folgen auf der einen Seite Berichte zu aktuellen Geschehnissen in weitgehend chronologischer Reihenfolge, während hin und wieder Rückblenden aus dem privaten Bereich und aus politisch-gesellschaftlicher Sicht eingestreut werden.
    Die Autorin versteht diesbezüglich ihr Handwerk bestens.

    Obwohl der Großteil des Buchs derart negativ anmutet, bleibt am Ende ein offenes Ende, das einen etwas positiveren Eindruck vermittelt.

    Das Buch erinnert einen daran wie wenig selbstverständlich unsere Menschen- und in dem Fall Frauenrechte sind und wie schnell ein bisher etabliertes Gesellschaftsmodell ins absolute Gegenteil fallen kann. Insofern: Augen auf beim Klimaschutz und politischen Wahlen!

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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor 5 Monaten
    Im a slave for you

    Offred erinnert sich noch an ihren anderen Namen. Sie erinnert sich noch an eine Zeit, in der Frauen studieren konnten und selbstbestimmt leben. Sie gehört zu der Übergangsgesellschaft des neugegründeten Staates Gilead. Umweltverschmutzung tragen dazu bei, dass es immer mehr Fehlgeburten gibt oder Kinder nicht lebensfähig sind. Um dem entgegenzuwirken hat der Staat beschlossen, dass alle die bereits erfolgreich Kinder bekommen haben in eine Kaste der Mägde zusammengefasst werden. Ihre primäre Aufgabe ist die Fortpflanzung. Die Berechtigung dafür geht aus einer Bibelstelle hervor, in der Jakob die Magd schwängerte um seiner Frau den Kinderwunsch zu erfüllen. Daher ist es Offreds einzige Aufgabe im Haushalt sich vom Kommandant schwängern zu lassen unter den Augen seiner Frau. Ansonsten gehören Mägde zur untersten Schicht, vielen bleibt lediglich der Freitod, der sie aus dieser Situation befreit.

     

    Dieses Buch ließ mich etwas ratlos zurück. Einerseits ist die Vorstellung einer solchen Gesellschaft so abstrus, dass ich sie sofort zurückweisen möchte, andererseits scheint es so wahrscheinlich, dass es nicht schwer zu glauben ist, ein solcher Staat könne wirklich existieren. Manche Bilder der Autorin sind brutal und verstörend, vielleicht macht aber gerade das die Geschichte so real. Ich habe sehr mit Offred gelitten, denn ich glaube in einem frauenfeindlichen System aufzuwachsen und eine andere Alternative nicht einmal zu kennen ist eine Sache, aber wenn man aus einer Gesellschaft kommt, in der Frauen emanzipiert waren und zumindest auf dem Papier den Männern gleichgestellt, ist dieses Leben umso härter. Offred ist eher die stille Rebellin, sie wehrt sich nicht aktiv gegen ihr Schicksal oder wählt den einfachen Ausweg. Dennoch ist sie neugierig und wach und ergibt sich nicht in ihr Schicksal, wie andere. Sie verspürt heimliche Lust am Verbotenen, wie die Sexparty zu der ihr Kommandant sie mitnimmt und bei der sie ihre Freundin aus der Zeit davor wiedertrifft oder die Liebschaft mit dem Chauffeur. Es würde sie das Leben kosten, wenn irgendwer dahinter käme, gedeckt wird sie jedoch von der Hausherrin, die unbedingt ein Kind will um jeden Preis. Die Vorstellung einer solchen Welt ist gruselig, aber wenn man sich die Fanatiker auf dieser Welt anschaut, egal welcher Religion sie angehören und der lange Zeitraum den es brauchte Frauen als ebenbürtig anzuerkennen, dann scheint die beschriebene Welt nur einen Steinwurf entfernt. Das ist es vielleicht was mich an dieser Geschichte so verstört hat.

     

    Dieses Buch ist zeitlos, auch wenn schon in den 1980gern geschrieben, scheint es heute noch aktuell, denn die Dummen und die Fanatiker werden nicht weniger. Ich war mir lange unschlüssig ob ich die Story liebe oder hasse. Ich habe mich letztendlich für lieben entschieden.

    Kommentare: 1
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    MyriamErichs avatar
    MyriamErichvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ziemlich brutal und direkt, aber spannend. Mit einem starken feministischen Touch.
    Die Magd der Zukunft

    Über Liebe, Leben, Leiden in einer dystopischen Welt

    Nach dem Krieg hat sie alles verloren: ihren Mann, ihre Tochter, ihr Leben. Was geblieben ist, ist eine Frau, die sich den Regeln eines autoritären Staates und dem Haushalt, in dem sie arbeitet, beugen muss. Nun ist sie eine unter vielen, eine Magd, untergeordnet, aber doch von Wert. Neben den alltäglichen Dingen des Einkaufens und des Haushalts gehört es zu ihrer Pflicht, sich dem Hausherrn hinzugeben, um die Nachkommen der Familie zu zeugen. Ein Akt, bei dem auch die Hausherrin anwesend ist. Widerstand gibt es nicht und sollten sich widerspenstige Tendenzen zeigen, steht darauf die Todesstrafe durch den Strang. Der neue Staat Gilead hat die Gesellschaft aufgeteilt: in Frauen, die fruchtbar und Frauen, die zeugungsunfähig sind. Gekennzeichnet wird die jeweilige Kaste mit Fragen. Rot gekleidet sind die Mägde, grün sind die Marthas, die als Dienstboten arbeiten und blau die unfruchtbaren Frauen der jeweiligen Haushalte. Mägde, für die der Staat keine Verwendung mehr findet, enden in den Kolonien, Homosexuelle am Galgen.

    Es ist ein tristes Bild, das die kanadische Autorin Margaret Atwood 1985 zeichnete. Ein Bild, das mit manchen Teilen der Welt eine gewisse Ähnlichkeit aufweist. Heute ist der Roman aktueller denn je, beinhaltet er Themen wie die Stellung der Frauen, totalitäre Systeme, Unterdrückung, Überwachung, Kontrolle, Folgen nuklearer Katastrophen und die Macht der Männer. Atwood schreibt direkt, klar, schmucklos – eben ein Report, ein Augenzeugenbericht, der die Ereignisse verständlich und ohne Wertung wiedergibt. Der neutrale Schreibstil macht die Geschehnisse des Romans jedoch noch schonungsloser und ebenso wie die Mägde in ihrer vielen freien Zeit, so hat auch der Leser während der Lektüre Zeit, sich Gedanken über die Thematiken zu machen. Den Spannungsbogen hält Atwood überwiegend über das Nichtwissen des Lesers aufrecht. Nur in Bruchstücken werden dem Leser die Vorgeschichte der Protagonistin zugespielt.

    Fazit: Ein spannender und aktueller Roman, der zum Nachdenken anregt und ebenso nachdenklich zurücklässt.

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    BooksandTeas avatar
    BooksandTeavor 5 Monaten
    Ein tolles Buch!

    Wer Dystopien liebt, für den ist dieses Buch genau richtig! Alles ist so genau und ausfürlich beschrieben, dass man sich fühlt als wäre man ein Teil dieser schreckenden Welt! Man kann sofort in die Geschichte eintauchen und fühlt mit den Charakteren! Eines meiner Lieblingsbücher!!!

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    A
    anna_mvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr aktueller Klassiker. Empfehlenswert!
    Lesenswerte und sehr aktuelle Dystopie

    The Handmaid’s Tale”, zu Deutsch “Der Report der Magd”, ist ein 1985 erschienener Roman, in dem es um die Republic of Gilead geht. Dabei handelt es sich um eine separatistische, patriarchalische Gesellschaft auf dem Gebiet der USA, die sich in einem Krieg befindet. Eine nukleare Katastrophe hat viele Menschen unfruchtbar gemacht. Um das Überleben der Menschheit in diesem Teil der Welt zu sichern, hat die Republic of Gilead verfügt, dass die Fortpflanzung zur Staatsräson wird. Gebärfähige Frauen werden zur Ressource erklärt. So lebt die Ich-Erzählerin in einem Kastensystem, in dem sie einem Mann der höchsten Gesellschaftsschicht zugeteilt wird, um Kinder zu zeugen. 

    Wie alle Frauen wird sie streng überwacht. Als Handmaid (Magd) erledigt sie Einkäufe (immer mit einer festgelegten Partnerin, damit sie sich gegenseitig kontrollieren) und die monatliche Beischlafzeremonie. Dazwischen hat sie viel Zeit zum Überlegen in ihrem sterilen Zimmer, das einem Gefängnis gleicht. So erinnert sie sich: An das Leben, wie es einmal war. Sie war frei, durfte lesen, arbeiten, Geld verdienen, eine eigene Familie haben… Sie berichtet, wie sie ihren Job verlor, wie sie versuchte zu fliehen, wie sie von ihrem Freund und ihrer Tochter getrennt und in ein Umerziehungscamp gebracht wurde. Dort musste sie u.a. die neuen Regeln erlernen und Abbitte leisten, z.B. dass Frauen die Schuld an sexuellen Übergriffen trugen, da sie sich zu freizügig kleideten – weshalb die Handmaids nun eine rote Uniform tragen, die nur das Gesicht frei lässt und ihren sozialen Status verkündet. 

    Die Erzählung zeichnet das Bild einer indoktrinierten, totalitaristischen, patriarchalischen Gesellschaft, aus der es für die Handmaids nur einen Ausweg gibt: den Tod. Doch auch er soll ihnen verwehrt bleiben.

    Das Buch schneidet viele aktuelle Fragen an, insbesondere in Bezug auf die gesellschaftliche Stellung von Frauen. Aber auch Religion, Überwachung oder staatlich organisierter Terror und Propaganda spielen eine Rolle. Neben den Parallelen zu aktuellen Debatten (#meeToo lässt grüßen) hat mir der leicht protokollartige Stil der Autorin sehr gut gefallen. Auch das Zurückhalten von Informationen, durch das aneinanderreihen unterschiedlicher Episoden, ist gelungen. Die Spannung nährt sich durch die Neugierde über die Entstehung dieser Gesellschaft, das Schicksal der Familie der Erzählerin, die Funktionsweise der neuen Kastengesellschaft und ob es ein Entkommen geben kann. 

    Kommentare: 1
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    R
    raeubertochtervor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Dystopische Geschichte mit überraschend beklemmenden und aktuellen Themen.
    The Handmaid's Tale: Dystopisch mit überraschend aktuelle Themen

    "The Handmaid's Tale" ist eine unglaublich faszinierende Dystopie mit vielen feministischen und gesellschaftskritischen Ansätzen, die überraschend gut auf die heutige Zeit übertragen werden können.

    Obwohl der Schreibstil gewöhnungsbedürftig ist, da die Erzählerin häufig abzuschweifen scheint und nicht immer sympathisch ist, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

    Definitiv empfehlenswert, wenn man mal Lust auf Literatur hat, die tatsächlich zum Nachdenken anregt.

    Eine ausführlichere Rezension gibt es hier:
    https://buchstudent.wordpress.com/2017/12/08/the-handmaids-tale-dystopie-oder-moegliche-zukunft/


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    littleowls avatar
    littleowlvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Großartig geschriebene, sehr sehr beklemmende Dystopie!
    The Handmaid's Tale

    Meine Meinung

    Für mich sind Dystopien dann besonders wirkungsvoll und beklemmend, wenn sie so glaubwürdig wirken, dass man sie nicht einfach mit „wird ja eh nie passieren“ abtun kann. „The Handmaid’s Tale“ ist genau so ein Fall: Die Zukunftsvision, die Margaret Atwood erschafft, ist deshalb so erschreckend, weil die Grundlagen dafür in unserer aktuellen Situation durchaus vorhanden sind. Ich denke nicht, dass die Welt einmal so aussehen wird wie im Buch beschrieben, allerdings wird das alles so glaubhaft und authentisch geschildert, dass mir beim Lesen mehrmals Schauer über den Rücken gejagt sind. „The Handmaid’s Tale“ ist keine spaßige, actiongeladene Science Fiction-Story mit fancy technischen Geräten. Die Geschichte verdeutlicht, wozu simple Untätigkeit und mangelnde Zivilcourage führen können, wie schnell Demokratie und hart erkämpfte Rechte von einer Selbstverständlichkeit zum fernen Wunschtraum werden können. Die Autorin erzählt von alltäglicher Grausamkeit, Heuchelei und Machtspielchen, die alles andere als unrealistisch sind. Alles in allem eine Geschichte, die mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen wird.

    Ich habe jede Sekunde mit der Protagonistin mitgelitten und mich ihr von Anfang an verbunden gefühlt. Offred ist keine klassische Heldin, keine durchtrainierte Kämpferin, die aus Fenstern springt oder Wachen niederringt. Die Ich-Erzählerin hat Ängste und Sehnsüchte wie jeder von uns und versucht einfach, irgendwie mit ihrer Situation fertig zu werden. Viele Szenen sind gerade deshalb so herzzerreißend, weil sie in sachlichem, fast distanziertem Tonfall geschrieben sind. Nur einen kleinen Kritikpunkt habe ich: Der Roman gewährt einen Einblick in Offreds Leben, während sie im Haus des Commanders wohnt, hat aber nicht wirklich einen nennenswerten Spannungsbogen. Dank der kurzen Kapitel liest sich das Buch jedoch trotzdem sehr schnell weg.

    Fazit

    Ein beklemmendes, aufrüttelndes Buch, das jeder, wirklich jeder mindestens einmal gelesen haben sollte!

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    nana_what_elses avatar
    nana_what_elsevor einem Jahr
    Kurzmeinung: In Atwoods "The Handmaid's Tale" entfaltet sich ein (un)vorstellbares Gesellschaftspanorama, das beim Leser jede Alarmglocke schrillen lässt
    The Handmaid's Tale von Margaret Atwood

    We were the people who were not in the papers. We lived in the blank white spaces at the edge of print. It gave us more freedom. We lived in the gaps between the stories.
    Aus: The Handmaid's Tale von Margaret Atwood, Seiten 66-67. Textrechte: Penguin Vintage.

    Klappentext:
    The Republic of Gilead offers Offred only one option: to breed. If she deviates, she will, like all dissenters, be hanged at the wall or sent out to die slowly of radiation sickness. But even a repressive state cannot obliterate desire – neither Offred’s nor that of the two men on which her future hangs. [Textrechte: Penguin Vintage]

    Rezension: The Handmaid's Tale von Margaret Atwood ist der wohl schockierendste Roman, den ich je gelesen habe. Die stilistisch brillante Gratwanderung zwischen Fiktion und brutalem Realismus ließ mir das Atmen schwer fallen. Atwoods dystopische Schreckensvision handelt von wahrgewordenen Albträumen: sozialen Zusammenbrüchen, Machtspielchen, krankem Fanatismus, bitterem Hass, blindem Gehorsam und gefährlicher Gleichgültigkeit. Und dabei von so viel Liebe und Hoffnung, dass einem ganz schwindlig wird.


    My name isn't Offred, I have another name, which nobody uses now because it's forbidden. I tell myself it doesn't matter, your name is like your telephone number, useful only to others; but what I tell myself is wrong, it does matter. I keep the knowledge of this name like something hidden, some treasure I'll come back to dig up, one day.
    Aus: The Handmaid's Tale von Margaret Atwood, Seite 94. Textrechte: Penguin Vintage.

    Berichtet wird von einer Zukunft, die bereits vergangen ist, von einer christlich-fundamentalistisch geprägten Ära Amerikas, eines Amerikas mit streng hierarchischen Strukturen. Erzählt wird vom Leben in einer Zeit, in der Frauen keine Identität zugestanden wird, in der ihnen ihr Eigentum genommen wird und sie selber zu Eigentum werden: zu Offed, zu Ofglen, zu Ofwarren. Gilead ist ein Staat, in dem Andersdenkende eliminiert und Frauen wie Gebärmaschinen behandelt werden, ein Staat in dem zwischenmenschliche Nähe nur eines ist: gefährlich.


    The moment of betrayal is the worst, the moment when you know beyond any doubt that you've been betrayed: that some other human being has wished you that much evil. It was like being in an elevator cut loose at the top. Falling, falling, and not knowing when you will hit.

    Aus: The Handmaid's Tale von Margaret Atwood, Seite 203. Textrechte: Penguin Vintage.

    Nie zuvor hat mich das Lesen eines Romans zum Frösteln gebracht. Diese Dystopie hat geschafft, was so mancher Psycho-Thriller vergeblich versucht. Er hat jede meiner verborgenen Ängste hervorgekramt, hat individuelle Schicksale vorgestellt, die universelle Angstträume durchleben, die in keiner Realität vorstellbar erscheinen und doch scheinbar nur haarscharf an den Realitäten vergangener und gegenwärtiger Zeiten vorbeischrammen.

    Die Protagonistin Offred, die der Erzählung, diesem Mosaik an Schrecknissen, ihre Stimme leiht, erzählt von früher, der Zeit davor, lässt einen fühlen, wie schmerzlich man vermissen kann, wie schnell Hoffnung in einem totalitären Regime zum kostbaren Lebenselixier wird.

    Margaret Atwood ist ein sprachlich einzigartiger, kluger und ungemein bedrückender Roman gelungen, in dem sich ein (un)vorstellbares Gesellschaftspanorama entfaltet, das beim Leser/der Leserin jede Alarmglocke laut schrillen lässt.


    Every night when I go to bed I think, In the morning I will wake up in my own house and things will be back the way they were.
    It hasn't happened this morning, either.

    Aus: The Handmaid's Tale von Margaret Atwood, Seite 209. Textrechte: Penguin Vintage.

    Persönliches Fazit: 1985 geschrieben, wird Atwoods dystopischer Roman bereits heute als moderner Klassiker bezeichnet, eine Einschätzung, die ich nur teilen kann. Die vielen Themen, die in ihm verhandelt werden, sind von zeitloser Brisanz und Wichtigkeit, denn so unglaublich absurd, morbide und seelenlos einem das Erzählte erscheint, spiegelt es oft doch nur das wider, was man tagtäglich in den Nachrichten liest.

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    juliedros avatar
    juliedrovor einem Jahr
    Kurzmeinung: The novel explores theme of subjugated women the various means by which they gain individualism and independence.
    a simply wonderful read that makes you think of what was and what could be

    The novel explores theme of subjugated women the various means by which they gain individualism and independence. It is a dystopian novel offering a fresh perspective on what happened in society long ago, what still happens among some groups of people and what could be happening in a future where human kind would have problems to produce healthy offspring. 
    Even though this novel was published the year I was born,with or without knowing this fact, it is timeless. You are not able to place it in a certain time frame,except in a possible future. It reminiscences on times past, where women were free to decide their present and future, as an anchor and element of comparison to the books present times, where subjugated women are property of their men owning them as their husband or as their keeper for a certain purpose : help in the house or ,as our main character, baby-maker. The other choices women could make would be a brothel, farmer or to work in the radioactive areas leading to certain death. Following certain events - that caused radioactivity or an escaped lab created virus that made men impotent (but apparently not all nations) - mankind reverted to certain practices used in the past. Women have restricted roles in society, they are used to breed, the ones that can, but need to be subjugated t the new beliefs as they have known another decadent,libertine lifestyle, whereas the new generations will be able to know a different society, not as the old but also not as restricted as the one unveiling before our eyes.
    Let's face it, even today women are seen as baby-makers. It is seen as normal for women to take care of children,even stay home for it. If they decide not to have children or can't, they are seen as rejects, abnormalities. Or at least interrogated about their choices, why not conform to "normality". What is normality? it is the one society creates. Throughout history there have always been rebels, and so there are some in this book as well. And we are left to wonder what happens to them. 
    There is also one stark element that I had to notice- without a distraction and with too much time to think, the human mind either goes crazy or looks for ways to break free, rebel, be different. We are made to crave attention and to feel unique and appreciated for being us. Also, even though the society in this book is dominated by men, apparently, the women are educating and enforcing the lifestyle on the other women. There are ranks clearly depicted and even the wives...well, there is a saying, behind every powerful man, there is a powerful woman (pushing and/or supporting him). 
    I loved the book, and will not offer spoilers here, just commenting on ideas provided by this intriguing book. It is a must read with a very interesting ending that encourages one to wonder what happened at the end,without leaving it frustratingly open.

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    ichundelaines avatar
    ichundelainevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Beängstigend aktuell, beklemmend und großartig geschrieben! MEHR ATWOOD!!!
    Beklemmend

    Liebe Margaret Atwood, ich kann es wirklich kaum glauben, dass ich dich erst dieses Jahr entdeckt habe! Auch dein zweites Buch hat mich komplett vom Hocker gerissen, gegruselt und fasziniert.

    "Better never means better for everyone", he says. "It always means worse for some."

    Eine feministische Dystopie in einer Welt, die doch so bekannt vorkommt. Abtreibung ist eine Todsünde und Frauen werden gezwungen, ihre Rechte gegen (vermeintliche) Sicherheit einzutauschen. Der Prozess beginnt schleichend, so dass sich keine richtige Opposition bilden kann. Sie werden auf ihre traditionellen Aufgaben reduziert: Ehefrauen, Liebhaberinnen/Prostituierte, Köchinnen, Haushaltshilfen und wandelnde Gebärmütter.

    "From each according to her ability; to each according to his needs."

    Die Geschichte folgt der nicht mehr ganz so jungen Offred, die als Maid bei Fred und seiner Frau in einer fast schon viktorianischen anmutenden Welt lebt. Ihre Aufgabe ist es, ein Kind für die Familie zu gebären, denn dies sichert ihre Existenz. In Rückblicken erfahren wir, dass sie mal ein anderes Leben geführt hat, ein Leben, dass unserem gar nicht mal unähnlich ist. Doch nachdem sie alles verloren hat, ist sie dazu verdammt, ihre rote Uniform zu tragen und ihre Funktion zu erfüllen. Doch es regt sich Unmut in ihr...

    Das ganze Setting ist unfassbar beklemmend. Man erfährt zwar keine genaueren Hintergründe für den emanzipatorischen Set-Back, aber viele Dinge und Entwicklungen lassen sich auch heute wieder beobachten (Abschaffung der legalen Abtreibung in einigen Ländern/ Bundesstaaten z.B.). Die Begebenheiten udn makaber anmutenden Rituale, die Offred beschreibt muten teilweise so absurd und krank an, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich die Serie dazu schauen könnte.

    Stilistisch ist das ganze wieder großartig verpackt. Man spürt es kaum, wie einem die Seiten um die Ohren fliegen und Atwood erzählt das ganze wie eine unfassbare Gruselgeschichte am Lagerfeuer, die zu wahr scheint um erfunden zu sein.
    Prädikat: UNBEDINGT LESEN!!!



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