Margit Kruse Eisaugen

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Inhaltsangabe zu „Eisaugen“ von Margit Kruse

Eine ehemalige Zechensiedlung, mitten im Ruhrgebiet. An einem kalten Aprilmorgen wird auf dem nahe gelegenen Friedhof eine tote Frau entdeckt. Ausgerechnet Margareta Sommerfeld, frisch von ihrem untreuen Partner getrennte Verkäuferin bei Hertie in der Süßwarenabteilung und glühende Verehrerin von TATORT-Kommissarin Maria Furtwängler, fühlt sich dazu berufen, bei der Aufklärung des Mordes mitzumischen. Drei Tatverdächtige hat sie bereits im Visier, als eine weitere Leiche auftaucht …

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  • Rezension zu "Eisaugen" von Margit Kruse

    Eisaugen
    CloudyWhite

    CloudyWhite

    28. January 2013 um 12:36

    Eisaugen Margit Kruse Überraschenderweise bin ich auf dieses Kleinod humoristisch- kriminalistischer Literatur an einem kalten Wintertag in Wulfen aufmerksam geworden. Da trug es sich zu, dass Autoren der Region aus ihren Werken vorlasen. Nachdem ich dem Kriminalroman zu Beginn der Lesung eher eine unbedeutende Rolle zugemessen hatte, war ich nach wenigen, vorgetragenen Seiten vom Schreibstil, Humor und von der Spannung des Buches derart angetan, dass es im Anschluss an die Lesung sofort in mein Bücherregal wanderte. Ich habe das Lesen bis zur letzten Seite genossen. Im Mittelpunkt der Geschichte, die in einer ehemaligen Zechensiedlung in Gelsenkirchen im typischen Ruhrgebietsmilieu spielt, steht Margareta Sommerfeld. Gerade hat die fast Vierzigjährige Verkäuferin bei Hertie ihrem Verlobten Bertl wegen seiner Untreue den Laufpass gegeben, da wird auf dem Friedhof neben ihrer Wohnung eine junge Frau tot aufgefunden, mit einer Baccara -Rose in der Hand. Margareta, die von ihrer Klatsch- und Tratsch süchtigen Mutter ausgiebig mit Neuigkeiten zum Mordfall versorgt wird, beginnt eigene Nachforschungen anzustellen. Nicht zuletzt, um jeden Argwohn gegen ihren illegal in Deutschland lebenden, polnischen Liebhaber Karol im Keim zu ersticken. Da gäbe es nach Margaretas Gespür schon einige Verdächtige, und haben kalt blickende Eisaugen nicht etwas besonders Teuflisches an sich? Als Margareta eines Tages einen anonymen Brief mit Fotos der Ermordeten und weiteren geknebelten Frauen erhält, fragt sie sich, ob sie selbst nicht vielleicht als Nächste auf der Liste des Mörders steht. Und es bleibt tatsächlich nicht bei einem Toten. Dieser Kriminalroman brilliert nicht nur durch seinen spannungsreichen Handlungsverlauf; er ist auch eine kontrastreiche, pointierte Milieustudie des Ruhrgebiets und seiner Einwohner. Skurrile, schräge, verschrobene Typen rücken ins Blickfeld des Betrachters, geführt von einem auktorialen Erzähler, der den einzelnen Figuren viel Raum für Selbstdarstellung lässt. Es gelingt der Autorin hervorragend, fortwährend falsche Fährten zu legen. Da gibt es den Friedhofsspäher und ehemaligen Leichenwäscher, der eine Vorliebe für Bilder von schön dekorierten Toten hegt, den 50 Jährigen Beamten mit morbiden Träumen, der immer noch mit seiner Mutter zusammen wohnt und über ein Outfit der 60er Jahre nicht hinausgekommen ist, den Sex besessenen Ex-Verlobten von Margareta, der mit immer neuen Liebschaften aufwartet – und alle besitzen diesen Eisaugen-Blick. Jeder von ihnen könnte ein Mörder sein. Formulierungstechnisch nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund. Ihre Schilderungen der Personen und des Geschehens sind humorvoll und bissig und lassen Leser mehr als einmal laut auflachen. Ein Highlight: Die Schilderung des bunten Nachmittags in der sog Seniorenstube der Kirchengemeinde. Margareta Sommerfeld ist die Zentralfigur der Geschichte. Eine etwas naive, aber durchaus sympathische Hobbyermittlerin per Zufall. Ihr Agieren ist höchst unprofessionell: Sie führt konzeptlos Gespräche. Sie konfrontiert den jeweils Verdächtigen direkt mit dem Tat-Vorwurf, sie gibt wichtiges Beweismaterial oder Vermutungen nicht an die Ermittlungsbehörden weiter. Und natürlich liegt sie mit ihren Verdächtigungen gründlich daneben. Kein klassischer Commissario mit Wiedererkennungswert, aber für den Plott unentbehrlich, da sie den Blick des Lesers auf verschiedene Personen und Geschehnisse lenkt. Und das ist von der Autorin sehr spannungsreich umgesetzt worden. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war die Auflösung zum Schluss. Der kaltblütige Mörder. Das hat sich aus der Schilderung seiner Person im Laufe des Romans nicht ohne weiteres ableiten lassen. Es wäre gut gewesen, die Figur des Mörders genauer zu beleuchten, um die Motive klarer werden zu lassen. Dennoch ein wirklich lesenswerter Krimi für alle, die auch mal zwischendurch schmunzeln wollen. 4.5 von 5 Sternen

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  • Rezension zu "Eisaugen" von Margit Kruse

    Eisaugen
    FEE_2012

    FEE_2012

    07. November 2012 um 17:46

    Ein schönes vielversprechendes Cover und auch der Klappentext macht neugierig. Man muss mehr von Margareta Sommerfeld erfahren. Der Einstieg reißt sofort mit. Margareta, wie sie aus dem Fenster schauend im Nebenhaus Karol entdeckt, einen Mann den es eigentlich gar nicht gibt. Sie kommen sich näher. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Man findet eine tote junge Frau auf dem Friedhof und Margareta gerät, eher unfreiwillig, mitten ins Geschehen. Der kuriose Späher vom Friedhof, dessen Essenseinladung sie sogar annimmt, einzig und allein um ein wenig ermitteln zu können, einfach köstlich. Wenig später findet man ihren Vater erschlagen in einem Wald und für Margareta steht schnell fest, dass es sich um ein und denselben Täter handeln muss. Als dann noch der Vater ihres Ex-Liebhabers exhumiert wird, geht es richtig zur Sache. Ihr schöner Lover Karol wird verhaftet, letztendlich gerät sie selbst in große Gefahr. Der Verlauf der Geschichte ist schlüssig konstruiert. Die Charaktere sind echte Ruhrgebietsmenschen, bei denen man das Gefühl hat, sie zu kennen, als wären es Freunde oder Nachbarn. Es sind die köstlichen Beschreibungen der Nebenhandlungen die die Geschichte aufwerten und so lebendig machen Alles lässt sich hervorragend nachvollziehen. Ich habe das Buch nicht mehr weglegen können und über so manche Szene laut gelacht. Der herrlich trockene Humor der Autorin macht das Buch, obwohl es sich um einen Krimi handelt, echt lesenswert. Deshalb bekommt das Buch von mir fünf Sterne. Der Stil und die Charaktere haben mich überzeugt.

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  • Rezension zu "Eisaugen" von Margit Kruse

    Eisaugen
    abuelita

    abuelita

    24. June 2012 um 12:10

    ich lese gerne Regionalkrimis, auch von Orten, die ich nicht oder kaum kenne. Manchmal sind diese Gebiete dann so toll beschrieben, dass man direkt Lust bekommt, mal dahin zu fahren.Hier ist das leider nicht so…. Und auch sonst hat mir das Buch gar nicht gefallen – es ist halt leider doch nicht so, dass etwas das aus dem Gmeiner-Verlag kommt, IMMER gut ist…dabei habe ich tapfer durchgehalten bis zum Schluss, immer in der Hoffnung, es würde noch besser werden. Weit gefehlt… Der – vorsichtig gesagt- merkwürdige Gebrauch der Adjektive kann hier keinem Übersetzer angelastet werden, also doch wohl Absicht? Besonders schön fand ich es, dass sich ein Entführungsopfer „behäbig“ erhebt und im Kellerraum, der ihr Gefängnis dar stellt, hin und her läuft….*g*…oder den „kack-frech“ grinsenden Entführer…. Seltsam fand ich auch, dass eine Süsswaren-Verkäuferin auf einmal Herrenunterhosen über die Verkaufstheke schiebt…. Ermittlungen gibt es so gut wie keine, denn das was die Protagonistin Margareta macht, kann man wirklich nicht so nennen. Das angeblich authentische Milieu fand ich nur schrecklich – also wenn Familienleben oder Leben im Ruhrgebiet überhaupt so wäre, dann gute Nacht ! Die sexuellen Befindlichkeiten von Margareta(und anderen Personen) stehen so im Mittelpunkt, dass ich mich zeitweise in einen „Lore“ Roman versetzt fühlte..... Nun, wie auch immer – das war ein Flop für mich!

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  • Rezension zu "Eisaugen" von Margit Kruse

    Eisaugen
    Zabou1964

    Zabou1964

    24. May 2011 um 19:47

    Das Cover dieses Krimis ziert das Fenster eines für das Ruhrgebiet typischen Backsteinbaus. Das Fenster spiegelt einen blauen Himmel, der glänzend gedruckt ist. Der Rest der Oberfläche ist matt. Der Klappentext gibt an, dass der Roman in einer Zechensiedlung in Gelsenkirchen spielt. Da ich das Ruhrgebiet und die Menschen, die dort leben, sehr mag, musste ich dieses Krimidebüt der Autorin lesen. Und ich habe es keine Sekunde bereut. Margareta Sommerfeld ist Verkäuferin bei Hertie in der Süßwarenabteilung. Sie hat sich gerade von ihrem untreuen Lebensgefährten Bertl getrennt und lebt nun alleine, allerdings in unmittelbarer Nähe ihres Elternhauses. Um sich abzulenken, unternimmt sie oft Spaziergänge über den nahegelegenen Friedhof. Als dort die Leiche einer jungen Frau entdeckt wird, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Doch schon bald geschieht ein zweiter Mord. Wer kann der Täter sein? Das Muttersöhnchen Walter, das noch mit 50 Jahren bei Mama lebt? Oder ist es Karl-Heinz? Der Mann mit den Eisaugen, der als „Späher“ den Totenzügen auf dem Friedhof voran geht. Ihr Liebhaber Karol, der als illegaler Einwanderer bei seiner Tante Henriette im Haus gegenüber lebt, hat auch ein Geheimnis. Schon bald gerät Margareta selbst in Gefahr. Die Figuren in diesem Roman sind zum Teil sehr überzeichnet und wirken fast schon skurril. Allen voran natürlich das Muttersöhnchen Walter. Aber auch der Casanova Bertl, der jedes Wochenende eine andere Tussi abschleppt, oder Margaretas Mutter, die ihr Leben als Hausfrau und Mutter fristen musste, da sich das damals so gehörte, sind typische Charaktere, wie sie nicht nur im Ruhrgebiet vorkommen. Margareta selbst ist eine sympathische Frau, die, gefrustet von ihrer letzten gescheiterten Beziehung, zunächst keine Gefühle mehr zulassen will. So beschränkt sich ihre Beziehung zu Karol auf das rein Sexuelle. Als Verkäuferin in der Süßwarenabteilung von Hertie ist sie intellektuell stark unterfordert. Der Vater war damals der Ansicht, dass Mädchen nichts lernen müssten, da sie sowieso heiraten. Deshalb kniet sie sich in den Kriminalfall und forscht auf eigene Faust nach dem Mörder. Die Geschichte ist im auktorialen Stil verfasst. Meistens wird aus Margaretas Sicht erzählt. Doch zum Ende hin erfährt der Leser auch immer wieder etwas aus der Sicht des Täters. Das hat es mir ermöglicht mitzurätseln. Dabei hat die Autorin immer wieder geschickte Fährten gelegt, die mich das ein oder andere Mal auf die falsche Spur gelenkt haben. So war mir bis fast zum Schluss nicht klar, wer der Mörder war. Die klare Sprache und die humorvollen Dialoge, verbunden mit einer angenehmen Schriftgröße, haben das Lesen für mich zu einem Genuss gemacht. Einzig die Tatsache, dass die Polizei gar nicht auf Margaretas Alleingang aufmerksam wird und sie ungehindert Detektivin spielen kann, fand ich teilweise etwas unglaubwürdig. Aber das hat mein Lesevergnügen nicht gemindert. Ich hoffe inständig, dass die Autorin aus Margareta Sommerfeld eine Serienheldin macht. Sehr gerne würde ich mit der Miss Marple aus der Süßwarenabteilung wieder auf Verbrecherjagd gehen! Fazit: Ein großartiges Krimidebüt, das mir sofort Lust auf weitere Folgen gemacht hat. Ein Buch wie der Ruhrpott: Geradlinig, bissig und doch absolut liebenswert!

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