Margery Allingham

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Autorin von Gefährliches Landleben, Blumen für den Richter und weiteren Büchern.

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Der Hüter des Kelchs

Der Hüter des Kelchs

 (2)
Erschienen am 01.01.2002
Trau keiner Lady: Ein Albert Campion Roman

Trau keiner Lady: Ein Albert Campion Roman

 (1)
Erschienen am 18.06.2014
Achten Sie auf die Dame

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Erschienen am 01.01.1968
Süsse Gefahr

Süsse Gefahr

 (1)
Erschienen am 01.01.1964

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Rezension zu "Mord in Black Dudley" von Margery Allingham

Amüsantes Krimi-Kammerspiel einer zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Autorin
Stefan83vor 7 Jahren

Das Jahr 1929 wird wohl von den meisten Menschen in erster Linie mit dem Schwarzen Donnerstag und dem Beginn der Weltwirtschaftskrise in Verbindung gebracht werden, weniger mit dem Auftauchen einer weiteren Vertreterin des klassischen Detektivromans.

Im gleichen Jahr veröffentlichte nämlich Margery Allingham ihren ersten Band aus der Reihe um den Gentleman-Schnüffler Albert Campion. Eine Figur, die sie berühmt machen und recht schnell auf eine Stufe mit Genregrößen wie Agatha Christie und Dorothy L. Sayers heben sollte. Und wie bei Letzterer Lord Peter Wimsey, stammt auch Campion aus hohen Adelskreisen, was er jedoch hinter einem Pseudonym und meist lächerlichen Maskeraden zu verstecken versucht. Grund dafür ist sein Bruder, ein hohes Tier, dessen Identität jedoch nie gelüftet wird. Damit enden die Merkwürdigkeiten nicht, denn Campion ist so gar nicht der typische Ermittler des Genres. Nicht selten wirkt er schrecklich naiv und albern, kann man den Dandyhaften Hornbrillenträger, der selten einen vernünftigen Satz zustande bekommt, kaum ernst nehmen. Was wiederum ein Grund ist, warum er stets unterschätzt wird.

Bemerkenswert und ungewöhnlich für diese Zeit ist, dass Allingham mit dem 15.5.1900 ein festes Geburtsdatum angibt und ihn im Laufe der Reihe altern und Reifen lässt. Was wiederum auch erklärt, warum Campion im Erstling "Mord in Black Dudley", auch unter "Der italienische Dolch" veröffentlicht, derart trottelig daherkommt.

Die Geschichte findet ihren Anfang in dem alten Herrenhaus "Black Dudley" an der Küste von Suffolk. Auf Bitten seines Onkels Colonel Coombe hat Wyatt Petrie eine illustre Gesellschaft geladen, um den alten Mann zu unterhalten und für Abwechslung im tristen Alltag zu sorgen. Unter den Gästen sind unter anderem George Abbershaw, ein Mediziner, der schon oft mit dem Scotland Yard zusammengearbeitet hat, und natürlich Albert Campion Höchstselbst. Trotz dessen humoriger Eskapaden ist die Stimmung jedoch eher gedrückt, weshalb man sich kurzerhand dazu entschließt, ein altes Ritual zu vollziehen. In diesem Spiel wird das Licht gelöscht und im Dunkeln ein italienischer Dolch herumgereicht, wobei derjenige verloren hat, der gegen Ende diesen noch in der Hand hat. Aus dem Spaß wird bald bitterer Ernst, als Colonel Coombe dabei sein Leben aushaucht. Die Diagnose Herzinfarkt soll nun Abbershaw bestätigen, der allerdings schnell vermutet, dass der alte Mann eher einem Dolchstoß zum Opfer gefallen ist...

Wer ist der Mörder? Die zentrale Frage eines jeden Whodunits, gerät hier bereits kurz nach dem vermeintlichen Mord sowohl bei den Figuren als auch beim Leser in Vergessenheit, denn die Ereignisse überschlagen sich auf für einen Detektivroman ungewöhnliche Weise. Die englische Landhausruhe weicht ziemlich schnell Kugelhagel und Faustkämpfen, weshalb man das Gefühl nicht ganz loswird, dass sich Margery Allingham selbst nicht ganz ernst genommen hat. Das Buch strotzt nur so vor Kalauern, die auch in höchst pikanten Situationen von sich gegeben werden, was das Ganze extrem Parodistisch wirken lässt. Die Folge davon ist ein hohes Amüsement über diese schrulligen Engländer, die beim Kampf gegen das Böse so ziemlich jedes bekannte Klischee mitnehmen. Hinsichtlich des Schreibstils fühlt man sich da unwillkürlich an Eric Ambler erinnert, was gegen Ende, das ungewohnt actionreich ausfällt, noch deutlicher zutage tritt. Eine Auflösung der Mordfrage gibt es dann aber dennoch, wenngleich diese mich nicht wirklich überraschen konnte.

Insgesamt ist "Mord in Black Dudley" ein höchst amüsantes Kammerspiel mit Rätselspaß in typisch britischer Atmosphäre, das die Gesetze des Genres extrem auflockert und sich äußerst kurzweilig liest. Guter Beginn einer Reihe, welche ich sicher weiter verfolgen werde.

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