Margaret Mitchell

 4.4 Sterne bei 787 Bewertungen
Autorin von Vom Winde verweht, Gone With the Wind und weiteren Büchern.
Autorenbild von Margaret Mitchell (©)

Lebenslauf von Margaret Mitchell

Die US-amerikanische Autorin Margaret Munnerlyn Mitchell wurde am 8. November 1900 in Atlanta geboren. Sie schrieb neben Romanen auch Kolumnen für das Atlanta Journal. Ab 1940 arbeitete sie hauptsächlich für wohltätige Zwecke, half z.B. während des 2. Weltkriegs in Krankenhäusern mit. Am 11. August 1949 dann verstarb die Schriftstellerin bei einem Autounfall - sie wurde von einem betrunkenen Taxifahrer überfahren und erwachte nicht mehr aus dem dem Unfall folgenden Koma. Wirkliche Berühmtheit sowie den Pulitzer Preis erhielt Margaret Mitchell aber mit ihrem Roman "Vom Winde verweht".

Alle Bücher von Margaret Mitchell

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Cover des Buches Vom Winde verweht (ISBN: 9783548269337)

Vom Winde verweht

 (736)
Erschienen am 01.12.2007
Cover des Buches Insel der verlorenen Träume (ISBN: 9783785708200)

Insel der verlorenen Träume

 (11)
Erschienen am 01.09.1999
Cover des Buches Vom Wind verweht (ISBN: 9783956143182)

Vom Wind verweht

 (5)
Erschienen am 02.01.2020
Cover des Buches Vom Winde verweht (ISBN: 9783455305715)

Vom Winde verweht

 (6)
Erschienen am 01.04.2008
Cover des Buches Vom Winde verweht (ISBN: 9783742412836)

Vom Winde verweht

 (0)
Erschienen am 21.02.2020
Cover des Buches Gone With the Wind (ISBN: 0446365386)

Gone With the Wind

 (28)
Erschienen am 01.08.1993
Cover des Buches Vom Winde verweht / Scarlett (ISBN: 9783453099586)

Vom Winde verweht / Scarlett

 (1)
Erschienen am 01.05.1998

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Neue Rezensionen zu Margaret Mitchell

Neu

Rezension zu "Vom Wind verweht" von Margaret Mitchell

Wie konnte man nur so übersetzen?!
Kristall86vor einem Monat

Ich will hier diesmal keine kurze Inhaltsangabe machen, denn die Geschichte um Scarlett und Rhett kennt irgendwie jeder. Entweder hat man sie gelesen oder den Film irgendwann gesehen. 

„Vom Wind verweht“ wie das Buch ursprünglich heißt, ist einer DER Klassiker in der Literaturwelt von Autorin Margaret Mitchell. Und da meine Wut über dieses Neuinterpretation so groß ist, komme ich gleich auf den Punkt: Wie konnte man diese Geschichte nur so „zerstören“?! Wie ist es möglich aus einem Klassiker eine so derart schlechte Story zu machen? Diese Buch wurde angepriesen mit dem Übersetzer-Duo Andreas Nohl und Liat Himmelheber. Die Übersetzung sollte „moderner und ambivalenter“ sein und nicht diese „verklärte“ bisher bekannte Bild der Geschichte sein. Das genau diese Übersetzung, diesen Klassiker so verändert, ist einfach nicht nachvollziehbar. Ja, es hat einen verklärten Charme, aber genau das hat doch den Charakter des Buches ausgemacht und vor allem hatte Autorin Mitchell doch genau das im Sinn! 

Es gibt diesen herrlichen Spruch „never touch a running system“ und der trifft hier zu wie die Faust aufs Auge. Ich habe das Buch in der englischen Fassung gelesen (eine wunderschöne Herausforderung ;-)) und eine deutsche Übersetzung aus dem Jahr 1940. Beide sind einmalig schön und ja, es sind wahre Klassiker in der Literatur und dann kam dieses Exemplar auf den Markt und veränderte alles. Wie kann man den denn Schwarze als „Darky“ bezeichnen? Das grenzt ja schon förmlich an Rassismus in der heftigsten sprachlichen Form! Wenn Sie nicht wissen was es bedeutet, suchen Sie im Netz und staunen Sie selbst....es ist unfassbar. Aber es gibt noch mehr Parts, wenn man sie vergleicht, die teilweise aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Es gibt bereits einige Rezensenten denen das ebenfalls aufgefallen ist, also bin ich nicht allein mit meiner Meinung. Diese Übersetzung, und darauf weise ich scharf hin, ist definitiv nicht tragbar, nicht empfehlenswert. Leider muss ich einen Stern vergeben, aber selbst das fällt mir schwer. 

Diese Übersetzung ist für mich so nicht lesbar. Margaret Mitchell würde sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüsste was mit ihrer Geschichte angestellt wurde.

Kommentare: 3
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Rezension zu "Vom Winde verweht" von Margaret Mitchell

Der Liebesklassiker, den ich einfach nicht "richtig" lesen kann...
Iaravor einem Monat

Der Liebesklassiker... Die schöne Scarlett verliebt sich in den starken Rhett. Als sie es merkt, ist es zu spät. Rhett ist weg. Kann man Vom Winde verweht noch spoilern? Jeder weiß, dass Vom Winde verweht die Liebesgeschichte von Scarlett O`Hara und Rhett Butler ist. Nicht für mich. Für mich ist es die Liebesgeschichte von Scarlett und Ashley, dem blonden Sensibelchen von nebenan. Was will Scarlett mit einem dunkelhaarigen Macho-Protz, wenn sie den zarten Blonden haben kann??? Leider kann sie ihn nicht haben. Er will sie nicht, auch nicht, als er endlich frei ist. Es bricht mit jedes Mal das Herz...

Vom Winde verweht gibt es seit kurzem in einer neuen Übersetzung. Die will ich unbedingt lesen. Ob Scarlett Ashley in dieser Fassung endlich bekommt...? 😐

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Rezension zu "Vom Wind verweht" von Margaret Mitchell

WOW, einfach nur WOW. Dieses Epos gebührt mein ganzes Lob und zollt meinen ganzen Respekt!
Flohvor 5 Monaten

Hier darf man meine Lesechronik verfolgen:

https://www.lovelybooks.de/bibliothek/Floh/lesestatus/2432009006/

 

 

 

 

WOW, einfach nur WOW. Dieses Epos gebührt mein ganzes Lob und zollt meinen ganzen Respekt!

 

Starke und gewichtige Literatur in allerlei Hinsicht! Angefangen von der Stärke dieses Wälzers mit seinen mehr als 1323 Seiten, über das starke Eigengewicht, bis hin zur gewaltigen und gewichtigen Sprachkunst und Bedeutung eines jeden einzelnen Wortes im Buch!!! Ich habe kaum ein Buch gelesen, das mich so lange gefangen hielt und so nachhaltig beeindruckt hat, dass ich jetzt den großen Wunsch verspüre, mir die Literatur-Verfilmung aus dem Jahre 1939 anzusehen. Der amerikanische Südstaatenepos „Vom Winde verweht“ in der grandiosen und kommentierten Neuübersetzung von Andreas Nohl und Liat Himmelheber unter dem Titel „Vom Wind verweht“. Meine Erwartungen an Margaret Mitchells Schreibkunst und ihrem preisgekrönten Werk „Vom Wind verweht“ waren enorm hoch angesetzt. .... Ich bin Leserin großer Herausforderungen, ich liebe und begrüße neue Stilmittel, wage mich gern an gesellschaftskritischen Themen und genieße die Wahl einer besonderen Sprachkunst. Und all das habe ich auf bemerkenswerter Weise in diesem historisch geprägten Roman gefunden und erlebt! "Vom Wind verweht" ist ein kostbares Stück Literatur, welches mich äußerst zufrieden und stolz zurück lässt!

Was für ein Buch – ich hoffe, ich kann diesem Meisterwerk, dieser Ausnahmeliteratur, mit meiner Rezension, in der ich einfach nur pure Euphorie und Respekt widerspiegeln kann, dem Buch und der Arbeit der Autorin und den gewissenhaften Übersetzern gerecht werden. Ich bin zwar sehr belesen (wenn ich an die vielen Bücher denke, die durch meine Hände gleiten), aber nicht in allen Themen genügend belesen, um Wahrheit und Authentizität in allen Ebenen bewerten zu können. Doch dieses wichtige und gewichtige Werk wirkt einfach ehrlich und spiegelt aus Sicht der legendären Scarlett O´Hara und dem geheimnisvollen Rhett Butler eine Ära amerikanischer Geschichte und Entwicklung wieder. Ummantelt von einer tragischen Liebesgeschichte und vielen Botschaften für das menschliche Miteinander. Ich würde am liebsten kapitulieren, da ich nicht weiß, wie ich dem Buch in meiner Rezension auch nur annähernd gerecht werden könnte, aber dieses Werk hat jede noch so positive, wie auch kritische Leserstimme verdient. Margaret Mitchells Roman „Vom Wind verweht“ bringt es auf stattliche 1323 Seiten und verlangt dem Leser einiges an Kondition und Durchhaltevermögen ab. Und ob des Eigengewichts des Buches auch einiges an Muckis in den Armen.

Erschienen im Kunstmann Verlag


Zunächst hervorgehoben: dieses Buch ist keine leichte Kost! Wer einen Roman für das schnelle Lesen oder Verschlingen sucht, ist hier ganz gewiss falsch. „Vom Wind verweht“ entlockt dem Leser Muße, Konzentration und Geduld. Dieser Roman braucht Zeit, darauf deutet bereits die Seitenzahl von mehr als 1320 Seiten hin. Dieses Werk nimmt sich etwas heraus und spielt mit dem Leser. Die Autorin wurde nicht grundlos mit besonderen Preisen ausgezeichnet und wird in höchsten Tönen gelobt und aber auch kritisiert. Der offene und neugierige Leser, wird sich in Margaret Mitchells Stil und Talent verlieren und hoffentlich genauso verlieben wie ich. Wer keine anspruchsvollen Lektüren mag, der wird mit diesem Roman kein Glück haben. An die Leser, die nicht genug bekommen können von gesellschaftskritischen Themen, Amerikanischer Geschichte, poetischen Bildern, wortgewandten Dialogen, gehobener Sprache und erstaunlichen Intellekt: bitte greift zu diesem Werk und lasst euch verwöhnen mit schicksalhaften Begegnungen und einer komplexen Handlung, die dem Leser aber kein Happy End bescheren wird. Mutig in allen Facetten.


Inhalt / Beschreibung (Text von der Verlagshomepage übernommen):
"Vom Wind verweht ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, eine abenteuerliche Liebesgeschichte, vor allem aber das große Epos des amerikanischen Bürgerkriegs, ein Pendant zu Krieg und Frieden, das Andreas Nohl und Liat Himmelheber zum ersten Mal vollständig ins Deutsche übertragen haben.

Jeder kennt die tragische Liebesgeschichte von Scarlett O’Hara und Rhett Butler, wenn auch oft nur aus dem Film, in der Gestalt von Vivien Leigh und Clark Gable. Der Film gilt als einer der erfolgreichsten der Filmgeschichte, aber auch das Buch, das 1936 erschien, war umgehend ein Bestseller und wurde schon 1937 ins Deutsche übersetzt: Keine Geschichte hat unser Bild von den Südsaaten, dem amerikanischen Bürgerkrieg und der Zeit der
Reconstruction so sehr geprägt wie Margaret Mitchells Gone With the Wind.
Vom Wind verweht, die erste Neuübersetzung seit 1937 – zugleich die erste ungekürzte Übersetzung in deutscher Sprache –, folgt dem schnörkellosen, journalistischen Stil von Margaret Mitchell und lässt uns so fast einen anderen Roman lesen. Natürlich ist es immer noch das große Epos des amerikanischen Bürgerkriegs, die tragische Liebesgeschichte und die Geschichte einer jungen Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Doch die Neuübersetzung von Andreas Nohl und Liat Himmelheber vermeidet den romantisierenden Stil, die rassistischen Stereotypen und den teils kitschigen Ton der Übersetzung von 1937 und zeigt uns einen Roman, der moderner und ambivalenter ist als das verklärte Bild, das wir bisher hatten.
Diese Neuübersetzung ist nicht nur ein viel größerer Lesegenuss, sie gibt uns auch – endlich – die Möglichkeit, Vom Wind verweht richtig zu lesen: als den epischen amerikanischen Roman, der Konflikte und Brüche beschreibt, die die USA bis heute prägen."


Handlung:
 Entweder man kennt die Handlung aus Film, Kino, Medien und Literatur, oder man ist noch völliger Neuling wie ich. „Vom Winde verweht“ ist ein Klassiker durch und durch. Mit großer Fangemeinde oder mit sehr kritischen Stimmen. Dieses Buch spaltet die Leserschaft und das schon vor vielen Jahrzehnten. Auch die Neuübersetzung beschäftigt Kritiker und Literaturagenten, sowie Journalisten und Presse. Und das darf es auch. Tara, eine Baumwollplantage im County in Amerika. Dreh- und Schauplatz eines Epos. Scarlett O´Hara wächst auf der gedeihenden Baumwollplantage in Tara auf. Ihre Mutter Ellen und ihr Vater Gerald haben es zu Reichtum und Ansehen geschafft. Ein ungleiches Paar, was in der Gesellschaft beliebt ist und ein Familienunternehmen führt und erfolgreich leitet. Doch dann kommt es zum Krieg und die Yankees kämpfen für die Befreiung der Sklaven. Ein Krieg bricht los und die Welt versinkt in Schutt und Asche. Hunger, Armut, Verlust, Kälte und Mittellosigkeit. Nur die Nächstenliebe bleibt. Und mittendrin die legendäre Scarlett O´Hara mit ihrem Profil und ihrer polarisierenden Charakterstudie. Ein Buch über Liebe, Treue, Verbundenheit, Gier, Raffsucht, Feminismus, Träume, Niederlage, Aufbau, Stärke, Intelligenz, Historie, Gesellschaftskritik und vielem vielem mehr. Zur eigentlichen Handlung möchte ich gar nicht zu viel verraten, dieses Buch sollte einfach völlig unvoreingenommen selbst entdeckt und bewertet werden! Einfach lesen und mitreißen lassen!!!!! Ein Antikriegsroman, der den Überlebenskampf im Krieg aus weiblicher Sicht schildert, eine tiefgründige historische Chronik der amerikanischen Geschichte, eine prägende Epoche der Vorkriegszeit, des Krieges und der darauffolgenden Reconstruction des Landes und seiner Spaltung. Hier wird ein Südstaatenroman im Kleid eines Liebesromans auf eine ganz neue Stufe der Literaturkunst gehoben, und das obwohl dieser Epos bereits seit Jahren veröffentlicht ist. In „Vom Wind verweht“ entführt die ausgezeichnete in einem Verkehrsunfall verstorbene Autorin Margaret Mitchell ihre Leser in eine schier unglaubliche Verstrickung, ein verwinkeltes und labyrinthartig angelegtes  Konstrukt, eine bemerkenswerte Geschichte voller Irrgängen ganz im Stil der Weltliteratur. Voller Komplexität und Raffinesse.

In ihrem legendären Roman entfaltet die Autorin ein streitbares Panorama vierer Verläufe einer Existenz, die jedoch das Wirken und Werden ihres Umfelds und anderer stark beeinflusst.  All das vermag die Autorin auf ihre Protagonisten Scarlett O´Hara und Rhett Butler, sowie Melanie und Ashley Wilkes und der großartigen Ellen Robillard, dem irischen Gerald O´Hara und vielen weiteren Charakteren im Buche zu transportieren und indirekt zeigt sie uns ihre Kindheit, Jugend und ihre jungen Jahre als Erwachsene. Wenn ich mich in Scarlett O´Hara vertiefe und in ihr Gemüt und ihre Gedanken eindringe und diese nachzuvollziehen versuche, sie reflektieren möchte, um sie zu verstehen und zu begleiten, denke ich Maraget Mitchell stellt sich in ihrem Werk manchmal auch selbst dar! Wie viel M. Mitchell steckt in diesem Buch, in Scarlett O´Hara, tatsächlich? 

 


 "Sonnenuntergänge und Frühling und junge Vegetation besaßen für Scarlett keinerlei Zauber. Sie nahm ihre Schönheit als ebenso selbstverständlich hin wie die Luft, die sie atmete, und das Wasser, das sie trank, denn sie hatte Schönheit nie bewusst in irgendetwas anderem gesehen als in Frauengesichtern, Pferden, Seidenkleidern und ähnliche greifbaren Dingen. Dennoch brachte das friedliche Zwielicht über den bestellten Fluren von Tara ein wenig Ruhe in ihr verstörtes Gemüt. Sie liebte dieses Land sehr, ohne sich dessen bewusst zu sein – sie liebte es wie das Gesicht ihrer Mutter unter der Lampe zur Abendandacht. (Zitat aus dem Roman Seite 41)"

 

 

Schreibstil:

Das Besondere an diesem Werk ist Margaret Mitchells angenehme Sprache, die in dieser Neuübersetzung, trotz der längst vergangenen Zeit ursprünglich zeitgemäß und dennoch modern erscheint. Eine besondere Schreib- und Übersetzerkunst, die dieses Werk so erblühen lässt. Die damals recht junge Autorin Mitchell hat sich eine eigene Welt erbaut, in die sie ihre Leser entführt und mitnimmt. Allein die Themen und das Zusammenspielen vieler Facetten sind bis ins kleinste Detail durchdacht und so vollkommen und spiegeln die Inhalte des jeweiligen Kapitels oder Handlungsverlaufes wieder.

Der Schreibstil erlaubt zunächst kein einfaches lesen und setzt Zeit und Muße sowie Konzentration voraus. Passagen und Fakten die man zuvor gelesen hat, setzten sich erst mit fortschreitenden Seiten zusammen und ergeben einen weiteren und tieferen Sinn. Ein Kontext aus wichtigen Entscheidungen und Aktionen, die die Autorin in ihrem Roman zum Besten gibt. Manches erklärt sich auch erst sehr viel später, oder erst beinahe am Ende des Buches. Der Leser sollte also Geduld für dieses knapp 1350 Seiten starke Werk mitbringen. Sprachlich gekonnt, und sehr beeindruckend.

Denn über all den inhaltlichen Besonderheiten steht der kunstvolle Schreibstil der Autorin, der eine lange Liste an rhetorischen und schriftstellerischen Stilmitteln zu bieten hat. Die Sprache, bei der jedes Wort wohlgewählt erscheint, ist historisch angehaucht, zeitgemäß und von gehobenen Wert, jedoch keineswegs eingestaubt oder unzeitmäßig. In der Neuübersetzung kommt die Sprachgewalt zum Ausdruck, ist aber in unsere heutige Zeit platziert, sodass man auch in 2020 diesen alten Klassiker gern lesen mag. Atemberaubend! Wer sich hier von langen Umschreibungen (es kann schon mal passieren, dass eine einzige Charaktereigenschaft, die mit einem Wort beschrieben sein könnte, sich über mehr als 13 Zeilen erklären und ausführen lässt….!!!!!) nicht abgeschreckt fühlt, wird mit einem literarischen Hochgenuss belohnt. Stilistisch ansprechend und geschickt finde ich außerdem den Schachzug der Autorin M. Mitchell, dass dem Leser weder ein Pro oder Contra der Charaktere eingeimpft wird, sondern der Leser seine eigene Stellung und Meinung bilden kann. Man verschmilzt beim Lesen der Dialoge mit dem Buch und den Charakteren. Diese Erkenntnis filtert man als Leser jedoch erst zwischen den Zeilen heraus und wird sich dem Gelingen erst nach und nach bewusst. Wieder so ein enormes Talent, welches zu betonen gilt!

„Liebe ist nicht genug für das Gelingen einer Ehe, wenn zwei Leute so verschieden sind wie wir beide. Du würdest einen Mann mit Haut und Haaren besitzen wollen, seinen Leib, sein Herz, seine Seele, seine Gedanken. Und wenn du das nicht bekämst, wärst du todunglücklich. Aber ich könnte mich dir nicht vollständig geben. Und ich würde dir nicht deine gesamten Gedanken und deine ganze Seele wollen. Und das würde dich verletzen, und dann würdest du anfangen, mich zu hassen, und wie! Du würdest die Bücher hassen, die ich lese, und die Musik, die ich liebe, wenn sie mich dir auch nur für einen Augenblick entziehen würden.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 149)

 

Ich bin stolz, dieses Meisterwerk der hohen Schreibkunst und des großen Intellekts gelesen und mit jeder Faser genossen zu haben!
 Trotz der Schwierigkeiten für mich, dem hohen Niveau standzuhalten, bin ich sehr begeistert von dem Buch. Was vor allem an den Beschreibungen und der wortgewandten Sprache liegt. Margaret Mitchell hat eine Poesie in ihrem Schreibstil, welcher unvergleichlich ist, zudem wird man wahrhaftig an die Schauplätze geholt und wünscht sich zu sehr, diese teilweise opulenten Orte und Häuser im wahren Leben besichtigen zu können. Ich zolle meinen ganzen Respekt und schenke dieser Neuübersetzung in dieser glanzvollen und vollkommenden Form größte Achtung und Ansehen!

 

„Wer für sein Land stirbt, der lebt ewig.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 228)

 

 

„Denn ich kämpfe für die alte Zeit, die alten Sitten, die ich so sehr liebe, die aber, fürchte ich, nun für immer verschwunden sind, egal wie der Würfel fällt. Denn ob wir siegen oder unterliegen, verlieren wir in jedem Fall.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 265)

 

Margaret Mitchell erzählt, informiert, unterhält, bewegt, bringt historische Zeiten und eine besondere Ära, ihr Wissen und amerikanische Zeitgeschichte ein. Von Beginn der Erzählung an ist man drin, liest sich fest, den steinigen und wendigen Weg als Ziel, die Freude an den einzelnen Schicksalen der Charaktere und einer ganzen Nation, Geschichten und geprägte Leben in diesem einen Buch. Durch Scarlett O´Haras Entscheidungen, Weggabelungen und Erlebnisse, sowie Emotionen und Gefühle, Zugewinne und Verluste, kreiert die Autorin eine Kinoleinwand für den Geist und für den Kopf, während nichts geringeres als die Welt Atlantas und Taras sich vor den begierigen und begeisterten  Leseraugen auftut, vermengt wird mit ein wenig Poesie und Weltanschauung, Familiendramen, Gesellschaftskritik, Politik, Wirtschaft, Moral, Krieg, Ethik, Schriftstellerei, Literatur, Leitgedanken und weiteren Elementen die eine in sich derart runde, sprühende und beklemmende, sowie extrem mahnende  Story ergeben, dass es ein einziges Vergnügen ist „Vom Wind verweht“ zu lesen und den Bezug zu allen im Buch agierenden herzustellen. Mir sind alle im Roman ans Herz gewachsen. Besonders Mommy hat bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, aber auch Scarlett, Melly und Ellen. Ein Romanerfolg kann es für mich nur werden, wenn es der Autorin gelingt mir das Lesegefühl einer besonderen Sensation zu vermitteln, dann wird ein Werk zu einer Literaturperle. Ja, Margaret Mitchell mit Vom Wind verweht hat es geschafft, so viel sei verraten. Wie? Das sollte der Leser selbst ergründen.

„Chloroform war inzwischen knapp, das es nur für die allerschlimmsten Amputationen verwendet wurde, und Opium war eine Kostbarkeit, die nur noch dazu diente, den Sterbenden aus dem Leben, nicht den Lebenden aus dem Schmerz zu helfen. „ (Zitat aus dem Roman von Seite 376)

 

"Meine Teure, sagte er leise, ich mache Ihrer Intelligenz das Kompliment, dass ich Sie bitte, meine Geliebte zu werden, ohne Sie zuerst zu verführen." (Zitat aus dem Roman von Seite 424)



 Meinung:

Wie schon erwähnt, waren meine Erwartungen sehr sehr hoch, aber ich war auch vorgewarnt, dass diese Literatur von besonderer Note ist und der Anspruch nicht jeden Leser erreichen und beglücken kann. Die Geschichte um Scarlett O´Hara und Rhett Butler ist legendär. Der Film ist ein Klassiker, ebenso das Buch von 1936! Vom Winde verweht, jetzt Vom Wind verweht! Die damals noch einst recht junge Ausnahmeautorin Margaret Mitchell zeigt Mut, denn sie hat einen Epos erschaffen, der sich mit zahlreichen gesellschaftlichen und historischen Fragen und Ereignissen beschäftigt und diese Themen in einem Liebesroman im Südstaatenflair bettet und vereint. Mitchell hat eine Sprache und ein Sprachrohr erschaffen, welches die Leserschaft so bestimmt noch nie geboten bekommen hat. Dieses Buch hat Intellekt, Anspruch und viele Farben. Das Lesen ist nicht immer leicht und die Seiten müssen mit Muße verarbeitet und wirken gelassen werden, dieses Niveau muss der Leser erstmal halten können. Sprachlich gekonnt, und sehr beeindruckend. Keine Frage. Mich umtrieb beim Lesen immer der Gedanke und die Frage danach mit wem Scarlett schlussendlich glücklich werden wird. Wird es ein Happy End mit Ashley geben? Oder findet sie ihr Glück tatsächlich noch in der Ehe mit Rhett? Wird es überhaupt ein Happy End geben?... So konnte ich bis zur letzten Seite des Buches nicht ausmachen, welch ein Ende mir das Buch bescheren würde. Spannend.

Man sollte sich für diesen Klassiker der Literatur Zeit nehmen und ihn ganz intensiv lesen und beleuchten. Das Buch schenkt dem Leser so viel. Denn für die Leser, die das Buch wagen und dazu noch durchhalten, offenbart der Roman noch einen ganz besonderen und sehr impulsiven und intensiven Lesegenuss. Es breitet sich ein Gefühl aus, als dass man der Handlung nicht mehr entfliehen kann, man fühlt sich als Gefangene zwischen den Buchdeckeln dieser einzigartigen Geschichte weit weg vom Mainstream und der Masse. Eine besondere Kost, die es zu genießen gilt. Der gekonnte Wechsel zwischen den Zeiten vor dem Krieg, die Erinnerungen an die Zeit, der Krieg selbst, der Wiederaufbau, die politische und wirtschaftliche Lage, der Feminismus, der etwaige Rassismus, die Liebesgeschichte, das große Gefühl, die atemberaubenden Umschreibungen und Kulissen und all der Handlungsstränge… gaben der Lektüre dann immer wieder Klarheiten und Tempo. Zunächst war ich vom Umfang und der Seitenzahl des Buches sehr erschrocken, zum Glück siegte meine Neugier, denn jetzt bin ich stolz, dieses Meisterwerk der hohen Schreibkunst und des großen Intellekts gelesen und aber auch genossen zu haben!
 Ich bin ausnahmslos sehr begeistert von dem Buch. Was vor allem an den Beschreibungen und der wortgewandten groben aber auch teils sehr ausdrucksstarken Sprache und Charakterisierung der Personen im Roman liegt. Autorin Mitchell hat in ihren jungen Jahren für ihr Lebenswerk eine Poesie in ihrem Schreibstil, welche unvergleichlich und unvergesslich ist. Ich kann mir vorstellen, dass das Übersetzerpaar gewiss hie und da auch an ihre Grenzen gestoßen sind, sie aber dennoch spürbar mit dem Buch verbunden sind, dass auch in der übersetzten Fassung all die Einzigartigkeit und Raffinesse erhalten und erlebbar bleiben. Die Übersetzer Himmelheber und Nohl, für den Antje Kunstmann Verlag, haben dieses geschafft, auch sie haben erstklassige Arbeit und geschickte Handgriffe der Übersetzerkunst bewiesen.

 

„Stand Tara noch? Oder war Tara auch vom Wind verweht, der in Georgia gewütet hatte?“ (Zitat aus dem Roman von Seite 493)


 Wie schon erwähnt, waren meine Erwartungen an dem Buch von Beginn an sehr hoch. Ich wollte dieses Buch einfach mögen. Dementsprechend groß war auch mein Wunsch, dass mir dieses Buch einfach gefallen muss. Und jetzt kann ich mich glücklich schätzen, meine Begeisterung mit dieser Rezension zum Ausdruck zu bringen. Auch wenn ich vermute, dass keine Rezension meine innige Freude über das Buch und meine Begeisterung wiederspiegeln und zum Ausdruck bringen kann. Ob einem das Buch zusagt oder nicht, ist wie immer eine individuelle Frage, ich ermutige jedoch gern jeden, der mit dem Gedanken spielt das Buch zu lesen, dieses auch auf jeden Fall zu tun!!!!! Einfach selbst lesen und sich selbst entführen lassen. Ich wollte dieses Buch einfach mögen, und nun liebe ich es!!!

Besonderes BonBon der Neuübersetzung: Der Anhang im Buch enthält ausführliche Anmerkungen, die die Hintergründe und den Zeitgeist der amerikanischen Geschichte und des amerikanischen Bürgerkriegs in den Südstaaten erklären. Wer daran und an den Quellen und Erklärungen Interesse hat, wird hier auf seine oder ihre Kosten kommen.

 "Doch als die Wochen sich dahinschleppten und weder Ashley noch eine Nachricht von ihm kam, kehrte Tara zur alten Routine zurück. Herzen ertragen nur ein begrenztes Maß an Sehnsucht. Scarlett beschlich die Furcht, ihm könnte auf dem Weg etwas zugestoßen sein." (Zitat aus dem Roman von Seite 627)

 

Möglicher Kritikpunkt, der eigentlich keiner ist:

An diesem Werk würde es mir schwer fallen Kritik zu üben. Eigentlich gab es für mich persönlich keine Kritikpunkte, aber um auf hohem Niveau zu nörgeln könnte ich die langen politischen Ausführungen und wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründe nennen, die sich in einem kurzen Teil des Romans doch arg in die Länge ziehen. Einige Leser finden oder fanden Kritik an dem Buch, der Neuübersetzung, für mich stellt es aber ein nahezu perfektes Werk dar, welches ich einfach gern gelesen habe. Da ist es auch gar nicht so tragisch, dass es kein übliches Happy-End gibt und die Liebesgeschichte so ein beinahe offenes Ende hat und man die Romandeckel schließt und sich ein Ende für dieses Buch selbst erträumt oder ausmalt….

 

„Während er Will in der schlecht beleuchteten Eingangshalle ansah, überlegte er, dass er nie solche Tapferkeit erlebt hatte wie die von Scarlett O`Hara, die auszog, die Welt zu erobern: in den Samtvorhängen ihrer Mutter, mit den Schwanzfedern eines Gockels.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 682)

 Charaktere:

Auf einzelne Protagonisten im Buch gehe ich gar nicht detailliert ein, denn dieses Erlebnis sollte man beim Lesen des Buches selbst erfahren.

Die Autorin Margaret Mitchell hat in ihrem sensationellen und genialen Südstaatenepos nicht nur die Macht und die Gewalt über die Worte, nein, sie hat auch die Macht, die Eigenschaften und Details der einzelnen Charaktere auszumachen und unglaublich genau einzufangen. Ihre Beweggründe werden dem Leser jedoch erst schrittweise deutlich und klar gemacht und man ist dazu verführt, einzelne Handlungen und Charakterzüge der Protagonisten zu reflektieren und zu analysieren. Ganz große Kunst. Die Qualität und Spannung dieses Romans findet meiner Meinung nach hauptsächlich in den Interaktionen der einzigartigen (Haupt-)Protagonisten statt. Tiefgründig und differenziert wird jeder Charakter und jeder Darsteller skizziert und ausführlich charakterisiert, kein Wunder, dass dieser Roman zum Kinohit verfilmt wurde. Dabei passiert es, dass eine einzelne Eigenschaft, welche mit einem Wort benannt wäre und deren Taten folgen, ganz große Auswirkungen auf den weiteren Handlungsverlauf des Romans hat. Und die Personen und Charaktere im Buch so eine unglaubliche Tiefe und Charakterstudie erhalten.  Dieser Roman zeugt ausnahmslos von großer Reife und einem wachen, klugen Blick auf die Gesellschaft und die damalige historische Epoche. Die Autorin besitzt in ihren jungen Jahren ein schier unglaubliches Talent, die einzelnen Charaktere dem Leser besonders nahe zu bringen. Vor allem die legendäre und mondäne Scarlett O´Hara, nebst dem charismatischen und geheimnisvollen Rhett Butler… und all die anderen besonderen und wichtigen Charaktere aus allen Schichten, Nationalitäten und Familien. Margaret Mitchell ist es gelungen, die Macht und die Besonderheiten dieser Charaktere auszumachen und unglaublich genau einzufangen. Ihre Hintergründe, Prägung und Beweggründe werden dem Leser jedoch erst schrittweise deutlich und klar gemacht, was dem Werk unglaubliche Komplexität und Facette verleiht.
 Das überzeugende bei Mitchells Umsetzung und Darstellung der Protagonisten ist, wie sie einfache kleine Handlungen der Charaktere detailliert beschreibt, bei denen man sich oft selbst ertappt fühlt. So werden diese auf den ersten Blick unbedeutenden Taten zu großen Schlüsselelementen im Buch. Das ist auch der Grund, wieso das Buch einem so lange im Gedächtnis bleibt und man nach dem Lesegenuss der vielen Seiten so stolz und fasziniert ist: Weil man die besonderen Botschaften der Ausnahmeautorin Margaret Mitchell empfängt und versteht,  und ihrer Weltanschauung und Gesellschaftskritik folgen kann!

„Alles war frisch betaut und still und grün, und der Anblick der Baumwollfelder war Balsam und Trost für ihr wundes Herz. Tara sah beim Sonnenaufgang geliebt, gepflegt und friedlich aus, obwohl sein Herr auf der Totenbahre lag.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 871)


 "Sie verdienen nicht zu überleben, weil sie nicht kämpfen – weil sie nicht wissen, wie man kämpft. Dies ist nicht das erste Mal, dass sich die Welt umgekrempelt hat, und es wird auch nicht das letzte Mal sein. Es ist schon früher passiert und es wird wieder passieren. Und wenn es wieder passiert, verlieren alle alles, und alle sind gleich." (Zitat aus dem Roman von Seite 957)

Der Übersetzer Andreas Nohl und die Übersetzerin Liat Himmelheber (Texte von der Verlagshomepage übernommen):
 „Andreas Nohl, geb. 1954 in Mülheim. Seine Neuübersetzungen u.a. von Mark Twains Tom Sawyer & Huckleberry Finn, Rudyard Kiplings Dschungelbuch und Edgar Allan Poes Unheimliche Geschichten wurden hochgelobt und mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet.“

„Liat Himmelheber, Sängerin und Übersetzerin, hat mehrere Romane und Sachbücher aus dem Englischen übersetzt. Vom Wind verweht ist die fünfte Übersetzung, die sie gemeinsam mit Andreas Nohl erarbeitet hat.“

 Selten fühle ich mich dazu verleitet, auch die Arbeit der Übersetzer eines Werkes in meiner Rezension zu benennen. Doch hier MUSS ich einfach ein großes Lob aussprechen und das talentierte und genüssliche Handwerk des Ehepaares bei der Neuübersetzung des legendären Klassikers hoch loben. Ich kenne die Erstübersetzung ins Deutsche des Buches leider nicht, kenne aber jedoch die vielen kontroversen Diskussionen und Kritiken zur Neuübersetzung und dem Umgang und Sprachgebrauch über Schwarze, Rassismus und Sklaverei. Ich persönlich jedoch empfinde den Wortlaut im neuen Werk nicht anstößig oder falsch gewählt, die Erklärungen zum Werk im Glossar und Anhang bieten Informationen und erklären die Entscheidung zu bestimmten Satzlauten. Das finde ich sehr gelungen und muss einfach anmerken, dass ich mich in diesem Roman sofort wohl gefühlt habe, er rund und flüssig klingt und mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Diese Neuübersetzung bleibt Ursprünglich und spiegelt die damalige Zeit authentisch und nachvollziehbar wider. Der ganze Charme dieses Romans bleibt wunderbar erhalten und hat nichts an Wirkung und Sog einbüßen müssen, ohne je das Original zu kennen. An die vielen kritischen Analysen und Leserstimmen möchte ich mich nicht beteiligen, da mir der Roman so wie er jetzt ist einfach wunderbar zugesagt hat und ich das Buch keine Sekunde bereue. Chapeau Herr Nohl und Frau Himmelheber!

„Vergebt, dass ich Euch mit dem Ungestüm meiner Empfindungen erschreckt habe, meine teure Scarlett, meine teure Mrs. Kennedy, meine ich. Es kann Euch nicht entgangen sein, dass die Freundschaft, die ich in meinem Herzen für Euch hegte, seit einiger Zeit zu einem tieferen Gefühl gereift ist, einem schöneren, reineren, heiligeren Gefühl. Darf ich wagen es zu benennen? Ach! Es ist die Liebe, die mich so kühn macht!“ (Zitat aus dem Roman von Seite 1032)


Die Autorin (Text von der Verlagshomepage übernommen):
 "Margaret Mitchell, geb. 1900 in Atlanta, hat an ihrem Roman "Vom Wind verweht" aus den Erinnerungen ihrer Familie geschöpft, deren Schicksal eng mit dem des Staates Georgia verknüpft war. Als er 1936 erschien, wurden in einem halben Jahr über eine Million Exemplare verkauft, das war noch bei keinem Buch vorgekommen. 1937 erhielt sie dafür den Pulitzerpreis. Der Roman wurde in viele Sprachen übersetzt und erschien in 37 Ländern. Margaret Mitchell kam am 16.8.49 durch einen tragischen Autounfall ums Leben."

 

„Wenn ich Geld und Sicherheit und dich hätte, dann wäre ich am Ziel, dachte sie und sah ihn sehnsüchtig an. Aber sie sprach es nicht aus, denn sie fürchtete, den Zauber zu zerstören, der zwischen ihnen lag – fürchtete, er könnte sich gegen sie verschließen.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 1143)

Zu gerne hätte ich der Autorin Mitchell bei der Entstehung des Plots und der ganz besonderen Charaktere im Buch, die so polarisierend und bemerkenswert sind, über die Schultern geblickt. Ich bin überwältigt von der Gabe, wie die Autorin selbst stets den Überblick behält und sich nicht selbst in den endlosen Zeilen und Windungen verliert oder verzettelt. Wie sie zu ihren Protagonisten steht, wie sie sie zum Leben erweckt und so einprägsame Charakterstudien bringt, dass die Personen im Buch allesamt jeder für sich und in seiner Manier unvergessen bleiben. Ob Scarlett, Melly, Suellen, Ellen, Gerald, Ashley, Rhett, Mammy, Pork, Uncle Peter, Frank, Charles, Bonnie, Wade und und und… Sie alle sind von ganz besonderer Natur und polarisieren auf ganzer Ebene. Wie viele Jahre hat die Schriftstellerin Margaret Mitchell wohl an diesem Meisterwerk gefeilt? WOW.

„Wie dumm ich gewesen bin! Dachte sie bitter. Und jetzt muss ich dafür bezahlen. Was ich mir so oft gewünscht habe, ist eingetreten. Ich habe mir Mellys Tod gewünscht, um Ashley für mich zu haben. Jetzt ist sie tot und ich habe ihn, aber ich will ihn nicht mehr.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 1259)

Cover / Gesamtwerk:
 Das Hardcover in Leinen gewandt mit Schutzumschlag wirkt sehr edel, aber auch ein wenig altmodisch. Das Buch hat ein stattliches Eigengewicht von knapp 1400g, lässt sich aber ob des Gewichts und der Stärke recht gut in den Händen halten und lesen. Die Farbgestaltung des Schutzumschlags ist dezent und unaufdringlich, die Zeichnung lädt zu Assoziationen ein und gibt einen Eindruck auf die damalige Zeit opulenter Ballkleider, Tanz und das Anwesen Taras. Ob nun Vom Winde verweht oder kurz Vom Wind verweht, der Titel bekommt so oder so eine ganz neue Bedeutung, wenn man dieses Buch gelesen hat. Welche, dass möchte ich hier noch nicht verraten. Die Kapitel sind von angenehmer Länge, das Buch gliedert sich in fünf Hauptteile, das Schriftbild ist harmonisch, das Buch von hochwertiger Qualität und liegt trotz der Schwere und des über 1,3kg Gewichts noch relativ bequem in der Hand. Der Anhang mit Glossar, Nachwort und einigen Anmerkungen zum Werk ist sehr gut ausgearbeitet und bietet viele Informationen zum Buch und zu gewissen Entscheidungen die bei der Übersetzung getroffen würden. Ein Quellenverzeichnis lädt zu weiteren Informationen und Referenzen ein. Sehr gut.

„Er fasste sie unters Kinn, hob ihr Gesicht langsam gegen das Licht und schaute ihr einen Moment lang aufmerksam in die Augen. Sie sah zu ihm auf, ihr Herz lag offen vor ihm, und ihre Lippen zitterten, als sie zu sprechen versuchte.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 1271)

„Scarlett, ich war nie jemand, der geduldig Scherben aufsammelt und sie zusammenklebt, um sich dann vorzumachen, das Ganze sei so gut wie neu. Was kaputt ist, ist kaputt – und ich erinnere mich lieber daran, wie es in den besten Zeiten war, statt es zu flicken und mir für den Rest meines Lebens Bruchstellen anzusehen.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 1282)

Fazit:
„Vom Wind verweht“ gehört für mich ohne Zweifel zu den größten Werken der Literatur! Ich bereue das Buch keine Sekunde und bin stolz und zufrieden es entdeckt und miterlebt zu haben.
 Voller Poesie, tiefgründigen Gesellschaftsthemen, Historie und Atmosphäre. Wer hinter die Fassade, blickt und beim Lesen durchhält, wird mit einem sensationellen Meisterwerk belohnt!

Ich wollte dieses Buch einfach mögen, und nun liebe ich es! Und schenke dem Buch mehr als 5 verdiente Sterne!

 

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Cover des Buches Vom Winde verweht
Wir lesen ab 1. August 2019 den Klassiker'Vom Winde verweht' / 'Gone with the Wind'. Das kitschige Film-Cover täuscht; dieser Roman liefert eine Menge Diskussionsstoff.
50 Beiträge
Cover des Buches Vom Winde verweht
Da sich dieser Klassiker schon ewig auf meinem SUB befindet - und ich bis jetzt nur Gutes gehört habe - möchte ich mit euch im Sommer eine Leserunde starten.
Lasst uns die 1.120 Seiten angehen, schmökern, diskutieren und austauschen! :o)

Ich freue mich auf eine schöne Leserunde mit euch!

270 Beiträge
Letzter Beitrag von  Hikarivor 7 Jahren

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Margaret Mitchell wurde am 07. November 1900 in Atlanta, Georgia (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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