Margaret Mazzantini Niemand rettet sich allein

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Inhaltsangabe zu „Niemand rettet sich allein“ von Margaret Mazzantini

Rom: Ein Sommerabend in einem Straßenrestaurant. Delia und Gaetano trinken lustlos einen Wein. Sie waren einmal ein Liebespaar, dann haben sie eine Familie gegründet. Sie waren glücklich. Jetzt lebt Gaetano in einem Hotel, und Delia ist mit den kleinen Söhnen Cosmo und Nico in der Wohnung geblieben.
Delia und Gaetano sind jung, zwischen dreißig und vierzig, sie könnten noch einmal von vorn anfangen, jeder für sich. Sie träumen von einem erfüllten Leben, sie wollen ihre Freiheit auf keinen Fall aufgeben. Aber noch immer ist da diese gegenseitige Anziehung … Wenn nur die fade Vertrautheit nicht wäre, die langweiligen Rituale! Die anfängliche Leidenschaft und die Wut, die ihrer Liebe ein Ende gesetzt hat, sie liegen gefährlich nahe beieinander.
Margaret Mazzantini setzt das zeitlose Drama von Liebe und Entfremdung, von Nähe und Distanz vor der flimmernden Kulisse dieses italienischen Sommerabends so eindringlich in Szene, dass es schmerzt.

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  • Und am Ende bleibt noch immer die Frage: Woran sind sie, sind wir gescheitert? Und was bleibt?

    Niemand rettet sich allein

    Larijana

    13. December 2014 um 10:12

    Einst waren sie unsterblich ineinander verliebt und glücklich miteinander. Gründeten eine Familie, begannen ein gemeinsames Leben. Stritten und liebten sich leidenschaftlich. Doch von dieser Liebe und Leidenschaft ist schon lange nichts mehr zu spüren. An einem lauen Sommerabend sitzen sich Delia und Gaetano in einem Restaurant in Rom gegenüber. Sie leben mittlerweile getrennt, doch Gaetano möchte seine Familie nicht einfach so aufgeben. Aber hat er sie nicht bereits längst verloren? Irgendwann – im Laufe der Jahre, in denen sich Alltag und Probleme in ihr Leben geschlichen und ihre Liebe vergiftet haben? Können sie einen neuen Versuch wagen, haben sie sich überhaupt noch etwas zu sagen? Kaum dass sie das Kinn bewegt, eine unbestimmte Geste, unwillig. Gedankenverloren. Sie scheint weg zu sein, woanders, bei etwas, das ihr am Herzen liegt, und das ist natürlich nicht er. - Niemand rettet sich allein, Margaret Mazzantini, S. 9 Margaret Mazzantini malt das Bild einer verlorenen Liebe in Worten, die die Stimmung ihrer beiden Protagonisten gekonnt einfangen. Gaetano hofft, eine weitere Chance zu bekommen, während Delia sich fragt, wieso sie diesem Treffen überhaupt zugestimmt hat, wo sie doch von einer solchen Leere erfüllt ist und nichts mehr für Gaetano empfindet. Und dann, im Laufe des Gesprächs kochen immer wieder die unterschiedlichsten Gefühle auf. Als man sich gegenseitig mit Vorwürfen bombardiert oder diese dem anderen nur im Stillen macht, versunken in seinen Gedanken. Denn das sind die beiden oft während dieses Abends, der die zweihundert Seiten des Buches füllt. Es braucht nicht viel Dialog, tatsächlich ist es sogar gut gewählt, diesen auf ein Minimum zu reduzieren und Delia und Gaetano den Großteil der Zeit über immer wieder in Gedanken verweilen zu lassen – und in ihrer Vergangenheit. Wie sie sich kennenlernten, verliebten, wie sie so glücklich miteinander waren, dass sie eine Familie gründeten. Und schließlich: Entfremdung. Der ständige Streit, auch nach der Trennung – wenn es um die Kinder ging. Perspektivenwechsel mitten im Absatz verwirren zeitweise, dennoch kann man der Geschichte gut folgen. Mit Delia und Gaetano gemeinsam der Frage auf den Grund gehen, was eigentlich passiert ist. Und wann genau. Gab es ein bestimmtes Ereignis, das sie auseinandergetrieben hat, oder haben sich diese Frustration und Wut einfach eingeschlichen und sie haben die Fäulnis in ihrer Ehe nicht bemerkt, den Abgrund, an dem sie so lange standen, ohne die Schlucht vor sich zu sehen? Woran sind sie letztendlich gescheitert, dass weder die Kinder noch ihre einstige Liebe sie noch zusammenhalten konnte? Und was ist davon noch übrig? Wenn man den anderen ansieht, erblickt man doch nur sein eigenes Scheitern, all den Zorn und die Enttäuschung darüber, nicht mehr den Menschen, den man einst mehr als alles andere geliebt hat. Eine Geschichte von Liebe und Entfremdung. Ernüchternd. Greifbar. Realistisch. Schmerzlich. Eine Geschichte aus dem Leben. Und am Ende bleibt noch immer die Frage: Woran sind sie, sind wir gescheitert? Und was bleibt?

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  • Ein bewegender Roman, der auf schmerzliche Weise die Geschichte eines Paares unserer Zeit beschreibt

    Niemand rettet sich allein

    WinfriedStanzick

    19. December 2013 um 11:06

      Sie waren einmal sehr verliebt ineinander und haben mit großer Freude eine Familie gegründet, die beiden Römer Delia und Gaetano. Doch ihr Glück ist zerstoben, ihr Glück zerbrochen, ihre Lebe zersplittert. Sie haben sich getrennt. Gaetano wohnt in einem billigen Hotel und Delia ist mit den kleinen Söhnen Cosmo und Nico in der Wohnung geblieben.   Gaetano und Delia sind beide Mitte dreißig und träumen jeder für sich von einem Neuanfang, als sie sich eines Tages auf Vorschlag von Gaetano zu einem Essen in einem Restaurant treffen.  Margaret Mazzantini beschränkt die Handlung ihres bewegenden Romans auf die Dauer dieses sich über mehrere Stunden hinziehenden Essens. Doch mit entsprechenden Rückblicken in die Lebensgeschichten des Paares und die Geschichte ihrer Beziehung und ihres letztendlichen Scheiterns, die sie immer wieder geschickt in das Gespräch des Noch-Ehepaares einbaut, gibt sie dem Leser einen Einblick in die Gründe der langsamen Erosion einer Liebe, die am Ende zwischen alter Leidenschaft und neuer Wut schwankt: „Sie stehen am Rand einer Katastrophe. Unablässig starren sie sich an, Wie zwei Menschen an einem Abgrund. Mit der Angst, hineinzustürzen. Von wo ist diese Kluft ausgegangen, die den Boden zerteilt hat? Sie können ringsumher suchen. Doch ein wirkliches Epizentrum gibt es nicht. Sie schauen sich an, lächeln.“   Ja, reden können sie noch miteinander und insbesondere Gaetano ist noch voller Liebe für seine Frau und vor allem für seine beiden Kinder, während Delia nur noch Leere spürt. Der Leser erfährt von zwei schwierigen Kindheiten, wie sich die beiden in der Praxis der ehemalig magersüchtigen Ernährungsexpertin Delia kennengelernt haben, vom Glück, das die beiden Kindern für die beide bedeuten. Auch der zunächst gelungene Rollentausch, als der angehende Schriftsteller Gaetano als Hausmann bei den Kindern bleibt, während Delia weiter arbeitet, scheint die Ehe der beiden eher weiter zu bringen. Sie sind stolz darauf anders, alternativ zu leben: „Es war herrlich, nicht zu sein wie die anderen. Sie wussten nicht, dass sie dadurch allein, isoliert bleiben würden.“   In ihrem langen Gespräch während eines mehrgängigen Menus versuchen die beiden, ihrem Scheitern auf die Spur zu kommen. Zeitweise Einsichten wechseln ab mit gegenseitigen Vorwürfen. Immer wieder beobachten die beiden ein altes Paar an einem Nebentisch. Gegen Ende wird der alte Mann, mit dem Delia und Gaetano in ein kurzes Gespräch komme, zu ihnen einen Satz sagen, der sie nicht mehr loslässt und mit dem Margaret Mazzantini auch ihre Leser allein zurücklässt: „Niemand rettet sich allein“.   Die traurige und verzweifelte Geschichte eines Paares, das ganz besonders sein wollte, aber nicht gespürt hat, wie das Vertrauen zueinander langsam verdunstete. Als dieses Vertrauen verschwindet, kann die Liebe die schweren und traumatischen Vergangenheiten, die immer wieder auftauchen (Delias Vater war ein depressiver Überlebender von Auschwitz) nicht mehr auffangen und kompensieren.   Sie wollten mit Perfektion ihrem Leben einen stützenden Rahmen geben, und haben nicht gemerkt, wie dieser Anspruch ihre Liebe zersetzt. Es bleibt die offene und quälende Frage: Wie sollen sie weiter leben? Was haben sie falsch gemacht?   Ein bewegender Roman, der auf schmerzliche Weise eine vielleicht gar nicht so seltene Geschichte eines Paares unserer Zeit beschreibt.

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  • Aussergewöhnlich!

    Niemand rettet sich allein

    Monika58097

    13. October 2013 um 17:19

    Margaret Mazzantini entführt den Leser nach Rom. Eine laue Sommernacht. Alles könnte so schön sein. Überall sieht man Liebespaare, durch die Strassen schlendernd oder sitzend in den zahlreichen Cafes und Restaurants. Hier sitzen auch Delia und Gaetano. Sie haben sich auf einen Wein getroffen. Vor nicht allzu langer Zeit waren sie eine Familie zusammen mit den beiden Söhnen Cosmo und Nico, doch Delia und Gaetano haben sich auseinander gelebt. Delia wohnt weiterhin in der ehelichen Wohnung. Gaetano ist in ein billiges Hotel gezogen, einer Absteige. Sie sitzen beisammen, hätten sich so viel zu sagen und tun es doch nicht. Sie träumen. Sie träumen beide von einem besseren Leben und doch schweifen ihre Gedanken immer wieder ab in die Vergangenheit. In die Vergangenheit, die sie gemeinsam gelebt haben, die Zeit, in der sie sich noch geliebt haben. Irgendwann kam die Routine, die Langeweile, die beide zermürbt hat. Sie sind sauer. Sie sind wütend. Sie stellen fest, dass sie sich nicht mehr lieben und doch besteht da noch eine gewisse Anziehungskraft oder ist es die alte Gewohnheit? Am Nebentisch sitzt ein altes Ehepaar. Der Mann bittet Delia und Gaetano für ihn zu beten, denn niemand rettet sich allein. "Niemand rettet sich allein" ist nicht nur der Titel eines aussergewöhnlichen Romanes, sondern auch ein Satz, der nachdenklich stimmt. Margaret Mazzantini gelingt es, mit ihren Worten das Flair des lauen römischen Sommerabends einzufangen. Man sieht sich selbst nebenan im Lokal sitzen. Man spürt die Spannung zwischen den beiden Protagonisten. Man träumt mit ihnen den Traum eines besseren Lebens. "Niemand rettet sich allein" ist ein sehr starkes Buch, tiefsinnig und mitreissend. Ein Roman mit sehr, sehr viel Lebensgefühl. Erschienen bei DUMONT

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