Margarete Mitscherlich-Nielsen Die Radikalität des Alters

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Inhaltsangabe zu „Die Radikalität des Alters“ von Margarete Mitscherlich-Nielsen

Mit über neunzig Jahren wendet sich Margarete Mitscherlich, die Grande Dame der deutschen Psychoanalysedie unermüdliche Aufklärerin, mit großer Entschiedenheit nochmals den großen Fragen ihres Lebens zu: Dem Vergessen und Verdrängen und der Unfähigkeit der Deutschen zu trauern; der Emanzipation im weitesten Sinne, also der Befreiung von Denkeinschränkungen, Vorurteilen, Ideologien, aber auch im engeren Sinne der Emanzipation der Frau und ihrer Stellung in der Gesellschaft; den Geschlechterrollen, männlichen und weiblichen Werten. Zugleich reflektiert Margarete Mitscherlich das Älter- und Altwerden und beschreibt mit großer Offenheit, wie es ihre Sicht auf die Dinge prägt. In einem sehr persönlichen Stück beschreibt sie schließlich mit dem geschulten Blick der Psychoanalytikerin ihr Leben und Lebenswerk. Ein bewegendes Zeugnis lebendiger Zeitgeschichte.

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  • Rezension zu "Die Radikalität des Alters" von Margarete Mitscherlich

    Die Radikalität des Alters
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    04. January 2013 um 11:47

    Man könnte vom Titel und der Aufmachung des vorliegenden Buches her vermuten, hier liegt eine Autobiographie dieser berühmten Psychoanalytikerin und Frauenrechtlerin vor, die sich insbesondere mit dem Alter und dem Älterwerden befasst. Doch das ist nicht der Fall. Viele der hier abgedruckten Texte sind schon an anderen Stellen im Zeitraum zwischen 1994 und 2010 erschienen. Margarethe Mitscherlich hat diese älteren Texte mit neuen verbunden und sie in einen großen Zusammenhang gestellt. Es ist ein biographischer Zusammenhang und ein kulturhistorischer. Immer schreibt sie als Analytikerin. An anderer Stelle hat sie einmal gesagt, dass die Psychoanalyse das wichtigste Geschenk in ihrem Leben war, das ihr Leben prägte und ihr die Welt erklärte und aufschloss. Deshalb muss man, wenn man dieses Buch mit Genuss lesen möchte, schon ein gewisses Maß an Kenntnissen des psychoanalytischen Theorie und Kulturtheorie mitbringen und wissen, nach welchen Schritten und Mustern eine Analyse funktioniert. Margarethe Mitscherlich war und ist eine unermüdliche Aufklärerin und die Psychoanalyse ist ihr Werkzeug. So versucht sie ihr Lebenswerk zu bilanzieren: „Was ist Lebenswerk? Ich bin 93 Jahre alt. Was hat diese Jahre beeindruckt, beeinflusst, was scheint mir, von heute aus gesehen, wesentlich für den Gang oder Lauf meines bisherigen Lebens gewesen zu sein? Ich möchte versuchen, Erkenntnisse über mich, mein Denken und Handeln, meine Welt, meine Geschichte zu gewinnen und wiederzugeben, was ich als Wahrheit in und um mich zu erkennen glaubte.“ Es ist ihr auf bemerkenswerte Weise gelungen. Nachvollziehbar für ihre Leser, denen die Offenheit, mit der sie ihr Leben und Werk schildert, ein wunderbares und bewegendes Zeugnis lebendiger Zeitgeschichte geschenkt hat. So ganz nebenbei ist es auch eine rudimentäre Gesichte der Psychoanalyse im 20. Jahrhundert.

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  • Frage zu "Die Radikalität des Alters" von Margarete Mitscherlich-Nielsen

    Die Radikalität des Alters
    Hans Nagel

    Hans Nagel

    Die Ausgabe, über die hier berichtet wird, ist die 4. Auflage von September 2010.
    Frage: Wann gab es die vorherigen Auflagen.? Besonders die erste interessiert mich!
    Hans Nagel

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  • Rezension zu "Die Radikalität des Alters" von Margarete Mitscherlich

    Die Radikalität des Alters
    Clari

    Clari

    12. September 2010 um 11:56

    Rückblicke auf ein erfülltes Leben. Margarete Mitscherlich, nun bereits 93 jährig, hat sich noch einmal mit einem Buch zu Wort gemeldet. Die bekannte Psychoanalytikerin, Feministin und Frau des 1982 verstorbenen Alexander Mitscherlich war immer eine mitfühlende, offene und lebhafte Zeitgenossin. Sie hat 1960 das Institut für Psychoanalyse in Frankfurt / M mit begründet und meldete sich häufig zu aktuellen Tagesthemen aus tiefem Menschenverständnis heraus zu Wort. In ihren Arbeiten hat sie sich vielfach mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinander gesetzt. Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus einem langen Jahrhundert fasst sie unter dem Thema „ Die Radikalität des Alters“ zusammen. Ob es die eigene Kindheit ist, ihr Elternhaus, der Krieg, das Studium, die Zusammenarbeit mit ihrem Mann und die lange fruchtbare Zeit als Therapeutin: sie hat zu allem etwas zu sagen, wobei es gelegentlich zu Wiederholungen kommt, so weit sie die Erkenntnisse von Schuld, Sühne, Trauer und Verarbeiten von traumatischen Ereignissen betreffen. Das berühmte, mit ihrem Mann zusammen geschriebene Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“ zieht sich wir ein roter Faden durch ihre Betrachtungen. In letzterem behandeln die beiden Psychoanalytiker Margarete und Alexander Mitscherlich die traumatischen, teils mit verursachten und teils erlittenen seelischen Schäden der Deutschen im dritten Reich. Mittlerweile hat sich der Begriff „Die Unfähigkeit zu trauern“ verselbständigt, denn aus Vergangenheit kann erst Gegenwart werden, wenn die Vergangenheit ausreichend betrauert wurde, so eine der Thesen von Margarete Mitscherlich. Von „Radikalität des Alters“ spürt man wenig in ihren Aufzeichnungen. Sie ist durchdrungen von den Errungenschaften der Psychoanalyse, hat verschiedene Richtungsstreitigkeiten in ihrem Metier durchlebt und ist mit ihrer klugen, weltoffenen und liberalen Haltung eine freiheitsliebende und strahlende Erscheinung geblieben. Man sollte sich tunlichst ein wenig auskennen in den Theorien Freuds, der Sozialpsychologie und den Fachbegriffen, die zur Arbeit der Psychoanalyse gehören,damit man das Buch verstehen kann. Insgesamt liefert Margarete Mitscherlich mit ihrem Buch den Abriss eines Lebens, das, begründet in einer liebe -und vertrauensvollen Beziehung zur Mutter,von positiver und unabhängiger Lebenshaltung und liebevoller Weltzugewandtheit zeugt. Man verneigt sich vor ihrem Lebenswerk, mit dem sie unter anderem Anstöße gibt, sich um stetige gedankliche Selbstreflexion zu bemühen.

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