Margaret Forster Das dunkle Kind

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Inhaltsangabe zu „Das dunkle Kind“ von Margaret Forster

Warum wird ein Kind schuldig? Margaret Forster erzählt in ihrem Roman von der dunklen, rätselhaften Seite der Kinderseele. Die achtjährige Julia darf Brautjungfer sein auf der Hochzeit ihrer schönen Cousine Iris. Eine lästige und teure Familienverpflichtung in den Augen ihrer Mutter, aber Julia ist überglücklich. Nicht lange danach fällt jedoch ein Schatten auf ihr noch junges Leben: Als ihr das Baby der Cousine während einer Spazierfahrt mit dem Kinderwagen umkippt und es danach aus unerklärlichen Gründen stirbt, fühlt sie sich unendlich schuldig. Jahrzehnte später arbeitet Julia als Kinderpsychologin. Ihre jungen Klienten sind verhaltensauffällig: Sie stehlen, lügen, brennen durch oder wollen nicht essen und tragen alle ein dunkles Geheimnis in sich. Julia versucht, ihnen zu helfen, und wird dabei mit ihren eigenen verdrängten Schuldgefühlen konfrontiert.

ein berührendes Buch, das sehr nachdenklich macht und einen nicht losläßt

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  • Psychodrama mit subtiler Spannung

    Das dunkle Kind
    bieberbruda

    bieberbruda

    26. January 2016 um 16:21

    Das dunkle Kind ist endlich mal wieder ein hochspannendes, psychologisches Buch! Wie geht eine Kinderpsychologin mit den dunklen Seiten ihrer Patienten um? Die Story: Julia ist Kinderpsychologin und hat sich auf verhaltensauffällige kleine Mädchen spezialisiert. Ihre Patienten wirken auf den ersten Blick wie kleine, süße Engel - aber sie haben es faustdick hinter den Ohren! Sie sind berechnend, gewalttätig oder tyrannisieren ihr Umfeld. Durch die Arbeit mit den Mädchen reflektiert auch Julia ihre Kindheit und deckt dabei ihre ebenfalls dunkle Vergangenheit auf... Meine Meinung: Das Buch teilt sich in zwei Erzählstränge auf: Auszüge aus Julias Vergangenheit wechseln sich mit den (teilweise erschreckenden) Geschichten ihrer Patientinnen ab. Es handelt sich tatsächlich nur um sehr kleine Einblicke in die Leben der Mädchen und die Gründe ihrer Taten bleiben offen. Nichtsdestotrotz haben mir diese Passagen teilweise einen Schauer über den Rücken gejagt! Ich finde es immer hochspannend, wenn sich grausame kleine Menschen hinter ihrer Engelsfassade verstecken. Bei den Einblicken in Julias Vergangenheit stellt sich schnell heraus, dass auch sie etwas schreckliches getan haben muss. Wie geht sie mit diesen Folgen um? Und ist das vielleicht der Grund, weshalb sie den kleinen Mädchen helfen will? Insgesamt also ein Buch, dass eher durch subtile Spannung überzeugt und von dem Einblick in die Psyche der "kleinen Monster" lebt. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen! Fazit: Ein hochspannendes Psychodrama über die dunkle Seite hinter der Engelsfassade kleiner Mädchen. Ich vergebe 5 Sterne!

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  • Margaret Forster - Das dunkle Kind

    Das dunkle Kind
    Ela1989

    Ela1989

    29. January 2015 um 11:00

    Julia ist Kinderpsychologin. Viele Kinder kommen zu ihr, deren Eltern der Meinung sind, dass sie dringend Hilfe benötigen. Dadurch dass Julia sich sehr gut in die Kinder hineinversetzen kann, sieht sie schnell, ob die Kinder wirklich Hilfe brauchen oder ob die Eltern nur Probleme vermuten, wo eigentlich keine sind und irgendetwas aufbauschen. Doch während dieser ganzen Fälle von Kindern, die schlagen, stehlen und lügen, nimmt ihre eigene Vergangenheit immer mehr Besitz von ihr... Das Buch behandelt ein für mich sehr interessantes Thema - die Psyche der Kinder. Wie denken Kinder, was fühlen sie und warum machen sie das, was sie tun? Dieser Roman ist sehr interessant - sowohl vom Inhalt als auch vom Schreibstil her.

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  • [Rezension] Das dunkle Kind

    Das dunkle Kind
    Mone80

    Mone80

    27. June 2014 um 13:25

    Inhalt: Julia ist Kinderpsychologin und zu ihr kommen Kinder, besonders Mädchen, die nach aussen hin, höflich und wohlerzogen sind. Doch alle haben eine dunkle Seite: sie stehlen, hauen ab, verkriechen sich tagelang im Bett, schlagen und tyrannisieren ihre Umwelt. Da ist zum Beispiel Honor, die genau weiß, wie sie jemanden Schmerzen zufügen kann. Ohne Grund, einfach aus Spaß. Oder die immer lächelnde Claire, wo das Lachen aber die Augen nicht erreicht. Durch ihre Arbeit und Gespräche mit den Mädchen bewegen etwas in Julia. Stückchenweise dringt ihre Vergangenheit an die Oberfläche. Meine Meinung: Schon auf den ersten Seiten merkte ich, dass es ein aufwühlendes Buch werden wird, ein Buch, welches mir länger in Erinnerung bleiben wird und wo ich mir viele Gedanken darum machen werde. Es ist ein Buch, welches sehr in die Tiefe geht, besonders Julias Geschichte. Gefühle werden durch Worte dem Leser sehr nahe gebracht. Das Buch besteht aus zwei Erzählsträngen. Da ist einmal der Einblick in Julias Arbeit, die Gespräche die sie mit den Kindern führt. Es sind immer Mädchen, die zu ihr in Behandlung kommen, aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Sie sind alle im Verhalten auffällig, sie stehlen, schlagen, hauen ab. Aber nach aussen hin, sind sie eher unscheinbar. Dieser Erzählstrang wird meist nur angerissen. Man erfährt als Leser wichtige Details, aber es regt einen auch an, sich selbst darüber Gedanken zu machen. Die Frage nach dem Warum wird nicht so deutlich beantwortet. Genauso wie Vorschläge ein Verhalten zu ändern oft nicht erläutert werden. Vielleicht liegt es daran, dass Julia zu dem Zeitpunkt, wo der Erzählstrang endet, selbst noch keine Lösung hat, oder es teilweise unlösbar erscheint. Denn ab und an bekommt man auch einen kleinen Einblick ins Umfeld der Mädchen und das deutete schon viel an. Allerdings bleiben es Vermutungen. Dann erfährt der Leser immer mehr über Julias Vergangenheit. Denn auch sie hat eine dunkle Seite, ein Schatten der sie verfolgt und der durch ihre Arbeit, wieder ans Tageslicht gerät. Der Leser wird in ihre Kindheit katapultiert und erlebt ihre Vergangenheit, so wie sie es als Kind erlebt hat. Wie das Leben mit ihrer Mutter war, welche Gedanken sie als Kind hatte, wie sie ihre Cousine ja fast schon vergötterte. Margaret Forster geht sehr tief in Julias Vergangenheit und erzählt diese mit vielen Details. Die Gedanken und Phantasien sind teilweise schockierend, die Beziehung zwischen Mutter und Kind, besonders das Verhalten der Mutter Julia gegenüber, ließ mich oft den Kopf schütteln. Auch, wenn Margaret Forster einen sehr gefühlvoll anmutenden Schreibstil hat und nicht die Holzhammermethode anwendet, um Informationen preiszugeben, war der Einblick in Julias Vergangenheit oft ein wenig zu viel, weil es mir schon recht nahe ging. Ich war oft aufgewühlt oder fassungslos und auch jetzt, gehen meine Gedanken immer wieder zu diesem Buch. Fazit: Ein Buch, was mich nicht so leicht loslässt.

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  • Hinter den Gesichtern

    Das dunkle Kind
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    17. March 2014 um 13:57

    Hinter den Gesichtern Honor ist ein zurückhaltendes, stilles, eigentlich doch sehr wohlerzogen wirkendes Mädchen. Wenn sich nicht im Lauf der Erzählung herausstellen würde, dass sie sehr wohl weiß, anderen weh zu tun. Mal eben so. Auch Claire, die ständig lächelt, hat so einiges hinter dem Lächeln verborgen, dem Julia nachzugehen hat. Wie bei den anderen, im Buch erwähnten Kindern, ebenfalls, natürlich. Schlagen, Lügen, dunkle Wege gehen. Julia ist Psychologin, Expertin für solche Kinder, vor allem Mädchen. Was, so wird sich Seite für Seite im eigentlichen Erzählstrang des Buche herausstellen, viel mit ihr selbst zu tun hat. Vor langer Zeit war sie mit ihrer Mutter doch eng vertraut mit Cousine Iris. Durfte Brautjungfer sein. Hat die Geburt des ersten Kindes von Iris miterlebt. War zu Besuch. Und hat, eines Tages, als alle im Haus beschäftigt waren, im Garten kurz auf den Kleinen aufgepasst. Den Kinderwagen ein wenig hin und her bewegt. Mit Folgen, vielleicht? Hatte ihr Handeln Einfluss auf den plötzlichen Kindstod des Säuglings? Ob dem so war oder nicht spielt eigentlich gar keine Rolle, denn Julia sieht es so, seit damals. Dass sie schuldig ist. Und dieses innere Gefühl hat weitereichende Folgen für die heranwachsende und erwachsene Julia. Folgen, die Forster sehr wohl sensibel zu beschreiben weiß im Lauf des Buches. Auf einer Erzählebene des Buches, dem Ereignis von damals, dem, was an Verhältnis zwischen Julia und ihrer Mutter vorweggegangen war und dem, was Julia auf ihrem weiteren Lebensweg in sich entfaltete, geht sie all dem nach. Während auf der zweiten Erzählebene immer wieder Fälle aus Julias Praxis auftauchen. Kindern mit offenkundigen Problemen. Kinder, bei denen es ebenso schwierig ist, einen Blick hinter die Fassade zu werfen, wie bei Julia selbst. Während nun Julias Geschichte breit und sehr sorgfältig ausgestaltet vor die Augen des Lesers tritt und so, Schritt für Schritt, nachvollzogen werden kann, was zum einen damals wirklich passierte und was durch die Haltung der Mutter in Julia selbst stattfand, sind die Ereignisse der Gegenwart und der Blick auf die „dunklen Kinder“ eher ein stückweit auch assoziativ gehalten. Und wirken daher, hier und da, doch nicht klar erzählt, geben dem Leser zu wenig von dem an die Hand, was zwischen Eltern und Kindern, zwischen den Kindern und ihren „Opfern“, an den Schulen, wirklich vorliegt und passiert. Hier klärt sich zwar das ein oder andere im Lauf der Lektüre, dennoch lassen auf dieser Erzählebene manche Eigenarten oder Andeutungen eher zunächst ratlos bis stutzig zurück. „Du hast ihn so eifrig gestubst, dass er in den Stuhl gestürzt ist“. „Habe ich, und zwar mit Absicht. Ich hab ihm aber nicht das Handgelenk gebrochen“. Warum aber? Was ist hinter der Fassade der „glücklichen Familie“ und der so ratlos wirkenden Mutter? Fragen, die Dauern, falls sie beantwortet werden und so den Lesefluss hier und da stocken lassen. Julias Geschichte vor allem aber ist, gerade auch weil sie scheibchenweise erzählt wird, intensiver und interessant zu lesen und führt den Leser ohne mahnenden Zeigefinger, einfach durch den eröffneten Blick in das Innere das Mädchens, nahe heran an all das, was man Kindern durch Haltungen und Worte für ihr Leben lang antun kann. Ein interessanter Blick auf das, was an seelischer Entwicklung oft ganz verborgen in Kindern abläuft und wie sich da im Leben dann später niederschlägt.

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