Margaret Stonborough-Wittgenstein

von Margret Greiner 
4,9 Sterne bei14 Bewertungen
Margaret Stonborough-Wittgenstein
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Eine interessante Lebensbeschreibung einer selbstbestimmten Frau, die gängigen Konventionen und historischen Umwälzungen trotzte.

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Die Grande Dame der Wiener Moderne

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Inhaltsangabe zu "Margaret Stonborough-Wittgenstein"

Margaret Stonborough-Wittgenstein (1882–1958), Schwester des Philosophen Ludwig und des einhändigen Pianisten Paul, verkörperte wie kaum eine andere Frau aus dem großbürgerlichen Milieu der Jahrhundertwende den Aufbruch in eine Zeit selbstbestimmter und selbstgewisser Frauen. Der immense Reichtum der Familie Wittgenstein war für sie Verpflichtung, die neue Kunst, wie sie ihr in der Secession und der Wiener Werkstätte entgegentrat, zu fördern. Klimt porträtierte sie. Sie war Bauherrin, Intellektuelle, Salonière: Glanzvolle Feste und Einladungen, an denen bedeutende Persönlichkeiten aus Politik und Kultur teilnahmen, machten ihren Salon zu einem begehrten Treffpunkt der Wiener Gesellschaft. Außergewöhnlich für Frauen dieser Zeit interessierte sie sich auch für Naturwissenschaften, trieb Studien in Mathematik, Physik und Medizin.
Margret Greiner beleuchtet in vielen verschiedenen Facetten, was es bedeutete, sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als autonome weibliche Person zu entwerfen und als solche zu handeln.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783218011105
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Kremayr & Scheriau
Erscheinungsdatum:01.02.2018

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    Buchgespenstvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein Leben voller Veränderung - spannend wie ein Roman, toll geschrieben!
    Eine brillante und mitreißende Biographie

    Margaret wurde in eine Zeit geboren, die voller Umbrüche war. Aufgewachsen im Wohlstand bekam sie eine exzellente Ausbildung und ging ihren Weg durchs Leben äußerst erfolgreich. Sie wirkte als Bauherrin, Intellektuelle und Salonière. Ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit hilft ihr, zwei Weltkriege, Flucht und Inflationen zu überstehen.

    Die Biografie von Margaret Stonborough-Wittgenstein erzählt so viel mehr als nur das Leben einer beeindruckenden Frau der Wiener Moderne. Es ist ein Zeitgemälde das von 1882 bis 1958 reicht. Ihre Eltern und ihre Geschwister, einschließlich Ludwig Wittgenstein, werden genauso gezeichnet wie ihr späterer Ehemann und ihr Sohn. Das umfangreiche Fotomaterial führt dem Leser jede Persönlichkeit und die Zeit immer wieder vor Augen. Die Biografie ist so mitreißend wie ein Roman. Immer weiter taucht man in das Leben Margarets ein, durchlebt die Höhen und Tiefen und stößt immer wieder auf bekannte Gesichter – so zum Beispiel Gustav Klimt oder auch Siegmund Freud, bei dessen Flucht vor den Nationalsozialisten Margaret eine maßgeblich Rolle spielte.

    Ein großartiges Leseerlebnis!

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    seschatvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Eine interessante Lebensbeschreibung einer selbstbestimmten Frau, die gängigen Konventionen und historischen Umwälzungen trotzte.
    Interessantes Porträt einer starken Frau

    Margaret Stonborough-Wittgenstein (1882–1958) ist ein ungewöhnliches Frauenzimmer gewesen, das sich schon früh für Naturwissenschaften und Kunst interessierte und gern auf die gesellschaftlichen Wiener Konventionen pfiff. Bekannter als sie ist bis heute ihr Philosophen-Bruder Ludwig Wittgenstein. 


    Margret Greiners 302-seitiges Porträt las sich ausgesprochen spannend, weil darin allerlei Originalquellen (Texte, Fotos) zitiert und  detailreiche Einblicke in die sog. Wiener Moderne geliefert werden. Greiner versucht zudem, alle Facetten von Margaret Stonborough-Wittgensteins starker und vielschichtiger Persönlichkeit in ihrem Buch gerecht zu werden - keine einfache Aufgabe. Doch die Autorin hat diese Herausforderung bravourös gemeistert und eine lebendige Biografie geschaffen, in der die Wiener Grande Dame oft selbst zu Wort kommt.

    FAZIT
    Eine interessante Lebensbeschreibung einer selbstbestimmten Frau, die gängigen Konventionen und historischen Umwälzungen (Weltkriege etc.) mutig trotzte und für ihre Leidenschaften kämpfe.

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    YukBookvor 5 Monaten
    Grande Dame und engagierte Feministin

    Bei dem Namen Wittgenstein denken die meisten sicher an den Philosophen Ludwig Wittgenstein. Wer kennt schon seine Schwester Margaret und die übrigen sechs Geschwister, die allesamt dank dem vielseitig begabten und geschäftstüchtigen Vater Karl Wittgenstein in sehr luxuriösen Verhältnissen aufwuchsen? Margret Greiner hat sich intensiv mit dem Leben von Margaret Stonborough-Wittgenstein beschäftigt, Briefe und Tagebücher gesichtet und Gespräche mit dem Enkel Pierre Stonborough geführt. Mit ihren bisherigen Werken hat sie mir schon so manch interessante Künstlerinnen und Frauen an der Seite von Künstlern näher gebracht wie Charlotte Salomon, Emilie Flöge oder Charlotte Corinth-Berendsen.

    Schon der Anfang der Roman-Biografie weckt die Neugier auf Margaret, kurz „Gretl“ genannt, die nicht nur durch ihr Temperament, sondern auch ihr Interesse für Mathematik, Biologie und Physik aus der typischen Mädchenrolle fällt. Die Autorin beschreibt den Alltag der musisch veranlagten Familie Wittgenstein, die regelmäßig Künstler wie Brahms, Schiele und Klimt einlädt, doch die Begabung der Kinder nicht fördert und sie lieblos erzieht, so lebendig, als säße man selbst mitten im Geschehen.

    Die Ehe mit dem vermögenden und rastlosen Amerikaner Jerome Stonborough bringt Margaret nicht die Erfüllung, doch immerhin die Gelegenheit, sich bei jedem Umzug künstlerisch zu verausgaben. Jede Wohnung, ganz gleich ob in Berlin, Paris oder Zürich, wird zu einem ästhetischen Kunstwerk, in dem sie den Stil der Wiener Werkstätte mit der österreichischen Gemütlichkeit kombiniert. Margret Greiner kann so amüsant schreiben! Herrlich die Beschreibung, wie der Bruder Ludwig versucht, mit dem formvollendeten, jedoch völlig unpraktischen Besteck zurechtzukommen, oder wie dumm und oberflächlich Margaret die amerikanischen Frauen findet.

    Jedes Kapitel dieser Biografie offenbart eine neue interessante Facette dieser enthusiastischen und kompromisslosen Feministin, der das Wissen und die Kunst genauso wichtig waren, wie die soziale Verpflichtung, Bedürftigen zu helfen und orientierungslosen Menschen den richtigen Weg zu weisen. Sie liebte es, Menschen zu bewegen, und dank dieser Biografie wird ihr dies sicher auch nach ihrer Lebzeit gelingen.

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    Durga108s avatar
    Durga108vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Die Grande Dame der Wiener Moderne
    Die Lebensgeschichte einer außergwöhnlichen Frau

    Margret Greiner, ist mit "Margaret Stonborough-Wittgenstein - Grande Dame der Wiener Moderne" ein wunderschönes und besonderes Buch gelungen. Das Cover besticht durch ein Klimt-Porträt, der Titel ist in goldenen Buchstaben geprägt. Inhaltlich erzählt sie spannend wie ein Krimi das Leben dieser außergewöhnlichen Frau, nicht nur Schwester des berühmten Philosophen Ludwig Wittgensteins, sondern auch Bauherrin, Mäzenin, Intellektuelle und vieles mehr. 1882 geboren wuchs sie in einem großbürgerlichen Milieu auf und prägte ihre Zeit um die Jahrhundertwende, dadurch dass sie Künstler förderte und ihr Haus für bedeutende Persönlichkeiten öffnete. Außerdem unterstützte sie Menschen ganz praktisch, und zwar nicht nur bei der Emigration während des Dritten Reichs. Margaret Stonborough-Wittgenstein machte als erwachsene Frau Abitur, studierte Physik und Mathematik, hatte ein Gespür für die schönen Künste und packte dennoch Probleme ganz pragmatisch an. Sie heiratet Jerome Stonborough, einen amerikanischen Industriellen, dem sie zwar loyal gegenübertrat, ihn aber nicht wirklich geliebt hat. In der Biografie wird deutlich, dass sie den ehelichen Geschlechtsverkehr, mehr als Pflicht und Last als Vergnügen empfand. Ich kann nicht nachvollziehen, warum diese selbständige Frau an ihrer Ehe bis zu Jeromes Selbstmord, festhielt. Sie wird ihre Gründe oder Zwänge dafür gehabt haben. 
    Zur Vorbereitung auf eine Wienreise las ich das Buch von Walter M. Weiss "Wien - Eine Stadt in Biographien". Die einzige weibliche Biografie, die darin veröffentlicht wurde, ist die von Kaiserin Sisi. Auch ich habe vor Greiners Lektüre noch nie etwas über die Grande Dame der Wiener Moderne gehört. Ich kann nur sagen: Sehr schade! Wien sollte stolz auf diese kluge und mutige Frau sein. Und nicht nur Wien!
    Ich erteile das Prädikat: unbedingt lesenswert und besonders wertvoll.

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    Bibliomarievor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Biographie und Zeitbild gleichermaßen. Eine interessante Persönlichkeit, die mich fasziniert hat und die mir Frau Greiner nahe gebracht hat.
    Eine Frau mit Charakter

    Margaret war eine Tochter des österreichischen Industriemagnaten Karl Wittgenstein. Zu ihren Geschwistern gehören auch der berühmte Philosoph Ludwig Wittgenstein und der Pianist Paul Wittgenstein. Der Vater zog sich schon früh aus dem aktiven Wirtschaftsleben zurück und war fortan als Mäzen der bildenden Kunst und der Musik engagiert.
    Gretl wächst in großbürgerlichem Luxus in Wien auf, elterliche Liebe oder Nähe war für die Geschwister ein eher seltenes Gut. Erzogen wurden sie hauptsächlich von Kindermädchen und Hauslehrern. Gretl war ein wissbegieriges Mädchen, das sich gut zu behaupten wusste. Musik und Kunst prägten sie schon sehr früh. Als sie dem Amerikaner Jerome Stonborough begegnet, imponierte ihr vor allem, dass er der erste Verehrer war, der ihr auf Augenhöhe begegnet. Ihre Leidenschaft für Naturwissenschaften nicht spöttisch abtut. Sie wird seine Frau, aber die Ehe bleibt distanziert. Als junge Ehefrau zieht Margaret mit ihrem unsteten Mann durch die Metropolen Europas, sie richtet nun ihre Energien auf die Ausstattungen der wechselnden Wohnungen.


    Margaret lebte in einer unruhigen Zeit, der Erste Weltkrieg fordert seinen Tribut, ein Bruder stirbt. Die Weltwirtschaftskrise geht nicht spurlos am immensen Vermögen vorüber und Wien gerät immer mehr in den Bann der Nazis. Auch wenn es die Wittgensteins nie so gesehen haben und längst anderen Konfessionen angehören, einen Arierausweis erhalten sie nicht, den jüdischer Großvater konnten sie weder mit Geld noch mit Verbindungen aus dem Stammbaum löschen.


    Margaret Stonborough-Wittgenstein lebte ein pralles Leben voller Höhen und Tiefen und geschichtlicher Umwälzungen. Sie war eine starke Frau von vielen Talenten, die von der ausgezeichneten Biografin Margret Greiner ins Blickfeld gerückt wurde. Ihre Biografie liest sich spannend wie ein Roman und lässt den Leser an dieser Lebens- und Familiengeschichte teilhaben. Dieses Buch lässt auch eine untergegangene Welt auferstehen, die Nazizeit und Kriege vernichtet haben. Viele Briefauszüge, Tagebucheinträge und Privatfotos dokumentieren diese Zeit. Auch wenn sich die die Biografie auf Margaret Stonborough-Wittgenstein konzentriert, erfährt der Leser auch vieles über die Geschwister und deren Entwicklung, vor allem in der Interaktion mit ihr.


    Wäre Margaret später geboren – wie hätte sie ihre Talente und Begabungen nutzen können! So setzt sie ihr Organisationstalent für wohltätige Zwecke ein, mischt sich in die Leben ihrer Geschwister, wo sie oft rücksichtslos erscheinend, Verbindungen fördert oder entzweit. Ihre eigene Ehe ist nur noch eine formale Verbindung, das Ehepaar lebt schon lange getrennt, pflegt einen höflich-freundlichen Umgangston. Zwei Söhne stammen aus der Ehe, denen sie eine liebevolle, aber auch bestimmende Mutter ist.


    Margret Greiner, deren Biografien ich überaus schätze, ist es wieder gelungen, einen Charakter lebendig werden zu lassen und zugleich ein Zeit-und Gesellschaftsbild zu malen. Wobei dieser Vergleich sehr gut passt, denn das Cover ziert ein Portrait der Margaret von Gustav Klimt, das sie als junge Braut zeigt. Deutlich wird in diesen Gesichtszügen die Offenheit und Neugier auf das Leben, gepaart mit Charakter und Selbstbewusstsein.

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    Tine13vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Margaret, eine engagierte, moderne und motivierte Frau aus einer vergangenen Epoche- ein faszinierend gut geschriebenes Frauenporträt
    "Qui vivra, verra." Wer leben wird, wird sehen. Die Zukunft wird es zeigen.“

    Die Lebensgeschichte der Wiener „Gretl“ Margaret Wittgenstein, verheiratete Stonborough beginnt im Jahre 1882 als siebtgeborenes Kind von Karl und Leopoldine Wittgenstein. Die Kindheit bietet den acht Geschwistern zwar wenig Fürsorge und Geborgenheit, da das Aufziehen der Kinder in diesen Kreisen mit Dienstpersonal vonstatten ging, dafür aber Kunstgenuss und Salonkultur. Der schwerreiche Großindustrielle Vater Karl, legte als großer Mäzen Wert auf Kultur und Kunst, doch auch auf Bildung und stellte hohe Ansprüche an seine Kinder, besonders an die Knaben. Unter diesen Ansprüchen und an seinem herrischen Wesen leiden nicht nur die Kinder sondern auch seine Frau. Zwei Brüder sind dem Druck nicht gewachsen und wählen blutjung den Freitod.

    Dennoch sind die Familienbande sehr eng bei den Wittgensteins.

    Margaret als stärkster Charakter, dominiert die Szene….


    In ihrer Biographie über „Margaret Stoneborough-Wittgenstein, schildert die Autorin Margret Greiner auf großartig und unterhaltsame Art und Weise, das Leben dieser „Grand Dame der Moderne“. Über alle Epochen hinweg bleibt Margaret ein Fels in der Brandung, erlebt und überlebt zwei Kriege, verliert ihre Heimat und ihr Vermögen. Sie scheitert in ihrer Ehe, muss fliehen und alles zurücklassen, verliert geliebte Menschen….doch immer wieder steht sie auf und macht das Beste daraus, Geld geht, Geld kommt…so ganz vom Glück verlassen wird sie wohl nie.

    Die Autorin lässt eine wahnsinnig interessante Frau wiederauferstehen, deren Stärke, Neugier auf die Welt und deren Kunst/Zeitgeschmack einzigartig und modern war. Ausgewählte Fotos von Personen und Orten bereichern das Buch zusätzlich und bieten ein gelungenes optisches Vergnügen. Ein Stammbaum der Familie im Innencover sorgt des Weiteren für gute Übersicht und Verständnis.

    Da ich Wien bislang noch nicht kenne, jetzt nur durch das Schwärmen von Margaret;), bin ich nun sehr neugierig auf diese Stadt geworden und ein Besuch kommt sogleich auf meine Reiseliste, um auf Gretels Spuren wandeln zu können.

    Angeregt durch das traumhaft schöne Cover des Buches, plane ich bei Gelegenheit auch einen Rundgang durch die neue Pinakothek hier in München, um mir Gretls Porträt von Gustav Klimt zu Gemüte zu führen.


    Da ich starke historische Frauenportäts sehr liebe und wahnsinnig gerne Biografien lese, war dies das perfekte Buch für mich:) Kann es wirklich nur wärmstens empfehlen, ich habe mich damit unglaublich gut unterhalten gefühlt, gestaunt, gelacht, geweint, einfach Perfekt!

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    Aischas avatar
    Aischavor 7 Monaten
    Kurzmeinung: faszinierende Biografie über eine beeindruckende Frau - unerschrocken, unkonventionell und unermüdlich
    Mäzenin, Philantropin und Kupplerin

    "Ich werde gebraucht, also bin ich." Dieses Lebensmotto spiegelt sicher gut wieder, was Margaret Stonborough-Wittgenstein Zeit ihres Lebens wichtig war.
    Die jüngste Tochter des reichen Stahlmagnaten Karl Wittgenstein auf ihre Hilfsbereitschaft zu reduzieren würde ihrer starken und vielfältigen Persönlichkeit jedoch nicht gerecht.
    Margret Greiner zeichnet in der vorliegenden Biografie ein umfassendes Psychogramm, von der schon als Kind nicht auf den Mund gefallenen "Gretl", über die junge Kunstmäzenin, Studentin der Mathematik bis hin zur älteren Dame, die es nicht lassen kann, nach ihrer persönlichen Einschätzung gute Ehen im Bekanntenkreis anzubahnen und wenig aussichtsreiche schon im Vorfeld zu verhindern.
    Bei Ihrer eigenen Beziehung zum New Yorker Fabrikanten Jerome Stonborough hat sie leider kein so glückliches Händchen: Nach 18 Jahren Ehe und unzähligen Umzügen trennt sich das Paar räumlich, bleibt aber weiterhin verheiratet. Den späteren Selbstmord ihres Noch-Ehemannes verkraftet Margaret ebenso wie die Suizide drei ihrer fünf Brüder. Auch der Verlust einen Großteils ihres Vermögens durch den Börsencrash 1929 oder der "Anschluss" Österreichs durch die Nationalsozialisten kann die starke Frau nicht wirklich beugen. 
    Die Autorin schildert das erlebnisreiche Leben Margarets umfangreich, verliert sich aber nie in unwichtigen Details. Der Leser lernt Elternhaus und die sieben Geschwister kennen, aber stets im Bezug zu Margaret. Kursiv gedruckte Originalzitate bringen Authentizität in den Text, historische Fotos sind eine willkommene Ergänzung. Eine Zeittafel sowie Stammbäume der Wittgensteins und Stonboroughs runden diese wirklich gelungene und empfehlenswerte Biografie ab.
    Für Kenner des Verlags Kremayr und Scheriau fast überflüssig zu erwähnen: Auch die Gestaltung des Buchs steht dem Inhalt in nichts zurück, edler Einband und liebevolle Details bei den Überschriften machen diese Publikation zu einem kleinen Schatz für Bibliophile. Für alle, die sich für die spannende Lebenslinie einer bemerkenswerten Frau interessieren: kaufen und lesen!

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Wer Wahres auf besondere Art erleben bzw. erlesen will, der liegt bzw. liest hier richtig!
    Eine Frau der Tat

    ist Margaret Stonborough-Wittgenstein, die ältere Schwester des Philosophen Ludwig Wittgenstein, schon in jungen Jahren. Und selbstbewusst - schon als Kind lässt sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen und äußerst sich ihrer Mutter gegenüber despektierlich über den berühmten Komponisten Brahms, der sie bei einem Empfang in ihrem Elternhaus zwecks stärkeren Haarwuchses mit Champagner bespritzt hat. Das "so nicht", das ihre Mutter ihr entgegenhält, wird sie in ihrem weiteren Leben eher selten erfahren - meist hat sie das Heft in der Hand.

    Eine ungewöhnliche und alles andere als einfache Frau ist es, die wir in dieser ebenso unterhaltsamen wie informativen Biografie von Margret Greiner kennenlernen. Stonborough-Wittgenstein, durch Heirat zur Amerikanerin geworden, war schon früh, also vor der Jahrhundertwende - der vorletzten, wohlgemerkt - sowohl an Wissenschaften als auch an Kultur interessiert. Ja, sie lebte dafür und so sollte es bis an ihr Lebensende bleiben. Eine Frau aus reichen, aber schwierigen Verhältnissen: in ihrem weiteren Leben trug sie nicht gerade wenig dazu bei, dass es dabei blieb.

    Doch sie war auch eine Frau, die sich selbst treu blieb, ebenso wie ihren Prinzipien und ihren Lieben - auch, wenn die es ihr nicht immer einfach machten und ihrerseits nicht unbedingt ebenso aufrecht waren wie sie selbst.

    Eine interessante Persönlichkeit, die Schwieriges in schwierigen Zeiten durchmachen musste: sie verlor gleich drei Brüder sowie ihren Ehemann durch Suizid, während der amerikanischen Wirtschaftskrise fast ihr gesamtes Vermögen - ein Umstand, mit dem sie vergleichsweise pragmatisch umging. Desgleichen gab es diverse Enttäuschungen in ihrem Leben - so kontrovers ihr Charakter auch war, sie war eine starke Frau, die vieles bewirkte.

    Eine faszinierende, vielschichtige, facettenreiche Frau aus einer ebensolchen Familie: Margret Greiner hat ihr mit diesem Buch ein ganz wunderbares Denkmal gesetzt, das mich ebenso wie die vor einigen Jahren erschienene Biographie der Modeschöpferin, Schneiderin und Gefährtin Klimts, Emilie Flöge "Auf Freiheit zugeschnitten" sowohl begeisterte als auch bewegte. Frau Greiner verfügt über die seltene Gabe, ihre Biographien spannender als jeden Roman zu gestalten und ich freue mich schon auf das nächste Werk über eine ungewöhnliche und starke Frau - wer es wohl sein wird? - aus ihrer Feder. Wer Wahres auf besondere Art erlesen will, der liegt bzw. liest hier richtig!

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    Giselle74s avatar
    Giselle74vor 7 Monaten
    Ein gelebtes Leben

    Margaret Stonborough-Wittgenstein, sechstes von acht Geschwistern, darunter die bekannten Brüder Paul und Ludwig, Tochter des Wiener Großunternehmers Karl Wittgenstein, Mäzenin, Kunstsammlerin, Intellektuelle. Eine interessante Frau mit einem wechselvollen Leben zwischen Kaiserreich, zwei Kriegen und Neuanfang in der Nachkriegszeit.
    Margret Greiner ist es gelungen, eine genauso charmante, wie informative Biographie zu schreiben, die einen Blick wirft auf Charakter, Familie und Ehe, aber auch Zeitströmungen und politische Einflüsse nicht außer acht läßt.

    Die junge Margaret kommt aus einem sehr patriarchalen Haushalt, Vater Karl bestimmt geradezu despotisch über das Leben von Frau und Kindern. Gleich drei ihrer Brüder werden daran zerbrechen und sich in noch jungen Jahren das Leben nehmen. Andererseits wird die Förderung von Kunst und Musik bei den Wittgensteins sehr groß geschrieben. Schon früh kommen die Kinder in Kontakt mit den geachtetsten Künstlern ihrer Zeit.
    Um dem Elternhaus zu entkommen und weil sie sich in ihren intellektuellen Fähigkeiten von ihm geachtet fühlt, heiratet Margaret den Amerikaner Jerome Stonborough. Die Ehe gelingt jedoch nicht. Das Paar bekommt zwar zwei Söhne, lebt sich aber schnell auseinander. Jerome Stonboroughs unstetes Leben führt zu zahlreichen Umzügen. Margaret füllt ihr Leben mit der Einrichtung und Gestaltung der diversen Unterkünfte, Geld ist immer ausreichend da. Geld, das sie aber auch gerne für karitative Zwecke einsetzt: so organisiert sie nach dem I.Weltkrieg eine Hilfssendung mit Dosenmilch nach Österreich und sammelt später in Amerika noch weitere Hilfsgelder für ihr kriegsgeschädigtes Land.

    Alles, was Margaret sich vornimmt, erreicht sie mit Charme, Überlegung, aber auch mit einer gehörigen Portion Durchsetzungswillen. Sie ist sicherlich von allen Geschwistern dem Vater am ähnlichsten, meint häufig, die Entscheidung treffen zu können, was für andere gut oder passend ist. Glück oder Zufriedenheit sind für sie keine Lebensziele. So kritisiert sie ihren jüngeren Sohn dafür, sein Leben zu vergeuden, weil er sich der Verwaltung der Ländereien widmet, die ihm vom Schwiegervater übergeben wurden und ein Leben als englischer Landedelmann führt.
    Im dritten Reich zwingt sie ihren Bruder Paul, einen Teil seines Erbes an die Nazis zu geben, damit ihre Schwestern weiterhin unbehelligt in Wien leben können. Die Wittgensteins hatten es ja selbst fast vergessen, aber sie waren jüdischer Herkunft. Ein Großvater musste arifiziert werden. Es bleibt die Frage, ob eine Emigration nicht weniger aufwendig gewesen wäre und das Exil weniger körperlich anstrengend für die beiden älteren Damen.  Aber sie wollten es eben so - und es war keine Frage, dass sie ihren Willen auch bekamen. Selbst bei den Nazis. Der Bruder bricht daraufhin jeglichen Kontakt ab. Margaret selbst verbringt diese Zeit in Amerika, unglücklich und heimwehkrank, aber finanziell ausreichend versorgt. Ob sie überhaupt wirklich wahrnimmt, welche Leiden Hunderttausende anderer Menschen jüdischer Herkunft auf sich nehmen mussten?

    Und dies ist auch das Einzige, was man an dieser sehr sorgsam geschriebenen Biographie kritisieren könnte. Dass der Blick auf Margaret Stonborough-Wittgenstein bisweilen ein wenig zu bewundernd wirkt, dass ihre weniger schönen Seiten überspielt werden und nur nebenbei Erwähnung finden.
    Aber lässt man diesen Punkt beiseite, dann hat man eine wirklich sehr lesenswerte Biographie vor sich, fast romanhaft geschrieben und mit zahlreichen Bildern untermalt. Langweilig oder trocken ist das Buch an keiner Stelle. Und auch die Ausstattung ist überlegt und liebevoll gemacht. Ein Bild Margarets, von Klimt gemalt, ziert ausschnittsweise den Schutzumschlag, Stammbäume und Zeittafel bieten neben einer Literaturliste weitere Informationen oder dienen dem schnellen Überblick. Insgesamt also ein sehr professionell gemachtes Buch, das Einblick gibt in die längst vergangene Epoche des Großbürgertums und Kaufmannsadels.

    Ich danke dem Verlag sehr herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

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    Federfeevor 7 Monaten
    Lebendig geschriebene Biografie mit zeitgeschichtlichem Hintergrund

    Was für eine Frau, was für eine Familie: die Wittgensteins im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts und die titelgebende Hauptperson Margret Stonborough-Wittgenstein. Erstaunt hat mich der Kontrast, der sich durch ihr Leben und somit durch das ganze Buch zog: Reichtum und Luxus einerseits, soziales Engagement andererseits, familiärer Zusammenhalt einerseits und Mangel an Liebe und Zärtlichkeit andererseits.

    Aber - auch hier stimmt mal wieder der Spruch: Geld allein macht nicht glücklich. Der Großindustrielle Wittgenstein, Margrets Vater,  mutet seiner Frau neun Kinder zu. Sie ist überfordert, geschwächt und tritt kaum in Erscheinung. Die Erziehung der Kinder überlässt sie Kinderfrauen und Hauslehrern, die ihre Aufgabe mehr schlecht als recht ausüben. Den Kindern steht alles an Bildungsmöglichkeiten offen, auch den Mädchen, aber es mangelt ihnen an elterlicher Zuwendung.

    Der dominante Vater bestimmt alles, will den Zukunftsweg der Kinder, vor allem der Söhne bestimmen. Obwohl sie eher musisch begabt sind, will er sie in eine bestimmte Richtung zwingen. Zwei von ihnen, anscheinend psychisch labil, nehmen sich aus den unterschiedlichsten Gründen das Leben, beim dritten ist der Tod nicht geklärt. Seine Tochter Margaret gibt ihm die Schuld. "Als Vater hat er vollständig versagt." (51)

    Außer einer – Helene - wirken alle auf mich beziehungsunfähig. Auch Margrets Ehe mit dem Amerikaner Jerome wird nicht glücklich. Er hatte ihr imponiert, weil er sie, die an Mathematik und Physik interessierte hochintelligente Frau ernst nahm und nicht in die Rolle des Hausmütterchens drängen wollte. Allerdings schien sie der körperlichen Seite der Ehe nichts abgewinnen zu können und erst als Jerome sich erschossen hatte, übte sie Selbstkritik und erkannte, dass sie Fehler in ihrer Beziehung gemacht hat, dass sie Jerome keine Zärtlichkeit geschenkt hat und dass sie viele andere Männer ihm vorgezogen hat – als Gesprächspartner. (S. 248)

    Dem unsteten Leben mit Jerome an vielen verschiedenen Orten begegnete sie mit ihrem Talent zur geschmackvollen Inneneinrichtung. Das scheint ebenso ihre Leidenschaft zu sein wie die Einmischung in das Leben anderer. Sie hat sich durchaus Verdienste erworben, indem sie sich sehr um andere Menschen kümmert, Siegmund Freud zur Flucht verhilft, sogar zwei Söhne einer verarmten deutschen Adelsfamilie aufzieht, aber aus ihren Tagebucheinträgen und Briefwechseln geht hervor, dass sie sich ständig in das Leben anderer einmischt und zu wissen glaubt was gut für sie ist (199). Das ist wohl ihre Art, Befriedigung im Leben zu finden. Wie schade, dass Freud ihr da nicht helfen konnte ;-(

    Die Autorin erzählt das Leben dieser schillernden Persönlichkeit zwischen Luxus und sozialem Engagement gut recherchiert und stilistisch gehoben, ergänzt mit vielen Fotos. Auch der zeitliche Hintergrund kommt nicht zu kurz, politisch und künstlerisch. Es ist die Zeit des Jugendstils in Wien, die Secession, Gustav Klimt. Und genau dieser Maler ist es, der von Margret Stonborough-Wittgenstein ein wunderschönes Bild gemalt hat, das das Cover dieses Buches ziert.

    Wer gerne Biografien liest, für den ist diese aus der Feder von Margret Greiner sehr empfehlenswert.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    LovelyBooks Challenge 2018 „Sachbücher & Ratgeber“


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    1. Du meldest dich hier im Thread an und erstellst einen Sammelbeitrag. Dieser kann von dir jederzeit verändert bzw. aktualisiert werden.
    2. Die Challenge dauert von 1.1.2018 bis 31.12.2018. Du kannst jederzeit einsteigen.
    3. Schreibe zu jedem Buch eine Rezension und ordne diese dem jeweiligen Bereich zu. Verlinke bitte deine Rezension in deinem Sammelbeitrag, nur so kann am Ende des Jahres ermittelt werden, ob du die Challenge geschafft hast.

    Ziel der Challenge: 12 Bücher in 12 Monaten aus mindestens 3 unterschiedlichen Bereichen zu lesen und zu rezensieren.


    Es ist egal, ob du Sachbücher oder Ratgeber liest. Diese können in diversen Formaten (Hörbuch, E-book, Print) vorgestellt werden. Wichtig ist, dass das jeweilige Buch vom Verlag bzw. Lovelybooks als Sachbuch/Ratgeber/Biographie geführt wird.


    Primär sollte natürlich der Gedanke zählen, sich auszutauschen oder neue Bücher kennenzulernen. Doch was wäre eine Challenge ohne Gewinn!


    Und das kannst du gewinnen:

    Natürlich ein Buchpaket von LovelyBooks – dieses wird unter allen Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern verlost, die das Ziel der Challenge geschafft haben.


    In eigener Sache: Ich wünsche mir eine Challenge, in der wir respektvoll miteinander umgehen, in der wir die Meinung der anderen akzeptieren (wenn wir sie auch nicht immer teilen werden) und in der wir auch bei hitzigen Diskussionen immer wieder zu einem Konsens finden – „Meinungsfreiheit“ soll hier selbstverständlich sein.


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    Nata1234s avatar
    Letzter Beitrag von  Nata1234vor 8 Stunden
    Hi hab meinen Quartalseintrag noch nachzuholen. Im Bereichsübergreifenden wurde es ja Zeitrichtig mitgetrackt. Also Zusammenfassung meines 3. Quartals: "Diverses": Heute mal ein Sachhörbuch: Jumi Vogler "Erfolg lacht". Lerne das Leben leichter zu nehmen, auch mit Humor wird man Ernst genommen. https://www.lovelybooks.de/autor/Jumi-Vogler/Erfolg-lacht-1046930559-w/ "Diverses": Außerdem gab es ein kleines Buch: Klein aber Oho "Wirrwarr" von Guido Vobig https://www.lovelybooks.de/autor/Guido-Vobig/Wirrwarr-1599038156-w/ "Lebenshilfe": Auch von meinem Lieblingsautor habe ich was neues (altes) gelesen: "Safari des Lebens" von John Strelecky https://www.lovelybooks.de/autor/John-Strelecky/Safari-des-Lebens-1238164571-w/ ""Psychologie": Die Psychlogie eines Teams wird in dem Hörbuch "Der Team Entwickler" dargestellt. Es macht Spaß das Hörbuch zu hören und es ist auch für NICHT-Teamleiter interessant. https://www.lovelybooks.de/autor/Jens-Corssen/Der-Team-Entwickler-1451108546-w/
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    Margret Greiner beleuchtet in vielen verschiedenen Facetten, was es bedeutete, sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als autonome weibliche Person zu entwerfen und als solche zu handeln.

    Margret Greiner

    Studium der Germanistik und Geschichte an den Universitäten Freiburg/Brsg. und München. Viele Jahre Unterrichtstätigkeit in den Fächern Deutsch, Geschichte, Theater und Ethik an deutschen Schulen, am Schmidt’s Girls College in Jerusalem und an der Renmin Universität in Beijing. Margret Greiner lebt in München. Buch-Publikationen: „Miss, wie buchstabiert man Zukunft?“ (2004), „Jefra heißt Palästina“ (2005) und Biografien über Charlotte Berend-Corinth (2016) und Charlotte Salomon (2017). Bei K & S erschien 2014 „Auf Freiheit zugeschnitten. Emilie Flöge: Modeschöpferin und Gefährtin Gustav Klimts“.

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