Margaux Fragoso Tiger, Tiger

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Inhaltsangabe zu „Tiger, Tiger“ von Margaux Fragoso

An einem Sommertag in einem öffentlichen Freibad trifft Margaux Fragoso auf Peter Curran, der mit seinen Stiefsöhnen dort ist, und fragt, ob er mit ihr spielen will. Sie ist sieben, er 51. Als sie einige Zeit später mit ihrer Mutter in sein ungewöhnliches Haus eingeladen wird, findet das Mädchen dort ein zauberhaftes Kinderparadies vor, voller seltsamer Haustiere, Bücher, Musik und magischer Spielzeuge. Margaux‘ Mutter ist liebevoll, aber vom Alltag überfordert und psychisch krank. Immer mehr überlässt sie Peter in fataler Verkennung dessen, was vor ihren Augen geschieht, ihre Tochter. Bald will Margaux ihre gesamte Zeit bei Peter verbringen, der eine ganze Welt für sie erschafft - ganz so wie Lewis Carroll es für Alice getan hat. Ihre Beziehung entwickelt sich schnell vom Unschuldigen zum Illegalen. Mit der Zeit erschleicht sich Peter die Rolle von Margaux‘ Spielkameraden, wird zu ihrem Vater, dann zum Liebhaber und Eroberer. Charmant und abstoßend, warmherzig und gewalttätig, liebevoll und manipulativ dringt Peter in jeden Bereich von Margaux‘ Leben ein und verwandelt sie von einem vor Phantasie und Gefühl sprühenden Mädchen in eine jung-alte Frau am Rande des Suizids. Die Umwelt wird auf das ungleiche Paar aufmerksam, doch alle Erkundungen von außerhalb verlaufen im Sand. Als sie 22 ist, ist es Peter, der sich, gequält von der Angst, sie zu verlieren, mit 66 Jahren das Leben nimmt.

Über Pädophilie und die „große Liebe“.

— killmonotony
killmonotony

Ein wichtiger, erschreckender und abstoßender Roman. Ich hatte jedoch nicht die Kraft, ihn zu Ende zu lesen.

— wortkulisse
wortkulisse

Schockierend ehrlich und berührend auf ganz andere Art!

— sweetpiglet
sweetpiglet

Erschütternd und ehrlich, nah und doch distanziert wird hier von Dingen berichtet, die wohl weit öfter geschehen, als man zu fürchten wagt.

— mecedora
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  • Rezension: Tiger, Tiger

    Tiger, Tiger
    killmonotony

    killmonotony

    06. May 2017 um 14:35

    Dieses Buch erzählt die Geschichte von Margaux Fragoso, die mit sieben Jahren auf den 51-jährigen Peter trifft. Was anfangs noch als unschuldiges Rumplanschen im örtlichen Schwimmbad beginnt, führt bald zu Küssen zur „Stärkung“ Peters, wenn der im Vergleich zu Margaux doch sehr alte Mann wieder mit seinen Rückenschmerzen etc. zu kämpfen hat und endet darin, dass die 20-jährige Margaux ungeschützten Sex mit ihm hat, um schwanger zu werden, da sie nur noch weg von zuhause will. Fragoso erzählt hier mit sehr nüchterner Stimme die bedrückende Geschichte ihres Lebens, zwischen einer Mutter mit einer unklaren Diagnose, die aber mental nicht gesund ist, einem cholerischen Vater und dem charakterlich jung gebliebenen Peter, dessen Haus ihr wie ein Schlaraffenland vorkommt. Zunächst sind sie „nur“ beste Freunde, doch hinter dem Rücken ihrer kranken und daher nicht immer aufmerksamen Mutter, die sie zu den Treffen begleitet, beginnt Peter, immer weiter zu gehen mit der damals Siebenjährigen. In erschreckend wahren Monologen versucht er ihr zu erklären, dass Kinder viel zu verklemmt erzogen werden, dass ihre Geschlechtsorgane beispielsweise immer als „schmutzig“ verurteilt werden und man durch diese Erziehung nicht im Einklang mit seinem Körper aufwachsen könne, da man von klein auf ein gestörtes Bild von sich selbst hat und man seinen Körper in seiner Natürlichkeit nicht akzeptieren könne. Und damit hat er vielleicht sogar Recht. Aber da hört es auch schon auf. Peter nutzt diese Ansprache und noch viele weitere, um die kleine Margaux zu manipulieren; was er damit bezwecken will, ist natürlich dem Leser von vornherein klar. Immer wieder bekommt er das kleine Mädchen dazu, sich auszuziehen und sexuell immer weiter zu gehen mit ihm. Und sie hinterfragt es nicht einmal, da sie ihm mittlerweile vollkommen hörig ist und natürlich seine Ansichten vertritt oder zumindest vertreten möchte. Deshalb gibt es von der kleinen Margaux auch keine Widerworte, als Peter gerne möchte, dass sie seinen Penis in den Mund nimmt. Hier möchte ich lieber aufhören, die Beziehung detaillierter zu beschreiben. Fragoso beschreibt hier ihre eigene Kindheit, jedoch ist ihr Schreibstil so distanziert, dass man den Ekel der Situation und die Unangebrachtheit dieser „Liebe“ zwar nachvollziehen kann, aber man spürt es nicht. Der Stil der Autorin ist bei ihrem Memoir meiner Meinung nach unpassend, da man gerade hier doch meinen sollte, dass der Leser mitfühlen soll; mitfühlen, wie widernatürlich die Situation ist; mitfühlen, wie Margaux Peter trotzdem als ihren Schutzengel sieht; und vor allem mitfühlen, wenn ihre Eltern komplett versagen. Doch das schafft Fragoso hier leider nicht. Margaux‘ Eltern sind auch ein schwieriger Fall: Ihr Vater ist Choleriker und Putzteufel, ihre Mutter leidet entweder am Borderline-Syndrom, hat Depressionen oder ist schizophren, da sind sich die Ärzte nicht sicher. Margaux wird mit einer seltsamen Erziehung großgezogen und durch die jahrelange Beziehung mit Peter kann sie später, als sie auf Highschool und College geht, gar nicht mit dem richtigen Leben umgehen, da sie fast ihre gesamte Kindheit in dieser Blase verbracht hat. Sie hatte keinen gleichaltrigen Freund, und selbst mit 20, als sie ein Date mit ihrem möglicherweise baldigen Freund, mischt Peter (mit dem sie zu diesem Zeitpunkt nur noch eine platonische Beziehung führt) sich ein und möchte sowohl vorgestellt werden als auch am Abend teilnehmen, was ich – von der gesamten Beziehung der beiden natürlich einmal abgesehen – ziemlich verstörend finde. Margaux findet die Situation auch ein wenig unangenehm, denkt sich aber nichts weiter dabei bzw. unternimmt auch nichts, um endlich die Bande zwischen ihr und Peter zu trennen. Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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  • Tiger, Tiger - Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    wortkulisse

    wortkulisse

    19. April 2017 um 17:35

    Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt einen Beitrag zu dem Buch „Tiger, Tiger“ von Margaux Fragoso schreiben soll. Denn erstens weiß ich, dass es mir nicht leicht fallen wird und zweitens habe ich das Buch nicht zu Ende gelesen.* „Tiger, Tiger“ ist ein gutes Buch, es ist wichtig und erschreckend und abstoßend und verlangt beim Leser starke Nerven. Nerven, die ich nicht hatte.Margaux Fragoso ist sieben als sie Peter kennenlernt. Sie freunden sich schnell an und Margaux und ihre Mutter verbringen gemeinsam viel Zeit bei Peter, der in einer Art Villa Kunterbunt voller Tiere, Spielzeuge und Disneyfilme lebt. Als Margaux und Peter sich das erste Mal küssen, ist das Mädchen noch immer sieben. Peter ist einundfünfzig. Sie ist acht, als sie ihm zum ersten Mal die Hose auszieht. Und zwölf als sie regelmäßig miteinander schlafen. Unbemerkt von den Eltern und allen Bekannten schleicht sich Peter, ein pädophiler Mann, in das Herz des kleinen Mädchens, manipuliert sie und überwindet ungesehen ihre Grenzen.Margaux Fragoso ist dreißig als sie ihre eigene Geschichte in ihrem Roman „Tiger, Tiger“ festhält. In drei Teilen zeichnet sie die ungewöhnliche Beziehung zwischen Peter und ihr nach, die sich über mehr als ein Jahrzehnt erstreckte. Bereits im Vorwort wird deutlich, dass die Beziehung zu Peter für sie mehr ist, als ein einseitiges Ausnutzen. Margaux fand in ihm die Liebe und Zuneigung, die ihr Zuhause mit ihrer psychisch erkrankten Mutter und ihrem zu Wutanfällen neigenden Vater fehlte. Gemeinsam mit Peter zog sie sich aus ihrem eigenen Leben zurück, erfand eine Traumwelt, in der sie ein starker Tiger mit Flügeln war und in deren Zukunft sie einmal die Frau von Peter sein sollte. Und diese Bindung verschwindet auch dann nicht, als sich Peter im Alter von sechsundsechzig Jahren umbringt.Ich spreche mit meinem Freund häufig über die Bücher, die ich lese. Erkläre ihm, was ich mag und was nicht. Als ich ihm von dieser Geschichte erzählte, habe ich einen Ekel empfunden, wie in meinem ganzen Leben noch nicht. Ich habe geweint, weil ich nicht verstehen konnte, wie ein Mensch so etwas tun kann. Weil ich es nicht ertragen habe, zu lesen, wie ein achtjähriges Mädchen, den Penis eines Mannes, der ihr Großvater sein könnte, in den Mund nimmt, um ihn nicht zu verlieren. Ich weiß, dass Pädophilie eine Krankheit ist und ich weiß, dass Menschen, die solche Neigungen haben, öffentlich darüber sprechen können müssen, damit sie behandelt werden können. Dass sie eben keine herzlosen Monster sind, wie sie in der Gesellschaft gern stilisiert werden. Ich weiß es, aber kann es nicht verstehen. Ich finde es unverzeihlich, einen Menschen zu manipulieren und ich finde es unverzeihlich, ein Kind zu berühren. Dieses Gefühl ist stärker als mein Wissen über die Krankheit.Es war aber nicht nur der Inhalt des Buches, der mich so sehr schockiert hat. Es war auch die Art, wie Fragoso geschrieben hat. In den Teilen, die ich gelesen habe, hat sie sehr nüchtern geschrieben, ohne Emotionen. Sie schildert detailreich, wie Peter es geschafft hat, sie an sich zu binden, eine Abhängigkeit aufzubauen und scheut sich nicht davor auch die sexuellen Situationen bis ins Detail zu beschreiben. Ich denke, dass das einerseits wichtig ist, um als Leser*in das Ausmaß dieser Beziehung kennenzulernen, andererseits waren es aber nicht zuletzt diese Szenen, die es mir unmöglich gemacht haben, das Buch weiterzulesen. Schockierend finde ich zudem, wie unreflektiert die Autorin schreibt. Sie berichtet bis ins Detail aus ihrer Kindheit und dass sie ihn nicht verurteilt, kann ich nachvollziehen, das finde ich gut. Dass sie aber das Verhalten von Peter nicht kritisch hinterfragt, finde ich schlicht falsch. Zwar erwähnt sie im Nachwort, dass sie mit ihrem Roman Pädophilie nicht romantisieren möchte, aber davon habe ich während des Lesens nur wenig gespürt.„Tiger, Tiger“ von Margaux Fragoso ist ein wichtiger, erschreckender und abstoßender Roman, der Abgeklärtheit und starke Nerven verlangt. Genau das hat mir gefehlt, sodass ich es emotional nicht geschafft habe, das Buch vollständig zu lesen. Vielleicht hätte es dem Buch besser getan, wenn Fragoso ihre Kindheit nicht in Form eines Romans, sondern einer Biographie festgehalten hätte, um reflektierter mit ihrer Vergangenheit umzugehen. Dennoch hat sie all meinen Respekt, denn ebenso wie das Lesen dieses Buches für mich, muss auch das Schreiben des Buches für die Autorin selbst alles andere als leicht gewesen sein.*Ich habe das Buch ungefähr bis Seite 230 gelesen, danach nur noch Auszugsweise, den dritten Teil des Buches (423-Ende) habe ich komplett gelesen, ebenso wie das Nachwort.Weitere Rezensionen von mir könnt ihr auf wortkulisse.net lesen.

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  • Tiger, Tiger

    Tiger, Tiger
    sweetpiglet

    sweetpiglet

    21. February 2017 um 19:17

    "Tiger, Tiger" ist ein Buch, für das man ein gutes Nervenkostüm braucht, denn es handelt sich dabei um einen autobiografischen Roman, und Margaux Fragosos Leben ist nicht voll von Blumen und schönen Erinnerungen. Bereits im Vorwort erfahren wir, wohin sich die Geschichte entwickeln wird, dennoch beobachtet man als Leser schockiert und entsetzt die Lebenstationen von Margaux und vor allem ihr wirklich krankhaftes Verhältnis zu Peter.  Am Anfang werden wir in die Lebensverhältnisse von Margaux eingeführt. Sie wohnt als Einzelkind zusammen mit ihrer depressiven Mutter und ihrem arbeitswütigem Vater zusammen. Schon allein dieses Familienbild hat auf mich keinen guten Eindruck gemacht, Margaux wird dort schon als Kind viel zu viel Druck ausgesetzt, sie ist ein Tauseil zwischen ihren beiden Elternteilen und leidet darunter. Da sie aber nun mal ein Kind ist, kann sie damit nicht wirklich umgehen, und genau an dieser Stelle, als man das Gefühl hat, sie ist verlassen und allein, tritt Peter in ihr Leben.  Und Peter ist der wohl fragwürdigste Charakter, denn ich seit langem in einem Buch erlebt habe, denn Peter ist Mitte fünfzig und hat pädophile Neigungen. Zwar wissen wir davon bereits durch das Vorwort, dennoch hatte ich beim Lesen oft schreckliche Bilder im Kopf, bei denen man auch einfach mal das Buch weg legen muss. Wie schon erwähnt ist dieses Buch, vor allem durch die Beziehung von Peter und Margaux wirklich nichts für schwache Nerven, man muss einfach mit allem rechnen. Unabhängig davon, wie schlimm die Geschehnisse sind, hat Margaux Fragoso mit ihrem Buch "Tiger, Tiger" eine Autobiografie niedergeschrieben, die skandalös ist, aber auch die Augen öffnet. Sie hat so viel schreckliches erlebt und durchgemacht, und dennoch sind ihre Gefühle nicht immer logisch oder rational. Sie schafft es, sowohl ihre Gefühle zu beschrieben , die Taten nochmal zu durchleben, und dennoch auf eine verquere Art Sympathie für den Mann zu schaffen, der sie als Kind vergewaltigt hat. In dem sie diesen Schritt geht, und offen über ihre Gefühle, ihre Liebe und Verbindung redet, wird klar, dass eine solche pädophile Neigung vielschichtiger ist als man es sich als Außenstehender vorstellen kann. Ich möchte an diesem Punkt dennoch darauf hinweisen, dass dieses Buch keine Befürwortung solcher Neigungen darstellt, in ihrem Nachwort distanziert sich die Autorin auch klar davon, und macht deutlich, dass das Rechtssystem viel eher reagieren und arbeiten muss, um die jungen Leben zu schützen, und den Kindern ein sicheres Umfeld zu geben. Fazit: Margauxs Worte sind ergreifend, erschüttern und schockierende, aber auch ehrlich und aufrichtig. Obwohl mich viele Szenen und Ereignisse im Buch regelrecht angeekelt und entsetzt haben, ist es eine Autobiografie die wichtig ist, um zu verstehen. Auf ihre Art und Weise ist Margaux eine moderne Lolita, die nun auch endlich zu Wort kommen darf, um aufzuzeigen, wie Schmal der Grad zwischen Liebe und Hass wirklich ist. Eine Autobiografie, die lange im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt.

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  • Tiger Tiger

    Tiger, Tiger
    dream_

    dream_

    01. February 2016 um 10:09

    Margoux ist sieben Jahre alt, als sie dem 51-jährigen Peter im Freibad die verhängnisvolle Frage stellt: "Darf ich mit Dir spielen?". Damit öffnet sich eine Tür in eine geheimnisvolle, spannende, aber auch zerstörende Welt. Margoux lebt in schwierigen Verhältnissen. Die Mutter ist psychisch krank und labil, kommt einem beim Lesen oft selbst fast noch wie ein Kind vor, dass Eltern bräuchte, der Vater ist überfordert und flüchtet sich in Arbeit, Seitensprünge, Bars, ... und lässt seinen Unmut all zu oft an Frau und Kind aus. Peter stellt für Margoux schnell die ideale Vaterfigur dar. Er interessiert sich für sie und ihre Mutter, ist liebevoll und fürsorglich. Sein Zuhause ist voller Tiere, Spielzeug und Abenteuer. Verbote gibt es bei ihm kaum und Margoux fühlt sich frei und glücklich. Hier darf sie Kind sein, hier darf sie lachen und spielen, hier wird sie ernst genommen. Und dann werden Grenzen überschritten. Die Mutter schaut weg, oder ist . Die Umwelt merkt es sehr wohl und reagiert auch entsprechend. Margoux bekommt von den Vorwürfen erst viel später etwas mit. Ihr Kontakt zu Peter wird vorübergehend unterbrochen, doch sie ist schon so abhängig von ihm geworden, dass sie krank wird. Letztendlich darf sie wieder Kontakt zu Peter haben, doch damit geht der Schrecken weiter. Je älter Margoux wird, desto mehr versucht sie ihre Freundschaft zu Peter von ihrem restlichen Leben zu trennen und teilweise geheim zu halten. Das etwas nicht stimmt, ist ihr längst klar. Das etwas falsch läuft auch. Dennoch nimmt sie Rücksicht auf ihn und verzichtet dafür auf vieles. Bereits als Kind erfindet sie Fantasiefiguren in deren Körper sie schlüpft, wenn Peter sich an ihr vergeht, oder wenn Dinge geschehen, die sie nicht möchte. Die reale Margoux verschwindet hinter diesen Figuren. Ein Überlebensmechanismus? Pädophilie und Stockholm Syndrom werden in diesem Roman - der leider die Lebensgeschichte der Autorin widerspiegelt - auf eine ganz eigene Art thematisiert. Hier werden sowohl Täter als auch Opfer als Menschen dargestellt, als Menschen mit Gefühlen, mit guten  Gedanken, mit positiven Eigenschaften. Hier wird klar, wie Pädophilie jahrelang geschehen kann, ohne aufzufliegen. Ein schwieriges Thema hervorragend in Romanform umgesetzt.

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  • Ein schönes Buch!

    Tiger, Tiger
    Hechtsprung

    Hechtsprung

    07. October 2014 um 19:22

    Tiger, Tiger - MARGAUX FRAGOSO Es ist die autobiographisch erzählte Geschichte einer langen Mißbrauchsbeziehung. Die Geschichte beginnt an einem Sommertag in einem öffentlichen Freibad mit der Bekanntschaft zu den 51jährigen Peter Curran und Margaux' Frage: "Kann ich mit dir spielen?". Sie spielt mit ihm, wird bald mit ihrer Mutter, die ahnungslos scheint, in dessen Haus eingeladen und findet dort ein wahres Kinderparadies vor. Unmengen von Spielzeug, Tiere und andere schöne Dinge bewirken, dass Margaux von neuem Zeit mit diesem Mann verbringen möchte. Als die Beziehung beginnt, zwischen beiden illegal zu werden und Margaux mit Peters pädophilen Gedanken konfrontiert wird, ist sie erst sieben Jahre alt. Die Freundschaft zu Peter Curran, die für Margaux zunächst mehr verspricht und ihr jene Dimensionen einer fantasiebesetzten, wunderbaren Erlebniswelt bietet, mündet letztlich in jene verstörte Realität, die ihr Kindheitsglück zum Einsturz bringt. Margaux wird mit Begebenheiten konfrontiert, die in einer unbeschwerten, glücklichen Kindheit nichts zu verlieren haben. "Ich begann, dieses Buch im Sommer nach dem Tod von Peter Curran zu schreiben, den ich mit sieben Jahren kennenlernte und mit dem ich fünfzehn Jahre eine Beziehung hatte, bis er im Alter von sechsundsechzig Selbstmord beging." Das sind die ersten Zeilen aus dem Prolog von Margaux Fragoso. Aufwühlend und gleichzeitig mit einem unvorstellbaren Mut verfasst, so dass ich erste Eindrücke von den sehr persönlichen Erlebnissen Margaux' gewann, die sich seit ihrer frühen Kindheit in Peters Haus abspielten. Sie hat mir einen sehr persönlichen Einblick in ihr Denken und den Umgang mit dem sexuellen Missbrauch gegeben, dass mich einerseits sehr verblüfft hat, da Margaux Fragoso in der Perspektive des Mädchens ihre eigene Geschichte erzählt: Sie weist mit ihrer kindlich, verspielten Art die verletzlichen Grenzen zwischen Kindsein und deren Velust im Verlauf der sexuellen Übergriffe auf. Dem Leser wird eindrücklich bewusst, dass Margaux ihre kindliche Phanatasie gezwungenermaßen abzulegen hat, um letztlich aus ihren Kindheitsträumen zu erwachen. Die Geschichte ist deshalb so beeindruckend und bewegend, weil der Täter hier als ein Mensch geschildert wird. Denn Peter wirkt selbst hoch verletzlich. Indem dies auf jene Weise verschriftlicht wird, macht Margaux ein Verbrechen um ein Unvorstellbares mehr bedrohlich. Die erste Begegnung mit Peter, an einem Sommertag im Freibad (Margaux ist sieben Jahre alt), lies mir zunächst nicht annährend einen Hinweis auf Peters pädophile Absichten zu und darauf, wie sich die Beziehung zwischen beiden entwickelt. Schon die Bekanntschaft mit Peter und seinen zwei Söhnen, die ersten gewechselten Worte euphorisieren Margaux: "Einer der Jungen war sehr hübsch. Er war der kleinere von beiden, ungefähr neun oder zehn Jahre alt, dünn, lange braune Locken. Er sah nicht einfach nur süß aus, er strahlte Glück aus. Sein Gesicht und seine Haut leuchteten irgendwie, seine Beine, Arme und Hände besaßen eine zartgliedrige Beweglichkeit, in seinen Augen und seinem Gesichtsausdruck lag eine für einen Jungen seltene Sensiblität. ... Ihr Vater hatte silbrig-sandfarbenes Haar mit einem Pony wie die Beatles. Er hatte volle Lippen, eine lange, spitze Nase, die bei einem anderen abstoßend ausgesehen hätte, bei ihm jedoch nicht, ... . Als er in meine Richtung blickte, sah ich, dass seine Augen aquamarinblau strahlten. Er lächelte mich an, ...".

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  • Rezension zu "Tiger, Tiger" von Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    Mona_Vo

    Mona_Vo

    28. September 2012 um 13:18

    Wirklich schön geschrieben. Die Thematik ist natürlich schwierig, aber das Buch ist sehr leserfreundlich verfasst und lässt zu, dass man sich in die Situation hineinversetzt. Ich bewerte das Buch "nur" mit 4 Sternen weil ich finde, dass das Buch an einigen Stellen zu detaillreich ist, auch wenn das zu diesem Genre dazugehört.

  • Rezension zu "Tiger, Tiger" von Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    sabatayn76

    sabatayn76

    10. June 2012 um 12:49

    '[...] mich selbst spürte ich nicht mehr.' Inhalt: Im Alter von 7 Jahren lernt Margaux Fragoso den 51-jährigen Peter Curran kennen. Sie kommt aus einem schwierigen Elternhaus, lebt ein trostloses Leben: die Mutter schwer psychisch krank, der Vater gewalttätig, die Wohnung schäbig, keine Freunde, keine Geschwister. Peter bietet ihr eine andere Welt, spielt mit ihr, stellt kaum Regeln auf, nimmt sie ernst, macht ihr Komplimente. Doch dann kommt es zu den ersten physischen Annäherungen und eine 15-jährige Beziehung aus Liebe, Hass, Missbrauch und Abhängigkeit entsteht. Mein Eindruck: 'Tiger, Tiger' ist sprachlich leicht zu lesen, doch emotional nur schwer auszuhalten. Margaux Fragoso erzählt bisweilen nüchtern, bisweilen zärtlich von Peter, der sie über 15 Jahre hinweg geprägt, begleitet und missbraucht hat. Ihre Schilderungen von der Beziehung zu Peter sind komplex, der Täter ist ein Mensch mit Schwächen, mit Fehlern, doch auch mit positiven Eigenschaften, der ihr - neben dem Missbrauch - Dinge bieten kann, die sie sonst im Leben vermisst. Diese Komplexität löst zugegebenermaßen Unbehagen aus, doch 'Tiger, Tiger' ist auch genau aus diesem Grunde beeindruckend, denn Margaux Fragoso beschreibt das wahre Leben: niemand ist nur böse oder nur gut. Der Autorin ist mit 'Tiger, Tiger' eine sehr glaubwürdige Beschreibung ihres Leidens, ihrer Abhängigkeit und ihrer Liebe zu Peter gelungen, die sich glücklicherweise deutlich von den häufig schwarz-weißen Schilderungen zum Thema Missbrauch/Pädophilie abhebt. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die detaillierten Schilderungen manchem Leser zu weit gehen und zu verstörend sind. Mein Resümee: Beeindruckend!

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  • Rezension zu "Tiger, Tiger" von Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    Queenelyza

    Queenelyza

    05. June 2012 um 17:16

    Nach der gängigen Definition sollte Liebe etwas Schönes sein, selbstlos, anspruchslos, ohne Bedingungen, ohne Einschränkungen, etwas Gutes und Reines. Nun, so sollte es sein. Es gibt jedoch auch Liebe, die egoistisch ist, skrupellos, manipulativ, zerstörend - grausam und reinem Selbstzweck dienend. Von einer solchen Liebe berichtet Margaux Fragoso in ihrem Buch "Tiger, Tiger", das um so schockierender ist, da sie ihre eigene Geschichte erzählt und dem Ganzen um so mehr ein Gesicht gibt. Margaux ist sieben Jahre alt, als sie in einem Freibad den 51-jährigen Peter trifft und ihn ganz unbedarft fragt, ob er Lust hätte, mit ihr zu spielen. Es geht etwas Faszinierendes von dem erwachsenen Mann aus, denn der Kontakt reisst nicht ab, Margaux wird mit ihrer Mutter bald zum regelmäßigen Gast in Peters Haus. Peter, der selbst zwei Söhne und ab und zu auch Pflegekinder aufzieht, lebt mit seiner Gefährtin Inès in einem ungewöhnlichen Haus, voller Tiere, Bücher, Musik - ein Paradies für die kleine Margaux, die solche Verrücktheiten von zuhause nicht kennt. Peter zieht das Mädchen so in seinen Bann, dass es kommt, wie kommen muss: er sagt, dass er sie liebt, und dass Menschen, die sich lieben, sich eben küssen. Und schon wechselt die Beziehung allmählich vom Unschuldigen ins Illegale. Beide aber wollen ihre kostbare Liebe schützen, und so gelingt es ihnen, immer wieder den Verdacht von sich abzulenken - nein, wir tun nichts Unrechtes, warum denn auch? Wir sind nur befreundet... Klar, dass es nach und nach nicht nur beim Küssen bleibt. Denn aus Liebe zu Peter lässt sich Margaux auf Dinge ein, die sie zunächst nicht will und auch nicht versteht. Doch Peter schafft es immer wieder, ihr klar zu machen, dass das alles aus Liebe geschieht - Liebe, die sie zuhause so schmerzlich vermisst, ist doch die Ehe ihrer Eltern kaputt und zerrüttet, die Mutter immer wieder an der Grenze zum Freitod, der Vater ein Säufer und Choleriker. Vor dem geforderten Leser entsteht ein Charakterbild eines Missbrauchs, wie es ergreifender und grausamer nicht sein könnte. Dadurch, dass Margaux immer wieder betont, dass alles aus Liebe geschehen ist, wird die Manipulation und die Skrupellosigkeit des Pädophilen deutlich, der einem aber gleichzeitig fast auch leid tut, denn auch er sucht verzweifelt nach Halt und Liebe. Aber nichtsdestotrotz sucht dieser Mensch seinen eigenen Vorteil, seine Befriedigung. Nur seine Liebe zählt, er bestimmt, er fordert, er nimmt. Je länger man liest, desto schockierter ist man - umso mehr, da die drastischen Schilderungen, die Sensationen, fehlen. Das Grauen nähert sich auf leisen Sohlen und setzt um so mehr das Kopfkino des Lesers in Bewegung. Schnell verliert sich der unschuldige Gedanke, der Leser schwankt zwischen Ungläubigkeit, Wut, Trauer, Hass, unfassbar, wie man so etwas unbeschadet überleben kann und darüber dann auch noch so reflektiert schreiben... Ein ungeheures, intensives, wichtiges Buch, das zeigt, das auch Pädophile Menschen sind. Dies soll ihre Taten allerdings in keinster Weise entschuldigen, eher dazu ermutigen, genauer hinzusehen im Alltag, zu erkennen, was passieren kann, wenn ein Kind auf der Suche nach Liebe ist. Und auf einen Erwachsenen trifft, dessen Radar auf genau eine solche Situation anspringt, und der triebgesteuert mit seinen Manipulationen beginnt. Wer sollte das besser beschreiben können als - eben Margaux Fragoso, ein Opfer?

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  • Rezension zu "Tiger, Tiger" von Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    Weltverbesserer

    Weltverbesserer

    27. November 2011 um 21:20

    Als Margaux Peter kennenlernt ist sie 7 Jahre alt und er 51. "Darf ich mit Dir spielen?", fragt sie ihn im Schwimmbad und ein paar Wochen später findet sie sich in seinem Haus wieder und eine außergewöhnliche Freundschaft beginnt. Die Geschichte eines Missbrauchs; und das was es so erdrückend macht ist, dass es Margaux Fragosos eigene Geschichte ist und kein Roman. ----- Niemand sieht, was der freundliche Peter mit Margaux macht und wie er es schafft, das kleine Mädchen für seine Zwecke zu instrumentalisieren. ----- Immer wieder hatte ich während des Lesens das Gefühl die kleine Margaux würde mir ihre Geschichte erzählen und nicht die erwachsene Frau, die sich ihres Misbbrauchs schon längst bewusst ist, denn der Ton in dem sie von Peter erzählt ist selten vorwurfsvoll, meist liebe- und verständnisvoll. Unbedingt lesen!

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  • Rezension zu "Tiger, Tiger" von Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    AennA

    AennA

    Margaux ist sieben, als sie Peter zum ersten Mal trifft. "Kann ich mit Dir spielen?" fragt sie ihn, nicht ahnend, dass diese Frage ihr ganzes Leben verändern soll. Denn Peter Curran ist 51 Jahre alt und hat eine Vorliebe für kleine Mädchen. Und er hat leichtes Spiel, Margaux für sich einzunehmen, kommt sie doch aus schwierigen Familienverhältnissen mit einem Vater, den sie fürchtet und einer psychisch labilen Mutter. So wird Peters Haus mit den vielen Tieren für das kleine Mädchen zu einem Paradies auf Erden, und Peter, der alles mitmacht und vor Einfallsreichtum sprüht, der beste Spielkamerad. Die zunächst spielerischen, sexuellen Übergriffe bleiben unbemerkt... Margaux wird zu Peters Obsession. IDADULDFI bedeutet: "Ich Denke An Dich Und Liebe Dich Für Immer" und steht unter jedem Brief, den Margaux von Peter bekommt... 15 Jahre lang,...jeden Tag. Margaux Fragoso hat alles aufgeschrieben. Ihr ganzes Leben, das eigentlich noch so jung ist, aber in dem schon so viel passiert ist. So viel Unglaubliches, so viel Leid. "Tiger, Tiger" ist das schockierende Portrait eines Pädophilen, geschrieben mit der Feder seines Opfers. Und dieses Opfer beschreibt keinesfalls ein Monster, nein, es erzählt von einem netten und charmanten Mann, einer Vaterfigur, die zu ihr hält, sich um sie sorgt. Wir lesen die Gedanken und Worte eines kleinen Mädchens, das uns... eine Liebesgeschichte erzählt. Eine Liebesgeschichte...? Mein Innerstes wehrt sich gegen diesen Begriff. Kann das denn sein? Es kann. Wir werden Zeuge des sog. "Stockholm-Syndroms". Trotz sexuellem Missbrauchs, körperlicher Gewalt und psychischer Manipulation fühlt sich Margaux immer mehr zu Peter hingezogen, hält die "Beziehung" geheim. Ihre Schutzmechanismen sind für sie ein Spiel. Sie entwickelt eine emotionale Abhängigkeit von ihrem Peiniger und wird sogar krank, als sie von ihm getrennt wird. Selbst als Erwachsene hält sie den Kontakt aufrecht. Erst mit Peters Selbstmord endet der Leidensweg von Margaux, erst da ist es ihr möglich, sich aus seinen Klammern zu befreien. "Seit Peters Tod war mir, als erwachte ich aus tiefem Schlaf zum Geheul eines Hundes oder Wolfs draußen in der Wildnis. Als hätte ich etwas geträumt, das von Sekunde zu Sekunde blasser wird." Die Geschichte ist leicht zu lesende, aber sehr schwer verdauliche Kost. Fragoso bedient sich einer schönen Sprache, die voll im Gegensatz zum Inhalt ihres Buches steht. Sie erzählt unverblümt. Ohne Rücksicht (vor allen Dingen auf sich selbst) beschreibt sie ihr Erlebtes, selbst vor sexuellen Details macht sie keinen Halt, auch wenn ihr dies besonders schwer gefallen ist, wie sie in einem Interview erzählt. Mit "Tiger, Tiger" publiziert die Autorin ein Tabuthema, und zwar aus erster Hand. Sie zeigt den Täter als Menschen, was beim Leser ein gewisses Unbehagen hervorruft, aber auch viel Stoff zum Nachdenken gibt. Denn es wird sehr deutlich, mit welchen Methoden und wie viel Manipulation ein Pädophiler vorgeht. Womit letztendlich auch die Frage beantwortet wird, warum ein solcher Missbrauch überhaupt vor den Augen von Eltern, Nachbarn und Behörden möglich ist. Mich hat diese Autobiographie sehr berührt und aufgewühlt. Ich frage mich, wie viele Narben die heute 34-jährige Autorin trotzdem zurückbehalten hat...Kann man sich wirklich alles von der Seele schreiben? Ich hoffe sehr, dass es Margaux möglich ist, mit ihrer Vergangenheit zu leben ... ...und danke ihr für den Mut, dieses Buch zu schreiben!

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  • Rezension zu "Tiger, Tiger" von Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    27. May 2011 um 07:52

    Seit ich in den frühen neunziger Jahren begann, mich mit literarischen Zeugnissen über ein schon seit Jahrzehnten existierendes, aber damals erst in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerücktes Phänomen, dem sexuellen Missbrauch von Kindern durch Erwachsene, zu beschäftigen, habe ich kein solches Buch gelesen wie den hier in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienenen Roman der Amerikanerin Margaux Fragoso, der unter dem Titel „Tiger, Tiger“ in diesem Frühjahr in insgesamt 23 Ländern gleichzeitig veröffentlicht wird. Es ist die autobiographisch erzählte Geschichte einer langen Mißbrauchsbeziehung. Sie beginnt an einem Sommertag in einem öffentlichen Freibad, als die siebenjährige Margaux auf den 51- jährigen Peter Curran trifft. Sie spielt mit ihm, wird bald mit ihrer Mutter, die ahnungslos scheint, in dessen Haus eingeladen und findet dort ein wahres Kinderparadies vor. Unmengen von Spielzeug und andere schöne Dinge bewirken, dass Margaux immer mehr Zeit bei diesem Mann verbringen möchte. Der wittert seine Chance, und schafft der kleinen Margaux eine ganz eigene Welt. Doch schon bald wird diese ungleiche Beziehung illegal und der Missbrauch beginnt. In der Perspektive des Mädchens erzählt Margaux Fragoso ihre eigene Geschichte. Sie ist deshalb so beeindruckend und bewegend, weil der Täter hier als ein Mensch geschildert wird. Alice Sebold schreibt zu diesem Buch: „Indem sie dies tut, macht sie ein Verbrechen um ein Unvorstellbares mehr bedrohlich.“ „Tiger, Tiger“ ist die berührende und literarisch ausgesprochen gelungene Geschichte eines Opfers, das den einzigen Weg geht, der einem Opfer eines Missbrauchs wirklich hilft: sie erinnert sich , stellt sich dem Schmerz und der Scham, spricht die Wahrheit aus, die sie erlebt hat und leitet so einen Heilungsprozess ein, der ihr wieder ein normales Leben ermöglichen kann. Viele von sexuellem Missbrauch betroffene Menschen werden dieses ehrliche und stellenweise regelrecht poetische Buch lesen, sich in ihrer eigenen Erinnerung gestützt, in ihrem Schmerz getröstet und in ihrer Heilung gesegnet wissen.

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  • Rezension zu "Tiger, Tiger" von Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    Traeumeline

    Traeumeline

    16. May 2011 um 14:37

    Bei diesem Buch hat mich zunächst der Titel angefixt. "Tiger, Tiger" - dies ist der Titel meines Lieblingsgedicht von William Blake. Als ich den Klappentext las, war es, als ob ich in einen Bann gezogen wurde und nicht mehr rauskam. Ich musste dieses Buch kaufen. Die Thematik des Buches ist aber in keinster Weise magisch, viel eher schwer zu verdauen und nicht für jeden gedacht. Es geht um Margaux Fragoso. Sie ist 9 Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter im Schwimmbad Peter kennen lernt. Peter ist 51. Peter ist ein Pädophiler. Sie wächst mit ihm auf, denn ihre Mutter lässt es zu, dass sie sich fast täglich in diesem Haus voller Tiere und Spielmöglichkeiten aufhält. Auch ihre Mutter sucht Zuflucht und Verständnis bei Peter, da sie psychisch krank ist und vor ihrem gewalttätigen Ehemann zu flüchten versucht. Da sie so sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt ist, fällt es nicht so sehr auf, wie oft Peter mit Margaux verschwindet, um ihr was "zu zeigen". Er verkauft sein Handeln gut, sodass Margaux denkt, dass es nicht schlimmes ist, was sie tun. Sie liebt Peter. Da Margaux die Autorin ihrer eigenen wahren Lebensgeschichte ist, schockt es mich umso mehr zu erfahren, wie leicht es ist, die Gedanken der Kinder zu manipulieren und Kinder vollkommen diesen Manipulationen ausgesetzt sind, da sie eine bestimmte Richtung gelenkt werden, um zu denken "Das ist nicht schlimm, was wir hier tun." Peter ist wahrhaftig krank, er sucht die Liebe zu kleinen Mädchen und Jungen, weil er sie in seiner Alterklasse nicht findet. Das hat jedoch noch Gründe, die tief in seiner Vergangenheit stecken. Mir stockte der Atem, wenn sie beschrieb, mit welch' einer Ohnmacht sie es über sich ergehen ließ, wenn er sich an ihr vergriff. Es klingt komisch zu schreiben, dass mich dieses Buch gefesselt hat, weil es vielleicht den Anschein macht, dass ich diese Taten unterstütze. Falsch - ich unterstütze sie nicht. Vielmehr finde ich, dass es als Aufklärung dienen sollte für alle Eltern, da die Anzeichen nicht immer offensichtlich sind. Hut ab vor dieser Frau, wie sie dennoch ihr Leben gemeistert hat.

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  • Rezension zu "Tiger, Tiger" von Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    zeitreisende

    zeitreisende

    04. May 2011 um 17:07

    Ein Buch, welches zum denken anregt. Wie kommt es, dass pedophile manchmal so leichtes Spiel haben? Als Schlußwort hätte ich gut gefunden, wenn Margaux Fragoso noch über Ihr jetztiges Leben und die Verarbeitung Ihrer Kindheit und Jugendzeit ein paar Worte geschrieben hätte.
    Seid wachsam und schützt Eure Kinder.

  • Rezension zu "Tiger, Tiger" von Margaux Fragoso

    Tiger, Tiger
    bücherelfe

    bücherelfe

    29. April 2011 um 09:04

    "Tiger, Tiger" besticht schon rein optisch. Das Cover ist eines der schönsten, das mir bisher unter die Augen gekommen ist. Und das waren nun wirklich nicht wenige. Margaux Fragoso ist sieben Jahre alt, als sie in Begleitung ihrer Mutter im Freibad den 51jährigen Peter Curran kennen lernt. Peter, der in einem Haus voller Magie lebt; zumindest kommt es der kleinen Margaux so vor, als sie das erste Mal zu Besuch ist. Es gibt dort viele verschiedene Haustiere, Spielsachen, Bücher und Musik. Und vor allem schenkt dieser Peter ihr Aufmerksamkeit in rauhen Mengen. Schnell entwickelt sich das Zusammensein mit ihm als ihr persönliches Paradies, das ihr eine Flucht aus ihrem schwierigen Zuhause bietet. Ihre Eltern können ihr keine Stabilität bieten. Die psychisch kranke Mutter und der kaltherzige und manipulative Vater wecken in Margaux nur einen Wunsch: Sie will zu Peter, ihrem Peter, ihrem persönlichen Helden. „Ich war Peter's Religion. Niemand sonst würde sich für die zwanzig Alben mit den Fotos von mir interessieren.“ Dieser eine Satz fasst die Situation des Kindes Margaux Fragoso zusammen und zeigt, weshalb Peter eine solche Macht über sie erlangen konnte. Und so nimmt das Drama seinen Lauf und wird zur beiderseitigen Obsession. „Wenn Peter mich nicht sah, mich nicht bewunderte, wie konnte ich dann existieren?“ Beide versichern sich die gegenseitige Liebe; immer und immer wieder. Im Prolog ihrer Geschichte schreibt die Autorin ausdrücklich, dass sie fünfzehn Jahre lang eine Beziehung mit Peter Curran hatte bis dieser schliesslich Selbstmord beging. Was das vorliegende Buch von anderen Berichten von Missbrauchsopfern unterscheidet, ist die Art, wie das Opfer den Täter darstellt. Margaux Fragoso beschreibt ihn nicht als Monster und klagt an, sondern sie schreibt sich von der Seele, was er für sie bedeutete. Das macht diese Geschichte einzigartig und hinterlässt gleichzeitig einen faden Nachgeschmack. Beim Lesen scheint der Missbrauch zeitweise ganz weit weg zu sein, bis er dann plötzlich wieder mit voller Wucht zuschlägt. Es ist nur zu hoffen, dass sie die Aufmerksamkeit, die Wellen, die diese Veröffentlichung schlagen wird, langfristig ertragen kann. Ich wünsche es ihr jedenfalls. Fazit: Aussergewöhnliche Biographie über einen langjährigen Missbrauch. Lesenswert!

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