Margaret Mazzantini Taschenbücher / Herrlichkeit

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Inhaltsangabe zu „Taschenbücher / Herrlichkeit“ von Margaret Mazzantini

Als Kinder lernen sich Guido und Costantino in Rom kennen. Sie wachsen im selben Palazzo auf, stammen jedoch aus völlig unterschiedlichen Milieus. Guido ist ein einsames Kind des Bildungsbürgertums, das, der Obhut wechselnder Hausmädchen überlassen, jeden Abend sehnsüchtig die eigene Mut-ter erwartet. Costantino lebt als Sohn des Hausmeisters im Souterrain. Widerwillig beobachtet Guido Costantinos Anstrengungen, die Schule zu meistern, und zugleich bewundert er heimlich dessen Entwicklung zu einer kräftigen männlichen Erscheinung. Auf der Abiturfahrt erleben die beiden eine rauschhafte und intensive Zeit und gestehen einander und sich selbst ihre wahren Gefühle. Kurz danach verlieren sie sich zunächst aus den Augen. Guido geht nach London, heiratet und hat bald eine Familie. Costantino bleibt in Rom und betreibt ein Restaurant. Doch immer wieder kreuzen sich ihre Wege, flammen ihre Gefühle wieder auf. Können die beiden die sein, die sie sein wollen?

»Margaret Mazzantini erzählt so intensiv schmerzhaft und schön von der großen Liebe, dass einem dann und wann der Atem stockt.« Cosmopolitan

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  • Unterdrückte Liebe

    Taschenbücher / Herrlichkeit

    serendipity3012

    20. May 2017 um 18:32

    Unterdrückte Liebe „Splendore“, so der Originaltitel des vorliegenden Romans von Margaret Mazzantini, lässt sich wie hier geschehen übersetzen mit „Herrlichkeit“, ebenso mit Glanz, Pracht oder Strahlen. Starke Worte, die ebenso starke Bilder schaffen, Bilder, die sich zunächst nicht so einfach mit der Geschichte, die ich gelesen habe, in Einklang bringen lassen.Es ist die Geschichte von Guido, die dieser selbst erzählt, aus der Perspektive des Erwachsenen, der an der Schwelle zum Alter steht, als er sein Leben Revue passieren lässt. Und es ist die Geschichte von Costantinos und Guidos verbotenen Liebe zueinander. Beide wachsen in Rom irgendwann mitten im 20. Jahrhundert auf. Sie leben im gleichen Haus, Costantino ist der Sohn des Portiers, Guido lebt mit seiner exzentrischen Mutter und dem dagegen eher beständigen Vater in einem der oberen Stockwerke. Er ist ein einsamer Junge, aber um Geld muss er sich keine Sorgen machen. Guido und Costantino gehen in die gleiche Klasse, werden so etwas wie Freunde, entdecken aber mit der Zeit noch andere Gefühle füreinander, Gefühle, die sie nicht wahrhaben wollen und die gesellschaftlich alles andere als akzeptiert sind. Sie versuchen, ihre Homosexualität zu unterdrücken und das Leben zu führen, das von ihnen erwartet wird. So trennen sich die Wege der beiden. Guido geht nach London und wird Dozent an einer Kunsthochschule, Costantino heiratet und eröffnet ein Fischrestaurant. Doch sie begegnen sich immer wieder und können einander niemals ganz loslassen. Die Frage, die ich mir beim Lesen immer wieder gestellt habe, ist daher naheliegend die, ob es für die beiden ein Happy End geben kann. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg und eine lange, sehr lebendig erzählte Geschichte, die Mazzantini in „Herrlichkeit“ schreibt. Ich begleitete vor allem Guido durch weite Teile seines Lebens und kam ihm durch die Ich-Perspektive, in der der Roman geschrieben ist, sehr nah. Dabei wird deutlich in „Herrlichkeit“, und gerade in den früheren Kapiteln, die sich mit der Jugend Guidos und Costantinos beschäftigen, wie ähnlich die beginnende Liebesgeschichte zwischen den beiden Jungen denen zwischen heterosexuellen Partnern auf der einen Seite ist und wie sie sich von ihnen auf der anderen Seite eben doch unterscheidet. Die Unsicherheit gegenüber dem anderen ist hier ungleich größer. Das Gefühl, anders, unnormal zu sein, ist stark. Und im Verlauf der Geschichte zeigt sich, dass Homosexualität selbst im Europa des 21. Jahrhunderts noch lange nicht von jedem akzeptiert wird.Dabei nimmt dieser Erzähler kein Blatt vor den Mund, auch, was seine Sexualität angeht. Und während ich zu Anfang noch nicht recht wusste, ob mir Mazzantinis Erzählweise gefällt und ob mir ihre Bilder und Metaphern nicht an manchen Stellen zu kitschig sind, war ich irgendwann so gefesselt von der Geschichte, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen.Dabei ist „Herrlichkeit“ eines dieser Bücher, bei denen ich nicht genau weiß, warum ich sie lieber gelesen habe als andere, mit einem ähnlichen Thema, Setting – Geschichten, die aus der Perspektive des Alten, der auf sein fast gelebtes Leben zurückblickt, gibt es in Hülle und Fülle. Und natürlich gibt es dabei fast immer (in Varianten) die guten und die schlechten Zeiten, die Lügen, die Sehnsüchte, die Versuche, Dinge richtig zu machen und die Einsichten, Fehler gemacht zu haben. Es gibt die Erkenntnisse, die sich irgendwo zwischen Kalenderspruch und Lebensweisheit bewegen. All das gibt es auch hier. Und vieles davon ist nicht neu, aber es passt. Mazzantinis Geschichte ist so gut konzipiert, Handlung und Reflektion fließen organisch ineinander. Guido hat seine Fehler und weiß um sie, er mag ein Feigling sein, doch seine Ambivalenz ist stets nachvollziehbar.Ich bin eine ausgesprochene Stimmungsleserin, ich mag es sehr, wenn Autoren es schaffen, in ihren Romanen eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Margaret Mazzantini ist genau das gelungen. Ihre Sprache ist meist leicht und eher einfach. Ihre Figuren werden sehr lebendig, die Welt, die sie schafft, scheint einem wie die wahre Welt. „Herrlichkeit“ war für mich ein sehr lebendiges, ein unterhaltsames, teilweise sehr fesselndes, manchmal melancholisches Buch, in dem ich für eine Weile sehr gern versunken bin. Und der Glanz, die Pracht und das Strahlen, all dies, was der Romantitel verspricht, lässt sich dann eben doch finden, wenn man nur ein bisschen genauer hinsieht.

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  • Bedingungslose Obsession

    Taschenbücher / Herrlichkeit

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. November 2016 um 17:53

    Protagonist Guido und seine Liebe Costantino wachsen gemeinsam auf, jedoch in unterschiedlichen Milleus. Costantinos Familie ist bei Guidos Familie angestellt, sie lebt unten im Palazzo, während Guido ein scheinbar gut behütetes Kind des Bildungsbürgertums ist. Guido selbst sehnt sich nach der Liebe seiner Mutter, die keine Zeit für ihn hat, gleichzeitig reicht es ihm, sie nur kurz am Abend um sich zu haben. Während einer Abschlussfahrt der Schule entdecken beide ihre Gefühle zueinander, jedoch trennen sich ihre Wege kurz darauf. Guido wird ein angesehener Professor und gründet eine Familie in London, Costantino hat ebenfalls bald Frau und Kind, bleibt jedoch in Italien zurück. Anziehung und Abstoßung bringen beide dazu, immer wieder schicksalshafte Begegnungen heraufzubeschwören. Margaret Mazzantinis Figur des Guido wird geplagt von Zweifeln, Obsessionen und einem manischen Wollen. Er erlebt sein Leben zunehmend in einem Rausch, insbesondere dann, wenn er nach der Schulzeit von Costantino getrennt ist. In einigen Momenten wünscht er sich, Costantino zu schlagen und wütend zu machen, im nächsten, dass er ihn doch mit ebenso großer Begierde lieben würde, wie er es tut. Guidos und Costantinos sporadische Zusammenkünfte in Hotels verkommen nach und nach zu Sexabenteuern, lassen jedoch anmerken, dass vorallem Costantino darunter leidet, das eigene Geschlecht zu lieben. Nach einem brutalen Vorfall entscheiden beide, ihrer Wege zu gehen und es verstreichen viele Jahre ohne Kontakt zueinander. In diesen verliert Guido nach und nach alles, was ihn zu dem gemacht hat, der er ist - auch den Costantino, den er liebte. Der Leser erlebt Guidos Geschichte von Jugendtagen an, begleitet ihn auf seiner Reise und der Suche nach dem Ich, das er leben könnte, wenn es keine Zwänge gäbe. Mazzantinis Roman kommt dabei ganz ohne kitschige Clichées aus. Sie wählt eine Sprache, die den Spagat zwischen aufrichtiger, bedingungsloser, aber auch obsessiv brutaler Liebe und dem damit verbundenen Schmerz gerecht wird. Eine faszinierend authentische Geschichte über Männerliebe, die bisher nie gedachte sprachliche Bilder aufzeigt.

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  • Eine etwas andere Liebesgeschichte

    Taschenbücher / Herrlichkeit

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. January 2016 um 18:16

    Protagonist Guido und seine Liebe Costantino wachsen gemeinsam auf, jedoch in unterschiedlichen Milleus. Costantinos Familie ist bei Guidos Familie angestellt, sie lebt unten im Palazzo, während Guido ein scheinbar gut behütetes Kind des Bildungsbürgertums ist. Guido selbst sehnt sich nach der Liebe seiner Mutter, die keine Zeit für ihn hat, gleichzeitig reicht es ihm, sie nur kurz am Abend um sich zu haben. Während einer Abschlussfahrt der Schule entdecken beide ihre Gefühle zueinander, jedoch trennen sich ihre Wege kurz darauf. Guido wird ein angesehener Professor und gründet eine Familie in London, Costantino hat ebenfalls bald Frau und Kind, bleibt jedoch in Italien zurück. Anziehung und Abstoßung bringen beide dazu, immer wieder schicksalshafte Begegnungen heraufzubeschwören. Margaret Mazzantinis Figur des Guido wird geplagt von Zweifeln, Obsessionen und einem manischen Wollen. Er erlebt sein Leben zunehmend in einem Rausch, insbesondere dann, wenn er nach der Schulzeit von Costantino getrennt ist. In einigen Momenten wünscht er sich, Costantino zu schlagen und wütend zu machen, im nächsten, dass er ihn doch mit ebenso großer Begierde lieben würde, wie er es tut. Guidos und Costantinos sporadische Zusammenkünfte in Hotels verkommen nach und nach zu Sexabenteuern, lassen jedoch anmerken, dass vorallem Costantino darunter leidet, das eigene Geschlecht zu lieben. Nach einem brutalen Vorfall entscheiden beide, ihrer Wege zu gehen und es verstreichen viele Jahre ohne Kontakt zueinander. In diesen verliert Guido nach und nach alles, was ihn zu dem gemacht hat, der er ist - auch den Costantino, den er liebte. Der Leser erlebt Guidos Geschichte von Jugendtagen an, begleitet ihn auf seiner Reise und der Suche nach dem Ich, das er leben könnte, wenn es keine Zwänge gäbe. Mazzantinis Roman kommt dabei ganz ohne kitschige Clichées aus. Sie wählt eine Sprache, die den Spagat zwischen aufrichtiger, bedingungsloser, aber auch obsessiv brutaler Liebe und dem damit verbundenen Schmerz gerecht wird. Eine faszinierend authentische Geschichte über Männerliebe, die bisher nie gedachte sprachliche Bilder aufzeigt.

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2015: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Ein ganz neues Leben

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2015? Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2015 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 26. November feststehen wird, gar nicht erwarten! PS: Die Gewinner stehen mittlerweile fest! Hier könnt ihr alle Preisträger und Platzierungen sehen! Unsere große Verlosung für euch! Jedes Jahr, wenn der Leserpreis näher rückt, dann kommt bei uns eine ganz besondere Stimmung auf. Es ist ein bisschen, als würde Weihnachten einfach mal 2 Monate nach vorn gezogen und würde ganz lange dauern :-) Deshalb möchten wir euch neben den tollen Buchempfehlungen und der Möglichkeit selbst mitzuentscheiden, auch eine ganz besondere Verlosung bieten. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und mal ehrlich - davon kann man doch nie genug haben, oder? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier mit, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt! http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafikmaterial findet ihr hier! 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + und ähnlichen auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit jeweils 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der Link zum Leserpreis und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 29. November möglich! Wir wünschen euch ganz viel Spaß & schaut doch mal rein, welche Bücher in diesem Jahr das Rennen gemacht haben! PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1599
  • Romeo und Romeo

    Taschenbücher / Herrlichkeit

    Nespavanje

    02. October 2015 um 11:35

    Guido und Costantino wachsen im selben herrschaftlichen Haus in Rom auf und leben doch in verschiedenen Welten. Guido wächst in einer gut situierten Familie auf und wartet jeden Tag sehnsüchtig auf seine geliebte Mutter, und Costantino der Sohn des Hausmeisters, wohnt im Souterrain. Herrlichkeit ist der erste Roman, den ich von Margaret Mazzantini gelesen habe und er hat mir auf Anhieb gut gefallen. Die Schriftstellerin bedient sich einer sehr poetischen Ausdrucksweise und dabei spart sie schreckliche oder negative Erlebnisse nicht aus. Eher ist das Gegenteil der Fall und gerade die tragischen Momente  werden dementsprechend schrecklich ausgeschmückt. Eigentlich gefallen mir Romane, die die durch eine sehr poetische Erzählung hervorstechen nur bedingt und vielleicht ist es wegen dem atypischen Ausschmücken der schrecklichen Erlebnisse ein Grund, dass mir der Roman trotz der Poetik sehr gut gefallen hat. Mit Guido, aus dessen Erzählperspektive die Geschichte erzählt wird, hab ich von der ersten Seite an mitgelitten. Er ist ein ganz eigener Charakter, geplagt von Selbstzweifeln und frühen bereits in der Kindheit manifestierten Ängsten und Depressionen, Achtung hier spoilere ich ein wenig, die er zeitlebens nicht wirklich überwindet. Hierin liegt die eigentliche Faszination des Romans: Diese ergreifende und realitätsnahe Beschreibungen der Charaktere und deren Schicksal. Herrlichkeit ist aber mehr als die tragische Lebens- und Liebesgeschichte zweier Männer, die aus den verschiedensten Gründen nicht zu ihren Gefühlen stehen können. Es ist auch ein Adoleszenzroman und porträtiert die mangelnde Bereitschaft sich seiner Vergangenheit zu stellen und auch die mangelnde Möglichkeiten sich ihrer zu entledigen. Mich ha dieser Roman gefangen genommen und Margaret Mazzantini, die meiner Meinung nach, mit diesem Roman die gesamte Tragweite der Liebe offenbart, werde ich in Zukunft im Auge behalten.

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  • Eine unmögliche Liebe

    Taschenbücher / Herrlichkeit

    Koriko

    10. September 2015 um 12:38

    Story: Guido und Costantino wachsen im selben Palazzo, jedoch in unterschiedlichen Milieus auf. Während Guidos Leben von Einsamkeit und einem gewissen Standard geprägt ist, ist gleichaltrige Costantino der Sohn des Hausmeisters des gutbürgerlichen Wohnhauses. Ihre kindliche Abneigung ändert sich während einer Klassenfahrt nach Griechenland und schnell entwickeln die beiden Gefühle füreinander – ein Unding in Italien der 70er/80er Jahre. Keiner der beiden wagt ihre Liebe offen auszuleben: Guido verschlägt es nach London, wo er Kunst unterrichtet und die Japanerin Izumi heiratet; Costantino ehelicht eine Jugendfreundin und eröffnet ein Restaurant in Rom. Im Laufe der Jahrzehnte treffen sich die beiden Männer immer wieder und versuchen ihrer Liebe Ausdruck zu verleihen, doch nur selten gelingt es ihnen, die gesellschaftlichen Zwänge abzuschütteln und sie selbst zu sein … Eigene Meinung: Der Roman „Herrlichkeit“ ist die 8. Veröffentlichung der italienischen Schriftstellerin Margaret Mazzantini, deren frühere Werke sowohl vielfach ausgezeichnet, als auch teilweise verfilmt wurden. Mit dem vorliegenden Roman wagt sie sich an die Geschichte einer schier unmöglichen Liebe, die von Trennungen, kurzen Treffen und der Sehnsucht nach Normalität und Akzeptanz geprägt ist. „Herrlichkeit“ ist keine leichte Kost – der Leser wird von Anfang an gefordert und es dauert ein wenig, bis man in die Geschichte von Guido und Costantino eingetaucht ist. Diese beginnt Mitte der 60er Jahre, wobei man die Zeit nur anhand der politischen Ereignisse, bekannter Musikstücke und aktueller Gegebenheiten einschätzen kann, und zieht sich bis in unsere heutige Zeit. Man begleitet die beiden Jungen auf ihrem Weg und bei der Entdeckung ihrer Gefühle füreinander, die in dem ersten hilflosen Versuch einer geheimen Beziehung gipfeln. Nach ihrer Trennung verläuft das Leben für beide in unterschiedlichen Bahnen, doch nie können sie wirklich voneinander lassen. Immer wieder begegnen sie sich, lassen ihre Liebe aufflammen und versuchen in aller Heimlichkeit ihrer Liebe Ausdruck zu verleihen – obwohl sie verheiratet sind und Kinder haben. Mit der Zeit wird die Beziehung der beiden Männer immer verzweifelter: immer mehr spielt Schuld und Scham in ihre Treffen hinein, nie scheinen sie wirklich frei zu sein. So steuern beide haltlos auf eine Katastrophe zu, die beider Denkweise umkrempelt und alles ändert. Der Leser begleitet Guido rund fünfzig Jahre lang, sieht ihn heranwachsen, Erfahrungen sammeln und sich für ein bestimmtes Leben entscheiden – mal mit Costantino, mal ohne. „Herrlichkeit“ ist daher ein klassischer Entwicklungsroman, wobei die Geschichte nicht an dem Punkt endet, wenn aus den Kindern junge Männer geworden sind. Getreu dem Motto, dass man sich immer weiterentwickelt und verändert, führt Margaret Mazzantini die Geschichte der beiden Männer weiter, lässt den Leser an ihren weiteren Leben teilhaben. Dabei schneidet sie etliche wichtige Ereignisse an, die das Leben von Schwulen über die Jahre hinweg geprägt hat: die fehlende Akzeptanz gegenüber Homosexuellen im Italien der 70/80er Jahre, das Totschweigen der eigenen Sexualität, die Entdeckung von AIDS mit all den Konsequenzen und die Versuche die persönlichen Präferenzen auszuleben, ganz gleich welche Probleme damit einhergehen. Natürlich ist der Hauptteil des Romans dramatisch, dank Guidos Selbsthass zumeist sehr deprimierend und zerstörerisch – dennoch gelingt der Autorin auch ein positiver Grundtenor, der den Titel des Buches rechtfertigt. „Herrlichkeit“ zeigt nämlich, dass eine Liebe auch über Jahre hinweg anhalten kann und trotz aller Umstände und Probleme Bestand haben kann. Dies erkennt auch Guido, wenngleich es nur selten in seine Gedankenwelten Einzug hält: Ich sehe ihm zu, und er macht es. Macht drei Schritte und einen Hüpfer. Und dieser Hüpfer sind wir, glaube ich. Margaret Mazzantini erzählt von einer Liebe, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist und präsentiert mit Guido einen Hauptcharakter, der authentischer und greifbarer nicht sein kann. Es ist bewundernswert, wie real dem Leser diese Figur erscheint, mit all ihren Leiden, ihrem mangelnden Selbstbewusstsein, ihrem Hass und ihrer Scham. Man ist Guido nicht nur nah, man sieht durch seine Augen, fühlt und leidet mit ihm – dabei ist er nicht einmal sonderlich sympathisch. Er ist in gewisser Weise ein Antiheld, der sich mitunter gern selbst geißelt und nur selten in der Lage ist glücklich zu sein. Costantino ist von Anfang an sympathischer, weil er die treibende Kraft ihrer jugendlichen Beziehung ist, wenngleich er sich später der Normalität einer Familie versteckt. Obwohl er seine Liebe zu Guido mitunter wesentlich brutaler zum Ausdruck bringt, erkennt man allein an der Tatsache, wie er mit seinem behinderten Sohn umgeht, dass er sensibler und offener ist als Guido. Während letzter sich oftmals selbst bemitleidet und gerne aus der Wirklichkeit flieht, steht Costantino mit beiden Beinen im Leben und weiß, wie schwer es sein kann, aus dem Rahmen zu fallen. Auch die übrigen Figuren sind sehr authentisch und realistisch, seien es Costantinos Eltern und seine Schwester, Guidos Ehefrau Izumi und seine Ziehtochter. Sie geben einen perfekten Rahmen und sind dabei vor allem eines: menschlich. Stilistisch bietet Margaret Mazzantini belletristisch hochwertige, sehr nüchterne Kost, bei der die meisten Dinge zwischen den Zeilen stattfinden. Dementsprechend konzentriert sollte man beim Lesen von „Herrlichkeit“ sein – es ist kein Buch für Zwischendurch, da man sich auf den Stil der Autorin einlasen muss. Ist der Einstieg gelungen erwartet einen ein sehr dichter, teils schnörkelloser und atmosphärischer Schreibstil, der die Geschichte perfekt beschreibt und das Dilemma der Figuren glaubwürdig zu Papier bringt. Auch die historischen Ereignisse und die vielen Beschreibungen lassen Guidos Welt lebendig werden. Mitunter gibt es längen, gerade im letzten Teil des Romans, doch das fällt kaum störend ins Gewicht, da Margaret Mazzantini durchaus zu fesseln weiß. Fazit: „Herrlichkeit“ ist ein atmosphärisches, dichtes Meisterwerk, das durch sehr lebendige, menschliche Charaktere und einen faszinierenden Schreibstil besticht. Die Geschichte von Guido und Costantino geht zu Herzen, ohne kitschig oder übermäßig dramatisch zu wirken und man leidet mit den Figuren. Margaret Mazzantini gelingt ein zeitloses Portrait über eine ausweglose Liebe, die trotz aller Widrigkeiten nicht vergeht und Bestand hat – etwas was in der heutigen Zeit nur selten der Fall ist. Leser, die realistische, belletristische Kost bevorzugen, sollten sich „Herrlichkeit“ nicht entgehen lassen. Es lohnt sich und bietet viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren.

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  • Es ist was es ist, sagt die Liebe

    Taschenbücher / Herrlichkeit

    Lupus

    22. August 2015 um 12:52

    Guido und Costantino wachsen in Rom auf. Ihre Kindheit und Jugend fällt in die 70er und 80er Jahre des letzten Jahrunderts. Sie wohnen im selben Haus, besuchen die gleichen Schulen, freunden sich aber erst im letzten Schuljahr miteinander an. Den gesellschaftlichen Erwartungen folgend, ergreifen Sie Berufe und Gründen Familien. Costantino in Italien, Guido in England. Selten begegnen sie sich. Ihre gelegentlichen Treffen sind kurz exzessiv und geheim. Als sie nach Jahrzehnten verstehen, dass Ihre Beziehnung die Bezeichnung "Liebe" verdient, erleben sie einen furchtbaren Einschnitt. Ich mochte dieses Buch auf anhieb und habe jede Gelegenheit genutzt, um weiterzulesen. Anhand des Verhaltens ihrer Charaktere beschreibt die Autorin die damals vorherrschenden Vorstellungen von Ehe und Familie. Werte, die so präsent waren, dass jeder Mensch sein Leben ganz selbstverständlich daran ausrichtete. Und jetzt verstehe ich auch, dass ein Zweck von Emanzipation darin besteht, Raum zu schaffen, um seine Andersartigkeit überhaupt wahrzunehmen .Tolles Buch!

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