Margit Schreiner

 3,7 Sterne bei 56 Bewertungen
Autor von Haus, Frauen, Sex., Buch der Enttäuschungen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Margit Schreiner

Margit Schreiner wurde 1953 in Linz geboren. Nach längeren Aufenthalten in Tokio, Paris, Berlin, Italien und dann wieder in Linz lebt sie heute mit ihrem Mann in Gmünd, Niederösterreich. Sie erhielt für ihre Bücher zahlreiche Stipendien und Preise, u. a. den Oberösterreichischen Landeskulturpreis und den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur. 2015 wurde sie mit dem Johann-Beer-Literaturpreis und dem Heinrich-Gleißner-Preis ausgezeichnet, zuletzt erhielt sie den Anton-Wildgans-Preis (2016). Mit »Kein Platz mehr« war sie 2018 für den Österreichischen Buchpreis nominiert.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Margit Schreiner

Cover des Buches Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen (ISBN: 9783895612831)

Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen

 (7)
Erschienen am 02.02.2021
Cover des Buches Haus, Frauen, Sex. (ISBN: 9783731760214)

Haus, Frauen, Sex.

 (11)
Erschienen am 25.06.2015
Cover des Buches Das menschliche Gleichgewicht (ISBN: 9783895612800)

Das menschliche Gleichgewicht

 (7)
Erschienen am 04.08.2015
Cover des Buches Buch der Enttäuschungen (ISBN: 9783731760269)

Buch der Enttäuschungen

 (8)
Erschienen am 27.02.2014
Cover des Buches Haus, Friedens, Bruch. (ISBN: 9783731760276)

Haus, Friedens, Bruch.

 (6)
Erschienen am 27.02.2014
Cover des Buches Nackte Väter (ISBN: 9783731760245)

Nackte Väter

 (5)
Erschienen am 27.02.2014
Cover des Buches Die Tiere von Paris (ISBN: 9783895612794)

Die Tiere von Paris

 (4)
Erschienen am 08.08.2011
Cover des Buches Kein Platz mehr (ISBN: 9783895612817)

Kein Platz mehr

 (2)
Erschienen am 06.02.2018

Neue Rezensionen zu Margit Schreiner

Cover des Buches Buch der Enttäuschungen (ISBN: 9783731760269)Buchstabenliebhaberins avatar

Rezension zu "Buch der Enttäuschungen" von Margit Schreiner

Lebenszyklus
Buchstabenliebhaberinvor 4 Monaten

"Wir denken, größenwahnsinnig, wie wir sind, wir erfänden uns selbst und die ganze Welt, aber wir wiederholen nur endlos dieselben Muster."(S.12)

Margit Schreiner beschreibt ein ganzes Leben, nur aus Sicht der Protagonistin. 

Wie diese geboren wird, wie sie die Welt entdeckt, wie aus der riesig großen Welt und ihren lebendigen Spielgefährten eine kleine, schäbige, enge Wohnung und kaputtgeliebte, tote Puppen werden.

Warum die Menschen zwischen 40 und 50 so unausstehlich sind, wie sich die Welt mit zunehmendem Alter wieder verkleinert, immer weiter reduziert. Fernreisen werden zu beschwerlich, und irgendwann bleibt nur noch die eigene Wohnung als sicherer Ort, irgendwann das eigene Bett und der Pflegeservice.

Das ist besonders, und das muss man mögen. Hier gibt es keine Geschichte, die passiert, sondern alles ist auf die Empfindungen und Wahrnehmungen dieser Person reduziert, die die verschiedenen Phasen eines Lebens durchlebt.

Das Buch hat keine Kapitel, es springt auch vom alten Menschen zum ganz jungen, und verdeutlicht damit die großen Unterschiede der einzelnen Altersstufen. Es ist direkt und schonungslos. Nichts wird verklärt oder romantisiert. Bestimmt könnte man auch mit einem freundlicheren, versöhnlicheren Blick auf das Leben schauen. Aber welchen Sinn hätte es, die Schmerzen eines alternden Körpers und das Schwinden des Geistes zu beschönigen oder zu verschweigen?

Wobei die Abenteuer des Babys und Kleinkindes überaus erheiternd sind, der Blick auf die Eltern.

Ich liebe die Sprache und die Gedankengänge von Margit Schreiner, ich kann darin abtauchen und mich darin verlieren. Von mir aus hätte das Buch auch doppelt so dick sein können, ich hätte gern noch mehr über die mittleren Jahre, die Mühen und Anstrengungen, die der Mensch in dieser Zeit bewältigen muss und womit er sich da über Wasser hält, lesen wollen.

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Cover des Buches Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen (ISBN: 9783895612831)Katzillas avatar

Rezension zu "Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen" von Margit Schreiner

Lesens- und Empfehlenswert
Katzillavor 5 Monaten

In dem Roman Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen geht es um Kindheitserinnerungen. Erzählt wird in drei Formen, dem jetzt, in welchem das lyrische Ich eine im siebten Lebensjahrzehnt darstellende Figur ist und sich an seine Kindheit erinnert, insb. ans siebte Lebensjahr sowie einer neutralen Erzählform, welche Gedanken und Handlungen erläutert, Eindrücke verstärkt und lenkt.

Die Autorin schafft es durch Ihre Erzählweise Themen einfließen zu lassen, die in späteren Abschnitten wieder aufgegriffen werden, es ist wie das Schaffen eines Rahmens, der dadurch abgeschlossen wird und birgt eine angenehme Erzähltechnik. Es verdeutlicht, ohne hier ins konkret Erzählte zu gehen, wie Dinge aus unserer Kindheit uns bis ins Alter begleiten, unser Denken und Handeln beeinflussen. Das Buch wirkt dadurch gut durchdacht und in sich schlüssig.

Es werden viele Themenkomplexe angesprochen, die eine Kindheit betreffen und in einem Licht darstellen, dass sehr authentisch, lebensnah und mit Tiefe überzeugt. Es sind nicht die einzelnen Themen die einen glauben lassen, so war es bei mir auch oder das kenn ich, es ist die spannende, lustige und charmante Erzählart. Hier ist ein lyrisches Ich am Wirken, welches mich sympathisch angezogen hat, aber mich nicht Zwang für sich einzunehmen. Es war auch mal kantig und das durfte es auch sein. Es enthält sehr viel Wahres, wie zum Beispiel, dass wir unsere Erinnerungen mit Dingen anreichern, die zeitlich gar nicht in den Kontext passen. Es gibt unterschiedliche Erinnerungen, welche durch Bilder oder Erzählungen wiedererweckt wurden oder die reinen eigenen Erinnerungen, welche durch die jetzige Gedankenwelt davongetragen werden.

Es sind historische Zeitmomente eingeflossen, die nicht fehlen dürften, da sie in die damalige Zeit gehören, Sie überlagern aber nicht das Erzählte.

Die Schilderungen zum damaligen Familienleben, immer wieder abgegeben in kleinen Dosierungen, aber stetig begleitend, schaffen ein gutes Bild der Verhältnisse. Es erfolgen immer wieder Einschübe zur Besinnung auf die Kirche. Der Schlag in Richtung Verfehlungen fand ich zunächst schlecht geführt, einerseits deplatziert, andererseits heikles Thema zu kurz geraten. Eine ausführliche Darstellung würde dem Buch einen anderen Charakter geben, wodurch ich zu dem Ergebnis komme, richtiges Maß.

Schön fand ich die Schilderungen zu den kindlichen Erkenntnissen/Entwicklungsprozessen. Als Kind nimmt man viele Dinge als normal, als Gegeben war, wenn sie dann einen Namen bekommen, werden sie zu etwas Bewussten und Anderem.

Warum sollte man dieses Buch lesen? Es ist nicht eins dieser Bücher, wo man sagt, war ganz nett und/oder unterhaltsam. Es macht Lust mehr von der Autorin zu lesen, wie sind Ihre anderen Werke? Ich nenne es gerne so, das Buch klingt in einem nach. Ich werde es in 1-2 Jahrzehnten wieder lesen, und meine Gefühle und Gedanken erneut erspüren.

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Cover des Buches Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen (ISBN: 9783895612831)F

Rezension zu "Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen" von Margit Schreiner

Erzählung reiht sich an Erzählung und bildet das Bild der siebenjährigen Margit Schreiner
Falken_fluegelvor 5 Monaten

Das Cover ist ein altes Schwarz-Weiß Kinderfoto der Autorin, dass mit bunten Farben, nicht umbedingt naturgetreu eingefärbt wurde, aber es ist ein schönes Sinnbild dafür, dass Kinder sich selbst, und auch die Welt um sich, mit anderen Augen sehen.

Schreiner schreibt frei von der Leber weg über ihr siebenjähriges Selbst, denn sie schreibt dem siebten Lebensjahr eine starke Prägung zu, da es die Zeit der Einschulung ist. Eine Zeit voller Erwartungsdruck und Gesellschaftsregeln. Man reist mit ihr in das Jahr 1960, als viele technische Alltagsgegenstände noch gar nicht auf dem Markt waren, und freut sich über ihre kreativen Beschäftigungsarten. Eine Erzählung geht in die andere über. Manchmal macht sie einen kleinen Abstecher in die Gegenwart oder die Zeit als Erwachsene, doch der Hauptfokus bleibt bei den sieben Jahren. Sie verzichtet gänzlich auf Kapitel oder Absätze, sondern lässt alles fließen, so wie es ihr in den Sinn kommt und auch ganz ungeniert und ehrlich schreibt sie, oft mit zynischem Unterton, doch man liest weiter. Sie hat ihren ganz eigenen Charme, wobei ich persönlich es trotzdem etwas anstrengend für die Augen und zum Konzentrieren fand, so ohne visuelle Gliederung, doch ich denke, dass Kapitel auf der anderen Seite ihren Erzählfluss möglicherweise blockiert hätten, da die Übergänge oft fließend sind. 

Man schließt die freche Margit schnell in sein Herz und sieht sie vor sich, egal ob beim Wettpinkeln, wenn sie Nachts allein zuhaus ist und voller Furcht eine ganze Schachtel Marzipanfiguren wegknabbert, oder beim Spielen mit ihrem imaginären Hund.

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Gespräche aus der Community

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

wir verlosen 6 Exemplare von »Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen. Über das Private« von Margit Schreiner. Ihr könnt Euch bis zum 24. Mai bewerben, indem Ihr unsere Frage nach der Lektüre der Leseprobe beantwortet.

Wir sind auf Eure Antworten gespannt!

Liebe Grüße und viel Glück wünscht Euch Euer

Verlag Schöffling & Co.

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

wir verlosen 6 Exemplare von »Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen. Über das Private« von Margit Schreiner. Ihr könnt Euch bis zum 24. Mai bewerben, indem Ihr unsere Frage nach der Lektüre der Leseprobe beantwortet.

Wir sind auf Eure Antworten gespannt!

Hier geht es zur Leseprobe: https://b2l.bz/c8xhBI


Liebe Grüße und viel Glück wünscht Euch Euer

Verlag Schöffling & Co.

39 BeiträgeVerlosung beendet
Ramgardias avatar
Letzter Beitrag von  Ramgardiavor 5 Monaten

Ich habe das Buch mit viel Freude gelesen. Meine Rezi ist unter

https://www.lovelybooks.de/autor/Margit-Schreiner/Vater-Mutter-Kind-Kriegserkl%C3%A4rungen-2799795794-w/ und auf auf Thalia, Lesejury, Bücher.de, Mojoreads, Weltbild, Google, Amazon, Hugendubel, "Was liest du?"und der Buchhandlung Schirrmeister veröffentlicht.

Herzlichen Dank für das Buch und die Erinnungen, die es geweckt hat, aber auch für die realistischen Worte zum Altern.


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