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MargretGreiner

vor 1 Jahr

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Charlotte Berend-Corinth (geb. 1880 in Berlin, gest. 1967 in New York) gehört zu den Frauen, die immer von einem berühmten Mann her definiert und kaum als selbstbestimmte Persönlichkeiten wahrgenommen werden. Dabei verdient es die als Tochter eines jüdischen Kaufmanns in großbürgerliche Berliner Verhältnisse geborene Charlotte Berend aus dem Schatten ihres Mannes herausbefördert zu werden. Sie war Corinths erste Schülerin in seiner „Malschule für Weiber“, bevor sie ihn 1904 heiratete. Charlotte Berend-Corinth war aber sehr viel mehr als die nach traditionellem Rollenbild vorbildliche „Frau an seiner Seite“, (Gefährtin, Wirtschafterin, Mutter zweier Kinder und bevorzugtes Modell des Ehemannes), sondern eine eigenständige künstlerische Persönlichkeit, deren Malerei zu ihrer Zeit und heute wieder verstärkt wahrgenommen und geschätzt wird. Neben lithographischen Werkmappen von Schauspielern und Tänzerinnen malte sie vor allem Porträts und in den späteren Jahren Landschaftsaquarelle. Auch in ihrem privaten Leben, sowohl zur Zeit ihrer Ehe wie in der 40jährigen Zeit als Witwe, erwies sie sich ihrer Zeit voraus, lebte souverän und selbstbestimmt nach ihren eigenen Vorstellungen und nicht nach den Regeln einer Gesellschaft der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Sie unterhielt Freundschaften zu vielen Künstlern, vor allem auch zu Schauspielern und Schauspielerinnen, hatte aufregende Liebesbeziehungen, zum Beispiel zu Ferdinand Hodler, reiste bereits in den 30er Jahren in Länder wie die Türkei, Ägypten, Sizilien, lebte zehn Jahre in Italien und ab 1940 in den USA.

Die Romanbiografie möchte Charlotte Berend-Corinth in ihr eigenes Recht setzen, sie als Malerin und Schriftstellerin ernstnehmen, eine Künstlerin zu Beginn des letzten Jahrhunderts im Spannungsfeld zwischen Anpassung und Aufbegehren lebendig werden lassen.


Es werden 15 Bücher verlost!!

Eine Frage an die Bewerber und Bewerberinnen:

Was stellen Sie sich vor, was Anfang des 20. Jahrhunderts  Anpassung an und Aufbegehren gegen die klassische Frauenrolle bedeuten konnte?

Ich freue mich auf ein Gespräch!

 

Autor: Margret Greiner
Buch: Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth

solveig

vor 1 Jahr

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Ein immer wieder aktuelles Thema, die Frau als Gefährtin und Wegbereiterin, aber nicht als gleichwertige Partnerin! Charlotte Berend-Corinth teilt dieses Schicksal ja mit vielen anderen Frauen ihrer Zeit, nicht nur in der Malerei, auch in der Musik und Schriftstellerei mochten die Männer ihre Monopolstellung nicht abgeben.
Charlottes Biografie interessiert mich sehr; hier würde ich gern mitlesen und -diskutieren.

Buchgespenst

vor 1 Jahr

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Die Biographie klingt interessant. Ich mag Bücher, die vergessene Gestalten der Geschichte beleuchten. Oft sind die größeren Zusammenhänge, in die sie eingebunden sind, überraschend und lassen auch bekannte Dinge in einem neuen Licht erscheinen.
Gerade die Zeit des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts bietet da eine Menge Überraschungen.

Da hüpf ich doch gerne für ein Print-Exemplar in den Lostopf.

Ah, da war doch noch eine Frage :)
Aufbegehren Anfang des 20. Jahrhunderts als Frau? Den Willen etwas aus seinr Schulbildung zu machen und das nicht nur als Zwischenlösung bis zur rettenden Ehe. Außerdem natürlich das Tabu mit einem Mann zusammen zu leben, ohne bereits verheiratet zu sein.
Anpassung: Die gute Partie zu heiraten bevor der 18. Geburtstag rum ist - natürlich handverlesen von den gestrengen Eltern.

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black_horse

vor 1 Jahr

3. Charlotte als Malerin; Seite 170 - 225
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Ich finde das mit der Freiheit zweischneidig. Klar, Charlotte hatte - auch bedingt durch die finanzielle Sicherheit - viel bessere Möglichkeiten als die meisten anderen Frauen ihrer Zeit. Und doch hat sie sich, gerade was ihre Malerei betrifft, von Corinth doch stark einschränken lassen. Sie musste sich von ihm auch verbal einiges gefallen lassen, wo man heute sagen würde: sowas geht in einer Beziehung auf Augenhöhe gar nicht.
Aber letztlich hat sie ihren Lovis doch sehr geliebt und ihm diese Bevormundung und teilweise Demütigung verziehen. Sie hat sich halt andere Wege gesucht. Aber ich glaube, wirklich frei war sie, gerade was ihre Kunst angeht, nicht.

joy67

vor 1 Jahr

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Vielen Dank, dass ich bei dieser Leserunde dabei sein durfte. Dieses Buch hätte ich sonst nicht gelesen, und dann wäre mir definitiv etwas entgangen.

http://www.lovelybooks.de/autor/Margret-Greiner/Charlotte-Berend-Corinth-und-Lovis-Corinth-1209734676-w/rezension/1242847953/

katze267

vor 1 Jahr

3. Charlotte als Malerin; Seite 170 - 225

Charlotte entwickelt einen ganz anderen Stil als ir Ehemann, grenzt sich deutlich von ihm und seinen Motiven ab, Schade, dass so viele ihrer Bilder anscheinend verloren gingen. Sie nimmt sich auch Freiräume, verbringt Abende im Theater, reist, den Walchensee darf sie ja auch nicht malen.

katze267

vor 1 Jahr

4. Charlotte in Amerika; Seite 225 - 291

Wenn man als " richtige Amerikanerin" jemanden versteht, der sich dem Land anpasst, sich dort wohlfühlt, es auch kennenlernen will, dann ist CHarlotte bestimmt eine. Ich glaube aber, dass sie im Herzen immer in DEutschland beheimatet geblieben ist, obwohl sie nicht versucht hat, in Amerika nach deutschen Traditionen zu leben.

katze267

vor 1 Jahr

MMhh, ich finde hier nicht die Rubrik, in der ich sonst men Fazit und die Rezensionslinks poste, also einfach ohne Rubrik
Danke, dass ich als Nachzügler noch dieses Buch bekommen habe und lesen durfte, es gefiel mir gut . Eine wirklich vielschichtige, selbstbestimmte Persönlichkeit beeindruckend und hervorragend recherchiert dargestellt.
Hier meine Rezensionslinks
bei lovelybooks
http://www.lovelybooks.de/autor/Margret-Greiner/Charlotte-Berend-Corinth-und-Lovis-Corinth-1209734676-w/rezension/1243288679/
bei wasliestdu (damit automatisch auf Mayersche.de)
http://wasliestdu.de/rezension/gut-recherchiertes-facettenreiches-bild-einer-unkonventionellen-frau
und wortgleich bei amazon
https://www.amazon.de/review/RX4JL2CYPWDRS/ref=cm_cr_rdp_perm?ie=UTF8&ASIN=3451068419

black_horse

vor 1 Jahr

4. Charlotte in Amerika; Seite 225 - 291
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Der Abschnitt, wo Charlotte den Boxer gemalt hat, fand ich sehr beeindruckend. So lebensnah beschrieben. Sehr sympathisch. Und ich habe gelernt, dass hier im Zoo zu dieser Zeit Boxkämpfe ausgetragen wurden, das habe ich noch nicht gewusst.
Die Reise durch den Orient war bestimmt auch sehr aufregend. Sehr mutig, dass sie als Frauen allein durch diese Gegend gereist sind. So schlimm, dass dort nun alles in Chaos und Krieg versunken ist :-(. Die Briefe waren wirklich eine sehr schöne Art, diese Reise zu beschreiben. Wahnsinn, was so alles erhalten geblieben ist aus dem Leben der Corinths.

Die Sache mit Fernando ist ja ganz schön heiß. Dass sie sich auf so eine Affäre eingelassen hat, wundert mich doch sehr.

Beeindruckend fand ich, dass Thomas sich so rührend um seine Mutter gekümmert hat. Und dann hat es sie gar nicht lange in New York gehalten. Aber irgendwie passt Kalifornien auch besser zu ihr. Es scheint ihr ja doch gut gelungen zu sein, ihren Lebensunterhalt auch dort zu verdienen. Das ist schon toll. Auch wenn es mit dem Schreiben nicht so geklappt hat.

Den Text zur "Ernte des Lebens" fand ich sehr schön. Schade, dass das Buch nur sehr wenig Details zu den letzten Jahren in den USA enthalten sind. Auf jeden Fall scheint sie einen angenehmen "Lebensabend" in den Staaten verbracht zu haben mit ihren Kindern und Enkeln. Und sie war auch immer wieder mal in Deutschland.

Insgesamt ein wirklich sehr interessantes, aufwändig recherchiertes Buch zu einer außergewöhnlichen Künstlerin!

black_horse

vor 1 Jahr

Zum Abschluss kommt hier auch noch meine Rezension, die ich gleichlautend auch auf amazon veröffentlichen werde:

http://www.lovelybooks.de/autor/Margret-Greiner/Charlotte-Berend-Corinth-und-Lovis-Corinth-1209734676-w/rezension/1243569248/

Vielen Dank für dieses sehr interessante Buch über eine wirklich bemerkenswerte Frau!

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