Margarete Friebe

 5 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Margarete Friebe

Margarete Friebe ist Psychopädagogin und Inhaberin des Alpha-Instituts in Adligenswil/Luzern sowie Gründerin der Schweizerischen Friedensstiftung International White Cross®.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Margarete Friebe

Cover des Buches ICH BIN ICH (ISBN: 9783934969919)

ICH BIN ICH

 (1)
Erschienen am 22.02.2019
Cover des Buches Das Sonnenbewusstsein (ISBN: 9783721406597)

Das Sonnenbewusstsein

 (1)
Erschienen am 01.01.2009
Cover des Buches Vom Kopf zum Herzen (ISBN: 9783769906066)

Vom Kopf zum Herzen

 (0)
Erschienen am 01.12.2013
Cover des Buches Vom Kopf zum Herzen (Band 2) (ISBN: 9783769906561)

Vom Kopf zum Herzen (Band 2)

 (0)
Erschienen am 23.02.2015

Neue Rezensionen zu Margarete Friebe

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Rezension zu "ICH BIN ICH" von Margarete Friebe

BEWUSSTSEINS-EVOLUTION UND ICH-ENTWICKLUNG
dietrich_pukasvor 2 Monaten

 Margarete Friebe: ICH BIN ICH

Vom egositischen Alltags-Ich zum hohen geistigen Ich 

Paderborn 2019 

Rezension von Dietrich Pukas (07.06.2020) 

 Margarete Friebe ist Psychopädagogin und Inhaberin des Alpha-Instituts Adligenswil/Luzern sowie Gründerin der Schweizerischen Friedensstiftung „International White Cross“. Sie forscht seit 40 Jahren auf dem Gebiet der Tiefenpsychologie und spirituellen Philosophie, ist Autorin etlicher Bücher auf diesen Gebieten und betreibt seit 1973 eine umfangreiche internationale Lehrtätigkeit zur tiefenpsychologischen Management-Schulung. 

Im vorliegenden Werk lässt sie uns an ihrem persönlichen Weg der schwierigen Suche nach dem wahren Sinn unseres Lebens anschaulich und bewegend teilhaben. Aus ihrer leidvollen, trostlosen, vereinsamten Kindheit während des 2. Weltkrieges heraus interessiert sie sich bereits als Sechzehnjährige für die eigentliche Bedeutung unseres Daseins und will wissen, was unsere Welt im Innern zusammenhält sowie im Tiefen und Ganzen zu bieten hat. Den mühevollen Erkundungs- und Erkenntnisprozess vom „egoistischen Alltags-Ich zum hohen geistigen Ich“ beginnt sie in dem Buch zur fundierten Aufklärung und schrittweisen Führung der Leserschaft ans göttliche Ziel mit den mystischen Erlebnissen und Weisheiten der großen geistigen Lehrer der Antike. Indes schildert sie nur wesentliche Gedanken und Einsichten zum Kampf des Menschen um Dasein und Humanität, zur Persönlichkeits- und Seelenentwicklung in den Philosophien der altindischen, altpersischen, altägyptischen Denker. Beispielhaft sei hier auf die 7 „hermetischen Prinzipien“ verwiesen, die den Schüler auffordern „Beherrscher seiner Gedanken, Emotionen und Taten“ zu werden. Nach dem „Gesetz des Geistes“ ist alles real Existierende aus dem Geist oder der Idee geschaffen worden, auch der Mensch als Vorstellung des Ur-Schöpfers. Das konkret Vorhandene setzt also die Existenz des Immateriellen voraus und beweist diese. Nach dem „Gesetz der Entsprechung“ entspricht das Äußere strukturell dem Inneren, das Gegenständliche dem Geistigen, der Makrokosmos dem Mikrokosmos „Mensch“. Das „Gesetz der Schwingung“ sagt aus, dass alles Schwingung ist: das Atom wie jeder Gedanke, der sich qualitativ als informatives Schwingungsfeld fortpflanzt, zu einem bestimmten Gemütszustand führt und die Seele berührt. Alles schwingt und ist mit Allem verbunden. Gleiche Wellenlänge wirkt verstärkend und kann zur Tat anstoßen. Das „Gesetzt der Polarität“ besagt, das alles polar und als solches zur Bewegung zwischen positivem und negativem Pol notwendig ist. Auch die innere geistig-seelische Entwicklung erfolgt im Spannungsfeld zwischen gut und böse, Gott und Teufel (Luzifer), während der Mensch als individuelles, frei denkendes Ich-Wesen in der Mitte zwischen Beidem lebt. Das „Gesetz des Rhythmus“ lässt das Pendel der Polarität schwingen, sodass es keinen Stillstand gibt. Alles ist im Wandel von einer Stufe zur anderen. Dementsprechend soll man loslassen können, Blockaden auflösen und guten Fortschritt ermöglichen. Das „Gesetz der Kausalität“ bedeutet, dass es keine Wirkung ohne Ursache geben kann, wonach der Zufall nur ein Begriff für eine nicht erkannte Ursache ist. Also soll man nichts dem Zufall überlassen, sondern Fälle durch selbstbestimmtes Denken eigenverantwortlich entscheiden. Das verweist auf das „Gesetz des Geschlechts“, wonach sich jeder als individuelles Wesen begründen und behaupten soll, wenngleich männliche und weibliche Seinsformen in der menschlichen Seele „in befruchtender Harmonie miteinander wirken“ sollen. In diesem Zusammenhang plädiert Margarete Friebe für eine tiefe Herzens- und umfassende Friedensbildung auf der Grundlage dienender Liebe, wodurch Gier, Brutalität, Terror und Kriege überwunden werden sollen. 

So haben bereits die antiken Lehrmeister das Denken Margarete Friebes bereichert und beflügelt, wie sie eindrucksvoll und beispielhaft im Einzelnen schildert. Jedoch die entscheidende Bewusstsein-Erweiterung hat sie durch die christlichen Mystiker erfahren, die sie zum „Repräsentanten der personifizierten Ur-Liebe“ führten, nämlich zur „Ur-Lehre des Christus“ gelangen ließen. Sie berichtet die Herzenserlebnisse mit Gott begnadeter Persönlichkeiten wie Meister Eckehart, Jakob Böhme, Theresia von Avila, Emanuel Swedenborg und insbesondere die Auseinandersetzung um die göttliche Dreieinheit aus Vater, Sohn, Heiligem Geist zu einem persönlichen, wesenhaften Gott als „Urform des Menschen, die im Kleinsten und Größten lebt und alles mit seiner Liebe durchdringt“. So gewann sie die Überzeugung, dass „ein Gott existent ist, der nicht anonym, unfassbar in der Unendlichkeit ausgedehnt lebt, sondern ein durchaus erlebbarer Gott ist“. Und sie fühlte in ihrem Gemüt „die lebendige Anwesenheit Gottes“, fand aber auch in einem Psychotherapeuten und Theologen keinen Gesprächspartner für ein Wissen mit Herzenstiefe und Erkenntnissen, die zur „allumfassenden Liebe“ führen. Da empfand sie es als segensvolle Gnade, dass sie die umfangreichen Schriften von Jakob Lorber (Gesamtwerk in 25 Bänden, Bietigheim ab 1877 ff.) kennen und lieben lernen konnte. So bekennt sie pathetisch: „Alle meine mitunter noch auftauchenden Zweifel haben sich aufgelöst; das Tor zur Ur-Kraft und Ur-Liebe im Herzen öffnet sich immer ein wenig mehr und zeigt mir den Weg zum hohen göttlichen Ur-Ich, der eine segensreiche Bewusstseins-Evolution aufzeigt, an der alle Anteil haben, die mit gutem Willen sich strebend hinauf entwickeln wollen auf der Stufenleiter des Ichs – vom egoistischen zum hohen geistigen –, das die Hochzeit mit dem Ur-Ich krönend besiegelt.“ Das galt als neue Offenbarung des einzigartigen Sinns menschlichen Lebens auf Erden: Es gibt einen Gott der Liebe, der alle Menschen zu seliger Vollendung und zum ewigen Sein führen will. „Erkennet und liebet ihn über alles, und liebet ihn um seinetwillen auch alle eure Mitgeschöpfe!“ Lorber (1800-1864) wurde zum überzeugenden Verkünder dieser Botschaft, indem er seine Lebensstellung als Kapellmeister ausschlug und einer inneren Stimme folgte, die ihm wie die Stimme Jesu Gottesworte kundtat und ihn zum unermüdlichen Schreiben durch höchste Eingebung veranlasste. Und Margarete Friebe fand in seinem großartigen Weltbild die Bestätigung ihrer eigenen Erfahrungen und Erlebnisse, die in der Erkenntnis gipfelten, dass Gott selbst mit seiner unendlichen Liebe, Weisheit und Allmacht im Herzen und in der Seele eines jeden Menschen lebt und es als höchstes Ziel menschlichen Seins gilt, das angeborene embryonale, egoistische Ich im Lebensalltag zu überwinden und nach dem Ebenbild Gottes zum hohen geistigen Ich zu entfalten. 

Nach diesem Schlüsselerlebnis macht sich Margarete Friebe ans Werk und an ihre Lebensaufgabe, die Mitmenschen durch Wissensvermittlung, Aufklärung, herzlicher Zuwendung und Nächstenliebe, großer Ausdauer und Geduld auf die Stufenleiter der Bewusstseins-Evolution zu führen und in Erlangung des hohen geistigen Ichs mit Gott zu verbinden. Dazu untersucht sie im vorliegenden Buch den Ursprung des egoistischen Ichs und setzt sich zunächst mit den negativen Eigenschaften des Menschen anhand des schändlichen Treibens auf Erden von Luzifer als dem Ur-Teufel und Gegenspieler Gottes auseinander. Luzifer als der höchste von Gott geschaffene „Lichtgeist“ sollte im göttlichen Auftrag schöpferisch tätig sein und nach dem Willen Gottes Universen und Wesen erschaffen. Diese Aufgabe erfüllte er eine Zeitlang, bis er auf die Idee kam, seine verliehene Macht über Gott hinaus zu steigern und für eigene Zwecke zu nutzen. Diese eigensüchtige Überheblichkeit wurde mit seinem Fall in die materielle Welt und der Zersplitterung seiner Macht auf der Erde geahndet. Diesem Schicksal folgte ebenfalls der erste irdische Ur-Mensch Adam wegen seines luziferischen Verhaltens des Ungehorsams, wodurch der Egoismus geboren wurde. Zwischen diesen beiden Polen, der finsteren luziferischen Kraft und der edlen göttlichen Macht, lebt der Mensch als individuelles Wesen mit seinem Hang zum Egoismus und seinem denkenden Ich mit dem Willen zur freien Entscheidung zwischen beiden Seiten. Zudem ausgestattet mit dem „geistigen Organ“ des Gewissens, das bei schlechten Gedanken und Taten die Seele mit bedrückenden Gefühlen belastet und bei guten, mitmenschlichen Absichten und Handlungen ein seelisches Wohlgefühl erzeugt. In diesem Sinne machen die unreflektierten modernen Lebensumstände und Auswirkungen der oberflächlichen Massenkommunikation sowie die Gier nach Macht und materiellem Wohlstand heute viele Menschen zu Sklaven Luzifers. Margarete Friebe berichtet von der Bekanntschaft mit zahlreichen Personen während ihrer 40-jährigen Lehrtätigkeit, die sich als Gefangene ihrer Begierden, Abhängigkeiten und Schwächen fühlen und diese sehnsüchtig loswerden wollen. Sie setzt dagegen eine Begegnung in Güte und Warmherzigkeit, Nächstenliebe, geistig-seelische Herzensbildung, aufbauende, positiv-hilfreiche Gedanken, die das Gefühl der Steigerung des Guten in der Seele bewirken. Aber das egoistische Ich soll nicht verteufelt, sondern als erziehbare Teilpersönlichkeit mit einer ganzheitlichen Bildung für Geist, Seele und Körper verstanden und höher entwickelt werden, was die Autorin unter Einbeziehung der 7 hermetischen Gesetze und persönlicher Beispiele ausführlich erläutert. 

So kommen wir zum Herzstück des Werkes, aus dem die Leserschaft nach meiner Auffassung unmittelbar für die Sinnerfüllung des eigenen Lebens lernen und Konsequenzen ziehen kann. Da ist zum Einen das Kapitel über „die zu erringenden notwendigen Eigenschaften zur höheren Bewusstseinsbildung“. Im gesamten Lorber-Werk finden sich die 7 Eigenschaften Gottes, die wir Menschen in uns tragen und im Rahmen unserer Möglichkeiten im Alltag praktizieren sollen. Die erste Eigenschaft Gottes ist die LIEBE, durch die alles entstanden ist und die allem Geschaffenen das Leben eingehaucht hat, denn die göttliche Liebe ist das Leben selbst. Durch die täglich betriebene Nächstenliebe können wir immer liebesfähiger werden, besonders wenn wir nicht nur Freunde lieben, sondern uns auch der Unsympathischen, Schwachen, Hilfsbedürftigen annehmen. Um dem Unliebsamen ebenfalls Mitgefühl und Verständnis entgegen zu bringen, sollte man sich bewusst machen, dass er unwissentlich seinen negativen Teilpersönlichkeiten ausgeliefert ist. Außerdem müssen wir unseren Blick für die Not des Anderen schärfen und wir dürfen nicht gleich verzagen, wenn er auf unsere Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft nicht wie erwartet reagiert. Wir müssen beharrlich lernen, nicht enttäuscht zu sein, indem wir uns selbst dahin erziehen, ein aufrichtiges Interesse am Wohl unserer Mitmenschen zu haben. Gottes Liebe wirkt nur zusammen mit seiner WEISHEIT als zweiter Eigenschaft, die das Wunder der Schöpfung hervorgebracht hat. Alles Geschaffene widerspiegelt seine Weisheit, nicht nur das nahezu unerschöpfliche menschliche Denken und der Erfindergeist, sondern ebenfalls der weisheitsvolle Instinkt der Tiere. Die Leistung, eine lebende Ameise zu erschaffen, ist gewaltiger, als eine Saturnrakete für den Flug ins All herzustellen. Denn der Mensch kann nicht die Natur, sondern nur Totes erzeugen (von der wiederum gottbasierten Fortpflanzung abgesehen). Es kommt auf das harmonische Zusammenwirken von Weisheit und Liebe an, besondrs in der Kindererziehung. Liebe ohne vernünftige Grenzen wird zur verhätschelnden „Affenliebe“ und Weisheit ohne Liebe bleibt kalt oder hochmütig. Als dritte göttliche Eigenschaft gilt der gute WILLE zur Tat, der den Geist und das eigenständige Ich antreibt, damit Fortschritt und überhaupt etwas entsteht. Ohne starken Willen gibt es keine Weiterbildung und keine Überwindung der Laster und negativen Teilpersönlichkeiten, auch keine Höherentwicklung auf der Stufenleiter der Bewusstseins-Evolution. Die göttliche ORDNUNG erweist sich als vierte Eigenschaft, die die gesamte Schöpfung durchzieht und gleichfalls unserem Denken, Wollen und Handeln die Richtung weisen sollte. Wir benötigen einen zielorientierten Weg für unseren Willen, um etwas Sinnvolles zu produzieren, eigene Ideen zu verwirklichen und selbstbestimmt unsere Persönlichkeit zu entwickeln, jedoch Chaos zu vermeiden und Katastrophen zu überwinden. Als fünfte göttliche Eigenschaft fungiert der ERNST, der uns motiviert, dass wir uns nicht gleichgültig, unverbindlich, oberflächlich verhalten, sondern mit standhaftem Willen unsere guten Absichten und Vorsätze umsetzen und unsere gewonnenen Erkenntnisse konsequent anwenden und beharrlich weiter verfolgen. Darin werden wir von der sechsten göttlichen Eigenschaft der GEDULD unterstützt. Sie benötigen wir, um dem verbreiteten Stress und der zermürbenden Hetze gelassen zu begegnen, damit wertvolle Ideenflüsse und Vorhaben nicht unterbrochen oder blockiert, zu früh aufgegeben werden oder gar in Fehlentscheidungen enden. Mit Langmut müssen wir unsere Schwächen und Fehler erkennen wollen und besonnen nach dem jeweils Besseren streben, gleichsam geduldig Verständnis und Mitgefühl für das Fehlverhalten der Anderen entwickeln und zur Vergebung und Versöhnung bereit werden. Damit sind wir bei der siebten göttlichen Eigenschaft der BARMHERZIGKEIT angelangt, die wie die Liebe all die anderen aufgeführten Eigenschaften durchdringt. Wo sie fehlt, kann das grenzenlose Ertragen und Gedulden ins extreme Nichtstun ausarten und zur Katastrophe führen. Vor allem sollte die Barmherzigkeit kein schädliches Verhalten rechtfertigen oder gar verstärken, sondern in Güte und Harmonie mit den anderen Basiseigenschaften zum Seelenfrieden beitragen und zur Entfaltung des hohen geistigen Ichs wirken. 

Diesen sieben Basiseigenschaften, die zusammen das Wesen Gottes repräsentieren und als Schöpfungsprinzip und höchstes Ur-Ich in jedem Menschen angelegt und zur Verwirklichung im Leben aufgegeben sind, stehen nach dem Gesetz der Polarität den sieben luziferischen Hauptleidenschaften als Hemmnisse zum Erringen des hohen geistigen Ichs gegenüber. Es handelt sich um die niedrigen Eigenschaften des egoistischen Alltags-Ichs des Menschen, nämlich „Hochmut, Herrschgier, eifersüchtigster Neid, tödlicher Geiz, unversöhnlicher Hass, Verrat, Mord“. Margarete Friebe setzt sich mit ihnen differenziert auseinander und liefert persönliche Ratschläge zur jeweiligen Selbstbeobachtung und zum Abbau-Training etwa mit Verzichtübungen. Denn das egoistische Ich will vieles im Übermaß und macht den Menschen zur Marionette seiner Gier und Unersättlichkeit, beraubt ihn seiner inneren Würde, entmenschlicht ihn. Allerdings sei hier angemerkt, dass ein gesunder Egoismus bis zu einem gewissen Grade durchaus überlebenswichtig ist und notwendig zur Daseinsbewältigung auf der Erde in dieser materiellen Welt gehört. Daneben und darüber darf man jedoch nicht den lohnenden, wichtigen Lebenskampf um die sinnerfüllende Bewusstseins-Erweiterung zum hohen geistigen Ich vernachlässigen; angesichts der abträglichen modernen Zivilisation gilt es eher im Gegenteil, sie nach besten Einsichten und Kräften zu forcieren. Jedenfalls werden wir – jeder nach seiner Herkunft, seinem sozialen Umfeld, seinen individuellen Maßen und Möglichkeiten – am Ende unseres irdischen Lebensweges in unterschiedlichen Situationen, mit einem verschiedenen Entwicklungszustand unseres hohen geistigen Ichs ankommen. Das wissen wir, daran gibt es keinen ernsthaften Zweifel. Aber es stellen sich mehr oder weniger vehement die Fragen aller Fragen: Was bedeutet mein irdischer Tod? Gibt es nach dem leiblichen Verfall für mich nur das Nichts oder eine Weiterexistenzchance im Jenseits? Habe ich eine unsterbliche Seele? Was passiert mit meinem hohen geistigen Ich auf dem erreichten Niveau? Kann ich auf einen gütigen Gott vertrauen oder muss ich eine strafende Macht befürchten? 

Für Margarete Friebe stellen sich diese Fragen in ihrer Konzeption und verinnerlichten Weltauffassung gar nicht (mehr?). Denn nach ihrer Überzeugung geht es im Jenseits für jeden Menschen auf der Polaritätsleiter der Bewusstseins-Evolution stufenweise weiter, so ähnlich wie auf Erden, bis das hohe geistige Ich des Menschen vollendet ist und in der glückseligen Hochzeit mit Gott vereinigt wird, das heißt mit dem göttlichen Ur-Ich, seiner Ur-Liebe, Ur-Weisheit, seinem Ur-Willen, gar mit dem Herzen Gottes, das in Jesus Christus als dem geistigen Ur-Menschen inkarniert ist. Um dies der Leserschaft anschaulich, aufgelockert-lebendig zu vermitteln, hat Margarete Friebe dramaturgisch sehr geschickt, ein ausführliches, eindringliches Zwiegespräch zwischen dem zweifelnden, fragenden Alltags-Ich (AI) sowie dem weise antwortenden Hohen Geistigen Ich (HGI) als umfangreiches Schlusskapitel ins lesenswerte Buch gesetzt. Gläubige, besonders überzeugte Christen müssten davon begeistert sein. Ich als rationaler Neukantianer, der ich der logischen Philosophie Immanuel Kants anhänge, empfehle es jedem zur Lektüre, der Fragen nach der Sinnfindung unseres Lebens hat und sich für die geistig-seelischen Grundlagen der menschlichen Existenz in dieser Welt interessiert. 

Zu Letzterem will ich abschließend noch einen Kommentar von meinem nüchternen Standpunkt aus abgeben. Nach meiner Logik sollte man für eine kritische Beurteilung beachten, dass die gegenständlich-materielle Welt und der geistig-seelische Bereich zwei verschiedene Seinsqualitäten nach dem Gesetz der Polarität sind. Das bedeutet, dass das Wissen da aufhört, wo der Glaube anfängt und umgekehrt. Demnach kann man annehmen, dass z. B. die berichteten Gotteserlebnisse der Mystiker wie auch ähnliche Nahtoderfahrungen in heutiger Zeit wahr sind, d. h. als Inhalte ihres hirnbasierten Bewusstseins tatsächlich so erlebt wurden. Aber das sind Diesseitserfahrungen und keine Aussagen über das Jenseits, seine Existenz und Beschaffenheit. So muss es sich ebenfalls mit der Grenzüberschreitung Margarete Friebes von der konkreten Wissensvermittlung im Diesseits zur Schilderung der Glaubensinhalte im Jenseits verhalten wie der Annahme der Stufenleiter zur Bewusstseins-Evolution oder der Hochzeit des hochgeistig-menschlichen mit dem göttlichen Ich. Sie mag es noch so überzeugend real empfinden und man darf darauf für sich hoffen und Trost spüren, jedoch bleibt es letztlich spekulativ. Einer ihrer Ratschläge lautet: „Rede täglich mit deinem göttlichen Vater in dir. Stell Ihn dir wirklich als höchstes Ur-Ich in ätherisch feinstofflich menschlicher Gestalt vor.“ Wohl dem, dessen Glaube und Fantasie das hergeben! Nach dem Kausalitätsgesetz von Ursache und Wirkung ist Gott als allmächtiger und allgegenwärtiger Schöpfer dieser Welt als logisch notwendige Zielvoraussetzung anzunehmen. Und wir wissen, dass es hinter der grobstofflichen Gegenstandswelt einen feinstofflichen Atom- und Quantenbereich gibt, in dem alles miteinander verbunden ist, den wir jedoch nicht mit unseren natürlichen Sinnen, sondern nur mit technischen Hilfsmitteln wahrnehmen können; trotzdem ist das immer noch diesseitiges Wissensgebiet. Die Hirnforscher können nachweisen, dass unsere Gedanken auf neuronalen Hirnströmen beruhen, jedoch können sie nicht erklären, wie diese ins Geistige umgewandelt werden und woraus diese andere Sphäre besteht. So setze ich Gott als abstraktes Schöpfungsprinzip in mir voraus und bete als solchem zu ihm. Dass man sich als gewissenhafter, guter, hilfsbereiter Mitmensch im Leben bewährt und sich für eine humane, friedvolle Daseinsgestaltung einsetzt, ist uns allen als verantwortungsvolle Bürger nach dem Gebot der Menschenrechte ohnehin aufgegeben. 

 

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Rezension zu "Das Sonnenbewusstsein - Der Aufstieg des Ichs von Alpha bis Omega" von Margarete Friebe

Rezension zu "Das Sonnenbewusstsein - Der Aufstieg des Ichs von Alpha bis Omega" von Margarete Friebe
dietrich_pukasvor 9 Jahren

Margarete Friebe: Das Sonnenbewusstsein – Der Aufstieg des ICH von Alpha bis Omega
Rezension von Dietrich Pukas (20.07.2011)

Die 75-jährige Margarete Friebe, Gründerin der Schweizerischen Friedensstiftung „International White Cross“, Kämpferin für Freiheit, Humanität und Toleranz forscht, schreibt, lehrt und referiert seit vielen Jahren über die ganzheitliche Bildung von Körper, Geist und Seele, um ethisches Denken und Handeln zur Verbesserung der Welt und zum Wohl von Mitmenschen und Natur zu fördern. Der Kern ihres tiefenpsychologischen Wirkens ist das Eintreten für ein ganzheitliches Bewusstsein, für die Einheit von materiellem und geistig-seelischem Sein, für eine Gesellschaft, in der innere Werte und Herzensbildung, Güte, Menschlichkeit, Nächstenliebe, Demut, Ehrfurcht, Achtung, Duldsamkeit ins Zentrum rücken.
Dieses Anliegen bringt sie uns – repräsentativ für ihr Gesamtwerk – m. E. besonders eindrucksvoll und aufschlussreich in ihrem Buch „Das Sonnenbewusstsein: Der Aufstieg des ICH von Alpha bis Omega“ nahe. In einer eindringlichen, metaphorischen Sprache schildert sie, wie wir Menschen in unserer modernen Realität, in der vor allem das Äußere und Messbare zählen und in der wir vor Reizüberflutung in Hektik und Rastlosigkeit versinken, die verzehrende Macht des Egoismus überwinden müssen und wie wir zu unserem eigentlichen Wesen und Ziel unseres Lebens vordringen können. Dieses gipfelt im Sonnen- oder Christus-Bewusstsein, denn die Christus-Flamme steckt in jedem Menschen, in jeder Persönlichkeit als Ausdruck der inkarnierten, individualisierten Gottheit in uns. Dort will uns Margarete Friebe stufenweise und logisch, über die konzentrierte Meditation und Erkenntnis durch die sieben hermeneutischen Prinzipien hinführen, wobei jeder seinen individuellen Weg in Freiheit gehen soll. Dazu muss sich jeder selbst lieben und führen können – damit man nicht um die Akzeptanz und Gunst der Anderen buhlen muss -, selbst denken, entscheiden und die Selbstverantwortung für sich selbst und die Gottheit in uns übernehmen.
So sei Margarete Friebes Buch die Versuchung wert, sich darauf einzulassen.

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Rezension zu "Das Sonnenbewusstsein" von Margarete Friebe

Rezension zu "Das Sonnenbewusstsein" von Margarete Friebe
dietrich_pukasvor 9 Jahren

Margarete Friebe: Das Sonnenbewusstsein – Der Aufstieg des ICH von Alpha bis Omega
Rezension von Dietrich Pukas (20.07.2011)

Die 75-jährige Margarete Friebe, Gründerin der Schweizerischen Friedensstiftung „International White Cross“, Kämpferin für Freiheit, Humanität und Toleranz forscht, schreibt, lehrt und referiert seit vielen Jahren über die ganzheitliche Bildung von Körper, Geist und Seele, um ethisches Denken und Handeln zur Verbesserung der Welt und zum Wohl von Mitmenschen und Natur zu fördern. Der Kern ihres tiefenpsychologischen Wirkens ist das Eintreten für ein ganzheitliches Bewusstsein, für die Einheit von materiellem und geistig-seelischem Sein, für eine Gesellschaft, in der innere Werte und Herzensbildung, Güte, Menschlichkeit, Nächstenliebe, Demut, Ehrfurcht, Achtung, Duldsamkeit ins Zentrum rücken.
Dieses Anliegen bringt sie uns – repräsentativ für ihr Gesamtwerk – m. E. besonders eindrucksvoll und aufschlussreich in ihrem Buch „Das Sonnenbewusstsein: Der Aufstieg des ICH von Alpha bis Omega“ nahe. In einer eindringlichen, metaphorischen Sprache schildert sie, wie wir Menschen in unserer modernen Realität, in der vor allem das Äußere und Messbare zählen und in der wir vor Reizüberflutung in Hektik und Rastlosigkeit versinken, die verzehrende Macht des Egoismus überwinden müssen und wie wir zu unserem eigentlichen Wesen und Ziel unseres Lebens vordringen können. Dieses gipfelt im Sonnen- oder Christus-Bewusstsein, denn die Christus-Flamme steckt in jedem Menschen, in jeder Persönlichkeit als Ausdruck der inkarnierten, individualisierten Gottheit in uns. Dort will uns Margarete Friebe stufenweise und logisch, über die konzentrierte Meditation und Erkenntnis durch die sieben hermeneutischen Prinzipien hinführen, wobei jeder seinen individuellen Weg in Freiheit gehen soll. Dazu muss sich jeder selbst lieben und führen können – damit man nicht um die Akzeptanz und Gunst der Anderen buhlen muss -, selbst denken, entscheiden und die Selbstverantwortung für sich selbst und die Gottheit in uns übernehmen.
So sei Margarete Friebes Buch die Versuchung wert, sich darauf einzulassen.

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