Margaret Mazzantini Das Meer am Morgen

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Inhaltsangabe zu „Das Meer am Morgen“ von Margaret Mazzantini

Libyen, Sommer 2011: Jamila entgeht knapp Gaddafis Truppen. Mit ihrem kleinen Sohn Farid flieht sie quer durch die Wüste bis ans Meer. Ihre Ersparnisse überlässt sie einem Schlepper, der sie in ein überfülltes Boot verfrachtet. Jamila hofft auf eine Zukunft in Europa, doch schon bald mangelt es an Trinkwasser und Benzin. Schließlich hat sie nur noch einen Wunsch: länger durchzuhalten als ihr Sohn, um ihn nicht allein sterben zu lassen. Auf Sizilien geht der achtzehnjährige Vito am Strand spazieren und findet eine Kette, wie sie arabische Kinder tragen. Er denkt an seine Mutter Angelina, die in Libyen aufgewachsen ist. Als Gaddafi an die Macht kam, musste sie nach Italien fliehen, aber die Sehnsucht nach der früheren Heimat lässt ihr keine Ruhe: Sie reist nach Tripolis und macht sich auf die Suche nach Ali, ihrer ersten großen Liebe. Doch Ali ist inzwischen beim libyschen Geheimdienst. Bestürzt kehrt Angelina nach Italien zurück, wo sie den Ausbruch des Bürgerkriegs und die Bombardements der NATO am Bildschirm verfolgt. In eindringlichen Bildern erzählt Margaret Mazzantini von den individuellen Schicksalen, die sich hinter den aktuellen Ereignissen in der arabischen Welt verbergen.

128 Seiten, die viel mehr sagen, als es die meisten dreimal so dicken Bücher können. Großartig!

— milkshakee

Ein sehr mutiges Buch über ein Italien, dass einen die leckere Pasta vergessen lässt, weil man sich für dieses Land beim Lesen schämt

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Libysch - italienische Flüchtlingstragödie

    Das Meer am Morgen

    Nespavanje

    05. September 2017 um 20:10

    Das Meer am Morgen schilder das Drama über zwei Mütter und deren Verbannung aus deren jeweiligen Heimatland, mit der Kulisse des jüngsten libyschen Bürgerkrieges. Wir treffen auf Jamila, die mit ihrem Sohn Farid auf der Flucht nach Europa ist und wir treffen auf Angelina, die in Libyen aufgewachsen ist und ihrer ersten großen Liebe - Ali - nachtrauert. Mit der Fokussierung auf die Mütter beginnt man als Leser unweigerlich über das Schicksal flüchtender Menschen, deren physischen und psychologischen Traumata, deren Entfremdung und sozialen Ausgrenzung nachzudenken. Dadurch ist wird dieser Roman auch zu einem politischen und durch die besonderen erzählerischen Künste der Schriftstellerin, wird sie in einer faszinierenden poetischen Sprache wiedergegeben, die mir schon in ihrem vorigen Romanen so gut gefallen haben. Hier bediente sich Margaret Mazzantini bereits diesem unverwechselbaren Stil und hier liegt wohl auch der besondere Zauber inne, der mich so gefangen hält. Tragische Situationen bekommen dadurch eine ganz eigene dichte Atmosphäre und diese sind in diesem kurzweiligen Lesevergnügen genug vorhanden. Das Meer am Morgen - ist nicht der einzige Roman, der sich mit dem Drama der Flüchtlinge beschäftigt. Gestrandet - von Alexander Maksik ist ein ebenso kraftvoller und zum Nachdenken anregender Roman über eine auf einer griechischen Insel geflüchtete Frau, die sich als Touristin ausgibt.

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  • Bedrückend, traurig, mit politischem Hintergrund

    Das Meer am Morgen

    Federfee

    31. March 2017 um 12:06

    Ein unglaubliches Buch, denn auf gerade mal 128 Seiten steckt so viel an Geschichte, an politischen Einsichten, an menschlicher Tragödie, dass man es mindestens zweimal lesen muss, um auch nur annähernd alles mitzubekommen.Es geht um die Geschichte Libyens, die koloniale Schuld Italiens, Flüchtlinge auf dem Mittelmeer, Heimatlosigkeit, Entwurzelung, Schuld …Geht das überhaupt in dieser Kürze? Doch, das geht. Es gibt wenig Handlung, mehr skizzenhafte Bilder, eindringliche Szenen vom Leben der Nomaden in der libyschen Wüste, ihrem Sesshaftwerden in einer Oase und dem Bau einer neuen Stadt daneben, auf Wunsch des Rais (Gaddafi): Beton, Plastiktüten im Wind, Hinterlassenschaft von Wüstentouristen.Dort lebt Omar, ein Techniker, der Fernsehantennen installiert, mit seiner Frau Jamila und dem kleinen Sohn Farid. Die Bevölkerung sieht den Beduinen und Revolutionsführer Gaddafi kritisch, aber einigen ist er immer noch lieber als die Moslembrüder. Widerstand regt sich:"Die Leute auf der Straße kratzen die Parolen des Rais von den Mauern … und übermalen sie mit Karikaturen der großen mit falschen Orden behängten Ratte." (15)Die Lage spitzt sich immer mehr zu und Omar weiß, dass sie fort müssen. Aber es ist zu spät; er wird von Regierungstruppen, die zu einem großen Teil aus Söldnern bestehen, erschossen und Jamila macht sich mit ihrem Sohn auf die Flucht Richtung Mittelmeer.Grauenhafte Bilder von toten Schwarzen im Sand, Emigranten aus den südlich von Libyen liegenden Staaten, die nach einem Abkommen Gaddafis mit den Europäern einfach im Stich gelassen wurden und in der Wüste verdursteten, ein überladenes, rostiges Flüchtlingsboot, grauenhafte hygienische Bedingungen, sengende Sonne, unendlicher Durst, … Das alles versteht Mazzantini in knappen, eindringlichen Bildern zu vermitteln.Die Sprache ist vom Satzbau her einfach, oft atemlos, als ob jemand kaum noch sprechen könne, aber sie ist durchsetzt mit poetischen Bildern, mit Metaphern und Vergleichen.***Im zweiten Teil schlendern wir mit Vito aus Catania auf seiner Ferieninsel umher. Der Leser nimmt an seinen Beobachtungen teil und es ist klar, dass die Idylle zerstört ist: Auffanglager mit schrecklichen Zuständen, der Strand 'eine Müllhalde des Meeres'.Früher war Vito ein Kind des Meeres, setzte sich dessen Gefahren aus, schwamm und angelte. Heute will er das nicht mehr. Er sieht schreckliche Bilder vom Meeresgrund vor sich und "der Gedanke daran, was die Fische fressen, gefällt ihm nicht." (41)Endlich erfahren wir, was Vito mit Libyen verbindet: "Seine Mutter ist elf Jahre lang Araberin gewesen." (42 ) Seine Vorfahren waren als Juden von Italien nach Tripolis und Umgebung gegangen, um dort ein neues Leben zu beginnen, auf dem Hintergrund einer Kolonisierung. Später wird Vitos Mutter erfahren, welche Schuld die Italiener auf sich geladen haben. Auch heute noch wird das gerne verschwiegen.Für Santa und Antonio, Vitos Großeltern, und ihre Tochter Antonia, war Libyen die Heimat, bis Gaddafi kam und die Italiener aus dem Land jagte. Die Geschichte von Vitos Großeltern zeigt, wie schlecht sie von ihren Landsleuten aufgenommen wurden (Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg …) und wie heimatlos und entwurzelt sich die erzwungen Rückkehrer fühlen, minderwertig und schuldig. Man kann sich gut vorstellen, dass dies für alle Flüchtlinge gilt, auch jetzt und heute."Das war die eigentliche Verbannung, diese seelische Einsamkeit." (73)Und was hat nun die Geschichte von Vitos Familie mit Jamila und Farid zu tun? Sie wurden alle gezwungen, ihr Heimatland zu verlassen, unter unterschiedlichen Vorzeichen und mit anderen Gründen. Aber die Wirkung auf solche entwurzelte Menschen ist verheerend. Und ganz leise nur verbinden sich diese beiden Lebensfäden in den Fundstücken, die Vito in einer Collage anordnet, in der auch Farids Amulett zu finden ist.Es ist ein sehr trauriges Buch, ein gesellschaftspolitisches Buch, das auf einfache Art Einsichten vermittelt und ich kann nur empfehlen, es zu lesen, auch wenn es belastend ist."Die Geschichte des Menschen ist die Geschichte seines Hungers. Die Geschichte von Hungernden, die sich auf den Weg machen. Es ist der Hunger der Armen, der Siedler, der Flüchtlinge. Es ist der gierige Hunger der Mächtigen." (100/101)

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  • Ein Stück italienische Kolonialgeschichte, die einen erzittern lässt

    Das Meer am Morgen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Diese Geschichte kommt in einem sehr schmalem Buch daher, auf die ich allein nie gestoßen wäre. Die neue Leseliste der Literaturkreise beginnt mit dieser Erzählung der gebürtigen Irin Margaret Mazzantini, die einen italienischen Namen trägt und auch in Rom lebt. Auf knappen 130 Seiten entfacht sie ein sprachliches und inhaltliches Feuerwerk, denn sie serviert keine leichte Kost. Erschienen ist ihr Buch im Dumont-Verlag, der damit ein sehr mutiges Thema aufgreift, denn es geht um die ehemalige italienische Kolonie Libyen. 1911 übernimmt Italien Libyen als Kolonie, verliert diese 1960, verbündet sich jedoch mit dem neuen König, um die alten kolonialen Rechte nicht zu verlieren und selbst, als Gaddafi die Macht 1969 übernimmt, versucht sich Italien die Energiereserven der alten Kolonie zu sichern, indem sie mit dem libyschen Diktator einen Freundschaftsvertrag schließen. Zuerst schickt man Teile der italienischen Bevölkerung in die Kolonie, als Gaddafi sie zurück zwingt, will man keine Verantwortung übernehmen und überlässt die Zwangsrückkehrer sich selbst und ihrem Schicksal. Vor diesem Hintergrund lernt der Leser auf der einen Seite Farid und seine Mutter Jamila kennen, die sich im Jahre 2011 auf der Flucht vor Gaddafis Truppen befinden, die sich amerikanischen NATO-Truppen gegenüber sehen und versuchen wüst dagegen zu halten. Omar, Farids Vater, verliert dabei sein Leben. Auf der anderen Seite begegnet uns im gleichen Jahr in Italien der 18-jährige Vito. Er ist der Sohn von Angelina, die in Lybien als Tochter gebürtiger und weggeschickter Italiener aufwuchs und 11 Jahre lang eine Araberin war. Doch das darf sie nicht bleiben, denn Gaddafi will die Europäer aus seinem Unrechtsstaat haben und so kommt es, dass ihre Familie nach Italien flieht. Dort finden Sie sich nie richtig ein, denn sie wurden der Heimat beraubt. Vito ist in Italien geboren und trägt doch schwer an der Last seiner Familie. Diese beiden Jungen lernt der Leser kennen und mit ihnen deren Lebensgeschichten, wobei der inhaltliche Schwerpunkt auf Vitos Familie liegt und Farids Geschichte als Rahmen dient. Die Autorin arbeitet mit sehr vielen Vergleichen, Tieren als Vorboten und einem Stil, der einen fesselt. Das ist kein leichtes Buch, ich musste viel nachschlagen, aber das war es mir wert, denn ich hatte seit langem einmal wieder einen echten Bildungszugewinn. M. Mazzantini drückt nicht auf die Tränendrüsen, sie stellt dar, präsentiert - und das alles sehr wertfrei. Sehr empfehlenswert.

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  • Mitreißend!

    Das Meer am Morgen

    juni_mond

    "Du musst dir einen Ort suchen, in dir und um dich herum. Einen Ort, der zu dir passt, zumindest teilweise." Dies zu erfüllen kann eine der schwersten Aufgaben sein. Vor allem wenn man flüchtet, nicht vor sich selbst, sondern wenn man vertrieben wird. Vertrieben aus der Heimat - dem Umfeld - dem eigenen Leben. Der junge Farid flieht mit seiner Mutter. Vito versucht die Erinnerungen seiner Mutter an ihre Flucht nachzuvollziehen. Zwei mitreisende, erschütternde und schrecklich reale Beispiele für die Flucht, welche am Ende des Werks zu einer nicht minder schrecklichen Verknüpfung finden. Margaret Mazzantini beschreibt ohne jegliche Wertung in wunderschöner flüssiger poetischer Sprache eines der größten und schrecklichsten aktuellen Probleme. Die Flucht. Absolut lesens- und nachempfindenswert.

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  • Schicksale vom meer getrennt

    Das Meer am Morgen

    dicketilla

    02. March 2014 um 13:58

    Farid hat noch nie das Meer gesehen, er wohnt in einer der letzten Sahara-Oasen. “Der böse Blick trifft nur auf das Amulett, und du bist in Sicherheit., hat seine Mutter ihm erklärt.” (S.119) Alle Kinder tragen es. Er liebt seine Mutter Jamila, die Gesang studiert hat, aber der Vater erlaubte nicht, dass sie für andere sang. So sang sie für Farid, sie die gerade mal 20 , und aussah wie seine Schwester. Sein Vater trug den stolzen Namen Omar, wie einst der Held der Wüste, Anführer der Beduinen. Der Großvater führte Touristen durch die Wüste. In der Ferne tobte der Krieg, bis er ihre Häuser erreichte. Sie schossen von den Dächern mit ihren fanatischen Gesichtern. “Entweder du kommst mit und kämpfst bei uns oder du bist so gut wie tot. (S.18) Der Vater schoss in die Luft, da stießen sie ihn vom Dach. Entlang der Flüchtlingslager brechen sie auf Richtung Meer, Faid und Jamila . Dort wartet ein rostiger Kahn, und der Menschenhändler kassiert die Fahrt. Vito hat gerade so das Abitur gemacht, von der Mutter immer wieder gedrängt. Er verbringt einen Sommer auf der faulen Haut, nicht wissend was er mit seinem Leben anfangen soll. Auf der anderen Seite des Meeres herrschte Krieg. Die Auffanglager platzten aus den Nähten. Er sah den Rest eines Bootes, mit einem arabischen Stern samt Mond. Lange aß er schon keinen Fisch mehr, was die Fische fraßen gefiel ihm nicht, und begleitete ihn bis in seine Träume. Seine Mutter Angelina war 11 Jahre lang Araberin gewesen. Die Großeltern waren 1938 in Libyen an Land gegangen. Viele der Italiener waren Juden. Arme unter anderen Armen. Sie besiedelten das Land, und legten Felder und Plantagen an. Doch dann brach der Krieg aus, man jagte die italienischen Siedler nach Hause. Überladene Arche Noas wie die Flüchtlingsboote heute. Doch sie wurden nicht als Heimkehrer gefeiert, blieben die Italiener aus Tripolis. Tripolitanier, weder hier noch dort. Die Geschichte seiner Mutter war ein zertrümmertes Leben. Es werden zwei Schicksale erzählt, und es ist kaum zu ertragen welche Ungeheuerlichkeiten der Krieg hervorbringt. Margaret Mazzantini klagt nicht an, sie erzählt, und das in einer poetischen Sprache. Sie erzählt wie begeistert der kleine Farid von der Gazelle ist, von der Schönheit der Wüste, und schon kommt die Gefahr bedrohlich näher. Von den Flüchtlingen, ihrer Heimat, ihres Lebens, ihrer Geschichte beraubt. Gaddafi holte sich wieder zurück, was ihm gehörte. Von der Erinnerung Vitos, an das Leben seiner Mutter, und wie er am Strand einen Beutel mit einer Kette findet, einst als Glücksbringer gedacht. Das Schicksal zweier Familien, vom Meer getrennt, und dennoch viel verbindet. Ein aufwühlendes Buch, und wie das Meer, füllen sich am Ende meine Augen mit Tränen. Ein schmales Buch mit einer großen Aussagekraft. “ Die Geschichte des Menschen ist die Geschichte seines Hungers. Die Geschichte von Hungernden, die sich auf den Weg machen. Es ist der Hunger der Armen, der Siedler, der Flüchtlinge. Es ist der gierige Hunger der Mächtigen.” (S.101)

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  • Rezension zu "Das Meer am Morgen" von Margaret Mazzantini

    Das Meer am Morgen

    claudiaausgrone

    16. February 2013 um 13:21

    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Geschichte der Juden in Libyen nicht kannte, ihre besondere Situation unter Gaddafi und ihre Flucht nach Italien. Durch dieses gleichermaßen politische wie poetische Buch weiß ich jetzt deutlich mehr. Nie lernt man Geschichte besser, als an den Beispielen von Einzelschicksalen. Zuerst fiel mir die besondere Sprache, die Melodie dieses Buches auf. Erst dann habe ich mich wirklich auf den Inhalt eingelassen. Geschickt verwebt Mazzantini zwei Flüchtlings-Geschichten miteinander, die sehr unterschiedlich sind und auch zu unterschiedlichen Zeiten spielen. Besonders gut gefallen mir ihre sehr fein ausgearbeiteten Figuren, die Stärke der Frauen. Ein wirklich empfehlenswertes Buch für alle, aber besonders für alle Liebhaber sprachlicher Schönheit, für (zeit)geschichtlich Interessierte.

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  • Rezension zu "Das Meer am Morgen" von Margaret Mazzantini

    Das Meer am Morgen

    cvcoconut

    14. December 2012 um 19:28

    Das Buch sollte von dem Schicksal zweier Jungs berichten in unterschiedlichen Ländern. Letztendlich ging es aber mehr um die Eltern der Jungs und auch das zeitweilig sehr durcheinander. Es wurde von der Zeit hin und her gesprungen zwischen dem Heute und der Vergangenheit, das man manchmal nicht so genau wusste, welche gerade beschrieben wurde. Auch so hätte ich mir mehr von dem Schicksal der Jungs erhofft zu lesen und war mit der Geschichte eigentlich etwas enttäuscht.

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  • Rezension zu "Das Meer am Morgen" von Margaret Mazzantini

    Das Meer am Morgen

    Monika58097

    21. August 2012 um 09:41

    Was für ein Roman! Eine Erzählung über die Jungen Farid und Vito. Farid, ein kleiner Junge, der mit seiner Mutter aus Libyen flieht. Farid, dessen Vater brutal ermordert wurde. Farid, dessen Mutter sich einer Schlepperbande anvertraut, um außer Landes zu kommen. Erst mit dem Laster und als dieser streikt, zu Fuß durch die Wüste bis ans Meer. Sie werden auf ein altes Boot verfrachtet. Das Trinkwasser ist schnell alle. Tote werden einfach über Bord geworfen. Werden sie es schaffen? Jamila hofft nur, dass sie nicht vor ihrem kleinen Sohn sterben muss. Und dann ist da Vito. Er lebt mit seiner Mutter, die in Libyen geboren ist, auf Sizilien. Angelina musste bei Gadafis Machtübernahme fliehen. Eines Tage fährt sie noch einmal nach Tripolis. Sie besucht Ali, ihre erste große Liebe, doch Ali gehört dem Geheimdienst an. Wieder in Italien, verfolgt Angelina im Fernsehen, was mit ihrem Heimatland geschieht. Zwei Geschichten, zwei Schicksale, die doch irgendwie miteinander verwoben sind. Zwei tragische Schicksale, sehr eindringlich und bildhaft beschrieben. Und trotz der schlimmen Geschehnisse, der beide Familien ausgesetzt sind, trotz der ganzen Tragik, des Politikums dahinter, ist dieses Buch auf wundersame Weise ein poetisches Meisterwerk, leicht zu lesen und dennoch so eindringlich, dass der Leser es lange Zeit nicht vergessen wird. Mich persönlich hat dieses Buch aufgewühlt und sehr nachdenklich gestimmt.

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  • Rezension zu "Das Meer am Morgen" von Margaret Mazzantini

    Das Meer am Morgen

    Gospelsinger

    21. August 2012 um 00:12

    „Wer entschädigt uns für das, was uns genommen wurde? Wir hatten Olivenhaine und Freunde. Wir hatten eine Geschichte.“ Flüchtlinge im eigenen Land, das waren die Italiener, die nach der Machtergreifung Gaddafis Tripolis verlassen und nach Italien zurückkehren mussten. Sie waren aus Italien nach Libyen gegangen, hatten dort hart gearbeitet, ihre Kinder dort geboren und aufgezogen, ihre Existenz aufgebaut und friedlich mit den Muslimen zusammengelebt. Nun wurden sie brutal vertrieben und von ihrer Heimat Italien schlecht aufgenommen, wie alle anderen Flüchtlinge auch. Eine Entschädigung oder auch nur Entschuldigung haben sie nie erhalten. Der 18jährige Vito ist der Sohn einer dieser Flüchtlingsfamilien. Am italienischen Strand findet er im Sommer 2011 Überreste von gesunkenen Flüchtlingsbooten. Das Meer verbindet ihn mit der alten Heimat seiner Mutter, aus der schon wieder Menschen vor Gaddafis Truppen fliehen müssen. Auf einem schlecht ausgestatteten Boot, ohne genügend Wasser und Benzin, ohne Manövriermöglichkeit, sind Jamila und ihr kleiner Sohn Farid auf dem Weg nach Italien. Nachdem ihr Mann von Gaddafis Truppen ermordet wurde, hat Jamila mit Farid die Wüste durchquert und ihre gesamten Ersparnisse einem Schlepper anvertraut. Jamila hofft auf ein besseres Leben für ihren Sohn, aber sie werden nie ankommen. Nur Farids Talisman erreicht das rettende Land. Dieses elegant geschriebene stille Buch macht mit seinen eindringlichen Bildern das Flüchtlingselend anschaulich und wirkt lange nach.

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