Margarete Stokowski Untenrum frei

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Inhaltsangabe zu „Untenrum frei“ von Margarete Stokowski

War es das jetzt mit der sexuellen Revolution? Sind wir unendlich liberal, weil mit nackten Brüsten für Tierfutter und Baumärkte geworben wird? Mitnichten, sagt Margarete Stokowski. Es gilt auch noch im 21. Jahrhundert, Machtstrukturen aufzusprengen, über Sexualität zu sprechen und über Geschlechterrollen, die wir mit riesigem Aufwand spielen. Die Autorin möchte keine neuen Regeln aufstellen, sondern von längst überkommenen Vorstellungen befreien und gegen Tabus angehen. Das klingt vielleicht streng, aber dieses Buch ist anders: Es ist lustig, mutig und irrsinnig klug. Stokowski erzählt frisch und wunderbar von persönlichen Erlebnissen, analysiert gesellschaftliche Konstellationen und zeigt, wie sich Schamgefühle und Rollenbilder in den kleinen, schmutzigen, komischen Dingen manifestieren; wenn es um Probleme bei der Benennung der Vagina geht, um Prinzessinnenkleider oder die Erotik von Hüpfbällen. Und sie macht deutlich, wie diese kleinen Dinge die großen, fiesen Fragen aufwerfen: Was macht es mit Mädchen, wenn die Bravo empfiehlt, Rouge aufzutragen, immer zu lächeln und süße Haarspangen zu tragen, um den Schwarm zu erobern? Warum trauen sich Männer Chefposten eher zu als Frauen? Mit scharfsinnigem Blick auf die Details gelingt Stokowski ein provokantes, politisches und befreiendes Buch.

Ein paar grandiose Stellen und Passagen mit Wiedererkennungseffekt. Sonst aber eher konzeptlos und nett für zwischendurch.

— aylareadsbooks
aylareadsbooks

Die vielen Anstreichungen und Post-its im Buch sagen eindeutig: Gutes Buch! Gerade weil es sehr persönlich und nicht gönnerhaft ist.

— Marina_Nordbreze
Marina_Nordbreze

Ein Rundumschlag gegen alle gesellschaftlichen Konventionen und veralteten Rollenbilder. Unterhaltend, persönlich und unglaublich gut!

— wortkulisse
wortkulisse

Dass es Spaß machen kann, sich mit dem Feminismus zu beschäftigen und das eigene Handeln in Frage zu stellen, beweist dieses Buch! Grandios!

— Julino
Julino

Kann man sich in ein Buch verlieben? Wenn ja, dann bin ich grade sehr, sehr verliebt. Einfach großartig!

— JokersLaugh
JokersLaugh

Ein provokantes, politisches und nicht zuletzt befreiendes Buch. Ich lese Zitate daraus am Telefon vor & bin großer Fan. Bitte mehr davon!

— Magnoliamädchen
Magnoliamädchen

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  • Untenrum frei - Margarete Stokowski

    Untenrum frei
    wortkulisse

    wortkulisse

    19. April 2017 um 17:26

    Ich bin vergleichsweise lange um das Buch "Untenrum frei" von Margarete Stokowski herum geschlichen. Nicht, weil mich das Thema nicht interessiert (das tut es!) und nicht, weil ich das Buch optisch nicht ansprechend finde (das ist es!), sondern weil ich Zweifel hatte, ob es mir noch etwas Neues beibringen kann. Ob es mir meine Augen noch weiter öffnen kann. Das hat es – nicht wahnsinnig, aber das hat es. Und dabei hat es mich wunderbar unterhalten.„Wir können untenrum nicht frei sein, wenn wir obenrum nicht frei sind.“ Das ist die These von Margarete Stokowski und damit zieht die Kolumnistin eine dicke Verbindungslinie zwischen den kleinen schmutzigen Dingen und den großen Machtfragen, denn diese beiden Dinge hängen eng miteinander zusammen. In sieben fabelhaft geschriebenen Essays führt uns die Autorin durch das weite Feld des Feminismus, räumt mit unbegründeten Vorurteilen auf, macht deutlich wie viel der Feminismus schon geschafft hat und welch langer Weg noch vor ihm liegt und macht ihren Lesern dies alles durch persönliche Erfahrungen greifbar."Aber je mehr man sich an den Gedanken gewöhnt hat, dass Anerkennung von anderen das Ziel ist, desto schwieriger wird es, zu akzeptieren, dass die eigenen Fähigkeiten auch einfach mal gut und genug sind." – S. 107Margarete Stokowski lässt die Hosen runter. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie gibt einen erstaunlich tiefen Einblick in ihr Leben und ihren Weg, den sie zurücklegen musste, um die Frau zu werden, die sie jetzt ist. Eine Frau, die sich für die Gleichbehandlung aller Menschen einsetzt, alte Rollenbilder aufbricht und deutlich macht, dass die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern zwar bei jedem einzelnen anfängt (und nein, dabei stellt sie keine Männer an den Pranger oder tut gar so, als wären alle Frauen selber daran Schuld), aber dennoch in einen viel größeren Zusammenhang eingebettet ist.Ich mochte die Leichtigkeit, mit der Stokowski schreibt, und ihre Vielseitigkeit im Tonfall. Mal hat sie beruhend auf Fakten neutral analysiert, mal hat sie regelrecht gepöbelt und ihren Gedanken freien Lauf gelassen bis sie wieder mit viel Humor über ihre Erfahrungen oder die ihrer Freundinnen plauderte. Dabei verweist Stokowski in ihren Essays auf viele Werke feministischer Autor*innen und führt am Ende sogar eine Liste an Büchern an, die sie ihren Leser*innen ans Herz legen möchte. Darunter ist neben "Das andere Geschlecht" von Simone de Beauvoire, das schon eine ganze Weile in meinem Regal steht und von mir gelesen werden will, auch Aldous Huxleys "Schöne neue Welt"."Ich glaube, Wut ist eines der wichtigsten Gefühle, die man Mädchen heute beibringen muss zu behalten. Gefühle muss man Leuten nicht beibringen, deswegen schreibe ich nicht: „…die man Mädchen heute beibringen muss“. Man muss ihnen nur helfen, die Wut nicht zu verlernen." – S. 41Während ich diesen Beitrag schreibe, geht mir ein Zitat nicht aus dem Kopf, das zwar nicht von Stokowksi stammt, sondern von Laurie Penny, ich euch aber dennoch nicht vorenthalten möchte. Sie schreibt: „Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.“ Überlegt euch, was dann mit diesen ganzen Frauenzeitschriften passieren würde, die uns gleichzeitig einreden, dass eine Frau natürlich sein soll und sich drei Seiten später über irgendeinen Star kokettieren, der es (welch ein Wahnsinn!) gewagt hat, keinen BH anzuziehen. Oder den Werbungen für bestimmt widerlich schmeckende Diätdrinks, in denen eine Frau halbnackt am Strand entlang joggt, um von Männern angegafft zu werden. Welche Aufgabe sollte eine Frau denn sonst erfüllen?"Und je mehr man darauf hinarbeitet, anderen gefallen zu wollen, desto eher verliert man ein Gefühl dafür, sich selbst einzuschätzen – und im schlimmsten Fall verliert man auch ein Gefühl für die eigenen Grenzen: Wie weit will ich gehen für das Gefühl, das andere mir geben?" – S. 107Ich schweife ab, aber ich denke ein Punkt wird deutlich: Der Feminismus geht jeden von uns etwas an und ich bin Margarete Stokowski unheimlich dankbar für ihre großartigen Essays, in denen sie so viele Informationen sammelt und unterhaltend an ihre Leser*innen weitergibt, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben. Ich möchte das Buch jedem von euch und ganz besonders denen, die sich noch nicht viel mit diesem Thema beschäftigt haben, ans Herz legen. Lest es! Es ist unterhaltend, sehr gut geschrieben und ein wunderbarer gesellschaftskritischer Einstieg in die Grundgedanken des Feminismus.Margarete Stokowskis Essaysammlung Untenrum frei ist ein Rundumschlag gegen alle gesellschaftlichen Konventionen und veralteten Rollenbilder, die die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern künstlich hervorrufen. Mit viel Humor, einem umfangreichen Wissen und scharfer Beobachtungsgabe ermöglicht Stokowski ihren Leser*innen einen leichten und unterhaltenden Einstieg in den Feminismus. Ach ja, und „Warum eigentlich ‚untenrum‘? Unten sind die Füße, Mann! Das weiß ich – eigentlich“ – S. 18.Mehr Rezensionen von mir findet ihr auf wortkulisse.net.

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  • Untenrum frei | Rezension

    Untenrum frei
    vivreavecdeslivres

    vivreavecdeslivres

    16. April 2017 um 15:43

    Margarete Stokowski Buch hat mich definitiv belehrt und mir ganz neue Einsichten in mein heutiges Denken gegeben. Seit ich ihr Buch gelesen habe, achte ich mich viel mehr auf Alltagssexismus und mein Bewusstsein hat sich allgemein einfach verschärft. Dinge, die klein erscheinen, es aber nicht sind. Zum Beispiel Pärchen Pullover von bekannten Youtubern Deutschlands auf denen steht: HIS Queen und THE King. Wieso gibt es solche sexistische Mode? Weshalb werden die Frauen immer als Besitzeigentum der Männer dargestellt? Ich stelle mir solche Fragen, genau auch wie Margarete Stokowski in ihrem Buch. Sie geht solchen Fragestellungen bis ins Detail nach und bespricht sie ganz genau. Ich finde es grossartig, wie sie es schafft zugleich kritisch, humorvoll und ernst zu bleiben. Eine Kombination, die einem das Buch leicht lesen lässt und es trotzdem nicht lächerlich wirken lässt. Schon im Vorwort konnte mich Stokowski mit ihrer lockeren Art, die Dinge zu beschreiben, überzeugen. Folgendes Zitat ist mir geblieben:"Man wird aus diesem Buch auch nicht erfahren, ob ich mich beim Sex lieber im Bett oder auf dem Küchentisch befinde, aber man wird erfahren, dass ich weder das eine noch das andere für emanzipiert oder langweilig halte, sondern denke, dass die Qualität des Liebemachens auch davon abhängt, wer den Küchentisch am nächsten Morgen decken wird und wer die Bettwäsche wechselt."Das Buch ist eine Sammlung von literarischen Essays aus verschieden Zeiten ihres Lebens. Am Anfang des Buches erzählt Margarete Stokowski von ihrer Kindheit, von kleinen Erlebnissen, die ihr geblieben sind und an die sie sich jetzt zurückerinnern möchte. Wie bereits erwähnt ist Alltagssexismus eines der grössten Themen, die mich auch immer wieder aufs Neue schockierten. Was die Bravo und anderer Zeitschriften für junge Mädchen bedeuten kann und was für schlechter Kontent sich darin befindet, war mir zwar bewusst, aber dass darin in diesem Masse Scheisse veröffentlicht wird, habe ich erst jetzt so richtig erkannt. Shame on me."Wir wissen aus dem Global Gender Gap Report 2015, dass es - wenn alles so weitergeht - bis ungefähr 2133 dauern wird, bis Männer und Frauen in der Arbeitswelt gleichgestellt sind."Ich bin fünfzehn Jahre alt und habe das Gefühl, dass ich im Gegensatz zu anderen Mädchen in meinem Alter relativ viel über Sexismus und Feminismus weiss. In einem Grossteil des Buches schreibt die deutsche Autorin mit polnischen Wurzeln nämlich von ihrer Zeit als Fünfzehnjährige. Sie erzählt uns, was sie da vom Leben, von Sex und allem möglichen gedacht hat. Ich denke in vielen Punkten nicht gleich, ich habe mich wohl bereits mehr mit diesen Themen befasst als sie in meinem Alter und trotzdem lassen mich viele Punkte denken: Was? Ist das nicht so? Ich habe immer gedacht, dass das so ist...  Lauter Aha- Momente. Von daher kann ich auch ganz klar sagen, dass mich das Buch aufgeklärt hat, dass ich viel Neues gelernt habe und das obwohl ich wohl in dem Sinne nicht die Zielgruppe bin. Wahrscheinlich spricht Stokowski Frauen in ihrem Alter an und nicht unbedingt Jugendliche. Selbst wenn ich eben nicht unbedingt zu dieser Gruppe Menschen zugehöre, hat mir das Buch die Augen geöffnet, wenn nicht schon aufgerissen und mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt: Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Frau regelrecht zum Sexobjekt gemacht wird, zur derjenigen, die lockt wobei der Mann immer noch derjenige ist, der erhält - der Eroberer der Frau, ihr Besitzer. "Es stimmt aber nicht. Wir sind nicht umgeben von Sex, sondern von einem diffusen Versprechen von Sex - gerade so diffus, das es sich meist auflösen lässt in einen Zusammenhanf von einerseits nackter Haut, vollen Lippen und langen Haaren und andererseits zu kaufenden Produkten oder zu konsumierenden Medien."Ich habe mit dieser Lektüre so viel Neues erfahren, dass ich hier allen Dingen gar nicht gerecht werden kann, dafür müsste man das Buch schon selber lesen, was ich euch allen herzliche empfehlen mag. Wieso gibt es Ausdrücke wie Karrierefrau und kein entsprechendes Pendant für den Mann? Wieso nennen wir Kleinkinder des männlichen Geschlechts häufig der kleine Mann und sagen das nicht auch zu unseren kleinen Mädchen? Rollenbilder. Überall nur Rollenbilder. Es fängt schon vorgeburtlich an: An einer Stelle schreibt Stokowski, dass schon Väter Fussballspiele mit ihrem Sohn im Kopf durchgehen, sobald sie erfahren, dass sie einen Jungen zur Welt bringen. Ich möchte Frauen da nicht rausnehmen, ganz klischeehaft erhoffen sich wohl auch viele eine Shoppingtour mit ihrem Mädchen. Aber selbst hier zeigt sich ja: Mädchen und Frauen werden häufig auf ihr Aussehen reduziert, und reduzieren sich auch selbst darauf. Rollenbilder begegnen uns täglich und oft fällt es uns nicht einmal mehr auf, oder es fällt uns auf und wir finden es geradezu grausam, dass es solche Szenen überhaupt noch gibt. Ein Beispiel: Wieso werden Mädchen im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren an einem Tanzwettbewerb entweder Wäsche aufhenkend oder Po wackelnd auf der Bühne gesehen?"Frauen unterschätzen sich und werden unterschätzt, immer noch. Sogar Stürme mit Frauennamen werden unterschätzt: Hurrikane mit Frauennamen töten mehr Menschen als solche mit Männernamen, weil Leute sich vor ihnen seltener in Sicherheit bringen."So schonungslos wie sie schreibt lässt sie einem mit einfachen Fakten die Kinnlade herunterklappen. Sie hat mich hinterfragen gelernt und mir mein Bewusstsein massiv verschärft. Margarete Stokowski schreibt von Freiheit und möchte uns eigentlich vor allem eine entscheidende Mitteilung auf den Weg geben: Tut alles, was ihr tut freiwillig und seid euch bewusst, was ihr denn dabei macht. Sie betont mehrmals, dass es sehr wohl auch Menschen - Frauen sowie Männer gibt, die gerne ihre traditionellen Rollenbilder denken und diese auch ausleben möchten. So lange sie das wollen, ist das auch völlig in Ordnung. Trotzdem soll man nicht alles zur Kenntnis nehmen, man soll nachhaken, hinterfragen, offen sein, ja man soll anders sein. Dabei zitiert sie vor dem sechsten Kapitel ihres Buches auch Wonder Woman, die sagt, dass jetzt, also immer, ein guter Zeitpunkt ist, geschlossene Türen zu öffnen und zu hinterfragen. Stokowski macht mir nämlich auch klar, dass ich zu schlecht aufgeklärt bin, dass wir alle zu wenig wissen und uns deshalb bilden und informieren müssen. Ich empfehle dieses Buch aus tiefstem Herzen, weil ich finde, dass es extrem wichtige Bilder und  Werte vermittelt, die verbreitet werden sollten. Ich könnte noch Stunden lang auf jeden von Stokowski erwähnten Aspekt eingehen, das Buch regt nämlich extrem zum Nachdenken an, aber das würde einfach viel zu lange dauern. Ich habe schon jetzt das Bedürfnis dieses Buch erneut zu lesen, ich habe schon wieder so viel vergessen und möchte noch so viel weiter lernen.http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/04/untenrum-frei-feministische.html

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