Margery Sharp

 4.2 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor von Die Abenteuer der Cluny Brown, Witwe bis auf Widerruf und weiteren Büchern.

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Die Abenteuer der Cluny Brown

Die Abenteuer der Cluny Brown

 (16)
Erschienen am 09.03.2018
Margery Sharp: Semester in Paris

Margery Sharp: Semester in Paris

 (1)
Erschienen am 01.01.1966
Das Mädchen Cluny Brown

Das Mädchen Cluny Brown

 (1)
Erschienen am 01.01.1957
Liebe auf den letzten Blick

Liebe auf den letzten Blick

 (1)
Erschienen am 01.01.1964
Der Stein der Keuschheit.

Der Stein der Keuschheit.

 (1)
Erschienen am 01.01.1975
Britanniagasse

Britanniagasse

 (1)
Erschienen am 01.01.1960
Margery Sharp: Die vollkommene Lady

Margery Sharp: Die vollkommene Lady

 (1)
Erschienen am 01.01.1968
Die Sonne im Skorpion : Roman

Die Sonne im Skorpion : Roman

 (1)
Erschienen am 01.01.1970

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Rezension zu "Die Abenteuer der Cluny Brown" von Margery Sharp

Meine Rezension zu "Die Abenteuer der Cluny Brown"
Belladonnavor einem Monat

Beschreibung

Cluny Brown ist anders als andere junge Damen in ihrem Stand und in ihrem Alter. Sie wird nachmittags Tee trinkend im Ritz angetroffen oder verweilt einen ganzen Tag Orangen essend im Bett um eine Diät aus einer Zeitschrift auszuprobieren. Zum Ärger ihres Onkels, der tagtägliche seiner Arbeit als Klempner nachgeht und versucht die Erziehung von Cluny genauso gewissenhaft wie seine Arbeit zu erledigen, weigert sich Cluny ihren gesellschaftlichen Platz einzunehmen.

Nach einem weiteren Fauxpas wird die 20-jährige Waise Cluny von Onkel und Tante auf den Herrensitz Friars Carmel in Devonshire geschickt um dort die Stellung eines Dienstmädchens einzunehmen. Mit ihrer charmanten und kuriosen offenherzigen Art zieht Cluny nicht nur die Aufmerksamkeit der adeligen Familie Carmel auf sich. Auch der Dorfapotheker und ein polnischer Schriftsteller, der zur Zeit als Gast auf Friars Carmel logiert um den Gefahren des anstehenden Krieges zu entgehen, können nicht umhin die Einzigartigkeit Clunys zu bemerken.

Meine Meinung

Margery Sharps lebensfroher Roman über “Die Abenteuer der Cluny Brown” kann man getrost zu den Klassikern seiner Zeit zählen, denn die Autorin zeichnet in ihrer Geschichte das fein geschliffene Bild einer Gesellschaft die sich im Aufbruch in ein neues Zeitalter befindet. Der Roman, der in den 1930er Jahren handelt wurde 1944 veröffentlicht und darf Dank des Eisele Verlags nun in einer Neuübersetzung von Wibke Kuhn in neuem Glanz erstrahlen.

Die Tage der steifen und angestaubten Gesellschaftsstrukturen mit großen Herrenhäusern, Landsitzen und einem ganzen Bataillon an Bediensteten sind angezählt. Sir Henry, der Herr des Landsitzes Friars Carmel, mit seinem Müßiggang, der allerhöchstens mal ausreitet und dessen Dienerschaft im Verlauf der letzten Jahre sich auf ein das Nötigste reduziert hat, wird schon bald einer der letzten seiner Art sein. Dies macht sich vor allem auch bei seinem Sohn Andrew bemerkbar – bei ihm spürt man deutlich den Drang mehr zu tun als ein Haus zu verwalten. Er interessiert sich brennend für den nahenden Krieg und sieht sich dazu verpflichtet den polnischen Schriftsteller Adam Belinksi vor einer drohenden Verfolgung zu retten.

"»Die Schwierigkeit bei der jungen Cluny ist die«, erklärte Mr. Porritt, »dass sie anscheinend nicht weiß, wo ihr Platz ist.«" (Die Abenteuer der Cluny Brown, Seite 10)

Seele und Herzstück des Romans ist jedoch die niedrig gestellte Cluny Brown, die als Waise von Onkel und Tante aufgezogen wird und in ihrer verträumten Naivheit nicht einsieht, warum sie ständig zu hören bekommt sie solle endlich einsehen wo ihr Platz im Leben ist. Die Stellung als Dienstmädchen auf Friars Carmel scheint die beste Lösung für alle Beteiligten zu sein.

Cluny Brown schrulliger Charakter wächst einem mit all seiner Verrücktheiten schnell ans Herz und von Seite zu Seite fiebert man aufgeregter Clunys weiterem Lebensweg entgegen. Dabei hält Margery Shapr die ein oder andere Überraschung bereit! Mehr möchte ich zur Handlung nun aber nicht verraten – das muss man am besten selbst lesen.

"»Ich könnte mir vorstellen, dass Ihnen das ganze Universum offensteht«, wiederholte Mr. Belinksi bereitwillig. […] Doch Cluny interessierte sich nicht mehr für Mr. Belinski, nur noch für seine Worte. Sie wollte diesen magischen Satz mitnehmen und ihn in aller Ruhe sorgfältig untersuchen." (Die Abenteuer der Cluny Brown)

Mich hat Margery Sharps Schreibstil und ihre gesellschaftlichen Betrachtungen in “Die Abenteuer der Cluny Brown” verknüpft mit den lebendigen, mal erfrischenden, mal angestaubten Protagonisten vollkommen begeistert. Daher gibt es von mir 5 von 5 Grinsekatzen für diesen mindestens genauso stilvollen wie humorvollen Klassiker!

Fazit

Eine Gesellschaftsbetrachtung die den Umschwung der Zeit mit Stil und Humor wiederspiegelt. Dieser Klassiker berührt und überrascht – eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 11.10.2018

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Rezension zu "Die Abenteuer der Cluny Brown" von Margery Sharp

Ebenso entspannende wie nachdenklich stimmende Lektüre über das Menschsein und die Freiheit
Nadezhdavor 3 Monaten

Dies ist ein ganz wunderbares und besonderes Buch! Dieser Zauber basiert vor allem auf der erfrischenden Figur der Cluny Brown, Nichte eines Londoner Klempners und später Dienstmädchen auf einem abgelegenen Gut in Devonshire.

Beginnt der Roman vom Setting her noch wie ein Mix aus Agatha Christie, Jane Austen und den Brontë-Schwestern, so nimmt er doch einen völlig anderen Verlauf: Cluny verweigert sich der ihr zugewiesenen Stellung in der gesellschaftlichen Hierarchie und den ihr damit gebotenen Möglichkeiten. Sie möchte einfach nicht verstehen, warum man sich nicht selbst den Platz im Leben zuweisen darf, den man haben möchte, und warum den unterschiedlichen Ständen unterschiedliche Freiräume zugestanden werden. Der Roman kratzt also heftig an dem starren Klassendenken, wie es in England bis heute eine Rolle spielt, und ist so ein wunderbares Plädoyer fürs reine freie Menschsein und die Verfügungsgewalt über das eigene Leben, ohne Beachtung der Herkunft und der sozialen Schicht, in die man hineingeboren wurde. Dies gelingt der Autorin ohne moralischen Zeigefinger, dafür jedoch mit viel Humor, amüsanten Charakterisierungen und skurrilen Dialogen.

Die Handlung spielt zwar vor dem zunehmend ernsten historischen Hintergrund der Nazizeit, aber die Leichtigkeit des Romans bleibt zum einen durch das besondere Wesen und die Aktivitäten der Hauptfigur, zum anderen durch die fortwährenden ironischen Kommentare der auktorialen Erzählerin stets erhalten und macht das Buch gleichermaßen zu einer erfreulich entspannenden, aber auch nachdenklich stimmenden Lektüre.

Ich hatte sehr viel Freude und schöne Lesestunden mit diesem Buch, das auch vom Cover her m.E. ein echter Hingucker ist, und vergebe volle Punktzahl.

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walli007s avatar

Rezension zu "Die Abenteuer der Cluny Brown" von Margery Sharp

Mal ins Ritz
walli007vor 4 Monaten

Sie wollte nur mal ins Ritz und damit fangen die Probleme an. Im Jahr 1938 hat eine verwaiste 21jährige, die ihrem Onkel in seiner Klempnerfirma aushilft, dort nichts zu suchen. Und dann übernimmt Cluny Brown auch noch selbst einen Auftrag, weil ihr Onkel gerade nicht da ist. Unerhört! Cluny muss unbedingt in Stellung gehen, damit sie weiß, wo ihr Platz ist. Doch schon auf der Zugfahrt von London aufs Land freundet sie sich mit Roddy, dem Hund des Colonels an. Und wieder ist sie nicht da, wo sie hingehört. Trotzdem versucht sie ihre Pflichten als Dienstmädchen zu erfüllen. Den Wortgeplänkeln mit Adam Belinsky, dem Gast des Haus, will sie allerdings nicht ausweichen.


Was für Cluny Brown damals ein Abenteuer war, ist heute ziemlich selbstverständlich. Natürlich darf frau mal ins Ritz, natürlich darf frau auch mal in einem Männerberuf arbeiten, natürlich darf frau nicht auf den Mund gefallen sein. Damals jedoch sticht Cluny Brown mit ihrer unkonventionellen Art hervor. Noch nicht ein mal absichtlich eckt sie an, sie denkt sich einfach nichts groß dabei. Diese kleinen Selbstverständlichkeiten, die ihr eigentlich nicht zustehen dürften, nimmt sie sich. Ein unruhiger, wacher Geist, immer in Eile. Cluny rennt, zu Roddy, mit Roddy, durchs Dorf. Sie scheut keinen Kontakt, das Dienstbotengen fehlt ihr total. Nicht etwas, dass die Herrschaft unzufrieden wäre, nur kaum ist Cluny außer Sichtweite und ohne Aufsicht, macht sie, was ihr in den Kopf kommt. 


Cluny Brown hat die Spontanität der Jugend, sie ist unverstellt und geradeaus. Schon mit ihr großen Gestalt und ihrer schlanken Silhouette fällt sie auf. Da muss das Schicksal doch mehr für sie in petto haben als eine Stellung auf dem Land. Wie ein frischer Wind weht Cluny Brown durch die ehrwürdigen Hallen ihrer Dienstherrschaft. Kein Wunder, wenn sie irgendwann entfleucht. 


Bereits in den 1940ern im Original erschienen und nun neu veröffentlicht vermag dieser Roman immer noch bestens zu unterhalten. Vielleicht versteht man manche Spitze wegen der fortgeschrittenen Zeit und der inzwischen eingetreten Veränderungen nicht mehr auf Anhieb. Aber immer noch begeistert Clunys frischer ehrlicher Charakter. Cluny Brown ist eine, die überall hinkommen kann. Im Jahr 1946 hat sie es sogar in eine Verfilmung des bekannten Regisseurs Ernst Lubitsch geschafft.


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