Margot Käßmann , Kristina Johlige-Tolstoy Sorge dich nicht, Seele

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Inhaltsangabe zu „Sorge dich nicht, Seele“ von Margot Käßmann

Das Leben wirft nahezu täglich neue Fragen auf. Und die Antwort fällt uns oft so schwer: Warum muss das ausgerechnet mir passieren? Und warum gerade jetzt?

Viele haben angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen Zukunftsangst und fragen sich besorgt: 'Wo wird das alles enden?' Oder: 'Kann ich persönlich noch einmal neu anfangen?'

Margot Käßmann kennt solche Fragen - von sich selbst und aus zahllosen Briefen, die sie Tag für Tag geschickt bekommt. In ihrem neuen Buch versucht sie, Antworten zu formulieren. Offen, ganz persönlich, warmherzig, voller Liebe zum Menschen.

Entstanden ist ein Buch, das vielen aus der Seele spricht. Ein Ratgeber, der Mut macht, das Morgen hoffnungsvoll zu wagen, ganz egal wie kompliziert das Heute gerade ist. Mit feinfühligen Bildern der Künstlerin Kristina Johlige Tolstoy.

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  • Sorge dich nicht, Seele

    Sorge dich nicht, Seele

    Kleine8310

    20. June 2017 um 23:05

    "Sorge dich nicht Seele" ist ein Buch der Autorin Margot Käßmann. Ich habe zu diesem Buch gegriffen, da ich den Inhalt einfach interessant fand und finde, dass man etwas tröstliches oder hilfreiches immer mal gebrauchen kann. Besonders gespannt war ich auf die verschiedenen Fragen und natürlich die Antworten von Frau Käßmann dazu.    In sieben verschiedenen Kapiteln widmet sich Margot Käßmann den unterschiedlichsten Themen, teils aktuell, andere immer wiederkehrend. Diese Kapitel findet der Leser/die Leserin in diesem Buch:    1. "Es muss im Leben mehr als alles geben"       Zu diesem Thema befasst sich die Autorin mit dem Thema Glück, der Suche danach     mit einem besonderen Augenmerk auf die Enttäuschung und Irrwege. 2. "Warum muss das ausgerechnet mir passieren?"     In diesem Kapitel geht es um Krankheiten, Ungerechtigkeiten und manches      Scheitern, aber auch um Neuanfänge. 3. "Eine schrecklich nette Familie"     Wie der Titel schon sagt geht es hier um die, die einem am nächsten stehen, aber      auch um andere Formen von Beziehungen untereinander. 4. "Das Leben ist endlich - wer will schon an sowas denken?"     Hier geht es um das Thema des Älterwerdens und Dinge, die damit verbunden      sind. 5. "Offenbar hört mich da oben niemand"     Hier befasst sich Frau Käßmann mit Gebeten, die nicht erhört worden sind, mit       Enttäuschungen, aber auch mit erdrückenden Gottesbildern. 6. "Nehmen denn Unrecht und Krieg nie ein Ende?"     Hier spricht der Titel für sich.  7. "Sei getrost und unverzagt"      Hier geht es um das Thema Ängste und insbesondere um Ängste die mit dem      Leben zu tun haben.    Der Schreibstil und der Aufbau des Buches haben mir gut gefallen. Ich habe das Buch als vielseitig empfunden und fand die Fragen spannend. Leider war es so, dass ich sehr schnell gemerkt habe, dass Frau Käßmann vorwiegend aus ihren eigenen Erfahrungen berichtet, was für meinen Geschmack zu sehr in Richtung Biografie ging. Zudem war es leider manchmal so, dass die Antworten sehr schwammig und, meiner Meinung nach, zu oberflächlich waren.    Enttäuscht hat mich aber vorallem, dass man in manchen Kapiteln gar nicht wirklich die Inhalte gefunden hat, die von der Überschrift versprochen worden sind. Insgesamt ist die Thematik schon interessant, aber mir hat der Tiefgang häufig gefehlt. Es war nett zu lesen, aber große Erkenntnisse oder Aha Erlebnisse gab es bei mir nicht.    "Sorge dich nicht, Seele" ist ein netter Ratgeber mit interessanten Inhalten, bei dem mir manches zu oberflächlich und kurz abgehandelt wurde.

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  • Die kleinen und großen Probleme unseres Lebens

    Sorge dich nicht, Seele

    Traeumerin109

    01. January 2017 um 23:03

    In ihrem Buch beschäftigt Margot Käßmann sich mit all den Fragen, die sich uns täglich aufdrängen. Dabei lässt sie sowohl Passagen aus ihrem eigenen Leben als auch Teile von Briefen, die sie in ihrem Amt als Seelsorgerin erhalten hat, einfließen. Sie möchte Antworten geben und Mut machen, egal wie kompliziert unser Leben zu sein scheint. Ich muss sagen: All das ist ihr nur begrenzt gelungen. Das Buch liest sich zwar flüssig und relativ schnell, aber als besonders hilfreich habe ich das, was darin steht, nicht empfunden. Der Titel klang vielversprechend, wenn auch ein wenig hochtrabend, konnte sein Versprechen aber im Laufe der Kapitel immer weniger erfüllen. Auch passte er teilweise gar nicht so richtig zum Inhalt. Was Frau Käßmann schreibt, hört sich ganz nett an, geht aber viel zu wenig in die Tiefe. Sie berührt ganz viele Themen, über die allein man schon ein Buch dieses Umfangs schreiben könnte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie oft klischeehaft versucht, zu trösten und zu ermutigen, ohne uns dabei wirklich etwas Neues mitzuteilen. So ist es mir beim Lesen zumindest ergangen. Ich habe die meisten Kapitel als recht oberflächlich empfunden, deshalb ist auch wenig hängengeblieben. Was mein eigenes Leben betrifft, fühlte ich mich oft weder angesprochen noch verstanden, obwohl der Text dies für sich in Anspruch nahm. Fazit: Es sind ein paar schöne Gedanken dabei, jedoch finde ich es schade, dass hier genau jene relativ belanglose Mutmacherei betrieben wird, welche die Autorin nach eigener Aussage vermeiden möchte. Da helfen auch die Abschnitte aus Briefen, die sie erhalten hat, nicht weiter, obwohl diese Passagen für mich die interessantesten waren. Letztendlich hätte mir nichts gefehlt, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte.

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  • lebendige Seelsorge

    Sorge dich nicht, Seele

    irismaria

    23. November 2016 um 18:34

    Der Titel von "Sorge dich nicht, Seele" von Margot Käßmann klingt vermutlich nicht zufällig nach einem berühmten Lebenshilfebuch. Doch Käßmann gibt keine "dont worry - be happy"- Antworten, sondern zeigt aus christlichem Glauben heraus, "Warum wir nicht verzagen müssen". Das Buch ist die Antwort der Autorin auf die vielen Briefe von Menschen an sie, in denen sie ihr Fragen stellen oder ihr Schicksal und ihre Sorgen schildern. Käßmann erweist sich als gute Seelsorgerin, denn sie antwortet in einer gut lesbaren Sprache und gibt Beispiele aus ihrem eigenen Leben und erleben. Immer wieder zieht sie die Bibel als Ratgeber heran, ohne die Leser mit Zitaten zu erschlagen. Die Themen kreisen um die Sorge, die viele Menschen umtreibt, um Dankbarkeit, Umgang mit Verlust und Schuld, aber auch unsere Weltlage und der Pazifismus. Ich kann "Sorge dich nicht, Seele" sehr empfehlen, es ist ein lebendig geschriebenes Buch einer Autorin, die uns viel zu sagen hat.

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  • Sei getrost und unverzagt

    Sorge dich nicht, Seele

    LEXI

    17. October 2016 um 20:44

    „Genieße das Leben, wie es ist. Sei dankbar für Menschen, die dich lieben, für schöne Erlebnisse, auch für den Alltag, der gar nicht immer nur grau ist, sondern oft so wunderbar sein kann.“Die Theologin, Pfarrerin und Bischöfin Margot Käßmann konzentriert sich in ihrem neuesten Werk auf ein Thema, das jeden von uns im Laufe seines Lebens (mehr oder weniger) betrifft: Sorgen! Die Autorin schreibt von Sorgen, dem Verzagt-Sein und dem Umgang mit Leid. Sie möchte Mut machen, sich den Sorgen zwar zu stellen, aber dennoch die Perspektive zu wechseln und zu versuchen, das Leben auch mit anderen Augen zu betrachten. Sie plädiert dafür, das Leben genießen zu können – den Alltag nicht ausschließlich nur als grau und trist zu empfinden, sondern auch für die kleinen, alltäglichen Freuden des Lebens dankbar zu sein. Dankbar zu sein für gemeinsame Mahlzeiten, gute Gespräche, Spaziergänge im Wald, das Lachen fröhlicher Menschen, die Freiheit, alles denken und über alles reden zu dürfen, das Glück, genug zu essen zu haben und vieles mehr. Sie ignoriert bei alledem jedoch nicht die Existenz von Krankheiten, Belastungen, Armut oder Nöten. Gott spielt in diesem Buch eine tragende Rolle. Die Dankbarkeit unserem Schöpfer gegenüber bildet ein zentrales Thema. Margot Käßmann bringt neben Zitaten aus der Bibel auch eigene Lebens- und Glaubenserfahrungen in den Inhalt ein und verleiht ihrer Überzeugung Ausdruck, dass der christliche Glaube Halt geben und die Seele stärken kann. In diesem Buch findet man viele Anregungen, mit den Sorgen des Alltags umzugehen. Frau Käßmann erachtet eine innere Grundzuversicht als wertvolle Basis, die Menschen durch schwere Lebenslagen zu tragen vermag. Sie schreibt von entscheidenden und richtungsweisenden Momenten im Leben, von vermeintlichen Sackgassen, von Türen, die sich öffnen, sobald andere sich schließen. Sie ruft dabei aber auch die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Tatsache, dass Menschen nicht alles im Griff haben, ins Bewusstsein und stellt klar, dass es keinerlei Absicherung gegen das Scheitern, den Schmerz, das Verlassenwerden, Krankheit, Trauer und Tod gibt. Ihrer Meinung stellt der christliche Glaube jene Kraft dar, die einen Menschen hilft, eine solche Krise zu meistern.In ihren Ausführungen wendet die Autorin sich letztendlich auch den Themen Kindheit, Familie und Geschwisterbeziehungen zu und bringt auch hier biblische Beispiele ein. Sie widmet sich dem Altern und der Sterblichkeit des Menschen mit all seinen Aspekten wie beispielsweise der Pflege, der Einsamkeit und dem Umgang mit der Trauer. Beten wird ebenso thematisiert wie die Enttäuschung der Menschen angesichts nicht erhörter Gebete. Sehr gut gefallen haben mir die Einblicke in ihren eigenen Werdegang und ihre eigenen Erfahrungen in der Vergangenheit, von denen sie immer wieder berichtet.Die Aufmachung des Buches hat mich ein wenig enttäuscht. Der Buchumschlag zeigt eine äußerst sympathisch wirkende Margot Käßmann, die ausdrucksstark und in gut gewählter Farbgestaltung den Blick des Betrachters auf sich zieht. Die Druckfarben der Buchinnenseiten jedoch erzeugen einen Geruch, der für meinen Geschmack bei weitem zu intensiv war und mich während der Lektüre empfindlich störte. Die Illustration durch Reliefbilder der freischaffenden Künstlerin Kristina Johlige Tolstoy beeinträchtige mein Lesevergnügen ebenfalls. Ich empfand diese ganzseitigen Abbildungen als unruhig und störend, einige von ihnen irritierten bei längerer Betrachtung die Augen.

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  • Ein Buch, das Mut macht, das Morgen hoffnungsvoll zu wagen

    Sorge dich nicht, Seele

    WinfriedStanzick

    30. September 2016 um 11:52

    Es ist ein zutiefst seelsorgerisches Buch, das Margot Käßmann hier unter dem Titel „Sorge dich nicht, Seele“ bei Adeo vorlegt. Angesichts einer immer komplizierter werdenden Welt voller Armut, Leid und Krieg, die Menschen Angst macht und ihre Hoffnung auf Zukunft auffrisst wie ein Heuschreckenschwarm eine reiche Ernte und angesichts mannigfaltiger Sorgen, Probleme und Konflikte im eigenen Alltag, die das Leben und die Seele verdunkeln, macht sie Mut , indem sie die Fragen der Menschen, die diese auch oft in Briefen an sie richten, erst einmal ernst nimmt.Da geht es um Enttäuschungen und Irrwege auf der Suche nach dem Lebensglück, da geht es um Krankheit, Scheitern, um Ungerechtigkeit und den möglichen Neuanfang, über wunderbare Beziehungen und tiefe Konflikte in Familien, um das Altwerden und den Tod, um den Zweifel an Gott und die Frage, ob das Unrecht und der Krieg je zu Ende sein werden.Sie erzählt dabei sehr oft aus ihrem eigenen Leben, den Konflikten und ihrem eigenen Scheitern. So wie sie damals damit umgegangen ist, hat ihr das in der Öffentlichkeit viel Respekt eingebracht. Und es ist auch der Grund, warum sicher auch viele Menschen  die mit dem christlichen Glauben zunächst wenig anfangen können, zu diesem Buch greifen werden.Weil da jemand nicht belehrend oder missionierend, dennoch aber immer vom eigenen Kraft und Hoffnung spendenden Glauben spricht, ein fröhlicher, tiefer Glaube, der ansteckend wirkt – und belebend.Die Künstlerin Kristina Johlige Tolstoy hat das Buch mit ihren feinfühligen Reliefbildern bereichert. Ein Buch, das Mut macht, das Morgen hoffnungsvoll zu wagen, ganz egal, wie kompliziert das heute gerade ist.Margot Käßmann rät: „Genieße das Leben, wie es ist. Sei dankbar für die Menschen, die dich lieben, für schöne Erlebnisse, auch für den Alltag, der gar nicht immer nur grau ist, sondern oft so wunderbar sein kann.“Wie Recht sie hat!

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  • Wenig hilfreicher Beitrag

    Sorge dich nicht, Seele

    pallas

    26. September 2016 um 09:57

    "Sorge dich nicht, Seele - Warum wir nicht verzagen müssen" ist ein Buch der evangelisch-lutherischen Bischöfin Margot Käßmann, das dem Leser auf bewegende Glaubensfragen Hoffnung und Stütze bieten soll.Bischöfin Käßmann stellt durchaus interessante Gedanken in modernem Kontext vor, die sie mit zahlreichen Geschichten und Zitaten, teils aus der Bibel, teils der Literatur, teils ihrem eigenen Leben entnommen zum Thema "Glauben aus evangelisch lutherischer Sicht" zu einem ansprechenden Gesamtwerk verwob.Inwieweit diese den eigentlichen Kapitel-Überschriften manchmal nur recht mühsam zuordenbaren Gedanken für das Suchen des Lesers nach Gott tatsächlich hilfreich sein können, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich waren zahlreiche von der Autorin angeschnittene Problematiken teilweise viel zu oberflächlich abgehandelt und so erscheint mir die Lektüre daher streckenweise recht wenig hilfreich für den in heutiger Zeit um Glauben ringenden Leser. Manchmal konnte ich die im jeweiligen Kapitel dargestellten Episoden und Geschichten nur sehr mühsam diesem Kapitelthema zuordnen und erschienen mir daher kaum als tatsächlich erklärendes Beispiel für die angesprochene Problematik dieses Buchabschnitts.Ich hoffe, dass dieses Buch für viele Menschen positive Impulse im Glauben setzt. Der Glaube an Christus unseren Herrn ist aus meiner Sicht das Wertvollste, das wir in unserem Leben und insbesondere in dieser zerbrochenen Welt haben. Leider hat dieses Werk meine Erwartungen nicht erfüllt.

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  • Unwürdiger Tonfall

    Sorge dich nicht, Seele

    Liebes_Buch

    28. August 2016 um 21:06

    Ich habe durch den Titel "Sorge dich nicht, Seele" etwas ganz anderes erwartet. Irgendwie etwas Erbauendes für Menschen in Nöten.Ich persönlich konnte in diesem Buch jedoch keinen zielgerichteten Bezug zu diesem Thema finden. Margot Kässmann plaudert über Glück, Unglück, Familie, Altwerden, unerhörte Gebete und über Politik. Dabei fand ich nur wenige Ansätze, in denen ein Betroffener jetzt Hilfe finden könnte, sondern es handelt sich eher um eine Darstellung von Margot Kässmanns Leben und Meinungen. Bestenfalls gibt es noch Zitate von anderen oder Briefe von Betroffenen. Die Kapitel arbeiten irgendwie kaum eine Schlussfolgerung heraus. Ein Schwachpunkt dieses Buches ist in meinen Augen auch der teilweise trotzige Ton. Wenn Frau Kässmann über die Flüchtlingskrise oder Kriege auf der Welt redet, gleitet sie in einen selbstgerechten Tonfall ab. Zum Beispiel schildert sie ihre persönliche Sicht auf Konflikte und kommt dann zu dem Schluss, dass Menschen, die eine andere Meinung haben, eben "Waffenlobbyisten" sind, während sie selbst natürlich Pazifistin ist. Aber kämpfen zum Beispiel die Menschen in der Ukraine tatsächlich um ihr Land, weil sie Waffenlobbyisten sind? Wen will Frau Kässmann damit zum Umkehren bringen? Durch so eine Anklage wird Herr Putin wohl kaum die Waffen niederlegen und mit Frau Kässmann auf der Strasse tanzen, wie sie es sich wünscht. Die Ukrainer werden sich eher verletzt fühlen, dass Frau Kässmann noch nachtritt. Ihre Appelle zum Pazifismus richten sich nur an die Opfer, nicht an die Täter. Wie könnte zum Beispiel Israel "gewaltfreie Konfliktfähigkeit" lernen, wenn es angegriffen wird? Da sich Frau Kässmann in ihrer Meinung direkt auf Jesus bezieht, vermittelt sie den Opfern sogar noch das Gefühl, Jesus wäre gegen sie. Diese egozentrische Weltsicht geht so weit, dass Margot Kässmann in diesem Buch behauptet, George W. Bush wäre schuld an der Gewalt in der muslimischen Welt und am Islamismus. Ich finde es richtig, dass Christen sich in die Politik einbringen. Auch Margot Kässmann hat das Recht dazu. Wenn jemand jedoch ein herausragendes Amt der evangelischen Kirche bekleidet, dann hätte ich ein anderes Niveau erwartet und besonders einen anderen Ton gegenüber Opfern. Margot Kässmanns grosse Schwäche ist ihre penetrante Selbtgerechtigkeit. Statt zum Nachdenken anzuregen, kanzelt sie Andersdenkende ab. Nicht jeder Christ muss die Welt so sehen wie sie und zu denselben Schlüssen kommen. Und zwar durchaus mit Bezug zur Bibel und nicht zur Waffenlobby. Das Buch enthält einen interessanten Reisebericht über Fukushia. Doch auch hier zieht sie wieder keinen Schluss zum Thema des Buches. Was hat ein Mensch mit Sorgen davon, wenn er Margot Kässmanns Reisebericht über Fukushima liest? Immer wieder schreibt sie, wie froh sie mit ihrem Leben ist. Wie schön. Aber was kann ein Mensch in Not daraus ableiten?Margot Kässmann ist eine bedeutende Persönlichkeit der Kirche und hat jahrzehntelang da gearbeitet. Deshalb hätte ich inhaltlich zum Thema Sorgen mehr Substanz erwartet. Das Buch enthält 3 Punkte, die ich sehr interessant fand: die Beobachtung, dass Räume sich verändern, wenn darin gebetet wird, die Erwähnung, dass Kässmann ein Buch schrieb über das Überwinden von Gewalt und die Sichtweise, dass das Leben nicht nur aus dem Erreichten besteht, sondern auch aus dem Missglückten (Konzept der Ruine). Wer sich für Kässmann interessiert, kann hier ihre Ansichten nachlesen. Wer Nöte hat, wird sich mit solchen Weisheiten nicht getröstet fühlen, dass Leid dem Leben Tiefe gibt oder hilft, es wahrzunehmen. Oder auch: Es gibt kein Recht auf ein gelungenes Leben. So einen Kram würde ich einem Menschen in Not niemals an den Kopf werfen.

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