Margret Greiner Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

(13)

Lovelybooks Bewertung

  • 9 Bibliotheken
  • 3 Follower
  • 0 Leser
  • 12 Rezensionen
(6)
(7)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth“ von Margret Greiner

Bekannt ist die Künstlerin Charlotte Berend-Corinth (1880 – 1967) vor allem als Ehefrau und Lieblingsmodell des Malers Lovis Corinth. Doch sie war viel mehr als die „Frau an seiner Seite“. Sie war eine starke künstlerische Persön-lichkeit, die sich von der Dominanz Corinths zu lösen wusste und in ihrer Malerei eigene Wege ging. Sie lebte souverän und selbstbestimmt, nahm sich, unbeeindruckt von allen gesellschaftlichen Regeln, die Freiheiten, die sie wollte. Schon in den zwanziger Jahren reiste sie in den Orient, lebte zehn Jahre in Italien, emigrierte als Jüdin 1939 in die USA, wo sie bis zu ihrem Tode malte und schrieb.

Interessante, aufwändig recherchierte Biografie einer außergewöhnlichen Künstlerin.

— black_horse

Diese Romanbiographie hat mir sehr gut gefallen und auf fesselnde Art und Weise das interessante Leben der Charlotte Berend-Corinth näher ge

— joy67

beeindruckende Biografie einer selbstbewussten Frau und Künstlerin mit Einblicken in eine unkonventionelle Ehe mit einem berühmten Maler

— katze267

Eine Romanbiografie über eine sympathische, selbstbewusste Frau, die ihren Weg gegangen ist

— Diana182

Eine selbstbewusste Frau sprengt die Ketten der Konventionen und bestimmt ihren eigenen Lebensweg.

— Waschbaerin

Für mich eine Entdeckung: als Frau und als Künstlerin. Eine bemerkenswerte Romanbiografie

— Bibliomarie

Eine tolle Romanbiografie einer beeindruckenden Frau!

— Buchgespenst

Stöbern in Biografie

Auf versunkenen Wegen

Es ist mehr ein poetisch und philosophisch verfasstes Tagebuch

Erdhaftig

Nachtlichter

Ein faszinierender Einblick in die raue Natur der abgeschiedenen Orkneyinseln ...

katthi

Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl

Als ob ich mit Lorelai Gilmore einen Kaffee in Luke's Diner trinken würde.

Judith88

Die amerikanische Prinzessin

Eine kleine Geschichte Amerikas, mit Ausflügen nach Europa und Russland, mal mehr, mal weniger an Allenes Seite.

Schmiesen

Im Himmel wurde ich heil

Ein Lebensbericht, der mich tief berührt hat

MissSophi

Kein Dach über dem Leben

Selten so ein ehrliches Buch gelesen. Großen Respekt dafür.

Arabelle

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • "Ich will mir selbst gehören"

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    YukBook

    11. November 2017 um 12:38

    Margret Greiner versteht es einfach ein Frauenleben fesselnd zu zeichnen. Nach „Charlotte Salomon“ und „Emilie Flöge“ ist dies die dritte Romanbiografie, die ich von ihr gelesen habe. Charlotte Berend ist die erste Schülerin von Corinth, der 1901 seine erste „Malschule für Weiber“ gründete und sich damals noch mit Unterricht finanziell über Wasser hielt. Ohne Sentimentalitäten beschreibt die Autorin, wie sich die beiden bei ihrem ersten gemeinsamen Urlaub an der Ostsee näher kommen und den besonderen Augenblick, in dem sich Charlotte in den zwanzig Jahre älteren Mann verliebt und sich mit Haut und Haaren für ihn entscheidet. Es beginnt ein aufregendes und abwechslungsreiches Leben, in dem Charlotte in die höhere Gesellschaft eingeführt wird, Atelierfeste erlebt und ihre große Liebe heiratet. Margret Greiner hebt immer wieder hervor, welche Stütze sie für den Künstler war, der von Depressionen gepeinigt wurde. Sie baut ihm sogar ein Haus in Urfeld am Walchensee, damit er sich künstlerisch verwirklichen kann und stellt ihre künstlerischen Ambitionen zurück. Zu ihren Stärken zählt aber nicht nur ihr Durchhaltevermögen, sondern auch ihr Antrieb, Neues zu entdecken und zu erfahren. Sie taucht in das Berliner Nachtleben ein, erlebt die lesbische Liebe, was wiederum ihre Kunst beflügelt. Und wieviel Reisen diese Frau unternommen hat! An die Riviera, nach Rom, St. Moritz, Andalusien, Ägypten ... Auch nach dem Tod ihres Mannes gibt es keinen Stillstand. Sie lebt zehn Jahre in Italien und emigriert in die USA. Diese spannende und hervorragend recherchierte Lebensgeschichte beschreibt eine komplexe Persönlichkeit, die aus tiefer Liebe ihren Mann unterstützt und sich dennoch bis zum Schluss selbst treu blieb. Schade, dass so wenige Werke von der Malerin erhalten geblieben sind.

    Mehr
  • Berlin deine Künstler

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    Marapaya

    Wie gern würde ich einmal wie in dem Woody Allen Film „Midnight in Paris“ in eine Epoche meiner Wahl springen und dem bunten Treiben als Zeitzeuge beiwohnen. Neben der Antike im hellenistischen Zeitalter und den goldenen Jahren des französischen Sonnenkönigs wäre auch unbedingt Berlin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dabei. Es ist so beeindruckend, beschäftigt man sich erst einmal mit dieser Zeit aus verschiedenen Blickwinkeln, wie vielseitig und vielschichtig das Leben in Berlin um die Jahrhundertwende, während der Zeit des 1. Weltkrieges und der goldenen Zwanziger Jahre war. Charlotte, die aus einem gutbürgerlichem Berliner Elternhaus stammt und eine behütete Kindheit erleben durfte, in der ihre Talente sogar gefördert wurden, findet in dem viel älteren Maler Lovis Corinth einen Weggefährten, der ihr zwar die Türen zur Berliner Kunstszene weit öffnet, sich aber die Freiheit herausnimmt, in seiner Frau vor alle die Familien- und Kunstmanagerin zu sehen statt die gleichberechtigte Künstlerin. Margret Greiner lässt den Leser am farbenfrohen, lebendigen, konfliktreichen Leben der „Corinther“ auf eine kurzweilige, anschauliche Art und Weise teilhaben, die selbst mir Biografie-Muffel ein ungeduldiges Stirnrunzeln entlockte, sobald man mir eine Unterbrechung meiner Lektüre aufzwang. Lovis Corinths Bilder sehe ich plötzlich mit ganz anderen Augen und bedauere es zutiefst, dass von Charlotte so wenige ihrer Werke erhalten und überliefert sind. Das Internet spuckt vor allem die Vielzahl ihres Porträts mit Lovis' Pinselstrich aus. Dass sie eben nicht nur die Ehefrau des bekannten Malers war, dafür steht Margret Greiners Romanbiografie. Wie ein roter Faden zieht sich eine Beobachtung meinerseits durch die letzte Handvoll der von mir gelesenen Bücher. Es ist die Frage nach dem Etikett für das jeweilige Buch, den jeweiligen Text, den jeweiligen Protagonisten. Der unbewusste Drang des Lesers eine Zuordnung, Einordnung zu treffen. Charlotte Berends Biografie zeigt, wie kurzgedacht dieser Ansatz ist. Weil ihr Leben nicht allein der Kunst gewidmet war, sondern sie sich ganzheitlich austoben wollte und sich ebenso nicht den Pflichten des Alltags komplett entziehen konnte und auch wollte. Sie war Malerin, Künstlerin, Ehefrau, Geliebte, Model, Mutter, Hausfrau (im gehobenen Stil, wer von uns heutigen Frauen vermag schon über eine Schar von Dienstpersonal verfügen), Theaterfan, Tanzliebhaberin, Hutträgerin und Kämpferin bis zuletzt. Ich nehme viel aus diesem Text mit in meinen Alltag, sehe das Buch als Anregung, mich noch näher in die Materie einzulesen und hoffe auf einen magischen Moment, der mich auf einen der rauschenden Secessionsbälle mitten hinein die Kunstszene Berlins entführt.

    Mehr
    • 2
  • Leserunde zu "Ich will mir selbst gehören – Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth" von Margret Greiner

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    MargretGreiner

      Charlotte Berend-Corinth (geb. 1880 in Berlin, gest. 1967 in New York) gehört zu den Frauen, die immer von einem berühmten Mann her definiert und kaum als selbstbestimmte Persönlichkeiten wahrgenommen werden. Dabei verdient es die als Tochter eines jüdischen Kaufmanns in großbürgerliche Berliner Verhältnisse geborene Charlotte Berend aus dem Schatten ihres Mannes herausbefördert zu werden. Sie war Corinths erste Schülerin in seiner „Malschule für Weiber“, bevor sie ihn 1904 heiratete. Charlotte Berend-Corinth war aber sehr viel mehr als die nach traditionellem Rollenbild vorbildliche „Frau an seiner Seite“, (Gefährtin, Wirtschafterin, Mutter zweier Kinder und bevorzugtes Modell des Ehemannes), sondern eine eigenständige künstlerische Persönlichkeit, deren Malerei zu ihrer Zeit und heute wieder verstärkt wahrgenommen und geschätzt wird. Neben lithographischen Werkmappen von Schauspielern und Tänzerinnen malte sie vor allem Porträts und in den späteren Jahren Landschaftsaquarelle. Auch in ihrem privaten Leben, sowohl zur Zeit ihrer Ehe wie in der 40jährigen Zeit als Witwe, erwies sie sich ihrer Zeit voraus, lebte souverän und selbstbestimmt nach ihren eigenen Vorstellungen und nicht nach den Regeln einer Gesellschaft der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Sie unterhielt Freundschaften zu vielen Künstlern, vor allem auch zu Schauspielern und Schauspielerinnen, hatte aufregende Liebesbeziehungen, zum Beispiel zu Ferdinand Hodler, reiste bereits in den 30er Jahren in Länder wie die Türkei, Ägypten, Sizilien, lebte zehn Jahre in Italien und ab 1940 in den USA. Die Romanbiografie möchte Charlotte Berend-Corinth in ihr eigenes Recht setzen, sie als Malerin und Schriftstellerin ernstnehmen, eine Künstlerin zu Beginn des letzten Jahrhunderts im Spannungsfeld zwischen Anpassung und Aufbegehren lebendig werden lassen. Es werden 15 Bücher verlost!! Eine Frage an die Bewerber und Bewerberinnen: Was stellen Sie sich vor, was Anfang des 20. Jahrhunderts  Anpassung an und Aufbegehren gegen die klassische Frauenrolle bedeuten konnte? Ich freue mich auf ein Gespräch!  

    Mehr
    • 182
  • Künstlerfrau oder Künstlerin?!

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    black_horse

    29. May 2016 um 21:25

    Oft stehen Ehefrauen von Künstlern völlig im Schatten ihrer berühmten Gatten und kommen selbst kaum zum Zuge.Charlotte Berend-Corinth gehört definitiv nicht dazu.Als sich die junge Charlotte, die aus einer wohlhabenden Familie stammt, in ihren deutlich älteren Lehrer verliebt, ist klar, dass das keine einfache Beziehung wird. Charlotte ist sehr selbstbewusst und weiß, was sie will. Corinth ist oftmals unbeherrscht, trinkt viel und neigt auch zu depressiven Phasen.Mit den Kindern geraten Charlottes künstlerischen Ambitionen immer wieder in den Hintergrund und in schwierigen Zeiten kümmert sie sich auch aufopferungsvoll um ihren Mann.Nach seinem Tod kann sie sich nach einem Einbruch wieder aufrappeln und sich persönlich und künstlerisch entfalten.Das Buch, das mit vielen Zitaten aus Tagebüchern und Briefen sowie Informationen zu den künstlerischen Werken von Charlotte und ihrem Mann sehr authentisch daher kommt, bietet einen tollen Einblick in das Leben einer Frau, die für ihre Zeit sehr emanzipiert und engagiert war. Auch wenn sie zeitweise im Schatten ihres Mannes gestanden haben mag, so ist sie doch immer ihren Prinzipien treu geblieben und hat es verstanden, ihr Leben und ihr Werk aktiv in die Hand zu nehmen und immer positive Akzente zu setzen. Das Buch ist nicht rein chronologisch, sondern oftmals auch thematisch aufgebaut. Dadurch ist es mir manchmal schwer gefallen, die einzelnen Ereignisse zeitlich richtig einzuordnen. Da wäre ein Zeitstrahl oder eine Zeittabelle hilfreich gewesen, um einen besseren Überblick zu behalten.Auf jeden Fall ein sehr lesenswertes Buch über eine sehr interessante Frau, die sich nicht hinter ihrem Mann verstecken braucht.

    Mehr
  • Eine unkonventionelle, selbstbestimmte Frau

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    katze267

    27. May 2016 um 21:33

    " Ich will mir selbst gehören" so betitelt Margeret GReiner ihre Biografie der Charlotte Berend- Corinth. Charlotte war die Ehefrau des bekannten Malers Lovis Corinth, aber sie war weit mehr als das. Zuerst Schülerin, dann Geliebte, später Ehefrau, Mutter seiner KInder, stets verfügbares Modell für seine Bilder, Finanzverwalterin, Trösterin, Krankenpflegerin und zuletzt Nachlassverwalterin. Doch bei all dieser hingebungsvollen Unterstützung blieb sie sich selbst stets treu, war eigenständige Künstlerin, liess sich nicht völlig vereinnahmen, sondern lebte auch ein eigenes Leben, gönnte sich Freiheiten und Auszeiten.Mit dieser Biografie gelingt es der Autorin, all diese Facetten der komplexen Persönlichkeit Charlotte Berend- Corinth's darzustellen. Hervorragend recherchiert, aus vielen Quellen schöpfend und in angenehm zu lesenden Schreibstil gewährt sie dem Leser tiefe Einblicke in Kindheit und Jugend, in eine auf einer tiefen LIebe gegründeten, doch sehr unkonventionellen Ehe, aber auch in die Eskapaden und Ausbrüche,  in künstlerisches Schaffen,  Freude, tiefe Verzweiflung, die ganze Skala von Emotionen, Charaktereigenschaften und Beziehungen wird ausgebreitet.So schafft Margeret Greiner eine beeindruckend detailreiches Bild einer komplizierten, aber stets selbstbewussten  Person, die ihre Rolle als (unter)stützende Frau an der Seite von Lovis Corinth aus eigenem Willen und tiefer  Liebe und nicht aus Konvention und Pflichtbewusstsein  ausfüllte und dabei stets sich selbst treu blieb und sich selbst  gehörte

    Mehr
  • Sehr interessante und gut zu lesende Romanbiographie

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    joy67

    25. May 2016 um 12:41

    Anders als andere junge Frauen der damaligen Zeit, mit ähnlichem Elternhaus und der auf Mädchen zugeschnittenen „höheren Bildung“ nutzt Charlotte die wenigen Möglichkeiten, die sich ihr bieten. Sie profitiert von der Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit des Vaters und bricht aus der ihr von der biederen Mutter aufgezwungenen Rolle aus. Charlotte ist auch nach Pleite und Selbstmord des Vaters eine attraktive, stets elegant gekleidete Frau. Aber sie will mehr. Es zeugt von Selbstbewusstsein und Mut, dass sie sich schon mit 21 Jahren in die Hände des 43jährigen Lovis Corinth gibt und das erste seiner „Malweiber“ an der neugegründeten Malschule wird. Er erkennt sofort ihr Talent als Zeichnerin – vielmehr aber noch als sein Modell. Und er verliebt sich. Nun wird aus dem so ungleichen Paar ein Ehepaar, das doch viele Gemeinsamkeiten hat. Sie verwenden die gleichen Verniedlichungen, haben den gleichen Humor und natürlich die Malerei, wenn auch in unterschiedlichen Rollen: Er der Malerfürst, sie seine Muse. Und dennoch wächst Charlottes Bedeutung. Sie versteht es, ihn zu „vermarkten“. So gewinnt das Paar an Ansehen, Wohlstand und lebt mit den zwei Kindern ein durchaus angenehmes Leben. Und doch ist Charlotte noch nicht gleichberechtigt; ein Zustand, der ihr mehr und mehr zu schaffen macht. Sie beginnt, sich zu emanzipieren. Anfangs oft durch Zufall, verlängerte Abwesenheiten von zu Hause, ein amouröses Abenteuer und die erneute Hinwendung zur eigenen Malerei. Später plant sie durchaus nicht nur das gemeinsame, sondern auch das eigene Vorankommen. Dies unterscheidet sie z.B. von Lee Krasner, der Frau Jackson Pollocks, die erst nach seinem Tod wieder eigenes Ansehen gewann. Das Haus am Walchensee, das sie ganz allein gebaut hat, leitet das Ende von Charlotte und Lovis´ gemeinsamer Zeit ein. Wie sich seine „Seebilder“ auch vom vorherigen Werk unterscheiden, so ist auch die Beziehung von anderer Qualität. Lovis ist nach Schlaganfall geschwächt und stirbt schließlich im Jahr 1925. Nun beginnt nach halbjähriger Trauer- und Orientierungsphase das Künstlerleben Charlottes so, wie man es sich in den „Roaring Twenties“ nur vorstellt. Theaterschauspieler, Kabarettkünstler ja sogar ein Boxer sind Charlottes neue Motive. Sie hat erotische Beziehungen zu beiden Geschlechtern und tummelt sich im durch Drogen und Alkohol bestimmten Nachtleben Berlins. Politische Entwicklungen in Europa treiben die Jüdin durch die Wirren der Zeit und schließlich ins amerikanische Exil. Dort ist sie in bester Gesellschaft nicht nur ihrer Kinder, sondern auch der deutschsprachigen Intelligenzia und vor dem Hitlerregime geflohenen Künstlerelite. Gelegentlich reist sie nach dem Krieg nach Deutschland, wo das Werk Lovis Corinths nicht mehr entartete Kunst ist, sondern vielfache Auszeichnungen erhält. Wie schade, dass von ihrem eigenen Werk fast nichts mehr erhalten ist. Diese Romanbiografie habe ich mit viel Freude gelesen. Sie hat eine gefällige fesselnde Erzählweise und ist so spannend, dass ich mir an der ein oder anderen Stelle mal ein Bild oder eine Fotografie der handelnden Personen gewünscht hätte. Wie wir in der Leserunde erfahren konnten, waren Bilder in diesem Buchformat nicht vorgesehen. Schade. Durch die Romanform bekommt der Leser auf leicht verdauliche Weise jede Menge Fakten und Informationen zum Leben der Protagonisten präsentiert. Das Buch war von Anfang bis Ende interessant und packend geschrieben und bekommt von mir 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

    Mehr
  • Charlotte Berend-Corint und Lovis Corinth

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    Pixibuch

    22. May 2016 um 17:52

    Ich muß hier gestehen, dass diese Romanbiografie unheimlich lehrreich für mich war. Dadurch habe ich erst den Maler Lovis und dessen Frau kennengelernt, darüber gegoogelt und mir auch die Bilder zu Gemüte geführt. Ich bin jetzt um eine Erfahrung reicher und sehr froh darüber. Auf dem Cover ist die junge Charlotte zu sehen, sie ist nicht gerade hübsch zu nennen, eher ein spröder Typ. Charlotte wuchs mit ihrer Schwester in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Während ihr Vater ein Lebemann war, der Kunst und Musik lebte, war die Mutter eine introvertierte stille Frau. Die Ehe der beiden wurde arrangiert. Kurz nach dem Tod des Vaters wollte Charlotte Malen lernen und meldete sich dann gleich in der Weibermalschule von Lovis Corinth an, die er in einem Inserat angepriesen hatten. Die beiden verliebten sich ineinander und zogen zusammen. Zu dieser Zeit fuhren die beiden sogar zusammen in den Urlaub, die junge Charlotte und der wesentlich ältere Maler. Noch vor der Heirat hatte Charlotte andere Männer. Schließlich heirateten die beiden und bekamen einen Sohn und eine Tochter. Schon während dieser Zeit überlies Charlotte die Kindheit in der Obhut ihrer Mutter und reiste viel. Auch in der Malerei malte sie so, wie sie es fühlte. Als Lovis aber schwer erkrankte, war sie die ganze Zeit für ihn da und pflegte ihn gesund. Beide waren sich in der Ehe nicht treu, Charlotte suchte sogar Zuflucht zum eigenen Geschlecht.. Doch beide konnten einander nicht sein. Sie baute sogar das Bauernhaus am Walchensee für Corinth. Nach dessen Tod war sie für lange Zeit trauernd, sie ordnete jahrelang den Nachlass ihres Mannes. Dann zog es sie nach Spanien und Italien, wo sie einen sehr jungen Geliebten hatte. Dann zog sie nach Amerika, wo zwischenzeitlich auch ihr Sohn wohnte. Sie knüpfte dort schnell Kontakte, malte und wurde zur Amerikanerin, Dieses Buch war für mich mehr als nur ein Roman. Ich habe es gelesen und es wurde mir immer mehr klar, war für eine starke, moderne und selbständige Frau Charlotte zu dieser Zeit war. Sie setzte sich über alle Konventionen hinweg, lebte ihr Leben wirklich so, wie es ihr gefiel. In Krisenzeiten konnte sie dann ihre eigenen Bedürfnisse zurückstecken und war ununterbrochen  für die anderen da. Ich finde es schade, dass man von diesem schillernden Malerpaar so wenig hört. Ich kann  wirklich nur jedem empfehle, dieses interessante Buch zu lesen.

    Mehr
  • Charlotte - Ein Leben zwischen Pflicht und Kunst

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    grit0707

    Klappentext:Bekannt ist die Künstlerin Charlotte Berend-Corinth (1880 – 1967) vor allem als Ehefrau und Lieblingsmodell des Malers Lovis Corinth. Doch sie war viel mehr als die „Frau an seiner Seite“. Sie war eine starke künstlerische Persönlichkeit, die sich von der Dominanz Corinths zu lösen wusste und in ihrer Malerei eigene Wege ging. Sie lebte souverän und selbstbestimmt, nahm sich, unbeeindruckt von allen gesellschaftlichen Regeln, die Freiheiten, die sie wollte. Schon in den zwanziger Jahren reiste sie in den Orient, lebte zehn Jahre in Italien, emigrierte als Jüdin 1939 in die USA, wo sie bis zu ihrem Tode malte und schrieb.Meine Meinung:Margret Schreiner beschreibe in dieser Romanbiografie das Leben einer Frau, die viele Jahre zwischen Konventionen und Wünschen lebte und es dann schaffte zu sich selbst zu finden und sich mit gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten zu arrangieren. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und man konnte sich wirklich gut in Charlotte Behrend-Corinth hineinversetzen. Nicht immer war es für sie einfach, doch sie hat nie aufgegeben und ist ihren Weg gegangen.Fazit: „Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth: Ich will mir selbst gehören“ hat mir sehr gut gefallen, da hier Geschichte mit Persönlichkeit beschrieben wird. Das Buch regt zum Nachdenken an und ich finde, dass Charlotte so etwas wie eine Vorreiterin der Emanzipation ist. Mich hat das Thema sehr interessiert und ich habe das Lesen sehr genossen. Hier kann ich an alle Leser, die an Kunst und Biographien interessiert sind eine klare Leseempfehlung aussprechen.

    Mehr
    • 2
  • Ein Auf und Ab im Leben

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    Waschbaerin

    19. May 2016 um 22:22

    Für diese Rezi musste ich lange nachdenken. Als ich das Buch in Händen hielt und mir das Gesicht von Charlotte auf dem Cover genau und intensiv betrachtete, war mein spontaner Gedanke, "mit dieser Frau ist nicht gut Kirschen essen. Wer sich mit dieser Frau anlegt, hat einen schweren Stand". Je mehr ich las, um so sicherer war ich mir, dass es sich tatsächlich so verhielt. Wäre Charlotte ein zartes Weibchen gewesen, sie hätte sich einen anderen Lebensweg gewählt. Charlotte wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf, wurde gefördert und konnte frei entscheiden, wie sie sich ihr Leben vorstellte. Ihren Vater schätze ich als eine Art Lebemann ein, der mit einer Frau verheiratet war, die nicht so recht zu ihm passte. Ich denke Charlotte ging es so lange gut, bis ihr Vater das ganze Vermögen "verlor". Doch diese Phase wird nur kurz gestreift. Ganz sicher hat diese Erfahrung auch in Charlotte etwas in Bewegung gesetzt. Zuerst hatte sie nur ein Verhältnis mit Lovis, der viele Jahre älter ist als sie, hat während dieser Zeit auch eine kurze Beziehung zu einem anderen Mann (oder mehreren?) und heiratet am Ende doch den Maler. Er muss eine enorme Anziehungskraft auf sie ausgeübt haben, sonst hätte sie sich wahrscheinlich nicht all das bieten lassen, was er ihr zumutete. Sie waren verheiratet, bekamen zwei Kinder miteinander und gleichzeitig ging auch jeder von ihnen eigene Wege, hatte andere sexuelle Beziehungen, andere Liebschaften. Trotzdem fanden sie immer wieder zusammen. Sie brauchten sich beide auf ihre ganz eigene Art. Für die damalige Zeit war es sicherlich ein ganz eigenes Arrangement, das sie beide trafen. Doch eine "normale" Ehe hätten sie sicherlich nicht ertragen. Jeder von ihnen brauchte seine Freiheit. Das Charlotte in privilegierten Verhältnissen lebte, versteht sich von selbst. Sie brauchte sich keine Gedanken ums Fensterputzen oder das Kochen und anschließendes Spülen machen, denn dafür gab es genügend Personal. Selbst ihre Kinder gab sie gerne in die Obhut ihrer Mutter und reiste alleine in den Süden. Ich glaube, für ihre Tochter Wilhelmine war das Heranwachsen eine harte Zeit. Immer diese starke Mutter vor Augen, die ich fast als herrisch bezeichnen möchte - da kann sich eine Tochter nicht recht entfalten - die dann auch noch akzeptieren musste, dass sie im Beisein ihrer Mutter selbst übersehen wurde. Das Verhältnis zwischen ihnen war spannungsgeladen. Auch dass die Tochter anfing und malte, anscheinend aber keinen Erfolg damit hatte zeigt, wie wenig sie sich von Charlotte abnabeln konnte. Charlotte ist dagegen anerkannt und hat Erfolg. Und trotzdem kommt mir Charlotte ruhelos und nicht ausgeglichen vor, als wäre sie ewig nach etwas auf der Suche, ohne es zu finden. Ob sie glücklich war? Wenn ich das Buch richtig interpretiere, war es ein stetiges Auf und Ab. Da sie eine unverkennbar starke Frau mit großem Durchsetzungsvermögen war, stand sie auch die Tiefs durch. Ob sie in Californien eine richtige Amerikanerin wurde, da bin ich mir nicht so sicher. Ich kann mir bei ihr nicht vorstellen, dass sie am frühen Morgen am Herd stand und Hush Browns in der Pfanne briet, dazu Bacon mit Würstchen und Spiegeleiern oder Pancakes. Sie war wohl eher so, wie sie sich eine Amerikanerin vorstellte. Ein gelungenes Buch, würde ich urteilen. Einzig was ich vermisse: Ich hätte mir gewünscht, dass am Ende des Buches vielleicht das eine oder andere Bild von ihr abgebildet worden wäre. Einfach nur der Vollständigkeit halber.

    Mehr
    • 2
  • Eine sehr interessante Romanbiografie einer sympathischen Frau

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    Diana182

    15. May 2016 um 20:23

    Das Cover zeigt ein Bild der jungen Charlotte beim malen eines Gemäldes. Dieses Bild ist zusammen mit dem Titel sehr passend gewählt. Der Inhalt des Buches per Buchbeschreibung:Bekannt ist die Künstlerin Charlotte Berend-Corinth (1880 – 1967) vor allem als Ehefrau und Lieblingsmodell des Malers Lovis Corinth. Doch sie war viel mehr als die „Frau an seiner Seite“. Sie war eine starke künstlerische Persön-lichkeit, die sich von der Dominanz Corinths zu lösen wusste und in ihrer Malerei eigene Wege ging. Sie lebte souverän und selbstbestimmt, nahm sich, unbeeindruckt von allen gesellschaftlichen Regeln, die Freiheiten, die sie wollte. Schon in den zwanziger Jahren reiste sie in den Orient, lebte zehn Jahre in Italien, emigrierte als Jüdin 1939 in die USA, wo sie bis zu ihrem Tode malte und schrieb. Meine Meinung:Der Einstieg in dieses Buch gelingt problemlos. Wir lernen die junge Charlotte kennen, welche mir durch ihre Art direkt sympathisch wurde. Sie wird sehr authentisch beschrieben und bereits nach kurzer Zeit erhält man das Gefühl, sie etwas zu kennen. Das Buch berichtet sehr ausführlich über ihr Leben als Ehefrau eines berühmten Malers, aber auch als eigenständige Frau und Künstlerin. Dieser Einblick hat mir sehr gefallen und mich gut unterhalten. Aber auch geschichtliche Ereignisse werden aufgegriffen und erläutert. So lernt man beim lesen noch etwas hinzu bzw lernt diese Ereignisse aus einer anderen Sicht kennen. So komme ich zu meinem Fazit: Wir lernen hier eine wirklich sympathische, selbstbewusste Frau kennen, die ihren eigenen Weg geht. Und das schon in den zwanziger Jahren. Hierfür bewundere ich sie an einigen Stellen sehr.

    Mehr
  • Ein Leben zwischen den Zeiten

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    Buchgespenst

    11. May 2016 um 19:57

    Das Charlotte Berends künstlerisches Talent von ihrem Vater gefördert wird ist im Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts ungewöhnlich. Dass sie als verarmte, jüdische, junge Frau in die Malschule von Lovis Corinth eintritt, ein Zufall. Daraus entwickelt sich eine große Liebesgeschichte, zwei Künstler, die ihren Weg gehen und doch ein gemeinsames Leben meistern – mit allen Höhen und Tiefen, die die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gesellschaftlich und politisch bereithält. Charlotte Berend-Corinth fand in dem so viel älteren Lovis den Mann fürs Leben, ihren Lehrer, ihre Bestimmung. Sie war ihm Schülerin, Muse, Geliebte, Ehefrau, Mutter seiner Kinder und oft der einzige Halt. Doch die starke Frau zerbrach nicht an der komplizierten, aufreibenden Exzentrik des Künstlers, ließ sich nicht auf eine eng definierte Frauenrolle festlegen. Das Buch zeichnet ein eindrucksvolles Portrait einer starken Frau. Sie verleugnete ihr Wesen und ihr künstlerisches Potential nicht. Dem Leser begegnen bekannte und unbekannte Künstler der Berliner Szene der 20er Jahre. Geschichtliche Ereignisse werfen Licht und Schatten und der Leser sieht alles wie in einem Rausch an sich vorbei ziehen. Die Roman-Biografie liest sich wundervoll. Sprachlich hervorragend gelungen, für einen Roman vielleicht etwas zu sachlich-distanziert geschrieben, doch das hat mich nicht gestört. Man vermisst nur Fotos, Abbildungen der Gemälde und Personen, das ist in dieser Ausgabe aber wohl nicht möglich gewesen. Nur ungerne schließe ich das Buch. Die Bilder und Personen werden mich noch lange begleiten. Charlotte Berend-Corinth war eine beeindruckende Persönlichkeit.

    Mehr
  • Hinter jedem starken Mann steht eine große Frau!

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    Bibliomarie

    Dieser Ausspruch trifft auch auf die Künstlerin Charlotte Berend-Corinth, Muse und Ehefrau von Lovis Corinth zu. Als junge Frau, ehrgeizig und unkonventionell, setzt sie durch, dass sie ihre künstlerische Ausbildung an einer „Malschule für Weiber“ bei Lovis Corinth fortsetzen kann. Es dauert nicht lange, da verliebt sich Charlotte in ihren Lehrer, den gut 20 Jahre älteren Lovis. Ihre Liebe wird erwidert, auch wenn sich Lovis keine Häuslichkeit vorstellen kann. Er will malen, mit seinen Künstlerfreunden zechen und sich seine amourösen Neigungen nicht von einer Frau und Kindern einengen lassen. Trotzdem heiraten beide und eine unbestreitbare Zuneigung und Liebe herrscht zwischen ihnen, auch wenn für Charlotte die Ehe ein Ausbalancieren eigener künstlerischen Interessen, Haushalt, Kindern und die ständige Verfügbarkeit für Lovis – ob als Modell oder Pflegerin oder Managerin – wird. Sie ist die Einzige, die mit Corinths depressiven Phasen umgehen kann, die ihn nach einem Schlaganfall jahrelang pflegt und ihn zur Malerei zurückführt. Und die, nicht zuletzt durch ihren Bau des Hauses in Urfeld am Walchensee, Corinth eine Inspiration für die „Walchensee-Bilder“ schenkt, die heute zu den Klassikern der Moderne zählen. Es ist längst überfällig, dass das Leben dieser bemerkungswerten Frau und Künstlerin eine entsprechende Würdigung erfährt. Genau das ist Margret Greiner mit ihrer kenntnisreichen Romanbiografie auch gelungen. Charlotte, die bisher nur aus den Bildern ihres Mannes blickte, hat eine eigene Stimme bekommen. Ihre Zweifel, ihre Ängste aber auch ihre Wünsche und Eitelkeiten werden – untermauert durch Zitate aus Tagebüchern, Briefen und Notizen – lebendig. Es ist ein faszinierendes Leben, das Charlotte führte. Ein erfolgreiches Haus in den wilden, gefährlichen 20iger Jahren in Berlin, ihre Auslandsaufenthalte in Italien, ihre Malreisen nach Ägypten und Spanien und später, schon nach Corinths Tod, die Emigration in die Vereinigten Staaten. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod ein weiterhin erfülltes Leben als Malerin und Bewahrerin der Bilder ihres Mannes. Es ist schade, dass so viele Bilder von ihr im Krieg verloren gingen oder als „Entartete Kunst“ vernichtet wurden. Das Buch ist von der ersten Seite an eine fesselnde Lektüre, ob man es als Frauenportrait, Künstlerbiografie oder Zeitgeschichte liest. Die schöne, wertige Ausstattung passt zu diesem besonderen Buch über eine besondere Frau.

    Mehr
    • 3
  • "Das Leben muß ganz fest zwischen die Fäuste genommen werden"

    Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

    solveig

    09. May 2016 um 15:58

      „Wife of Lovis Corinth“  -  lautet die Inschrift auf Charlotte Berend-Corinths Grabstein. Ehefrau, Mutter und Künstlerin zu Beginn des 20. Jahrhunderts  -  ein Widerspruch? Charlottes Berend wird von dem Maler Lovis Corinth zunächst als Schülerin in seiner neu gegründeten „Malschule für Weiber“ angenommen. Sie avanciert rasch zum bevorzugten Modell des mehr als 20 Jahre Älteren, wird seine Geliebte und später Ehefrau. Charlottes  Liebe und Fürsorge gelten in erster Linie ihrem Ehemann und seinen Bedürfnissen. Ganz traditionell lenkt sie die Erziehung der gemeinsamen Kinder, regelt den Haushalt, organisiert den Bau ihres Hauses am Walchensee und pflegt Lovis, als er schwer krank wird. Für ihre eigenen Interessen bleibt ihr nur wenig Zeit. Als kluge Frau erkennt sie, „daß Freiheit höchst notwendig war für seinen Charakter, um glücklich zu sein…“ Doch Charlotte will mehr sein als nur sein Anhängsel. Immer wieder einmal findet sie die Gelegenheit für eine Auszeit, reist und arbeitet. Mit viel Einfühlungsvermögen und sehr authentisch erzählt die Autorin Margret Greiner Charlotte Berends Leben in einer Roman-Biografie. Voll Sympathie, aber auch kritisch,  schildert sie Charlottes Spagat zwischen ihren alltäglichen notwendigen Pflichten und dem Wunsch, selbst ihr künstlerisches Potenzial zu nutzen; erzählt, wie sorgsam sie darauf achtet, in Bereiche auszuweichen, in denen Corinth seine Motive nicht sucht. So etwa findet „Petermannchen“, wie Lovis seine Gattin nennt, ihre Modelle im Theater- und Operettenmilieu. Hier enstehen ihre berühmten Porträts von Max Pallenberg, Fritzi Massary oder Richard Tauber. Sachlich und plausibel zeigt Greiner Charlottes Bemühungen um ihr eigenes künstlerisches Werk und ihre Weiterentwicklung. Und lässt Charlotte auch selbst zu Wort kommen, in zahlreichen Zitaten aus Berends Schriften: „Und ich habe mich immer wieder an den Ohren herausgezogen und wieder gemalt.“  Doch erst nach Lovis´ Tod gelingt es ihr, vollends aus dem Schatten des Meisters zu treten und sich „… noch einmal ganz angehören, meine ganzen Kräfte sammeln für meine Malerei.“ Schade, dass viele ihrer Gemälde verschollen sind! Margret Greiners ausführliche Romanbiografie ist ein informatives, dabei sehr sensibles  Buch, das den Leser nachdenklich zurücklässt.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks